PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verwirrung beim Rucksackkauf



Miral
14.08.2012, 22:23
Hallo.

Ich suche einen Rucksack für Hüttentouren bzw. Touren mit Übernachtung, wo ich kein Zelt mitschleppe. Ich dachte da so an ca. 45 Liter. Ich hab noch keine Erfahrung groß im Rucksackkauf, das wird quasi mein erster "richtiger" Rucksack. Mein Hauptkriterium ist, dass der Rucksack möglichst leicht sein soll.

Hatte im Inet schon mal einen Blick auf den Osprey Talon 44 und den Deuter ACT Lite geworfen. War dann vor ein paar Tagen mal in einem Geschäft und danach war die Verwirrung größer als vorher. Also beim Talon fand ich das Einstellen der Rückenlänge irgendwie komisch, da musste man son riesen Klettding rausfummeln. Zitat Verkäuferin: "Da macht man sich immer die Hände dran kaputt." Auch sonst hat sie mir vom Talon eher abgeraten, weil er eigentlich keine Polster an Schulter- und Hüftgurt hatte. Sie meinte, nach ein paar Stunden tragen ist man über jedes Polster dankbar.
Dann habe ich auch noch den Deuter ACT Lite SL 45+10 angeschaut. Der ist zwar etwas schwerer, hat mir aber von der Ausstattung ganz gut gefallen. Beim Aufsetzen war es erstmal ein bisschen ungewohnt, weil der Rücken da etwas vorgeformt war. Die Verkäuferin meinte, das ist das Gute an den Deuter-Rucksäcken, dass sie eine richtige Haltung fördern und man immer aufrecht geht. Und man merke angeblich sofort, wenn man schief steht oder falsche Schuhe an hat oder so. Jetzt wollte ich gerne mal wissen, hat die mir Quatsch erzählt oder kann ein Rucksack wirklich eine anatomisch korrekte Haltung fördern?

Ansonsten habe ich mich ein bisschen überfordert gefühlt zu beurteilen, ob mir ein Rucksack jetzt passt oder nicht. Ich les hier immer "Geh in einen Laden. Ein Rucksack muss passen." Aber woran merke ich, ob ein Rucksack passt. Beide Rucksäcke fühlten sich eigentlich "normal" an. Es war zwar insofern ungewohnt, weil da plötzlich ein Gewicht am Rücken war, aber keiner der Rucksäcke hat jetzt irgendwo weh getan oder so. Die Verkäuferin wirkte da auch nicht sehr hilfreich. Die hat den Rucksack einfach beliebig eingestellt und mir auf den Rücken gesetzt und dann sollte ich wohl was dazu sagen. Ja, keine Ahnung, ob der mir passt... Also, woran merke ich denn, dass er passt?

Habt ihr sonst neben den genannten Rucksäcken noch anderen Vorschläge? Wie gesagt, ca. 45L, möglichst leicht. Sind die UL Rucksäcke auch für Anfänger geeignet oder sollte ich lieber bei sowas wie dem Deuter mit einem richtigen Tragesystem bleiben? Ich bin zwar jetzt kein UL Freak, möchte aber so gesund und rückenschonend wie möglich unterwegs sein.

Bin schon mal dankbar für eure Tipps.

LihofDirk
14.08.2012, 22:50
Bei diesen kleinen Rucksäcken kenne ich mich ja nicht aus, aber den Hinweis, "man macht sich jedesmal die Hände kaputt" würde ich ignorieren. Wie oft meinst Du die Rückenlänge einstellen zu müssen, wenn der Sack erst mal passt?
Polster oder nicht Polster ist eine Geschmacksfrage, und trägt zum Gesamtbild "Paßform" bei. Trage den Rucksack mit ein paar Prospekten im Geschäft Probe, und Du wirst feststellen, ob Du der Polster-Typ bist oder nicht.

Gecko
14.08.2012, 22:57
Hallo Miral,

erster Tipp: Probier die Rucksäcke in beladenem Zustand an! Ein leerer Rucksack wird sich meistens "ganz normal" anfühlen (es sei denn, er ist wirklich sehr deutlich zu groß oder zu klein). Ich weiß zwar nicht, wie (ultra-)leicht oder schwer du unterwegs bist, aber so 10kg würde ich da schon reinpacken. Gerade wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast, merkst du erst durch das Gewicht so richtig, wo der Rucksack wie anliegt und ob das passt.

Bei richtiger Einstellung sollten die Schultergurte gleichmäßig auf den Schultern aufliegen - klingt komisch, is' aber so. Die Lageverstellgurte an den Schultern sollten weder angezogen noch gelockert den Schultergurt schräg nach oben wegziehen. Der Hüftgurt ist ein Hüftgurt und kein Bauchgurt (außer bei Daypacks) - klingt auch komisch... will damit sagen, er sollte auf dem Becken aufsitzen, also die Hüfte umschließen.

Bei Rucksäcken in der Größe von 45l kann es schwierig werden, diese beiden Punkte in Übereinstimmung zu bringen. Da solche Rucksäcke nicht so groß sind, fällt evtl. die Rückenlänge zu kurz aus, je nach Modell und deinem Rücken. Ich rate da zu sorgfältigem Ausprobieren; sitzt der Hüftgurt nicht ordentlich, hängt die ganze Last an deinen Schultern.

Ob's gut sitzt, merkst du dann wie folgt: Rucksack anlegen, alle Gurte festziehen. Dann lockerst du die Lageverstellgurte der Schultergurte. Wenn sich das Gewicht dann spürbar auf den Hüftgurt und damit auf deine Hüfte verlagert und du dich außerdem noch bewegen, gehen, aufwärts und abwärts steigen kannst ohne dass der Rucksack allzu sehr schlackert, dann passt's. Aber: Diese Gewichtsverlagerung merkt man beim leeren Rucksack kaum.

Zu deinen anderen Fragen kann ich nicht ganz so viel sagen; ich selbst habe beim Rucksacktragen keine ganz aufrechte Körperhaltung, je nach Gewicht natürlich. Beim Daypack schon, beim Trekkingrucksack definitiv nein.

Andere Modelle: Ich glaube, der Deuter Guide 45+ ist in der von dir gesuchten Kategorie recht ordentlich und gerne genommen. Ich kenne den aber nur vom Sehen; mein eigener Tourenrucksack ist ein altes Modell von Millet.

Grüße,
Marcus

...der schon zwei deutlich zu große Trekkingrucksäcke besessen hat und dadurch sowohl ein Wochenende als auch einen dreiwöchigen Schwedenurlaub sehr spannend gestaltete :ignore:

Torres
14.08.2012, 22:58
Wenn Du ungefähr eine halbe Stunde mit einem schwer befüllten Rucksack im Geschäft herumläufst, merkst Du, welcher passt und welcher nicht. Bei einem passenden Rucksack hast Du das Gefühl, dass Du das Gewicht gar nicht spürst. Bei einem nicht passenden drückt es recht schnell irgendwo. Ich habe mich ursprünglich auch für einen schwereren, aber passenden Rucksack entschieden und die Entscheidung war richtig. Mittlerweile kann ich auch auf Polster verzichten, das liegt aber daran, dass meine Ausrüstung mittlerweile optimiert ist. Das ist aus meiner Sicht ein Lernprozess, den man jedoch nicht umkehren kann. Hätte ich also erst einem leichten Rucksack ohne Polster den Vorzug gegeben, wäre ich unglücklich geworden.
Insofern hilft tatsächlich nur Ausprobieren und manchmal auch Lehrgeld zahlen.

Hencrux
15.08.2012, 10:05
Also bezüglich des Rückenteils bei den Ospreys kann ich auch Entwarnung geben, hab ja den Kestrel 58 und 2 weitere andere und hab das Rückenteil einmal eingestellt und gut ist. Ich war am Anfang ein wenig skeptisch weil ich es bei mir maximal ausgezogen hab, aber mittlerweile habe ich mehrere Touren gemacht wo er 18+ kg gepackt hat und keinerlei Probleme.

