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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 8 - Wie erreiche ich...



Becks
14.06.2012, 14:06
Eine Liste an unsortierten Schnipseln und Tipps zu Aufnahmeeffekten

Auch schon mal vor einem Bild gestanden und Dich gefragt: "wie nur hat er das hinbekommen?" ? Hier kommen die Schnipsel und Antworten auf exakt solche Fragen rein.


Sonne mit strahlenförmigem Kranz

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20120408-1942-DSC_7760.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=50657&title=20120408-1942-dsc-7760&cat=500)

Der Trick lautet schlichtweg: abblenden (hier Blende 25)


.... more to come ...

StepByStep
14.06.2012, 14:50
Um Regenbögen zu fotografieren, einen Polfilter verwenden!

Bei der richtigen Polarisation verstärken sich die Regenbogenfarben, v.a. der 2. Boden, den man mit bloßem AUge oft kaum wahrnimmt kommt auch deutlich rüber.

Um das Ganze richtig satt zu bekommen, noch leicht unterbelichten.

So jetzt die versprochenen Bilder:
Sie sind von dieser Woche und einfach quick and dirty geschossen und erheben keinen größeren Künstlerischen Anspruch, war halt einfach vom Balkon rausgehalten. Dann mal eben kurz in PS als jpeg Konvertiert und etwas angepasst. Beide sind mit Polfilter in Verstärkender Position gemacht worden.
Eine Serie mit verschiedenen Polarisationen habe ich leider nicht gefunden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/11Jun2012_4336.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/11Jun2012_4340.jpg

ticalion
14.06.2012, 16:22
Satte Farben und keine/weniger Grauschleier ohne Bildbearbeitung...

...schlicht und ergreifend durch die Verwendung eines Polfilters.
Dieser wirkt in einem bestimmten Winkelbereich. Daher ist die Wirkung bei größerer Brennweite auf einem größeren Bereich des Fotos zu erkennen (da der Bildwinkel kleiner ist).
Bei Weitwinkelaufnahmen macht sich der Polfilter unter Umständen nur auf einem kleinen Bereich bemerkbar (z.B. durch eine stark abgedunkelte Ecke des Himmels).

Beim gezeigten Beispiel wurde ein 85mm Objektiv an einer Crop-Kamera (1,6) verwendet. Daher wirkt der Polfilter auf dem gesamten Bild aus.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_0224_edit.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/IMG_0224_edit.jpg)

(klick für größer)

Libertist
07.11.2013, 12:12
Ich starte mal einen Versuch, diese Rubrik wieder aufleben zu lassen und poste ein paar Beispielbilder aus diesem Sommer. Also, wie erreiche ich...

... Tiefe im Bild?


Vor allem durch Größenverhältnisse und nach "hinten" aufeinander zulaufende Linien.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC0967.jpg

--> Mit 14 mm Brennweite fotografiert. Dadurch wirken sehr nahe Objekte besonders groß, nach hinten verflüchtigt sich alles. Das erzeugt eine gute Tiefenwirkung.


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC3954.jpg

--> Aufeinander zulaufende Linien verleihen dem Bild Tiefe.


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC4045.jpg

--> Wege und Straßen, die vorn im Bild breit wirken und nach hinten immer schmaler werden, geben dem Bild Tiefe.


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC1886.jpg

--> Dasselbe gilt auch für Flussläufe.


Hier noch ein klassisches Beispiel von 2011:

http://www.abload.de/img/dsc_6944wjip.jpg


Also, immer nach Linien Ausschau halten - eine gute Tiefenwirkung lässt die Augen des Betrachters quasi entlang der Linien "durch das Bild reisen", vom Vordergrund bis zum Horizont.

Libertist
07.11.2013, 12:24
... Freistellung von Objekten und Gesichtern?

Wie "freigestellt" ein Objekt vom Hintergrund ist, hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:


Brennweite: je größer die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe.
Blende: je kleiner der Blendenwert, desto geringer die Schärfentiefe.
Entfernung zum Objekt im Fokus: Je näher dran, desto geringer die Schärfentiefe.
Entfernung vom Objekt zum Vorder- bzw. Hintergrund: Je weiter weg sich das Objekt vom Vorder- bzw. Hintergrund befindet, desto stärker ist der Schärfe-Unterschied zwischen Objekt und Vorder- bzw. Hintergrund.
(Sensorgröße: Nur nebenbei bemerkt: je kleiner der Sensor, desto höher die Schärfentiefe im Bild, bei sonst gleichgleibenden Parametern.)

Ein klassisches Beispiel für ein "freigestelltes" Gesicht:

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC17703.jpg

Warum also wirkt das so freigestellt?

--> hohe Brennweite (170 mm)
--> geringer Blendenwert (f/4)
--> sehr nah dran (etwa 2 m)
--> der Hintergrund befindet sich weit weg von der Person (etwa 50 m)
--> mit Vollformat fotografiert

Libertist
07.11.2013, 12:30
... Bewegungsunschärfe?

Meistens will man Bewegungsunschärfe ja vermeiden - Objekte im Fokus sollen haarscharf abgebildet sein. Man kann Regeln aber auch brechen: hier habe ich bewusst mit einer längeren Belichtungszeit fotografiert (1/8 s), damit das Motiv eben nicht haarscharf ist. Das kann meiner Meinung nach auch sehr ästhetisch wirken.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC2844.jpg

Libertist
07.11.2013, 12:41
... "Verwischte" Wolken?

Mit langen Belichtungszeiten. Im Beispielbild kamen zwei Graufilter (ND 0,9 + ND 3,0) zum Einsatz, die die Belichtungszeit um den Faktor 8000 verlängern. Aus 1/50 s wurden dadurch etwa 150 Sekunden. Somit wirkt die Wolkenbewegung, die sich während dieser 150 Sekunden abgespielt hat, viel weicher und irgendwie verwischt. Wichtig ist bei wolchen Aufnahmen natürlich, dass es (a) eine Wolkenbewegung gibt und diese (b) idealerweise von vorn nach hinten oder von hinten nach vorn geschieht... das verleiht zusätzlich Perspektive. Seitliche Wolkenbewegungen wirken nicht so elegant.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/10/DSC3987.jpg

Libertist
07.11.2013, 12:45
... diesen "abgefuckten Look"?

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC4225.jpg

Bei der Bildbearbeitung geht es mir immer darum, einen durch das Motiv schon vorgebenen Eindruck (hier: abgefuckter Bus) noch zu verstärken. In diesem Fall waren das vor allem drei Dinge:


hohe Kontraste, kräftige Schwarz-Töne
stark reduzierte Sättigung
Vignettierung

Libertist
07.11.2013, 12:49
... ein gutes Lagerfeuer-Bild?

Lagerfeuer-Bilder an sich finde ich ziemlich langweilig. Mit Personen oder Objekten drauf, die von dem Feuer angeleuchtet werden, ist das schon viel spannender. Also: man braucht genug Licht (Feuer muss groß genug sein) und/oder die Personen bzw. Objekte müssen nah genug am Feuer sein. Solche Fotos brauchen eigentlich keine Bildbearbeitung, am folgenden Bild ist quasi nichts gemacht:

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC4370.jpg

Libertist
07.11.2013, 12:59
..."lichtdurchflutete" Bilder?

Dazu ist das richtige Licht wichtig:

niedrig stehende Sonne
Sonnenlicht darf nicht so grell sein
entgegen der Sonne fotografieren
aber nicht direkt IN die Sonne fotografieren - Sonnenlicht sollte ins Objektiv scheinen, aber die Sonne selbst sollte im Bild nicht sichtbar sein

Optimalerweise sind solche lichtdurchfluteten Bilder in Wirklichkeit nämlich nicht überbelichtet.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC4567.jpg


http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC1070.jpg
Meine kleine Schwester... etwas überbelichtet.

Libertist
07.11.2013, 13:02
... kräftiges Blau im Himmel, kräftige Farben im Allgemeinen?

Mit Polfilter. ;-) Nähere Hinweise zur Benutzung des Polfilters kann man in jedem Fotobuch nachlesen, wichtig ist vor allem seitlich einscheindendes Sonnenlicht (möglichst im 90° Winkel zur Kamera).

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC4772.jpg

Libertist
07.11.2013, 13:09
... so hohe Kontraste bei s/w-Aufnahmen?

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC5166.jpg

Fotos im Bradford Washburn Look mach ich mit Polfilter. Wenn man auf das sehr helle Eis belichtet, wird der Himmel automatisch schon sehr dunkel, mit der richtigen Einstellung des Polfilters verstärkt sich dieser Effekt noch. Im Bildbearbeitungsprogramm kann man den Blau-Kanal (Luminanz) noch weiter nach unten ziehen, bis der blaue Himmel so dunkel wird, dass er in einer s/w Konvertierung beinahe schwarz ist.

Libertist
07.11.2013, 13:16
...Abenddämmerungs-Fotos?

Naja, meistens sieht nicht der ganze Himmel so schön aus, sondern nur ein (kleiner) Teil am Horizont. Dann eben mit langen Brennweiten fotografieren und sich auf den schönsten Ausschnitt beschränken. Der Vordergrund (hier: Tundra) ist sowieso meistens sehr unspektakulär, den kann man sich in der Regel sparen. 16:9 Ausschnitte bieten sich oft an. Aufpassen, dass es nicht zu kitschig wird (der Versuchung erliege ich sehr oft) - Blautöne schaffen da meistens Abhilfe, weil sie eine gewisse "Kühle" in das sonst so kitschig-rosarote Bild bringen.

Ansonsten gilt: den richtigen Augenblick abwarten (oftmals nur wenige Minuten) und warm anziehen. :cool: Wer annehmbare Fotos machen will, muss sich eben auch dann noch mal aus dem Zelt bequemen, wenn andere sich schon in den Schlafsack gekuschelt haben.

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC5475.jpg

Libertist
07.11.2013, 13:22
...ein helles Motiv vor'm Nachthimmel?

Beleuchtung auf den Nachthimmel ausrichten - also so belichten, dass der Himmel genug Zeichnung hat, das sind in der Regel (je nach Blende und ISO) mindestens 10 Sekunden. Stativ ist sowieso klar.

Diese 10 Sekunden sind genug Zeit, um das Motiv mit der Stirnlampe "auszumalen". Die Herausforderung liegt dabei natürlich darin, (a) nicht zu hell bzw. zu dunkel zu "malen" und (b) nicht die hässlichen Büsche nebenan mit zu beleuchten. ;-) Leichte Ungleichmäßigkeiten in der Ausleuchtung vom Vordergrund lassen sich im Nachhinein mit der Bildbearbeitung korrigieren (selektiv Aufhellen/Abdunkeln).

Überhaupt kann man Langzeitbelichtungen und einer Stirnlampe bzw. Taschenlampe lustige Experimente veranstalten!

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC7273.jpg

Mucci
07.11.2013, 13:29
.. richtig belichtete Fotos mit blauem Himmel und kontrastreiche Wolken ohne ausgefressene Lichter mitten am Tag?

- Die Verwendung von Grauverlaufsfiltern kann hierbei immens helfen, sie sind in verschiedenen Stärken (0.3 , 0.6 , 0.9) und hartem oder weichem Übergang erhältlich. STativ o.ä. wir nicht benötigt


Für diese Aufnahme wurde ein 0.3er ND-Verlaufsfilter von Lee verwendet

http://abload.de/img/lapplando3k0z.jpg (http://abload.de/image.php?img=lapplando3k0z.jpg)

Libertist
07.11.2013, 13:29
...verwischtes Wasser?

Lange Belichtungszeiten (ggf. Graufilter!) und Stativ. Langzeitbelichtungen von etwa 1 s bis 5 s sind schon mal ein guter Richtwert, je nach Aufnahmesituation. Etwas dunklere Bilder wirken meist besser, als zu helle.

Auch hier muss man allerdings aufpassen: diese Bilder können sehr schnell kitschig wirken, zudem ist der Markt von Wischiwaschi-Wasserfällen und Stromschnellen schon längst übersättigt. Es ist okay, einen spritzigen Wasserfall als das abzubilden, was er ist: spritzig, nicht sanft. Trotzdem macht es Spaß, mit Langzeitbelichtungen zu experimentieren. ;-)

http://www.gabriel-gersch.com/wp-content/uploads/2013/11/DSC7175.jpg

TeilzeitAbenteurer
07.11.2013, 16:04
Vielen Dank für die Ergänzungen!
Eigentlich wollte ich den Faden nicht mit Kommentaren vollmüllen, aber mir ist beim Lesen wieder eine Frage in Erinnerung gekommen, die ich mir schon häufiger gestellt habe und die vielleicht auch für andere interessant ist:
Wie du schreibst, nimmt die Schärfentiefe sowohl mit größerer Brennweite als auch mit geringerem Abstand zum Motiv ab. Gesetzt den Fall, ich habe ein Motiv im Nahbereich (wenige Meter) und einen weit entfernten Hintergrund (hunderte Meter). Das Motiv soll einen festen Bereich des Bildes ausfüllen, den ich durch den Abstand oder die Brennweite auswählen kann; näher ran und kleinere Brennweite oder weiter weg und größere Brennweite haben also jeweils einen gegenteiligen Einfluss auf die Schärfentiefe. Gleichen sich beide Effekte aus oder ist einer der beiden größer?

morit.z
07.11.2013, 16:11
Ich weiss nicht ob einer der Effekte groesser ist (wird auch vom verwendeten Objektiv abhaengen), aber Du solltest bedenken, dass sich durch unterschiedliche Brennweiten auch unterschiedliche Bildwirkungen ergeben selbst wenn der Bildinhalt 'im Prinzip' der gleiche ist: http://petapixel.com/2013/01/11/how-focal-length-affects-your-subjects-apparent-weight-as-seen-with-a-cat/

Loki_82
07.11.2013, 16:12
Vielen Dank,

da habe ich gerade mal was gelernt !!!

Libertist
07.11.2013, 16:18
Wie du schreibst, nimmt die Schärfentiefe sowohl mit größerer Brennweite als auch mit geringerem Abstand zum Motiv ab. Gesetzt den Fall, ich habe ein Motiv im Nahbereich (wenige Meter) und einen weit entfernten Hintergrund (hunderte Meter). Das Motiv soll einen festen Bereich des Bildes ausfüllen, den ich durch den Abstand oder die Brennweite auswählen kann; näher ran und kleinere Brennweite oder weiter weg und größere Brennweite haben also jeweils einen gegenteiligen Einfluss auf die Schärfentiefe. Gleichen sich beide Effekte aus oder ist einer der beiden größer?

Das ist eine sehr gute Frage! Ich glaube, man kann beide Faktoren so variieren, dass der Effekt der Freistellung in ähnlichem Maße durch beide Methoden erreicht wird. Aber ich kann dir keine physikalisch-fundierte Antwort geben.

Die Frage ist dann eher:

1. Wie räumlich soll das Bild wirken? Niedrige Brennweiten erzeugen mehr Räumlichkeit, lange Brennweiten lassen das Bild eher zweidimensional wirken.
2. Wie selektiv soll der Hintergrund ausgewählt werden? Ein Grund dafür, dass ich meine Portraits mit langen Brennweiten mache, liegt in der Wahl des Hintergrunds: ich möchte meistens nicht, dass zu viel "Störendes" mit auf dem Bild ist, bei langen Brennweiten kann ich da viel selektiver sein.

Macht das Sinn?

Edit: Die Bilder auf der von morit.z verlinkten Seite erklären das natürlich viel anschaulicher. ;-)

TeilzeitAbenteurer
07.11.2013, 16:33
Wenn man jetzt wüsste, ob die Blende unverändert gelassen ist, wär ich schlauer... Bei den Bildern von der Katze sieht es aus, als ob der Hintergrund schärfer wird; der ist allerdings auch noch recht nah dran. Bei den weiter verlinkten "Hitchock effect"-Bildern erscheint mir der Einfluss geringer.
Dass sich der Ausschnitt des Hintergrunds ändert, war mir klar, aber es wäre gut zu wissen, wenn es auf die Schärfentiefe keinen Effekt hätte. Dann könnte man den Einfluss nämlich guten Gewissens vernachlässigen ;-)

Nicht übertreiben
04.01.2014, 21:26
"Freistellung" vor einem weit entfernten Hintergrund:

Freistellungsindikator = Brennweite / Blende

Also z.B. klassisches Einsteigertele bei 200mm @ f/5.6 = 35,7
im Vergleich zu 50mm @ f/1,4 = 35,7

Beide Objektive stellen also vor einem weit entfernten Hintergrund identisch gut frei, die Schärfentiefe ist natürlich beim 50/1.4 kleiner.

Als Extrem:
400mm @ f/2.8 = 142,8

midhighTrek
04.01.2014, 23:27
Jetzt helft mir auch noch mal auf die Sprünge bitte, ob mein Halbwissen passt:

Vergrößerung, Bildausschnitt und Schärfentiefe sind (bei gleicher Blende) gleich für konstante Kombinationen (Abstand / Brennweite). Also 10m Abstand bei 50mm Linse, 40m Abstand bei 200mm Linse, etc.

Der Tiefeneindruck ändert sich allerdings weiterhin mit der Brennweite.

Richtig?

Nicht übertreiben
10.01.2014, 08:50
Stimmt :D

Sarekmaniac
10.01.2014, 09:37
"Freistellung" vor einem weit entfernten Hintergrund:

Freistellungsindikator = Brennweite / Blende

Also z.B. klassisches Einsteigertele bei 200mm @ f/5.6 = 35,7
im Vergleich zu 50mm @ f/1,4 = 35,7

Beide Objektive stellen also vor einem weit entfernten Hintergrund identisch gut frei, die Schärfentiefe ist natürlich beim 50/1.4 kleiner.

Als Extrem:
400mm @ f/2.8 = 142,8

d.h. je höher der Wert, desto "freistellungstauglicher" das Objektiv? Schöne Faustformel, wo liegt der Wert, bei dem ein Objektiv aufhört, "freistellungstauglich" zu sein?

derMac
10.01.2014, 10:24
Nach einen Nachtrag: Brennweiten an Sensoren mit Größen unterschiedlich zu Kleinbild werden ja oft in KB umgerechnet, damit man eine Vorstellung vom Bildeindruck bekommt. Das gilt für den "Freistellfaktor" nicht, hier also die echte Brennweite verwenden. Daraus folgt auch einer der mit zunehmend besser werder Technik nicht abstellbare Nachteil kleiner Sensoren.

Mac

Christian J.
10.01.2014, 15:59
Daraus folgt auch einer der mit zunehmend besser werder Technik nicht abstellbare Nachteil kleiner Sensoren.

Na ja, was heißt "Nachteil"...ich würde sagen eine "Andersartigkeit". Man kann den Schärfeverlauf eines 24x36er Sensors bzw. Films nicht mit einem kleinen Sensor simulieren. Und noch ist unsere Sehgewohnheit von den tollen Fotos, die im KB-Format aufgenommen wurden, geprägt. Warte mal ab, bis die Handyfotogeneration "groß" ist- dann gilt Tiefenunschärfe als technische Unzulänglichkeit. :bg:

derMac
10.01.2014, 16:04
Na ja, was heißt "Nachteil"...ich würde sagen eine "Andersartigkeit".
Ok, Andersartigkeit ist gut. Ich wollte das nicht so negativ darstellen, aber es ist eben ein Unterschied der sich nicht mit der Entwicklung irgendwelcher toller Sensoren ändern wird.

Mac

Sarekmaniac
10.01.2014, 16:20
Nach einen Nachtrag: Brennweiten an Sensoren mit Größen unterschiedlich zu Kleinbild werden ja oft in KB umgerechnet, damit man eine Vorstellung vom Bildeindruck bekommt. Das gilt für den "Freistellfaktor" nicht, hier also die echte Brennweite verwenden. Daraus folgt auch einer der mit zunehmend besser werder Technik nicht abstellbare Nachteil kleiner Sensoren.

Mac

Guter Hinweis, ich präszisiere meine Frage:


Wo liegt der Wert ("Freistellungsfaktor"), bei dem ein Objektiv einer Kamera mit Vollformatsensor aufhört, "freistellungstauglich" zu sein?

StepByStep
10.01.2014, 19:34
d.h. je höher der Wert, desto "freistellungstauglicher" das Objektiv? Schöne Faustformel, wo liegt der Wert, bei dem ein Objektiv aufhört, "freistellungstauglich" zu sein?

Das würde ich nich dogmatisch sehen, da hier auch noch der aabbildungsmaßstab mit reinspiot, umso größer der ist umso mehr Freistellung. Eibfach ausgedrückt je nah desto mehr Freistellung.

Weitsr muss man auch die wirkug der brennweite berücksichtigen, 400 mm komprimieren rechf stark.

Am apsc mag ich zb 30 bis 90 mm sehr. Darüber wirds mir zu platt. 23mm in hochlichtstark hab ich leider nicht bzw gibts nicht bezahlbar als festbrennweite -ausser bei fuji...
Es spiet also mehr rein als das bloße freistellungsvermögen ob eine linse jetzt den persönliche Vorlieben für "freistellfotos" entspricht.auch manchmal 8st im endbild bei der Freistellung oft weniger mehr..

Sarekmaniac
10.01.2014, 19:46
Meine Frage war ja auch gar nicht dogmatisch gemeint. Wenn eine "Faustformel" zu irgend etwas nützt, dann eine ungefähre Einschätzung, ob ein Objektiv mit Brennweite X und Lichtstärke Y ein nennenswertes "Rumspielen" mit der Schärfentiefe erlaubt oder nicht.

Zum ersten Absatz deiner Antwort: Klar verstehe ich. Wenn ich mich mit meiner kompakten LX 3 zehn cm an eine Blume heranrobbe, kann ich sie selbst mit diesem Objektiv freistellen.

Zum Rest der Antwort:


Weitsr muss man auch die wirkug der brennweite berücksichtigen, 400 mm komprimieren rechf stark.

Am apsc mag ich zb 30 bis 90 mm sehr. Darüber wirds mir zu platt. 23mm in hochlichtstark hab ich leider nicht bzw gibts nicht bezahlbar als festbrennweite -ausser bei fuji...
Es spiet also mehr rein als das bloße freistellungsvermögen ob eine linse jetzt den persönliche Vorlieben für "freistellfotos" entspricht.auch manchmal 8st im endbild bei der Freistellung oft weniger mehr..

Ich verstehe leider kein Wort.:(

Nicht übertreiben
11.01.2014, 02:13
Das ist leider so leicht nicht zu beantworten. Die Eintrittspupille (Brennweite/Blende, s.o.) macht erstmal nur die Freistellung von Objektiven vergleichbar. Wie stark diese dann in der Praxis ausfällt, ist sehr stark vom Abstand zum Motiv, von der Ausgabegrösse und vom Betrachtungsabstand abhängig. Mit einem klassischen 18-55 3,5-5,6 lässt sich nur aus recht nahen Distanzen (bzw. sehr sehr weit entferntem Hintergrund) gut sichtbar freistellen. Mit einem 55-200 4,5-5,6 ist dies bei größeren Brennweiten durchaus auch bei Ganzkörperaufnahmen möglich.

Die Brennweite hat keinen Einfluss darauf ob ein Bild platt wirkt oder verzerrt, das ist einzig vom Abstand zum Motiv abhängig. Schneide ich aus einem 28mm Bild den Ausschnitt einer 200mm Aufnahme heraus, die vom gleichen Standpunkt aus gemacht wurde, sehen beide Bilder von der Perspektive exakt identisch aus.

Die beste mir bekannte Software um sich einen Eindruck der Tiefenschärfe und der Hintergrundunschärfe zu machen, ist aus meiner Sicht http://www.kinzel.org/02_foto/08_software/02_cBlur/