PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lagerfeuer auf Tour - Sinn oder Unsinn



Seiten : [1] 2 3

Karliene
13.10.2012, 13:28
Hallo zusammen,

ich habe ja beim Workshop auf der MV mitgemacht und dabei hat sich mir eine gernerelle Frage aufgeworfen...
Ist es denn unbedingt notwendig ein Feuer auf Tour zu machen??? Ich meine damit, wie viel Sinn macht das denn, wenn man nach 20 km Gestapfe für 2 h ein Lagerfeuer macht....?! Das ist doch in meinen Augen total sinnlos und Resourcenverschwendung und umweltschädigend.
Wenn ich nach einem Wadertag mein Zelt aufgeschlagen habe mache ich mir was zu essen auf dem Kocher oder Hobo wenns sein muss und geh dann spätestens nach ner Stunde ins Bett weil ich platt bin. Daher meine Frage, ist es denn wirklich notwendig wegen 2 oder 3 h ein Lagerfeuer anzuzünden? Oder ist das für manche einfach eine Art Luxus zum Schaden anderer (Flora, Fauna, etc.) ?

Das Argument der Wärme kann ich nicht gelten lassen, denn bekanntlich ziehen hier viele mit ihren mega Daunentüten durch die Welt. Maximal auf Wintertour kann ich das Lagerfeuer (dann für mehrere Stunden) gelten lassen.

Ich finde es sollten der eine oder andere wirklich mal über den Sinn und Unsinn von Feuern unterwegs nachdenken. Ebenfalls finde ich das auch bei einem längeren Auftenalt an einer Stelle ein Feuer destruktiv ist. Ich habe noch nie eins vermisst, egal ob auf dem Kungsleden oder in der Hardangavida.... Wir sind weder erfrohren noch verhungert (jeder hat nen Kocher dabei..). Wie schon gesagt, ich meine ein Lagerfeuer auf Tour ist purer Luxus, und dem will man sich ja unterwegs eigentlich entziehen.

elheinzo
13.10.2012, 13:51
Also wenn ich unterwegs bin mache ich auch meist kein Feuer. Jedoch wenn ich mich mit ein paar Freunden treffe wird gern ein Feuer gemacht und zusammen gesessen Musik gemacht oder einfach nur palavert. Dazu eignet sich ein Feuer echt gut und ich möchte es nicht missen

codenascher
13.10.2012, 14:02
Ich hab noch nie auf einer Tour ein Feuer vermisst, diesen Sommer auf Kamtschatka überhaupt erstmalig am Feuer auf Tour gesessen. Immer auf bereits vorhandenen Feuerstellen. Wo keine Feuerstellen waren haben wir selbstverständlich auch kein Feuer gemacht. Es schafft schon eine besondere Atmosphäre, aber: Ob ich nun am Feuer sitze oder nur so meinem / meiner Trekkingpartner/in gegenüber ist mir vollkommen schnuppe.

Generell halte ich es wie Karliene, Feuer ohne mich!

Sven

lina
13.10.2012, 14:09
Ich vermisse auch kein Feuer unterwegs.
Auf ODS-Treffen ist das ok, da ziehe ich nicht am nächsten Tag weiter (und es gibt auch Feuerstellen).
Wenn ich mal grillen mag, dann bin ich sowieso in Zivilisationsnähe (mit verfügbaren Feuerstellen), weil ich sonst nicht an grillbare Lebensmittel komme. Für alles andere reicht ein Kocher.
Mücken wären noch ein Argument, aber da hatte ich bisher Glück oder bin im Zelt verschwunden.

Karliene
13.10.2012, 14:09
@Elheinzo: Es geht hier ausschließlich um Feuer auf Tour in der Natur, Wildnis, etc und nicht ums Pallaver im Garten mit Freunden...

dingsbums
13.10.2012, 14:17
Auch ich bin gegen Feuer. Habe es noch nie vermisst, störe mich aber immer an alten Feuerstellen. Selbst wenn wir dann doch da zelten, weil es die beste Stelle weit und breit ist, haben wir selbst noch nie ein Feuer gemacht.

Dominik
13.10.2012, 14:59
Grundsätzlich liebe ich es bis tief in die Nacht am Feuer zu sitzen und den Geist abzuschalten.
Vielleicht ist das noch soetwas wie ein Urtrieb :ignore:
Auch habe ich bereits sehr viele Touren mit Feuer gemacht und mannche Touren ausschließlich auf dem Kochfeuer Essen zubereitet. Mir war es lange Zeit suspekt, Gaskartuschen o.ä. zu kaufen um mein Essen zuzubereiten, wo doch alles dafür direkt in meiner Umgebung war.

Heute sehe ich die Sache anders und halte Feuer auch eher für Luxus. Zwar bin ich nach wie vor ein Feuerfan, versuche aber die Entscheidung für Feuer möglichst sachlich abzuschätzen. Gerade auf stärker frequentierten Routen (v.a. im Kanubereich!) sind offensichtliche Lagerplätze leergefegt und die Bäume schlicht kahl (kein Totholz mehr vorhanden). Diese Plätze wirken dann auf mich, wie etwas bessere Campingplätze - mit Naturlagerplätzen hat das dann aber immer weniger zu tun.
Letztlich auch ein Grund, warum ich heute fast ausschließlich weglos wandere. Hier finde ich noch etwas von der Landschaft, die ich suche. Ob das der richtige "Weg" ist, habe ich aber auch noch nicht abschließend für mich geklärt.

Feuer auf Tour versuche ich nur noch an Stellen zu machen, wo ausreichend Totholz vorhanden ist und recht klar ist, dass an dem Standort vermutlich erstmal kein weiterer Mensch sein wird bzw. bis dahin wieder genug neues Holz nachgewachsen ist. (Tja - wie man soetwas entscheiden kann, bleibt fraglich...). Als Methode verwende ich das Hügelfeuer, welches eben keine Spuren hinterlässt.

Konsequent diese Herangehensweise anzuwenden, habe ich aber leider bisher noch nicht geschafft. :roll:

Libertist
13.10.2012, 16:34
Lagerfeuer auf Solotouren machen mich melancholisch - kam bei mir im ganzen Sommer nicht vor. ;-)

MatthiasK
13.10.2012, 16:54
Ich mach gern mal´n Feuerchen, manchmal aus Zeitvertreib, um mich zu wärmen od mir einzureden das es Bärchen fernhält :bg:
Habs bisher nur auf meiner USA tour gemacht, noch nie im Alpenraum oder auf anderen touren.

Karliene
13.10.2012, 17:09
Ich mach gern mal´n Feuerchen, manchmal aus Zeitvertreib, um mich zu wärmen od mir einzureden das es Bärchen fernhält :bg:
Habs bisher nur auf meiner USA tour gemacht, noch nie im Alpenraum oder auf anderen touren.

Aber genau das meine ich. Wenn du sagts aus Zeitvertreib, dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden (so klein er auch sein mag, es ist und bleibt einer). In welchen Verhältnis steht das denn?
Das ist jetzt kein persönlicher Angriff, alles gut :-) , für mich erschließt sich nur die Denkweise nicht.

Fletcher
13.10.2012, 17:14
Früher, auf Gruppentouren, kam es schonmal vor, das bei vorhandenen Feuerstellen ein Lagerfeuer entzündet wurde. Oder zum Abschluss der jeweiligen Tour.
Seit ich überwiegend Solotouren mache, habe ich genau einmal ein Feuer angemacht. Das war der Versuch Kleidung am Lagerfeuer zu trocknen, nachdem ich eine Flußquerung verbockt habe. Hat nicht sehr gut funktioniert und ziemlich gestunken.
Allerdings hatte ich das subjektive Empfinden, das die Mücken mich eher gemieden haben.
Ansonsten halte ich es wie die Mehrheit hier, Feuer ist überflüssig (und ich bin dafür abends eh zu müde).
Wenn Holzfeuer, dann im Hobo zwecks Nahrungs- und Teezubereitung.

MatthiasK
13.10.2012, 18:13
Aber genau das meine ich. Wenn du sagts aus Zeitvertreib, dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden (so klein er auch sein mag, es ist und bleibt einer). In welchen Verhältnis steht das denn?
Das ist jetzt kein persönlicher Angriff, alles gut :-) , für mich erschließt sich nur die Denkweise nicht.

Ne vielleicht hätte ich noch dazusagen sollen, dass ich mir bei der wahl schon die notwendigen punkte ueberlegt habe und unter anderem viele bereits vorhandene stellen genutzt hab.

krupp
13.10.2012, 18:33
ich kann das nicht mit ja oder nein beantworten.

setzen wir mal voraus die umstände/umgebung erlaubt ein kleines & sicheres feuer,
spricht eig wenig dagegen.
vom ökologischen standpunkt betrachtet ist zum bsp ein lustiges partygrillen im heimischen garten mit
holzkohle wesentlich fragwürdiger, in kleinerem maße betrifft das meiner meinung nach auch
gas oder spirituskocher wenn man die gesammte ökobilanz (wie es so schön heisst) im auge behält.
gegen ein sicheres lagerfeuer, oft dient es ja auch weiteren zwecken als nur der romantik,
ist eig nichts einzuwenden, finde ich.
das kann dann je nach gruppengröße und witterung auch mal etwas größer sein
und abundzu darf es auch ruhig mal noch 1-2 stunden nur für die seele knistern... warum auch nicht.
wichtig ist nur das es sicher ist, auch das von vornherein jemand feststeht der sich drum kümmert
und nich alle pennen gehen wärend zwischen durch der wind auffrischt und 20 meter weit die funken trägt oder so.

natürlich ist es unfug wenn ein(e) einzelne person jeden abend ohne not ein 2 meter feuer macht,
aber ich glaube das war von dir nicht gemeint.
(ich hoffe jetzt kommt keiner mit der "wenn das jeder machen würde" argumentation... ;-) )


grüße

Goettergatte
13.10.2012, 18:37
Feuer haben wir bisher nur dann gemacht,
wenn es wegen der Insektenbelästigung
notwendig war,
aber stets an Stellen, wo bereits eins brannte,
bzw. so, daß es nicht mehr zu sehen war.
Geschah bislang 8 x, in 12 Jahren.

hotdog
13.10.2012, 18:46
Vielleicht sollte zuerst geklärt werden, was genau an einem Feuer schädlich ist. Nur dann kann es hier meiner Meinung nach zu einem fruchtbaren Austausch kommen.

Goettergatte
13.10.2012, 19:04
Vielleicht sollte zuerst geklärt werden, was genau an einem Feuer schädlich ist. Nur dann kann es hier meiner Meinung nach zu einem fruchtbaren Austausch kommen.

Müssen wir hier wirklich bei Adam und Eva anfangen?
Was an einem Feuer in der Natur nicht in Ordnung ist, sollte eigentlich den dümmsten Ignoranten klar sein :roll:
(ohne Ironie)

iwp
13.10.2012, 19:05
Ich habe den OT gelöscht. Wir sind hier nicht im Lagerfeuer sondern in einem Fachforum. Bitte diskutiert sachlich und bleibt beim Thema.
Falls jemand mit diesem Moderatoreneingriff nicht einverstanden ist bitte den Meldebutton nutzen oder mir eine PN schreiben.

Neuer OT führt zu Punkten.

thefly
13.10.2012, 19:12
Was mich in dem Zusammenhang mal interessieren würde: Wie ist denn die Gesamt-Ökobilanz von so einem Feuerchen gegen eine Gaskartusche oder Benzin / Spiritus?

Also Förderung/Produktion, Verpackung, in den Laden karren, Kartusche entsorgen? In Patagonien gibt es imho ein Projekt zum Recyclen von Gaskartuschen, habe ich aber hier noch nie wahrgenommen ..


in der Regel mache ich schon aus praktischen Gründen kein Feuer.


grüße

Fred

hotdog
13.10.2012, 19:14
Müssen wir hier wirklich bei Adam und Eva anfangen?
Ja, denn wir sind hier im Kleine Spuren Unterforum, wo Aufklärungsarbeit geleistet wird.

Also: was ist das Schlimme an Lagerfeuern? Dass der Boden verbrannt wird? Dass lebendes Holz abgeschlagen und zerstört wird? Dass CO2 freigesetzt wird? Ist per se jedes Feuer schädlich? Das frage ich ganz im Ernst.

Fletcher
13.10.2012, 19:20
Was mich ja interessieren würde, ist im Sinne von LNT und Umweltverträglichkeit ein Hobo besser als Gaskocher und dergleichen.
Also im Sinne CO2 Bilanz; Spuren hinterlassen; Ressourcenverbrauch...

Edit: the fly war schneller

Goettergatte
13.10.2012, 19:21
Vergammelndes Holz setzt ebensoviel Co2 frei, wie verbrennendes, die Bilanz geht =0 aus,
Aber selbst ein Kleines Lagerfeuer wirkt sich bis zu 15 cm tief in den Boden aus, wenn es nicht richtig angelegt wird.
Auf Stein und Fels angelegt leistet man, wegen der Spannungen im Stein, der Erosion vorschub.
Funkenflug und Flugasche gefärden die Umgebung.
Und lebende Pflanzen sind ohnehin nicht zu verwenden.

Karliene
13.10.2012, 19:23
Genau das meine ich Hotti. Ich denke wenn ein Feuer nicht lebensnotwendig ist, dann sollte man es lassen. Ich bedenke dabei z.B. die verbrannte erde, herumliegende Holzkohle, gesammeltes Totholz, was Piilzen, Flechten, Mosen und den zugehörigen Krabbelgetier als Nahrungsgrundlage dient. Wenn jeder ein Feuerchen machen würde aus reinem Luxusgefühl herraus und weil mans kan... wie sähe es dann aus? Ich will hier auch keine große CO2 Bilanz aufmachen, man sollte auch Mensch bleiben dürfen, aber sowas wie das Feuer sind für mich (meine private Meinung) sinnlose Aktionen. Irgendwo muss man ja auch anfangen, und wenn es nur ist auf eben sowas zu verzichten was keinen effektiven Nutzen bringt.

Sarekmaniac
13.10.2012, 19:23
Die Co-2-Bilanz eines Feuers aus aufgesammeltem Totholz in einem fortbestehenden, sich regenierenden Wald ist neutral. Wenn das Holz verrottet, setzt es genau dieselbe Menge frei, nur langsamer.

Speziell Gas-Kartuschen, die ja aufwändig hergestellt und befüllt werden, und am Ende Sondermüll sind, dürften mit einem Kochfeuer nicht mithalten können.

Über die Energie-Bilanz meines Titan-Hobos will ich aber nicht nachdenken.:o

Goettergatte
13.10.2012, 19:25
Was mich ja interessieren würde, ist im Sinne von LNT und Umweltverträglichkeit ein Hobo besser als Gaskocher und dergleichen.
Also im Sinne CO2 Bilanz; Spuren hinterlassen; Ressourcenverbrauch...

Im sinne von LNT ist der Hobo sinnvoller, als das Lagerfeuer, da das Feuer bereits vom Boden erhaben ist, aber ein zusätzlicher schutz des Bodens wird dennoch verlangt.
Benzin sollte ausscheiden, da immer ein paar Tropfen daneben gehen.
Spiritus ist biologisch abbaubar,
Gas ... keine Ahnung, wie die Ökobilanz ausschaut, aber LNT konform, im Sinne von keine Spuren hinterlassen, ists wohl.

Fletcher
13.10.2012, 19:26
Gas ist aber von wegen der CO2 Bilanz sicherlich schlechter, da fossiler Brennstoff?
Mal abgesehen vom Müll der Behälter.

thefly
13.10.2012, 19:32
Gas ... keine Ahnung, wie die Ökobilanz ausschaut, aber LNT konform, im Sinne von keine Spuren hinterlassen, ists wohl.

nun, das wäre aber ziemlich armselig LNT im eigenen Vorgarten zu praktizieren während man auf der anderen Seite wesentlich mehr Schäden hinterlässt.

Anders gefragt: warum hat die Hardangervidda einen größeren Schutz verdient als irgendein Korallenriff ?

Wenn schon LNT, dann sollte man sich imho auch über den Gesamtschaden Gedanken machen. Zu sagen "das ist LNT konform" halte ich nicht für Glücklich

Mal für den Anfang:
1 Tonne Holz => etwa 1,8 Tonnen CO2 [1]
1l Benzin => 2,32 kg CO2 [2]

ist ein bisschen schwer da Zahlen aus einigermaßen gescheiten Quellen zu finden, aber mal sehen..


grüße

Fred



---

[1] http://www.klima-sucht-schutz.de/mitmachen/beitrag/article/holz-feuer-wie-viel-co2-entsteht.html
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftstoffverbrauch#Berechnung_der_CO2-Emission_auf_Basis_des_Kraftstoffverbrauchs

hotdog
13.10.2012, 19:33
Also wenn ich keine Erde verbrenne, weil ich z.B. meinen Hobo dabei habe, und wenn ich kein Totholz sammle, weil da schon Feuerholz bereit liegt oder ich mir welches mitgebracht habe, dann ist mein Feuer unbedenklich?

Was ist mit der Fauna? Tiere werden doch sicher durch den Qualm beunruhigt.

Sarekmaniac
13.10.2012, 19:47
Ich würde nicht sagen, dass es per se bedenklich ist, Totholz zu sammeln. Für ein Feuer sammelst Du ja trockenes Holz (z.B. Schwemmholz, oder im Astwerk hängende abgebrochene Äste), und nicht halbverrottete, dicht mit Insekten und Mikroorganismen besiedelte, morsche Äste vom Boden.

Ich oute mich jetzt mal als jemand, der manchmal gern ein Feuer macht (wenn die Bedingungen stimmen, wie hier z.B):

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P10409421.JPG

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P10409441.JPG

Tote, dürre Äste von abgerissenem Buschwerk (Schneeschmelze) lagen reichlich im Flussbett herum, Äste dünn = Feuer klein; am nächsten Morgen drei, vier geschwärzte Steine ins Wasser geworfen. Von der Feuerstelle war nichts mehr zu sehen.

Inwischen würde ich auch so ein "Spaßfeuer" nur noch mit dem Hobo machen, das minimiert den Einfluss auf den Untergrund noch mehr.

Fletcher
13.10.2012, 19:53
Ich denke, das ist wie alles andere in LNT.
Man kann nicht Spurenlos wandern, aber mit etwas Hintergrundwissen und gesunden Menschenverstand lässt sich eine Menge Schaden vermeiden.
Ein Holzfeuer, egal ob Lagerfeuer oder Hobo, bedeutet fast immer einen erheblichen Eingriff in die Natur.
Das Material fehlt als Dünger/Nahrung für Pflanzen, Pilze und Insekten, der Qualm bedeutet Stress für Vögel und und alles andere Getier und nicht zuletzt die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung des Feuers.
Im Idealfall lässt sich das allerdings in Grenzen halten, indem man sich Gedanken über den Platz des Feuers (Windschutz, erosionsarmer Untergrund, ect.), das Material (trockenes Laubolz verbrennt sauberer als Feuchtes oder Nadelholz[Harzgehalt]), die Effizienz der Verbrennung (Hobo ist da besser als Lagerfeuer; auch hier ist das Material und die Größe dessen wichtig).
Alternativ ist Gas dann wohl die sauberste Art ein (Koch)feuer zu betreiben, da ist aber der Müll und die CO2 Bilanz zu berücksichtigen.

Jack68
13.10.2012, 19:53
...wenn es trockenes Holz gibt, landestypisch ist und Gesprächspartner vorhanden sind, mach ich gern ein Feuer. In Deutschland fast nie...ein Feuer ist hier immer "total gefährlich"! :ignore:

Zusatz: Ja, Tiere können durch Rauch beeinträchtigt werden...aber auch unsere bloße Anwesenheit und der damit verbundene "Lärm" stört.

Feuerstelle sicher ausmachen und keine Brandgefahr zulassen, Müll mitnehmen und keine Scheiterhaufen aufschütten...dann ist es wohl Rücksicht genug?

Goettergatte
13.10.2012, 19:54
Also wenn ich keine Erde verbrenne, weil ich z.B. meinen Hobo dabei habe, und wenn ich kein Totholz sammle, weil da schon Feuerholz bereit liegt oder ich mir welches mitgebracht habe, dann ist mein Feuer unbedenklich?

Was ist mit der Fauna? Tiere werden doch sicher durch den Qualm beunruhigt.

Die werden schon durch Deine Anwesenheit beunruhigt :bg:

Spaß bei Seite:
Gewiß werden sie beunruhigt, aber dein Hobo brennt, im Vergleich zum Lagerfeuer wesentlich kürzer, oder?

Harry
13.10.2012, 20:04
Oh da is ja der Thread:p
An wilde Feurchen kann ich mich auch noch errinnern.
Touren am Rennsteig, wo abends gezündelt wurde, an alten wilden Stellen, aber mulmig war einem da schon.
Aber diese Art der Feuerchen sind einfach ineffzient.
Hobos sind da besser.
Für mich gehört da Hobofeuerchen zu einer Tour mittlererweile einfach dazu. Das ist dann erst richtig Urlaub.
Unendlich lange mit Power kochen können.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Mallelluc.JPG

krupp
13.10.2012, 20:17
ich meinte es eig so das alles vor und nachteile hat.
karliene schrieb ja so in der art "feuer ist umwelt&resourcenschädigend ich nehm dann lieber meinen kocher..." .
meine kernaussage war so gemeint das auch kocher (gas/spiritus/benzin ? )
letztlich spuren hinterlassen, wenn auch nicht unbedingt sofort oder lokal, aber eben insgesammt.
ich sage nicht das eines davon besser ist als das andere, kommt immer auf die umstände an und den
vernüftigen umgang mit allen resourcen.
allerdings sehe ich halt wirklich kein problem bei einem "vernüftigem" feuer da haben wir (menscheit) ganz andere probleme.
man muss jetz lagerfeuer nicht allg verteufeln... also mehr meint eich eig nicht. falls es falsch verstanden wurde. :bg:

Abt
13.10.2012, 21:31
....mit guten Freunden bis tief in die Nacht hinein am Lagerfeuer zu sitzen, einer spielt Klamfe und einer Mundi....
Wer das nicht macht hat was verpasst. a gibts es der Wald her und b muss das Umfeld stimmen.

markrü
13.10.2012, 22:20
Ich denke wenn ein Feuer nicht lebensnotwendig ist, dann sollte man es lassen.
Ich bin gerade etwas irritiert über die mir sehr naiv erscheinenden Fragestellungen und Aussagen.
Was stört Dich denn an Lagerfeuern? Stören Dich alle Feuer oder Lagerfeuer im Allgemeinen? Oder nur Feuer, die Spuren hinterlassen?

Etwas verstört von solch absolutem Anspruch,
Markus

elheinzo
13.10.2012, 22:21
....mit guten Freunden bis tief in die Nacht hinein am Lagerfeuer zu sitzen, einer spielt Klamfe und einer Mundi....
Wer das nicht macht hat was verpasst. a gibts es der Wald her und b muss das Umfeld stimmen.

Genau so sehe ich das auch

blue0711
13.10.2012, 22:30
Mal für den Anfang:
1 Tonne Holz => etwa 1,8 Tonnen CO2 [1]
1l Benzin => 2,32 kg CO2 [2]
Genau solche Vergleiche sind aber völlig unsinnig.
Das C aus dem Holz wurde in den letzten paar Jahren gebunden, das aus dem Benzin vor mehreren Millionen Jahren.

Beim Holz kann man also maximal überlegen, ob der Umweg über die Luft in irgendeiner Weise ein Problem darstellt.
Bei der Größe von Lagerfeuern IMHO nicht.

Ebenso überlege ich auch, was denn da so schädlich sein soll.

Feuergefahr für die Umgebung kann man ausschließen, Nahrung nimmt man IMHO keine weg (auch Asche ist Dünger*), bleibt bei schlechter Wahl der Feuerstelle die unmittelbare Bodenschädigung.
Das mit der Erosion auf Fels find ich dabei etwas weit hergeholt. Ein kleines Feuerchen sprengt keinen Felsen, da müsste man schon ein Sonnwendfeuer o.ä. machen.
Und ob ich jetzt Tiere durch meinen Gestank oder den des Feuers mehr beunruhige, lass ich einfach mal als ungelöst stehen.


Auf Tour mach ich allerdings normalerweise kein Feuer. Erstens machts alleine kaum Spaß, zweitens esse ich eh kalt.
Mit mehreren gerne an bestehenden Feuerstellen.
Wenn ich das anfange, würd ich wahrscheinlich aufgrund von Vielseitigkeit und Müllaufkommen einen Hobo mit zusätzlihem Spirituseinsatz anschaffen. Mit feuerfester Unterlage** sollte das dann schadfrei nutzbar sein.


*manche Vegetationsgebiete sind sogar deswegen gefährdet, weil der Mensch Feuer unterbindet.
** ich denk da an sowas (http://www.isover.de/Home/Produktwelt/Produkte/ULTIMATE/ULTIMATE-Kontur-FSP-L-032-418/ULTIMATE-Kontur-FSP-L-032.aspx) - muss ich mal auf irgendeiner Baustelle Reste sammeln gehen ...

Dominik
13.10.2012, 23:11
Im Yosemite Nationalpark wurden an einem See über 300 Feuerstellen gezählt. Ich denke schon, dass massives Aufkommen von Feuerstellen das landschaftliche Erlebnis mindern können. Vor allem, weil man diese Spuren ganz einfach verhindern kann.

Feuer ohne Spuren zu machen, heißt den landschaftlichen Reiz erhalten. Das ist in meinen Augen sinnvoll.

Scrat79
13.10.2012, 23:27
Schäden eines Lagerfeuers.
Erst einmal die Effekte, welche mir spontan einfallen:

1) Holz wird verbrannt, fehlt also dem Ökosystem
2) CO2 wird bei der Verbrennung frei gesetzt
3) Wärmeeinwirkung in den Boden
4) Aschereste und verkohlte Stücke verbleiben am Feuerort
5) Gefahr der Ausbreitung
6) sichtbare Feuerstelle verbleibt

zu 1) wenn das Holz nicht gerade Mangelware ist, z. B. das wenige Holz in einer Wüste, wird es das Ökosystem an sich absolut schadlos verkraften, wenn es in dieser Form fehlt. Natürlich würde der Pilz, der diese Stück Holz gerade zersetzen wollte protestieren, aber das dumme Ding kann sich nicht wehren. Wir ignorieren seine Meinung hier einfach mal. (Und der Pilz kann auch zum Glück nicht denken, dass es ihn stört, da er eben nicht denkt)

zu 2) schon weiter oben erwähnt. Holz setzt dass an CO2 frei, was es zuvor gebunden hat. Wird ein Baum gefällt (was wir ja nicht machen, da es a) pöse!!! ist und b) er nicht gut brennen wird, so im Saft) schafft er Platz und Licht für neue Bäume und die nehmen glücklich das ebenfalls pöse CO2 wieder auf, dass wir gerade verbrennen.

zu 3) Alles Leben im direkten Umfeld des Feuers ist futsch. Jep! So isses! Das Ökosystem im Umfeld des Feuers ist weg. Aus die Maus. Dem Ökosystem im weiteren Umfeld ist das erst mal reichlich egal. Was passiert mit diesen kleinen toten Fleckchen? Es ist erst mal futsch. Schon geschrieben. Reichlich Dünger in Form von Asche ist vorhanden. Und keine Konkurenten um den wertvollen Platz im Ökosystem. Pflanzen, die schnell auf derartigen Untergrund gedeien können, werden hier in den nächsten Sekunden / Minuten / Stunden / Tagen / Wochen / Monaten / Jahren versuchen Fuß zu fassen.
Des einen Leid, des anderen Freud.
Meine Heimat wird als "Sandachse" bezeichnet. Für die einen ein unwirtlicher Lebensraum. (Wie die Überreste eines Feuers) Für manche spezialisierten Pflanzen und Tiere ein Traum. Manche dieser Pflanzen und Tiere sind sehr selten. Doch ne gute Sache, das zu erhalten? Oder sollten wir diese "Sandachse (http://www.sandachse.de/Offensande.html)" nun düngen um dem Mainstream der Pflanzen und Tiere hier bessere Bedingungen zu bieten?
Nach ökologisch minimaler Zeit (ggf. ein paar Jahre) gesehen ist die Feuerstelle (wenn sie nicht ständig reaktiviert wird) wieder mit neuen, vielleicht anderen Pflanzen und Tieren besiedelt. Mutter Natur ist die Feuerstelle also Schnurzpiepegal.

zu 4) Siehe Punkt 3. Es verbleibt Dünger und Material, welches weiter von diversen Viechern Pilzen, Bakterien und Zeug zersetzt werden kann. Nur eben von anderen.

