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Nammalakuru
28.01.2012, 18:39
REISEANEKDOTEN - Kerala, Tamil Nadu, Andaman Islands

Schon wieder Indien. Diesmal der Süden. Es geht nach Kerala. Thiruvananthapuram (http://de.wikipedia.org/wiki/Medium:Thiruvananthapuram.ogg), die heilige Stadt des Ananta, einer Schlange in der gemäß Hindu-Mythologie der Gott Vishnu in seiner Gestalt als Padmanabha ruht. Achso, klar. Natürlich. Der "international Airport" TRV ist in etwa so riesig wie der Regionalflughafen Paderborn. Aber es ist hier in den deutschen Wintermonaten entschieden wärmer als in Ostwestfalen-Lippe. ;-)

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Mehrere dunkle Augenpaare sind auf mich gerichtet. Verwunderte Gesichter. Eine mimischer Mix aus Mitleid, Verachtung und Spass. Mir ist bewusst, dass ich bei dieser Übung in der feinmotorischen Kreisklasse spiele. Ein Küchenjunge bringt mir einen Löffel. Ein offener Affront. Ich lehne ab. Ich mache weiter. Muss mich immer wieder dran erinnern: Nur die rechte Hand. Verdammt. Wer hätte gedacht, dass das was bei allen so einfach aussieht, so schwer sein kann. Seit langem mal wieder ein Thali. Sehr lecker. Ein Schluck Wasser hinterher. Geschafft und satt verlassen wir das Restaurant.

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Einmal lässig rot-weiß bitte
Neben dunkelhäutigen indischen Touristen aus den großen Städten, dominiert der Anblick sonnenverbrannter rot-weiß Europäer die bekannten Strandgebiete der Malabarküste. Yoga und Ayurveda fusioniert mit Russischem Salat und Spaghetti Carbonara. Bob Marley mit Joint ist der Dauerbrenner unter den T-Shirts. Wohlhabende indische Neu-Urlauber dokumentieren stolz jeden ihrer Schritte mit der Handykamera. Junge Europäer versuchen möglichst lässig auszusehen. Weit geschnittene Hemden, luftige Hosen, coole Sonnenbrillen. Heranwachsende Inder versuchen ihnen dies gleich zu tun - scheitern aber. Ältere Semester hingegen befolgen den guten Rat vom Arzt, meiden die Sonne und stellen sich in den zahlreichen Restaurants unter. In welchem spielt dabei kaum eine Rolle. Die Speisekarten sind alle identisch und legen den Verdacht einer Zentralküche nahe. So effizient ist man allerdings nicht.

Zum Glück konzentrieren sich die fragwürdigen Errungenschaften des Tourismus auf wenige Hotspots. Ein Mopped unterm Hintern und schon nach sehr wenigen Kilometern bekommt man einen authentischen Blick auf die Dinge. Mit allem was dazu gehört: Herrliche Strände, urige Fischerdörfer und leider oftmals auch großflächiger Müll.
Warum Besucher aus der ganzen Welt nach Indien fahren um mit Ayurveda und Yoga ihre Ruhe zu finden erschliesst sich mir nicht ganz. Allein aufgrund der Bevölkerungsdichte ist Indien eines der Länder die durchaus "anstrengend" sein können. Ich besuche nicht gezielt ein Steakhaus um Vegetarier zu werden, oder?! In sämtlichen großen Ashrams lehren Amerikaner oder Europäer. Ohnehin hat man den Eindruck, dass die indische Bevölkerung vielfältige andere Probleme hat und sich selbst weit aus weniger um Yoga kümmert. Einzig der indische Ursprung bleibt. Ayurveda ist immerhin noch günstiger als Schulmedizin. Ich lasse mir nicht vorwerfen ich würde mich dem gänzich verschließen: ich nutze noch heute Urlaubs-Restbestände ayurvedischer Zahncreme. Nur, das hat mein Leben nicht entscheident verändert. :bg:

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Kosmologische Mythen und mythologische Kosmologien
Indien ist bunt. Das gilt ebenso für die Religion. Meine Erfahrung: Hipp, Hipper, Hindu! Hinduismus ist extrem vielfältig. Der kleinste gemeinsame Nenner ist, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf sind. Hauptgötter, Götter, Dämonen, Inkarnationen, mythologische Wesen, kosmologische Mythen, mythologische Kosmologien ... die Religion erklärt sich nicht gerade in einem Faltblatt. Der erlebbare Hinduismus ist schrill. Kokosnüsse werden zerschlagen, Elefanten hauen einem mit ihrem Rüssel eins über, Lautsprecherwände dröhnen Partymusik, Chinaböller knallen oder es wird einfach etwas abgefackelt. Um nur einige Beispiele zu nennen.
Da kommen die anderen nicht mit. Am ehesten noch die Christen. Keine dunklen Kirchen die sich stimmungsmäßig stärker am Tod als am Leben orientieren, stattdessen auch hier mehr Farbe mit merklicher Tendenz zum Kitsch. Durchaus sehenswert. Bei den Muslimen gehts in etwa so konservativ zu wie in den Emiraten.

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Zimmer in ruhiger Lage
Apropos Islam - eine filmreife Anekdote entstand bei der Suche nach einem geeigneten Hotelzimmer in Port Blair spät am Abend. Zimmer Nummer eins war direkt neben der Rezeption, die sind dort immer so laut - gefällt nicht. Zimmer Nummer zwei hatte kein Fenster - gefällt nicht. Ich werde zu Zimmer Nummer Drei im zweiten Stock geführt. Sauber, mehrere Fenster, Matratze die immerhin nachgibt und Toilette im "western style". Gefällt auf den ersten Blick. "Are you Muslim" werde ich gefragt. Meine Antwort konnte er nur noch von meinen Lippen ablesen. Just drei Sekunden nachdem die Frage gestellt wurde wusste ich warum diese Frage kam. Ich zuckte zusammen. War einen kurzen Moment irritiert. Direkt hinter einem der offenstehenden Fenster brüllte, nur leicht verdeckt von einem abgenutzen grünen Vorhang und ohrenbetäubend laut, ein Megaphone Lautsprecher ein gedehntes "a-l-l-a-a-a-a-h-u---a-k-b-a-a-a-a". Die Fensterfront war unmittelbar neben dem Minarett der örtlichen Moschee. Wild gestikulierte ich herum. Er verstand wohl. Zwei Minuten später hörten wir uns wieder. Nein, das Zimmer wäre dann vielleicht doch etwas zu laut entgegnete ich. Interessehalber erkundete ich mich zu welcher Stunde dann am morgen zum Gebet gerufen würde. 5:30 Uhr. Ok. Danke.

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Nächster Halt: Tata Teeplantage.
Etwa 150 km hinter der Küste erstrecken sich im Grenzgebiet von Kerala und Tamil Nadu die Gebirgskette der Western Ghats. Durchschnittliche Höhe etwa 900m. Da wird es schon spürbar kühler. Tee und Gewürze werden hier großflächig angebaut. Sanft geschwungene grüne Hügel voller Teepflanzen prägen die Landschaft. Geerntet wird, wenig romantisch, hauptsächlich mit Heckenscheren. Und dazu passend: Bestellt man in diesem Tee-Epizentrum ein ebensolches Heißgetränk, so bekommt man heißes Wasser und einen Beutel. Eigentlich genau wie in Mumbai, München oder Madrid. :bg:
Ein beliebtes Ausflugsziel sind die Western Ghats auch bei indischen Touristen. Vorsicht. Die Vorstellungen der einheimischen Besucher von "Tourismus" können mitunter stark von den eigenen abweichen. Nicht überall wo Sehenswürdigkeit drauf steht ist Sehenswürdigkeit drin. Es sei denn man hat ein Faible fürs Kamelreiten, Luftgewehrschießen oder Tretbootfahren. Oder man sucht so etwas um zu sehen wie andere Urlaub machen. Ein "Highlight" ist zum Beispiel auch der Besuch des Aussichtspunkt auf dem "Misty Mountain". Wer jetzt clever ist kann sich vorstellen was ein da erwarten könnte. :lol: Ein grandioser Blick in eine Dunstwolke, die zumindest erahnen lässt welche landschaftliche Schönheit sich darunter verbirgt. Wie fast immer gilt auch hier: Sehenswürdigkeiten besser ignorieren und selbst seinen Weg finden. Es gibt viel zu sehen.

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Psst ... wanna drink some beer?
Alkohollizenzen sind teuer. Abgesehen von den touristischen Strandorten gibt es strikte Regelungen. Es gibt in fast jedem größeren Ort eine "Bar". Vorstellen muss man sich die wie eine Fixerstube für Alkoholkranke. Keine Musik. Funktionale Einrichtung. Fuseliger Alkohol. Bestellen, mixen, runterkippen, raus. Da hält man sich nicht lange auf. Einige Restaurants verkaufen auch unter der Hand alkoholische Getränke. Durchaus amüsant kann die Ausgestaltung werden. Einmal bekamen wir Kingfisher Beer 0,65 L aufgetelit auf jeweils zwei tönerne Kaffeebecher. Ein anderes mal bekam jeder sein Bier in Edelstahl-Thermoskannen mit einem Fassungsvermögen von einem Liter. Spätestes als vier Thermoskannen auf dem Tischen standen war es doch etwas zu offensichtlich. :bg: So bestellte ein Pärchen aus Sri Lanka vom Tisch gegenüber kurze Zeit später ebenfalls eine Thermoskanne. Daneben stand übrigends immer ein durchsichtiges Glas mit Bier beziehungsweise Tee mit Blume. :ignore:

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Barbier, Port Blair (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751514665/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

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... auch Hühner haben auf Regen kein Bock ^^ (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751515539/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

Mein Name ist Fall … Water Fall
Chennai ist die sechstgrößte Stadt Indiens. Leider hat man es bei all dem Boom verpasst die Stadt mit einem anständigen Airport auszustatten. Endlose Stunden warten wir auf unsere AirIndia Maschine die uns auf die Andaman Islands bringen soll.
Gefühlte zwei Stunden starre ich auf ein Leck an der Decke der zehn Meter hohen Wartehalle. Ein Stalaktit mit einer geschätzten Länge von fünfzehn Zentimetern liess vermuten, dass die Stelle schon länger undicht war. Die Tropfen die sich langsam bildeten bis sie zu schwer wurden und gen Boden fielen landeten in einem kleinen Pflanzenkübel den man pragmatisch darunter platziert hatte. Es gibt für jedes Problem eine Lösung.

Die Andamanen sind eine zum indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren gehörende Gruppe aus 204 Inseln. Die Nicobaren darf man nicht besuchen. Für die Andamenen erhält man im kleinen Flughafen von Port Blair ein Permit für fünfzehn Tage. Es ist nur gestattet auf einige wenige Inseln zu reisen. Das zieht einen nicht unerhebliche Bürokratieaufwand mit sich. In jeder Unterkunft bei jedem Bootstransfer füllt man Formulare aus und zeigt Reisepass, Visum etc. vor. Zum Beispiel beim Beamten Mr. Water Fall. :cool: Ich gehe mal davon aus, dass man seinen Namen irgendwann zur britischen Besatzungzeit mal eingeenglischt hat. Auf seinem Namensschild stand tatsächlich Water Fall.

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Beach #7 (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751532031/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

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Nahe "Radha Nagar" (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751524093/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

Herrliche Strände gibt es auf den Andamanen. Zwar nicht "menschenleer" aber sehr niedrig frequentiert. Natürlich kann man mal Pech haben und ausgerechnet unter dem Baum den man für seine Hängematte auserkoren hatte sitzt ein einsamer Hippie mit Panflöte der sich ausgerechnet dort gerade selbstfinden muss. Kann passieren.
Die indischen Besucher tummelten sich oft nur auf wenigen Strandmetern herum, die von sogenannten Lifeguards bewacht werden, die aber nur wild in ihre Trillerpfeifen pusten wenn sie der Meinung sind, dass jemand zu weit draussen ist. Viel zu tun ist ohnehin nicht. Kaum jemand der Strandbesucher kann überhaupt schwimmen, die meisten gehen mit Klamotten ins Wasser und lassen sich von den Wellen nass machen. Wie auch immer. Wichtiger ist ohnedem, dass man den Freunden und Verwandten daheim stolz Tausende von Fotos zeigen kann. Dafür wird der dreißigjährige Sohnemann gerne mal von Mamma und Papa zu peinlich-kitschigen Posen genötigt. Papa mit der Videokamera bewaffnet gibt Anweisungen wir sein erwachsenen Zögling an der Wasserkante liegt und bei jeder Welle mit einem Schwall Wasser benetzt wird. Vielleicht die indische Art und Weise zu zeigen, dass man es geschafft hat. :roll:
Selbst vor uns machten die Kameras und Photoapparate nicht halt. Keine Ahnung auf wie vielen Fotos ich bin. Naja, jetzt weiß ich auch mal wie das ist wenn man einfach so abgelichtet wird. :bg: Mal solo. Mal bekam ich Frau links und Kind rechts an die Seite gestellt und dann wurde geknipst. Und ich hab unzählige Fotos von Leute die ich fotografieren sollte. Mal weil sie Hochzeitstag hatte - herzlichen Glückwunsch - mal grundlos. Dann kurz das Resultat vom kleinen Display betrachtet und sie zogen zufrieden von dannen. Verstanden hab ich das nicht. Mitgespielt trotzdem.

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Nahe des Jetty, Havelock (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751511331/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

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Der jute alte Tata-Bus. Und ja: Es gab sogar zwei Straßen auf der Insel. (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751530469/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

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Port Blair (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751512263/) von jan bo (http://www.flickr.com/people/75054387@N06/) auf Flickr

Einmal große Hafenrundfahrt bidde.
Port Blair die Hauptstadt. Soviel gibts hier nicht zu sehen. Eine Hafenrundfahrt geht wie der Name verrät einmal durch den Hafen, desweiteren besucht man eine Gefängnisinsel. Das Ganze ist staatlich organisiert und muss über das Touristenbüro gebucht werden. Tickets gekauft. Pünktlich an der Ablegestelle. Wir sind nicht allein. Ein Blick auf das Tsunami-Denkmal: Gab es hier schon mal einen großen Tsunamie-Einschlag? Ach nein …. da stehts "2004" … das Denkmal sieht nur so aus als wenn es hier schon über vierzig Jahre steht. Eigenartige Bauweise. :bg: Kurz vor Abfahrtszeit kommt ein Schiff angefahren. Es bildet sich eine Schlange am Kai, wir reihen uns ein. Starker Wellengang. Es ist ein ziemlicher Akt mit dem Schiff anzulegen. Immer wieder schlägt es an den Beton der Kaimauer. Vorsichtig wird jeder Gast einzeln ins Schiff rübergehievt. Ich zeige die Tickets. Nein … bekomme ich zur Antwort. Das ist nicht ihr Schiff, da kommt gleich ein weiteres. Ich schaue mich um, alle Leute an diesem Kai gehen auf dieses Schiff. Es gibt kein weiteres Schiff. Es ist auch keins auf dem Weg. Etwas energischer weise ich darauf hin, dass wir gerne mit diesem Boot fahren würden und dass ich nicht denke dass da noch ein anderes kommt. Keine Chance. Kurz bevor es ablegt versuch ich es nochmal. Nein. Das ist nicht ihr Schiff. Der letzte Passagier ist an Bord. Die Fahrt geht los. Ohne uns. Wir ziehen leicht frustriert und mit Fragezeichen ab. Die Ticketabreißer Jungs laufen uns über den Weg. Ich frage wie es jetzt bitte weitergehen soll. Bekomme ich jetzt das Geld zurück? Offensichtlich gibts ja kein anderes Schiff, wir sind schon eine Viertelstunde über der Zeit. Das dort war ihr Schiff, sagte einer der Gruppe und zeigte auf natürlich jenes auf das wir rauf wollten. Ach ne, jetzt auf einmal. Ein Mobiltelefon wird gezückt. Kurz diskutiert. Und dann fährt das vollbesetzte Schiff plötzlich wieder Richtung Anlegestelle. Jetzt dürfen wir rauf. Die ganze Dramatik mit dem Wellengang und der Kaimauer wiederholt sich. Zweimal gibt es richtige Wolken aus Betonstaub für die Passagiere als das Schiff wieder gegen die Mauer knallt. Dann passt es und wir springen drauf. Alle Augen auf uns gerichtet. Ja, vielen Dank für die Extraeinladung. Dann kann die Fahrt ja endlich losgehen. ;-)

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"No Plastic"
Das Verhältnis zwischen Einheimischen und ihrer natürlichen Umwelt ist nicht das Beste. Es fehlt das Bewusstsein. Alles an Verpackung wird direkt auf der Straße entsorgt, manchmal zusammengefegt und angezündet, oftmal dem Wind überlassen. Oder es landet gleich im Wasser. Was weg ist ist weg. Überhaupt: die Natur ist ja ein Kreislauf. :baetsch:
Besucht man den Mahadma Ghandi National Marine Park bekommt man großen Umweltschutz demonstriert. Möchte man durch den Marina Park mit dem Boot fahren und eine der Inseln besuchen, so ist man überrascht von soviel Engagement. Denn auf die Boote kommt man nicht so ohne weiteres. "No Plastic" heisst es da plötzlich. Ein mehrstündiger Bootstrip macht es erforderlich einigen Proviant mitzunehmen. Vor allem Wasser, zum essen noch ein paar Kekse und Chips um bei der Hitze was für seinen Salzhaushalt zu tun. Tja, kann ich jetzt alles nicht mitnehmen. Die Übersetzung in die Realität war dann doch eine andere. Es betraf nur PET-Flaschen. Meine zwei Liter Wasser durfte ich in vier kleine Trinkflaschen umfüllen, die gegen Pfand herausgegeben wurde. Alle andere Verpackungen durften einfach so mit. Denn die gehen ja unter und wie schon geschrieben "weg ist weg". Behangen mit vier Trinkflaschen erreichen wir Stunden später eine Insel. Dort gab es auch einen Müllsammler, da natürlich der Müll wie gewohnt vor Ort entsorgt wurde. Da ist noch Potential.


Fazit: Mal wieder ein sehr netter Urlaub. Vor allem in Kerala extrem nette Menschen, die äußerst gern mit einem ins Gespräch kommen :bg: Mit das Beste war definitiv das Essen. Vegetarische Küche vom Feinsten. Auch der Fisch perfekt. Und was Magenprobleme angeht: Nix, sechs Wochen nix. Gewöhnungsbedürftig waren die indischen Kopfschüttler, die langsam ausgeübt ein JA bedeuten. Da hab ich länger für gebraucht :bg:

Weitere Photos gibts hier (http://flic.kr/s/aHsjykQHgP).


Beste Grüße,
Nam


Zum Abschluß noch ein Gruß von der kommunistischen Partei :ignore:

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Lotta
28.01.2012, 18:55
Danke für die wundervoll fotografierten Eindrücke und amüsant erzählten Anekdoten deiner Indienreise!!

Besonders schmunzeln musste ich beim "Hühnerfoto" (http://www.flickr.com/photos/75054387@N06/6751515539/)
Es lässt mich auf Anhieb an eine öffentliche Männertoilette denken: vier Hühner am Pissoir :bg:

ckanadier
28.01.2012, 19:13
Danke für den lustig geschriebenen Bericht. Die Blau- und Türkistöne auf dem vorletzten Foto sind faszinierend.

Mondsee
28.01.2012, 22:45
Vielen Dank mal wieder für deinen Bericht und besonders deine Art die Dinge zu sehen - zu zeigen.

chriscross
28.01.2012, 23:51
Schön geschrieben und tolle Bilder! :D

Chouchen
29.01.2012, 01:36
Ganz ehrlich, ich habe den Bericht noch nicht gelesen, aber die Photos sind schonmal der Hammer!

smeagolvomloh
29.01.2012, 09:50
Sehr beeindruckende Bilder! 5sterne

Moltebaer
29.01.2012, 23:30
Flott und erheiternd geschrieben, gefällt mir. Und auf die Bilder bin ich sowas von neidisch! :bg:

Karl-Koch
31.01.2012, 21:24
Danke für deine Eindrücke aus Indien! Das Spiel mit Zeit und Blende hast du echt drauf.

Peter83
27.02.2012, 07:45
Toller Bericht und wunderschöne Bilder - danke.

Grüsse,
Peter

Williboyd
22.03.2012, 14:24
Vor ein paar Wochen war ich schon auf diesen Bericht gestoßen. Hab mir da aber nur die tollen Bilder angeschaut.
Jetzt hatte ich grade Lust, mal einen schönen Reise(nicht Trekking)-Bericht zu lesen. Und siehe da, auch noch schön geschrieben, mit vielen netten Anekdoten. Danke für den guten Bericht!