Ich würde dir raten mal auch mal die Kestrel-Serie ins Auge zu fassen. Für dich wäre vllt der 38 bzw 48 liter interessant. Bei den Kestrel finde ich es sehr angenehm das sie selbst in den kleinen Größen alle Eigenschaften von großen Tourenrucksäcken aufweisen: Bodenfach, Straps für ne Iso-matte unten, Schnallen auf dem Deckel, Kompressionsgurte oben und unten. Zudem schätze ich das Rückensystem und die Beckengurte: Es ist ein guter Mix aus Belüftung, Stabilität auf dem Rücken und bequemem tragen, nicht son fettes Polstermonster aber bequemer Schaumstoff mit ner Alukonstruktion im Rücken.

http://www.ospreypacks.com/de/group/multi-use/kestrel_series_1

mhim
15.08.2012, 10:34
Wozu brauchst du für Hüttentouren überhaupt einen so großen Rucksack?
Kletterzeug dabei? Wintertouren geplant?

oesi
15.08.2012, 11:35
Wozu brauchst du für Hüttentouren überhaupt einen so großen Rucksack?
Kletterzeug dabei? Wintertouren geplant?

Die Frage stelle ich mir auch gerade. Wenn ich eine Hüttentour mache benötige ich einen 20l - 25l Rucksack. Viel muss man ja nicht mitnehmen.
Ich habe Shirt, kurze Hose, Schuhe, Socken Unterhose an.
In den Rucksack muss dann noch:

Fleecejacke
Regenjacke
Hose
ggfls. Regenhose
Ersatzshirt, -Socken, -Unterhose
Hüttenschlafsack
Waschzeug
Tagesverpflegung (z.B. Müsliriegel und Schokolade)
Wasser
eventuell noch diverser Kleinkram

Mag sein, dass ich auf die Schnelle noch was vergessen habe.

Größere Rucksäcke benötigt man, wenn man zusätzliche Alpine Ausrüstung dabei hat oder sich auch fürs Frühstück und das Abendessen selbst verpflegt.

volx-wolf
15.08.2012, 12:04
Habt ihr sonst neben den genannten Rucksäcken noch anderen Vorschläge?

Ja, mal in einen anderen Laden mit einer anderen Beratung gehen.

lemon
15.08.2012, 13:34
Ja, mal in einen anderen Laden mit einer anderen Beratung gehen.

Den ersten "RICHTIGEN" Rucksack kauft man am Besten in einem Ladengeschäft, nachdem man zuvor "mehrere" Ladengeschäfte abgeklappert und allerhand Rucksäcke anprobiert hat! Nach meiner Erfahrung ist die Auwahl in ettlichen Geschäften recht Markenbezogen, d.h. teils sehr einseitig und viele Hersteller haben ein ähnliches Formmuster / Trangesystem (Ähnlich einem Schnittmuster) für viele ihrer Produkte. D.h. je nach deiner Statur empfehle ich dir ggf. eher die Wahl eines anderen Herstellers, statt eines anderen Modells des selben Herstellers! Darum auch der Rat, in mehrere Geschäfte zu gehen!

PS: Es gibt Shops, wo du dir einen ultraleichten Rucksack aufs Maß anferigen lassen kannst. Der Vorteil dabei ist, dass die auch Sonderwünsche (extra Fächer, Trinkblase, zusätzliche Klett-Streifen, etc.) erfüllen! Kostet zwar gut das 2-3 fache eines normalen Rucksacks, doch kann mitunter ne gute Lösung für Minimalisten sein!

oesi
15.08.2012, 13:54
PS: Es gibt Shops, wo du dir einen ultraleichten Rucksack aufs Maß anfertigen lassen kannst. Der Vorteil dabei ist, dass die auch Sonderwünsche (extra Fächer, Trinkblase, zusätzliche Klett-Streifen, etc.) erfüllen! Kostet zwar gut das 2-3 fache eines normalen Rucksacks, doch kann mitunter ne gute Lösung für Minimalisten sein!

Jemand der noch keine Ahnung von Rucksäcken hat, sollte sich sicherlich nicht nach UL Rucksäcken erkundigen. Da sollte man doch über etwas mehr Erfahrung verfügen und das entsprechende Equipment besitzen. Aber man kann, sofern man das möchte, in Richtung leicht gehen. Heißt in der Regel bei Rucksäcken, dass entweder an der Polsterung/Belüftung gespart wird, oder der Rucksack weniger robust ist.

Ich selbst besitze für meine Touren einen Crux Ak37. Ist zwar auch etwas größer, aber mit 950 g sehr leicht und sehr sehr robust.

Melli135
15.08.2012, 14:49
Ich habe einen Deuter Aircontact 40 +10, den ich sowohl auf Mehrtagestouren als auch auf Tagestouren mitnehme. Bei letzteren ist er halt nicht ganz voll.

Hängt halt davon ab, wie minimalistisch man unterwegs sein will. Ich nehme lieber etwas mehr an Sicherheit mit, sprich zur Liste von oesi noch Biwaksack und Erste-Hilfe-Set (auf meine Bedürfnisse und mein Können sowie die Länge der Tour ausgerichtet). Auch will sich nicht jeder untertags nur von Riegeln ernähren, oder kommt nur mit reinem Wasser zurecht bzw. findet unterwegs ausreichend Nachschub ;-)
Vielleicht soll ja auch noch Luft für ein Klettersteigset/Helm, etc. sein ...

Einfach pauschal zu sagen, 40 l sind zu viel für ein Mehrtagestouren-Rucksack finde ich etwas ungut. Das muß jeder für sich selbst herausfinden.

Ich bin mit meiner Entscheidung zufrieden. Mit dem Tragesystem komme ich gut zurecht (im Gegensatz zu anderen Rucksäcken).

VG,
Melli

lemon
15.08.2012, 15:42
Jemand der noch keine Ahnung von Rucksäcken hat, sollte sich sicherlich nicht nach UL Rucksäcken erkundigen.

Vermutlich, aber die Anforderrung wurde so formuliert:


Mein Hauptkriterium ist, dass der Rucksack möglichst leicht sein soll.

Für Anfänger gewiss nicht das Richtige, aber man sollte dies mal erwähnt haben! Wäre doch recht ärgerlich, wenn der Threadstarter genau weiss, was er will und sich vielleicht gar nicht bewusst ist, dass es Firmen gibt die sich auf sowas derart spezialisiert haben, dass humane Preise für solche Sonderanferrigungen entstanden sind!

oesi
15.08.2012, 17:00
Einfach pauschal zu sagen, 40 l sind zu viel für ein Mehrtagestouren-Rucksack finde ich etwas ungut. Das muß jeder für sich selbst herausfinden.

Ich bin mit meiner Entscheidung zufrieden. Mit dem Tragesystem komme ich gut zurecht (im Gegensatz zu anderen Rucksäcken).

VG,
Melli


Du hast natürlich recht damit, dass man die benötigte Größe pauschal nicht angeben kann.
Das habe ich aber auch nicht behauptet. Ich hatte nur aufgezählt, was ich für eine Hüttentour benötige und dass die Ausrüstung ggfls. mehr werden kann.

Miral
15.08.2012, 23:31
Erstmal vielen Dank für die guten Tipps. Das hilft mir schon etwas weiter. Ich werde auf jeden Fall noch in einen anderen Outdoor-Laden gehen. War auch erstmal in dem "schwächeren" Laden, der zwar ein größeres Sortiment, dafür aber die schlechtere Beratung hat. Vielleicht werde ich ja in dem anderen Laden noch fündig.

Ja, mit dem Volumen bin ich auch noch ein bisschen am überlegen. Den Deuter ACT Lite z.B. gibt es ja auch in 35+10. Aber ich glaube, ich hab lieber noch ein bisschen Reserve was die Literzahl angeht und komprimieren kann man ja auch immer. Wenn ich z.B. ne Hüttentour mache, würde ich eher einen kleinen KuFa-Schlafsack mitnehmen als nur ein Seideninlett, wie viele. Ich hatte mal so ein Inlett probegelegen und die sind so dünn, da fühl ich mich irgendwie ein bisschen "nackt". ;-) Ansonsten (sofern das Gesamtgewicht noch im Rahmen bleibt) würde ich auch noch ein Shirt oder eine Unterhose mehr mitnehmen als andere, weil ich auch nicht jeden Tag waschen will. ;-) So ein 40L - 45L scheint mir da ein bisschen flexibler zu sein und um bei dem Beispiel der ACT Lites zu bleiben, wiegt er auch nicht viel mehr und lässt sich bei Bedarf komprimieren.

Ich werd nächste Woche erstmal auch in den anderen Outdoorladen gehen (und vielleicht auch noch in den JW Laden) und mir da die Rucksäcke mal angucken. Und falls da nix is, kann ich mir immer noch verschiedene Modelle online mal bestellen und dann zu Hause ausprobieren.

Aktaion
15.08.2012, 23:55
Den Deuter ACT Lite z.B. gibt es ja auch in 35+10.


Aber dann wird der Rücken kürzer.
Kann dann immer noch passen, aber muss nicht.
40+10 ist echt eine universelle Größe!



Ich hatte mal so ein Inlett probegelegen und die sind so dünn, da fühl ich mich irgendwie ein bisschen "nackt". ;-)

Dafür gibt´s auf den meisten Hüten noch Decken die ausliegen.
Inlett/Hüttenschlafsack dient vornehmlich der Hygiene.



(und vielleicht auch noch in den JW Laden)

Warum um Gottes Willen??:roll::ignore:;-)

faule socke
22.08.2012, 17:27
den JW-Laden würde ich auch auslassen. Schlechtes Preis-Leistungsverhältnis und die Marke hat sich einfach zuviel Frechheiten geleistet (Abmahnaktionen von Bastelomis, Logistikzentrum im/am Naturschutzgebiet hineinbetoniert,..).
Ausser Du bist klein und dick, dann könnten die Rucksäcke ev. gut passen.

Die Aussagen dieser Verkäuferin klingen sehr merkwürdig. Einstellen ist ja nur anfangs nötig. Und ein Rucksack, der eine aufrechte Haltung fördern/erzwingen soll? Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Osprey ist sicher eine vernünftige Marke, musst halt mit Gewicht probieren, ob sie Dir passen.
Deuter ist auch nicht schlecht, mir würde Osprey aber von der Qualität her besser gefallen. Ich habe aber weder noch, habe gute Erfahrungen gemacht mit Lowe, Exped, Marmot und Vaude.

paindonthurt
22.08.2012, 20:23
Dann habe ich auch noch den Deuter ACT Lite SL 45+10 angeschaut. Der ist zwar etwas schwerer, hat mir aber von der Ausstattung ganz gut gefallen. Beim Aufsetzen war es erstmal ein bisschen ungewohnt, weil der Rücken da etwas vorgeformt war. Die Verkäuferin meinte, das ist das Gute an den Deuter-Rucksäcken, dass sie eine richtige Haltung fördern und man immer aufrecht geht. Und man merke angeblich sofort, wenn man schief steht oder falsche Schuhe an hat oder so. Jetzt wollte ich gerne mal wissen, hat die mir Quatsch erzählt oder kann ein Rucksack wirklich eine anatomisch korrekte Haltung fördern?

Da sind Metallstreben innen, die man anpassen kann. Ich habe meine gerade gebogen. Ist ein guter Rucksack, hält viel aus, hat eine gute Ausstattung, viel Platz und ist so schwer nun auch nicht. Isomatte, Stativ und Jacke außen dran und ich bekomme da Zeug für 10 Tage rein.

Aktaion
22.08.2012, 20:38
Die Verkäuferin meinte... hat die mir Quatsch erzählt oder kann ein Rucksack wirklich eine anatomisch korrekte Haltung fördern?



Sehr sicher: Ja!

Die gute Dame darf sich hier bestimmt mit dem ein oder anderen Teilnehmer auf Tour begeben.
Spätestens nach einigen Stunden wird Ihr Ihr gefasel vom "anatomisch korrekten" Gang zu denken geben.

Rucksacktragen ist für den Menschen immer etwas unnatürliches, nicht so vorgesehenes.
Dementsprechend "arrangieren" wir uns hier mehr oder weniger mit dem Gewicht am Buckel.

Bestehen bleibt, je mehr Lastübertragung auf den stabilsten und zentralsten Punkt des Körpesr (Becken/Beckenkamm), desto weniger "Störung" ist durch das Zusatzgewicht vorhanden.

Schultern entlasten ist das Hauptaugenmerk.
Druck von vorne aud die Clavicula oder oberen Brustmuskelbereich ist ok und gut.
Irgendwie soll der Rucksack einem ja auch nicht vom Rücken fallen.;-)

Gute "Berater" (Verkäufer ist so negativ behaftet, obwohl viele das nun einmal in Reinform sind:() erklären was sie da gerade tun und weswegen sie das machen.

Wäre für mich ein Grund die Kompetenzen zu wechseln und andernorts (tue uns Deinen Wohnort oder Einzugbereich kund, und viele, viele Tipps zu guter Beratung werden folgen;-) auf fachkundlichere Auskunft zu hoffen.

Miral
28.08.2012, 21:39
Na ja, in dem ersten Laden war ich eigentlich auch nur um mal das Sortiment abzuchecken und zu gucken an was man schnell kommen könnte. Ansonsten gehe und kaufe ich auch immer in einem anderen Laden. Bei dem war ich letzte Woche auch und die Beratung dort war super! Die haben zwar nur Deuter Rucksäcke, aber der Berater ;-) hat mir beim Einstellen geholfen und auch ein bisschen Gewicht reingepackt. Ich hatte dort den ACT Lite 35 anprobiert und den mit ca. 7 Kilo eine Weile durch den Laden getragen und ich konnte nicht glauben, dass dort tatsächlich 7 Kilo drin waren! Also, der hat schon gut gepasst.
Um noch mal was anderes zu probieren habe ich mir noch mal einen Osprey Exos 46 bestellt. Ich hoffe der kommt bald an und dann werde ich mich spätestens nächste Woche entscheiden. Wobei, falls es der ACT Lite werden sollte, würde ich lieber 45L nehmen um noch etwas Reserve zu haben. Ich gehe mal davon aus, dass wenn der 35er gut gepasst hat der 45er auch gut passen wird.

P.S. Im JW Laden war ich nun doch nicht mehr. ;-)

Daddyoffive
30.08.2012, 14:53
P.S. Im JW Laden war ich nun doch nicht mehr. ;-)

Weise Entscheidung! :grins:

Miral
06.09.2012, 19:13
Hallo Leute.

Es gibt neues an der Rucksackfront. Ich hatte mir zum probieren nun folgende Rucksäcke bestellt: Osprey Talon 44 (M/L), Osprey Exos 46 (M), Deuter ACT Lite 45+10 SL. Ich wollte einfach mal kurz meine Eindrücke hier beschreiben, und vielleicht habt ihr noch einen Rat für mich. Zur Info: Beim Anprobieren habe ich alle Rucksäcke gleich beladen: 6L Wasser in PET Flaschen und ein paar Klamotten zum Polstern. Schätze insgesamt sind es um die 8 Kilo Beladung.

Den Talon 44 habe ich nach dem ersten Anprobieren gleich wieder aussortiert. Wahrscheinlich die falsche Größe bestellt. Ich liege laut Osprey Größentabelle bei M und stand dann also vor der Wahl ob ich S/M oder M/L bestelle... Auf jeden Fall hing er mir irgendwie zu tief am Hintern und hat ziemlich rumgeschlackert, was ich auch durch keine Einstellung hinbekommen habe.

Dann der Exos 46. Den habe ich eigentlich mit den niedrigsten Erwartungen bestellt, da er mir optisch nie so gefiel. Inzwischen habe ich mich mit der Optik angefreundet und bin von den ganzen Featurs begeistert. Außerdem sitzt er recht bequem. Es gibt aber eine Sache, die mich etwas verunsichert: Die Schultergurte verlaufen im unteren Bereich etwas etwas nach außen (klar, zur Außenkante des Rucksacks), so dass ich mit der Innenseite der Arme da immer ein bisschen gegen komme. Keine Ahnung, wie sich das auf Tour auswirkt. Kann man sich da wund oder die Klamotten kaputt scheuern? Andererseits schlackert man doch aber auch nicht so doll mit den Armen oder? Dieser Punkt verunsichert mich wirklich sehr, da ich ansonsten vom Exos total begeistert bin.

Der Deuter: Hab ihn jetzt in rot da und rein optisch total chic! Aber wir wollen ja nicht zur Modenschau. ;-) Er war genauso beladen wie der Exos, aber trotzdem kam es mir schwerer vor (wird ja wohl nicht an dem halben Kilo mehr Rucksack liegen). Dann ist mir aufgefallen, dass die Lastkontrollriemen irgendwie komisch sitzen. Beim Exos gingen sie leicht schräg nach oben, so wie ich es quasi aus dem "Lehrbuch" immer gelesen habe, beim Deuter allerdings gerade nach hinten weg. Hab dann mal den Test gemacht, den Marcus aka Gecko oben beschrieben hat: alle Gurte festziehen und dann mal die Lastkontrollriemen lockern und gucken wie es sich anfühlt. Beim Exos hab ich gut gemerkt, wie es auf die Hüfte ging und ich konnte mich auch weiterhin gut mit dem Rucksack bewegen. Beim Deuter hatte ich allerdings das Gefühl, dass es nur etwas auf die Hüfte geht, der Rucksack mich sonst aber ziemlich nach hinten zieht, also ich spürte quasi mehr Last direkt vorne gegen die Schulter bzw. Schlüsselbein. Dabei soll doch das Lockern der Gurte die Schultern ENTlasten? Woran liegt das, habe ich irgendwas falsch eingestellt?
Ansonsten habe ich beim Deuter auch die ganzen Features des Exos vermisst: kein Stow-on-the-Go-System, keine seperate Reißverschlusstasche vorne, im Vergleich zum Exos ne echt kleine elastische Fronttasche, keine Schlaufen unterm Rucksack für die Isomatte, keine zweite Hüftgurttasche, keine Minitasche am Schultergurt und die elastischen Außentaschen sind praktisch nicht nutzbar, weil die Kompressionsriemen drüber laufen. Beim Exos kann man die Riemen hinter die Tasche fummeln, sodass sie nutzbar bleiben.

Ihr seht also, im Moment sympathisiere ich sehr mit dem Exos, zumal ich mich in dem auch etwas befreiter fühle, wogegen der Deuter irgendwie beklemmender wirkt. Nur das mit den Schulterträgern verunsichert mich etwas. Was meint ihr, ist das wirklich so ein Ding? Ok, beim Deuter (und wahrscheinlich auch bei jedem anderen Rucksack) komme ich auch mit der Innenseite der Arme etwas gegen die Schnalle am Schulterträger, aber beim Exos ragt es noch ein Stück breiter raus.

Sorry für den langen Text. Aber ich denke, es hilft auch meiner Entscheidungsfindung, dass ich darüber noch mal so ausführlich reflektiert habe. Für weitere Hinweise/Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Toni6642
06.09.2012, 22:40
Hi Miral,

Ich hab den Deuter Act Trail SL (28l) und krieg da wirklich alles rein was ich für Hüttenübernachtungen brauche. Dh auch Klettersteigset, Gurt etc wenns sein muss. Wenn ich mehr Kletterzeug (Seil) bräuchte würde es allerdings eng werden. Ich denke schon, dass 35 bis 40l eine gute Größe sind, da dürftest du für Wanderungen, Hüttentouren, Klettertouren und so weiter alles reinkriegen :)

Das Problem mit den Schultergurten hab ich auch. Oder, was heißt Problem, es stört mich eigentlich nicht. Ich berühre zwar die Schultergurte mit den Oberarmen, aber wirklich wundgescheuert hab ich mir dabei noch nichts. Auch die Klamotten sind noch ganz.
Aber wenn du den Rucksack jetzt einmal zu Hause hast, setz ihn doch einfach mal auf und lauf eine Runde um den Block/durch den Ort/die Stadt :ignore: Dann wirst du ja sehen, wie sich das anfühlt. Aber nicht dreckigmachen, wenn er noch nicht gekauft ist! :grins:

dominiksavj
06.09.2012, 22:51
Ich hab im Talon 33 Thread schonmal geschireben das man den Talon 44 sehr akribisch packen muss, sonst sitzt der Scheisse...
Gib dem Rucksack ne Chance, Pack ihn Sauber, unten Volumen ohne Gewicht rein, zurr alles fest. Ich möchte meinen Talon nicht mehr missen....

Miral
11.09.2012, 10:51
So, ich habe mich jetzt für den Exos entschieden. Hatte die Rucksäcke noch mal anprobiert und bin dann damit mal ne Runde um den Block gelaufen. Und beim Exos hatte ich das beste Gefühl, dass sich das Gewicht gut auf die Hüfte verlagert. Das mit den breiten Schultergurten hat mich nicht so gestört. Ich hoffe, das ist auch noch so, wenn ich ihn dann den ganzen Tag im Einsatz habe. ;-) Aber erstmal: Rucksack gefunden und danke an euch für die Hilfestellung.

dominiksavj
12.09.2012, 21:03
Viel Spass damit und meld Dich wenn Du damit mal länger weg warst