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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer Schärfsysteme - Gatco <--> Lansky



Corton
06.10.2004, 15:38
Es gibt zwar schon nen Thread zum Thmema Messer schärfen aber die Schärfsysteme sind wohl nen eigenen Thread wert. Ich hab immer noch absolut keine Ahnung, für welches der angebotenen Sets ich mich entscheiden soll

Gatco: 6 Schleifwinkel (11, 15, 19, 22, 25 und 29°), 5 Steine (incl. Stein "extra fein"), Preis bei Globe 58 EUR

Lansky: 4 Schleifwinkel (17, 20, 25 und 30°), 3 Steine (Standard) bzw. 5 Steine (Deluxe), Preis bei eBay: 29* bzw. 46 EUR (Sofort-Kauf). Eine optionale Tischhalterung gibt´s bei eBay für 15 EUR.

Das Lansky-Set gibt es auch in kospieligeren Ausführungen mit Arkansans und Diamant Steinen.

Fragen:

- Welche Vorteile haben die Arkansas oder Diamant Steine? Lohnt sich der Mehrpreis für die Diamant Version (eBay: 65 EUR mit 4 Steinen)?
- Welches System hat das bessere Handling?
- Bis zu welcher Klingenlänge sind diese Systeme überhaupt geeignet?
- Welche Steine halten länger?
- Das Gatco System bietet spitzere (und mehr) Schleifwinkel. Praxisrelevant?
- Passt die Lansky Tischhalterung auch für Gatco?
- Welches Set soll ich nehmen? :)


Am besten ist es allerdings das Messer so zu schleifen, wie der Hersteller es ausliefert.
Wie krieg ich das raus?

Corton

* Bei Lauche und Maas (mit Tischhalterung): 100 EUR! :roll:

AxelC
06.10.2004, 15:55
Ich meine, dass beim Gatco die Messerhalterung aus Kunststoff ist - bei Lansky aus Metall.

Mephisto
06.10.2004, 17:30
Hab seit kurzem das Gatco und bin gut zufrieden damit. Mit der normalen Halterung ist das Handling etwas gewöhnungsbedürftig geht aber trotzdem gut. Ach ja: Ohne dem Set bin ich anscheinend zu dumm zum schleifen :bg:
Hab aber selber ne Frage zum Thema: Wenn das mitgelieferte Öl alle ist, kann ich das dann durch WD-40 oder Balistol ersetzen (so wie es einer bei Globis Produktbewertung schreibt)?

Gruß,
Benni

Sneaker
06.10.2004, 17:37
Hi Corton

besuche doch mal www.messerforum.net und bemühe dort die Forensuche.

mark23
06.10.2004, 19:50
Am besten ist es allerdings das Messer so zu schleifen, wie der Hersteller es ausliefert.
Wie krieg ich das raus?

Corton

Wie bereits im anderen Thread beschrieben, Schneide vor dem Schleifen mit einem Edding anmalen und so den Fortschritt/Erfolg beim Schleifen kontrollieren.

Je kleiner der Winkel der Schneide, desto empfindlicher ist die Schneide gegen "Fehlbedienungen", d.h. wenn Du das Messer bei der Holzbearbeitung verkantest und dann über die Seite heraushebelst, kann es zur Beschädigung kommen. Ob sich die Schneide dabei einfach nur verformt, "größere Teile" (0,2*0,5 mm, um einfach mal eine Zahl zu nennen) ausbrechen oder es zu Mikroausbrüchen an der Schneide kommt, hängt vom Stahl und der Wärmebehandlung ab. Je weniger Legierungselemente ein Stahl hat, um so feiner kann die Schneide aufgrund des Gefüges bzw. der Karbidgröße gewählt werden. Besonders harte Klingen mit feiner Schneide erfordern viel Können beim Anwender.

Welches Set für Dich besser ist, hängt also auch davon ab, aus welchem Stahl deine Messer sind ...

Gruß

Mark23

jackknife
07.10.2004, 02:48
corton, ich biete dir ein einmaliges angebot, lebenlangen schleifsevice deines messers. und zwar auf rasiermesserschärfe. herschicken, retour und sauscharf. zusätzlich sende ich dir kostenlos ein abziehbrett aus leder mit polierpaste, auf dem du die schärfe deines messers halten kannst.
matthias

Nicht übertreiben
07.10.2004, 09:20
Gilt das Angebot nur für Corton oder generell :bg:
Gruss
Thorben

sirhiss
07.10.2004, 11:54
habe das gatco mit 5 steinen, nutze aber nur 3, da ein grober stein für total verhunzte schneiden und einer für wellenschliff. für die hatte ich noch keinen bedarf und ich denke, dies ist nur was für sehr geübte. hat keine tischhalterung, funktioniert gut bei "weicheren" klingen bis zu 16cm.

zum thema schärfen gibt es infos bei den werkzeugfreaks (träume aus japan :shock: ):
http://www.dick-gmbh.de/[url]


@jackknife

ich rate mal: du verwendest wasser-abziehsteine?

gruss thomas

jackknife
07.10.2004, 12:16
ne, ich schleife mit einem bandschleifer. habe mich eine zeit lang als messermacher verdingt, daher habe ich den kram im keller. außerdem wird es mit dem bandschleifer am exaktesten. alles andere ist doch nur gefrickel. die lansky oder gatcos machen zu dem die spitzen platt.
matthias

Mecoptera
07.10.2004, 15:53
Naja, die gute alte Schleifsteinmethode ist auch nicht zu verachten; die Steine kosten nicht übermäßig viel, und schon eine kleine Sammlung verschiedener Körnungen + etwas aufgespanntes Leder genügen, um alles (inklusive Wellenschliff) auf beliebige Schärfe zu bekommen. Arbeite nur noch damit, seit ich meine ersten Messer selber geschmiedet habe :bg: :bg: :bg:

Scrat79
24.01.2011, 21:37
Vielleicht haben ja noch andere das Gatco Schärfsystem.
Nun habe ich noch ein wenig Anlaufschwierigkeiten.

Beim Spannen meines Taschenmessers habe ich das Problem, dass der Messerrücken Keilförmig ist, womit das Messer selbst eher schlecht zu spannen ist.
Beim leichtesten Druck kippt die Klinge und der Schleifstein wetzt an der Klemmvorrichtung.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/20110124-_MG_4704.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=22593&title=gatco-schaerfsystem&cat=500)

Gibts hier nen Trick gegen das Verdrehen?
Kaugummi drunter schmieren ?? :o
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/20110124-_MG_4703.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=22592&title=gatco-schaerfsystem&cat=500)
Die Flächen zum Klemmen kleiner Klingen sind auch nicht gerade gut ausgeprägt und haben selbst ne deutliche Schräge, welche das Kippeln wohl noch unterstützen.

rgx121s
24.01.2011, 21:42
Hi,

ich hatte mal ein ähnliches Poblem mit meinem Lansky.
Habe den Klingenrücken in ein Taschentuch gepackt und es hat ganz gut gehalten.
Du musst ausprobieren wieviele Lagen Du nimmst.

Also ein ähnlicher Ansatz wie mit dem Kaugummi, nur ohne Schmiererei an der Klinge.

Gruß,

rgx

smeagolvomloh
24.01.2011, 22:03
Normalerweise spannt man ja den Messerrücken ein, spannt die beiden Aluschenkel des Gatco-Schärfsystems indem man die "vordere" Schlitzschraube leicht anzieht und dann bringt man Druck auf die Geschichte indem man die hintere Flügelschraube anzieht. Bei so schmalen Klingen wie deinem (vermutlich BW-Taschenmesser) stehen die Alu-Schenkel des Gatco dann fast parallel.

Man könnte alternativ die Alu-Schenkel in einem größeren Winkel stehen lassen. Dadurch ergibt sich für die kleine "Lippe", die den Klingenrücken aufnimmt, ein anderer Winkel.

Also die hintere Flügelschraube ziemlich weit reindrehen, dann die vordere Schlitzschraube ein wenig anziehen und mit der hinteren Flügelschraube wieder Druck auf das System bringen.

Bisher habe ich mit dem Gatco-System noch jedes Messer einspannen können (auch mein altes BW-Taschenmesser).

Mittlerweile bin ich zwar auf andere Systeme umgestiegen, aber das Gatco funktioniert auf jeden Fall gut!

Scrat79
24.01.2011, 22:47
Also der Taschentuchtrick funktioniert erstaunlich gut! :o
Die Schenkel in steileren, flacheren, paralleleren Winkel zu stellen hatte ich bereits versucht.
Leider mit eher bescheidenen Ergebnis.
Und jep. Ist das alte BW-Messer. Bevor ich teurere Messer verhunz.. :bg:

Und jetzt bin ich gerade am probieren.
Gut. Die Ergebnisse sind noch nicht so berauschend.
Aber noch hab ich ein paar mm Stahl zum abhobeln und versuchen. ;-)

Denke der 15° Winkel ist für's BW-Messer erst mal ok?

rgx121s
24.01.2011, 23:05
Freut mich das es klappt!

Ich schärfe fast alle meine "Alltagsmesser" auf 25 Grad.
Ist meiner Meinung nach eine gute Mischung aus Schärfe (kann mich mit rasieren) und Schnitthaltigkeit. D.h. auch wenn ich mit dem Jadgmesser mal ein paar Äste (Durchmesser ca. 2-3 cm) spalte ist es danach noch scharf genug.
Bei normalem Gebrauch reicht es die Klinge alle paar Wochen mit dem feinsten Schleifstein kurz zu bearbeiten.

Gruß

rgx

Scrat79
24.01.2011, 23:23
25° und rasiermesserscharf? :o
Im Moment würde ich meine ersten Versuche als scharfen Löffel präsentieren. :hahaa::-?
Habe zwar noch den Utra Fine Finishing Hone dazu bestellt,
aber is ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für weitere Tipps, Do's und Don'ts bin ich immer offen.

rgx121s
24.01.2011, 23:47
Scharfer Löffel ist nice :bg:

Ich schleife immer von außen nach innen, also von der Schneide zum Rücken, und auch immer nur in dieser Richtung.
Habe schon Leute gesehen die einfach von vorne nach hinten und zurück geschliffen haben...

Versuche durchgehende Schleifgänge zu machen: Vom Griffansatz zur Spitze in einem Zug.
Oder von der Spitze zum Griff....
Das geht natülich nicht bei langen Klingen.
Obwohl ich mit meinem Deko-Katana (Schneide ca. 1mm dick, also nicht vorhanden) mittlerweile wunderbar den "Papiertest" machen kann...

Der "Ultra Fine Finishing Hone" ist wichtig zum rasieren :bg:
Hätte ich auch nicht geglaubt als ich den glatten Stein ausgepackt habe, aber das macht wirklich einen Unterschied.

Immer ausreichend Schleiföl verwenden, das transportiert den "Staub" ab.

Youtube bietet ein paar nette Videos zum Lansky Set, die haben mir etwas weiter geholfen und werden auch für dein Schleifset nicht verkehrt sein.

Ansonsten gilt: testen, testen, testen....
Ich merke manchmal schon einen Unterschied (sowohl positiv als auch negativ) wenn ich das Schleifset nur mal anders in der Hand halte....

Hoffe ich konnte helfen.

Gruß,

rgx

smeagolvomloh
25.01.2011, 18:03
25° und rasiermesserscharf? :o
Im Moment würde ich meine ersten Versuche als scharfen Löffel präsentieren. :hahaa::-?
Habe zwar noch den Utra Fine Finishing Hone dazu bestellt,
aber is ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für weitere Tipps, Do's und Don'ts bin ich immer offen.

Auch mit großem Winkel bekommt man Messer rasierscharf (ich spreche hier von der sogenannten Unterarmrasur). Übung macht den Meister.
Vielleicht bleibt bei dir ja immer noch ein sehr feiner Grad auf einer Seite.
Versuche diesen doch mal auf einem klassischen Stahl-Wetzstab oder auf einem Lederabziehriehmen ganz zu entfernen.

Ich schleife übrigens alle meine Taschenmesser und feststehenden Messer mit etwa 20 Grad. Das würde beim Gatco der 19 Grad-Einstellung entsprechen.

Nur die Küchenmesser bekommen einen 15 Grad-Anschliff.

Ob auf Steinen, mit dem Lansky, dem Gatco, dem Spyderco Sharpmaker oder mit Keramikwetzstab: das Wichtigste ist erstmal üben!

Irgendwann bekommt man mit jedem Schärfsystem das richtige Gefühl.

Scrat79
25.01.2011, 20:10
Mist.
Und ich hab auf ein idiotensicheres super Schleifsystem gehofft. :bg:
Da wird mir wohl nix anderes übrig bleiben, als mich wirklich noch ein bisschen hin zu setzen.

cast
25.01.2011, 20:45
Im Vergleich zu ein paar Steinen bei denen man den Winkel selbst halten muß ist ein Gatco idiotensicher, wer zwei linke Hände hat ist auch damit aufgeschmissen, da ist das Spydercosystem besser.
Ich hab immer ein wenig Malerkrepp auf die Halterung geklebt, da machen auch die kleinen Klingen keine Probleme.

smeagolvomloh
25.01.2011, 20:52
Ich hatte mir das Gatco-System auch gekauft, weil es damit so einfach ist, einen bestimmten Winkel einzuhalten und dazu ist es ja auch noch preiswerter als das System von Lansky.

Die ersten Erfolge ließen aber länger auf sich warten. Nur den richtigen Winkel einzuhalten bringt rein gar nichts. Man muss einfach erstmal das richtige Gefühl für das Schärfen entwickeln.

Jeder Stahl ist anders, jedes Messer ist anders! Egal was für ein System zum Schärfen man wählt, man muss erstmal üben.

Mittlerweile nutze ich das Gatco-System nur noch ganz selten. In der Regel nur bei vollkommen versauten Schneiden von Messern, die mir Freunde zum Aufarbeiten mitgeben. Mit dem Gatco kann man wunderbar einen neuen Winkel anbringen.

Zum Schärfen von nicht ganz so versauten Schneiden nutze ich den Spyderco Sharpmaker (aus meiner Sicht ein sehr geniales Gerät). Es ist aber manchmal lästig das Ding aufzubauen. Wobei das Gatco-System noch mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Für das schnelle Nachschärfen (so mal eben zwischendurch, wenn ein Messerchen deutlich an Schärfe verloren hat) nutze ich seit einiger Zeit nur noch einen Stahlwetzstab in Verbindung mit einem Keramikwetzstab.

Hat ein Messer an Bissigkeit verloren, geht es kurz auf den Stahlwetzstab. In der Regel hat sich ja nur die Schneide durch die Benutzung etwas umgelegt und wird durch den Wetzstab wieder aufgerichtet.

Bringt der Stahlwetzstab keine Verbesserung, geht es mit dem Keramikwetzstahl los. Damit trägt man natürlich Material von der Schneide ab und bekommt die Schneide wieder auf Vordermann. Anschließend noch wenige Züge auf dem Stahlwetzstab und alles ist wieder im Lot.

Damit kann man zwar nicht hundertprozentig einen bestimmten Winkel einhalten, aber was soll es, das Ergebnis zählt.

Das Ganze könnte man natürlich auch mit einem Billigschleifstein für 5 Euro aus dem Baumarkt machen (eine Seite grobe Körnung, eine Seite feine Körnung). Dann muss man aber immer eine Flüssigkeit (Öl oder Wasser) auftragen und die ganze Sache wird schon wieder „schmutziger“ und aufwändiger.

Fazit:
Üben und die Technik entwickeln, die einem liegt.

Wido
26.01.2011, 15:22
Ja ja, das alte Thema Messerschleifen.....

Ich differenziere nach Anwendung : mein Gebrauchsmesser ( seit ca. 9 Monaten und wahrscheinlich für den Rest meines Lebens, Pohl Force Alpha 2, für meine Zwecke das perfekte Messer ) schärfe ich ganz einfach mit einem simplen Wetzstahl. Ist nicht schön, aber ich bekomme immer die Gebrauchsschärfe, die ich haben will, diese hält sehr lange.

"Feinere" Messer schleife ich auf einem Arkansas-Ölstein mit WD 40 und ziehe anschließend auf Lederriemen mit Schleifpaste ab.

Leuten ohne Geschick und Ambitionen empfehle ich den Spyderco Sharpmaker : absolut idiotensicher :bg: