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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Hitze das Smartphone aufladen: Der PowerPot



bluewizard
10.04.2012, 16:48
Die Idee ist nicht schlecht:

http://www.androidpit.de/de/android/blog/404208/PowerPot

Fragt sich nur wie lange man den Kocher dann anlassen muss, aber da es ja auch auf einem Feuer gehen soll...
So könnte man sein Smartphone dann doch mitnehmen ohne zusätzliche Akkupacks usw.


http://www.youtube.com/watch?v=0oGXYLuCbiI

milestone
10.04.2012, 20:45
siehe hier: http://www.golem.de/1106/84193.html

das hatten die russen in sibieren schon vor 30 jahren, meinte mein prof letztens zu mir, als ich ihn darauf ansprach.

TBpnav
21.01.2013, 18:26
wir haben den PowerPot V ausführlich getestet und auch ein deutsches Video dazu erstellt:
http://www.pocketnavigation.de/2013/01/the-powerpot-v-strom-aus-feuer/

Das Gerät hält weitgehend was es verspricht, nur ersetzt es eben nicht wirklich einen Kochtopf und ist daher ein zusätzlicher Ausrüstungsgegenstand und damit natürlich im Vergleich zu Akkupacks zu schwer und umständlich. (etwa so unser Fazit).

Gruß
Tobias

mrright
03.02.2013, 20:04
wobei wenn man viel kaffee oder tee trinkt reicht der topf allemal, und man kann gleichzeitig sein handy laden um zumindest genug für einen notruf zu haben.

Nordlandpirat
04.02.2013, 09:36
Wobei sich da die Frage stellt, wie sinnvoll es ist, auf Tour überhaupt ein Smartphone mitzunehmen. Ich würde mich bei mehreren Wochen Wildnis jedenfalls nicht drauf verlassen, dass es im Notfall einsatzfähig ist, selbst wenn ich es im Normalfall abgeschaltet mit mir rumtrage. Selbst meinem, das bei gelegentlicher Nutzung von "smarten" Funktionen 5-7 Tage mitmacht, würde ich das nicht zutrauen bzw. mich im Ernstfall nicht darauf verlassen wollen.

Mit so einem Gerät wäre das Problem zwar prinzipiell gelöst, aber wenn es, wie hier ja schonmal angesprochen wurde, einen normalen Kochtopf nicht ersetzt, würde ich persönlich das doch eher als Platzverschwendung einstufen. So sehr ich Nudeln mag, wenn das Ding dickflüssigere Sachen nicht so gut abkann, ist es für mich eigentlich raus. Die ein oder andere Tütensoße kommt ja bei mir auf Tour doch mal in den Topf. Ich würds also als nette Spielerei einstufen, viel mehr aber auch nicht.

cephalotus
07.04.2013, 09:05
wir haben den PowerPot V ausführlich getestet und auch ein deutsches Video dazu erstellt:
http://www.pocketnavigation.de/2013/01/the-powerpot-v-strom-aus-feuer/

Das Gerät hält weitgehend was es verspricht, nur ersetzt es eben nicht wirklich einen Kochtopf und ist daher ein zusätzlicher Ausrüstungsgegenstand und damit natürlich im Vergleich zu Akkupacks zu schwer und umständlich. (etwa so unser Fazit).


Danke für den Test. Hatte mir auch einen Powerpot V bestellt und nach 5 Wochen war er auch "schon" da vom Zoll. Blöderweise (nur in diesem Fall!) ist jetzt der Winter vorbei, ich seh in dem Topf nämlich vor allem ein Schneeschmelzgerät (über dem Holzfeuer).

Bei allen anderen Brennstoffen dürfte der Mehrverbrauch an Treibstoff zum Wasser kochen / Schnee schmelzen den Gewinn an Strom gegenüber Akkus oder Batterien nämlich nicht aufwiegen können.

Die Herstellerleistung wird jedenfalls erreicht.

Im habe das Gerät mit relativ kühlem Wasser (geschätzt 20-30°C) auf einer Herdplatte getestet und zwar direkt am Sunload M5, welcher einen MPP tracker hat, der von 4,5V bis 30V funktioniert, aber leider nur 0,5A schafft.
Dort waren mit Umrühren des kühlen Wassers dann 10,4V und 0,5A = 5,2W Leistung möglich und wahrscheinlich wäre die Leistung sogar noch höher gewesen, da der MPP wohl bei kleineren Spannungen und höherem Strom gelegen wäre.

Welche Leistung die Herdplatte hat weiß ich leider nicht, vielleicht 1500W? Das wäre dann immerhin ein Wirkungsgrad von 0,35%. (für einen Thermogenerator wäre das so schlecht nicht). Wasser umrühren bringt einiges an Mehrleistung (so 20% herum), ist aber natürlich wenig praktikabel, da kann ich ja gleich so ne Handkurbel nutzen und mit 5W selber erkurbeln.

Auf einer Gasflamme sinkt die Leistung und wenn das Wasser mal kocht ist es nochmal deutlich weniger. Im o.g. Test stehen ja die Kennlinien drin, das entspricht auch grob meinen ersten Experimenten.

Mit Holz teste ich erst, wenn ich das Ding tatsächlich mal im Winter unterwegs dabei habe und wenn ich weiß, dass ich ihn behalte.

Einsatzzwecke:

Naja, hier wirds schon schwierig.

Ehrlich gesagt ist der Hauptgrund technische Neugierde und Spieltrieb.

Der Topf ohne Zubehör (mit einem MPP tracking fähigen Akkupack ist der ganze Zubehörkram überflüssig, ansonsten muss man noch den 62g schweren mitgelieferten DC-DC Wandler mitschleppen, der stabile 5V am USB Ausgang zur Verfügung stellt) wiegt der Alutopf mit 1,4l Inhalt rund 340g. Damit kann man Schnee schmelzen und Wasser kochen und das leidlich gut, also merklich schlechter als in herkömmlichen Töpfen. Was richtiges darin kochen würde ich eher nicht, aber das würde ich in Alutöpfen generell nicht wollen. Man braucht also meistens noch irgendwas zusätzliches, evtl genügt dafür auch eine kleine Pfanne. Der Deckel/Pfanne des Snowpeak Trek 1400 passt bei mir klapperfrei oder man nimmt die mitgelieferte 100g schwere tiefe Alupfanne/deckel/schüssel mit 650ml Inhalt.

Ich seh das eigentlich nur im Winter. bei halbwegs passablem Sommerwetter kann man für 350g schon gewaltige Solarpanale mitnehmen. Meine flexiblen CIGS Solarmodule mit realitisch 3,5W MPP Leistung (Hersteller: 4,5W wiegen nur 105g das Stück und man kann damit im Sommerhalbjahr schon mir durchschnittlich rund 10Wh/Tag rechnen, auch unter Praxis nahen Bedingungen.

Für 10Wh sollte man mit dem Powerpot schon 3-5 Stunden Schnee schmelzen oder Wasser kochen über einem Holzfeuer einkalkulieren. In Kombination mit Treibstoffen zum kaufen und schleppen macht das Gerät im mobilen Einsatz eh keinen Sinn, da sind Akkus billiger und leichter und besser.

Für mich ist ein gewisser Einsatzzweck noch die Notfallausrüstung, wo das eben zwischen den Campingkochern, Batterien und den Solarmodulen noch herum liegt bzw im Winter im Notrucksack steckt. Sollte im tiefsten Winter mal für 1 Woche der Strom ausfallen, wäre das eine weitere Option, um Funkgeräte, Taschenlampen, Radio, etc... am laufen zu halten.
Ist natürlich ein etwas konstruierter Fall.

Und dann hab ich noch die kleine Holzhütte im Erzgebirge mit Holzofen, wo ich alle heiligen Zeiten mal vor allem im Winter bin. Da muss man den Powerpot mit Wasser nur oben auf den Holzofen stellen und hat Strom. Solar ist da idR keine Option. Natürlich könnte man auch einen ganzen Schwung AA LiFeS2 Batterien einlagern mit 4,5Wh Energieinhalt pro Stück, die halten sich mindestens 15 Jahre und für ca. 140-150 Euro kann man davon schon sehr viele kaufen.

Nüchtern betrachtet fällt mir also eine Empfehlung schon recht schwer, aber wer seinen Spieltrieb befriedigen möchte findet hier zumindest ein Gerät, das zum Akku laden in der Praxis wesentlich tauglicher sein sollte als der im Netz gehypte Biolite Stove, der wesentlich weniger Leistung bringt, mehr Holz braucht, einen gewaltigen Lärm erzeugt, ständig betütelt werden muss, haufenweise Zusatzlektronik und Akkus unbekannter Lebensdauer enthält und dann auch noch fast doppelt soviel wiegt wie ein kleiner Hobo in Kombination mit dem Powerpot V.

Woran ich außerdem noch basteln werde ich eine Zeltheizung. Ich denke daran mir einen kleinen Wasser-Luft Wärmetauscher aus Alu zu bauen, der in den mit Wasser gefüllten Topf kommt. Daran dann ein kleiner Lüfter, der Frischluft ansaugt, die sich im Wärmetauscher erhitzt und ins Zelt geblasen wird.
Es geht mir da weniger daraum, im Winter 20°C im Zelt zu haben (das wird so nicht klappen), sondern eher darum, während der abendlichen Lagerfeuerphase warme Luft zum Trocknen von Ausrüstung zu erzeugen.

Mal schauen, gut möglich, dass sich das als blödsinnig heraus stellt. Ein ähnliches Gerät (ohne Wasser als Zwischenstufe) hatte ich mal von Thermalforce, das wog aber 2,5kg und das ist für den mobilen Einsatz für mich nicht diskutabel.

mfg

RolandvonBremen
09.03.2014, 19:39
Tolle Testberichte von cephalotus und pocketnavigation. Ich sehe das Prinzip allerdings nicht so negativ und warte auf den PowerPot X.


… Was richtiges darin kochen würde ich eher nicht, aber das würde ich in Alutöpfen generell nicht wollen. …

100% auch meine Meinung. Bisher schwöre ich auf Edelstahl. Auf Langwanderungen mit optimierter Ernährung heißt es aber meistens

Wasser kochen,
rühren und
quellen lassen.

Das sollte alles auch im Alutopf funktionieren. Die deutlichen Hinweise zum PowerPot bedeuten nichts andres als: „Nix anbrennen lassen“. Auf Langwanderungen mit der von mir verwendeten Ernährung ist das also keine Einschränkung. Wenn ich dafür auch noch Strom bekomme, nehme ich das gerne in Kauf.


… für 350g schon gewaltige Solarpanele … im Sommerhalbjahr schon mir durchschnittlich rund 10Wh/Tag …

350g Solarpanel mit 10 Wh/Tag ist toll. Das habe ich nicht erreicht. Mein Paket im letzten Jahr war eher 700 g für 10 W Panel, Power Bank Akku, Kabel und Adapter. In der letzten Wanderwoche habe ich die 10 Wh/Tag nicht erreicht, sondern eher 3-5 Wh/Tag. Das war in Lappland im August bei nichtmal besonders schlechtem Wetter. Ich habe für den nächsten Sommer ein 20 W Panel bestellt.


… einen ganzen Schwung AA LiFeS2 Batterien einlagern mit 4,5Wh Energieinhalt pro Stück, die halten sich mindestens 15 Jahre und für ca. 140-150 Euro kann man davon schon sehr viele kaufen …

Du schreibst Akkus sind billiger und leichter. Im Vergleich mit Solartechnik in unseren gemäßigten Breiten stimme ich Dir voll zu. Solartechnik lohnt sich erst bei Touren ab 3 Wochen bzw. 3 Monaten, je nachdem ob man Geld und/oder Gewicht sparen will.

Der PowerPot hat zwei Aspekte. Gewicht von Topf, Kabel und Adapter und der Mehrverbrauch an Sprit.

Wenn der Topf einen anderen Behälter ersetzt, dann bleibt als Mehrgewicht nur Kabel und Adapter. Das ist im Vergleich mit Solar oder Batterien vernachlässigbar. Die Kosten sind auch niedriger als bei meinem 10 W Panel und Akku.

Der Spritverbrauch lässt sich direkt mit der Energiedichte der Lithium-Eisendisulphit Batterien vergleichen. Ich komme (gerechnet) und mit den erwarteten Leistungswerten des PowerPot X auf 150 Wh/kg Benzin mit einem Optimus Nova+ Kocher auf 1/3 Leistung und angenommenen 6 W aus dem PowerPot X mit nominell 10 W. Lithium Primärbatterien reklamieren 290 Wh/kg, wenn davon an einem USB Anschluss dann 190 Wh/kg ankommen sind sie wahrscheinlich gut. Lithium Akkus haben zwischen 179 Wh/kg (nackte Akkus von Mobiltelefonen) und 80 Wh/kg (Akku Packs). Gewichtsmäßig ist es also nicht so schlecht, Benzin für die Stromversorgung mitzunehmen und nebenbei auch noch sein Essen zu kochen.

Wenn ich eine brauchbare Waage und den PowerPot X habe, werde ich die Verbrauchswerte mal nachmessen.


… Sunload M5, welcher einen MPP tracker hat, der von 4,5V bis 30V funktioniert, aber leider nur 0,5A schafft.

Sunload M5 schafft leider nur 0,5 A. Genau, das ist das Problem des M5. Ich hätte so etwas schon längst im Gebrauch, wenn der M5 doppelt so viel Leistung umsetzen könnte. Er ist einfach zu klein.

RolandvonBremen
04.11.2015, 19:55
3 PowerPots und 2 Touren später hier meine Erfahrungen.

Ich habe wahrscheinlich einen frühen PowerPot X bekommen, noch mit dem 5 W Adapter und dem Versprechen, dass der 10 W Adapter nachgeliefert wird. Das ist dann auch rechtzeitig vor dem Sommer passiert. Funktion war dann gut.

Auf der Tour, nach ca. 10 Tagen hat der Pot dann angefangen zu mucken. Die Leistungsanzeige am Adapter hat geflackert und ist dann ganz ausgeblieben. Der PowerPot hat keine Funktion mehr gehabt.

Zuhause habe ich dann auf Anweisung von PowerPractical einen Test gemacht und die Spannung am Pot gemessen, nix wars. Daraufhin das Spiel mit Rücksendung, Zoll etc. Der neue PowerPot kam aber prompt und hat im Heimtest auch funktioniert.

Dieses Jahr im Sommer waren wir wieder unterwegs. Der PowerPot hat diesmal schon am ersten Tag versagt. Die gleichen Symptome wie im letzten Jahr. Der Umtausch lief wieder problemlos.

Bei PowerPractical ist der PowerPot X als nicht verfügbar gelistet. Mein Ersatz kam an und ich habe ihn in der Pfalz gleich getestet. Wieder nix.

Das sind 3 Stück in 2 Jahren. Vielleicht ist das Problem die Leistung von Benzinbrennern. Das sind immerhin mehr als 2 kW, die auf den Topfboden kommen, entsprechende Temperaturen verursachen und Thermoelemente verbrennen. PowerPractical (Wafiq Ali) hat aber kein Problem bestätigt. Vielleicht sollte ich ihn mal anrufen.

Die Idee vom PowerPot ist gut und funktioniert auch - im Prinzip. Wenn ich auf den Touren darauf angewiesen gewesen wäre, dann hätte ich hier wesentlich bitterer geschrieben. Ich hatte genug Sonne für das Solar Panel. Alles war gut.

woodcutter
06.11.2015, 14:47
Das sind 3 Stück in 2 Jahren. Vielleicht ist das Problem die Leistung von Benzinbrennern. Das sind immerhin mehr als 2 kW, die auf den Topfboden kommen, entsprechende Temperaturen verursachen und Thermoelemente verbrennen. PowerPractical (Wafiq Ali) hat aber kein Problem bestätigt. Vielleicht sollte ich ihn mal anrufen.

Die Idee vom PowerPot ist gut und funktioniert auch - im Prinzip. Wenn ich auf den Touren darauf angewiesen gewesen wäre, dann hätte ich hier wesentlich bitterer geschrieben. Ich hatte genug Sonne für das Solar Panel. Alles war gut.

Danke für die Erfahrungswerte! 5sterne

Kann deine mögliche Ursache für das Versagen nachvollziehen, elektronisch an eine sehr heiße Quelle heranzugehen kann Materialtücken haben. Dann müsste aber die Gebrauchsanleitung angepasst werden, funktionieren tut er ja laut deiner Aussage, das ist festzuhalten. Kaufen werde ich mir so eine Lösung erst, wenn die Ausfallquote dramatisch sinkt. :popcorn:

Sawyer
17.11.2015, 13:53
Gibt´s das Umwandlungselement auch einzeln, also ohne Topf? Dann könnte man das Ding abends ins Lagerfeuer pfeffern, um seine Jukebox zu laden. :bg:

Lobo
17.11.2015, 13:57
Du braucht ein Temperaturgefälle zwischen den beiden Seiten, das wird nicht funktionieren wenn du die Platte einfach im Feuer eingräbst. ;-)

Guckst du hier (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Thermoelectric_Generator_Diagram.svg).

Grüße
Thomas

Sawyer
18.11.2015, 11:30
Die sollte dann ja auch nicht verbuddelt werden. Entsprechend am Feuer platziert und gut is´. ;-)

cephalotus
30.11.2015, 11:38
Die sollte dann ja auch nicht verbuddelt werden. Entsprechend am Feuer platziert und gut is´. ;-)

Du brauchst ein Temperaturgefälle und zusätzlich einen sehr hohen Wärmestrom.

Der Wirkungsgrad dieser Geräte liegt irgendwo bei 0,5% herum, wenn Du also 5 Watt haben möchtest müssen 1000W von einer Seite zur anderen geleitet werden. Am besten noch mit einem Temperaturgefälle von wenigstens 100°C.

Das geht nur, wenn man auf der einen Seite die 1000W auf die wenigen cm² konzentriert (die Leistungsdichte eines typischen Lagefeuers ist erheblich kleiner, man muss die Wärme also sammeln und leiten) und wenn man auf der anderen Seite die 1000W auf den paar cm² auch wieder abführen kann. Das ist die noch viel größere Herausforderung.

Ein Gerät zum "ins Lagerfeuer legen" findet sich auf thermalforce.de

mfG