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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufblasbares Wurfzelt bauen



PWD
26.08.2012, 17:28
Nach etlichen Übernachtungen mit Hund (er ist ein Sleepmover;-)) in meinem kleinen Quechua Wurfzelt möchte ich jetzt auf meiner geplanten großen Wanderung nächstes Jahr lieber ein größeres Wurfzelt (2er od. sogar 3er) mitnehmen; allerdings ist mir dabei selbst mit Benutzung meines Rucksacktrailers das Scheibenmaß d. gepackten Zeltes dann etwas zu groß (bitte hier aber keine Diskussion weshalb unbedingt Wurfzelt).
Limitierend für das Packmaß ist ja bekanntermaßen das Gestänge, das insgesamt etwa 12m ausmacht, aufgeteilt in 2 ca. 6m Ringe, die sich leicht u. ohne diese zu zerstören, öffnen/entfernen lassen.

Ich plane jetzt ein Wurfzelt dahingehend zu modifizieren, dass das Gestänge ausgetauscht wird durch aneinander geklebte Fahrradschläuche - je 2 mal 3 Schläuche 28″ = etwa 2 mal 6m.
Der Kanal mit seinen ca. 2cm Höhe, durch den die Glasfasergestänge laufen, reicht dafür natürlich nicht. Es ist aber relativ einfach an diesen immer außen verlaufenden Kanal Zeltstoff mit einer Breite von ca. 150mm (zusammengelegt ergäbe das etwa den Schlauchdurchmesser) zu nähen - insgesamt ca. 12 Meter, immer gerade aus; dürfte m.E. kein großes Ding sein. Es bedarf danach noch nicht einmal einer zusätzlichen od. neuen Abdichtung.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Schlauchf_hrung.jpg

Ergibt ein aufpumpbares Zelt mit viel kleinerem Packmaß; gerade die Bauart des Wurfzeltes ist m.E. optimal geeignet für ein aufblasbares Zelt.

Grundsätzliche Frage an die (Fahrrad-)Experten: lässt sich ein aufgeschnittener Fahrradschlauch relativ einfach aneinander kleben/vulkanisieren und danach auch weiter die Dichtigkeit erhalten?

Btw: Eine Anfrage bei Quechua France ergab, dass die gerade ein aufblasbares Zelt bauen und bald herausbringen wollen.

Viele Grüße, Joachim

Robiwahn
26.08.2012, 17:51
...
Grundsätzliche Frage an die (Fahrrad-)Experten: lässt sich ein aufgeschnittener Fahrradschlauch relativ einfach aneinander kleben/vulkanisieren und danach auch weiter die Dichtigkeit erhalten?
...

Bin zwar kein Fahrradexperte, habe aber in Bolivien ca. alle 2 Wochen den Straßenrandreifenflickbudenmechanikern beim Schlauchflicken unseres Jeeps zugeschaut. Die haben da so ne Art Bügeleisen an einer Ständerbohrmaschinenkonstruktion. Flicken mit Kleber einpinseln, Schlauch mit Kleber einpinseln, übereinanderlegen, zwischen das Bügeleisen und ne entsprechende Auflagefläche einlegen, Bügeleisen anschalten, runterdrücken und ca. 2min anpressen. Die Flicken haben immer gehalten, neue Löcher waren immer daneben. Wenn du dir irgendeine Konstruktion überlegst (z.B. ähnlich wie bei nem Bügelbrett die extra Teile für die Ärmel), müsste das machbar sein. Ist nur die Frage, ob das Ergebniss den Aufwand rechtfertigt ;-)

Grüße, Robert

alphex
26.08.2012, 18:20
Es sollte doch reichen, wenn du die Schlauchenden jeweils innen bzw aussen mit Vulkanisierpaste bestreichst und nach einer Wartezeit übereinanderschiebst (ein Ende evtl vorher einschneiden) und verpresst.
Dafür am besten über einen Besenstiel o. ä. und dann umwickeln (weiche Schicht zuunterst, harte Schicht zuoberst, z. B. Zeitschrift) und mit Kabelbindern verpressen (dafür die harte Schicht, zur homogenen Druckeinleitung).

Bei der letzten (Ring)Verbindung musst du dann allerdings ohne den Besenstiel auskommen, keine Ahnung wie gut das funktioniert.


Halt uns mal auf dem Laufenden :D

Homer
26.08.2012, 18:26
musst du die denn überhaupt verkleben?
kannst du sie nicht einfach an den enden auf ein passendes kurzes kuststoffrohr schieben und dort mit kabelbindern dichtzurren?

JonasB
26.08.2012, 18:35
Schlauch auf Schlauch lässt sich nicht verkleben.

Mir fällt gleich auf das du super viel Gewicht dabei hast. 1 Schlauch ca. 150g = 1000g für den kompletten Luftkanal mit allen Überlappungen, etc.
Dazu kommt eine Pumpe die ein großes Volumen hat (sonst ist der Zeitvorteil des Wurfzelts schonmal dahin. Und dann noch eine Pumpe die Genügend druck erzeugt. Das auf der Outdoor letztes Jahr gezeigte Luftzelt hatte gefühlt um die 7bar... Die Nähte müssen auch entsprechend was aushalten.
Da frage ich mich schon warum ein Wurfzelt mit Luftkanal. Wegen Gewicht und Zeitersparnis kann es nicht sein.
Hinzu kommt das ein Wurfzelt meiner Meinung nach nicht mit dem Luftkanal steht, es ist eben für eine steife Stange konstruiert und nicht für einen eindrückbaren Luftkanal.

Zum Thema Luftdicht verkleben fällt mir nur der Bau eine Packrafts ein. -> http://www.packrafting.de/2011/12/myob-make-your-own-boat.html

DocBrown
26.08.2012, 18:59
das problem ist dr druck... wenn der schlauch nich komplett in nem nichtdehnbaren mantel untergebracht ist, kriegt man damit keine stabilität hin. wenn auch nur n stückchen schlauch irgendwo "rausschaut" bildet sich da ne blase...

PWD
26.08.2012, 21:09
Vielen Dank für die Antworten.

Mein Grundgedanke dazu basierte auf dem Bauprinzip des Wurfzeltgestänges, welches prinzipiell ganz einfach aufgebaut ist, nämlich durch 2 übereinander liegende Ringe/Gestänge, die an beiden gegenüber liegenden Seiten miteinander verbunden sind. Zieht man jetzt den oberen Ring auf beiden Seiten nach oben und fixiert ihn z.B. durch ein Stück Schnur - was beim richtigen Zelt der Dachzeltstoff ausmacht - hat man schon das tragende Gerüst, das beim Zelt vom Gestängekanal in der Form gehalten wird.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Wurfzeltgest_nge.jpg

Das Glasfibergestänge lässt sich auch ganz leicht überall eindellen, weshalb manche schon von Wackelpudding oder Sülze bei den Wurfzelten gesprochen haben.

Habe das mal ausprobiert in Miniaturform mit 2 aufgepumpten Fahrradschläuchen mit Decke drüber. Das hält schon ganz schön was aus, sogar mit dem relativ niedrigen Druck der nicht in einem Kanal liegenden reinen Schläuche. Das Ganze soll dann für mich auch nur für Richtung Süden reichen u. muss nicht Winter tauglich sein.

Was das Gewicht ausmacht, ok da kommen gut 500 g mehr zustande (Wurfzeltgestänge alleine wiegt auch schon ca. 500 g) + die erforderliche Luftpumpe - aber die habe ich wg. Rucksacktrailer sowieso dabei.
Was mir aber wichtig dabei wäre, das Zelt lässt sich
# all-in-one aufbauen (dauert dann keine 2 Sek. mehr sondern vllt. 2 Min.) und
# notfalls ohne einen einzigen Hering/Abspannung benutzen (selbst auf Asphalt),
# das Zelt ist fast unkaputtbar.

Vielleicht kann mir noch jemand in der Theorie vorher Mut machen oder schlagende Argumente dagegen bringen. Denn nur zum Probieren kaputt machen möchte ich das Zelt dann doch auch nicht.

Viele Grüße, Joachim

Fi156
30.08.2012, 16:24
das problem ist dr druck... wenn der schlauch nich komplett in nem nichtdehnbaren mantel untergebracht ist, kriegt man damit keine stabilität hin. wenn auch nur n stückchen schlauch irgendwo "rausschaut" bildet sich da ne blase...

Habe die selben Bedenken. Die Jungs von Heimplanet (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=200723&k_id=0603&hot=0) wussten schon genau, warum ihr Außenmaterial nicht dehnbar ist. Denkbar wäre eine Mantelung des Fahrradschlauchs.

DocBrown
30.08.2012, 23:04
sogar auf textilbasis. des wär "vielleicht" ne idee... aber wie gesagt, wennst meinst, probiers aus :D

aber dann will ich hier ne bilderstrecke sehen :grins:

Hundianer
03.09.2012, 23:27
Wenn dir die hier nicht zu teuer sind: Conti Race 28 Supersonic (http://www.cycle-basar.de/Reifen-Schlaeuche/Schlaeuche/Continental-Schlaeuche/Continental-Race-28-Supersonic-Rennrad-Schlauch-Kurzventil.html) wiegt einer 50g, dann hätte sich das Gewichtsproblem egalisiert. Leichtere Schläuche macht nur Eclipse (http://www.eclipse.ch/new/Schlaeuche.html)...

PWD
04.09.2012, 08:56
Danke Hundianer für den Link; diese Gewichte waren meine angestrebte Planungsgrundlage.

Der Vorschlag der Schlauchverlängerung von Homer hinterlässt viele Knubbel bei der Verpackung, was das Volumen deutlich vergrößert u. hält auch nach Vorversuchen leider nicht lange dicht.

Ich muss also noch eine sichere u. luftdichte Verklebung für die Schlauchverlängerung finden u. testen wie sich die Schlauchausdehnung in einer dünnen Gewebeummantelung macht.

DocBrown
04.09.2012, 09:35
naja, hochfrequenz-verschweissen wäre ne möglichkeit....
nähen und dann abdichten...
Mit so nem uralt radlflickenkleber, der noch die guten alten lösungsmittel enthält, der löst beide seiten an und vulkanisiert des ganze....

was nimmste denn als "mantel" ?

PWD
04.09.2012, 09:44
was nimmste denn als "mantel" ?

Polyester PU ;-)

alex3168
04.09.2012, 10:35
Dann nimm doch gleich TPU beschichtetes Gewebe, das ist auch luftdicht.
Heimplanet verwendert ja auch nichts anderes.

Ich habe daraus aufblasbare Spitzenbeutel für mein Kajak gebaut, die kann man mit ordentlich Druck aufpumpen, naja was meine Lunge soo hergibt ;)
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