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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rucksack passt, aber....



nierth
15.04.2012, 15:25
Hallo,

Hintergrund ist folgender: Nachdem die Wandertouren von Jahr zu Jahr langsam länger werden (vor 7 Jahren: Alpenrand, vor 3 Jahren ein halbes Jahr jeder WE in Schottland wandern gegangen, letztes Jahr Hochgebirge in den Alpen mit mehreren Hüttenübernachtungen) muss nun langsam ein größerer Rucksack her. Bisher hat mein Deuter Radlrucksack (30 Liter) alles mitgemacht, im Hochgebirge ist er allerdings an seine Grenzen gestoßen.
Gesagt, getan und ins nächste Geschäft gegangen. Nachdem diverse Rucksäcke zwischen 35 und 45 Litern ausprobiert wurden, fiel die Wahl auf den Gregory Z 45, da er gefühlt das beste Tragesystem hatte. Alle Rücksäcke wurden mit 12kg beladen.
Und nun kommen die Zweifel: Ich habe während des Anprobierens nicht im Geringsten auf das Gewicht geachtet, bei der Heimfahrt in der Bahn kam mir der Rucksack allerdings merkwürdig schwer vor. Auf den Beipackzettel geschaut standen dort 1,85kg bei 50l (wobei der Verkäufer erwähnte, dass es eher 40-45 sind da Gregory in der Regel übertreibt). Nochmal im Internet nachgeschaut hingen da auch andere Rucksäcke, welche bei annähernd gleicher Größe 400-500gr leichter waren. Ist es das Gewicht u.U. wert oder soll ich mich eher über den guten Sitz freuen? Auf der einen Seite haben wir vor Jahren mal einen Tour ins steinerne Meer gemacht, bei der mich der Rucksack meines Vaters aufgrund eines schlechten Sitzes fast umgebracht hat (ok, das waren auch knapp 20kg Gepäck), auf der anderen Seite weiß ich insbesondere vom Radeln, wieviel jedes kg ausmachen kann.

Was meint ihr?

Grüße,

nierth

dominiksavj
15.04.2012, 15:34
Wenn er Dir gut passt, ist das jedes Gramm mehr wert!
Ich habe einen Gregory Baltoro, und hab gemeint ich muss ihn durch einen leichteren Exped Backcountry ersetzen.
Der Exped ist jetzt bei Suche/Biete, weil er mir nicht den Tragekomfort bietet wie der Baltoro. Das halbe Kilo ist an einer anderen Stelle auch leicht und schnell wieder eingespart.

Thomasy
15.04.2012, 15:52
Hallo nierth,

ich kann dich gut verstehen und auch deine Bedenken nachvollziehen. Das Gewicht spielt auch beim Rucksack eine Rolle. Ich gehe davon aus, Du willst deinen Rucksack auch in den Alpen transportieren. Für mich ist als erstes immer die Passform und die Beweglichkeit des Rucksackes ausschlaggebend. Denn nur wenn er sich gut den Berg hoch trägt, kann ich auch sicher und bei Wetterumschwüngen schnell reagieren. Da spielt für mich erstmal das Gewicht des Rucksackes eine untergeordnete Rolle.

Ich würde Ihn zu Hause nochmal mit Gewicht beladen und darauf achten wie sich der Rucksack beim Gehen, Treppen steigen oder auf den Stuhl steigen verhält. Das mit auf den Stuhl steigen ist durchaus ernstgemeint, denn in den Alpen hat man ja auch oft höher Stufen oder Absätze zu erklimmen. So teste ich meine Rucksäcke. Unterstützt er die Bewegungen und wird er nicht unbequem oder verursacht Schmerzen, dann behalte Ihn, ansonsten würde ich Ihn umtauschen in anderes Modell.

Persönlich habe ich auch schon einen Rucksackfehlkauf gemacht und Ihn dann über das Internet verkauft. Der Rucksack verursachte Schmerzen auf einer 5 stündigen Tour. Der Hersteller zeigte übrigens keine Einsicht und wollte mir noch neue Modelle andrehen. Seitdem boykottiere ich seine Produkte.

Ich selber bin übrigens immer mit kleinen Rucksäcke mit einem Volumen von 28 - 35 Litern unterwegs. Die wiegen in der Regel nur 1200 - 1500 Gramm, mehr nicht. Beladen werden die Rucksäcke mit einem Gewicht von 8 bis maximal 10 Kg inkl. Wasser und Spiegelreflexkamera. Ich nehme allerdings auch immer wenig mit, mache es wie die Bergführer auch und sortiere regelrecht aus. Man sollte sich halt hinterfragen, was man auf Tour benötigt.

Hier mal eine paar Packtipps einer Alpinschule, vielleicht helfen Dir diese Eindrücke bei deiner Kaufentscheidung weiter. Mir ging es mal so mit Kletterschuhen. Die Verkäufer wollten mir unbedingt ganz enge Schuhe verkaufen, die mir die Tränen in die Augen brachten, vor Schmerzen. Die habe ich solange penetrant genervt, bis sie nicht mehr weiter wussten. Danach habe ich den Laden gewechselt und dort habe ich genau 2 paar Kletterschuhe probiert und dann auch die richtigen gefunden. Diese sitzen sehr eng, aber noch bequem. Mein Tipp für Dich bei solchen Käufen einfach auf dein persönliches Empfinden und Körpergefühl achten, dann macht man einfach viel weniger Fehlkäufe. Denn viele Verkäufer wollen einfach nur verkaufen, gilt aber nicht für alle. Zudem Thema möchte ich nun auch keinen Stein lostreten.

http://www.alpinschule-oberstdorf.de/fileadmin/PDF/Ausruestungsliste_Hochtour.pdf

LG

Thomas

Alexa
15.04.2012, 16:02
Wenn du jetzt schon Zweifel hast, ob dir der Rucksack zu schwer ist, dann solltest du nochmal im Internet nach Alternativen schauen und ein, zwei zur Anprobe bestellen sowie noch in anderen Geschäften Rucksäcke probieren gehen.
Macht man das nicht, ärgert man sich nämlich hinterher und überlegt immer, ob man nicht noch etwas besseres hätte kriegen können.

Findest du etwas leichteres, das genauso bequem ist, super, Gregory Rucksack zurückbringen und den neuen behalten.
Findest du aber nichts, was mindestens genauso gut sitzt wie der Gregory, solltest du den behalten.

Aktaion
16.04.2012, 05:08
Das ganze hängt auch erheblich von der zu erwartenden Zuladung ab.

Kommt Deine Packliste auf ein Gewicht von ~ 12 kg oder mehr, dann erübrigt sich vorraussichtlich die Frage nach einem leichteren Rucksack.

Liegst Du unter dem Wert, und das auch in Zukunft, dann wäre es evtl. eine Überlegung wert.

nierth
17.04.2012, 08:57
kurzes Update:

gerade nochmal in den Shop gegangen und den Rucksack zurückgegeben. Nach ausgiebigen Anprobieren war mir klar, dass die ganzen extrem leichten Rucksäcke (Osprey Exos und noch ein anderer Osprey, Arcteryx Nozone) nichts für mich sind - entweder ich habe sie falsch angepasst oder einfach eine blöde Statur. Auf jeden Fall lag bei allen Modellen das Hauptgewicht nicht auf der Hüfte sondern auf den Schultern. Sobald ich dann die Schultergurte gelockert habe, ist der ganze Rucksack beim Laufen nach hinten weggeklappt und lustig hin- und hergewippt. Nachdem ich 90 Minuten lang durchprobiert habe, bin ich nun bei einem Gregory Savant 48 gelandet. Bisschen wabbliger als der Z45, dafür näher am Rücken - was für mich angenehmer zu tragen ist. Mit 12kg beladen gaben sich die beiden Rucksäcke nicht viel, allerdings passte beim Savant 48 wesentlich mehr rein. Da ich mich kenne und in der Regel kein Gewichts- sondern eher ein Platzproblem habe, nahm es mir die Entscheidung ab.

Grüße,

nierth

michaelg
21.04.2012, 10:28
Hallo,

Alle Rücksäcke wurden mit 12kg beladen.
Und nun kommen die Zweifel: Ich habe während des Anprobierens nicht im Geringsten auf das Gewicht geachtet, bei der Heimfahrt in der Bahn kam mir der Rucksack allerdings merkwürdig schwer vor. Auf den Beipackzettel geschaut standen dort 1,85kg bei 50l (wobei der Verkäufer erwähnte, dass es eher 40-45 sind da Gregory in der Regel übertr

Was meint ihr?

Grüße,

nierth

Um das zu verstehen: Du hast einen Rucksack mit 10,15 kg beladen und das war Dir zu viel Gewicht oder war der Tragekomfort bei 12 kg schlecht oder wie?

Atze1407
21.04.2012, 10:40
Sobald ich dann die Schultergurte gelockert habe, ist der ganze Rucksack beim Laufen nach hinten weggeklappt und lustig hin- und hergewippt.

Du weißt aber schon, das der Rucksack neben den Schultergurten auch noch Lastenkontrollgurte hat. Wenn Du die benutzt, dann kommt der Rucksack dem Rücken näher, und kann dann nicht nach hinten wegklappen.

nierth
21.04.2012, 11:15
Du weißt aber schon, das der Rucksack neben den Schultergurten auch noch Lastenkontrollgurte hat. Wenn Du die benutzt, dann kommt der Rucksack dem Rücken näher, und kann dann nicht nach hinten wegklappen.

es ist ja nicht so, dass der Rucksack komplett frei in der Luft gehangen ist, die Lastenkontrollgurte wurden benutzt. Allerdings hatte das dan blöden Nebeneffekt, dass wieder mehr Gewicht auf den Schultern lag.
Vielleicht hat mich auch einfach das Netzt gestört, der jetzige (und auch mein alter Lowa) sind direkt am Rücken anliegend was ich persönlich angenhmer finde

nierth
21.04.2012, 11:20
Um das zu verstehen: Du hast einen Rucksack mit 10,15 kg beladen und das war Dir zu viel Gewicht oder war der Tragekomfort bei 12 kg schlecht oder wie?

nö, der Tragekomfort war gut. Mich hat nur das relativ hohe Gewicht des Rucksacks an sich in Verbindung mit der gewölbten Rückenplatte und dem dadurch ziemlich reduzierten Volumen gestört. Wie schon gesagt, erfahrungsgemäß habe ich zuerst ein Platzproblem und dann ein Gewichtsproblem.

schmendrik
21.04.2012, 23:47
Vielleicht hat mich auch einfach das Netzt gestört, der jetzige (und auch mein alter Lowa) sind direkt am Rücken anliegend was ich persönlich angenhmer finde
bei mir wäre eher das gegenteil wünschenswert.
das geschwitze mit rückenanliegenden säcken ist mir viel anstrengender als evtl etwas mehr gewicht an den schultern..
wollte mir eigentlich auch einen exos besorgen..

nierth
24.04.2012, 06:05
bei mir wäre eher das gegenteil wünschenswert.
das geschwitze mit rückenanliegenden säcken ist mir viel anstrengender als evtl etwas mehr gewicht an den schultern..
wollte mir eigentlich auch einen exos besorgen..

mich stört der Schweiss eigentlich erst in doem Moment, in dem ich den Rucksack abnehme - solange ich laufe ist es kein Problem.