Zu 5) Nicht so gut. Gefährdet vermutlich den eigenen Geldbeutel, zieht den Zorn des Waldbesitzers auf sich und das Ökossystem ist größerflächig geschädigt. Aus gesamtökologischer Sicht wohl auch egal, wenn nicht gerade dieses Feuer epische Ausmaße annimmt, welches ganze Kontinente nieder brennt. Es gibt Pflanzen (http://www.planet-wissen.de/natur_technik/feuer_und_braende/waldbraende/index.jsp), die sich nur durch Waldbrände verbreiten können. Aber wir sollten das dann wohl doch eher der Natur selbst überlassen und jetzt nicht fröhlich Waldbrände legen, unsere brennenden Kippen aus dem Auto werfen und dabein lustigen Feuerwehrlieder singen.

Zu 6) Dem Reh ist's egal. Der Hirsch sch**** aller höchstens drauf und der dumme Mistkäfer läuft drüber hinweg und freut dich über den Haufem vom Hirsch.
Nur uns störts. Klar. Auch mich. Wenn ich um die halbe Welt düse um mir unberührte Natur anzuguggen, dann ist es ok, wenn ich den Haufen von nem Hirsch sehe, aber wenn mein Vorwanderer seine Revier "abgesteckt" hat, stört es mich.
Jep. Tut es wirklich. Zumindest wenns zu viel wird. Lege ich alle 200 Meter am Kungsleden eine Feuerstelle an, wirds einfach zu viel!
Ist an ner Ecke, an der quasi kein Parteiverkehr statt findet, kümmerts auch niemanden.
Versteckt mans gut, ists egal.
Renaturiert man hinterher sauber, merkts keiner.


Vielleicht habe ich noch ein paar Punkte vergessen. Wie gesagt. Was mir spontan einfällt.
Ich mache gerne Feuer.
Wenn es passt.
Kungsleden? Wohl kaum. Ich möchte den nach mir kommenden, keine verbrannte Erde hinterlassen.
Wo die Vegetation Probleme hat, dies in absehbarer Zeit wieder in den Griff zu bekommen ist es für mich auch Tabu.
In meiner Heimat abseits von Wanderwegen sehe ich mich auch in Zukunft an einem schönen (sicheren) Feuer unter zuhilfenahme des gesunden Menschenverstandes. Mit einem guten Freund. Vielleicht auch mal nem Bier. Auf alle Fälle aber mit einem guten Gefühl.
Amen.

smeagolvomloh
14.10.2012, 00:03
Am frühen Abend hatte ich schon mal einen Beitrag geschrieben – beim Absenden war er dann weg!

Dann noch mal in Kurzform:

Ich habe schon viele kontrollierte Feuerchen gemacht. Mit Freunden am Abend draußen am Lagerfeuer zu sitzen ist durch nichts zu ersetzen!

Alleine mache ich ausgesprochen selten ein Feuerchen. Insbesondere im Hinblick darauf, dass es heutzutage im In- und Ausland nicht mehr so ist wie vor 20 oder 30 Jahren. Es treibt immer mehr Leute nach draußen und manch einer benimmt sich wie die Axt im Wald. Das Prinzip des „keine Spuren hinterlassens“ ist mir wichtig. Die Spuren eines kleinen Feuerchens kann man am nächsten Morgen auch ganz problemlos entfernen.

Die CO²-Bilanz eines Feuers ist mir mal so was von egal. Habe heute eine Stunde molligwohl am Kachelofen meiner Eltern gesessen. Die heizen den ganzen Herbst und Winter mit Holz (umsonst – nur ein wenig Arbeit und Schweiß).

chartinaelik
14.10.2012, 00:08
Karliene, Deine Einstellung ist doch etwas recht einseitig. Überspitzt:


... Ich denke wenn [etwas] nicht lebensnotwendig ist, dann sollte man es lassen. ... Irgendwo muss man ja auch anfangen, und wenn es nur ist auf eben sowas zu verzichten was keinen effektiven Nutzen bringt.

Dann unterlasse bitte das Wandern und viele andere Aktivitäten, die nicht lebensnotwendig sind. Beschränke Dich bitte auf's Essen und Fortpflanzen oder ... wenn es um den geringsten Umweltimpact geht, stürz Dich von der nächsten Klippe und sei Nahrung für Mikroorganismen. ;) Nee, mir erscheint diese Argumentation wirklich viiiel zu plakativ und kurz gegriffen.

Ich würde Feuer auf unseren Luxus-Genuß-Paddel-Naturerleben-Touren vermissen. Wir hinterlassen k(l)eine Spuren, unser Holz verbrennt im Ofen restlos. Wir nutzen es zum Kochen, zum Erwärmen (und ja, wir haben super-duper-Daunentüten dabei) unserer Körper. Ich find es klasse, daß die Natur uns unterwegs so gut versorgt: ich pflücke Beeren, wir sammeln Pilze, nutzen das Holz und Laub der Büsche und Bäume ...

Sicher, auch ich finde es wichtig, daß man nachher nicht sieht, wo genau wir waren. Aber dennoch versuche ich nicht, nach dem Abbau noch die einzelnen Grashalme aufzurichten, damit man ja nicht sieht, wo genau unser Zelt stand. Aber unsere Feuerstelle - die wirst Du nur mit der Nase auf dem Boden kriechend finden ... und vielleicht das ein oder andere Schietloch.

Gruß
Kristin und Baggage.

Scrat79
14.10.2012, 00:14
... die wirst Du nur mit der Nase auf dem Boden kriechend finden ... und vielleicht das ein oder andere Schietloch.
Womit ich wohl mit der Nase doch in Zukunft eher Abstand zum Boden halten werde....
...zumindest, wenn ich mitkriege, dass du kurz vor mit dort warst. :bg:

Ingwer
14.10.2012, 02:36
Hi,

ich habe bisher eigentlich noch nie ein Lagerfeuer auf Tour vermisst. Mir wäre das viel zu stressig jeden Abend die benötigte Menge Holz zu sammeln und kleinzubekommen, dann das Feuer anzubekommen und später darauf aufzupassen das nichts passiert. Und dann am nächsten Tag sich um die Überreste des Lagerfeuers zu kümmern.
In der Zeit gehe ich lieber früher schlafen oder lese noch ein bißchen und stehe am nächsten Tag dann früher auf um loszukommen.

In größeren Gruppen und in nicht so weit entwickelten Ländern ist aber ein Feuer nicht schlecht, unter anderem um auch Müll bzw Dosen zu verbrennen.
Und nein, ich fordere jetzt nicht zum Müllverbrennen auf (dazu habe ich hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?61525-M%FCll-unterwegs&p=1011146&viewfull=1#post1011146) schon mal was geschrieben).

Grüße

Empathie
14.10.2012, 03:06
schreckt so ein Feuer nicht manch ungebeteten Gast ab?..nehmen wir mal an man ist sonstwo unterwegs..

blue0711
14.10.2012, 10:52
Die völlig ungebetenen (Menschen) lockt's eher an.

Abt
14.10.2012, 11:19
Die völlig ungebetenen (Menschen) lockt's eher an.

Hm, stimmt. Förster zum Beispiel

Abt
14.10.2012, 11:23
Dosen nehme ich aber wieder mit. Und Müll hinterlasse ich auch nicht.

Abt
14.10.2012, 12:06
Mal aus der la meng geantwortet.
Bei mir im Garten gibt es natürlich Vorbereitungen für das Feuer. Jeder bringt sich ein und etwa seinen Teil mit. Unterwegs geschieht das spontan. In Trockengebieten fällt es aus. Mülltüte muss dabeisein für die unbrennbaren Gegenstände. Lagerfeuer haben in verschiedenen gegenden auch Tradition. CZ,SK,RO,BG,UA. und da greift sich ein jeder an den Kopf, wenn er die Disskussion dazu hier liest.
Das bedingt aber immer den sorgenden Blick, dass davon kein Wald-oder- Flächenbrand ausgeht.

markrü
14.10.2012, 12:08
Die berühmten rückstandslos bei geringen Temperaturen verbrennenden Metalldosen... :roll:

DAS sind übrigens definitiv überflüssige Spuren!

Markus

Abt
14.10.2012, 12:32
Bierbüchsen mit dem Teutonenfußtritt auf Miniformat gepresst, passen auch wieder in jeden Rucksack rein, wo sie vorher Platz gefunden haben. Für das Brandmal habe ich keine Entschuldigung.Aber es ist eh nur ein-zweimal im Jahr.
Andere richten mit ihrem täglichen, ganz normalen Handeln mehr Schaden an.:grins: Wetten dass?

Ingwer
14.10.2012, 12:35
Dosen nehme ich aber wieder mit. Und Müll hinterlasse ich auch nicht.

Es handelt sich ja auch nicht immer um den eigenen Papier- und Biomüll, sondern auch um den Müll den man findet. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=50606&title=westweg&cat=26)

Und was macht man mit dem Müll den man unterwegs am Wegesrand aufsammelt? Soll ich den wirklich die ganze Zeit mit mir rumschleppen? Da kann je nach Frequentierung des Pfades ne große Menge anfallen.


Die berühmten rückstandslos bei geringen Temperaturen verbrennenden Metalldosen...
DAS sind übrigens definitiv überflüssige Spuren!

Dazu habe ich schon wirklich genug in den von mir verlinkten Beitrag geschrieben. Hast du nicht gelesen, oder?


Bierbüchsen mit dem Teutonenfußtritt auf Miniformat gepresst, passen auch wieder in jeden Rucksack rein, wo sie vorher Platz gefunden haben. Für das Brandmal habe ich keine Entschuldigung.Aber es ist eh nur ein-zweimal im Jahr.

Bierbüchsen sind mir egal, ich trinke eh keinen Alkohol. Deswegen würde ich auch nie Bier mit auf Tour nehmen.

Abt
14.10.2012, 12:42
Bierbüchsen sind mir egal, ich trinke eh keinen Alkohol. Deswegen würde ich auch nie Bier mit auf Tour nehmen.



Ja, das ist auch besser so.:ignore:

digitalesnegativ
14.10.2012, 13:07
Ich zweifle erstmal an, das ein kleines, fachgerechtes Feuer ein Schaden für Fauna und Flora ist. Tiere kommen dadurch sicher nicht zu schaden und Planzen? Auf felsigem Untergrund sicher nicht und auf Grasflächen kann man entsprechend ein Stück Grasnarbe ausstechen und am nächsten morgen zurücksetzen- durch die Asche wird der Rasen eher gedüngt als geschädigt. Zudem nutze ich für Feuer nur Totholz und fange nicht an irgendwelche Bäume zu fällen. Die Asche eines Lagerfeuers ist nichts als natürlicher Dünger was in der Forstwirtschaft hinlänglich bekannt ist.

Die eingangs benannten "Daunentüten" als Alternative bestehen primär aus Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Die Daunen der Gänsen stammen aus Massentierhaltungen. Das ganze wird unter sozial und umwelttechnisch fragwürdigen Bedinungen in Fernost mit riesen Transportentfernungen hergestellt.

Ich sehe ein Lagerfeuer auch nicht als Luxus an, denn wie sollte es natürlicher und einfacher gehen? Lagerfeuer gibt es schließlich seit der frühen Steinzeit- ganz im Gegensatz zu Ultralight-Campingcochern für die gigantische Massenproduktion in Fernost, keine Erdölförderung, Hochöfen für Stahlschmelze genutzt werden.

Mal abgesehen davon, dass Outdooraktivitäten ohnehin nie umweltfreundlich sind, schon die Zugfahrt, der Langstreckenflug, die Herstellung der Ausrüstung, surfen in Outdoorforen (alleine was an seltenen Erden im PC steckt) sind ressourcenintensiv und klimaschädigend.
Es bringt nichts sich Gedanken um den kleinen vermeindlichen Fussabdruck auf der Wiese Gedanken zu machen, nachdem man wie ein Elefant im Porzelanladen durch die Welt gepoltert ist.

Für mich ist ein Lagerfeuer ein netter Ausklang am Abend, Quelle für Wärme und sicher nicht umweltschädigend wenn dieses fachgerecht gemacht wird.

DrDownhill
14.10.2012, 14:10
1. LNT ist wichtig!

2. Auf Solotouren mache ich selten ein Feuer (1x in den letzten zwei Jahren), wenn, dann genieße ich es aber auch.

3. Manchmal muss ich echt schmunzeln, wenn hier wieder solche Themen aufkommen, bei denen man oft den Bezug zur Realität verliert ;-)

hXspKYAna3U

Oder anders ausgedrückt, wenn alle 22.000 ODS Mitglieder gleichzeitig ein Feuer mit 1qm entzünden würden, entspräche das grob der Waldfläche, die in 8sek. weltweit vernichtet wird!!!

Deshalb werde ich auch in Zukunft guten Gewissens eine Feuer (möglichst LNT mäßig) entzünden und mich daran erfreuen!!!

winnetoux
14.10.2012, 14:20
Schädlich kann Feuer für den Rucksackhüftgurt sein … oder die Regenhülle … oder Schnürsenkel … oder Socken …, hab ich alles getestet, weil nass und Bären in der Gegend und weil gerade Holz zum Sammeln rumlag oder sogar jemand gehackt hatte und es gab eindeutige Feuerstellen und bisschen Wärme war auch angenehm. Sonst brauch ich generell keins.
Letztendlich vor allem, ja: die Optik. Jeder will seinen eigenen wilden Platz und diese ganzen kalten Flecken sind sehr unschön, nichts mehr mit unberührter Natur.

Kürzlich war ich auf der Seite zu diesen Trekkingplätzen im Pfälzer Wald.
http://www.trekking-pfalz.de/de/
Sieht nicht so aus, als könnten Trekker mit Feuer umgehen, s.o. Aber jeder braucht sein eigenes Plätzchen ganz individuell. Ich finde es nicht so einfach, genügend Holz unauffällig-schadlos im bequemen Umkreis zu besorgen, wenn da nur grüne Weiden oder Birken sind oder allgemein kein Holz rumliegt.
Da lobe ich mir Flussufer. Wenn man weiß, man ist an einem beliebten Platz, wird das noch schwieriger. Oder unschön. Im Nahanni-NP, wirklich nicht riesig frequentiert, aber doch regelmäßig, sind Feuerschalen inzwischen Pflicht – weil man sonst ständig an schwarzen Stellen vorbeipaddelt und klar, man schont dazu sogar noch bisschen was. Holz sammeln am besten unterwegs – sonst kommt man dann am leergefegten Platz an, auch nicht mehr natürlich. Trekker müssten dafür aber wieder was zusätzlich tragen.

digitalesnegativ
14.10.2012, 15:18
Verkohltes Holz im Boden, sowie verbackener Lehm, kann sich über 1000de Jahre erhalten!!!

Jeder, der sich mit Archäologie befasst, kann das bestätigen.


Was nur gilt wenn das verkohlte Holz so tief eingegraben ist, dass es quasi Luftdicht abgeschlossen ist. In der Erdnahen Schicht oder an der Oberfläche setzt der Verwitterungsprozess sehr schnell ein. Das sieht man z.B. auch gut an ehem. Waldbrandgebieten. Da bleibt der Nachwelt nichts erhalten.

Murph
14.10.2012, 15:23
Aber genau das meine ich. Wenn du sagts aus Zeitvertreib, dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden (so klein er auch sein mag, es ist und bleibt einer). In welchen Verhältnis steht das denn?


Gehst Du manchmal ins Kino, schaltest den Fernseher ein? Kaufst Dir ein Buch, das der Unterhaltung dient? Trinkst Du manchmal ein Glas Wein oder ein Bier, das nicht ausschließlich der Stillung Deines Durstes dient? Was ist eigentlich mit Forensurfen??? Tut das alles Not?

blue0711
14.10.2012, 15:24
Ich ergänze mal

Dann hätten wir ja schon ein paar Vorschläge, ich pack mal noch zwei dazu:
- Sandboden, Fels/Steine als Untergrund
- Grassoden ausstechen und später wieder einsetzen
- Tempelfeuer (Bock aus Holz mit Plattform aus Holzstöcken, mit Erde bedeckt, darauf das Feuer)
- Hobo mit feuerfester, dämmender Unterlage
- Feuerschale als Basis
- Erdhügel als Basis (ohne Lehm!, vorzugsweise lose Erde aus Maulwürfshügeln oä.)

In jedem Fall: ausschließlich Totholz, kleine Stücke (nur Asche als Rückstand), Reste sauber entsorgen, Abfälle mitnehmen

Goettergatte
14.10.2012, 15:27
Was nur gilt wenn das verkohlte Holz so tief eingegraben ist, dass es quasi Luftdicht abgeschlossen ist. In der Erdnahen Schicht oder an der Oberfläche setzt der Verwitterungsprozess sehr schnell ein. Das sieht man z.B. auch gut an ehem. Waldbrandgebieten. Da bleibt der Nachwelt nichts erhalten.

In unserer Klimazone mag das sein, aber wir kennen auch 12000 Jahre alte Feuerstellen, die durch das damals herrschende boreale und sub-boreale Klima nicht so schnell vergingen, so lange an der Oberfläche hielten, bis sie natürlichenwegs überdeckt wurden.
Und schau mal in den Reiseberichten, wie viele Touren in solcher Klimazone stattfinen.

Lehmgebundenes Trockenmauerwerk, oder Stak-Lehm-Wände des Frühmittelalters, in Brandschichten sind auch nicht sofort abgedeckt worden, das war ein Prozess, der in Jahrzehnten durch überwachsen und verlauben der Brandstätten geschah.

Sarekmaniac
14.10.2012, 15:33
Was nur gilt wenn das verkohlte Holz so tief eingegraben ist, dass es quasi Luftdicht abgeschlossen ist. In der Erdnahen Schicht oder an der Oberfläche setzt der Verwitterungsprozess sehr schnell ein. Das sieht man z.B. auch gut an ehem. Waldbrandgebieten. Da bleibt der Nachwelt nichts erhalten.

Was meinst Du mit sehr schnell? Im Hohen Norden siehst Du Waldbrandspuren an stehenden und liegenden Bäumen Jahrzente lang. Für unsere Fragstellung hier hieße das, dass sich immer neu angelegte Feuerstellen an immer neuen Stellen über Jahrzehnte akkumulieren.

Sarekmaniac
14.10.2012, 15:51
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1070312.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=63874&title=p1070312&cat=500)

Ich nehme mal Schätzungen entgegen, wie lange dieser Stamm schon in der Landschaft liegt.

Die Landschaft ist das Bystraja-Tal in Zentral-Kamtschatka. Auf einem Steilhang über dem Flussufer hat ein Waldbrand die Bäume zerstört, und im Randbereich des Feuers zum Absterben gebracht. Auf dem ganzen Hang verteilt lag verkohltes Holz, ganze Stämme und auch dünnes, verkohltes Geäst, nur 1, 2 cm stark.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1070303.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=63872&title=p1070303&cat=500)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/P1070311.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=63873&title=p1070311&cat=500)

digitalesnegativ
14.10.2012, 16:03
Natürlich ist das Klima, insbesondere Feuchtigkeit aber auch Insekten die Holz bewohnen ein wichtiger Faktor in der Frage wie lange Spuren vorhanden bleiben. Das kann von wenigen Monaten (Tropen) bis Jahrhunderte (Wüsten) sein. Klar, trockenes Klima konserviert wie ein luftdichter Einschluss, ebenfalls sehr gut.
Andererseits kann ich auch keine Umweltgefahr von ein paar angekohlten Stöcken in der oberen Erdschicht erkennen. Es ist ja keinesfalls so das wenn man durch den Wald streift alle paar Meter auf eine Feuerstelle stoßen würde. Ich denke da sollte man doch die Relationen sehen.

Ingwer
14.10.2012, 16:07
Die Landschaft ist das Bystraja-Tal in Zentral-Kamtschatka. Auf einem Steilhang über dem Flussufer hat ein Waldbrand die Bäume zerstört, und im Randbereich des Feuers zum Absterben gebracht. Auf dem ganzen Hang verteilt lag verkohltes Holz, ganze Stämme und auch dünnes, verkohltes Geäst, nur 1, 2 cm stark.


Im September hatte ich auch das Vergnügen durch ein ehemaliges Waldbrandgebiet zu laufen. Oberflächlich ist mir gar nichts aufgefallen und habe dank der dichten Vegation nichts bemerkt. Als ich mich dann aber einmal hingesetzt und mir meine Umgebung näher angeschaut habe, bemerkte ich die ganzen verkohlten Äste und die feine Kohle auf dem Boden. Laut Internet war der letzte Brand 10 Jahre her.

Sarekmaniac
14.10.2012, 16:13
Digitalesnegativ: Du sagst, man sieht ja nicht an jeder Ecke eine Feuerstelle. Aber Dominik hatte ja genau dafür ein Beispiel genannt:


Im Yosemite Nationalpark wurden an einem See über 300 Feuerstellen gezählt.

Ich bezweifle, dass verkohltes Holz bzw. Holzkohle überhaupt für Insekten oder Mikroorganismen interessant ist. Zumindest Insekten dürften da eine niedrige Präferenz zeigen, vor allem, wenn ringsum naturbelassenes Totholz zur Verfügung steht. Vielleicht meldet sich ja dazu ein Biologe?

Goettergatte
14.10.2012, 16:16
Andererseits kann ich auch keine Umweltgefahr von ein paar angekohlten Stöcken in der oberen Erdschicht erkennen. Es ist ja keinesfalls so das wenn man durch den Wald streift alle paar Meter auf eine Feuerstelle stoßen würde. Ich denke da sollte man doch die Relationen sehen.

Komm mal an die richtigen Stellen, da siehst du sie dann doch zu hauf.
Die sauerländischen Talsperren sind der Beleg dafür.
Daher sollte Deine Feuerstelle nicht mehr sichtbar sein,
damit sie nicht ein nachfolgendes Feuer Zweiter und Dritter veranlaßt,
ist ja nicht jeder so rücksichtsvoll.

Es gab einen Ort, an einem Waldrand, an dem ich mit meinen Freunden gelegentlich ein Feuerchen machte,
als sich die Klique auflöste, übernahmen andere die Stelle,
damals war es ein Brandfleck von 30 cm Durchmesser,
jetzt ist es eine Fläche von 1,5 m Durchmesser und der benachbarte Baum ist geschädigt.

swissclimber
14.10.2012, 16:23
Mal ein Blick in meine zweite Heimat,
da geht man mit dem Thema recht entspannt um:
http://feuerstellen.tamedia-vps1.ch/

An den Feuerstellen liegt Holz bereit,
wir haben da jedesmal einen Grillrost vorgefunden,
enmal sogar Säge und Beil. :)
So kann es auch gehen, ohne viel Reglementierung.

SavinKuk
14.10.2012, 21:00
Die eingangs benannten "Daunentüten" als Alternative bestehen primär aus Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden. Die Daunen der Gänsen stammen aus Massentierhaltungen. Das ganze wird unter sozial und umwelttechnisch fragwürdigen Bedinungen in Fernost mit riesen Transportentfernungen hergestellt.

Mal abgesehen davon, dass Outdooraktivitäten ohnehin nie umweltfreundlich sind, schon die Zugfahrt, der Langstreckenflug, die Herstellung der Ausrüstung, surfen in Outdoorforen (alleine was an seltenen Erden im PC steckt) sind ressourcenintensiv und klimaschädigend.
Es bringt nichts sich Gedanken um den kleinen vermeindlichen Fussabdruck auf der Wiese Gedanken zu machen, nachdem man wie ein Elefant im Porzelanladen durch die Welt gepoltert ist.
.

Diese "wenn-ich-schon-einmal-dabei-bin-kann-ich-einfach-weitermachen"-Einstellung finde ich ehrlich gesagt furchtbar. Der Nächste zieht dann mit Pfeil und Bogen auf Trekkingtour und entfacht einen Buschbrand, um seine Nahrung aufzuscheuchen. Das ist nach Deiner Logik auch kein Luxus, sondern sehr viel natürlicher als Essen aus der Dose.

Ganz davon abgesehen, geht es bei LNT (meines Erachtens nach) darum, sich auf einer Tour vernünftig und umweltschonend zu verhalten, nicht aber darum, wie man sein Leben insgesamt führt (auch wenn es da sicherlich noch die ein oder andere Verbesserungsmöglichkeit gibt, ohne gleich in gutmenschliche Selbstkasteiung zu verfallen).

Prachttaucher
14.10.2012, 22:03
Im Yosemite Nationalpark wurden an einem See über 300 Feuerstellen gezählt. Ich denke schon, dass massives Aufkommen von Feuerstellen das landschaftliche Erlebnis mindern können. Vor allem, weil man diese Spuren ganz einfach verhindern kann.

Feuer ohne Spuren zu machen, heißt den landschaftlichen Reiz erhalten. Das ist in meinen Augen sinnvoll.

Das ist ja das eigentliche Problem. Wer ein Feuer so macht, daß nachher keine Spuren zurückbleiben und das an einem Ort, der nicht komplett abgesammelt ist.... da würde ich kaum ein Problem sehen. Bei stark frequentierten Kanu-Gebieten wie z.B. der Mecklenburgischen Seenplatte ist das ein massives Problem. Es gibt da bei den schilfbewachsenen Ufern eh eher wenig Stellen, wo man mal anlegen kann, die dann natürlich eh schon sehr "abgenutzt" sind. An einer solchen (relativ kleinen) Stelle, gibt´s dann noch meist mehrere Feuerstellen, z.T. liegt außerhalb dieser Stellen auch verkohltes Holz rum und gleichzeitig meinen dann noch viele, Ihren Müll bei den Feuerstellen abladen zu können :kotz:



...
ich habe bisher eigentlich noch nie ein Lagerfeuer auf Tour vermisst. Mir wäre das viel zu stressig jeden Abend die benötigte Menge Holz zu sammeln und kleinzubekommen, dann das Feuer anzubekommen und später darauf aufzupassen das nichts passiert. Und dann am nächsten Tag sich um die Überreste des Lagerfeuers zu kümmern.
In der Zeit gehe ich lieber früher schlafen oder lese noch ein bißchen und stehe am nächsten Tag dann früher auf um loszukommen...

Mir geht es ähnlich und ich finde ein Feuer auch störend wenn´s einen schönen Abendhimmel / Sterne etc. zu beobachten gibt.

:kapituliere: Ein bis zweimal im Jahr mache ich trotzdem auch mein kleines Feuerchen, wenn der Ort / die Feuerstelle dafür paßt. Dann schaue ich aber auch drauf, daß die Holzmenge genau paßt, alles wieder runterbrennt und ordentlich hinterlassen wird.

;-)Früher war mir das wichtiger mit dem Feuer, aber man kann sich das auch etwas abgewöhnen. Letztendlich empfinde ich das Feuer mittlerweilen eher als Störung im direkten Kontakt zur Natur. Klingt vielleicht etwas blöd, aber andere Bewohner der Natur machen ja auch kein Feuer.

digitalesnegativ
14.10.2012, 22:07
Diese "wenn-ich-schon-einmal-dabei-bin-kann-ich-einfach-weitermachen"-Einstellung finde ich ehrlich gesagt furchtbar. Ich auch, aber wenn man schon was ändern möchte dann doch vielleicht zuerst das was den größten Impact hat - sonst wirds zur symbolischen und sinnentleerten Handlung.


Ganz davon abgesehen, geht es bei LNT (meines Erachtens nach) darum, sich auf einer Tour vernünftig und umweltschonend zu verhalten, nicht aber darum, wie man sein Leben insgesamt führt (auch wenn es da sicherlich noch die ein oder andere Verbesserungsmöglichkeit gibt, ohne gleich in gutmenschliche Selbstkasteiung zu verfallen). Kann man so sehen, nur wenn man LNT auf 2 Wochen im Jahr beschränkt wirds zur leeren Geste, die bestenfalls symbolisch ist. Und genau das ist entgegen der ursprünglichen Idee von LNT.
Ich finde es ohnehin etwas bedenklich wie hier "kleine Sünden" mit der moralischen Keule belegt werden aber wirklich relevante Faktoren übergangen wird. Wer mit 12kg Kunstfasern in Form von Rucksack, Kleidung, Zelt etc. (entspricht ca. 23kg Rohöl) im Wald unterwegs ist, ist ohnehin nicht umweltfreundlich, Lagerfeuer hin oder her.


Es gab einen Ort, an einem Waldrand, an dem ich mit meinen Freunden gelegentlich ein Feuerchen machte,
als sich die Klique auflöste, übernahmen andere die Stelle,
damals war es ein Brandfleck von 30 cm Durchmesser,
jetzt ist es eine Fläche von 1,5 m Durchmesser und der benachbarte Baum ist geschädigt. Okay, und was soll das Fazit daraus sein? Weil es Leute gibt, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen, sollte man selbst alles lassen und besser noch verbieten?

changes
14.10.2012, 23:11
IWer mit 12kg Kunstfasern in Form von Rucksack, Kleidung, Zelt etc. (entspricht ca. 23kg Rohöl) im Wald unterwegs ist, ist ohnehin nicht umweltfreundlich, Lagerfeuer hin oder her.
Wie vorher schon jemand geschrieben hat, (falls ich es nicht missverstanden habe) ist das "Outdoorhobby" an sich leider schon ein Eingriff in die Natur.
Daß heißt m.E. aber nicht, daß wir nicht trotzdem nach LNT darin umgehen sollten.




Es gab einen Ort, an einem Waldrand, an dem ich mit meinen Freunden gelegentlich ein Feuerchen machte,
als sich die Klique auflöste, übernahmen andere die Stelle,
damals war es ein Brandfleck von 30 cm Durchmesser,
jetzt ist es eine Fläche von 1,5 m Durchmesser und der benachbarte Baum ist geschädigt.
Okay, und was soll das Fazit daraus sein? Weil es Leute gibt, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen, sollte man selbst alles lassen und besser noch verbieten?
Ich habe das so verstanden: Solange man umsichtig ist kann man die Spuren recht klein halten ohne auf den Spaßfaktor zu verzichten (30cm). Sobald jemand einfach nur Handelt, ohne sich Gedanken zu machen kann ein größerer Schaden entstehen.

OT:Beispiele dazu findet man leider an jeder Ecke, nicht nur im Zusammenhang mit Lagerfeuer.

Dunja

Goettergatte
14.10.2012, 23:34
Okay, und was soll das Fazit daraus sein? Weil es Leute gibt, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen, sollte man selbst alles lassen und besser noch verbieten?

Das soll bedeuten, das ein Initial oft als Einladung für Andere steht,
ähnlich wie wild entstehende Kippen,
bzw. ein Husten im Konzertsaal löst weitere aus.


Im übrigen haben wir für Deine generellen Einwände zur LNT-Diskussion einen eigenen Faden.
Hier geht es nur ums Lagerfeuer,
Grundsatzdiskussionen gehören hier, meiner Meinung nach, nicht hin.

Itchy ST
15.10.2012, 00:50
Interessante Diskussion.

Ich organisiere 1-2 x im Jahr eine Paddelwochenendtour, bei der immer Erwachsende ab ca. 35 J. dabei sind, die entweder noch nie gezeltet haben oder die irgendwann in der Kindheit zuletzt im Zelt schliefen. Im Boot hat auch oft einer von ihnen noch nie gesessen.

Durch ein Schlüsselerlebnis vor ein paar Jahren bei solch einer Tour wurde ich quasi "genötigt" mich mit dem Thema Lagerfeuer erstmalig mehr auseinander zu setzen. Vorweg fand ich ein Lagerfeuer in der Regel unsinnig.

Wir hatten einmal unser Nachtlager aufgeschlagen und ich war eine Runde mit dem Hund spazieren.
Da hatten zwei von "meiner" Gruppe es in der Zeit fertig gebracht, eine ,von vermutlich Anglern angelegte, schon vorhandene Feuerstelle zu aktivieren und ich sah von weiter weg eine Riesenrauchwolke gen Himmel emporsteigen.
Bin schnell zurück gelaufen und konnte gerade noch mit schlimmeres verhindern.
Die beiden hatten große Äste in die Feuerstelle gelegt und die Flammen fingen an, unkontrolliert überzugreifen.
Einer von denen, ein erfahrener Wanderer mit angeblicher Lagerfeuererfahrung, war selber erschrocken, wie schnell das hätte daneben gehen können und der Schreck saß ihm in den Gliedern.
Nun gut. Mir wurde klar, dass für einige ein Feuer einfach zum Outdoorerlebnis dazu gehört. Durch dieses Erlebnis und nach meinem ersten ODS Treffen fing ich an, mich damit näher zu beschäftigen.
Prima Unterricht bekam ich durch ODSler und auf Canadiertreffen.

Jetzt nutze ich öfter mal eine schon vorhandene Feuerstelle und Hoboofen ist für mich auch kein Fremdwort mehr.
Mit dem zündelnen, erfahrenen Wanderer habe ich mittlerweile einige Wander-oder Paddeltouren gemacht.
Manchmal mit einem Lagerfeuer.
Ein großes, unkontrolliertes Feuer ergab sich dabei nicht mehr. Er hatte sich zwischenzeitlich auch mehr mit dem Thema auseinander gesetzt und sich Wissen angeeignet.

Ob ich jemals ein Hügelfeuer mache, weiß ich noch nicht. Aber die Bilder hier animieren schon dazu;-).

Grüße
I.

Canadian
15.10.2012, 00:53
Mit dem ganzen CO2 Bilanz und ökologisch korrekt Geblubber fang ich erst gar nicht an, da dreht man sich eh im Kreis...


2011 nördl. Kungsleden: viele Feuerstellen => :kotz:
2012 südl. Kungsleden: deutlich weniger Feuerstellen => :kotz:

Mich stört es einfach. Es ist hässlich und das oft über Jahre, abgesehen davon, dass es je nach Umständen sehr schädlich ist. Klar kann ich sagen, "gut, hier komm ich eh nicht mehr vorbei und die nach mir sind mir egal", aber das verbittet mir meine Erziehung. 'Was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu'. Ich will auf Tour keine Feuerstellen sehen, also hinterlasse ich auch keine. Es ist doch schon traurig zu hören, dass man mittlerweile in richtige Wildnis ausweichen muss, um solchen Hinterlassenschaften zu entgehen.

Und ja, der Großteil, der sich hier "outet" macht natürlich alles korrekt und es sind nicht eure Feuerstellen die man sieht.

Hier im Forum gepostet Bilder, Beiträge und Reaktionen darauf sprechen allerdings eine andere Sprache. HIER gibt es genug Leute, die m.E. überhaupt keine Ahnung haben, was sie da anstellen. Da wird munter auf Fjällboden oder in deutschen Wäldern rumgezündelt und wer sich dann negativ äußert, dem wird wieder das Totschlagargument "dein Urlaub ist sowieso schädlich" vorgehalten.

Ich find es gut, dass das Thema angesprochen wird. Der Verweis auf schlimmere Sünden hin oder her, aber irgendwo muss man anfangen und wer es nicht bei so offensichtlichen Dingen tut, der wird man wohl auch nie die großen "Sünden" angehen.

Prachttaucher
15.10.2012, 09:14
100% Zustimmung ! Es sind eben besonders deutliche Spuren, die durch eine Feuerstelle zurückbleiben. Selbst auf dem vielleicht etwas einsameren Nordkalottleden, gibt es solche Stellen, wo ich mich dann immer frage : Mußte das wirklich sein...

Man kann sich allerdings fragen wer der "Ersttäter" ist. Zumindest beim Wasserwandern sind da wohl auch Angler oder Urlauber von nahegelegenen Campingplätzen mit einzubeziehen. Hier gibt´s dann häufig Zeit im Überfluß und dann ist eben so ein Feuer das Abend-Event.

Hilft hier natürlich nicht weiter, mit dem Finger auf andere zu zeigen, jedenfalls : Eine sichtbare Feuerstelle zu hinterlassen, ist häufig der Anfang vom Ende eines Lagerplatzes. Verkohltes Holz wird überall verstreut, halbe Baumstämme angekohlt, neue Feuerstellen direkt daneben angelegt, Müll hingeworfen.... An manchen Stellen funktioniert das zumindest soweit, daß es bei der einen Stelle bleibt und das Feuer ordentlich runter gebrannt wird - dann finde ich das schon eher akzeptabel. Ist aber leider selten.

Schorsch74
15.10.2012, 10:20
Man kann ja über jedes Thema herrlich diskutieren, nur stoßen (allgemein) radikale Auswüchse schnell an die Grenzen meiner Toleranz.
Das bezieht sich sowohl auf die Menschen, die auf Tour pro Tag zwei Osterfeuer machen müssen um sich wohl zu fühlen, genau wie auf die, die meinen, man verbrennt die Lebensgrundlage von armen kleinen Mircro-Organismen.

Allein in meiner Unterwäsche inkl. Wandersocken gibt es wohl mehr Micro-Organismen als Menschen auf diesem Planeten, um den Fortbestand des Ersteren muss man sich also wohl keine Sorgen machen ( ;-) )



Aber genau das meine ich. Wenn du sagts aus Zeitvertreib, dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden (so klein er auch sein mag, es ist und bleibt einer). In welchen Verhältnis steht das denn?
Nach einem richtig anstrengenden Tag kann ein kleines Feuer, nicht unbedingt den Körper, aber schon mal die Seele wärmen. Das kann sicher eine wichtige Form der Psycho-Hygiene sein, um in Krisen (kaputte Füße, null Bock) oder Konfliktsituationen frühzeitig regenerative und Maßnahmen einzuleiten und neue Kraft und/oder Mut zu schöpfen.
Und wenn man das mal durch Feuer statt mit Alkohol schafft ;-), ist das für einen persönlich auch schon viel Wert.
Nicht jedes Kleine Feuer ist demnach per se nutzlos.

Aber das ist halt 'ne Frage der Assoziation, ob man Feuer = Dreck und giftige Dämpfe sieht, oder Feuer (durch Kindheitserinnerung) aus Opa's Kamin mit Geborgenheit & Wohlbefinden verbindet.

Es bleibt halt für jeden persönliche die Frage, welchen Sinn in der jeweiligen Situation für einen ein Feuer macht.

Und wenn jemand für sich einen Sinn erkannt hat, steht es glaub ich keinem von uns zu, darüber zu urteilen .

Ansonsten ist LNT meiner Meinung nach der falsche Ansatz, man soll ja Spuren in der Welt hinterlassen, aber eben nur positive!! ;-) (kleiner philosophischer Scherz, sorry)

"Pfeiff auf die Regeln, probier es aus" so ein Zitat von Lord Robert Baden-Powell, Erfinder Outdoorlebens für Stadtkinder (Pfadfinder).
Allerdings schreibt auch der schon, das man keinen Müll zurücklassen soll, und Feuer möglichst klein bleiben sollen, ohne größere bleibende Spuren zu hinterlassen.
Also einfach mal gesundes Mittelmaß.......

Homer
15.10.2012, 10:55
Allein in meiner Unterwäsche inkl. Wandersocken gibt es wohl mehr Micro-Organismen als Menschen auf diesem Planeten, ...

naja, hier geht es um ökosysteme, die sich aufgrund langer kalter winter nur langsam regenerieren und die von vielen menschen besucht werden, die dort nicht die spuren ihrer vorgänger vorfinden möchten - insofern hoffe ich, daß dein vergleich hinkt:ignore:

ToniBaer
15.10.2012, 11:13
Ich muss ganz ehrlich sagen, das sich die Frage "Lagerfeuer auf Tour - Sinn oder Unsinn" für mich nicht klar beantworten lässt. Es kommt ganz auf die Situation an.

Ein Boofenfeuer beispielsweise ist (in meinen Augen) eine feine Sache (die Illegalität mal außen vor gelassen). Nach einem langen Kletter/Wandertag erreicht man Abends die Boofe, wärmt sich am Feuer, kommt mit anderen boofenden ins Gespräch, sitzt zusammen, erzählt Klettergeschichten, wertet den Tag aus, trinkt die ein oder andere Flasche edles Nass... Da heutzutage die Boofenfeuer (dank Verbots) ausgestorben sind, sieht der Abend etwas anders aus. Nach dem Essen verzieht sich mehr oder weniger schnell in seine Mieftüte und schnarcht vor sich hin. Wenn man Glück hat, trifft man am nächsten Morgen nochmal jemanden. Ich will damit nicht gegen das Verbot ankämpfen sondern viel mehr ein Beispiel dafür bringen, das ein Lagerfeuer durchaus eine Bereicherung sein kann.

Seh ich dann allerdings angekokelte Bäume, riesige Trichter (Feuerstellen) die zur Mülldeponie verkommen, mehrere Feuerstellen nebeneinander, dann könnte ich :kotz:.
Besonders ärgerlich finde ich dann noch, wenn man mitbekommt, das ein Feuer völlig unnötig entzündet und viel zu groß gestaltet wurde. Nur um sich ne Stunde vorm Schlafengehen die Füße zu wärmen braucht man keinen halben Wald abholzen...
Ein Beispiel hierfür hab ich auch. Letztes Jahr fuhren wir mit dem Rad durch die Tschechei (entlang Elbe und Moldau bis zum Lipno). Auf fast allen Zeltplätzen, die wir mitnahmen, stellte Lagerfeuer (auch direkt vor dem Zelt) kein Problem dar. Oftmals lag auch schon geeignetes Holz bereit. Das bedeutete aber lange noch nicht, das jeden Tag Feuer gemacht wurde. Am Lipno jedoch galt das nicht mehr. Dort war es üblich, das jeder sein eigenes Feuer direkt vor dem Zelt entfachte. Ob 2m daneben schon eine Feuerstelle existierte spielte dabei keine Rolle. Es herrschte viel mehr das Bestreben, das größte Feuer des Zeltplatzes zu stellen, wobei völlig egal war, ob es regnete und keiner vor dem Feuer saß, oder nur 3 Hanseln. Das ging soweit, das es gar nicht mehr einfach war einen Stellplatz ohne Feuerstelle unterm Zelt zu finden. Da fragt man sich wirklich, warum das Not tut. Es ist doch viel schöner gemeinsam vor einem Feuer zu sitzen, anstatt allein das größte Feuer des Zeltplatzes zu füttern.

Was jedoch klar ist, entscheidet man sich für ein Feuer, sollte man ehrlich sein und das Feuer nicht zu groß werden lassen und eine geeignete Stelle dafür auswählen.

Viele Grüße
Toni

markrü
15.10.2012, 11:14
Für den einen ist 'Lagerfeuer' eine mindestens 3m hohe Feuersäule, die mit ganzen Stämmen gefüttert werden möchte, für den anderen ein kontolliertes Hobo-Feuerchen auf feuerfestem Grund, bei dem außer 3,7g Asche nichts zurückbleibt.

Sehr viele Leute können schlichtweg kein kleines Feuer machen, viele wissen auch gar nicht, dass das überhaupt geht.

Man muss aber beide Extreme nicht dauernd in einen Topf werfen. Das ist eine Herabwürdigung der Leute, die es gut und richtig machen. Wenn man Feuer einfach doof findet und nicht verstehen kann, dass sich ander Leute daran erfreuen können, abends am Feuer zu sitzen oder auf einem Holzfeuer zu kochen, dann finde ich das sehr schade.


Gruß,
Markus

ToniBaer
15.10.2012, 11:15
naja, hier geht es um ökosysteme, die sich aufgrund langer kalter winter nur langsam regenerieren und die von vielen menschen besucht werden, die dort nicht die spuren ihrer vorgänger vorfinden möchten - insofern hoffe ich, daß dein vergleich hinkt:ignore:

Ich dachte hier ging es um "auf Tour". Das muss ja nicht zwangsläufig im hohen Norden oder empfindlichen Ökosystemen sein.

Viele Grüße
Toni

Canadian
15.10.2012, 11:22
100% Zustimmung ! Es sind eben besonders deutliche Spuren, die durch eine Feuerstelle zurückbleiben. Selbst auf dem vielleicht etwas einsameren Nordkalottleden, gibt es solche Stellen, wo ich mich dann immer frage : Mußte das wirklich sein...

Man kann sich allerdings fragen wer der "Ersttäter" ist. [...]

Ob Ersttäter oder nicht ist aber, z.B. im Fjäll, total egal. Es ist ja schon fast noch schlimmer, wenn auf den alten Feuerstellen weiter gezündelt wird, aber dann ohne jegliches schlechtes Gewissen. Die Gegend drum herum sieht dann, auch bei "nur" einer dauerhaft geschädigten Stelle im Boden, wie ein Schlachtfeld aus. Besonders krass fällt dass dann bei Feuerstellen oberhalb der Baumgrenze aus. Da wird dann alles aus der Gegend zusammengesucht, was irgendwie auffindbar und brennbar ist.

Natürlich kann man mal ein Lagerfeuer machen, aber die Stellen dazu sind begrenzt. Außerdem werden durch jede Feuerstelle andere motiviert, auch ein Feuer zu machen, evtl. weniger verantwortungsbewusst.

Wozu die Mentalität "ich brauch es, also mach ich es" führt kann man dann an diversen Stellen sehen.

markrü
15.10.2012, 11:37
Ich dachte hier ging es um "auf Tour". Das muss ja nicht zwangsläufig im hohen Norden oder empfindlichen Ökosystemen sein.

So allgemeingültig habe ich das auch verstanden. Auch nach mehrmaligem Nachlesen nicht anders.
Die richtige Antwort ist oft einfach - Die richtige Frage zu stellen ist schwierig ...

In diesem Sinne...
Markus

Christian J.
15.10.2012, 12:52
Ich muss ganz ehrlich sagen, das sich die Frage "Lagerfeuer auf Tour - Sinn oder Unsinn" für mich nicht klar beantworten lässt. Es kommt ganz auf die Situation an.

Ein Boofenfeuer beispielsweise ist (in meinen Augen) eine feine Sache (die Illegalität mal außen vor gelassen). Nach einem langen Kletter/Wandertag erreicht man Abends die Boofe, wärmt sich am Feuer, kommt mit anderen boofenden ins Gespräch, sitzt zusammen, erzählt Klettergeschichten, wertet den Tag aus, trinkt die ein oder andere Flasche edles Nass... Da heutzutage die Boofenfeuer (dank Verbots) ausgestorben sind, sieht der Abend etwas anders aus. Nach dem Essen verzieht sich mehr oder weniger schnell in seine Mieftüte und schnarcht vor sich hin. Wenn man Glück hat, trifft man am nächsten Morgen nochmal jemanden. Ich will damit nicht gegen das Verbot ankämpfen sondern viel mehr ein Beispiel dafür bringen, das ein Lagerfeuer durchaus eine Bereicherung sein kann.

Das Boofenfeuer macht meiner Meinung nach sehr gut die negativen Folgen für Feuer in überlaufenen Naturgebieten sichtbar:
1. eine enorme Waldbrandgefahr: Das Elbsandsteingebirge ist eine ziemlich trockene Landschaft- erst recht auf der Höhe der Bänder, in denen viele Boofen liegen. Wenn's im Elbi brennt nimmt das leicht Ausmaße wie 2006am Marienfelsen. (Da hat einige Tage lang gebrannt- auch damals wurde ein Lagerfeuer oder eine Kippe als Ursache vermutet)

2. Eine ästhetische Komponente: An den Felswänden über vielen Boofen finden sich massive Brandspuren von den großen Feuern diverser Klubs (vermute ich mal). Außerdem besteht der Untergrund der meisten Boofen aufgrund früherer Feuer aus einem ekeligen Sand-Asche-Gemisch...man saut sich immer total ein beim Boofen.

3. Der Idioten-Faktor: Die Situation, dass jede Autohausbetriebsfeier, jede Kegelklub-Sommerparty und so manches Punk-Treffen in Boofen stattfinden musste und ein Lagerfeuer ebenso dazugehörte wie eine Soundanlage hatten wir ja Anfang der 1990 schon einmal. Es gibt einfach zu viele Leute, die keine verstandgesetzte Grenze kennen.

4. Der Masse-Faktor: An schönen Sommer- und Frühherbstwochenenden ist jede Boofe im Elbi besetzt. Das würde zwei mal 51 Feuer pro Wochenende auf 93,5km² Nationalpark bedeuten. Rechne das mal auf 30 schöne Wochenenende im Jahr hoch und ergänze es um die nicht wenigen Boofenbenutzer, die auch in der Woche oder außerhalb der "Saison" unterwegs sind! Selbst wenn kein Waldbrand entsteht, wäre damit in weiten Zonen des Nationalparks das Totholz weggesammelt.

Christian

ToniBaer
15.10.2012, 13:00
@ Christian J.:

Ich bin mir durchaus der negativen Folgen in der sächsischen Schweiz bewusst, daher schrieb ich auch, das ich nicht gegen das Verbot bin. Ich wollte nur ein Beispiel bringen, um den Bogen zur Ausgangsfrage zu spannen, das ein Feuer in meinen Augen durchaus auch eine Bereicherung sein kann. Aber eines sollte auch immer klar sein, ist Lagerfeuer verboten, dann hat man das auch zu respektieren.

Viele Grüße
Toni

Christian J.
15.10.2012, 13:04
Keine Sorge, ich wollte Dir auch nicht widersprechen sondern Deine Aussage als Ausgangspunkt nehmen bzw. bestätigen.

Randonneur
15.10.2012, 14:12
Natuerlich ist ein Lagerfeuer eine nette Sache. Aber es ist auch schoen einfach still draussen zu sitzen und zu sehen wie sich das normale Leben der Daemmerung einstellt. Dies ist die Zeit wo man viele Tiere am einfachsten und besten beobachten kann. Deswegen ist es doch kein grosser Verzicht auf Touren auf Feuer zu verzichten. Das kann man ja auch zuhause haben. Ich habe manchmal den Eindruck, das Lagerfeuer, Musik, Telephone etc. benutzt werden weil man sich eben in der Natur doch etwas unwohl fuehlt.

Christian J.
15.10.2012, 14:20
NIch habe manchmal den Eindruck, das Lagerfeuer, Musik, Telephone etc. benutzt werden weil man sich eben in der Natur doch etwas unwohl fuehlt.
(Hervorhebung von mir)

Randonneur deutet die umweltfreundlichze Lösung an! (http://blog.arktis.de/app-tipp-des-tages-das-festliche-kaminfeuer-fur-das-iphone/)

Homer
15.10.2012, 14:25
uuuuuaaaaaaaahhhhhhhhhh (http://24.media.tumblr.com/tumblr_m8gj0auBlS1qm7m1eo6_r1_500.jpg):ill::ill::ill:

markrü
15.10.2012, 14:39
Natuerlich ist ein Lagerfeuer eine nette Sache. Aber es ist auch schoen einfach still draussen zu sitzen und zu sehen wie sich das normale Leben der Daemmerung einstellt.
Keine Frage, beides ist schön! Ich bin auch gegen jeden Lagerfeuer-Zwang...


Ich habe manchmal den Eindruck, das Lagerfeuer, Musik, Telephone etc. benutzt werden weil man sich eben in der Natur doch etwas unwohl fuehlt.
Bei Konservenmusik und Telefonen stimme ich Dir vollkommen zu. Ebenso bei langen abendlichen Diskussionen über Alltags-Probleme, die man eigentlich zuhause lassen wollte. Oder zwanghaftem Anti-Mückenmittel-Gebrauch mit dem einhergehenden antinatürlichen Gestank. Ein kleines Lagerfeuer zähle ich persönlich dabei eher zum Naturerlebnis dazu.

Es ist schon komisch: Man kann die Benutzung eines lauten und stinkenden Benzinkochers offenbar natürlicher finden als ein kleines Holzkochfeuer.

Gruß,
Markus

Torres
15.10.2012, 14:47
Auch wenn es nicht ganz zum Thema passt, möchte ich doch einmal anmerken, dass es für mich auch nicht zu LNT gehört, Lagerfeuer aus Zäunen, Bänken oder Schuppen der Anwohner oder stadteigenem Eigentums zu befeuern, wie es die netten Naturliebhaber in Urban outdoor-Umfeld der Großstädte gerne in Parks, an den Flüssen oder in den Naturschutzgebieten entfachen, um Naturfeeling zu genießen. Holz von zu Hause aus mit zu nehmen scheint sich nicht mit dem Romantikgedanken (Jäger und Sammler?) zu vereinbaren und wird auf Kosten von Alkohol eingespart. Dass neben dem Feuer dann noch ein Grill steht, brauche ich nicht zu erwähnen, oder?

Ingwer
15.10.2012, 14:55
Mal ne ganz doofe Frage:
Wenn man auf das Feuerschein-Feeling nicht verzichten möchte, wäre dann da eine Fackel vielleicht ein unproblematischer Ersatz für ein Lagerfeuer?

markrü
15.10.2012, 15:10
Ja, klar! So, wie 200 Runden durch den Stadtpark eine mehrtägige Wandertour ersetzen können... :o

Aber nochmal ernsthaft: Es gibt genügend Möglichkeiten, sozial- und umweltverträglich auf vielen Touren ein kleines Feuerchen zu machen. Es gibt auch genügend Orte und Situationen, wo man es lassen sollte. Soweit dürfte Konsens herrschen.
Der 'Aufruf zum völligen Lagerfeuer-Verzicht' geht in meinen Augen komplett am Problem vorbei. Da wäre gute Information sicher sinnvoller... Und Dumpfbrezeln, die Bänke verfeuern, wird man so oder so nicht mehr zu sozial und ökologisch agierenden Mitbürgern machen können.

Gruß,
Markus

Canadian
15.10.2012, 16:31
Es ist schon komisch: Man kann die Benutzung eines lauten und stinkenden Benzinkochers offenbar natürlicher finden als ein kleines Holzkochfeuer.

Gegen Kochen im Hobo spricht ja erstmal nicht viel, aber mein Verständnis eine "Lagerfeuers" ist ein anderes.

Lodjur
15.10.2012, 16:33
Jupp, sehe das so wie Markus. Aber wenn das hier abgleitet in sich Sorgen machen das ich irgend nem Bakterium evt. die Geissel oder den Wimpernkranz versenge und ein in der Nähe hockender Vogel durch meinen Qualm die nicht vorhanden Nase rümpft und am nächsten Morgen den Therapeuten aufsuchen muss um das nächtliche Qualmtrauma zu verarbeiten...Also ehrlich Leute....:ignore::o:bg:
CU Bernd

markrü
15.10.2012, 17:17
Gegen Kochen im Hobo spricht ja erstmal nicht viel, aber mein Verständnis eine "Lagerfeuers" ist ein anderes.

Ja. In diesem Thread sind viele Begriffe und Definitionen verwürfelt worden. Es sind auch viele Dinge gleichgesetzt worden (Feuer='Resourcenverschwendung und umweltschädigend', Feuer='Luxus zum Schaden anderer', Feuer='destruktiv', ...), die ich so einfach nicht stehen lassen mochte.

So, den Rest spare ich mir...

Gruß,
Markus

Waldhexe
15.10.2012, 17:23
Braucht man auf Tour ein Feuer?
Ich denke, Feuermachen-Wollen ist ein tief in uns wurzelndes Bedürfnis und das, was uns von den Tieren unterscheidet, letztlich zum Menschen macht. Das Wort Feuer ist vermutlich eines der ältesten Wörter und in vielen Sprachen der Welt ähnlich. Die Nutzung des Feuers hat die Menschwerdung erst ermöglicht, durch Garmethoden neue Nahrung erschlossen, Vorratshaltung durch Haltbarmachung durch Räuchern, Erschließung nördlicher Regionen, Schutz vor Raubtieren als relativ schutzloses "Tier".
Wenn ich an einem Feuer sitze und (stundenlang) in die Flammen schaue, denke ich stets, wie viele Menschen schon vor mir so saßen und ins Feuer schauten, auf allen Erdteilen, seit fast einer Millionen Jahren. Irgendwie fühle ich mich dann mit diesen Menschen verbunden, stelle mir vor, wie Geschichten erzählt wurden, getrommelt wurde, getanzt wurde, sehe ihre Gesichter im flackernden Schein. Die Feuerstelle oder der Herd war stets der Mittelpunkt des Zeltes, der Jurte, des Langhauses, der Hütte und Mittelpunkt des sozialen Lebens. Schaut Euch Menschen an, die um ein Feuer sitzen, wie ruhig die Kinder werden, wie zufrieden die Erwachsenen.
Gehen wir nicht deshalb nach draußen, um archaische Sehnsüchte nach Nomadenleben zu verwirklichen, um zurück zu kehren zu den Wurzeln? Wann sonst kann mensch endlich mal ein Feuer anzünden? Nicht jeder hat einen Kamin oder Ofen oder eine Feuerstelle im Garten (wie ich:grins:).

Sollten wir uns nicht mit den gleichen Argumenten das Wandern, Trekken, Klettern, Skifahren etc. nicht auch ganz verkneifen?
Tragen nicht z.B. Teile der Forumskultur dazu bei, dass immer abgelegenere Gebiete auch noch gestört werden? Eine Tour ist dann bewundernswert, wenn sie dahin führt, wo möglichst noch niemand vorher war. Ja kein kanalisierter Tourismus, für uns zumindest nicht, für uns bitte exklusiv die Wildnis, abseits "ausgetretener Pfade". Gerede von "Wanderautobahnen" finde ich so was von arrogant!

Eine andere Überlegung: Die Natur ist jetzt nicht soo ein Sensibelchen, sie wird uns mit Sicherheit überleben! Viele Naturphänomene sind enorm zerstörerisch, dramatische Klimaänderungen (nach der Eiszeit waren in Mitteleuropa alle Bäume ausgestorben!), Vulkanausbrüche, Erdrutsche, Tsunamis, Überschwemmungen, Stürme und nicht zuletzt Waldbrände. In dieser Zertsörung steckt auch stets ein neuer Anfang und viele Chancen, Pionierpflanzenarten z.B. brauchen solche Zerstörung, um überhaupt leben zu können. Ohne natürlichen "Kahlschlag" durch Brände oder Stürme hätten Lichtkeimer wie die Eiche keine Chance. Ich denke nicht, dass ein paar verbrannte Flecken ins Gewicht fallen. Und gebrannte Ton- oder Lehmklumpen in der Erde als Problem - ich bitte Euch!

Natürlich widerspricht ein Feuer dem LNT-Prinzip und in Zeiten des Massentourismus auch im Outdoorbereich muss sich jeder fragen: Was passiert, wenn hier jeder dieser vielen Touristen ein Feuer machen würde?
Gerade in Dalsland habe ich diesen Sommer wieder Lagerplätze gesehen, die offensichtlich von Touristen abgeholzt waren. Wozu? - Frisches Holz brennt schließlich nicht. Und überall von lebenden Birken die Rinde abgezogen, weil man natürlich wie die Indianer Feuer machen will. Trotz angelegter Feuerstelle duzende wilde Stellen, jeder muss sein eigenes Feuer haben. Riesige Äxte und Sägen im Kanadier (falls man die Leute überhapt auf dem Wasser sieht - eher nicht) und über die Seen schallen den ganzen Tag Axthiebe von den Lagerplätzen um Abends ein möglichst großes Feuer machen zu können.

Feuer auf Tour: Gelegentlich, z.B. an Ruhetagen (an Tourtagen bin ich dafür abends zu müde und gehe früh in den Schlafsack), in Gegenden mit ausreichend trockenem Holz, nur bei sehr geringer Wald- oder Wiesenbrandgefahr, möglichst klein und nur auf ofiziellen oder fachmännisch angelegten Feuerstellen oder im Hobo oder der Feuerschale.
"Unsinnig" fand ich Feuer allerdings noch nie - absurder Gedanke.


Gruß,

Claudia (in einem Umweltberuf tätig)

Atze1407
15.10.2012, 17:31
@ Waldhexe

Der beste Beitrag hier. 5sterne

Das was Du schreibst, entspricht auch meiner Meinung. Danke.

LG
Atze 1407

ToniBaer
15.10.2012, 17:33
@ Waldhexe:

5sterne ein sehr, sehr guter Beitrag.

Viele Grüße
Toni

markrü
15.10.2012, 17:40
Da bin ich dabei! 5sterne
Das können wir gerne so stehen lassen.

Markus

Radfahrer
15.10.2012, 17:58
Waldhexes Beitrag ist durchaus lesenwert, ich finde ihn ebenfalls gut, nur argumentativ passt er wohl eher nicht zum LNT Gedanken. Sie hat aber den (unzweckmäßigen) Sinn des Feuermachens gut verdeutlicht. Sicherlich ist Feuer in der Menscheitsgeschichte nicht wegzudenken und das archaische oder spirtuelle oder wie man es nenne mag hat auch seinen Reiz.

Mir bringt das Feuer Besinnliches, es gefällt mir in die Züglein und in die Glut zu sehen, es macht ein schönes Licht und gibt ein wenig Wärme bevor man sich im Schlafsack verkriecht.


Für Unachtsamkeiten wie Grasnaben wegbrennen und Waldböden toasten hab ich ebenfalls wenig Verständnis.
Mit meinem Ikea-Hobo und ähnlichen Konstruktionen hab ich schon etliche male etliche Stunden lange Feuerchen betrieben, dabei sind jeweils locker 10-20kg Totholz draufgegangen, welches ich in einem Radius von bis zu 50m um den Lagerplatz aufgesammelt habe.

Gesehen hat man von der Feuerstelle morgens nichts, da ich selbst die Asche noch eingeschlämmt habe. Holzkohlereste gabs sehr wenige, da der Hobo fast alles verbrennt.
So werde ich es auch weiter handhaben und ein schlechtes Gewissen lasse ich mir wirklich nicht einreden.


Fazit?

Wenn man denn unbedingt ein Feuer machen muss, sollte man keine sichtbaren Spuren hinterlassen und das Feuer so anlegen, dass das umliegende Ökosystem möglichst nicht geschädigt wird.
Wer keine Feuerschale oder keine Hob dabei hat, unterlässt es, an ungeeigneten Orten eine Feuerstelle anzulegen.

Kann man sich darauf einigen? Oder nicht?

Prachttaucher
15.10.2012, 18:20
Von meiner Seite auf jeden Fall. Bleibt dann noch die sicher auch kontrovers diskuitierbare Frage nach der schon angelegten Feuerstelle. Wenn mich das seltene Bedürfnis dort packt und die Umstände passen, mache ich da schon mal ein kleines Astfeuer. Dies aber dann eher in unseren Regionen, beim Paddeln, wo ich auch nicht dran glaube, daß die Stelle je wieder verschwindet. Im Norden hoffe ich zumindest darauf.

Waldhexe
15.10.2012, 18:21
Film zum Thema: Am Anfang war das Feuer (http://www.youtube.com/watch?v=5bsjJzG-vEE&feature=related)

Gruß,

Claudia

Lodjur
15.10.2012, 18:47
@ Waldhexe
Dem ist wenig bis nix hinzu zu fügen.
CU Bernd

Randonneur
15.10.2012, 18:53
@Christian J.: :bg:

@markrü: Benzinkocher waere auch nicht so mein Fall, der Trangia ist leise und unkompliziert. Einen Benzinkocher wuerde ich auf einer Expedition verwenden wo es mir nicht auf die Natur ankommt sondern darauf irgendetwas zu erreichen.

winnetoux
15.10.2012, 19:08
Mir ist das zu viel Mythos, das ist doch genau der Punkt, so eine Verklärung. Im Grunde lehne ich deshalb Lagerfeuer ziemlich ab. Wir sitzen nicht mehr in Höhlen. Entsprechend mangelt es nicht selten an den „skills“. Aber jeder bekommt die Vorstellung, so ein gemütliches Lagerfeuerchen gehört eben dazu und das sei doch ganz „natürlich“, im „Outdoor“-Urlaub, sonst ist der nicht komplett.
Trotzdem kann ein Feuer mal schön sein. Aber nicht standardmäßig, nur weil ich irgendwo campe und zurück zur Natur will.

Klippenkuckkuck
15.10.2012, 19:22
Der Verfasser der K(l)eine Spuren Biebel (http://www.amazon.de/Minimal-Impact-Outdoor-naturverträglich-Basiswissen/dp/3893921680/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1350316894&sr=8-1) Martin Zwosta zum Thema Lagerfeuer:

Heißt das nun, daß ein Lagerfeuer aus ökoloischer Sicht nicht vertretbar ist?
Ich meine ganz klar "Nein!"

Seine Zusammenfassung (von mir gekürzt):

- Waldbrandstufe und allgemeine Verbote beachten
- bestehende Feuerstellen benutzen
- Feuer so anlegen, daß keine Vegetation bzw. Boden verbrannt werden, ansonsten die hier schon erwähnten Loch und Podestfeuer benutzen
- Brennmaterial vollständig verbrennen lassen und Asche weiträumig verteilen
- Äste nicht dicker als ein schmales Handgelenk (das Weichei:bg:)
- auf Rinde lebender Bäume verzichten
- nur Todholz und dieses in einem weiträumigen Gebiet sammeln

Fletcher
15.10.2012, 19:41
Natürlich widerspricht ein Feuer dem LNT-Prinzip...
Das glaube ich nicht. Denn sonst wäre da in diesen 7 Prinzipien nicht drauf eingegangen worden.
Es geht vielmehr darum, wie man es macht um andere Naturfreunde nicht damit zu belästigen, also möglichst ohne Spuren.
Ansonsten echt ein klasse Beitrag.;-)
Mir persönlich wären Lagerfeuer relativ egal, wenn ich davon nichts mehr vorfinde oder mitkriege, aber da liegt ja das Dilema.
Wenn einige Leute für ihr persönliches Naturwohlfühlerlebnis ein Lagerfeuer brauchen, kann ich das durchaus verstehen und respektieren, auch wenn ich es nicht brauche oder gutfinde. Nur sollten diese Leute auch soviel Rücksicht haben, die Spuren, soweit wie möglich, restlos zu beseitigen.
Und da greift eben LNT, wo gezeigt wird, wie man ein Feuer möglichst spurenarm macht und damit letztendlich Rücksicht auf andere Naturliebhaber zu nimmt, was ja schließlich der letzte Punkt von LNT ist. Das steigert dann die Zufriedenheit Aller.
Ich kann es halt nur nicht gutheissen, wenn ich Feuerstellen im Wald oder Schutzgebieten jeglicher Art vorfinde, was aber leider immer öfter (meines Empfinden nach) geschieht. Oder besser noch sozusagen auf "frischer Tat" ertappe, aufkläre, das soetwas mindestens eine Ordnungswidrigkeit, wenn nicht sogar eine Straftat ist und dafür noch bedroht werde.
Solche Dinge werde ich in Zukunft halt anders angehen und evt. zeigen, wie man es spurenarm macht. So haben Alle was davon.

elheinzo
15.10.2012, 19:55
Ich glaub das wird ne unendliche Geschichte :ignore:

_Matthias_
15.10.2012, 21:15
Das ist hier der typische Lauf auf aller Weltverbesserungs-threads. Es ist ja auch bei allen Teilnehmern der gute Wille erkennbar, aber oft ist die Argumentation, wie soll ich sagen, ungeschickt.
Da ist zunächst einmal, die "ich finde Lagerfeuer unnötig, deshalb sollten alle darauf verzichten"-Gruppe. Für die ist der Verzicht einfach, da sowieso kein Interesse daran besteht und es wird daher völlig verkannt, das es anderen viel mehr bedeuten könnte. So ähnliche Argumentationen findet man überall, Vegetarier, denen es vor Fleisch ekelt und die deswegen anderen vorschreiben wollen auch keins zu Essen. Oder Radfahrer, die Autos (und Fußgänger) doof finden und deswegen anderen ihre Forstbewegungsart vorschreiben wollen. Oder, um hier im Forum zu bleiben, outdoorer, die mit survival nichts anfangen können und deswegen in jedem thread im survival-Teil ihre Meinung dass survivler Spinner sind kund tun müssen.
Auch wenn viele der Wünsche verständlich sind, Akzeptanz schafft man so nicht. Im Gegenteil, so stößt man die anderen vor den Kopf und löst höchsten Trotzreaktionen aus.
Dann gibts noch die Gruppe "ich kann Feuer machen, die bösen sind immer die anderen". Schafft natürlich auch kein Verständnis, warum soll es nur Ausgewählten erlaubt sein.
Die einzigen, die wirklich dazu beitragen, dass jemand über sein Verhalten nachdenkt ist die Gruppe "ich mache gerne Feuer, aber ich versuche mich einzuschränken, weil ..." und die Gruppe "eigentlich mach ich kein Feuer, aber manchmal ist es schon schön, trotzdem achte ich dann auf ..." Bei diesen Gruppen kann man das Verhalten nachvollziehen, sie verzichten selbst auf etwas und können so mit Argumenten zum nachdenken über das eigene Verhalten anregen.

So, dass gibt jetzt keine Antwort auf die Frage ob Lagerfeuer Sinn machen oder nicht, aber hoffentlich regt es die Diskussionsteilnehmer etwas dazu an, auch mal darüber nachzudenken, wie manche Beiträge rüber kommen und ob es nicht manchmal bessere Argumente gibt als "Ich habe noch nie eins vermisst" oder "Wer das nicht macht hat was verpasst"

Hobbyholzmann
15.10.2012, 21:23
Danke Matthias für Deine Zusammenfassung. Du sprichst mir aus der Seele... 5sterne

elheinzo
15.10.2012, 21:28
Kann ich auch nur zustimmen :kapituliere:

lina
15.10.2012, 21:29
So schwarzweiß ist die Diskussion doch gar nicht: Für diejenigen, die gerne ein Feuer haben mögen, werden doch die Alternativen benannt: Hügel- oder Grubenfeuer sowie Hobobetrieb auf feuerfester Unterlage, jeweils mit sorgfältigem In-Betracht-Ziehen der klimatischen Gegebenheiten sowie der Beschafffenheit des Bodens?

elheinzo
15.10.2012, 21:33
Nunja so viele hilfreiche Ratschläge habe ich nicht gelesen. Vieles was hier geschrieben wurde ist den meisten Forenmitgliedern denk ich bekannt und jeder der noch etwas für die Natur übrig hat hält sich auch daran... Und über Sinn und Unsinn braucht man nicht diskutieren weil jeder eine eigene, persönliche auffassung davon hat

Radfahrer
15.10.2012, 21:50
Nunja so viele hilfreiche Ratschläge habe ich nicht gelesen. Vieles was hier geschrieben wurde ist den meisten Forenmitgliedern denk ich bekannt und jeder der noch etwas für die Natur übrig hat hält sich auch daran... Und über Sinn und Unsinn braucht man nicht diskutieren weil jeder eine eigene, persönliche auffassung davon hat

Was willst Du uns damit mitteilen? Dürfen wir uns hier nicht über dieses Thema unterhalten?

Achso EDIT:

ich finde es schon wichtig, ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und abzuwägen.

elheinzo
15.10.2012, 22:18
Nein das meinte ich nicht, sorry wenn das falsch rüber kommt aber ich finde es wird bei solchen Themen gern mit dem Finger auf andere gezeigt...

Radfahrer
15.10.2012, 23:17
Sollte von mir nicht inquisitorisch rüberkommen, es stimmt schon, dass sich manches ethisch etwas zu erhaben liest.
Da könnte man sich sicherlich auch fragen, wo da der Sinn liegt. :ignore:
Dennoch ist es m.E. wichtig manche Arten der Kokelei allgemein für ungut zu befinden und ein solcher Thread hilft, die Grenze auszuloten.

smeagolvomloh
16.10.2012, 00:03
Die Beiträge von Waldhexe, Klippenkuckkuck und _Matthias_ gefallen mir ausgesprochen gut. Daraus könnte man eigentlich schon zusammengenommen ein Fazit ziehen, welches die emotionalen Aspekte des Lagerfeuermachens und den vernünftigen Umgang mit dem Thema verbindet.

Mein Kurzfazit wäre zum Beispiel:
- Lagerfeuer ist schön
- ich mache es lageangepasst an die regionalen Bedingungen
- ich hinterlasse so wenig wie möglich Spuren
- ich muss nicht immer ein Feuer machen oder besser gesagt meistens sowieso nicht

Guido

Paddybär
16.10.2012, 01:39
Aber genau das meine ich. Wenn du sagts aus Zeitvertreib, dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden (so klein er auch sein mag, es ist und bleibt einer). In welchen Verhältnis steht das denn?
Das ist jetzt kein persönlicher Angriff, alles gut :-) , für mich erschließt sich nur die Denkweise nicht.
Ich würde jetzt mal in den Raum schmeißen, dass die Produktion, Entsorgung/Wiederbefüllung von deinem Kocher und der Kartusche eine deutlich schlechtere Ökobilanz aufweißt, als das verbrennen von totem Holz. Die benutzt nämlich bei der Produktion deines Feuers keine fossilen Brennstoffe. Bei der Produktion der Gaskartusche aber sehr wohl.

Buck Mod.93
16.10.2012, 01:50
Würde ich nicht leben, würde ich noch weniger Emissionen verursachen. Wenn ich mich in einem Nationalpark oder irgendwie gearteten schützenswerten Terrain befinde, das blöderweise für den Tourismus zugänglich ist, sollte doch das primäre Ziel sein diesen Ort zu schützen. Dass alles, was drumherum passiert einfach nur durch unseren individuellen Verwirklichungsdrang geschieht und Gift für die Natur ist, ist halt leider nicht grundlegend zu ändern. Sicher kann man seine Anreise etwas schonender gestalten aber bloss, weil man das schon nicht gemacht hat, muss man nicht noch im Wald rumzündeln oder verstehe ich deine Argumentation falsch?

Randonneur
16.10.2012, 10:17
Das ist hier der typische Lauf auf aller Weltverbesserungs-threads. Es ist ja auch bei allen Teilnehmern der gute Wille erkennbar, aber oft ist die Argumentation, wie soll ich sagen, ungeschickt.
Da ist zunächst einmal, die "ich finde Lagerfeuer unnötig, deshalb sollten alle darauf verzichten"-Gruppe. Für die ist der Verzicht einfach, da sowieso kein Interesse daran besteht und es wird daher völlig verkannt, das es anderen viel mehr bedeuten könnte. So ähnliche Argumentationen findet man überall, Vegetarier, denen es vor Fleisch ekelt und die deswegen anderen vorschreiben wollen auch keins zu Essen. Oder Radfahrer, die Autos (und Fußgänger) doof finden und deswegen anderen ihre Forstbewegungsart vorschreiben wollen. Oder, um hier im Forum zu bleiben, outdoorer, die mit survival nichts anfangen können und deswegen in jedem thread im survival-Teil ihre Meinung dass survivler Spinner sind kund tun müssen.
Auch wenn viele der Wünsche verständlich sind, Akzeptanz schafft man so nicht. Im Gegenteil, so stößt man die anderen vor den Kopf und löst höchsten Trotzreaktionen aus.
Dann gibts noch die Gruppe "ich kann Feuer machen, die bösen sind immer die anderen". Schafft natürlich auch kein Verständnis, warum soll es nur Ausgewählten erlaubt sein.
Die einzigen, die wirklich dazu beitragen, dass jemand über sein Verhalten nachdenkt ist die Gruppe "ich mache gerne Feuer, aber ich versuche mich einzuschränken, weil ..." und die Gruppe "eigentlich mach ich kein Feuer, aber manchmal ist es schon schön, trotzdem achte ich dann auf ..." Bei diesen Gruppen kann man das Verhalten nachvollziehen, sie verzichten selbst auf etwas und können so mit Argumenten zum nachdenken über das eigene Verhalten anregen.

So, dass gibt jetzt keine Antwort auf die Frage ob Lagerfeuer Sinn machen oder nicht, aber hoffentlich regt es die Diskussionsteilnehmer etwas dazu an, auch mal darüber nachzudenken, wie manche Beiträge rüber kommen und ob es nicht manchmal bessere Argumente gibt als "Ich habe noch nie eins vermisst" oder "Wer das nicht macht hat was verpasst"

Ich finde diese Schubladen nicht hilfreich. Ausserdem willst Du nur denen einen konstruktiven Beitrag zugestehen, die zumindest ab und an Feuer machen. Was ist z.B. mit denen die kein Feuer machen auch wenn es moegen? Die fallen ja sowieso in keine Deiner Schubladen.

Man kann durchaus darueber diskutieren unter welchen Umstaenden der durch ein Feuer angerichtete Schaden akzeptabel ist oder wie er akzeptabel gemacht werden kann.

Mus
16.10.2012, 10:21
Braucht man auf Tour ein Feuer?
Ich denke, Feuermachen-Wollen ist ein tief in uns wurzelndes Bedürfnis und das, was uns von den Tieren unterscheidet, letztlich zum Menschen macht. Das Wort Feuer ist vermutlich eines der ältesten Wörter und in vielen Sprachen der Welt ähnlich. Die Nutzung des Feuers hat die Menschwerdung erst ermöglicht, durch Garmethoden neue Nahrung erschlossen, Vorratshaltung durch Haltbarmachung durch Räuchern, Erschließung nördlicher Regionen, Schutz vor Raubtieren als relativ schutzloses "Tier".
Wenn ich an einem Feuer sitze und (stundenlang) in die Flammen schaue, denke ich stets, wie viele Menschen schon vor mir so saßen und ins Feuer schauten, auf allen Erdteilen, seit fast einer Millionen Jahren. Irgendwie fühle ich mich dann mit diesen Menschen verbunden, stelle mir vor, wie Geschichten erzählt wurden, getrommelt wurde, getanzt wurde, sehe ihre Gesichter im flackernden Schein. Die Feuerstelle oder der Herd war stets der Mittelpunkt des Zeltes, der Jurte, des Langhauses, der Hütte und Mittelpunkt des sozialen Lebens. Schaut Euch Menschen an, die um ein Feuer sitzen, wie ruhig die Kinder werden, wie zufrieden die Erwachsenen.
Gehen wir nicht deshalb nach draußen, um archaische Sehnsüchte nach Nomadenleben zu verwirklichen, um zurück zu kehren zu den Wurzeln? Wann sonst kann mensch endlich mal ein Feuer anzünden? Nicht jeder hat einen Kamin oder Ofen oder eine Feuerstelle im Garten (wie ich:grins:).

Sollten wir uns nicht mit den gleichen Argumenten das Wandern, Trekken, Klettern, Skifahren etc. nicht auch ganz verkneifen?
Tragen nicht z.B. Teile der Forumskultur dazu bei, dass immer abgelegenere Gebiete auch noch gestört werden? Eine Tour ist dann bewundernswert, wenn sie dahin führt, wo möglichst noch niemand vorher war. Ja kein kanalisierter Tourismus, für uns zumindest nicht, für uns bitte exklusiv die Wildnis, abseits "ausgetretener Pfade". Gerede von "Wanderautobahnen" finde ich so was von arrogant!

Eine andere Überlegung: Die Natur ist jetzt nicht soo ein Sensibelchen, sie wird uns mit Sicherheit überleben! Viele Naturphänomene sind enorm zerstörerisch, dramatische Klimaänderungen (nach der Eiszeit waren in Mitteleuropa alle Bäume ausgestorben!), Vulkanausbrüche, Erdrutsche, Tsunamis, Überschwemmungen, Stürme und nicht zuletzt Waldbrände. In dieser Zertsörung steckt auch stets ein neuer Anfang und viele Chancen, Pionierpflanzenarten z.B. brauchen solche Zerstörung, um überhaupt leben zu können. Ohne natürlichen "Kahlschlag" durch Brände oder Stürme hätten Lichtkeimer wie die Eiche keine Chance. Ich denke nicht, dass ein paar verbrannte Flecken ins Gewicht fallen. Und gebrannte Ton- oder Lehmklumpen in der Erde als Problem - ich bitte Euch!

Natürlich widerspricht ein Feuer dem LNT-Prinzip und in Zeiten des Massentourismus auch im Outdoorbereich muss sich jeder fragen: Was passiert, wenn hier jeder dieser vielen Touristen ein Feuer machen würde?
Gerade in Dalsland habe ich diesen Sommer wieder Lagerplätze gesehen, die offensichtlich von Touristen abgeholzt waren. Wozu? - Frisches Holz brennt schließlich nicht. Und überall von lebenden Birken die Rinde abgezogen, weil man natürlich wie die Indianer Feuer machen will. Trotz angelegter Feuerstelle duzende wilde Stellen, jeder muss sein eigenes Feuer haben. Riesige Äxte und Sägen im Kanadier (falls man die Leute überhapt auf dem Wasser sieht - eher nicht) und über die Seen schallen den ganzen Tag Axthiebe von den Lagerplätzen um Abends ein möglichst großes Feuer machen zu können.

Feuer auf Tour: Gelegentlich, z.B. an Ruhetagen (an Tourtagen bin ich dafür abends zu müde und gehe früh in den Schlafsack), in Gegenden mit ausreichend trockenem Holz, nur bei sehr geringer Wald- oder Wiesenbrandgefahr, möglichst klein und nur auf ofiziellen oder fachmännisch angelegten Feuerstellen oder im Hobo oder der Feuerschale.
"Unsinnig" fand ich Feuer allerdings noch nie - absurder Gedanke.


Gruß,

Claudia (in einem Umweltberuf tätig)
Danke Waldhexe, es war Zeit, dass das geschrieben wurde! Ich finde meine Meinung in großen Teilen wieder.
Ich würde noch gerne einen Gedanken ergänzen: Auch wir Menschen sind ein Teil der Natur, selbst, wenn das viele von uns vergessen zu haben scheinen. Es muss darum gehen mit dem Rest der Natur in Frieden zu leben und nicht, die eigene Existenz und Verwobenheit mit der restlichen Natur soweit verleugnen zu wollen, dass ich das Gefühl habe, mich in Luft auflösen zu müssen.
Meine Devise heißt daher: da wo meine artgerechte Umgebung ist, und das seit Jahrhunderten, dort habe ich auch das Recht, die Natur zu betreten, dort zu schlafen, Feuer zu machen und meine Exkremente zu hinterlassen. Selbstverständlich immer mit der schon in vielen Posts beschriebenen Behutsamkeit.
Überhaupt keine Spuren zu hinterlassen (LNT) ist unmöglich, solange ich einen Körper besitze. Der Versuch muss zwangsläufig scheitern.
Kleine Spuren ist ehrlicher, realisierbaren und somit überzeugender und nachhaltiger.

Iring
16.10.2012, 10:25
Der eine mag Feuer der andere nicht . Kann ja jeder halten wie er will. Ich halte mich einfach an die Gesetzlichen Bestimmungen. Ist es erlaubt mach ich eines, ist es Verboten mach ich keines. Die Umweltschutzbehörden werden schon wissen warum es hier verboten und dort erlaubt ist. Ich kann nicht alles beurteilen - deswegen halte ich mich einfach an die Gesetze.

markrü
16.10.2012, 10:38
Das ist hier der typische Lauf auf aller Weltverbesserungs-threads. Es ist ja auch bei allen Teilnehmern der gute Wille erkennbar, aber oft ist die Argumentation, wie soll ich sagen, ungeschickt.
Da ist zunächst einmal, die "ich finde Lagerfeuer unnötig, deshalb sollten alle darauf verzichten"-Gruppe. Für die ist der Verzicht einfach, da sowieso kein Interesse daran besteht und es wird daher völlig verkannt, das es anderen viel mehr bedeuten könnte. So ähnliche Argumentationen findet man überall, Vegetarier, denen es vor Fleisch ekelt und die deswegen anderen vorschreiben wollen auch keins zu Essen. Oder Radfahrer, die Autos (und Fußgänger) doof finden und deswegen anderen ihre Forstbewegungsart vorschreiben wollen. Oder, um hier im Forum zu bleiben, outdoorer, die mit survival nichts anfangen können und deswegen in jedem thread im survival-Teil ihre Meinung dass survivler Spinner sind kund tun müssen.
Auch wenn viele der Wünsche verständlich sind, Akzeptanz schafft man so nicht. Im Gegenteil, so stößt man die anderen vor den Kopf und löst höchsten Trotzreaktionen aus. (...)

