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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [AUS] Cape-Pillar-Track (Tasmanien)



Ulligunde
19.01.2012, 16:29
Der Plan (http://maps.google.com/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=107230121380049619548.000491cbfacde16c0745c&z=12): Cape Hauy, Mt. Fortescue, Cape Pillar mit "The Blade". 3 Tage in entlegener Wildnis (W I L D N I S), Regenwald, widerspenstigem Gestrüpp, unzählichen Spinnennetzen, wenigen erreichbaren Wasserstellen, knapp 200m hohe Klippen, Warnschildern, dass man von den klippennahen Pfaden von plötzlichen Windböen weggeblasen werden könnte oder auf nassen Steinen weg- und 200m runterrutscht, schier endlosen Aufstiegen, den größten Teil davon in feucht-schwülen Regenwäldern. Gewusst davon habe ich nur die vier großen Zielorte - hätte ich von dem Rest vorher eine Ahnung gehabt, wäre ich die Tour vielleicht erst gar nicht angetreten.

http://getfile6.posterous.com/getfile/files.posterous.com/temp-2010-10-04/qoBfyCjdywjqhbnfFwAuCBkfjlpArCurHxaqtxdaanuseFuotniIIsgvoeyG/IMG_4677.jpg.scaled1000.jpg


Aber angefangen ist angefangen: Die Wettervorhersage für das Wochenende war ausgesprochen gut - Steve, der Caretaker vom Campingplatz in der atemberaubend friedlichen Fortescue-Bay (weißer Sandstrand, kaum Wellen, türkisblaues Wasser, nur eine ca. 800m breite Verbindung zum Meer) hat sich sichtlich für mich gefreut, dass ich so Glück mit dem Wetter habe - "das erste Mal richtig Sonne seit gut 6 Wochen!".

http://getfile4.posterous.com/getfile/files.posterous.com/temp-2010-10-04/uGmeHhvFqnfjwkCbxmIxgjeDmDsCxJxFupppaiohyGgsgnkcrplfEDiqJhut/IMG_4301.jpg.scaled1000.jpg

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Das musste schließlich irgendwie genutzt werden und ich bin ja nicht nach Tasmanien gekommen um Däumchen zu drehen. Zumindest nicht nur. Also Rucksack für 3 (+1 Tag Notreserve) Tage gepackt, rein in die Gamaschen (gegen Schlangenbisse und weiblicherweise natürlich auch, um die schöne beigefarbene Hose zu schonen) und noch schnell ins Walker-Registration-Book eingetragen (falls man als Vermisst gemeldet wird, erleichtert das die Suche für die Ranger - allerdings muss dazu eine Meldung vorliegen, die Bücher werden nur alle 1/4 Jahre ausgewertet) - und los gings. Da die Sonne hier schon um 5.40 Uhr aufgeht, stand sie um 8 bereits recht hoch - fies, wenn man ihr entgegen läuft. Das Licht ist fast weiß und macht es selbst mit Sonnenbrille schwer, überhaupt ordentlich was zu sehen - an Fotografieren nicht zu denken.
Cape Hauy war nach knappen 2h erreicht und beeindruckte ein weiteres Mal mit atemberaubend hohen Klippen. 170Hm hier laut Wanderführer.

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Mein Apfelbutzen, den ich zu Testzwecken runterwarf um zu sehen wie lange er braucht, war leider nach ein paar Sekunden verschwunden. Über die Formel wie lange ein menschlicher Körper für so eine Höhe braucht (runterwärts) zerbrach ich mir noch lange den Kopf (9,81g mal h mal...!? Als Ergebnis muss aber doch s rauskommen, also h sich rauskürzen.. oder ist g=s/h....!??! Die Antwort würde mich immer noch interessieren: Auf geht's, ihr Physiker/Mathematiker!)...
Ab der Abzweigung zum Mt. Fortescue wurde es dann einsam - ich hatte gehofft, dass noch irgendwer das gute Wetter nutzen würde aber der lange, kräftezehrende Aufstieg entpuppte sich als einsamer Kampf über und unten durch umgefallene Bäume, durch Matsch, dichtes Farn und cutting grass, über Klippen und moosige Steine. Schon hier machten sich erste Zweifel breit: Zu zweit wäre diese Tour atemberaubend und unglaublich spannend -alleine geht es nur darum, Weg gut zu machen um schnellstmöglich wieder Sonne und wenigstens ein bisschen mehr als nur Bäume zu sehen. Der Gedanke, mich in dieser entlegenen Wildnis zu verlaufen, flammte immer wieder kurz auf - war jedoch genauso schnell wieder vergessen, da die Wege in dieser Gegend wirklich ausgesprochen gut ausgeschildert sind. Am Gipfel angekommen war der einzige Trost, dass es ab nun nur noch etwa eine Stunde bis zum Campingplatz dauern würde. Sicht gab's nämlich kaum, nur von ein paar exponierten Felsen freier Blick Richtung Cape Pillar: Dem großen Ziel der Tour - aber erst morgen.

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Um dem Namen "Regenwald" alle Ehre zu machen, wurde es eine nasse Nacht. Ich war früh genug am Campingplatz angekommen um noch in Ruhe zu kochen, mich zu waschen und auszuruhen bevor es anfieng zu schütten. Am nächsten Morgen um 7 gings anstatt nur in Gamaschen und dünnem Longsleeve in der vollen Regenmontur weiter- es schien zwar die Sonne aber am mannshohen Gestrüpp durch das ich zu laufen hingen zahllose, dicke Wassertropfen. Wer schon einmal in Regenklamotten Sport gemacht hat, kennt's: Ziemlich unangenehme Sache, die Regenklamotten lassen nicht nur Feuchtigkeit nicht nach innen - sondern auch keine nach außen.

Die im Wanderführer als "Heidelandschaft" beschriebene Tornado Ridge war meine ganze Hoffnung: Entspanntes Laufen bei warmen Sonnenschein durch kleine Büsche!? Hörte sich verlockend an - aber das wäre ja auch zu einfach gewesen. Es war gut 2-3m hohes, dermaßen widerspenstiges Gestrüpp, dass ich teilweise um meine gute Jacke Angst hatte. Und nur um zu beweisen, dass es immer NOCH fieser werden konnte, gesellte sich zu dem dichten Gestrüpp, den zahllosen Spinnennetzen (ohne Spinnen, Jesus!) und den Regenklamotten nun auch noch ausgedehnte Seen als Weg dazu. Und doch gab es zwischendurch immer wieder wunderschöne Ausblicke - die Landzunge ist relativ schmal, so eröffneten sich sowohl nach Westen wie auch noch Osten immer wieder atemberaubende Aussichten.

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Und als kleines Vor-Geburtstagsgeschenk stand ich urplötzlich und völlig unerwartet auf einer weiten Ebene mit kompletter Rundumsicht. Das ist das spannende hier beim Wandern: Man kann innerhalb weniger Sekunden in einer völlig anderen Vegetation stehen: Plötzlicher Regen- oder Eykalyptuswald, Heidelandschaft, Moor, mannshohe Farne, abrupt hohe Klippen oder nach einer weiteren Wegecke unerwartet eben auf solch einer Fläche.

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Der Ort hatte es mir so angetan, dass ich beschloss hier mein Camp aufzuschlagen und die restlichen 2h bis zum Kap mit leichtem Gepäck weiter zu laufen. Nach einer ausgedehnten Pause in der erst einmal alles ausgiebig trocknete, ich den Zeltplatz einrichtete und die Gegend ein bisschen erkundete, kam es zur psychischen Katastrophe: Zum Entspannen zog ich auch das erste Mal auf dem ganzen Track die Gamaschen aus. Während ich das Zelt aufbaute, merkte ich schon, dass meine Hose seltsam am Bein klebte, dachte mir aber nichts dabei. Erst geraume Zeit später schaute ich hinunter und sah erst da, dass mein ganzes rechtes Hosenbein komplett mit Blut getränkt war. Schlange? Blutegel? Ich wusste, dass es drei Schlangenarten auf Tasmanien gibt und eines haben sie alle gemeinsam: Die Bisse sind binnen 4 Stunden tödlich. Aber was sollte ich tun? Ich war einen guten Tagesmarsch von der nächsten Zivilisation entfernt, völlig außer Stande, sie rechtzeitig zu erreichen. Außerdem war ich mir ja nicht sicher - die Verletzung in der Kniekehle blutete so sehr, dass ich nicht erkennen konnte, ob es ein oder zwei Löcher waren. Aber das starke Bluten passte doch ganz gut zu einem Blutegel... Also schrieb ich meinem Bruder eine SMS (die Eltern wollte ich damit nicht beunruhigen): "hi Martin, ich hab einen seltsamen Biss in der Kniekehle. Wenn ich mich in 2h nicht melde, lass mich suchen". Seltsames Gefühl so eine SMS zu schreiben, aber was blieb mir übrig? Ich setzte mich erst einmal -wunderte mich über meine innere Ruhe- und beobachtete ob sich irgendwelche Symptom zeigten. Nichts. Naja, also wenn ich schon sterbe, dann kann ich ja auch wenigstens noch zum Highlight dieses Tracks laufen.... Also startete ich nach einer halben Stunde zum großen Finale: "The Blade", eine hoch aufragende, extrem exponierte Felsnadel von der aus die aufregende Tasman Island (mit Leuchtturm) zum Greifen nahe ist. Absolut atemberaubend. So wie ich die Möglichkeit hatte, die Aussicht zu genießen ist es wohl extrem selten: Keine Wolke am Himmel, kaum Wind -selbst auf dieser Felsnadel nicht- unglaubliche Sicht. Aber auch hier war es wieder schwer, diese umwerfende Szenerie auf's Display zu bannen - Höhe lässt sich eben nur schwer fotografieren.

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Völlig sprachlos gings nach einer ausgiebigen Pause (immernoch keine Symptome) und dem Mittagessen auf der Klippe zurück zum Zeltplatz um dort gemütlich den Tag ausklingen zu lassen und den Sonnenuntergang bei inzwischen richtig kräftigem Wind zu bestaunen.

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Es ist seltsam - der Wind kam aus Ost, eher Süd-Ost, aber das wenige Gestrüpp das hier auf der "Hurricane Heath" wächst, ist alles nach Ost geneigt - und Tasmanien ist ja auch bekannt für die Roaring Forties - eben aus westlicher Richtung. Was ich in dieser Form bisher noch nicht gesehen habe, ist das Bodengewächs, welches im Schatten von Steinen wächst: Sie nehmen exakt (!) die Form der Windschattenspender an - wirklich exakt, selbst kleine Kerben im Stein führen diese zähen Pflanzen fort.

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Auf dem Kap und im Ellarway Valley begegneten mir zahlreiche Eidechsen, ansonsten ein paar Wallabies und am letzten Tag noch ein Echidna - ansonsten gabs tiertechnisch außer zahlreicher Vögel (vor allem Kakadus mit ihrem virtuosen Gesang) nicht allzu viel zu sehen. Der Winter ist hier eben grad erst rum.

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Der letzte Tag stand im Zeichen vom schnellen Heimkommen - endlich wieder Menschen sehen. Ich stand um 5.20Uhr auf um noch den Sonnenaufgang zu erwischen und war um sechs schon auf dem Weg zurück zur Fortescue Bay.

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Die Sonne war warm - wärmer als bisher und ich konnte es nicht erwarten, Steve, dem Campingplatz-Wärter, meine Eindrücke zu schildern und entspannt den restlichen Tag am Strand zu faulenzen. Ein bisschen Däumchen drehen muss ja auch mal sein.

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Jetzt im Nachhinein scheint die Tour sich gelohnt zu haben - allein schon wegen der Bilder. Und doch - während ich mir den Weg durch die Wälder bahnte, vermisste ich die heimischen Alpen. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, vielleicht einfach an dem ständigen Weitblick, den weiten Wiesen - oder einfach nur wegen der Nähe zur Zivilisation. Heute - Montag, 4. Oktober, verlasse ich diese traumhafte Fortescue Bay (in der ich meinen ersten Radwechsel am Auto vorgenommen habe - yeah!) und fahre zurück nach Hobart - Geburtstag feiern, endlich wieder etwas anderes als Porridge, Äpfel und Kartoffelbrei essen und vielleicht den einen oder anderen von euch im Internet abzufangen. Ich halte diese Bucht und den Zeltplatz auf der Hurricane Heath in guter Erinnerung.

Und noch etwas Persönliches: Ich laufe hier durch völlig einsame Wälder, sitze auf 200m hohen Klippen, zelte allein irgendwo in der Wildnis, schütze mich vor Schlangenbissen - und war nie der Verzweiflung nahe - und dann gestern abend als ich in voller Vorfreude Laptop und Kamera-Speicherkarte nahm um diesen Blog zu tippen und endlich alle Bilder zu auf der Festplatte sichern, passierte der fotografische Super-GAU: Die Speicherkarte war verschwunden. Gerade noch aus der Kamera genommen und noch schnell den MP3-Player gepackt - und weg war sie. Nach einer verzweifelten Stunde erfolgloser Suche war ich den Tränen wirklich nahe und träumte nachts von lauter ausweglosen Horrorgeschichten. Am nächsten Morgen fand ich sie direkt auf dem Weg zum Auto. Wie sie dort hin gekommen ist, bleibt in Rätsel, fest steht: Ich hab sie wieder. Und habe mir selbst gezeigt, wie wichtig die Fotografie für mich ist. Verrücktes Kind.

Den ganzen Bericht zum Cape Pillar Track sowie zusätzliche Bilder gibt es unter ulligunde.posterous.com (http://ulligunde.posterous.com/29653849)

doppelopa
19.01.2012, 20:31
Servus Ulligunde: Was beeindruckende Bilder - boah! Wunderschön!!!
Zitat:". . . Höhe lässt sich eben nur schwer fotografieren" Hast Du schon mal mit hochkanter Kamera zwei oder drei überlappende Bilder aufgenommen und mit einem (auch kostenlos erhältlich) Panoprogramm zusammengenäht (gestitched)? Ma muss halt nachher den Lappie oder den Monitor hochkant halten, aber es sieht viel besser aus!
Herzlichst und Alles Gute,
doppelopa

Ulligunde
19.01.2012, 21:09
jaaa, das mit dem stitchen... :) So weit war ich "damals" noch nicht; aber kommt denn die Höhe dann wirklich so imposant raus wie es in Realität war? Es ist ja auch immer eine Frage von vorhandenen Vergleichsobjekten... Aber für Panoramen ist es sehr gut!

boehm22
19.01.2012, 22:06
Hallo Ulligunde,
willkommen hier im Forum - und vielen Dank für den tollen Bericht.
Du hast gerade eine Idee in mir geweckt.

Da ich Ende Oktober/Anfang November auf Tasmanien sein werde, bin ich bereits auf der Suche nach tollen Tages-Touren, bzw 2-3 Tages-Touren.

Ulligunde
19.01.2012, 22:09
Hi Rosi,

Dann schau mal hier (http://ulligunde.posterous.com) vorbei - ich war insgesamt 4 Wochen dort und habe neben dem Cape-Pillar-Track auch noch andere Touren gemacht - allerdings nicht den Overland-Track, der war mir zu populär.
Was du auf jeden Fall anschauen solltest ist der Southwest-Nationalpark (http://ulligunde.posterous.com/das-highlight-mit-highlight-und-highlight-und). Der ist einfach gigantisch!!!

boehm22
20.01.2012, 07:10
Hallo Ulligunde,

vielen Dank für den weiteren Link.

Ich habe jetzt deine ganzen Tasmanien-Berichte gelesen, komme dafür gerne 10 Minuten zu spät zur Arbeit - habe aber mit Deinen Touren genau das gefunden, was ich für Tasmanien suche.

Und hab die Bestätigung bekommen, den warmen Schlafsack mitzunehmen, obwohl ich auf der Reise auch an waren Ecken Australiens sein werde.;-)

Julia
23.01.2012, 10:54
WOW!

Nach zweimal Tasmanien waren wir immer noch nicht südlich/östlich von Hobart. Ich sehe, wir haben was verpasst! Bruny Island und Tasman Island sind hiermit auf der "Yet-to-do-list" in Australien notiert...!

Dankeschön!

Mika Hautamaeki
23.01.2012, 14:59
Coller Bericht und vielen dank. dein camp am zweiten Tag war aber kein offizieller Zelptplatz oder? Ich liebe ein so dichten Wald. (Aber in dem Dickicht genügend Platz zu finden ohne ne Stihl dabei zu haben stelle ich mir schwer vor.)

C_!
23.01.2012, 16:20
Toller Bericht! Tasmanien ist wirklich eine wunderschöne Insel!

Wie hat dein Bruder reagiert? Ist ja schon eine eher unschöne Nachricht, die du ihm gesendet hast. ;)

Ulligunde
24.01.2012, 08:37
Danke für das Feedback! Das ermutigt, noch ein paar weitere Geschichten online zu stellen ;)


@Mika
Die Übernachtungsplätze sind in den Track-Beschreibungen erwähnt, daher werden sie mehr oder weniger regelmäßig benützt - allein deshalb, weil es im Regenwald und in der Busch- und Steinlandschaft wirklich schwer ist, eine eigene Alternative zu finden.

@C_!
Wenn ich mich recht erinnere, hat mein Bruder gar nicht auf die SMS geantwortet :) Gekriegt hat er sie aber glaube ich schon - ich wüsste aber auch nicht, was ich darauf antworten soll... :/

@Julia

Wir waren nur einen Tag auf Bruny Island - aber gerade die südlichste Ecke ist sicher auch spannend für einen Mehrtagestrack! Das ist dann definitiv am Ende vom Ende der Welt.

Julia
24.01.2012, 22:10
... Das ermutigt, noch ein paar weitere Geschichten online zu stellen ;)
Hab schon mal Deine blogs durchstöbert ;-). Bin eben ein sehr großer Fan dieser Ecke, und auch ganz besonders Tasmaniens (obwohl ich die Ecke Noosa-Hervey Bay und Fraser Island auch große Spitze finde und auch Brisbane sehr gern mag). Bisher haben wir dort unten nur die großen Highlights gemacht (Overland Track in 1999 und Freycinet Circuit in 1999 und 2008). Das zweite Mal auf der Freycinet Halbinsel war mit 3-jährigem Kind in der Trage - da war dann nicht allzu viel drin, aber wir sind vom Resort aus immerhin bis zum Cooks Beach gekommen! Und beim zweiten Besuch waren auch Bridport und die Bay of Fires mit dabei :-). Ich habe noch nie zuvor (und auch noch nie wieder danach) so gleißend weiße Strände gegen türkisblaues Meer gesehen (auch in der Wineglass Bay nicht, obwohl die schon auch ziemlich nett ist, besonders in der hintersten Ecke) :cool:!

In der Melbourner Ecke sind wir damals (1999) am Otway Nat Park vorbeigefahren und haben nur Twelve Apostles gemacht. Diesmal (in einem Monat geht es los :bg:!!!!!) ist dafür das Wilson's Promontory dran, und mittlerweilse ist Töchterchen auch schon 6 (fast 7) - da geht dann schon so einiges an Tagestouren.

Julia
24.01.2012, 22:16
PS: Hast Du eigentlich je herausbekommen, was Dich da gebissen/geschnitten hat? Leeches? Schlangenbisse bluten ja eigentlich nicht so stark, oder?

Beetlebasti
25.01.2012, 17:13
....aha...sehr schoen...toller Bericht, macht Spass zu lesen...
...treib mich ja auch gerade hier unten rum und frag mich die ganze Zeit, olb ich den Trek machen sollte. Kueste und Strand ist ja eigentlich nicht so meins. Aber diese "irgendwo-unter-dem-Gestruepp-ist-doch-der-Pfad"-Wege hier auf Tassie...SUPER!!!...vielleicht sollt ich da doch noch hin...

obwohl...bei den Walls of Jerusalem war ich auch noch nicht. Und beim Mount Anne auch nicht. Und auch nicht auf der Moonlight Ridge. Und weder in den Western noch Eastern Arthurs. Mist, ich hab nur noch drei Wochen...
uaaaah. ich muss los, tschuess...

P.S.: und wenn Du das naechste mal glaubst, Du waerst von 'ner Schlange gebissen worden, immer dran denken: hier auf Tassie ist der letzte Mensch 1976 wegen eines Schlangenbisses gestorben. Also, die Chance dass Du in den heimischen Alpen von 'nem Blitz getroffen wirst liegt da wahrscheinlich hoeher...;-)

Ulligunde
25.01.2012, 20:08
Hey Beetlebasti,

also wenn du nicht gerade allein unterwegs bist und schon Erfahrung im alpinen Gelände hast, geh auf jeden Fall in den Southwest-National Park. Der fordert definitiv und du brauchst wenigstens ansatzweise gutes Wetter - aber die Landschaft ist der Hammer. Da kannst du dir Patagonien glatt sparen (natürlich nicht!! ;) ).

Walls of Jerusalem ist auch bei schlechtem Wetter noch spannend... find ich.

Starkbier
25.01.2012, 22:23
Echt starker Bericht - v.a. die Sonnenauf- und Untergänge scheinen der Wahnsinn zu sein. Zu deiner Verletzung. Ist es wirklich möglich, von einer Schlange unbemerkt gebissen zu werden? Habe mir das immer unübersehbar schmerzhaft vorgestellt :bg:

Da es noch nicht beantwortet wurde (glaube ich):

Fallzeit: t= sqrt(2h/g) bzw. umgeformt die Fallhöhe h= 1/2*g*t² ;-)

Ulligunde
26.01.2012, 09:23
hi starkbier,

danke für die mathematische Nachhilfe :) Ich werd's das nächste Mal beim Klettern gleich mal testen ;)

Da ich immer noch lebe, geh ich davon aus, dass der Biss von einem Blutegel war. Allerdings dachte ich immer, dass sowas auch weh tut - hat da jemand Erfahrung?
Sollte es echt ein Blutegel gewesen sein, bin ich froh, dass ich das Viech nicht gesehen hab, als es noch dran hing! Eine reine Gruselvorstellung! Brrrrrrrr.... :/

MeisterYukon
26.01.2012, 12:01
Unglaublich, geniale Bilder! Da muss ich hin! :o

Beetlebasti
26.01.2012, 13:31
huhu, ich nochmal...

Es war so ziemlich sicher ein Blutegel. Bisse von Blutegeln tun weder weh, noch jucken sie. Sie bluten einfach nur und das relativ heftig fuer ein solch kleines Vieh. Sind aber voellig ungefaehrlich.
Schlangenbiss haettest Du gemerkt, die tun weh und bluten nicht oder kaum, die tasmanischen Schlangen haben ziemlich kleine Zaehne, dafuer aber umso heftigere Gifte. Das sie innerhalb von vier Stunden toedlich sind ist, soweit ich weiss, auch falsch. Vielleicht koennen sie es sein, aber genauso wie bei Spinnengiften haengt es von der koerperlichen Verfassung und dem gesundheitlichem Zustand des Opfers ab. Heisst Kinder, alte und kranke Menschen rafft es wesentlich schneller dahin. Na und meiner Meinung nach wird die Gefahr durch Schlangen oder anderen ach so grausige Tiere in Down Under voellig ueberbewertet. Die allermeisten Unfaelle mit Schlangen passieren, wenn jemand sie aus seinem Vorgarten vertreiben oder gar toeten will. Schlangen sind scheu und aengstlich und hauen ab, sobald sie Vibrationen von groesseren Tieren merken. Ausserdem riechen Menschen nicht wie ihre Beutetiere. Mir sind jetzt auf fast 800km durch australischen Busch gerade mal 5 oder 6 Schlangen begegnet. Und alle waren so schnell verschwunden, dass ich noch nicht einmal Fotos machen konnte...:motz:
Deswegen, liebe Tasmanien-Wanderer-Kollegen...keine falsche Scheu, Gamaschen anlegen als Sicherheitsgurt und ab ins Gestruepp!!!...;-)

Ach ja...das mit dem Southwest-NP hab ich mal ueberlegt, aber das mach ich glaub ich das naechste mal, bin ich jetzt mitterlweile zu muede fuer. Irgendwie kann ich mich nicht damit anfreunden, den Mt Anne "nur" rauf und runter zu laufen, wenn dann will ich auch den ganzen circuit...die Arthurs sind mir jetzt auch zu heftig und zum South Coast Track will ich nicht fliegen, da lauf ich hin...ist alles nix mehr, naechste mal. Fahr jetzt wahrscheinlich zu den Walls of Jerusalem oder auch zum Cape Pillar oder vielleicht schaff ich noch beides...uebrigens alleine. alleine find ich super...:bg:

Bald gibt's von mir uebrigens auch 'nen Tassie-Bericht....meinen Trek zum Frenchmans Cap, den ich gestern beendet hab...

Gruss vom Basti

Julia
26.01.2012, 17:50
Bald gibt's von mir uebrigens auch 'nen Tassie-Bericht....meinen Trek zum Frenchmans Cap, den ich gestern beendet hab...
Da freu'n wir uns dann schon mal drauf :D!