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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UL] Packbeutel für UL Zelt



Kajaki
25.06.2012, 21:22
Hey,
nachdem ihr mich angesteckt habt, MYOG-Projekte zu wagen, habe ich mir erfolgreich :p aus Silnylon ein 3 x 4 m Tarp genäht.

Ich habe an euch eine Frage, die sich auf das verwendete Silnylon bezieht, weil ich nicht weiß, wie es sich als Packbeutel bei ständigem Kontakt zu pladdernassem Material verhält:

Gerade habe ich eine regenreiche Wanderkajak-Tour hinter mir. Oft musste ich mein Zelt nass ins Boot räumen. Ich musste IZ, AZ, Plane (und Gestänge/Heringe) oft separat packen, weil ich nicht wollte, dass das pladdernasse AZ z.B. das noch relativ trockene IZ durchnässt.
Da der Original-Packsack nicht komplett wasserdicht ist, kam es zur Wasseransammlung, zu einer Pfütze im Packraum, das Wasser ist vom AZ in den Stauraum abgelaufen, andere Teile sind dadurch nass geworden.

Sind Packbeutel aus Silnylon eine Alternative (auch für Schlafsack und Isomatte) für die recht schweren wasserdichten Packbeutel? Dann könnte ich nämlich mein restliches Silnylon zu Zelt-, Schlafsack- und Zelt-Rollbeuteln vernähen.
Was meint ihr?
Schöne Grüße und vielen Dank an alle, die mich angesteckt haben :bg:
kajaki

hotte1111
25.06.2012, 21:46
Mein Packbeutel des MH Skyledge 3 wiegt nur 40g.

Wieviel qm hat denn der Packbeutel? Dann könnte man ausrechnen wieviel Gramm du einsparen kannst. Das Silnylon wiegt ja 50g/qm.

Habs mal berechnet:
Bei einer Göße von h=0,6m, d= 0,2 hat der Beutel knapp 0,5qm.

0,5qm = 25g für den Stoff. Dazu kommt noch Schnur und Clip.
Liegts dann wohl um 30g.

Damit hättest du immerhin 10g in meinem Fall gespart.

Der Stoff, so wurde es hier mal diskutiert, sollte dafür Wasserdicht genug sein - solange du die Nähte tapest. Und das wiegt wohl wieder 5g(?) mehr.

Kajaki
25.06.2012, 21:57
Hallo Hotte,

bislang habe ich noch keinen alternativen wasserdichten Packbeutel gekauft. Sicher würden die Silnylon-Packbeutel deutlich leichter sein und sie sind auch flexibler, weil sie sich an die Form des Inhaltes anpassen.
Die eigentliche Frage ist, ob ein Silnylon-Rollbeutel geeignet wäre, bei ständigem Kontakt zu dem nassen Inhalt, dicht zu bleiben.

kajaki

Kajaki
25.06.2012, 22:02
ups, da hat sich deine Änderung mit meinem Beitrag überschnitten...




Der Stoff, so wurde es hier mal diskutiert, sollte dafür Wasserdicht genug sein - solange du die Nähte tapest. Und das wiegt wohl wieder 5g(?) mehr.

o.k., dann werd ich den Reststoff verwerten und wasserdichte Zeltsäcke und Schlafsackhüllen nähen.
Danke!

GrouFu
25.06.2012, 22:31
Moin Kajaki,

ich bin zwar jetzt kein Experte auf dem Gebiet SilNylon, aber bei nem normalen Zelt ist es ja schon so, dass Feuchtigkeit durchkommen kann, wenn man den gespannten Stoff vom AZ von innen berührt. Ich wäre mir da nicht 100% sicher, ob so ein Packbeutel unter allen Umständen dicht hält.

Aber cool, dass du was bastelst, zeig doch mal ein Bild vom Tarp:)

aleX

hotte1111
25.06.2012, 22:36
Moin Kajaki,
...aber bei nem normalen Zelt ist es ja schon so, dass Feuchtigkeit durchkommen kann, wenn man den gespannten Stoff vom AZ von innen berührt....


aleX

Ich glaube das ist ein trugschluss. Denke eher da hat man Kondenswasser an den Fingern. Dazu kommt dann noch, dass der dünne Stoff ein guter Wärmeleiter (in dem Fall kälte) ist und man den subjektiven Eindruck hat - Wasser kommt hindurch.

Sarekmaniac
25.06.2012, 22:52
Wenn Du völlig wasserdichte Packsäcke fürs Boot haben willst, ist eher LKW-Plane das Material der Wahl. Gewicht ist doch fürs Kajak nicht wirklich wichtig, oder?

Am Silnylon-Beutel ist die Naht nicht dicht, und so scheuerfest, sind die Säcke, wenn man sie z.B. in die Bootsspitze schiebt, auch nicht. Wenn der dann ständig auf feuchten Boden des Boots liegt...

Kajaki
25.06.2012, 23:20
Hallo Sarekmaniac,


Wenn Du völlig wasserdichte Packsäcke fürs Boot haben willst, ist eher LKW-Plane das Material der Wahl. Gewicht ist doch fürs Kajak nicht wirklich wichtig, oder?

Das Gewicht ist nicht so wichtig wie beim Wandern, aber im Boot kommen die Lasten auch "100g-weise" zusammen. Das Umtragen ohne Bootswagen wird schnell zur Qual. Und: je kleiner und flexibler die Verpackungen desto einfacher ist das Packen. Beutel aus LKW-Plane sind vergleichsweise sperriger. Ich benutze sie, um meine Klamotten zu verstauen.
Fürs Zelt müsste ich andere Formate kaufen. Allerdings wenn Silnylon für diesen Zweck nicht geeignet ist, nicht dicht genug ist, muss ich die Planenbeutel kaufen.


Am Silnylon-Beutel ist die Naht nicht dicht, und so scheuerfest, sind die Säcke, wenn man sie z.B. in die Bootsspitze schiebt, auch nicht. Wenn der dann ständig auf feuchten Boden des Boots liegt...

Wenn der Zeltbeutel dicht ist ist der Stauraumboden meines Bootes rappeltrocken ;-)
Die Beutelnähte könnte ich ja mit Silnet abdichten?!

Die Formen der Zeltbeutel (lang und dünn) sind ideal für die Bootsspitzen, jedoch ist das Zelt das Erste was ich bei der Ankunft am Übernachtungsplatz aus dem Boot holen muss, insbesondere wenns regnet. Ich schiebe die Säcke mit den Zeltbestandteilen als letztes oben rein: last in - first out :cool:

Kajaki
26.06.2012, 00:01
Hi aleX,
hier sind die Bilder:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/PA290024_640x480_.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=55661&title=tarp-3m-x-4m-groesse&cat=500)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/PA150014_640x480_.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=55660&title=tarp-3m-x-4m-setup2&cat=500)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/PA150010_640x480_.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=55659&title=tarp-3m-x-4m-setup1&cat=500)

Ich habe als Befestigungsmöglichkeiten alles umgesetzt was ich im Internet gefunden habe. Hier ein paar Aufbaubeispiele. Die ganze Packung (mit Heringen, Ersatzschnur, reparaturmaterial etc.) wiegt 980g.

Kajaki

GrouFu
26.06.2012, 00:43
Das sieht ja mal schlicht und schick aus! Sehr schön geworden!


Ich glaube das ist ein trugschluss. Denke eher da hat man Kondenswasser an den Fingern. Dazu kommt dann noch, dass der dünne Stoff ein guter Wärmeleiter (in dem Fall kälte) ist und man den subjektiven Eindruck hat - Wasser kommt hindurch.
Ok, das kann natürlich auch gut sein, ich habe das wohl immer mit dem Regen verbunden, weil es bei Regen im Zelt nasser ist. Das mit dem Temperaturunterschied hab ich da bislang nicht so mit in Zusammenhang gebracht, regnet schon eher seltener bei 25° ;-)
Aber der Meinung, dass SilNylon nicht so scheuerbeständig ist, würde ich mich auch anschließen.
Darf ich nochmal kurz dazwischenfragen, wie viel silnet du so gebraucht hast? ist da ordentlich was übergeblieben? Ich überlege gerade wie viel ich wohl für meinen Zeltbau brauche

aleX

Kajaki
26.06.2012, 21:32
aleX,
ich habe für das Tarp 3/4 von einer 28ml Tube verbraucht für 2x3 + 3x4 m = 18 m Naht plus Abdichten der aufgenähten Verstärkungen für die Schlaufen, wovon ich jede Menge habe.
Allerdings war meine Technik nicht besonders sparsam glaube ich: einen Tropfen aus der Tube auf die Naht gedrückt und anschließend mit dem Finger hin und her gewischt.

vielen Dank für eure Antworten!!
ich werde jetzt einen Proberollsack aus Silnylon nähen und den dann mit nassem Aussenzelt drin testen.
Gruß
kajaki

mhim
27.06.2012, 10:25
Hier ein sehr gutes Video zum Thema abdichten mit SilNet (ganz unten). Sehr sparsam und viel schöner als nur aus der Tube!

http://www.tarptent.com/ttvideos.html

hotte1111
27.06.2012, 11:15
Hier ein sehr gutes Video zum Thema abdichten mit SilNet (ganz unten). Sehr sparsam und viel schöner als nur aus der Tube!

http://www.tarptent.com/ttvideos.html

Nach dieser Anleitung habe ich mein Footprint aus zwei Bahnen Silnylon erst zusammen geklebt und dann genäht. Anders rum wäre wahrscheinlich besser gewesen ;-) Denn jetzt sind ja Löcher im Silikon drin :ignore:
Aber es klappt hervorragend!!!

Dazu habe ich normales, weißes Silikon aus dem Baumarkt genommen. In durchsichtig ist es allerdings viel schöner, nur das hatte ich nicht zu Hause.

GrouFu
27.06.2012, 18:09
Sehe ich das jetzt richtig so, dass dort normales Silikon mit was Nitroähnlichem verdünnt/aufgelöst wurde? Quasi ein eigenes SilNet hergestellt wurde? Danke schonmal
aleX

hotte1111
27.06.2012, 22:07
Sehe ich das jetzt richtig so, dass dort normales Silikon mit was Nitroähnlichem verdünnt/aufgelöst wurde? Quasi ein eigenes SilNet hergestellt wurde? Danke schonmal
aleX

Ja!
Und es hält. Den Tipp habe ich mir auch hier geholt:
http://tontbloggt.blogspot.de/2012/03/seam-sealing-nahte-abdichten-von.html

Habe das dann tatsächlich mal ausprobiert. Und es hält die zwei Bahnen zusammen. Wenn ich etwas kräftiger dran ziehe, lösen die Teile sich zwar(deswegen die Naht), denke aber das sie das auch mit dem "Original" machen würden.

GrouFu
02.07.2012, 18:45
Und? Gibts schon Neuigkeiten? Schon was genäht?

aleX

Kajaki
03.07.2012, 17:11
Und? Gibts schon Neuigkeiten? Schon was genäht?

aleX

Hi aleX,
ja der UL-Roll-Packsack aus Silnylon ist fertig genäht und abgedichtet. Heute abend pack ich nasses Zeug rein und teste mit ein wenig Druck über Nacht, ob er dicht hält. Ich berichte dann von dem Ergebnis.
Schöne Grüße
kajaki

GrouFu
03.07.2012, 19:03
Ich berichte dann von dem Ergebnis.

Gerne mit Fotos;)

aleX

Kajaki
03.07.2012, 21:14
Test 1:

Der Packbeutel hat den Test nicht bestanden. Ich habe das Tarp (weil es größer ist als z.B. das AZ) genässt und in den Packbeutel gestopft. Während ich die Luft aus dem Packbeutel gepresst habe, um ihn dann zusammenzurollen, sind ein zwei Stellen der Naht Mikrotropfen rausgequetscht. :(

Ich hatte den Beutel mit Steppnähten zusammengenäht und diese von beiden Seiten mit Silnet bestrichen. Im nächsten Schritt dichte ich die Nähte noch mal von aussen und von innen zwischen den überstehenden Stoffkanten ab.

Test 2 folgt...

Alprausch84
03.07.2012, 21:21
doppelte Kappnaht statt normaler Steppnähte wäre die bessere Lösuung gewesen. Dann wären wahrscheinlich auch die Microtröpfchen ausgeblieben.

rumtreiberin
03.07.2012, 21:42
Die ganz schweren Packsäcke von Ortlieb nutze ich im Boot nur ungern, da mehrere davon wirklich insgesamt zu sackschwerer Ausrüstung führen. Begeistert bin ich von den dünneren und leichteren Säcken von Exped http://www.walkonthewildside.eu/Packen-und-Tragen/Packsaecke/Exped-Waterproof-Pack-Liner-UL-Packsack::2662.html?XTCsid=9e752de9a47d64fa4fcd6c38bea435b1, und für den Schlafsack nehme ich den genialen Kompressionssack von Sea to Summit und lasse den Original-Schlafsack-Packsack dann zuhause.

Es wäre also eine Überlegung mal zu suchen ob man derartiges Material nicht auch irgendwo für ein MYOG-Projekt auftreiben kann.

Silnylon halte ich für ungeeignet, da meines Wissens der Effekt "Wasserdicht" eben auch durch die Materialspannung erzeugt wird und besonders stehendes Wasser mit der Zeit durchdripst wie man schnell feststellen kann wenn man ein Silnylon-Tarp dusslig aufstellt und es dann ordentlich Dusche von oben gibt.

Für das Verstauen eines nassen Zelts würde ich über einen ordinären Müllsack nachdenken, der ist definitiv wasserdicht, solange man kein Loch reinsemmelt, besonders wenn man ihn in gleicher Technik wie die Rollsäcke erst entlüftet, dann rollt und schließlich die beiden Enden miteinander verknotet und so ins Boot schiebt daß das gerollte oben liegt passiert da nix mehr. Natürlich sollte es kein ganz dünner Müllsack sein sondern eher sowas von der Materialstärke einer Aldi-Tüte (falls die größenmäßig paßt kann man die natürlich auch nehmen ;-) ) Gestänge und Häringe separat packen, die kann man ja trockenwischen, und die Gefahr die Tüte zu durchstechen ist erheblich geringer wenn diese Teile nicht mit drin sind.

Kajaki
04.07.2012, 23:06
doppelte Kappnaht statt normaler Steppnähte wäre die bessere Lösuung gewesen. Dann wären wahrscheinlich auch die Microtröpfchen ausgeblieben.

Hallo Alprausch84,
ich wollte wissen ob es auch mit einer einfachen Naht geht, aber ich gebe dir Recht, die Steppnaht lässt sich schwer abdichten, der zweite Versuch die Naht abzudichten hat sich auch nicht als Lösung erwiesen, ich ziehe ihn aber trotzdem noch weiter durch, weil der Beutel ja schon fertig genäht ist. Hätte ich nicht gedacht, dass eine einfache Naht so problematisch beim Abdichten ist. Da hat man schneller eben eine Kappnaht genäht als dieses Gemurkse mit dem Abdichten der einfachen Naht.
Testergebnis folgt bald.

GrouFu
04.07.2012, 23:10
Hi Kajaki,
kannst du nicht evtl deinen Beutel noch "retten" und die Steppnaht durch einfaches umklappen zu einer quasi-Doppelkappnaht umnähen? dann müsstest du nicht alles von vorn anfangen.

aleX

Kajaki
04.07.2012, 23:27
....Begeistert bin ich von den dünneren und leichteren Säcken von Exped http://www.walkonthewildside.eu/Packen-und-Tragen/Packsaecke/Exped-Waterproof-Pack-Liner-UL-Packsack::2662.html?XTCsid=9e752de9a47d64fa4fcd6c38bea435b1, und für den Schlafsack nehme ich den genialen Kompressionssack von Sea to Summit und lasse den Original-Schlafsack-Packsack dann zuhause.

Es wäre also eine Überlegung mal zu suchen ob man derartiges Material nicht auch irgendwo für ein MYOG-Projekt auftreiben kann.

Für das Verstauen eines nassen Zelts würde ich über einen ordinären Müllsack nachdenken, der ist definitiv wasserdicht....

Hallo rumtreiberin, vielen Dank für die guten Beuteltipps. Die Exped Säcke sind aussen silikonisiertes und innen PU-beschichtetes 15-D-Nylongewebe. Ich kenne nur entweder PU-beschichtetes oder silikonisiertes Nylon als Meterware.

Bei den Sea to Summit Säcken meinst du wahrscheinlich die eVent-Säcke? Das ist natürlich die High-End-Variante, die ich preislich gerne unterbieten würde. Gibt es eVent als Meterware überhaupt zu kaufen? Ich habs noch nicht gefunden.

Na ja und die Müllsackvariante würde ich gerne ablösen ;-) zumal sie nicht so sehr geeignet ist, wenn man das Zelt mehrere Male hintereinander nass einpacken muss. Hält nicht so lange. Sicherheitshalber habe ich in jeder Luke immer 2 Müllsäcke als Vorrat.

Kajaki

Kajaki
04.07.2012, 23:34
Hi Kajaki,
kannst du nicht evtl deinen Beutel noch "retten" und die Steppnaht durch einfaches umklappen zu einer quasi-Doppelkappnaht umnähen? dann müsstest du nicht alles von vorn anfangen.

aleX

Hi aleX,

ja gute Idee, zumal der Sack eine ordentlich bemessene Breite hat. Ich werd das machen, wenn das zweite Testergebnis auch negativ ausfällt. Krieg jetzt schon Gänsehaut, wenn die Nadel durch das Silikon quietscht... :roll:

Für alle weiteren Packsäcke muss eh die Kappnaht wieder her.

kajaki

Itchy ST
05.07.2012, 07:45
@ Rumtreiberin kannst du noch berichten, seit wann du die UL Packsäcke im Einsatz hast und welchen Belastungen die stand halten (z.B. durchschieben zur Bugspitze oder locker in die Luke gelegt u.s.w.)?
Von den Ortlieb Packsäcken bin ich mittlerweile soweit weg (viel zu schwer die Teile und soviel Stabilität brauchts dann doch nicht) und benutze von Sea to Summit und Exped Packsäcke, welche eine Gewichtsklasse über den UL Packsäcken liegen.
Der Exped hält dabei weniger aus und musste schon geflickt werden.


Grüße

Itchy

rumtreiberin
05.07.2012, 10:01
Ich hab als Tourenboote nur Faltboote im Einsatz.

Also müssen die Säcke schon an einigen Hindernissen vorbeigeschoben werden, und je nach Tour und Gesamtpackvolumen werden sie beim Vorbeifriemeln an Spanten oder sonstigem auch ganz schön gequetscht.

Teilweise habe ich wohl oder übel immer noch das schwere Zeugs im Einsatz, unter anderem weils eben immer noch vorhanden ist. was ich versuche zu vermeiden ist vor allem Zeltgestänge, Häringe, sonstiges hakelige oder scharfkantige Zeugs so zu packen daß es Probleme machen kann. Ich versuche vorsichtig zu packen, und gerade bei dem eVent Sack habe ich mich bisher nicht dazu überwinden können den "nackt" ins Boot zu schmeißen, sondern packe ihn als Sicherheitsmaßnahme für ganz böse Fälle (die ich allerdings noch nie erlebt habe) zusammen mit einem Komplettsatz Kleidung und der SynMat zusätzlich in einen der ollen schweren Säcke. Bei den restlichen Säcken ist die Taktik bisher aufgegangen.

Bei Touren mit vielen Lebensmitteln, wo der Küchensack schwergewichtig ist, nehme ich dafür auch eher einen schweren Sack.

Wildwasser- oder Kleinfluss-Tagestouren mit der Tupperschüssel wo auch Spieleinlagen kommen die auch schon mal schiefgehen können habe ich in letzter Zeit weniger gehabt, da mir die passenden Mittäter und die Zeit fehlen - aber für sowas würde ich auf jeden Falll einen Sack aus schwerem Material benutzen, da der dann doch schon mal im Boot rumrutscht oder im Fall der Bootsinnenwäsche eben auch schon mal beim Abschwimmen des boots rausrutschen und vom Boot über den Bachgrund geschleift werden kann.;-) Aber bei tagestouren mit einem kleinen Imbiß einem Handtuch und einem Satz Wechselkleidung stört mich das Gewicht auch nicht so wie bei Mehrtagestouren mit allem drum und dran.

Was die Verwendung von Müllsäcken angeht, kann ich bisher eigentlich nicht feststellen daß die so wahnsinnig kaputtbar sind. Wenn richtig Sauwetter ist und das Zelt nicht nur nass sondern auch verdreckt eingepackt wird finde ich es eher unangenehm daß dann eben der Müllsack irgendwann einfach auch eine dreckschleuder ist wenn sich nicht irgendwo die Chance bietet ihn umgedreht zum Dreck abwaschen mal durch etwas tieferes Wasser oder wenigstens an einem schlammfreien Ufer zu ziehen und dann trocknen zu lassen. bei Kurztouren hab ich meist gar keine Reserve mit, für ein bis zwei Wochen dann eben einen auf Reserve und gut ist.

Kajaki
07.07.2012, 10:43
Test 1:

Der Packbeutel hat den Test nicht bestanden. Ich habe das Tarp (weil es größer ist als z.B. das AZ) genässt und in den Packbeutel gestopft. Während ich die Luft aus dem Packbeutel gepresst habe, um ihn dann zusammenzurollen, sind ein zwei Stellen der Naht Mikrotropfen rausgequetscht. :(

Ich hatte den Beutel mit Steppnähten zusammengenäht und diese von beiden Seiten mit Silnet bestrichen. Im nächsten Schritt dichte ich die Nähte noch mal von aussen und von innen zwischen den überstehenden Stoffkanten ab.

Test 2 folgt...

Test 2:

die Nähte hab ich nachträglich wie oben beschrieben nochmal abgedichtet. Das Ergebnis ist dasselbe: Die Naht ist nicht dicht. Das liegt daran, dass der Stoff an der Naht eines leeren Beutels immer wieder aneinanderliegt (in der Größenordnung von 1mm). Beim Bestreichen mit Silnet kommt man zwar an die Naht gut dran, aber anschließend schmiegen sich die Stoffe ein wenig aneinander und kleben zusammen. Ist das Silnet dann trocken, platzen die Stoffe beim Befüllen wieder auseinander und die Nähte sind wieder nicht abgedichtet, es kamen wieder Mikrotropfen raus beim Rauspressen der Luft.

Hingegen scheint der Stoff selbst - auch mit Druck - dicht zu sein. Ich habe den eingerollten gefüllten Sack mit einem Feuerlöscher beschwert, um den Packdruck im Boot zu simulieren.

Ich werde diesen Packbeutel nun für das IZ verwenden. Dafür reicht er aus, weil es nach Regengüssen nur ein wenig am Rand des Bodens feucht ist. Für das Aussenzelt und das Tarp werde ich neue Säcke mit Kappnaht nähen.

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In der Zwischenzeit habe ich die Stofffrage zu UL-Silikon/PU-beschichtetem Nylon an Extremtextil gesendet. Wie immer :p sofort eine Antwort bekommen:

Zitat:
leider haben wir kein Gewebe auf Lager das eine silikon/PU Beschichtung aufweist. Folgende Gewebe könnten jedoch dennoch für Sie in Frage kommen:
- http://www.extremtextil.de/catalog/Cuben-Fiber-Laminat-19g-qm::587.html -> komplett wasserdicht
- http://www.extremtextil.de/catalog/Cuben-Fiber-Laminat-25g-qm::588.html -> komplett wasserdicht
- http://www.extremtextil.de/catalog/Ripstop-Nylon-PU-beschichtet-68-g-qm-2-Wahl::474.html -> stark wasserabweisend
- http://www.extremtextil.de/catalog/Ripstop-Nylon-Gleitschirm-Nylon-PU-beschichtet-37g-qm-2-Wahl::1769.html -> Wassersäule von 1000mm
Zitat Ende

Cuben ist mir persönlich zu teuer und die andren Stoffe sind mir nicht ausreichend wasserdicht für meine Zwecke.

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Ach ja, ich wollte noch von meiner Technik berichten wie ich den Rollrand herstelle:
Ich schneide (ist mit der Haushaltsschere möglich) zur Versteifung des oberen Rollrandes eine PE-Platte (http://www.extremtextil.de/catalog/Polyethylen-PE-HD-1mm-Dicke-Plattenware::800.html)
Länge der PE-Platte: Breite des Sackes minus 2cm (Spiel für Seitennaht (muss natürlich für eine Kappnaht mehr sein))
Breite der PE-Platte: 2,5cm.
Die Ecken schneide ich rund und und nähe an der "Vorderseite" des Sackes am oberen Rand einen Tunnel, in den ich die Platte reinschiebe. Danach schlage ich auf der "Rückseite" einen Saum und nähe dort zur Versteifung in der ganzen Breite von außen ein Gurtband drauf, welches an den beiden überstehenden und eingeschlagenen Enden durch die Schnallenteile gezogen sind. Die Enden stehen dann je 3cm über. Mit den beiden Verstärkungen, die natürlich auf exakt gleicher Höhe des Beutels zu liegen kommen, kann man den Sack gut rollen. Zum Schluss nähe ich die Stoffe selbst der Länge des Beutels nach zusammen. Der Packbeutel hat am unteren Ende keine Naht und auch keinen Boden, den ich für meine Zwecke auch nicht brauche.

Fazit:

Ein Silnylon-Packbeutel mit Rollrand und Kappnähten, versiegelt mit SilNET ist geeignet, um ein pladdernasses Zelt zu transportieren, ohne dass Wasser austritt. Je nach Beanspruchung ist zu überlegen, ob das dünne Silnylon genügt oder eher auf ein abriebfesteres Material ausgewichen wird.
Da ich die Zelt-Packsäcke als letztes ins Boot lade (weil ich das Zelt als letztes Equipment packe und am Ankunftsort als erstes brauche), reicht für mich Silnylon aus. So kann ich die Packsäcke für mein UL-Zelt auch beim Wandern verwenden.

Um meinen Schlafsack und meine Isomatte im Boot wasserdicht zu verpacken (falls ich doch mal Wassereinbruch in den Packluken habe) werde ich nicht auf Silnylon oder anderes UL-Material zurückgreifen, da ich diese Säcke am Lukenboden verstaue und mehr Abriebfestigkeit und hohe Wasserdichtigkeit brauche. Stattdessen werde ich mir im nächsten Schritt einen Rollsack aus diesem Stoff nähen, den ich noch übrig habe habe:


http://www.extremtextil.de/catalog/Nylon-PU-beschichtet-atmungsaktiv-200den-160g-qm::845.html


Für den Transport beim Wandern reichen für Schlafsack und Isomatte die UL-Originalpacksäcke mit "Tanka-Zuziehverschluss" aus.

kajaki

GrouFu
07.07.2012, 17:32
Ich habe den eingerollten gefüllten Sack mit einem Feuerlöscher beschwert, um den Packdruck im Boot zu simulieren.

Dazu hätte ich gerne mal ein Bild gesehen, das klingt lustig ;-)

aleX

ToniBaer
11.07.2012, 17:58
Vielleicht hilft es ja die Nähte komplett zu kleben (Elastosil oder ähnliches). Im Boot dürfte auf die Naht keine allzu großen Kräfte wirken, sodass die Verbindung auf auf Dauer halten müsste.

Viele Grüße
Toni

Itchy ST
11.07.2012, 22:42
@ Rumtreiberin

Danke für deine ausführliche Antwort. Habe mir nun bei Globetrotter die UL Packsäcke von Sea to Summit genauer angesehen, aber irgendwie ist mir das Material doch zu kritisch/dünn. Aber schon faszinierend, was das Material bei dir dann doch aushält. Denkt man ja so erstmal nicht.


Grüße

Itchy