Ja, wie wahr! Da kann ich nur hoffen, dass der TO in der Natur weniger schlimme Spuren hinterläßt als mit diesem unsäglichen Thread! Für mich hat dieser Thread als Ergebnis, dass LNT für mich leider mehr in die Ecke von Gutmenschen gerückt ist, die den Balken im eigenen Auge nicht sehen. Da kann man auch mit Veganern über Umerziehungslager für Raubtiere diskutieren.
Aus meiner Sicht wäre direkt nach dem Eröffnungsbeitrag ein Moderatoreneingriff sinnvoll gewesen.


Gruß und Tschüß,
Markus

nierth
16.10.2012, 10:57
meine Erfahrung mit Lagerfeuer: Einfach auf den gesunden Menschenverstand hören.
- wenn es sich spontan anbietet, keine Gefahr davon ausgeht und keinen stört wird eins gemacht
- wenn wir teilweise speziell wegen eines BBQ wohin gehen um ein Lagerfeuer zu machen, war i.d.R. mindestens einer in der Gruppe schon mal da und weiß ob es möglich ist oder nicht
- ansonsten nicht

Insofern verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Die meisten Lagerfeuer, die wir machen befinden sich entweder in Flußbetten, wo es genügend Totholz außen rum gibt, an Plätzen, wo schon dutzend Leute vor uns da waren, oder irgendwo in der Pampa, wo sich 2 Leute am Tag hinverirren. Bisher hatten wir mit dieser Technik noch keine Probleme.

Mal abgesehen von Nationalparks, etc. informieren wir uns i.d.R. nicht über die gesetzlichen Bestimmungen. Ich habe es ein paar Mal spaßeshalber gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sowieso fast überall verboten ist, aber meistens geduldet wird.

Bezüglich LNT: Wenn das Lagerfeuer auf Kies/Sand gemacht wird, lässt es sich quasi rüchstandslos wieder untergraben. In die Situation, ein Lagerfeuer auf offener Wiese zu machen, sind wir bisher noch nie gekommen.

SavinKuk
16.10.2012, 12:47
Der eine mag Feuer der andere nicht . Kann ja jeder halten wie er will. Ich halte mich einfach an die Gesetzlichen Bestimmungen. Ist es erlaubt mach ich eines, ist es Verboten mach ich keines. Die Umweltschutzbehörden werden schon wissen warum es hier verboten und dort erlaubt ist. Ich kann nicht alles beurteilen - deswegen halte ich mich einfach an die Gesetze.

Sehe ich ähnlich. Da es in der Regel verboten sein wird, stellt sich die Frage, ob ein Feuer sinnvoll oder schädlich ist meist nicht.
Allerdings mache ich meist auch dann kein Feuer, wenn es erlaubt sein sollte, da ich es für weitgehend überflüssig, im Zweifel aus Umweltschutzgesichtspunkten für problematisch halte und ich bei mir im Garten weitaus besser zündeln kann.

Die Frage, welches Gewicht man Umweltschutzaspekten im Rahmen seiner Outdooraktivitäten beimisst, kann - solange man nicht gegen irgendwelche Vorschriften verstößt - ohnehin nur jeder für sich selbst beantworten. Schade finde ich hierbei, dass gerne mit Beschimpfungen gearbeitet wird und etwa Gegner der Zündelei als "rechthaberische Gutmenschen" abgestempelt werden.

Itchy ST
16.10.2012, 12:50
Ja, wie wahr! Da kann ich nur hoffen, dass der TO in der Natur weniger schlimme Spuren hinterläßt als mit diesem unsäglichen Thread! Für mich hat dieser Thread als Ergebnis, dass LNT für mich leider mehr in die Ecke von Gutmenschen gerückt ist, die den Balken im eigenen Auge nicht sehen. Da kann man auch mit Veganern über Umerziehungslager für Raubtiere diskutieren.
Aus meiner Sicht wäre direkt nach dem Eröffnungsbeitrag ein Moderatoreneingriff sinnvoll gewesen.

Gruß und Tschüß,
Markus

Ganz so krass sehe ich das zwar nicht (Eröffnungsbeitrag/Moderatoreneingriff), aber das Gutmenschentum, welches sich hier langsam bei mehreren Themen im Forum breit macht, geht mir langsam auch auf den Senkel.

Grüße

I.

Iring
16.10.2012, 12:59
Es darf nunmal jeder dort Feuer machen wo es Erlaubt ist. Ob er dann eins macht oder nicht kann er halten wie ein Dachdecker.

@ Itchy ST : Die Gutmenschen werden nunmal immer mehr, so einfach ist das .

dfens
16.10.2012, 13:24
Ich muss schon sagen, sich in einem Unterforum, in dem es um "LNT" etc. geht, über "Gutmenschen" zu echauffieren, weil diese sich Gedanken über "LNT" machen, finde ich reichlich frech.

Vielleicht kann man dann einfach mal sein Mitteilungsbedürfnis unterdrücken?!

Abgesehen davon gibt es durchaus gute Gründe für LNT, Vegetarismus und lauter andere "Gutmenschen"-Dinge. Wenn Euch das zu zu unbequem ist, ok, ist es mir teilweise auch, aber den "Gutmenschen" eine nicht vorhandene Schuld für Euer schlechtes Gewissen (dass Ihr natürlich nicht habt, weil Ihr schliesslich "Schlechtmenschen" seid) zuzuschustern, geht ein bisschen weit. Habe nirgends gelesen, dass Euch jemand aus dem Forum zwingen wird, nach seinen Richtlinien zu handeln.
Gruss

Dominik
16.10.2012, 13:36
Ich finde diesen Thread höchst spannend, weil deutlich wird, wie unterschiedliche man an das Thema Feuer herantreten kann.
Dass es hier nicht um ein Thema auf der Metaebene geht wird aktuell überrings wieder deutlich:



Liebe Trekker,
aus aktuellem Anlass bitten wir Euch dringend: Legt keine weiteren Feuerstelle auf den Plätzen an !

Am 07.09. kam es am Platz Eußertal an einer zweiten Feuerstelle zu einem Schwelbrand. Auf allen Plätzen ist nur die eine Feuerstelle gesichert und genehmigt.

Durch solche Aktionen wird das ganze Trekkingprojekt gefährdet !
Quelle: http://www.trekking-pfalz.de/de/index.htx/4a0bdc093ee4e78974e2e554a6ce9331

Sarekmaniac
16.10.2012, 13:49
Markrü: Ich finde den Faden nicht "unsäglich", und auch Matthias_s Bezeichnung "Weltverbesserungsthread" finde ich unpassend.

hier werden:

1) persönliche subjektive Vorlieben Feuer ja/nein mit unterschiedlich gut nachvollziehbaren, persönlichen subjektiven Argumenten dargelegt.

2) Die tatsächlichen/möglichen Auswirkungen/Spuren von Feuern diskutiert.

3) Praktische LNT-Techniken fürs Feuermachen vorgestellt.

Ich verstehe nicht wieso man eine ganze Diskussion entwertet, weil einem eine bestimmte geäußerte Meinung, und sei es die vom TO, nicht gefällt? Nur weil jemand ein Thema eröffnet, hat er doch keine Definitonshoheit (zum Glück).

Canadian
16.10.2012, 14:11
Der eine mag Feuer der andere nicht . Kann ja jeder halten wie er will. Ich halte mich einfach an die Gesetzlichen Bestimmungen. Ist es erlaubt mach ich eines, ist es Verboten mach ich keines. Die Umweltschutzbehörden werden schon wissen warum es hier verboten und dort erlaubt ist. Ich kann nicht alles beurteilen - deswegen halte ich mich einfach an die Gesetze.


Mal abgesehen von Nationalparks, etc. informieren wir uns i.d.R. nicht über die gesetzlichen Bestimmungen. Ich habe es ein paar Mal spaßeshalber gemacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sowieso fast überall verboten ist, aber meistens geduldet wird.


Sehe ich ähnlich. Da es in der Regel verboten sein wird, stellt sich die Frage, ob ein Feuer sinnvoll oder schädlich ist meist nicht.

So, und da haben wir dann den Beweis, dass die ganze Diskussion nicht viel gebracht hat.

Also entweder werden die Gesetze bis an ihre Grenzen ausgereizt ohne den eigenen Verstand zu benutzen, Gesetze werden ignoriert oder bewusst übertreten oder man überlässt das Beurteilen des Sinns und der Auswirkungen seiner eigenen Handlungen gleich den Gesetzen.

Herzlichen Glückwunsch zu so viel Mündigkeit.

Im Sarek NP ist Feuer machen übrigens erlaubt. Viel Spaß beim verbrennen einer hochsensiblen Vegetation. Ihr sollt ja euer Feuer haben, aber wenn man sowas liest, muss man sich nicht über Gegenwind wundern.

blue0711
16.10.2012, 14:16
Ich halte mich einfach an die Gesetzlichen Bestimmungen. Ist es erlaubt mach ich eines, ist es Verboten mach ich keines. Die Umweltschutzbehörden werden schon wissen warum es hier verboten und dort erlaubt ist. Ich kann nicht alles beurteilen - deswegen halte ich mich einfach an die Gesetze.Das ist negativ betrachtet (also von der Verbotsfrage her) völlig richtig.
Positiv betrachtet (von der Handlungsseite) leider völlig falsch.

Es geht um sinnvoll und nicht um erlaubt. Nicht alles Erlaubte ist auch sinnvoll. Und zu warten, bis der Gesetzgeber harte Realitäten schafft, ist einfach zu kurz gedacht, denn das macht er idR erst bei Notwendigkeit.

Sinnvolles Handeln macht aber Verbote überflüssig, ist also fürs Zusammenleben nachhaltiger.

Wenn man also Feuer nicht nur nach Gesetzeslage, sondern auch nach LNT macht, vermeidet man neue Verbote und verbessert das Miteinander.

IMHO genug Argument, um das sogar rein egoistisch zu beachten.

Homer
16.10.2012, 14:28
Sinnvolles Handeln macht aber Verbote überflüssig, ist also fürs Zusammenleben nachhaltiger.
IMHO genug Argument, um das sogar rein egoistisch zu beachten.

weise worte, welche sich 1:1 auch auf andere heißdiskutierte themen übertragen lassen

blue0711
16.10.2012, 14:29
So, und da haben wir dann den Beweis, dass die ganze Diskussion nicht viel gebracht hat.Nana, die Posts repräsentieren doch nicht alle Diskutanten.

Mir zB. bringen die konstruktiven Beiträge hier recht viel und mein Handeln wird sich daran auch orientieren.
Ich denke, so dürfte es Einigen gehen.

Dass bei so einem Thema immer wieder Is-doch-eh-egal- oder Weltschmerz-Antworten kommen, ist glaub kaum zu vermeiden.

SavinKuk
16.10.2012, 14:34
So, und da haben wir dann den Beweis, dass die ganze Diskussion nicht viel gebracht hat.

...oder man überlässt das Beurteilen des Sinns und der Auswirkungen seiner eigenen Handlungen gleich den Gesetzen.

Herzlichen Glückwunsch zu so viel Mündigkeit.
.

Sorry, aber wenn es verboten ist, dann mache ich auf keinen Fall Feuer. Insbesondere halte ich es für überheblich, wenn ich (oder irgend jemand sonst) der Meinung ist, er könne besser beurteilen, ob es entgegen der bestehenden Regelungen angemessen ist, ein Feuer zu entfachen. Über die Sinnhaftigkeit des Zündelns nachzudenken, erübrigt sich damit. Nur wenn kein Verbot besteht, macht es überhaupt Sinn, die Vor- und Nachteile des Feuers abzuwägen. Zu welchem Ergebnis man in diesem Fall kommt, hängt wohl im Wesentlichen davon ab, welchen Wert man auf das Prinzip des LNT legt.

[Wer dieses wie hier leider weit verbreitet als Gutmenschentum abstempelt, hat seinen Standpunkt dazu wohl eindeutig klargemacht.]

Ditschi
16.10.2012, 14:36
Hallo,
ich lese hier gerne mit und finde, es hat viele fruchbare Beiträge und Anregungen gegeben. Das macht den thread wertvoll. Und LNT sollte auch in der Lage sein, fundamentale Kritik auszuhalten. Nachvollziehen kann ich auch, daß sich hier der eine oder andere ertappte Sünder, dem ein Spiegel vorgehalten wird, gegen Einsichten wehrt.

OT:
... und die Verwendung des Wortes Gutmensch finde ich unsäglich, ein Wort, das 2012 nach " Döner- Morde" den zweiten Platz belegte als " Unwort des Jahres". Und das zu recht. Wer will, kann das " Warum?" ergoogeln. Die plakative Herabwürdigung und Geringschätzung Andersdenkender durch Verwendung dieses Wortes fällt überdies auf den Verwender zurück, dient es doch dazu, die Dürftigkeit der eigenen Argumentation zu übertünchen. Wie immer: wenn die Argumente ausgehen, kommen die Schimpfworte.
Gruß Ditschi

Prachttaucher
16.10.2012, 14:40
Ich finde, daß das Thema doch eigentlich gut geeignet für LNT-Betrachtungen ist. Zum einen halte ich den Verzicht auf ein Feuer (da wo die Umstände nicht passen) nicht so gravierend wie andere Verzichte (z.B. eine Tour garnicht zu machen), zum andern werden doch von den Fachleuten hier auch gute Lösungen angeboten, wie man´s korrekt machen kann. Für mich interessant, darüber zu lesen, weil ich bisher keine Feuerschale, Hobo o.ä. besitze/ kenne.

Wenn man hier nicht zusammen kommen kann, dann wo dann ?

chartinaelik
16.10.2012, 14:44
Mich interessiert an dieser Stelle, ob ein Hobo eigentlich einem Sturmkocher/Grill gleichzusetzen ist. Ich hab ihn immer in diesen Bereich eingeordnet und nicht als "Lagerfeuer" per se.

Sarekmaniac
16.10.2012, 14:55
Ist die Frage unter welchem Gesichtspunkt.

Ein Hobo auf jeden Fall unter ein Feuerverbot, ein Gas- oder Spiritusbrenner im Trangia wohl eher weniger.

chartinaelik
16.10.2012, 14:59
Interessant. Womit begründest Du diese Einschätzung? Vor allem in Hinblick auf Spiritussturmkocher vs. Feuerholzhobo? Eine Flamme haben beide. Wenn das Betreiben eines Grills erlaubt ist, was unterscheidet das, von dem Grillen mit dem Hobo?

hotdog
16.10.2012, 15:05
Einen Spirituskocher kannst du problemlos ausmachen.

Beim Grillen mit Holzkohle entsteht normalerweise kein Funkenflug.

ToniBaer
16.10.2012, 15:19
Ich muss ganz ehrlich sagen, das mir bis etwa Hälfte 7. Seite der Thread sehr gut gefallen hat. Es wurden die jeweiligen Positionen dargelegt und Tipps/Hinweise zum Feuermachen mit wenig Spuren gegeben. Die Beiträge, die danach kommen finde ich allerdings unpassend, da Meinungen/Positionen von Usern für falsch oder übertrieben erklärt wurden (auf beiden Seiten). Ich glaube bei diesem Thema, bei dem es weder falsch noch richtig gibt, ist es wichtig die Positionen der anderen zu akzeptieren und ggf. nochmal darüber nachzudenken. Diese gegenseitigen Angriffe schaffen nur Zank und Missverständnisse.

Viele Grüße
Toni

chartinaelik
16.10.2012, 15:19
Also, normalerweise ... aber auch Spirituskocher können Probleme bereiten bei unsachgemäßer Anwendung, genauso wie ein Feuer. Ich hab keine Ahnung, ob wir in Schweden den Hobo je hätten betreiben dürfen, getan haben wir es dennoch und nicht einmal in den eigens angelegten Feuerstellen, oder zumindest selten. Die Betreiber unseres Rastplatzes haben sich aber auch nie beschwert, im Gegenteil, der Gatte fand den sogar richtig klasse.

Ich fand es aber sehr schön, daß überall an den Kanuwanderrastplätzen Feuerstellen und Feuerholz vorgehalten wurde. Ideal, meiner Meinung nach. Wie es einige Leute dennoch hinbekommen, die existierenden Feuerstellen unmöglich müllig zu hinterlassen, ist mir schleierhaft.

Sarekmaniac
16.10.2012, 15:20
Wie die deutsche Rechtslage aussieht weiß ich nicht, aber wenn in Schweden oder Norwegen unter der Baumgrenze im Sommer oder auch dauerhaft Feuerverbot herrscht, bezieht sich das auf Holzfeuer, nicht darauf, dass man seinen Gas-, Spiritus- oder Benzinkocher nicht anwerfen dürfte.

Und ein Hobofeuer ist nichts anderes als ein kleines, offenes Holzfeuer.

Deswegen finde ich Hobo und Spiritusbrenner eine charmante Kombi: Wenn man den Hobo nicht nutzen darf (z.B. Wald) oder nicht nutzen will (z.B. Regen, und man will im Zelt kochen), greift man zum Spiritus.

chartinaelik
16.10.2012, 15:23
Hm, ganz so scheint es doch aber mit dem Feuerverbot nicht auszusehen ... gilt das Feuermachverbot vielleicht für Feuer außerhalb einer Feuerstelle? Denn ich habe im Sommer in Südschweden wirklich niemanden getroffen, der kein Feuer gemacht hat. Gab es anlegbare Inseln, fand man dort auch immer eine Feuerstelle.

Sarekmaniac
16.10.2012, 15:30
Ich schrieb ja wenn Feuerverbot herrscht. Das ist sicher von Kommune zu Kommune, Nationalpark zu Nationalpark, Jahrezeit zu Jahreszeit etc. unterschiedlich.

Wenn irgendwo ein Feuerverbot herrscht, gilt das auch für einen Hobo. So würde ich das zumindest für mich interpretieren.

Mus
16.10.2012, 15:47
Interessant. Womit begründest Du diese Einschätzung? Vor allem in Hinblick auf Spiritussturmkocher vs. Feuerholzhobo? Eine Flamme haben beide. Wenn das Betreiben eines Grills erlaubt ist, was unterscheidet das, von dem Grillen mit dem Hobo?


Einen Spirituskocher kannst du problemlos ausmachen.

Beim Grillen mit Holzkohle entsteht normalerweise kein Funkenflug.

Als wir vor ein paar Jahren in Brandenburg auf einem Zeltplatz im Wald waren, wurde gerade die höchste Waldbrandstufe ausgerufen, da war dann auch Grillen nicht mehr erlaubt. Der Gaskocher zum Glück schon. Allerdings haben die Steaks als Gulasch nicht besonders geschmeckt.

Prachttaucher
16.10.2012, 15:52
...Denn ich habe im Sommer in Südschweden wirklich niemanden getroffen, der kein Feuer gemacht hat....

Naja, das hat ja überhaupt nichts zu sagen. Es gibt eben viele Kanuten, die machen das auf jeden Fall, egal wie die Lage ist. Ab Juni herrscht dort schon oft höchste Waldbrandstufe. Hinzu kommt, daß dazu der Wind dann oft noch kräftig in Richtung der Bäume bläst.

chartinaelik
16.10.2012, 15:55
Hm, also am Asnen gilt vom 1.4 - 30.9. Feuerverbot. Aber auch nicht so richtig. Auf den Rastplätzen jedenfalls nicht, dort sind Feuerstellen, die man benutzen darf.


Feuerverbot am Åsnen 1.4.—30.9.
Gilt 100 Meter von der Uferlinie des Åsnen.


Heißt das nun, es gilt nur auf den ersten 100m oder ab den 100m? Jedenfalls hatte jeder Rastplatz Feuerstellen und Feuerholz und die Betreiber haben auch immer für frisches Holz gesorgt und nie was gesagt, wenn man abends am Feuer saß.

Waldhexe
16.10.2012, 16:23
Denn ich habe im Sommer in Südschweden wirklich niemanden getroffen, der kein Feuer gemacht hat.

Dann hast Du uns nicht getroffen, wir haben in den drei Wochen auf Faltboottour nur zweimal Feuer gemacht (aber meist im Hobo gekocht).
Wir fahren dort zum Paddeln hin, nicht zum Robinson-Spielen wie offensichtlich die meisten anderen Kanuten. Wer paddelt, hat abends keine Lust mehr, Holz für die üblichen riesigen Feuer zu machen und geht früh schlafen. Wie schon beschrieben, die meisten, überwiegend von Scandreck u.ä. angeliefert, fahren offensichtlich auf den nächsten freien Lagerplatz und bleiben dort, das Feuer brennt dann den ganzen Tag.
Nunja, so lange mal keine Bäume absägt oder Äste abbricht (vielerorts leider der Fall) und die Ranger nicht einschreiten - erlaubt ist es und das Holz hierfür wird angeliefert. Allerdings braucht man sich nicht zu wundern, wenn solches Überstrapazieren des Jedermannsrechts (das ist es in meinen Augen) irgendwann Konsequenzen hat.

Was ich mich Frage, ganz ohne Polemik: Was ist für Euch der Sinn von LNT? Leave no Trace at all aus irgendwie naturethisch/pantheistischen Gründen bzw. aus Rücksicht auf andere? Denn umweltschädlich sind z.B. Kackehäufen nicht, so lange es keine rauen Mengen sind, aber rücksichtslos für die, die nach einem kommen. Also: Niemand soll sehen, dass ich da war - oder geht es darum, der Natur nicht zu schaden?
Nochmal: Ich kann nicht erkennen, wie ein 50 cm großer (oder auch mehr) verbrannter Fleck (gut unterhalb der alpinen oder borealen Baumgrenze, außerhalb von Torfgebieten und Naturschutzgebieten etc.) der Natur schadet. Die Düngewirkung sorgt dafür, dass es hinterher üppiger wächst als vorher. Man sieht: Hier war jemand. Ist das das Problem?

Gruß,

Claudia

recurveman
16.10.2012, 16:48
Hallo,

ich war dieses Jahr mit meiner Frau im Rogengebiet paddeln und uns haben die Feuerstellen an so ziemlich jedem Platz, an dem schon mal gezeltet wurde, doch sehr gestört. Besonders störend fanden wir die Tatsache, dass anscheinend jedes Feuer dafür genutzt wurde, um irgendwelchen Müll zu verbrennen. In den Feuerstellen fanden sich also Metallreste, halb verbrannter Kunstoff etc.. Und die Feuerstellen zeugten auch nicht von besonders kleinen Feuern.
Feuer durfte in diesem Gebiet übrigens nicht entzündet werden.

Ansonsten sind wir bislang immer ohne Feuer ausgekommen und haben es eigentlich auch noch nie vermisst.

Gruß,

Thomas.

Prachttaucher
16.10.2012, 16:55
@chartinaelik : An den angelegten Rastplätzen mit Feuerstelle ist das schon so gedacht, daß man die dort benutzt und auch erlaubt. Nur eben nicht bei Waldbrandgefahr, was das ganze im Sommer dann doch wieder einschränkt.

@Waldhexe : Auf einer Feuerstelle an einer Anlegestelle (Wasserwandern), die gut besucht wird, wird es nicht wieder üppig wachsen. Solange es bei einer begrenzten Stelle bleibt, kann ich damit leben, obwohl so ein schwarzer Fleck für mich nichts mehr mit "naturbelassen" zu tun hat. Dem Boden sieht man das allerdings auch an, daß dort viele Leute vorbeikommen. Leider (wie hier schon mehrfach geschrieben) führt die eine Stelle häufig zu Sekundärerscheiningen : Weitere Stellen, rumliegende verkohlte Holzreste, Müll etc. Das stört mich dann sehr.

Im Fjäll stört mich auch schon der eine schwarze Fleck, weil ich finde ein solch deutliches Zeichen, daß jemand da war, muß in der sensiblen Landschaft nicht sein.

Sarekmaniac
16.10.2012, 16:58
Was ich mich Frage, ganz ohne Polemik: Was ist für Euch der Sinn von LNT? Leave no Trace at all aus irgendwie naturethisch/pantheistischen Gründen bzw. aus Rücksicht auf andere? Denn umweltschädlich sind z.B. Kackehäufen nicht, so lange es keine rauen Mengen sind, aber rücksichtslos für die, die nach einem kommen. Also: Niemand soll sehen, dass ich da war - oder geht es darum, der Natur nicht zu schaden?

Es geht um beide Aspekte: Eingriffe, Schäden, Spuren zu minimieren (Naturschutz), und darum, das Naturerlebnis für andere und vice versa auch für sich selbst nicht zu mindern (Eigennutz).

madmax
16.10.2012, 18:27
Also ich mache manchmal gerne ein Feuer - manchmal spare ich es mir auch gerne.

wenn weit weg von jeglichem Tun & Treiben bin ist ein Feuer einfach wirklich "Seelenfutter" und vermittelt ein sehr schönes "Zuhause-Gefühl" (also so, daß man sich da draußen wie zuhause fühlt). Natürlich nutze ich das Feuer dann auch zum Wasserkochen etc - spart also Brennstoff, wenn man denn Holz findet...

Wenn irgendwo Leute sein könnten, die es auch noch sehen würden, laß ich es; wenn es da wirklich zu kalt wird, mir der Tee ausgeht oder das Gas, dann kann ich ja in die nächste Kneipe gehen ;).

Zum Thema Spuren: wenn ich irgendwo am Rastplatz aussteige, dann gibt es immer eine Stelle, die eine offensichtliche Klo-Stelle ist! Diese wird dann auch regelmäßig als solche weiterbenutzt und verbreitert! Gleiches gilt für wilde Müllkippen; niedergetretenes Buschwerk, den Kippenhinwerfplatz am Haus, die Windelwechselstelle am Strand und sonst auch alles Widerliche oder auch nur Nervige, was der Mensch so anrichten kann.
Alle diese Stellen hat irgendeiner irgendwann mal "eröffnet" und die Andern haben sich ganz selbstverständlich daran orientiert, was auch ganz natürlich ist.
Aber Leute, mal ehrlich: So Einer will ich einfach nicht sein!

lg
M.

P.S.: von wegen blöde Bakterien: gerade hat eine Studie belegt, daß nicht die Pflanzen sich an die Kargheit einer Gegend anpassen, sondern Der Boden passt sich den Pflanzen an - verantwortlich für den Wuchs sind hauptsächlich die Bodenbakterien! wächst also erstmal nix mehr zu...


kleiner Tip noch:
früher hab ich an der Feuerstelle immer 3 Häringe in den Boden gesteckt, um den Wasserkessel drauf zu stellen - das geht mit dem Hobo auch...

blue0711
16.10.2012, 20:50
Wie die deutsche Rechtslage aussieht weiß ich nicht, ...Hatten wir schonmal die Diskussion irgendwo (war das nicht irgendwas mit Badesee?).

Im Grunde kannst Du davon ausgehen, dass Feuer alles ist, was eine Flamme hat, und offenes Feuer jedes Feuer ohne geschlossene Brennkammer (geschlossen heißt dabei: keinerlei Flammaustritt, Zuluft- und Abgasführung).
Und damit ist auch der Spirituskocher tabu.
Allenfalls ein katalytischer Brenner geht dann noch sicher, weil der keine Flamme hat.

Duldungen gibt es sicher, sind aber rechtliche Grauzone.

_Matthias_
17.10.2012, 00:23
auch Matthias_s Bezeichnung "Weltverbesserungsthread" finde ich unpassend
Aber als solcher ist er doch gestartet: "dann ist das doch ohne Sinn und Verstand. Nur weil Du lange Weile hast verursachst du einen Schaden" Nach dem Motto, ich kann etwas nicht nachvollziehen, darum will ich dirs verbieten.
Das der thread dann zu einem recht guten Gedankenaustausch geworden ist will ich gar nicht abstreiten, das ist ja positiv und der Dank dafür gebührt allen, die ihre Position erläutert und besonders auch denen, die sie hinterfragt haben. Ich will mich auch gar nicht auf die eine oder andere Seite schlagen (die es so schwarz/weiß ja hier auch so gut wie nicht gibt), sondern wollte lediglich dazu anregen bevor jemand Forderungen erhebt, derjenige doch vorher sich auch mal Gedanken machen sollte wie das dann ankommt. Es ist halt ein Unterschied ob man sagt: 'ich mache gerne Feuer aber aus diesem und jenem Grund habe ich davon Abstand genommen' oder 'ich hab noch nie verstanden warum jemand Feuer macht, du solltest auch damit aufhören'. Das sagt jetzt auch erstmal gar nichts darüber aus wie sinnvoll etwas ist, sondern ob es jemand darum geht seine Meinung durchzusetzen, oder darum das Thema aus verschiedener Sicht zu diskutieren und vielleicht einen guten Kompromiss zu finden. Es ist halt netter mit jemand zu diskutieren, der sich wenigstens die Mühe macht und versucht die andere Position nachzuvollziehen anstatt sie von vornherein abzukanzeln.

lina
17.10.2012, 00:37
@_Matthias_: Eine hier vertretene Variante hast Du vergessen, die wäre ungefähr: Ich habe noch nie verstanden, warum jemand Feuer macht, aber wenn schon, dann gibt es unter Berücksichtung von X und Y diese bzw. jene Vorgehensweise, welche die Natur so wenig wie möglich bis gar nicht beeinträchtigt.

_Matthias_
17.10.2012, 01:15
@_Matthias_: Eine hier vertretene Variante hast Du vergessen, die wäre ungefähr: Ich habe noch nie verstanden, warum jemand Feuer macht, aber wenn schon, dann gibt es unter Berücksichtung von X und Y diese bzw. jene Vorgehensweise, welche die Natur so wenig wie möglich bis gar nicht beeinträchtigt.
Die von mir vorgebrachten Varianten sollten nur die unterschiedliche Wirkung wie etwas gesagt wird veranschaulichen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Neben der von die genannten gibts auch noch jeden Menge weitere. Ich wollte auch keine Wertung des Zieles vornehmen, es kann schon sein, dass kein Feuer machen die beste Lösung ist. Nur wie ich es vorbringe kann halt jemand zum nachdenken anregen oder eine Trotzhaltung erzeugen. Forderungen ohne echte Begründung oder wenn man dem anderen niedere Beweggründe unterstellt, führen fast zwangsläufig zu Blockadehaltung.

blitz-schlag-mann
17.10.2012, 09:57
Wenn der Hobo gut zieht bleibt etwas feine schwarze Asche zurück. Die kannst du einfach verteilen oder vom Wind verteilen lassen... Soll wohl auch guter Dünger sein.

Im Rucksack hat ein kleiner Hobo nebst Unterlage auch Platz siehe Hobos von bpl.uk.

Viele Grüße
Ingmar



Viele Grüße
Ingmar

Robiwahn
17.10.2012, 11:09
Moin

Asche (http://www.waldwissen.net/searchresults_DE?simplesearch=asche&batch_size=10000) sind konzentrierte mineralische Nährstoffe, die meisten Pflanzen (also die meisten, die keine Spezialisten für arme Böden sind) freuen sich über solche natürliche Düngergaben.
Holzkohle ist auch nicht schädlich, sondern hat im Boden auch positive Eigenschaften (v.a. Wasserspeicherung, katalytische Eigenschaften), unter dem Stichwort Terra Preta (https://www.google.ch/search?client=opera&rls=de&q=terra+preta&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8&channel=suggest) findet ihr da mehr Infos im Netz. Es wird mittlerweile sogar versucht, sowas in größerem Maßstab herzustellen und für Gärtnereien/Landwirtschaft zu nutzen. Klar ist "unberührte Natur" kein Garten, aber es ist erstmal nicht schädlich, wenn irgendwo nen Stück Holzkohle rumliegt.
Es gibt sogar spezialisierte Pilze (http://www.waldwissen.net/wald/pilze_flechten/wsl_pilze_feuer/index_DE), die speziell auf Brandstellen wachsen, also ist selbst das nicht per se schädlich.

Grüße, Robert, der auf Tour eher selten nen Feuer macht

Dominik
17.10.2012, 12:43
In der LNT Literatur wird ebenfalls empfohen die (kalte) Asche in der Luft zu zerstreuen, sodass keine Spur mehr sichtbar ist. Ich meine, dort würde auch die positive "Wirkung" angesprochen...

Lodjur
17.10.2012, 17:30
Hi, hierzulande ist das auch nicht so ein Problem. Die borealen Böden sind da wesentlich empfindlicher. Ich habe mal 10 Jahre zeitweise in Värmland gewohnt und hatte da auch ziemlich viel Wald. Zu meiner Einweihung durch die Nachbarn nach dem Umzug Ende September gehörte die Teilnahme an der jährlichen Elchjagd im Oktober. An einem grossen Sumpf in meinem Wald wurde am frühen Morgen ein kleines Feuer gemacht zum Kaffe kochen. Der Boden war da leicht sandig mit kleinen Steinen durchsetzt und es wuchs eine dichte Schicht allerlei Kraut und viel Bärlapp. Das kleine Feuer war so 20-25 cm in Durchmesser. Hinterher blieben ein paar kleine Holzkohlestückchen liegen. Da ich mich schon damals immer über die unsäglichen Feuerstellen an den Kanurastplätzen geärgert habe verhinderte ich das die Stelle umgegraben wurde. Ich habe dann immer mal wieder danach geschaut. Immer sichtbar und es wuchs kaum was nach. Als ich nach 10 Jahren da alles verkauft habe und zurück gekommen bin habe ich auch noch mal nach der Stelle gesehen. Die Feuerstelle war noch immer sichtbar, der Bewuchs erst zur Hälfte wieder eingewachsen und die Holzkohlestückchen lagen unberührt da, wahrscheinlich noch in 1000 Jahren :bg:
CU Bernd

Iring
17.10.2012, 20:19
Manchmal findet mann ja auch Holz Tische und Bänke am Waldeswegrand, mann solte mal eine Bürgerinitiative Gründen mit der Forderung das ganze mit einem Ofen oder Kamin aufzuwerten. :p

Abt
17.10.2012, 20:46
Die Natur verkraftet das doch.Sie braucht nur mehr Zeit und tickt nicht nach unserer Zeitvorgabe.

Ein Wiesenbrand (in den hiesigen Klimatischen Verhältnissen) ist in etwa nach einem halben-dreiviertel Jahr unsichtbar.
Ein Gebüsch nach etwa drei..vier Jahren wieder da.
Bäume brauchen, je nach Art 40-60 Jahre nach Pflanzung.

Solche verkohlten Stämme überdauern wesentlich länger. wurden ja auch früher als angekohlte Pfähle und Palisaden in die Erde gerammt, da die Holzkohle vor Fäulnis schützt. Aber zu Flächen und Waldbränden darf es überhaupt nicht erst kommen.
Das ist aber kein Freibrief für uns nun zu kokeln was das Zeug hält.
Also k(l)eine Spuren ist schon ok.

Chouchen
17.10.2012, 21:24
Weiter oben schrieb es ja schon jemand: Es ist ein Riesenunterschied, in welchen Breitengraden man rumkokelt und rumstapft. Pauschalaussagen dafür oder dagegen sind nicht zielführend.

Ditschi
19.10.2012, 10:30
Wie die deutsche Rechtslage aussieht weiß ich nicht

OT:

Ich komme endlich mal dazu, zu sarekmaniacs Frage in post 165 Stellung zu nehmen, auch wenn blue0711 dazu in post 169 schon richtige Ausführungen machte.

Einige hier im Forum äußern sich dahingehend, daß sie trotz Verbots wild campen oder Feuer machen in der Hoffnung,es werde geduldet oder sie würden nicht ertappt. Und wenn letzteres geschehe, seien sie halt bereit, für die Ordnungswidrigkeit zu bezahlen.
Die Annahme, sie müßten dann für die Ordnungswidrigkeit bezahlen, dürfte nicht unbegründet sein. Die Befriedigung eigenen Lusterlebens als höherwertiges Rechtsgut gegenüber den Belangen des Naturschutzes dürfte in einem Verfahren als Rechtfertigung nicht durchdringen. Das aber nur am Rande.

Mir geht es darum, aufzuzeigen, daß man Wildcampen und unerlaubtes Feuermachen nicht in einen Topf werfen sollte.

Unerlaubtes Wildcampen ist und bleibt Ordnungswidrigkeit, es sei den, es wird zur Straftat des Hausfriedensbruchs, wenn man dabei in umfriedetes Besitztum eindringt.

Unerlaubtes Feuermachen ist ein anderes Kaliber und kann sich schnell zur massiven Straftat auswachsen als Brandstiftung ( § 306 StGB) oder fahrlässige Brandstiftung ( § 306 d StGB), wenn es durch das Hantieren mit der Flamme tatsächlich zu einem Brand kommt. Es bedarf keiner Erwähnung, daß man sich dann auch erheblichen Schadensersatzforderungen aussetzen kann.
Kaum bekannt ist dagegen die erhebliche Straftat des § 306 f StGB " Herbeiführen einer Brandgefahr".
Da kann das verbotene Feuermachen schon Straftat sein, auch wenn nichts passiert.
§ 316 f STGB ist ein sogenanntes konkretes Gefährdungsdelikt. Das Feuermachen alleine reicht nicht, sondern es muß eine besondere Gefährdungslage hinzukommen.
Beispiel:
verbotenes Feuermachen im nassen Wald = Ordnungswidrigkeit
verbotenes Feuermachen in Wald, Heide, Moor, wenn es knochentrocken ist und ein Funke zur Katrastrophe führen könnte = Straftat § 316 f StGB.
Diese Norm führe ich auch deshalb an, weil sie sich bemüht, die Gefahrenquellen aufzulisten und damit sarekmaniacs Frage zu beantwortet: egal, ob Lagerfeuer, Hobo, Gas-, Benzin- oder Spitituskocher: alles, was in der Lage wäre, aufgrund von offener Flamme oder Glut einen Brand zu verursachen, fällt unter die Norm.

§ 306f
Herbeiführen einer Brandgefahr.(1) Wer fremde

1. feuergefährdete Betriebe oder Anlagen,
2. Anlagen oder Betriebe der Land- oder Ernährungswirtschaft, in denen sich deren Erzeugnisse befinden,
3. Wälder, Heiden oder Moore oder
4. bestellte Felder oder leicht entzündliche Erzeugnisse der Landwirtschaft, die auf Feldern lagern,

durch Rauchen, durch offenes Feuer oder Licht, durch Wegwerfen brennender oder glimmender Gegenstände oder in sonstiger Weise in Brandgefahr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine in Absatz 1 Nr. 1 bis 4 bezeichnete Sache in Brandgefahr bringt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet.

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1 fahrlässig handelt oder in den Fällen des Absatzes 2 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Gruß Ditschi

Prachttaucher
19.10.2012, 12:28
Danke Ditschi !

Ohne das so genau gewußt zu haben : Das eine (also das mit dem Zelt) läßt sich eben deutlich unauffälliger ohne das Lagerfeuer durchführen und kann essentiell werden, wenn man viel unterwegs sein möchte. Das andere ist in meinen Augen nach wie vor ein gefährlicher Luxus, der (bei unsachgemäßer Anwendung / falscher Location) generell das Unterwegssein in Mißkredit bringen kann. Je mehr gezündelt wird, desto größer die Gefahr, daß es auch mal schief geht. Die Devise : Nur ein unterlassenes Feuer ist ein gutes Feuer halte ich deshalb in vielen Fällen für die beste Lösung.

:grins: Man darf mich auch schlagen.

Dominik
19.10.2012, 12:58
Ich räum hier mal auf und sortiere die Postings zur Methoden und Techniken in einen anderen Thread
Bis dahin ist der Thread temporär geschlossen.

/edit: ist wieder offen...

markrü
19.10.2012, 13:53
... Das andere ist in meinen Augen nach wie vor ein gefährlicher Luxus, der (bei unsachgemäßer Anwendung / falscher Location) das Unterwegssein in Mißkredit bringen können. Je mehr gezündelt wird, desto größer die Gefahr, daß es auch mal schief geht. Die Devise: Nur ein unterlassenes Feuer ist ein gutes Feuer halte ich deshalb in vielen Fällen für die beste Lösung.

... Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären...

Wir können ja mal überlegen, welche anderen Sachen auch bei unsachgemäßer Anwendung / falsche Location generell das Unterwegssein in Mißkredit bringen können und bei häufigerer Ausübung eben auch öfter die Gefahr beinhalten, daß es auch mal schief geht:

- Wandern
- Paddeln
- Zelten
- Rad Fahren
- Auto Fahren
- Draußen sein
- Im Gras liegen
- Unterwegs Kochen
- Picknicken
- Tiere beobachten
- Schnitzen
- Pilze Sammeln
- Beeren Sammeln
- Fotografieren
- Zwischenmenschliche körperliche Aktivitäten
- ...
- ...

Nein, ich glaube, es ist einfacher, die Dinge aufzuzählen, auf die das eben nicht zutrifft:

- Atmen? - Naja, vielleicht. Aber bestimmt kann man sich in bestimmten Situationen auch daran stören, man denke nur an die CO2-Bilanz... Ich bleib vielleicht doch besser zuhause... :roll:

Gruß,
Markus

Thomasi
20.10.2012, 00:08
Lagerfeuer ist vollkommen unästhetisch.
Es stinkt, es qualmt, man hat schwarze Hände hinterher und draußen weder Seife noch Bürste,
selbige ordentlich zu säubern.

Mir ist unverständlich,
wie die Leute ihr Geld in modischste Outdoorjacken für 500 Euro versenken,
um sie am selben Abend ausgiebig zu räuchern,
oder um gleich ein paar lüftende Löcher reinzubrennen.

Der Rauch zieht in die Haare
und kriecht man in den Schlafsack zur Nacht,
strömt einem der Odem verkohlten Holzes, kalter Asche um die Nase,
da kann ich gleich am Autobahnrand biwakieren
und Auspuffgase schnuppern.

Von den rußgeschwärzten Töpfen und Bechern,
von verkohlter Verköstigung gar nicht zu reden;

Lagerfeuer ist was für Troglodyten,
die ohne iphone nicht auf gps-gestützte Tour gehen,
aber ihr artifizielles Erleben glauben durch Rauch schmücken zu müssen,
als Zeichen ihrer besonderen Naturverbundenheit.

Sie flüchten den Gestank der Städte,
schwärmen aus in reine Bergluft
und dann fällt ihnen nichts besseres ein,
als selbige mit dem selben Dreck zu schwängern,
dem man gerade entkommen ist.

Bravo, das ist ganz, ganz toll.

Dann aber bitte geschlossene Kreisläufe und die Vergasungsprodukte ins Zeltinnere leiten
und dem eigenen Atemkreislauf zuführen,
schließlich soll man seinen Abfall ja wieder mitnehmen und nichts liegenlassen.

Wer das nicht kann oder will,
soll auch kein Feuer machen.


Lagerfeuer ist eine Akt der Zerstörung
und es scheint mir widersinnig,
dass ich Natur betrete zur im weitesten Sinne eigenen Regeneration,
um sie dann mit verbrannter Erde zu beflecken.

Aber ich vermute,
dass es einen Outdoorertyp gibt,
der aus ganz anderen Motiven raus geht als meinereiner,
dem es nicht um Diskretion geht,
sondern um Zeichensetzung.

Kehrt er dann,
wie oben beschrieben,
nach zehn Jahren zurück an die einstige Wirkungsstätte,
kann er auf den schwarzen, trüben Flecken zeigen
und schwärmen: 'Schauts, da drüben haben wir auch schon gekokelt!'
und in Erinnerungen schwelgen.

Ein Denken,
das solches Memento benötigt,
wird niemals erfassen,
was Scham bedeutet.

Chouchen
20.10.2012, 00:18
Kehrt er dann,
wie oben beschrieben,
nach zehn Jahren zurück an die einstige Wirkungsstätte,
kann er auf den schwarzen, trüben Flecken zeigen
und schwärmen: 'Schauts, da drüben haben wir auch schon gekokelt!'
und in Erinnerungen schwelgen.


Von einer Unterwegs-Nicht-Kokelerin zu einem Nicht-Kokler:
Thomasi, wie so oft hast Du mit vielen Worten wenig gesagt.
Dass es in diesem (und benachbarten) Threads in großen Teilen auch darum geht, wie man keine "schwarzen, trüben Flecken" hinterlässt, hast Du das nicht gesehen? Oder hast Du es ignoriert, damit Du eine Fingerübung abliefern kannst?

Okapi
20.10.2012, 00:24
Ich kaufe keine modische Outdoorjacke für 500 Euro, habe kein iPhone, ich reiße keine Kilometer in einer vorgegebenen Zeit runter und mache gerne auch ein Lagerfeuer. Unästhetisch finde ich andere Dinge.

Das was Thomasi geschrieben hat ist für mich der größte Unfug den ich seit langem gelesen habe.

Goettergatte
20.10.2012, 00:28
Ich weiß nicht, warum hier manche sich benehmen, als ob an einem Tabu gerührt würde,
es wird doch nichts gegen ein Feuerchen gesagt,
-wenn es erlaubt ist
-wenn es die Wetterlage zuläßt
-wo eine etablierte Feuerstell vorhanden ist (also keine neue Feuerstelle neben einer anderen)
-wenn andernfalls LNT gemäß gehandelt wird.

Wenn diese Punkte wegfallen,
ist dann der Verzicht auf ein Feuer so schwer?


Nochwas:
An alle anderen, die der Erosion durch Hügelgraben und die Gefahr der Maulwurfvergasung befürchten:
Lernt Lesen,
dann versteht ihr auch.

Torres
20.10.2012, 00:30
Hallo Thomasi, you made my night. :bg:

Herzlich gelacht: Einiges wieder erkannt, einiges fand ich schon immer und einiges hast Du wunderbar überspitzt. :grins:



Kehrt er dann,
wie oben beschrieben,
nach zehn Jahren zurück an die einstige Wirkungsstätte,
kann er auf den schwarzen, trüben Flecken zeigen
und schwärmen: 'Schauts, da drüben haben wir auch schon gekokelt!'
und in Erinnerungen schwelgen.

Ich lach mich schlapp! :lol:

Goettergatte
20.10.2012, 00:43
Kehrt er dann,
wie oben beschrieben,
nach zehn Jahren zurück an die einstige Wirkungsstätte,
kann er auf den schwarzen, trüben Flecken zeigen
und schwärmen: 'Schauts, da drüben haben wir auch schon gekokelt!'
und in Erinnerungen schwelgen.


Genau das ist einer der Punkte,
die ich oben bereits beschrieb,
vom Lagerfeuerplatz meiner Jugend,
nur schwelgte ich nicht in Erinnerung,
sondern war erschrocken über die ausgewachsene Brandrodungsfläche, welche die Nachfolger daraus machten.
Ich bin mir sicher, hätten wir unser Feuer damals "spurenarm" betrieben, Wiese und Baum wären heut noch in takt.

Ich unterstelle denen, die derart rücksichtslos und uneinsichtig handeln, eine ähnliche Mentalität, zu jenen, die unsere Autobahnauf- und Abfahrten zumüllen.

blue0711
20.10.2012, 13:03
@Thomasi: Klischeefeuer fackelst Du aber gerne ab, gelle ;-)

Alter Spruch dazu: Geschmackssache, sagte der Affe, als er in die Seife biss.
Also einfach lassen, wem's nicht schmeckt :baetsch:

markrü
22.10.2012, 10:50
Die meisten Leute, die eine Sache, deren Zweck und das Vergnügen, das man daran haben kann, vollkommen mißverstehen und sich beim Versuch der Ausübung dämlicher anstellen als Legehennen auf Koks weil sie ihr Hirn wegen ihres CO2-Footprints sehr früh auf Sommerpause stellen, haben fortan keine wichtigere Mission, als sich und anderen ihre eigene Unfähigkeit zu erklären, indem sie gebetsmühlenhaft davon erzählen, wie doof diese Sache doch wäre und mit ihr die Leute, die sie gut fänden... :bg:

Einen schönen guten Abend...

Gruß,
Markus

Abt
22.10.2012, 12:44
Lagerfeuer ist vollkommen unästhetisch.
Es stinkt, es qualmt, man hat schwarze Hände hinterher und draußen weder Seife noch Bürste,
selbige ordentlich zu säubern.

Mir ist unverständlich,
wie die Leute ihr Geld in modischste Outdoorjacken für 500 Euro versenken,
um sie am selben Abend ausgiebig zu räuchern,
oder um gleich ein paar lüftende Löcher reinzubrennen.

Der Rauch zieht in die Haare
und kriecht man in den Schlafsack zur Nacht,
strömt einem der Odem verkohlten Holzes, kalter Asche um die Nase,
da kann ich gleich am Autobahnrand biwakieren
und Auspuffgase schnuppern.

Von den rußgeschwärzten Töpfen und Bechern,
von verkohlter Verköstigung gar nicht zu reden;

Lagerfeuer ist was für Troglodyten,
die ohne iphone nicht auf gps-gestützte Tour gehen,
aber ihr artifizielles Erleben glauben durch Rauch schmücken zu müssen,
als Zeichen ihrer besonderen Naturverbundenheit.

Sie flüchten den Gestank der Städte,
schwärmen aus in reine Bergluft
und dann fällt ihnen nichts besseres ein,
als selbige mit dem selben Dreck zu schwängern,
dem man gerade entkommen ist.

Bravo, das ist ganz, ganz toll.

Dann aber bitte geschlossene Kreisläufe und die Vergasungsprodukte ins Zeltinnere leiten
und dem eigenen Atemkreislauf zuführen,
schließlich soll man seinen Abfall ja wieder mitnehmen und nichts liegenlassen.

Wer das nicht kann oder will,
soll auch kein Feuer machen.


Lagerfeuer ist eine Akt der Zerstörung
und es scheint mir widersinnig,
dass ich Natur betrete zur im weitesten Sinne eigenen Regeneration,
um sie dann mit verbrannter Erde zu beflecken.

Aber ich vermute,
dass es einen Outdoorertyp gibt,
der aus ganz anderen Motiven raus geht als meinereiner,
dem es nicht um Diskretion geht,
sondern um Zeichensetzung.

Kehrt er dann,
wie oben beschrieben,
nach zehn Jahren zurück an die einstige Wirkungsstätte,
kann er auf den schwarzen, trüben Flecken zeigen
und schwärmen: 'Schauts, da drüben haben wir auch schon gekokelt!'
und in Erinnerungen schwelgen.

Ein Denken,
das solches Memento benötigt,
wird niemals erfassen,
was Scham bedeutet.

Genauso isses. Und deshalb mag ich Lagerfeuer!:grins:

Nick.Rivers
22.10.2012, 12:59
Lagerfeuer ist vollkommen unästhetisch.


Und solch tolle Ergüsse sind es ebenfalls :(

Torres
22.10.2012, 13:03
Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-)

chartinaelik
22.10.2012, 13:57
Also, wenn ein Feuer dermaßen qualmt, daß man verräuchert in die Tüte steigt, hat man was falsch gemacht ... Ich bin kein Raucher und kann auch nicht verstehen, wie man als Outdoorer zwar in der freien Natur herumwandern kann, aber bei jeder erst besten Gelegenheit, der Sucht frönen muß.

Ich halte rauchen im Wald und auf der Heide für um einiges gefährlicher als einen Kochhobo.

Mal Hand auf's Herz, welcher der hier Feuer verteufelnden Outdoorer ist Raucher?

Iring
22.10.2012, 14:07
Ich Rauche nicht mehr. Ich habe meine Tante gesehen - ohne Haare.....

Der Faden dreht sich unendlich um die eigene Achse. Lagerfeuer ist nix gut - Flugzeugfliegen schon. Lagerfeuer ist nix gut - Tütensuppen schon. Lagerfeuer ist nix gut - Plastikrucksack schon. Reine Resourcenverschwendung. Wann hat der eröffner eigendlich das letzte mal gepostet ....

Homer
22.10.2012, 14:16
Ich halte rauchen im Wald und auf der Heide für um einiges gefährlicher als einen Kochhobo.

ich denke, rauchen ist per se ungefährlicher und kontrollierbarer, da kippen weniger zu funkenflug neigen als hobos - das problem sind mal wieder die deppen, die unvernünftig damit umgehen und keine rücksicht auf ihre umgebung nehmen:-?.

ToniBaer
22.10.2012, 14:17
Der Faden dreht sich unendlich um die eigene Achse. Lagerfeuer ist nix gut - Flugzeugfliegen schon. Lagerfeuer ist nix gut - Tütensuppen schon. Lagerfeuer ist nix gut - Plastikrucksack schon. Reine Resourcenverschwendung. Wann hat der eröffner eigendlich das letzte mal gepostet ....

Die Frage war ursprünglich so formuliert, das jeder mehr oder weniger schreibt, wie er es handhabt und warum er Feuer macht oder nicht. Das der Thread zu keinem Schluss kommen kann ist klar, da jeder diesbezüglich eine andere Meinung hat (die (fast) immer legitim ist) und das ist auch gut so!
Sinnvoll ist er dennoch, da er zum Nachdenken anregt (wenn man Positionen anderer "Outdoorer" liest) und wertvolle Tipps enthält.

Viele Grüße
Toni


Edit: Da der TO seine Meinung diesbezüglich schon im ersten Beitrag geschrieben hat, ist auch nicht nötig diese an x weiteren Stellen zu wiederholen/erneuern/vertiefen.

Torres
22.10.2012, 14:33
Also, wenn ein Feuer dermaßen qualmt, daß man verräuchert in die Tüte steigt, hat man was falsch gemacht ...

Nö, dann war man auf einem ODS Treffen :bg:
Mein Hobo-ODS-Wintertarp finde ich auch im Dunklen: Immer dem Geruch nach :grins:

Ansonsten gibt es bei diesem Thema nunmal kein Schwarz-Weiß(-Denken), sondern nur Nachdenken. Und das ist der Sinn dieses Threads und meinem Verständnis nach auch der Sinn des Beitrags von thomasi: Einfach mal um die Ecke schauen, mal die eigenen Gewohnheiten hinterfragen und dazu lernen. Mehr bedarf es doch gar nicht. Was jeder tut, ist die eigene Entscheidung. Ich finde den thread auf jeden Fall weiterhin anregend und interessant.

chartinaelik
22.10.2012, 15:05
Nö, dann war man auf einem ODS Treffen :bg:



Ach komm, so verräuchert hab ich das Wiesenfeuer nicht in Erinnerung ... Naja, on the plus side: Räucherware ist bekannt für seine lange Haltbarkeit ;)

markrü
22.10.2012, 15:40
Die Frage war ursprünglich so formuliert, das jeder mehr oder weniger schreibt, wie er es handhabt und warum er Feuer macht oder nicht.

Die 'Frage' war ein dahingerotztes Statement 'Feuer ist Sch..., trotzdem machen viele ....... Feuer. Ich versteh das nicht.' :roll:


Rauchen ist übrigens im Wald genauso verboten wie offenes Feuer.....
Und nicht wegen des Funkenfluges, sondern weil die Kippe richtig gelöscht werden muß, wenn man nicht versehentlich einen Waldbrand verursachen will. Außerdem muß man die Zigarette ja auch irgendwie anzünden.

Markus

Prachttaucher
22.10.2012, 20:46
Ich weiß nicht, warum hier manche sich benehmen, als ob an einem Tabu gerührt würde,
es wird doch nichts gegen ein Feuerchen gesagt,
-wenn es erlaubt ist
-wenn es die Wetterlage zuläßt
-wo eine etablierte Feuerstell vorhanden ist (also keine neue Feuerstelle neben einer anderen)
-wenn andernfalls LNT gemäß gehandelt wird.

Wenn diese Punkte wegfallen,
ist dann der Verzicht auf ein Feuer so schwer?


Nochwas:
An alle anderen, die der Erosion durch Hügelgraben und die Gefahr der Maulwurfvergasung befürchten:
Lernt Lesen,
dann versteht ihr auch.

Besser kann man´s nicht ausdrücken !

Ansonsten vielleicht einfach mal auf Tour gehen - ich fand´s bei dem Wetter wunderschön.....auch ohne Lagerfeuer. Selbst meine Schummerleuchte hatte ich abends meist aus, um den tollen Himmel besser mitzubekommen

Nachtrag : Vielleicht könnte ja ein Mod den Titel ändern z.B. in "Lagerfeuer - aber wie ?"? Das war zwar anfangs wohl nicht gemeint, würde aber der Entwicklung des Threads entsprechen und vielleicht weniger Anstoß erregen.

Thomasi
23.10.2012, 01:03
Lagerfeuer ist die Rückführung des Homo Sapiens auf den Neandertaler,
auf eine Kulturstufe also,
die technologisch vor 10000 Jahren bereits ihren Höhepunkt inne hatte,
und seitdem keinerlei Fortschritte erfahren hat,
bis auf die Verwendung elaborierterer Anzündhilfen wie Streichhölzer oder Feuerzeuge.

Noch immer wirft man Stöckchen ins Feuer und vertreibt so die Geister, die Mücken,
wärmt sich das Bäuchchen und
sinniert über der Flamme Ich, Leben und Sein.

Das ist nicht zu verachten.
Kekule hat über das Starren ins Feuer die Ringstruktur des Benzols entdeckt,
also einen Beitrag zur Wissenschaft geleistet,
der sonst gedauert hätte, entdeckt, erkannt zu werden.

Auch dem Outdoorer fallen beim Sitzen am Lagerfeuer allerlei Geschichten ein,
und für viele,
die nach Draußen gehen,
ist das Draußen untrennbar verbunden mit einem Feuerchen,
ein Atavismus halt,
schließlich hat man Zentralheizung
und muss überhaupt nicht mehr raus.

Trennt man das, was zusammengehört, Trekken und Heizen,
dann hat man auf der einen Seite Trekken ohne Unterhaltung,
also eine Art Trailrunning, eine Art 'Race across ...',
also Outdoorsport
und auf der anderen Seite Heizen ohne Trekken,
also BBQ,
Grillen unter Freunden,
mit Steaks aus biodynamischer Zucht,
schließlich ist man politisch korrekt.


Klar ist Lagerfeuer eine dämliche Angelegenheit,
zumal die Leute in der Dämmerung ihre Stöckchen im Schein der Stirnlampe zusammensuchen,
aber das eigentlich Interessante ist der Aufschrei derer,
die glauben,
man wolle ihnen ihr geliebtes Feuer wegnehmen,
oder madig machen,
oder ökologisch verübeln,
also irgendwie in Abrede stellen.

Die, die bereitwillig jegliche Folientorheit mitmachen,
die ihnen eine transgetextete Bekleidungsindustrie unterjubelt,
die also Veränderung saisonal vollziehen,
solange sie mit Nerve und Werbung einprasselt,
können andererseits vom Feuer nicht lassen,
und es scheint,
als würde in diesem Feuer etwas weggefressen werden,
was man auf andere Weise nicht loswerden kann.

Wir haben es also mit Bindung zu tun
und es wäre töricht,
in einem Lagerfeuer ein bloßes Lichtereignis zu sehen,
einen kleinen Wärmehaushalt,
Rauchzeichen, friedliche.

Wäre dem so,
man hätte längst Surrogate entwickelt,
so eine Art rauchfreies Kaminfeuer auf Alkoholbasis,
ultraleicht verpackt und in diversen Rottönen.



Nein, nein, der Outdoorer braucht echtes Feuer.
Aber warum?

Weil es in diesem ganzen artifiziellen Outdoorgebaren neben dem Wetter das einzige ist,
das er nicht verkünstlichen kann.

Man muss sich das bildhaft vorstellen:
Da sitzt also der Outdoorer ist seinem ganzen Industrie-Outfit,
wahrscheinlich zu 100% in Plastik gekleidet,
für deren Herstellung eine ungeheure Technologiekette sorgt,
in Doppeldach-Plastikzelt, in Plastikschuhen und mit allem Plastik-Equipment umgeben,
das er sich nach zig Anfragen in den einschlägigen Foren nach dem besten, geeignesten Plastik-Teil per Internetversand zum günstigsten Preis erworben hat,
da sitzt er also zivilisationsmüde vor seinem Feuerchen und fühlt sich naturverbunden.

Leute, bei allem Ernst,
das ist so lächerlich
und so ein offensichtlicher Selbstbetrug,
dass man sich natürlich, streng soziologisch betrachtet fragt:
Was läuft hier eigentlich ab?

Man verfeuert Natur,
aber sein Plastik-Gerümpel,
das die Industrie mit ungeheurem Marketing befeuert,
trägt man sorgsam nach Hause.

Kann man hier einen Zusammenhang erkennen?
Ein Energiephänomen?

Sollte man eigentlich.
Wir sind ja hier ein Fachforum.

Sarekmaniac
23.10.2012, 01:16
Getretener Quark wird breit, nicht stark.

(Johann Wolfgang von Goethe)

lina
23.10.2012, 01:17
Nach der Neuentdeckung von Merino, Filz und gewachster Baumwolle ist die Plastikklamotte am Feuerchen nicht mehr notwendig ;-)

Robiwahn
23.10.2012, 01:27
Ach, ich setz mich auch gern mal in Jeans, T-Shirt und Pulli aus Bw ans Feuerchen ;-)

fn0rD
23.10.2012, 02:28
;-) Einfach schön.

Chouchen
23.10.2012, 02:30
Ich empfehle Nacktwandern. Dazu gibt's ja schon den ein oder anderen Faden im Forum.


So, und jetzt wo ich endlich erleuchtet bin ob dieser total neuen Zivilisationskritik, gehe ich raus und verbrenne meinen BH.
(Die Socken, die ich gestern fertig gestrickt habe, behalte ich aber lieber mal an.)

Danke,danke, danke, ich habe sooo viel Neues erfahren und bin ein besserer Mensch. Meine Katharsis, endlich.

hotdog
23.10.2012, 08:54
Man verfeuert Natur,
aber sein Plastik-Gerümpel,
das die Industrie mit ungeheurem Marketing befeuert,
trägt man sorgsam nach Hause.

Ja, natürlich! Plastik gehört nicht ins Feuer :oldman:

Goettergatte
23.10.2012, 09:09
Ja, natürlich! Plastik gehört nicht ins Feuer :oldman:

Das sieht man in Schweden anders:
Da soll Plaste im Hüttenofen verfeuert werden,
die Norweger hingegen schimpfen über Schweden, die in norwegischen Hüttenöfen Plastik verbrennen.

Im LNT Sinne bitte, auch in Schweden, den Plastikmüll mitnehmen, nicht verbrennen ;-)

blue0711
23.10.2012, 09:16
Wie immer: Kommt darauf an.

PE ohne Zusätze kann man bedenkenlos verbrennen, das meiste andere Zeugs verbrennt jedoch nicht wirklich rückstandsfrei und unter Ausgasung toxischer Dämpfe.

derSammy
23.10.2012, 09:21
Lagerfeuer ist die Rückführung des Homo Sapiens auf den Neandertaler,
......

Wie immer...ein Volltreffer

5sterne

Goettergatte
23.10.2012, 09:34
Wie immer: Kommt darauf an.

PE ohne Zusätze kann man bedenkenlos verbrennen, das meiste andere Zeugs verbrennt jedoch nicht wirklich rückstandsfrei und unter Ausgasung toxischer Dämpfe.

Nun, ich kann nicht beurteilen, wie sich Verpackungen zusammensetzen.
Daher, im Zweifel nehm ichs mit, der Zweifel ist bei mir immer gegeben,
aber das schweift jetzt wieder ab...

markrü
23.10.2012, 10:16
Man kann ja auch jedem User Feindbilder zuordnen. Dann kann jeder schonmal klarstellen, wo er steht:

+ Feuermacher
+ Wildzelter
+ Vom-Wanderweg-Abweicher
+ Wasser-mit-dem-Paddel-Verdränger

- Plastikjackenträger
- Urban-Outdoorer
- UL-Freak
- Alle-Ausrüstung-schön-bunt-Kaufender


Aber war das wirklich der Sinn eines solchen Forums?


Der Erkenntnisgewinn aus diesem Faden ist für mich: Ich halte mich aus Weltverbesserthreads raus. Unterforen, in denen dauernd solche Threads 'passieren', sperre ich auch für mich. Dann muss ich mich nicht ärgern.

Der 'fachliche' Erkenntnisgewinn in diesem Fachforumsthread ist für mich nämlich null. :-?
Und wer sich für LNT 'interessiert', aber nicht weiß, dass man mit einem Feuer auf Tour nicht immer gleich 2m² verbrannte Erde hinterlassen muß, für den geht diese Information zwischen den ganzen Anfeindungen hier verloren. Schade eigentlich. :roll:

Markus

Abt
23.10.2012, 10:28
Markus, aber du gehst uns damit als Diskussions- Kontrahent verloren. Einen Sinn in Form der Stein der Weisen gibt es sowiso nicht.
Es sei denn, es meldet sich jetzt jemand....:grins:

Philipp
23.10.2012, 10:35
Ein schöner Tag draußen, gerade in der Jahreszeit der bunten, fallenden Blätter, der wallenden Nebel, des Geruchs nach Fäulnis, Moder und Pilzen, ohne ein Feuer ist doch ein verlorener Tag. Beim Herumsitzen, Teeschlürfen und eben Zündeln wird man wenigstens für einige Minuten wieder zum Menschen :D.
Und wie Markus schon schrieb: man braucht keine verbrannte Erde zu hinterlassen, um einen kleinen Feuerspaß zu haben. Entweder Minihobo, oder in der Wiese ausgestochener Grassoden, kleines Feuer, Soden später wieder drauf, einmal drüberpinkeln und gut is.
Und daß Steppen- und Waldbrände für das Ökosystem sehr föderlich sein können, ist auch keine so neue Erkenntnis mehr (weswegen ich mittlerweile, bevorzugt in trockenen Sommern, immer einen Benzinkanister auf Wanderungen mitnehme :ignore: :cool:).

uli.g.
23.10.2012, 10:39
.................., immer einen Benzinkanister auf Wanderungen mitnehme ............

Ich vermute Ultra-Leichtbenzin......:ignore::grins:

Goettergatte
23.10.2012, 12:20
@ Markrü:

Was ist denn an der Intention eines Feuers, im LNT Sinne, so tragisch?


Ich weiß nicht, warum hier manche sich benehmen, als ob an einem Tabu gerührt würde,
es wird doch nichts gegen ein Feuerchen gesagt,
-wenn es erlaubt ist
-wenn es die Wetterlage zuläßt
-wo eine etablierte Feuerstell vorhanden ist (also keine neue Feuerstelle neben einer anderen)
-wenn andernfalls LNT gemäß gehandelt wird.

.

markrü
23.10.2012, 12:27
Gar nix. Habe ich auch nie behauptet. Ich finde ein Feuer auf Tour grundsätzlich schön und kann es auch so gestalten, dass man davon hinterher nichts mehr sieht.

Da hast Du mich vielleicht falsch verstanden?

Gruß,
Markus

Prachttaucher
23.10.2012, 13:06
@markrü : Ich verstehe es so, daß Du Dich extrem über die Formulierung des Titels aufregst, was ich ein klein bißchen nachvollziehen kann. Das Thema Lagerfeuer kann deshalb trotzdem ein diskussionswürdiges Thema sein.

Mein Anliegen ist da einfach, daß im Sonderfall "Lagerfeuer im deutschen Wald", was Ditschi angesprochen hatte (Post 165), das "immer und überall" überdacht wird. Es ist sicher ein Fortschritt wenn´s Möglichkeiten gibt, das hinterher nichts zu sehen ist. Im Sinne von VDU (verhalte Dich unauffällig) könnte in diesem Rahmen das gänzliche unterlassen nachdenkenswert sein. Zum einen um sich selbst keinen Ärger einzuhandeln, zum anderen mit Rücksicht auf die, die nach einem kommen.

robbie
23.10.2012, 13:40
Lagerfeuer ist die Rückführung des Homo Sapiens auf den Neandertaler,

Ist nicht jede Art des freiwilligen "draussen-seins" eine Rückführung des Menschen auf seine Ursprünge, das bewußte Zurücklassen der bequemen Zivilisation und das Wiederbetreten der Natur? Und dient nicht auch ein Feuer zu genau diesem Zweck? Wäre unsere Welt vielleicht ein Stückchen besser, wenn Familien wieder mal zusammen ins Feuer schauen würden, statt in die Glotze zu RTL2? Fragen über Fragen...

elheinzo
23.10.2012, 13:49
Ist nicht jede Art des freiwilligen "draussen-seins" eine Rückführung des Menschen auf seine Ursprünge, das bewußte Zurücklassen der bequemen Zivilisation und das Wiederbetreten der Natur? Und dient nicht auch ein Feuer zu genau diesem Zweck? Wäre unsere Welt vielleicht ein Stückchen besser, wenn Familien wieder mal zusammen ins Feuer schauen würden, statt in die Glotze zu RTL2? Fragen über Fragen...

Dankeschön sehr treffender Beitrag

Fernwanderer
23.10.2012, 15:18
Das sieht man in Schweden anders:
Da soll Plaste im Hüttenofen verfeuert werden,
die Norweger hingegen schimpfen über Schweden, die in norwegischen Hüttenöfen Plastik verbrennen.

Im LNT Sinne bitte, auch in Schweden, den Plastikmüll mitnehmen, nicht verbrennen ;-)
Auf der Jutulbu (http://ut.no/hytte/jutulbu) hieß es lakonisch "jeder brennbaren Müll in den Ofen".

Außerdem denke ich, daß die Unterlassung eher im Sinne der Hüttennutzer ist, als von LNT. Plaste brennt super, nur enthält Rauch, Ruß und Asche Dioxine und Furane. Mineralisiert wie sie sind, sind das ganz gute Energiequellen für Mikros. Das Problem ist die Exposition für höhere Tiere.

Nicknacker2
23.10.2012, 15:47
Nachfolgend meine Analogie zwischen Lagerfeuer auf Tour (a), Sex (b) und Geld (c):

Über a,b,c spricht man nicht, man hat es. ;-)

Radfahrer
23.10.2012, 23:45
Die, die bereitwillig jegliche Folientorheit mitmachen,
die ihnen eine transgetextete Bekleidungsindustrie unterjubelt,
die also Veränderung saisonal vollziehen,
solange sie mit Nerve und Werbung einprasselt,
können andererseits vom Feuer nicht lassen,
und es scheint,
als würde in diesem Feuer etwas weggefressen werden,
was man auf andere Weise nicht loswerden kann.

Wir haben es also mit Bindung zu tun
und es wäre töricht,
in einem Lagerfeuer ein bloßes Lichtereignis zu sehen,
einen kleinen Wärmehaushalt,
Rauchzeichen, friedliche.

Wäre dem so,
man hätte längst Surrogate entwickelt,
so eine Art rauchfreies Kaminfeuer auf Alkoholbasis,
ultraleicht verpackt und in diversen Rottönen.


Nein, nein, der Outdoorer braucht echtes Feuer.
Aber warum?

Weil es in diesem ganzen artifiziellen Outdoorgebaren neben dem Wetter das einzige ist,
das er nicht verkünstlichen kann.

Man muss sich das bildhaft vorstellen:
Da sitzt also der Outdoorer ist seinem ganzen Industrie-Outfit,
wahrscheinlich zu 100% in Plastik gekleidet,
für deren Herstellung eine ungeheure Technologiekette sorgt,
in Doppeldach-Plastikzelt, in Plastikschuhen und mit allem Plastik-Equipment umgeben,
das er sich nach zig Anfragen in den einschlägigen Foren nach dem besten, geeignesten Plastik-Teil per Internetversand zum günstigsten Preis erworben hat,
da sitzt er also zivilisationsmüde vor seinem Feuerchen und fühlt sich naturverbunden.

Leute, bei allem Ernst,
das ist so lächerlich
und so ein offensichtlicher Selbstbetrug,
dass man sich natürlich, streng soziologisch betrachtet fragt:
Was läuft hier eigentlich ab?

Man verfeuert Natur,
aber sein Plastik-Gerümpel,
das die Industrie mit ungeheurem Marketing befeuert,
trägt man sorgsam nach Hause.

Kann man hier einen Zusammenhang erkennen?
Ein Energiephänomen?

Sollte man eigentlich.
Wir sind ja hier ein Fachforum.

Thomasi, du hast Humor und es bereitet mir große Freude, deine wirr anmutenden Gedankengänge nachzuvollziehen.
Du weitest deine Kritik am Outdoor-Snobismus/Konsumismus so weit aus, dass deine Argumentationen nicht mehr ernst zu nehmen sind. Jedoch ist irgendein Fünkchen Wahrheit daran, dass man darüber schmunzeln kann.
Ob es die Wahrheit deiner Argumentation oder die Wahrheit deiner Projektionen ist, mag jeder für sich entscheiden. Ich finde deine Beiträge meistens lesenswert und freu mich jedesmal über solche Kalauer, auch wenn ich oft eine völlig andere Sichtweise habe.

Thomasi
31.10.2012, 20:45
Lagerfeuer erloschen?
Werfen wir noch ein Scheit rein:

1. Es gibt keine 'Verbrannte Lagerfeuer-Fotografie'.
Es gibt Sonnenuntergänge, Horizonte aller Art, Gipfelblicke und Aufnahmen der eigenen Übernachtungplätze, aber die Reste verkohlen Holzes zu fotografiern verbietet die Ästhetik
und daran halten sich sogar die eifrigsten Verfechter des Zündelns.

2. Es gibt keine 'Lagerfeuer'-Industrie,
keine Fertigpackungen, keine Lightweight-Produkte, schon gar kein Ultraleicht,
nicht mal irgendwelche Konstruktionen zum Lagerfeuer-Ausklappen,
wo doch die Grillindustrie ganze Meter in den Baumärkten belegt
und sogar beim Globalnationalen mit einem Dutzend Typen gut vertreten ist.
Lagerfeuer,
meine Meinung,
ist als Umsatzbringer völlig uninteressant
und dokumentiert nur dessen marktökonomische Bedeutungslosigkeit.

3. Es gibt absolut keinen hinreichenden Grund für ein Lagerfeuer,
von einem Dieter Dengler mal abgesehen oder einem McCandless,
also Opfern von Flugzeugabstürzen oder anderen im ewigen Eis Verirrten;
aber für die Masse der Bürger ist der volkspolitische Nutzen eines Lagerfeuers gleich null.
Lagerfeuer ist reine Privatangelegenheit von Egoisten und vorsätzlichen Naturschädlingen,
die sich für ihr Hobby in tiefste Tundra zurückziehen müssen,
so obsolet ist ihr Tun geworden.

4. Daher zielt die ganze Verteidigungsstrategie der Lagerfeuerverfechter nicht darauf ab,
gute Gründe für ihr Tun zu präsentieren
(...tatsächlich gehen ihre Pro-Lagerfeuer-Argumente über Null nicht hinaus...),
sondern zu propagieren,
dass soooo schädlich ein kleines Feuerchen ja nicht ist,
und die Regeneration von Boden, Pflanze und Wald sich in 5, 10, 30, 80 Jahren bereits vollzogen hat und damit glaubt man sich legitimiert.

5. Jetzt rechnen wir mal:
Die Hälfte der Forumsmitglieder, also rund 10000 macht auf dem Kungsleden auf einer 10-tägigen Tour 10 mal ein Feuerchen, das 10 Jahre benötigt um sich wieder in den Urzustand zu versetzen.
Dann haben wir eine Million Regenerationsjahre
und den Sarek, die Hardangervidda und den ganzen Rest der Jahrestouren noch gar nicht mitgezählt und all die wilden Trekker,
die sich unsensiblerweise nicht auf den Outdoorseiten registriert haben,
die Österreicher, die Baiern und alle Liechtensteiner,
also all die lizenzlosen Wildfeuerer noch gar nicht mit eingerechnet.

6. Daher kommt jetzt unabwendbar die Behauptung:
'Ja, wenn sich das Holz selber zersetzt wird genauso CO2 frei wie beim Verbrennen, somit 'Freies Kokeln'!
Man setzt also natürliche Verrottung mit gezieltem Verfeuern gleich
und deshalb machen wir jetzt einen Test,
den ich unter neutraler Aufsicht eines der Forum-Moderatoren gerne mit einem Lagerfeuer-Freak vollziehe:

a,
Neben einem morschen Baustamm entzünden wir ein kleines Feuer, 10x10cm genügt völlig.
Jetzt senke ich meine Nase über den dahinrottenden Baumstamm und mein Kontrahent über sein Feuer und der Moderator stoppt die Zeit,
wer's länger aushält,
weil beim Verbrennen wird ja nur frei,
was sonst auch.

b,
Jetzt räumen wir die Glut beiseite, ich die obere Rinde von meinem morschen Holz
und der Lagerfeuerer die Glutreste von seinem Lagerfeuer
und dann, als Handicap, setzte ich mich nackend und ärschlings auf den Baumstumpf
und der Kontrahent mit dem Gesäß auf seine Feuerstelle, darf aber seine Plastikhose anbehalten
und der Moderator stoppt die Zeit,
wer länger sitzen bleibt.

c,
Nun drehen wir den in Verwesung begriffenen Baum um
und stechen das Lagerfeuerchen aus und drehen es UpsideDown,
nehmen meinetwegen eine Lupe und der Moderator zählt die übriggebliebenen Kleinstlebewesen,
gerne auch unter dem Mikroskop, sofern's jemand mitgeschleppt hat.

d,
Und zuletzt verlagern wir Rotte und Feuer nach Innen,
wir gehen von Outdoor nach Indoor.
Ich lege mir meine Rotte auf die Fensterbank
und der Kontrahent,
zur Schonung von Parkett und Teppich darf eine Feuerschale benutzt werden,
entfacht ein kleines Lagerfeuer.

Klar, dass wir hierfür die Wohnung des Moderators benutzen,
schließlich brauchen wir neutralen Grund.

(Der Moderator später zur Gattin: 'Aber Schatz, war nur ein kleiner Test! War ganz wichtig für die Forumskultur! Weißt, so ein Lagerfeuer regeneriert sich superschnell! Am Wochenende tu ich alles neu weißeln, dann dauert es nur noch Wochen, bis wir wieder einziehen können! )

7. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung.
Weil die Anfeuerer das wissen,
kommen sie gerne mit Vergleichen:
Was ist mein kleines Lagerfeuer denn gegen Neros Zündeln in Rom?
Gegen die Moskauer im Kampf gegen Napoleon?
Gegen die Bücherverbrennungen der Nazis?

Und somit rufen sie:
'Ihr wollt mein kleines geruhsames Lagerfeuer austreten,
was seid ihr doch aggressiv!'

8. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung
Man mag sich als Outdoorer, als Naturliebhaber, als Umweltfreund bezeichnen,
Wörter spielen keine Rolle,
tatsächlich aber ist derjenige,
der ein Lagerfeuer entfacht ein Naturnutzer,
ein Naturverbraucher,
und sollte in seinem Outdoor-Gebaren in Schadstoffklassen eingeteilt und entsprechend besteuert werden,
schließlich zahlen sogar die Jäger Tausende von Euro, um einmal im Leben einen kapitalen Bock schießen zu dürfen.

Klasse 1: Freies Kokeln überall gegen Jahresgebühr

Klasse 2: Kokeln auf ausgewählten Routen gegen Parkgebühr

Klasse 3: Ausgabe von Tages-Kokel-Scheinen vor Ort durch die Gemeinde

Klasse 4: Generelle Kokelerlaubnis zu bundesweiten Kokel-Feiertagen für alle über 18


9. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung,
aber vergleichsweise völlig vernachlässigbar gegenüber den Plastikjackenträgern,
deren Jacken allesamt blutbefleckt sind
und die man eigentlich 'Blutjacken' nennen müßte,
würde man all die Toten miteinbeziehen, die direkt oder kollateral
bei der Sicherung von Erdöl-Ressourcen ihr Leben lassen mußten.

10.
Strom kommt aus der Steckdose,
Benzin hole ich mir an der Tankstelle
und meine neue Jacke diesmal in rot.
Schließlich braucht es ein Fashion-Statement.
Fröhliches Feuern.

blue0711
31.10.2012, 20:58
1. Es gibt keine 'Verbrannte Lagerfeuer-Fotografie'.Sicher?

Kann man sogar kaufen (http://www.pitopia.de/scripts/pictures/detail.php?pid=1091864).

Lodjur
31.10.2012, 21:10
Hmm, mit Humor hat das für mich nix zu tun. Eher mit ziemlicher Selbstverliebtheit in das eigene Geschreibe. Kannst du nicht einfach mal hinnehmen das nicht alle deiner Meinung sind. Auch so pseudoliterarische Ergüsse stärken nicht deine Einwände. Mach selber kein Feuer und gut ist. Dein Gewissen ist rein und lass anderen Ihre Meinung und ziehe die nicht ins lächerliche. Genau das ist es was du da rüberbringst.
CU Bernd

Pfad-Finder
31.10.2012, 21:42
Ich fands amüsant zu lesen und einen netten Denkanstoß.

Ich habe allerdings auch keine prononcierte Meinung zum Thema Lagerfeuer und muss mich daher nicht angepinkelt fühlen.

Torres
31.10.2012, 21:47
Ich fands amüsant zu lesen und einen netten Denkanstoß.

Ich habe allerdings auch keine prononcierte Meinung zum Thema Lagerfeuer und muss mich daher nicht angepinkelt fühlen.

Da schließe ich mich hunderprozentig an.

blitz-schlag-mann
31.10.2012, 21:56
Lagerfeuer erloschen?
Werfen wir noch ein Scheit rein:

1. Es gibt keine 'Verbrannte Lagerfeuer-Fotografie'.
Es gibt Sonnenuntergänge, Horizonte aller Art, Gipfelblicke und Aufnahmen der eigenen Übernachtungplätze, aber die Reste verkohlen Holzes zu fotografiern verbietet die Ästhetik
und daran halten sich sogar die eifrigsten Verfechter des Zündelns.

2. Es gibt keine 'Lagerfeuer'-Industrie,
keine Fertigpackungen, keine Lightweight-Produkte, schon gar kein Ultraleicht,
nicht mal irgendwelche Konstruktionen zum Lagerfeuer-Ausklappen,
wo doch die Grillindustrie ganze Meter in den Baumärkten belegt
und sogar beim Globalnationalen mit einem Dutzend Typen gut vertreten ist.
Lagerfeuer,
meine Meinung,
ist als Umsatzbringer völlig uninteressant
und dokumentiert nur dessen marktökonomische Bedeutungslosigkeit.

3. Es gibt absolut keinen hinreichenden Grund für ein Lagerfeuer,
von einem Dieter Dengler mal abgesehen oder einem McCandless,
also Opfern von Flugzeugabstürzen oder anderen im ewigen Eis Verirrten;
aber für die Masse der Bürger ist der volkspolitische Nutzen eines Lagerfeuers gleich null.
Lagerfeuer ist reine Privatangelegenheit von Egoisten und vorsätzlichen Naturschädlingen,
die sich für ihr Hobby in tiefste Tundra zurückziehen müssen,
so obsolet ist ihr Tun geworden.

4. Daher zielt die ganze Verteidigungsstrategie der Lagerfeuerverfechter nicht darauf ab,
gute Gründe für ihr Tun zu präsentieren
(...tatsächlich gehen ihre Pro-Lagerfeuer-Argumente über Null nicht hinaus...),
sondern zu propagieren,
dass soooo schädlich ein kleines Feuerchen ja nicht ist,
und die Regeneration von Boden, Pflanze und Wald sich in 5, 10, 30, 80 Jahren bereits vollzogen hat und damit glaubt man sich legitimiert.

5. Jetzt rechnen wir mal:
Die Hälfte der Forumsmitglieder, also rund 10000 macht auf dem Kungsleden auf einer 10-tägigen Tour 10 mal ein Feuerchen, das 10 Jahre benötigt um sich wieder in den Urzustand zu versetzen.
Dann haben wir eine Million Regenerationsjahre
und den Sarek, die Hardangervidda und den ganzen Rest der Jahrestouren noch gar nicht mitgezählt und all die wilden Trekker,
die sich unsensiblerweise nicht auf den Outdoorseiten registriert haben,
die Österreicher, die Baiern und alle Liechtensteiner,
also all die lizenzlosen Wildfeuerer noch gar nicht mit eingerechnet.

6. Daher kommt jetzt unabwendbar die Behauptung:
'Ja, wenn sich das Holz selber zersetzt wird genauso CO2 frei wie beim Verbrennen, somit 'Freies Kokeln'!
Man setzt also natürliche Verrottung mit gezieltem Verfeuern gleich
und deshalb machen wir jetzt einen Test,
den ich unter neutraler Aufsicht eines der Forum-Moderatoren gerne mit einem Lagerfeuer-Freak vollziehe:

a,
Neben einem morschen Baustamm entzünden wir ein kleines Feuer, 10x10cm genügt völlig.
Jetzt senke ich meine Nase über den dahinrottenden Baumstamm und mein Kontrahent über sein Feuer und der Moderator stoppt die Zeit,
wer's länger aushält,
weil beim Verbrennen wird ja nur frei,
was sonst auch.

b,
Jetzt räumen wir die Glut beiseite, ich die obere Rinde von meinem morschen Holz
und der Lagerfeuerer die Glutreste von seinem Lagerfeuer
und dann, als Handicap, setzte ich mich nackend und ärschlings auf den Baumstumpf
und der Kontrahent mit dem Gesäß auf seine Feuerstelle, darf aber seine Plastikhose anbehalten
und der Moderator stoppt die Zeit,
wer länger sitzen bleibt.

c,
Nun drehen wir den in Verwesung begriffenen Baum um
und stechen das Lagerfeuerchen aus und drehen es UpsideDown,
nehmen meinetwegen eine Lupe und der Moderator zählt die übriggebliebenen Kleinstlebewesen,
gerne auch unter dem Mikroskop, sofern's jemand mitgeschleppt hat.

d,
Und zuletzt verlagern wir Rotte und Feuer nach Innen,
wir gehen von Outdoor nach Indoor.
Ich lege mir meine Rotte auf die Fensterbank
und der Kontrahent,
zur Schonung von Parkett und Teppich darf eine Feuerschale benutzt werden,
entfacht ein kleines Lagerfeuer.

Klar, dass wir hierfür die Wohnung des Moderators benutzen,
schließlich brauchen wir neutralen Grund.

(Der Moderator später zur Gattin: 'Aber Schatz, war nur ein kleiner Test! War ganz wichtig für die Forumskultur! Weißt, so ein Lagerfeuer regeneriert sich superschnell! Am Wochenende tu ich alles neu weißeln, dann dauert es nur noch Wochen, bis wir wieder einziehen können! )

7. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung.
Weil die Anfeuerer das wissen,
kommen sie gerne mit Vergleichen:
Was ist mein kleines Lagerfeuer denn gegen Neros Zündeln in Rom?
Gegen die Moskauer im Kampf gegen Napoleon?
Gegen die Bücherverbrennungen der Nazis?

Und somit rufen sie:
'Ihr wollt mein kleines geruhsames Lagerfeuer austreten,
was seid ihr doch aggressiv!'

8. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung
Man mag sich als Outdoorer, als Naturliebhaber, als Umweltfreund bezeichnen,
Wörter spielen keine Rolle,
tatsächlich aber ist derjenige,
der ein Lagerfeuer entfacht ein Naturnutzer,
ein Naturverbraucher,
und sollte in seinem Outdoor-Gebaren in Schadstoffklassen eingeteilt und entsprechend besteuert werden,
schließlich zahlen sogar die Jäger Tausende von Euro, um einmal im Leben einen kapitalen Bock schießen zu dürfen.

Klasse 1: Freies Kokeln überall gegen Jahresgebühr

Klasse 2: Kokeln auf ausgewählten Routen gegen Parkgebühr

Klasse 3: Ausgabe von Tages-Kokel-Scheinen vor Ort durch die Gemeinde

Klasse 4: Generelle Kokelerlaubnis zu bundesweiten Kokel-Feiertagen für alle über 18


9. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung,
aber vergleichsweise völlig vernachlässigbar gegenüber den Plastikjackenträgern,
deren Jacken allesamt blutbefleckt sind
und die man eigentlich 'Blutjacken' nennen müßte,
würde man all die Toten miteinbeziehen, die direkt oder kollateral
bei der Sicherung von Erdöl-Ressourcen ihr Leben lassen mußten.

10.
Strom kommt aus der Steckdose,
Benzin hole ich mir an der Tankstelle
und meine neue Jacke diesmal in rot.
Schließlich braucht es ein Fashion-Statement.
Fröhliches Feuern.

https://lh3.googleusercontent.com/-scknfnUD1GQ/UG35Q76Cc4I/AAAAAAAAAc8/6QTjFn0ax8Q/s800/IMGP3196.JPG

changes
31.10.2012, 22:28
2. Es gibt keine 'Lagerfeuer'-Industrie,
.........
nicht mal irgendwelche Konstruktionen zum Lagerfeuer-Ausklappen,....


Ich habe Feuerschalen bisher immer als "Lagerfeuer" betrachtet und da gibt es einen rel. großen Markt.
Von Faltbar zum mitnehmen bis Riesig und Gußeisern für den stationären Gebrauch im Garten.

Dunja

Radfahrer
01.11.2012, 03:29
Lagerfeuer erloschen?
Werfen wir noch ein Scheit rein:

1. Es gibt keine 'Verbrannte Lagerfeuer-Fotografie'.


Wie auch, wenn es ein LNT-Feuer war? Da gibts nix zu fotografieren.


2. Es gibt keine 'Lagerfeuer'-Industrie,
Feuerschalen, Hobos, etc..



3. Es gibt absolut keinen hinreichenden Grund für ein Lagerfeuer,

Doch, gibt es. Thread nicht gelesen?


4. Daher zielt die ganze Verteidigungsstrategie der Lagerfeuerverfechter nicht darauf ab,
gute Gründe für ihr Tun zu präsentieren
(...tatsächlich gehen ihre Pro-Lagerfeuer-Argumente über Null nicht hinaus...),


Thread nicht gelesen?


5. Jetzt rechnen wir mal:
Die Hälfte der Forumsmitglieder, also rund 10000 macht auf dem Kungsleden auf einer 10-tägigen Tour 10 mal ein Feuerchen, das 10 Jahre benötigt um sich wieder in den Urzustand zu versetzen.
Dann haben wir eine Million Regenerationsjahre


Thomasi, Du solltest deine Rechnung in Zehnerpotenzen darstellen, das wirkt dann noch intelligenter und insgesamt noch wissenschaftlicher.


als Handicap, setzte ich mich nackend und ärschlings auf den Baumstumpf
Nadann, viel Spaß dabei.

Okapi
01.11.2012, 04:42
Hmm, mit Humor hat das für mich nix zu tun. Eher mit ziemlicher Selbstverliebtheit in das eigene Geschreibe. Kannst du nicht einfach mal hinnehmen das nicht alle deiner Meinung sind. Auch so pseudoliterarische Ergüsse stärken nicht deine Einwände. Mach selber kein Feuer und gut ist. Dein Gewissen ist rein und lass anderen Ihre Meinung und ziehe die nicht ins lächerliche. Genau das ist es was du da rüberbringst.
CU Bernd

Dem schließe ich mich ohne weiteres an.

Jack68
01.11.2012, 07:25
...lange Texte liest doch keiner mehr...es sei denn es sind reichbebilderte Reisebeschreibungen!

Also lasst doch unserem "FAZ-Schreiber" (Länge der Texte) seinen Spass!


Wichtige Regel: erste Sätze lesen und den letzten!

Und dann hat er nach dem Schreib-Denken das Fazit: "Fröhliches Feuern."

Na, besser kann Denken nicht funktionieren!

"Fröhliches Feuern."

ckanadier
01.11.2012, 09:41
Moin Thomasi, OT
solltest Du Raucher sein, hätte ich gerne mal die Bezugsquelle deines Tabaks ;-)
LG Jürgen

_Matthias_
01.11.2012, 09:54
Würdet ihr bitte das vollständige zitieren unterlassen, damit umgeht ihr meinen ignore Filter und dann muss ich mich jedes mal aufregen über dieses pseudo-intelektuelle Gesabbel. Einfach nur seine Meinung abkotzen und dabei alles andere was geschrieben wurde ignorieren und nicht ein klitzekleines bisschen Konstruktives beitragen geht mir sowas von auf den Geist. "Blutjacken":gaehn:
Ich mach übrigens kein Lagerfeuer.

derSammy
01.11.2012, 09:58
:cool:
Ich versteh den Thomasi ( wie immer eigentlich :D )

Wenn ich so in meine Zentralheizung schau´ dann kann ichs mir echt sparen in der Natur zu zündeln ...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/feuer2.jpg

:p

Torres
01.11.2012, 10:18
Na, angesichts der feinsinnigen Wortwahl einiger hier, kann man ja nur sagen, dass thomasi wohl absolut ins Schwarze getroffen hat :grins: :hahaa:

Die Kunst als Provokation: Perfekt gelungen, wie man an den Reaktionen erkennen kann. Touché.

Abt
01.11.2012, 10:23
Ja eben, ein dichtender Denker. Oder umgedreht.:ignore:

uli.g.
01.11.2012, 10:24
:cool:
Ich versteh den Thomasi p.....

Viel schlimmer! "Irgendwie" versteh ich ALLE Posterer in diesem Faden! Irgendwie zwischen "Abenteuerwanderung mit Kindern ohne Feuerholz Sammeln, Stockbrot und Würschtlegrillen geht gar nicht" und "Totholz sollte mind. 8 Jahre liegen, sonst verfeuert ihr die Hirschkäferlarven gleich mit"...... :roll::(;-)

Vermutlich kommt man auch hier mit dem kategorischen Imperativ ganz gut hin......

Aber sehr kurzweilig und anregend zu lesen, der Faden! Also haut euch bitte nicht die Köppe ein, dass a. E. Noch ein Mod auf den Gedanken kommt, hier den Schließer zu posen!

Lguli

volx-wolf
01.11.2012, 10:24
Das "denken" war jetzt aber ironisch gemeint, oder Ali?


"Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es" (Wilhelm Busch)

Abt
01.11.2012, 10:28
Ja, ich habe nur vergessen es schräg zu schreiben.

Juergen
01.11.2012, 10:47
5. Jetzt rechnen wir mal:
Die Hälfte der Forumsmitglieder, also rund 10000 macht auf dem Kungsleden auf einer 10-tägigen Tour 10 mal ein Feuerchen, das 10 Jahre benötigt um sich wieder in den Urzustand zu versetzen.
Dann haben wir eine Million Regenerationsjahre

Der größte Fehler an dieser Rechnung ist, dass Lagerfeuer immer an denselben Stellen
gemacht werden, es wird also auf dem Kungsleden keine Million Feuerstellen geben.

_Matthias_
01.11.2012, 13:38
Na, angesichts der feinsinnigen Wortwahl einiger hier, kann man ja nur sagen, dass thomasi wohl absolut ins Schwarze getroffen hat :grins: :hahaa:

Die Kunst als Provokation: Perfekt gelungen, wie man an den Reaktionen erkennen kann. Touché.
Ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen.
Nein, ich denke er hat nicht ins schwarze getroffen. Es ist auch keine Kunst, nur weil komisch formatiert. Es ist reine Provokation. Und wenn ein Thema nicht mehr provokant genug ist (Feuer), wird halt ein neues Fass aufgemacht (Blutjacke). Es nervt - zumindest mich - einfach nur noch alle paar Tage bei zig Themen eine unverrückbare Meinung hingeklatscht zu bekommen, die alle andersdenkenden diffamiert und die weder auf die Diskussion eingeht noch dazubeiträgt. Über Argumente und Begründungen und Belege kann man reden, man kann dabei auch gegensätzlicher Meinung sein. Aber dieses "das ist meine Meinung, ich habe immer recht und wer mir nicht zustimmt ist schlecht" ist zum :kotz:

Ich glaub ich muss wieder in den Depri-thread ...

Torres
01.11.2012, 14:20
Woraus besteht der Thread denn sonst? Jeder sagt seine Meinung. Der eine schärfer, der andere weniger scharf. Der eine lustig, der andere nicht. Der eine konstruktiv, der andere destruktiv. Der eine sachlich, der andere unsachlich oder überspitzt. Das nennt man Meinungsfreiheit.

_Matthias_
01.11.2012, 14:34
Woraus besteht der Thread denn sonst? Jeder sagt seine Meinung. Der eine schärfer, der andere weniger scharf. Der eine lustig, der andere nicht. Der eine konstruktiv, der andere destruktiv. Der eine sachlich, der andere unsachlich oder überspitzt. Das nennt man Meinungsfreiheit.
Genau, und zu meiner Meinungsfreiheit gehört es meine Meinung kund zu tun, dass die scharfen-destruktiven-unsachlich-überspitzten-Meinungsäußerungen mit der Zeit nerven zumal deren Äußerer nie irgendwas sachlich konstruktives beitragen. Wenn ihr ihnen trotzdem ob ihrer künstlerischen Genialität huldigen wollt, dann tut das bitte, aber wenn möglich ohne Vollzitat, dann seh ichs wenigsten nicht.

blue0711
01.11.2012, 14:39
dass die scharfen-destruktiven-unsachlich-überspitzten-Meinungsäußerungen mit der Zeit nervenNicht nur Dich, dessen sei gewiss.

Torres
01.11.2012, 15:12
Generell gebe ich Recht. Oben angesprochenen Autor nehme ich davon aus. Dazu sind die Gedanken zu interessant, die Formulierungen zu erheiternd, die Skurillität zu hoch und der Tiefgang zu prägnant.

Es ist eben wie immer: Des einen Freud ist des anderen Leid.

ToniBaer
01.11.2012, 15:38
Generell gebe ich Recht. Oben angesprochenen Autor nehme ich davon aus. Dazu sind die Gedanken zu interessant, die Formulierungen zu erheiternd, die Skurillität zu hoch und der Tiefgang zu prägnant.

Also den Tiefgang kann ich nicht entdecken, eher das komplette Gegenteil. Die ersten beiden Posts waren ja noch ganz amüsant, aber irgendwie ist der Bogen langsam überspannt. Schade eigentlich, denn ich hätte Thomasi zugetraut zu wissen, wann gut ist...


Viele Grüße
Toni

SavinKuk
01.11.2012, 16:01
Es ist reine Provokation. Und wenn ein Thema nicht mehr provokant genug ist (Feuer), wird halt ein neues Fass aufgemacht (Blutjacke). ..

Hmmm, wenn ich mich recht erinnere, dürfte die "Blutjacke" wohl eine Parodie auf eines der beliebten Argumente einiger (ich nenne sie aus Faulheit so) "LNT-Gegner" sein, die im Verlauf des Themas die Meinung äußerten, man könne ja ohne Bedenken auf Trekkingtouren zündeln, da bei der Herstellung der Outdoorbekleidung ohnehin Ressourcen verbraucht würden und umweltschädigendes Verhalten auf der Trekkingtour daher auch keine Rolle mehr spiele. Insofern hat Thomasi gar kein neues Fass aufgemacht, sondern sich allenfalls ein Glas aus dem bereits geöffneten Fass genehmigt.

Ingwer
01.11.2012, 17:01
Lagerfeuer erloschen?
Werfen wir noch ein Scheit rein:

1. Es gibt keine 'Verbrannte Lagerfeuer-Fotografie'.
Es gibt Sonnenuntergänge, Horizonte aller Art, Gipfelblicke und Aufnahmen der eigenen Übernachtungplätze, aber die Reste verkohlen Holzes zu fotografiern verbietet die Ästhetik
und daran halten sich sogar die eifrigsten Verfechter des Zündelns.

2. Es gibt keine 'Lagerfeuer'-Industrie,
keine Fertigpackungen, keine Lightweight-Produkte, schon gar kein Ultraleicht,
nicht mal irgendwelche Konstruktionen zum Lagerfeuer-Ausklappen,
wo doch die Grillindustrie ganze Meter in den Baumärkten belegt
und sogar beim Globalnationalen mit einem Dutzend Typen gut vertreten ist.
Lagerfeuer,
meine Meinung,
ist als Umsatzbringer völlig uninteressant
und dokumentiert nur dessen marktökonomische Bedeutungslosigkeit.

3. Es gibt absolut keinen hinreichenden Grund für ein Lagerfeuer,
von einem Dieter Dengler mal abgesehen oder einem McCandless,
also Opfern von Flugzeugabstürzen oder anderen im ewigen Eis Verirrten;
aber für die Masse der Bürger ist der volkspolitische Nutzen eines Lagerfeuers gleich null.
Lagerfeuer ist reine Privatangelegenheit von Egoisten und vorsätzlichen Naturschädlingen,
die sich für ihr Hobby in tiefste Tundra zurückziehen müssen,
so obsolet ist ihr Tun geworden.

4. Daher zielt die ganze Verteidigungsstrategie der Lagerfeuerverfechter nicht darauf ab,
gute Gründe für ihr Tun zu präsentieren
(...tatsächlich gehen ihre Pro-Lagerfeuer-Argumente über Null nicht hinaus...),
sondern zu propagieren,
dass soooo schädlich ein kleines Feuerchen ja nicht ist,
und die Regeneration von Boden, Pflanze und Wald sich in 5, 10, 30, 80 Jahren bereits vollzogen hat und damit glaubt man sich legitimiert.

5. Jetzt rechnen wir mal:
Die Hälfte der Forumsmitglieder, also rund 10000 macht auf dem Kungsleden auf einer 10-tägigen Tour 10 mal ein Feuerchen, das 10 Jahre benötigt um sich wieder in den Urzustand zu versetzen.
Dann haben wir eine Million Regenerationsjahre
und den Sarek, die Hardangervidda und den ganzen Rest der Jahrestouren noch gar nicht mitgezählt und all die wilden Trekker,
die sich unsensiblerweise nicht auf den Outdoorseiten registriert haben,
die Österreicher, die Baiern und alle Liechtensteiner,
also all die lizenzlosen Wildfeuerer noch gar nicht mit eingerechnet.

6. Daher kommt jetzt unabwendbar die Behauptung:
'Ja, wenn sich das Holz selber zersetzt wird genauso CO2 frei wie beim Verbrennen, somit 'Freies Kokeln'!
Man setzt also natürliche Verrottung mit gezieltem Verfeuern gleich
und deshalb machen wir jetzt einen Test,
den ich unter neutraler Aufsicht eines der Forum-Moderatoren gerne mit einem Lagerfeuer-Freak vollziehe:

a,
Neben einem morschen Baustamm entzünden wir ein kleines Feuer, 10x10cm genügt völlig.
Jetzt senke ich meine Nase über den dahinrottenden Baumstamm und mein Kontrahent über sein Feuer und der Moderator stoppt die Zeit,
wer's länger aushält,
weil beim Verbrennen wird ja nur frei,
was sonst auch.

b,
Jetzt räumen wir die Glut beiseite, ich die obere Rinde von meinem morschen Holz
und der Lagerfeuerer die Glutreste von seinem Lagerfeuer
und dann, als Handicap, setzte ich mich nackend und ärschlings auf den Baumstumpf
und der Kontrahent mit dem Gesäß auf seine Feuerstelle, darf aber seine Plastikhose anbehalten
und der Moderator stoppt die Zeit,
wer länger sitzen bleibt.

c,
Nun drehen wir den in Verwesung begriffenen Baum um
und stechen das Lagerfeuerchen aus und drehen es UpsideDown,
nehmen meinetwegen eine Lupe und der Moderator zählt die übriggebliebenen Kleinstlebewesen,
gerne auch unter dem Mikroskop, sofern's jemand mitgeschleppt hat.

d,
Und zuletzt verlagern wir Rotte und Feuer nach Innen,
wir gehen von Outdoor nach Indoor.
Ich lege mir meine Rotte auf die Fensterbank
und der Kontrahent,
zur Schonung von Parkett und Teppich darf eine Feuerschale benutzt werden,
entfacht ein kleines Lagerfeuer.

Klar, dass wir hierfür die Wohnung des Moderators benutzen,
schließlich brauchen wir neutralen Grund.

(Der Moderator später zur Gattin: 'Aber Schatz, war nur ein kleiner Test! War ganz wichtig für die Forumskultur! Weißt, so ein Lagerfeuer regeneriert sich superschnell! Am Wochenende tu ich alles neu weißeln, dann dauert es nur noch Wochen, bis wir wieder einziehen können! )

7. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung.
Weil die Anfeuerer das wissen,
kommen sie gerne mit Vergleichen:
Was ist mein kleines Lagerfeuer denn gegen Neros Zündeln in Rom?
Gegen die Moskauer im Kampf gegen Napoleon?
Gegen die Bücherverbrennungen der Nazis?

Und somit rufen sie:
'Ihr wollt mein kleines geruhsames Lagerfeuer austreten,
was seid ihr doch aggressiv!'

8. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung
Man mag sich als Outdoorer, als Naturliebhaber, als Umweltfreund bezeichnen,
Wörter spielen keine Rolle,
tatsächlich aber ist derjenige,
der ein Lagerfeuer entfacht ein Naturnutzer,
ein Naturverbraucher,
und sollte in seinem Outdoor-Gebaren in Schadstoffklassen eingeteilt und entsprechend besteuert werden,
schließlich zahlen sogar die Jäger Tausende von Euro, um einmal im Leben einen kapitalen Bock schießen zu dürfen.

Klasse 1: Freies Kokeln überall gegen Jahresgebühr

Klasse 2: Kokeln auf ausgewählten Routen gegen Parkgebühr

Klasse 3: Ausgabe von Tages-Kokel-Scheinen vor Ort durch die Gemeinde

Klasse 4: Generelle Kokelerlaubnis zu bundesweiten Kokel-Feiertagen für alle über 18


9. Lagerfeuer ist ein Akt der Zerstörung,
aber vergleichsweise völlig vernachlässigbar gegenüber den Plastikjackenträgern,
deren Jacken allesamt blutbefleckt sind
und die man eigentlich 'Blutjacken' nennen müßte,
würde man all die Toten miteinbeziehen, die direkt oder kollateral
bei der Sicherung von Erdöl-Ressourcen ihr Leben lassen mußten.

10.
Strom kommt aus der Steckdose,
Benzin hole ich mir an der Tankstelle
und meine neue Jacke diesmal in rot.
Schließlich braucht es ein Fashion-Statement.
Fröhliches Feuern.


Ich finds toll.:bg: Eine große Kunst. Mich würde nur interessieren, schüttelst du die Verse aus den Ärmeln oder wie lange brauchst du für so einen Post?

_Matthias_
01.11.2012, 17:06
Ich finds toll.:bg: Eine große Kunst. Mich würde nur interessieren, schüttelst du die Reime aus den Ärmeln oder wie lange brauchst du für so einen Post?
Nur mal so nebenbei für mich als Kunst-nicht-Versteher, wo hats hier Reime?

Torres
01.11.2012, 18:14
Braucht man die ? Immer noch mein Favorit : http://www.mjucker.ch/ottosmops.html

_Matthias_
01.11.2012, 18:21
Braucht man die ? Immer noch mein Favorit : http://www.mjucker.ch/ottosmops.html
nein, aber Ingwer hat ihn gefragt wie er auf die Reime kommt und ich kann beim besten Willen keine entdecken.
Aber ich habs verstanden, ich bin zu doof die "große Kunst" zu verstehen und halte deshalb jetzt meine Klappe und lasse den Fanclub weiter lobhudeln.

chartinaelik
01.11.2012, 18:37
Ich finde Thomasis Geschwafel künstlich, aber mitnichten künstlerisch.

smeagolvomloh
01.11.2012, 19:18
Ich weiß gar nicht warum ein Beitrag von Thomasi hier für soviel "Zündstoff" sorgt. Man kann über Thomasi's Beträge denken wie man will (ich z. B. finde sie häufig sehr amüsant), dennoch geht es hier doch in erster Linie um Lagerfeuer auf Tour - Sinn oder Unsinn. Hier haben schon andere Beitragsersteller "rumgeschwafelt" (wobei ich diese Formulierung gar nicht so negativ sehe) und wurden keiner Zeile gewürdigt. Lasst uns doch besser zum Hauptthema zurück kommen.

Canadian
02.11.2012, 11:43
4. Daher zielt die ganze Verteidigungsstrategie der Lagerfeuerverfechter nicht darauf ab,
gute Gründe für ihr Tun zu präsentieren
(...tatsächlich gehen ihre Pro-Lagerfeuer-Argumente über Null nicht hinaus...),
sondern zu propagieren,
dass soooo schädlich ein kleines Feuerchen ja nicht ist,
und die Regeneration von Boden, Pflanze und Wald sich in 5, 10, 30, 80 Jahren bereits vollzogen hat und damit glaubt man sich legitimiert.

Ich geh noch einen Schritt weiter:
Die Argumentation einiger "Pro" Lagerfeuer Anhänger hier funktioniert nur so lange, wie es Leute gibt, die freiwillig auf's Feuer verzichten.

Würden sich alle "überzeugen" lassen, dass Lagerfeuer nur toll und gar nicht schädlich ist, würde die Diskussion in ein paar Jahren ganz anders ausssehen.

derSammy
02.11.2012, 12:28
Ich finde Thomasis Geschwafel künstlich, aber mitnichten künstlerisch.

Für den Einen ist es künstlerisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Kabarett), für den Anderen Geschwafel (http://de.wikipedia.org/wiki/Ignorant), je nach Auge des Betrachters .... :roll:

Prachttaucher
02.11.2012, 12:54
Wie wär´s denn sonst mal mit einer Ortsbegehung ?

Ich empfehle eine Kanu-Tour an der Mecklenburgischen Seenplatte, am besten mit Start in Mirow. Erreicht man dann den Vilzsee gibt´s rechter Hand (Naturschutzgebiet Mirower Holm (http://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutzgebiet_Mirower_Holm)) eine Stelle zum Anlanden. Hier kann man dann gut sehen, was diverse Feuerstellen und Müll aus diesem einst so schönen Fleck gemacht haben. Immerhin kennt sogar Wiki das Problem...

Ich fahre da ja meist einmal im Jahr dran vorbei. Bisher habe ich nicht beobachten können, daß im nächsten Jahr alles wieder zugewachsen ist.

blue0711
02.11.2012, 13:58
Für den Einen ist es künstlerisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Kabarett), für den Anderen Geschwafel (http://de.wikipedia.org/wiki/Ignorant), je nach Auge des Betrachters .... :roll:Sorry für weitern OT: Diese Kategorisierung find ich jetzt etwas daneben. :(

derSammy
02.11.2012, 14:06
Sorry für weitern OT: Diese Kategorisierung find ich jetzt etwas daneben. :(

Das Kabarett ist eine Form der Kleinkunst, in der Darstellende Kunst (schauspielerische Szenen, Monologe, Dialoge, Pantomime), Lyrik (Gedichte, Balladen) oder Musik miteinander verbunden werden.[1] Kabarett ist in seiner Motivation gesellschaftskritisch, komisch-unterhaltend und/oder künstlerisch-ästhetisch.[2]



Ignoranz (Unwissenheit, Beschränktheit) zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person etwas – möglicherweise absichtlich – nicht kennt, nicht wissen will oder nicht beachtet.

Ich nicht :baetsch:


Aber ich will damit lediglich sagen:

WIE man zu Thomasis Meinung steht mag man ja kontrovers sehen, aber das als Geschwafel abzutun find ICH daneben

Ingwer
02.11.2012, 14:16
Es ist wirklich interessant wie sich hier im Thread zwei Lager gebildet haben. Die einen können nicht ohne, die anderen vermissen ein Feuer auf Tour nicht.
VIelleicht findet sich ja bald eine neue Bezeichnung für Trekking mit Lagerfeuer, sowie UL ja auch einfach nur Trekking mit wenig Gewicht ist.
Ich schlag mal vor:
WOODY ?
:bg:

derSammy
02.11.2012, 14:19
So eng würdich dass gar nicht sehen ..die Einen und die Anderen

NUR
Leave no Trace & Minimal Impact
UND
verbrannte Erde hinterlassen passt halt einfach nicht zusammen !

Es bedeutet nämlich bei jedem Feuer Traces zu leaven und zum impactieren .....

;-)

krupp
02.11.2012, 14:34
man hinterlässt immer spuren :roll: