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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Phänomen Funtensee - der kälteste Ort Deutschlands



Corton
25.11.2004, 13:51
Heute um 13 Uhr:

Mindelheimer Hütte (2.013m), Allgäu: + 5,9°C
Samedan (1.700m) bei St. Moritz/Engadin: + 2,0°C
Zugspitze (2.964m), Werdenfelser Land: - 1,2°c
Klein Matterhorn (3.883m), Wallis, - 3,4°C

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Funtensee (1.613m), Berchtesgadener Land: - 14,3°C :o

Melanie
25.11.2004, 13:54
Vielleicht hätte man die Baugenehmigung für den unterirdischen Stickstofftank doch mal näher überprüfen sollen bzw. darauf hinweisen sollen das Überdruckventil nicht gleich neben das Thermometer der Messstation (mit drei "s"?) zu legen....

Melanie

ToP
25.11.2004, 14:35
Dieser See wird wohl bald zum Mekka der Schlafsacktester (als alternative zum Fleischer-Kühlhaus).

Muss nur noch einer dafür sorgen, dass ein kleines Büro mit Rechnern, viele Temperatursensoren an langen Strippen und eine Besatzung zum auswerten der ganzen Tests da hochgebracht wird. Dann kann jeder vor Antritt seiner Reise seine Schlafsack unabhängig objektiv und subjektiv testen. Und man kann sein persönliches Kälteempfinden eichen lassen. :wink: :wink: :wink: (es fehlt der grüne Grinsesmily - wo ist der?)

Torsten

Menelaos
25.11.2004, 14:53
Funtensee (1.613m), Berchtesgadener Land: - 14,3°C :o
Wat? Windstill oder im Wind? :shock:

Flachlandtiroler
25.11.2004, 15:34
Die Frage ist nicht Wind oder Windstill, sondern Sonne oder Nebel.
Bei der Wetterlage läuft so'ne Senke wie der Funtensee mit Bodennebel "voll".
Siehe auch hier (http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?p=90756&highlight=funtensee#90756) ff.

Gruß, Martin

Menelaos
25.11.2004, 16:23
JO, aber imho gibts da immernoch nen Unterschied ob das Thermometer im Wind hängt oder an einem windstillen Ort.
Weil das sind ja schon ein paar Grad ;-)

Flachlandtiroler
25.11.2004, 16:26
JO, aber imho gibts da immernoch nen Unterschied ob das Thermometer im Wind hängt oder an einem windstillen Ort.
Letzteres, IMHO sind die schon in ein kleines Hauschen eingebaut.

Gruß, Martin

ToP
25.11.2004, 16:27
Ich glaube nicht, das ein Thermometer vom Windchill betroffen ist. Es hat keine "eigene" Temperatur - Wärmequelle, die gekühlt wird. Und Feuchtigkeit macht dem Thermometer auch nichts - °C = °C das Thermomenter passt sich dem an.

Muß aber nicht richtig sein und Denkfehler sind nie ausgeschlossen (Gewehr und so :wink: )

Torsten

Felix
25.11.2004, 16:38
Ich nehme sogar an, dass es in dieser Ecke bei kräftigem Wind wärmer werden würde. Die kalte Luft die sich in der Senke absetzt, würde dann aufgewirbelt und mit der wärmeren Luft aus der Umgebung vermischt.
Ich war im Sommer in der Ecke unterwegs und fand es schon erstaunlich, wie es auf einmal kälter wurde, als wir in die Senke abgestiegen sind.

Gruß

Felix

gi
25.11.2004, 17:06
Bei uns wars heute windstill! ;)

Dani
29.11.2004, 12:16
Der kälteste Ort der Schweiz: La Brévine 1043 müm

Topographie
Das Tal [von La Brévine] liegt in einer Synklinalen im Faltenjura. Auf seiner Nordwestseite wird es von der Jurakette des Larmont (bis 1300 m ü. M.) begleitet, über den die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich verläuft. Auf der Südostseite erstreckt sich ein breiter Höhenrücken, der im Crêt du Cervelet (1308 m ü. M.) gipfelt und charakteristische ausgedehnte Hochjuraweiden und Wälder aufweist. Den nordöstlichen Abschluss des Tales bildet der Grand Som Martel (1337 m ü. M.).

Die Talsohle selbst ist weitgehend eben und an verschiedenen Orten moorig. Sie liegt im Mittel auf 1050 m ü. M., der tiefste Punkt liegt auf 1035 m ü. M. in einer Doline nördlich des Weilers Bémont. Das Vallée de la Brévine bildet eine Polje. Das gesamte Oberflächenwasser fliesst unterirdisch ab. Es gibt kein längeres Fliessgewässer an der Oberfläche, kleine Rinnsale verschwinden nach kurzem oberirdischem Lauf in Ponoren (Schlucklöchern). Das Wasser des Lac des Taillères versickert ebenfalls im Kluftsystem des Seebodens.

Klima
Gekennzeichnet ist das Hochtal durch ein raues Klima. Wegen seiner völligen Abgeschlossenheit gegen die Umgebung kann sich hier im Winter in Strahlungsnächten und bei windschwachen Lagen ein beständiger Kaltluftsee bilden.

Temperaturen von –30° C sind deshalb nicht selten. Das absolute Minimum von –41,8° C wurde in La Brévine am 12. Januar 1987 gemessen. Es ist die tiefste an einer offiziellen Station je gemessene Temperatur in der Schweiz. Dies hat dem Tal den Namen „Sibirien der Schweiz“ eingetragen.

http://www.weblexikon.de/Vall%c3%a9e_de_la_Br%c3%a9vine.html

Corton
06.12.2004, 10:02
JO, aber imho gibts da immernoch nen Unterschied ob das Thermometer im Wind hängt oder an einem windstillen Ort.
Weil das sind ja schon ein paar Grad :wink:
Was soll denn die Temperatur mit dem Wind zu tun haben? Ob 0 km/h oder 100 km/h Windgeschwindigkeit - die Temperatur bleibt doch gleich oder nicht? Ich glaub nicht, dass sich ein Thermometer für die "gefühlte Temperatur" interessiert, bin mir aber auch nicht ganz sicher. :wink:

Aktuell, 9 Uhr

Zugspitze: -5,6°C
Funtensee: -17,2°C

:D

Fernwanderer
06.12.2004, 10:39
Was ist Wärme (nicht Wärmestrahlung)?
"Wärme ist ungeordnete Molekülbewegung." (Gerthsen, Kneser, Vogel: Physik 16.Aufl. 1989)
Wind ist aber eine gerichtete Bewegung der Moleküle aus denen sich Luft zusammensetzt.
Die Luft fühlt sich nur deshalb bei Wind kälter an, weil die vom Körper erwärmte Umgebungsluft dauernd ausgetauscht wird und erneut erwärmt werden muß.
Wer schon bei großer Hitze unterwegs war kennt auch den gegentgeiligen Effekt, die Temperatur scheint bei Wind zu steigen.

Fernwanderer

Eisbär
06.12.2004, 14:46
Auf Julias HP ist eine Tabelle ...

http://www.etojm.com/Tysk/Praktisches/Praktiskeemner/ErstehilfeErfrierungen.htm

Saloon12yrd
06.12.2004, 14:53
Scheint irgendwie schwierig zu sein das zu verstehen... Fürs Thermometer gilt: Tatsächliche Temperator == "gefühlte" Temperatur :zeitung:

Sal-, ohne gelben Usernamen

Eisbär
06.12.2004, 15:03
Bei Kälte und zusätzlich starkem Wind ist es so als würde man mir mit einem Messer durchs Gesicht ritzen.
Und dieses Schnittempfinden ist pure Kälte die wohl was mit dem unterbrechen der Wärmeregulierung des Körpers zutun hat.
Die Wärmeausstrahlende Hülle des Körpers wird sozusagen durchbrochen.
So stell ich es mir zumindest vor. :bg:

Es erscheint einem ja auch im Sommer kühler wenn ein Wind weht...
Aber Wind schützt im Sommer ja nicht wirklich vor der Hitze.

Wie ein Ventilator,der kommt einem nur kühler vor weil er die Teilchen durcheinander wirbelt die für dichte Hitze sorgen ...

ToP
06.12.2004, 15:07
Scheint irgendwie schwierig zu sein das zu verstehen... Fürs Thermometer gilt: Tatsächliche Temperator == "gefühlte" Temperatur :zeitung:

Sal-, ohne gelben Usernamen

Nö, denn:
Was ist Wärme (nicht Wärmestrahlung)?
"Wärme ist ungeordnete Molekülbewegung." (Gerthsen, Kneser, Vogel: Physik 16.Aufl. 1989)
Wind ist aber eine gerichtete Bewegung der Moleküle aus denen sich Luft zusammensetzt.
Die Luft fühlt sich nur deshalb bei Wind kälter an, weil die vom Körper erwärmte Umgebungsluft dauernd ausgetauscht wird und erneut erwärmt werden muß.

Aber ein Thermometer hat Außentemperatur und muß diese nicht erwärmen, außerdem wird dem nicht kalt :bg: .

Rein differentiell gesehen ist das schon so, dass ein Termometer bei wind schneller die Temperatur wechselt :old:

Torsten

Nicht übertreiben
06.12.2004, 15:31
Da kann ich Top nur zustimmen, ein Thermometer zeigt die wirkliche Temperatur an, die gefühlte Temperatur (also incl. Windchill) ist niedriger (wenn Wind weht).

Die Abnahme der gefühlten Temperatur hängt zum einen mit Verdunstungskälte, zum anderen mit der Zerstörung des Wärmepolsters zusammen.

Thorben

Corton
10.12.2004, 18:22
http://wetterstationen.meteomedia.de/messnetz/forecast/10999.html

Schon -20/-25°C - so langsam wird´s Schlafsack-technisch interessant. 8)

skua
12.12.2004, 00:56
Wenn ein Thermometer so richtig gut messen soll (Wetterstation), dann wird es sogar durch einen Ventilator belüftet, nur bei Wind/ Belüftung zeigt es genau die Lufttemperatur an.

Ohne Belüftung gibt es zwei Effekte, die die Anzeige verfälschen können: Bei Sonne heizt die Strahlung das Thermometer und es zeigt zuviel an, das ist jedem sofort klar, deswegen gibts auch das luftdurchlässige Häuschen in dem die Wetterstationen stecken.
Nachts bei klarem Himmel strahlt das Thermometer Energie ab und es zeigt weniger als die Luftthemperatur an, das ist der gleiche Effekt wie beim Bodenfrost oder der Autoscheibe.

Also nur bei Wind gilt sicher: Thermometertemperatur=Lufttemperatur.
Gerade andersherum wie bei der Haut wegen Windchill.

Bei Windstille ist es auch ziemlich entscheidend wie hoch das Thermometer hängt, zwischen 10cm über Grund und 2m hat es in einer kalten klaren Nacht locker 5°C Unterschied.
Weil die Kühlfläche der Boden ist, ist eine windige Winternacht auch viel wärmer als eine windstille. Bei Wolken kann der Boden auch nicht so gut abstrahlen, es ist ebenfalls wärmer.
Senken werden besonders kalt aus mehreren Gründen: Die kalte Luft kann nicht abfließen, das haben ja schon einige gesagt. Da sie kalte Luft schwerer ist, mischt sie sich auch nur schlecht mit der wärmeren oben drüber (stabile Schichtung), es bleibt also kalt solange kein kräftiger Wind alles durchwirbelt. Dann kondensiert der Wasserdampf und der Nebel lässt tagsüber die Sonnenstrahlen nicht auf den Boden um zu heizen... so wirds dann immer kälter in diesen "Kaltluftseen".

Wen es genauer interessiert, der muss sich im Gerthsen die Strahlungsgesetze anschauen, "Wärme = ungeordnete Molekühlbewegung" stimmt, reicht aber nicht.

Eisbär
12.12.2004, 13:55
Tja,aber das Beispiel mit der Sonne ist ja genau das Problem.
Im heissen Sommer werden die Temperaturen deshalb glaube ich auch eher im Schatten angegeben.
Was bedeutet das es immer heisser sein wird als im Wetterbericht!

Wenn mans genau nimmt kann man sich auf ein Thermometer wohl nur Quadratmeterweise verlassen. :roll:

Dieter
18.12.2004, 14:35
Hallo,

am Freitag den 17.12.04 kam in der Süddeutschen Zeitung Im Bayernteil (leider nicht in der Onlineausgabe) ein Artikel über den Funtensee. Genauer über die Berühmtheit desselbigen, seitdem dort Kachelmann eine Wetterstation errichtet hat. Der Titel:

"Kalt, kälter, Funtensee - Kachelmann misst dort immer neue Minusrekorde - ein Klimatologe erklärt warum."

Tenor: der Funtensee ist ein Extremstandort in 1600 m ü.NN, teife Mildenlage umgeben von Bergen im Winter durch die nieder stehende Sonne und Bergumrahmung im Süden keine Sonneneinstrhlung. Tiefste gemessene Temperatur am 25.01.2000 waren -45,8 °C. Das ist ein Rekord aber mehr nicht. Schon 100 Höhenmeter über dem See war es um 27°C wärmer und -19°C sind ja wohl nix besonders in schattigen Berglagen. Der Klimatologe des Nationalparks Berchtesgaden, Hugo Vogt, weist dauf zurecht darauf hin, daß diese Meßstation keine repräsentative Bedeutung hat. Schon gar nicht für eine landesweite Wettervorhersage. Der Wert einer meteorologischen Sation liegt eben genau darin, wie repräsentativ sie ist.

"Hier geht es um den Rekord. Wenn man eine Tendenz will, dann kriegt man sie. Da braucht man nur die halbe Wahrheit wegzulassen" so Vogt.

Kachelmanns Verdienst um das Wandel vom drögen Wetteronkel zum "Weathertainment" sind unbestritten und sollen nicht geschmälert werden. Aber es geht den Berchtesgadeneren ganz einfach auf den Senkel, wenn nach jeder Kachmannschen Kälterekordmeldung die Telephone heiß laufen.

Also:
- ein Meßwert ist eine Sache,
- seine Repräsentativität eine zweite
- und seine Inertpretation eine dritte.

Metorologen sind schon arme Schweine. Sie sind die einzigen Wissenschaftler die täglich Prognosen abliefern müssen, die von Rest der Bevölkerung (Laien) überprüft und kritisiert werden. Weil über`s Wetter, da kann ja wohl jeder mitreden :)

Dieter :old:

Corton
20.12.2004, 11:41
Was interessiert mich, ob die am Funtensee gemessenen Werte repräsentativ für das gesamte Gebiet sind? Fakt ist, dass es da regelmäßig irrsinnig kalt wird und nur das zählt (wenn man seine Ausrüstung auf Kältetauglichkeit testen will :wink:). Heute morgen wurden da oben immerhin schon mal erfrischende -30°C gemessen (aktuell, 11 Uhr: -20,5°C). Herr Vogt wurde hier übrigens schon mal erwähnt:

http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/includes/mehr.php?id=2116

Corton

Dieter
20.12.2004, 11:57
Corton schrieb:

Was interessiert mich, ob die am Funtensee gemessenen Werte repräsentativ für das gesamte Gebiet sind? Fakt ist, dass es da regelmäßig irrsinnig kalt wird und nur das zählt (wenn man seine Ausrüstung auf Kältetauglichkeit testen will ).

Na dann, auf, auf - was machst Du noch hier? :bg:

Dieter

Corton
20.12.2004, 12:22
Der Winter ist ja noch lang und an die -30°C wollte ich mich eigentlich schrittweise rantasten und nicht gleich mit dem Funtensee anfangen. :wink: Die Temps, die aktuell nachts und morgens am Funtensee gemessen werden (-30°C und kälter), erscheinen mir mit einem Daunen-Schlafsack mit ca. 750g Füllung für erste vielleicht doch etwas heikel. :-?

In der kommenden Nacht werde ich den Schocking Blue mal einem ersten ernsthafen Test unterziehen. Lt. Meteomedia wird´s hier in der Gegend über Schnee so um die -15/-17°C kalt werden.

http://wetterstationen.meteomedia.de/messnetz/forecast/10839.html (Station in der Nähe)

Wenn er diese Temperatur (ohne Zelt und VBL) locker verkraftet, werden als nächstes die -20/-25°C in Angriff genommen (aber das ist ja eigentlich schon wieder völlig OT...)

Corton

Corton
17.01.2005, 09:48
Heute morgen, 9.00 Uhr: -31,2°C :kaffee:

Dieter
17.01.2005, 11:41
.... und Corton war nicht dort :(

nich testen - machen! :old:

liebe Grüße, Dieter

AskeT
18.01.2005, 13:19
Der Winter ist ja noch lang und an die -30°C wollte ich mich eigentlich schrittweise rantasten
Wozu? Pack den Kram und ab zum Funtensee. Du hast doch gutes Material. Wenns dann doch zu kalt ist, ist´s vom Funtensee zurück ins Wimbachtal auch nur ein Katzensprung.

Lass Dich nicht erwischen beim Zelten im Nationalpark...:wink:

Ich würde das ja auch gerne mal probieren, aber der Funtensee ist annähernd 900km von mir entfernt.... :bg:

Gruß
AskeT

Arne
01.03.2005, 19:15
gestern Nacht waren es am Funtensee -43,6 Grad, das wäre eine gute Nacht für einen Schlafsacktest gewesen :)

Thomas
02.03.2005, 11:07
Dazu noch ein bissel Windchill und die Party kann beginnen. :bg: