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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Innenzelt für Keron 3 GT



Sarekmaniac
06.06.2012, 22:38
Hallöle liebe Leute.

Normalerweise nähe ich ja ganze Zelte, aber ich bin jetzt mal faul.:bg:

Ich habe vor einiger Zeit günstig ein kaum gebrauchtes Außenzelt eines Keron 3 GT erstanden (nur mit Abspannleinen, ohne sonstiges Zubehör).

Das ist inzwischen mit Scandiumgestänge von Fliegfix ausgestattet.

An das Außenzelt nähe ich noch Snowflaps aus 50 g Silnylon.

Fehlt noch das Innenzelt, das will ich selbst nähen.

Das Zelt ist für den Winter gedacht, Moskitonetz ist also überflüssig. Jetzt spukt mir seit einiger Zeit die Idee im Kopf rum, das Innenzelt doppelwandig zu machen. D.h. den IZ-Stoff (45g-Material von Extremtextil) im Tunnelbereich doppelt zu nehmen. Die äußere Lage würde ich dabei unten nicht mit der Bodenwanne vernähen, so dass man all den gefrorenen Kondens, der sich dazwischen sammelt, einfach unten rausschütteln kann.

Nur, bleibt die Frage der Fragen; Sammelt er sich dazwischen, oder gefriert er schon vorher, an der inneren Schicht, der kleine Schlawiner? Wird die Barriere gar unüberwindlich, so dass das ganze kontraproduktiv ist? Taupunktfanatiker vor:bg:

Edit: Und ergänzend: Vielleicht bleibt es ja dadurch auch wärmer im Zelt? Das wäre ein durchaus wünschenswerter Nebeneffekt.

JonasB
07.06.2012, 10:11
deine Ideen...
Aber für den Wärmerückhalt und eben Kondenzeis sicherlich sehr gut. Wobei... sonst verbleibt das Kondenz am Aussenzelt. Was ist schlimm daran?

Wie wäre es wenn die innere Lage aus einem hoch atmungsaktiven und die äussere aus einem weniger atmungsaktiven Material besteht.
kardiertes Nylon z.B. ist ja sehr viel dichter als normaler IZ-Stoff. Oder innen Netz und darüber IZ-Stoff!?


Willst du die Lagen mit Abstand verarbeiten, oder sollen sie aufeinander liegen?

Schoolmann
07.06.2012, 10:41
Wenns nur fürn Winter ist, mach doch ein dünnes Baumwollinnenzelt. War früher meine ich sogar Standard bei den Hillebergs.

Sarekmaniac
07.06.2012, 12:11
. Wobei... sonst verbleibt das Kondenz am Aussenzelt. Was ist schlimm daran?

Das meiste geht durchs IZ durch und landet innen am AZ, das stimmt, und ist im meinem Sinne. Es geht um das, was klassischerweise innenhängen bleibt und morgens tierisch nervt: nächtliches Atemeis


Wie wäre es wenn die innere Lage aus einem hoch atmungsaktiven und die äussere aus einem weniger atmungsaktiven Material besteht.
kardiertes Nylon z.B. ist ja sehr viel dichter als normaler IZ-Stoff. Oder innen Netz und darüber IZ-Stoff!?

Die Überlegung mit Mesh hatte ich auch schon. Nachteil ist, dass das Mesh nicht wasserabweisend ist, d.h. flüssiger Kondens tropft durch.

Kalandriertes Nylon würde vermutlich zuwenig durchlassen, das wäre kontraproduktiv.


Willst du die Lagen mit Abstand verarbeiten, oder sollen sie aufeinander liegen?

Wenn ich die Entleerungsöffungen für das, was sich zwischen den Schichten sammelt, innenseitig mache, hängt die innere Schicht, das sollte als Abstand ausreichen.

Und wenn ich innen Mesh nehme, müssen die Öffnungen innen sein und das IZ Material fest mit der Bodenwanne vernäht. Sonst wird es erstens zu zugig, und das IZ wäre außerdem nicht schneedicht.

@Schoolman: Auch eine interessante Idee, ich habe nur keine Ahnung, wo man entsprechende Baumwollqualitäten herkriegt. Müsste sehr fein und leicht sein.

Vermutlich wird es reichen, nur eine Tunnelhälfte (das ist dann die Kopfseite) entsprechend aufzurüsten, vom First bis rechts /links oberhalb der Bodenwanne.

Bergtroll
07.06.2012, 13:14
Trotz ausreichendem Abstand zwischen Aussen- und Innenzelt kondensiert es bei mir im Winter auch im Innenzelt. Da die Temperaturen im Innenzelt unter 0 sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass es bei Verwendung eines "Mittelzeltes" nicht mehr am Innenzelt kondensiert.

Persönlich finde ich den Kondens auch nicht so schlimm. Ein paar Mal kräftig an das Innenzelt geklopft, schon fällt fast alles runter. Anschliessend mit nem Lappen oder Kleidungsstück nach draussen wischen. Danach Lappen abklopfen. Funktioniert natürlich nur, wenn es wirklich kalt ist und nicht schmilzt.

P.S.: Falls Du geschicktes Ding evt. zu viel Zeit hast. Mein DuoMid Innenzeltboden und meine Hüftgurttasche vom Ula Ohm sind kaputt ^^

HaegarHH
07.06.2012, 13:45
Also ich denke auch, doppelwandig macht nur mit ausreichendem Abstand Sinn und einem Konzept, dass es halt nicht schon an der innersten Schicht kondensiert, das sehe ich aber als recht wahrscheinlich an. Verschiebung von Schmelzpunkten in Bauwerken hat ja eher was mit der Wärme zu tun und nicht der innen entstehenden Feuchtigkeit, "Deine" Kondenzproblem wohl eher mit der Feuchtigkeit und ich weiss nun nicht, ob die wirklich noch durch ein kaltes Netz gehen kann :(


Ach ja, bitte KEINE Bilder, sonst komme ich wieder auf doofe Ideen :hahaa:

ToniBaer
07.06.2012, 19:08
Ich glaube du befindest dich in einer Zwickmühle. Einerseits strebst du an, dass das Innenzeltmaterial für Wasserdampf möglich durchlässig ist, damit kein Kondens entsteht. Andererseits willst du das Innenzelt auch möglichst "dicht" haben, damit es nicht so durchpfeift und nicht so viel Wärme verloren geht (Eiskristalle sollen auch abgehalten werden).
Wenn du ein "3Lagenzelt" bauen willst liegt der Knackpunkt in der innersten Lage. Diese muss extrem Luft/Wasserdampf-durchlässig sein und gleichzeitig Eiskristalle abhalten. Spontan fällt mir da nur ganz feines Moskitonetz ein, allerdings müsste man probieren, ob das die Eiskristalle ausreichend abhält. Allzu schwer sollte die zusätzliche Schicht auch nicht sein. Ich glaube der "normale" Innenzeltstoff (als innerste Lage) bringt keinerlei Vorteil bezüglich einer Doppelwandkonstruktion.

Allgemein kommt mir der 35g Innenzeltstoff stabiler vor als das 44g Pendant. Habe beide mal einem subjektiven Reißtest unterzogen und da verschoben sich die Ripstopmuster beim leichteren Material deutlich weniger.

Viele Grüße
Toni

wulxc
15.06.2012, 21:39
Jetzt hab ich doch wieder angemeldet...

Ich halte das doppelte Innenzelt leider für beinahe kompletten Blödsinn, und zwar aus folgendem Grund:
Es bringt nur einen Nutzen, wenn die Luft im inneren Innenzelt so warm ist, das nirgendwo in dieser Luft der Taupunkt unterschritten wird. Dafür müsste das Innenzelt doch mit recht viel Dämmung versehen sein (und dazu gab es schon einige Threads).

M.M. nach ist das Problem beim Innenzelt nicht unbedingt, das an der Oberfläche der Taupunkt unterschritten wird, als vielmehr, dass ein Teil der Feuchtigkeit der Atemluft längst kondensiert ist und sich als feine Tröpchen in der Luft befindet, die sich an jedem Material ablagern (da die feuchte Atemluft wärmer als die übrige Luft ist, bevorzugt oben, wenn nicht vorher am Schlafsack). Ich halte es daher für sinnvoller einen Stoff als Kondensatfänger zu benutzen, der gute Anhaftungsbedingungen für die Tröpchen bietet (also rau, eventuell saugend) und ihn so über dem Gesichsbereich zu spannen, das er die Atmung nicht behindert, aber von möglichst viel Atemluft umströmt wird und deren Tröpchen möglichst aufsammel kann. Optimal für das Kondensatsammeln wäre sicherlich ein Atemschlauch, aber davon sollte man unbedingt die Finger lassen, da der man doch Frischluft zum überleben braucht, und alle Technik wie Ventile ausfallen kann (vom Komfort mal ganz abgesehen).
Falls jemand Spass am experimentieren hat, könnte er probieren, ob eine Pyramide oder ein flach gespannter Stoff besser wäre. Am Morgen müsste man den Stoff den vor dem Aufstehen abnehmen, wegfalten und draußen ausschütteln.
Keine Ahnung, ob dies viel bringen würde, aber ich halte es für viel vesprechender und leichter als ein doppelwandiges Innenzelt.

grüße, wulxc

Sarekmaniac
15.06.2012, 21:57
Na, wenn Du das sagst.;-)

Es geht zwar schon Einiges durch das Innenzelt durch und bleibt am Ausßenzelt (innen) hängen. Aber das kommt wahrscheinlich vom Kochen, und wenn man noch im Zelt aktiv ist und es dadurch mit erwärmt.

Wenn man nachts im Schlafsack liegt, wird es im zelt schnell kühler, die Atemluft steigt langsam auf... vermutlich hast Du recht.:motz:

Gut, dann wird es ein UL-Innenzelt.;-)

Ich hoffe, dass das ganze Keron 3 GT mit MYOG-Snowflaps und MYOG-Innenzelt am Ende etwa 4 kg wiegt. (Ohne Ersatzgestänge und Schneeheringe).

wulxc
15.06.2012, 22:52
Ich hoffe mal, Du hälts die Argumente für nachvollziehbar, der Löffel für die Weisheit ist irgendwie veschwunden ;-)

Ich halte aber vor allem die Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten für viel zu dynamisch, um ihnen wirkungsvoll mit einer festen Maßnahme zu begegenen (oder anders gesagt: nass ist halt nass). Aber das Experiment mit einer eingespannten Absorberbahn würde mich schon interessieren, vielleicht könnte es einfach das Handtuch sein - machst Du es?.

Du hast mich wirklich zurück ins Forum gelockt. Da mir einige Umstrukturierungen und Abgrenzungen hier nicht besonders gefallen, war ich mir nicht sicher, ob ich nicht die neuen Nutzerregeln zum Absprung nutzen sollte

Nordman
15.06.2012, 23:36
sind Snowflaps wirklich unbedingt notwendig?
(mir fehlen da die erfahrung, ich habe selbst kein zelt mit snowflaps und hab sie bisher auch nicht vermißt.
ich war aber noch nie bei "richtigem" schneesturm unterwegs, würde in dem fall eine schneemauer bauen, ob das reicht? k.a.)
die snowflaps verschlechtern ja die hinterlüftung und den "abtransport" der feuchten luft.