PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 7 Wochen ohne Geld durch Frankreich - Spanien - Niederlande - Portugal - Schweiz



matthiask1908
06.01.2012, 01:06
Hallo liebe Community,

nach und nach werde ich meine Reiseberichte über meine letzte Tour posten. Ich bin eines Tages aufgewacht und packte meinen Rucksack, mein Bruder fuhr mich auf die Autobahn und ich entschied mich durch einen Teil Europas ohne Vorbereitung und Karte zu trampen. Meine Gepäck war sehr gering, und ich musste mich von Pflanzen ernähren oder aber von dem was mir die Menschen gaben. Den Reisebericht könnt ihr in drei Wochen auf meiner HP finden.

torge77
06.01.2012, 02:02
Respekt...
Vor allem auch dein Vorhaben Schweden 2012 auf der website, mutig! :o
Ich wünsch dir viele tolle Erfahrungen! :D

smeagolvomloh
06.01.2012, 07:37
Das wäre jetzt nicht so mein Ding - hört sich aber auf jeden Fall interessant an.

Ditschi
06.01.2012, 07:54
OT:

Hallo,

da die Meisten hier ja aus den letzten 4 Ziffern hinter dem nickname auf das Geburtsjahr schließen, wäre es um so beachtlicher, wenn im Reise im reifen Alter von 103 Jahren vorgenommen wurde.;-)

Gruß Ditschi

Atze1407
06.01.2012, 07:59
Hier sollte mal darüber Nachgedacht werden, ob es nicht sinnvoller ist, ein Thema der verlinkten Reiseberichte zu erstellen, wo die Seiten dann nur noch aus Links bestehen. :kotz:

Mika Hautamaeki
06.01.2012, 09:01
Hier sollte mal darüber Nachgedacht werden, ob es nicht sinnvoller ist, ein Thema der verlinkten Reiseberichte zu erstellen, wo die Seiten dann nur noch aus Links bestehen. :kotz:

Ich hatet es so verstanden, daß er die Berichte parallel auf der HP und hier einstellen möchte. Die Regeln zu Reiseberichten im Forum wird er ja wohl gelesen haben...

codenascher
06.01.2012, 09:45
Den Reisebericht könnt ihr in drei Wochen auf meiner HP finden.

Hört sich eindeutig nach ner Werbung für seine Seite und nicht nach nem "ich stell den Reisebericht auch hier rein" an... :ignore:

Sven

Flachlandtiroler
06.01.2012, 09:50
Bitte seid so gut und meldet ein Posting, wenn es nicht regelkonform ist.
Sollte der TO beabsichtigen, hier noch einen Reisebericht hereinzustellen wäre es IMHO ziemlich unfein, ihm den Thread zuzumüllen ;-)

Gruß, Martin

matthiask1908
28.03.2012, 22:55
Hier nun der versprochene und vergessene Bericht. Und nein es war keine Werbung für eine Webseite, es war Faulheit und kommt nicht wieder vor.

Der Anfang
Gestartet bin ich vom Rastplatz Aurachtal, nach einer 30 Minütigen Wartezeit konnte ich noch am selben Tag nach Utrecht kommen. Leider war es schon sehr spät, als ich dort ankam. Somit musste ich im freien schlafen. Ich fuhr mit zwei netten Rumänen. Unsere Verständigung war sehr schwierig ( Ein Mix aus englisch, deutsch und rumänisch).
Dort angekommen war es schon zu dunkel um mir einen Shelter zu bauen. Deswegen schlief ich in einer Bushaltestelle ohne Schlafsack, denn ich musste mich von der Bodenkälte schützen und nutzte dafür den Schlafsack. In Holland lief ich lägt. ca. 5 Stunden es war kaum möglich jemanden in die richtige Richtung zu finden.
Heute war es um einiges besser ich bin sehr gut vorangekommen. Entschied mich aber Hollandwieder zu verlassen. Es war einfach nur zu schwer dort zu trampen. Ich war in Nijmegendort nahmen mich zwei Jugendliche mit. Diese nahmen mich mit zum nächsten Rastplatz bei gefühlten minus 3 Grad schlief ich erst auf den Asphalt ca. 3 Stunden, dann in der Toilette es war einfach zu kalt.
Am nächsten Morgen wurde ich von Martin bis nach Düsseldorf mitgenommen, dort war eine internationale Messe. Dennoch aber kam ich an diesen Tag nicht voran und musste mir in der Stadt was suchen. Ich fand auch was und zwar im Krankenhaus, ich durfte in deren Abstellkammer schlafen .
( Kleine Anmerkung:
In der Nacht in Düsseldorf, musste ich leider feststellen, dass die Polizei leider nicht mein Freund und Helfer sein sollte. Nicht einmal meine Wasserflasche, hatte der “nette” Beamte aufgefüllt, der übrigens von unseren Steuergeldern finanziert wird. )
Nach einer erholsamen Nacht torkelte ich am Morgen schlaftrunken zur Toilette,begrüßtedie netten Pfleger. Und einige Minuten später ärgerte ich die Putzfrau mit meiner Waschaktion. Später ging es frisch gewaschen, aber ohne Frühstück weiter in Richtung Rhein. Ich wartete ca. 10 Minuten nicht weit von der Innenstadt entfernt bis mich ein netter junger Mann mitnahm (in Richtung Köln), er hatte Spanien komplett durchgetrampt, so konnte ich auch noch einige Tips von ihm erhalten.
Er ließ mich auf einen Rastplatz raus, einige km. vor Köln. Dort stellte ich mich schon mit einem Schild hin wo Frankreich drauf stand. 3 Stunden musste ich warten, bis eine ältere Frau anhielt und meinte sie fährt nach Frankreich jedoch ist ihr Auto schon gerammelt voll, sie zeigte auf einen grünen Laster der Ihre Möbel nach Frankreich bringen sollte und erklärte mir wie der Fahrer aussah. Nach kurzem suchen und erklären war ich schon auf den Weg nach Frankreich um 20 Uhr konnte ich die Grenze nähe Karlsruhe passieren. Von dort konnte ich mit einem netten Fahrer in Richtung Strassbourg kommen. In Strassbourg nahm mich ein Ehepaar mit, welches deutsch und englisch in Perfektion sprach. Ich konnte dort eine Nacht bleiben. Der Herr des Hauses war früher auch Tramper und wir haben sehr viele Geschichten ausgetauscht. Mich erstaunt doch die Hilfsbereitschaft der Menschen, und ich bin froh jeden von ihnen kennen zu dürfen. Am nächsten morgen brachte mich der Herr des Hauses noch bis zu einen Autobahnrastplatz und schrieb mir noch ein Schild, denn ich war ohne Schild unterwegs in Richtung Lyon. Gut genährt konnte ich meinen Weg fortsetzten. An diesen Parkplatz nahm mich Sanitäter mit, ein junger Mann der am Nachmittag zu seiner Freundin nach Mulhouse fuhr. Der musste erst noch nach Hause zeigte mir dort all seine Schätze! Er ist ein sehr Kunst begeisterter Mensch und erklärte mir auch den weg zu einem Kunstmuseum in Lyon.
Ab Mulhouse musste ich der Autobahn folgen da die absolut nette Polizei mich von meinen Platz verjagte.
Mein Weg führte mich an den alten Bunkern und Ruinen vorbei. Ich wurde hungrig und öffnete das Päckchen welches mir das Ehepaar mitgab. Ich fand eine handvoll Studentenfutter und konnte so den Hunger besänftigen. Einige km. später kam ich an einem guten Spot zum trampen an, zu mindestensdachte ich das. 3 Stunden später gab ich es auf und kehrte Richtung Dorf zurück. Ich hielt meinen Daumen am Straßenrand während desLaufensraus, ein Schweizer hielt an. Er kam gerade vom jagen und fuhr wieder nach Hause Richtung Genf. Ich fuhr bis zum nächsten Dorf mit, wo ich dann relativ schnell weiter kam, es war der Weg der alten Dörfer des Elsass. Die meisten sprachen deutsch, jedoch in einem Akzent den ich nicht verstehen konnte.
Eine junge Frau hielt an, und fuhr mich 5 km. ins nächste Dorf. Dort hielt ich weiter meinen Daumen raus und kam direkt nach Belfort.
Ich trampte die ganze Nacht weiter. Ein junger Musiker nahm mich bis zum nächsten Parkplatz mit, der sich als Gay Hotspot entpuppte.Da verbrachte ich die komplette Nacht mit einem anderen Tramper (aus Sicherheitsgründen) in der Toilette, wir hörten deutschen Punkrock, dann mal französischen Punk und Rock. Als Highlight spielte ich ihm Hans Söllner vor. An Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken. Am nächsten Morgen nahm mich sofort ein polnischer Trucker mit in Richtung Lyon und ich konnte es noch am selben Tag dorthin schaffen. Ich suchte nach einer Kirche und musste feststellen das Lyon wohl eine Hochburg der Kirchen ist. Ich entschied mich für eine kleine Kirche nicht weit vom City Center. Ich fragte den Pfarrer ob es hier eine Waschmöglichkeit gibt. Der verneinte erst. Nachdem ich ihm die Geschichte erzählte, wo ich hin will und was ich schon schaffte, durfte ich mich dort waschen. Ich trampte bis 1.15 Uhr und kam nicht weg, mir wurde kalt vor allem am Kopf und hatte leider keine Mütze dabei. Ich hatte aber zwei tage vorher eine Plastiktüte der Marke EDEKA gefunden, die ich kurzerhand als Mütze umfunktionierte. Ich setzte mich auf eine Steinmauer und packte mich in den Schlafsack, bis es wieder hell wurde. Ich lief aus der Stadt hinaus und hielt ab und an meinen Daumen raus.
AmKrankenhaus hielt ein Mann mit seiner Tochter um 20 Uhr an, er fuhr mich zur Autobahn an einen Kreisverkehr wo ich nach nur nur 10 min. in Richtung Marseille unterwegs war. Der nette Herr der mich mitnahm ließ mich in der nächsten Stadt raus und ich machte weiter, womit ich am Kreisverkehr aufhörte.
Nach einer geschätzten Wartezeit von 60 min. hielt ein Englischlehrer an. Er fuhr mich direkt zum Mitarbeitereingang eines Rastplatzes. Dort verbrachte ich eine Nacht im freien, ich weiß nicht wie kalt es war aber die Pflanzen waren gefroren. Am nächsten Morgen stellte mich mit meinen Schild hin und musste 30 min. warten bis ich weiter nach Montpellier kam. Die beiden konnten leider kein Englisch und deswegen war es eine sehr ruhige Fahrt.
In Montpellier folgte ich erst zu Fuß der Autobahn in Richtung Barcelona, ich suchte eine Mautstation, die ich einige Kilometer später auch fand. Ich wartete bis das Blaulicht erloschen war und ging auf die Mautstation. Ein französischer LKW Fahrer brachte mich zum nächsten Rastplatz, er gab mir noch eine Flasche Wasser mit und ließ mich meinen Weg den ich machen musste fortsetzten. Das war wohl mein schnellster Lift den ich je bekommen habe Daumen rausMathieuhält an und ich war unterwegs in Richtung Perpignan. Mathieu ist ein Zigeuner laut seiner Aussage, er bat mir sofort eine Nacht bei seiner Familie an, was ich nicht ablehnen konnte. er machte mir einen sehr guten Eindruck. Seine Familie nahm mich sehr nett auf und seine Hunde mochten mich auch , ich war sehr glücklich ihn auf der Tour getroffen zu haben. Seine Frau ist früher in Europa mit ihrem Truck umher gefahren, in Frankreich lernte sie Mathieu und seine zwei Kinder kennen und sie blieb länger. Die beiden haben sich ein großes Grundstück gekauft, auch Mathieu seine Familie lebt dort. Es ist ein einfaches Leben aber dennoch ein sehr schönes Leben.
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen, die beiden fuhren mich noch zur Autobahn danach gab es Umarmungen undMathieusFrau meinte: ”Wir machen das in Frankreich so!” Nun gab es Küsschen auf die Wange. Ich war wieder unterwegs Richtung Mautstation, die beiden hupten mir noch hinterher und haben mir hinterher gewunken. Diese beiden werden mir immer als Freunde im Gedächtnis bleiben.
Ich durfte laut Polizei die Mautstation nicht betreten, deswegen musste ich wieder nach vorne zum Kreisverkehr, dort hielt ich ein Schild, wo ich Spaniendrauf schriebhoch. Nach 30 minütiger Wartezeit in der Sonne. Nahm mich meine erste spanische Bekanntschaft bis nach Girona mit. Die Unterhaltung war sehrmühseligauf beiden Seiten. Ich konnte nur verstehen, dass er ein eigenesRestauranthat. In Girona ließ er mich an einen Kreisverkehr raus, wo mich nach wenigen Minuten ein Trucker bis nach Barcelona mitnahm. Er sagte mir er würde mich nach den abladen weiter bis nach Madrid mitnehmen, nach einer Stunde hatte ich mich entschlossen weiter zu trampen. Daumen raus und zwei Autos später hielt Gerome an. An einem Ort wo kaum jemand nach Madrid fährt hielt er mit seinen Mercedes an. Er fragte mich wo ich hin will, ich sagte: ”Ich muss nach Madrid” er lud mich in sein Fahrzeug ein. Wenige Minuten später sagte er: “Ich fahre nach Madrid”. Ich war sehr erfreut darüber.Geromespielte wenige Minuten zuvor mit seinem Handy und verfuhr sich total, deswegen kam er an diesen Platz vorbei. Diese fahrt dauerte 6 Stunden, irgendwo im Niemalsland von Spanien fragte er mich ob ich hungrig bin. Und fuhr mit mir in einRestaurant, er bestellte mir Gerichte welche für diese Region typisch sind. So viel konnte ich kaum essen, wie er mir bestellte. Nach einer Stunde saßen wir wieder im Auto es ging weiter Richtung Madrid.
In Madrid ließ er mich an der Avenida de America raus. Ich lief erst in Richtung Innenstadt, und fragte jeden ob er Couchsurfing kennt und evtl. eine Couch für mich hat. Leider klappte das nicht, aber zum Glück liefen mir vier Jugendliche über den Weg, es waren Straßenkünstler die damals als sie ankamen auch in einer Notlage waren. Sie brachten mich ins Hotel Madrid. das war eine Auffangstation, für Menschen die ihre Wohnung oder ihr Haus verloren hatten, als die Immobilienblase in Spanien platzte. Dort konnte ich eine Nacht bleiben.
Kaum ging die Sonne auf, machte ich mich in Richtung A-5 auf, dabei musste ich die Straße Richtung Mostoles folgen. In Mostoles blieb ich eine Nacht dort schlief ich auf einer Parkbank, am nächsten morgen missbrauchte ich meinen Pulli als Mütze. Im nächsten Augenblick hielt mich die Polizei an und fragte mich ob ich in Deutschland eine kriminelle Vergangenheit habe. Ich antwortete mit nein, dann wurden meine Daten aufgenommen und es ging im Mäuse schritt nach Talvera de la Reina. Dort schlief ich eine Nacht in Talavera Casea in einer Bushaltestelle, es war kalt aber doch noch angenehm, am nächsten Morgen nahm mich ein netter junger Mann mit, der schon seit Jahren in Frankreich lebt. Ich kam bis nach Navalmoral de la Mata, dort musste ich zwei Tage warten bis mich zwei nette Herren bis zum Rastplatz RTE Portugal II mitnahmen. Es hielten zwar viele Autos an, aber jeder wollte nur nach Madrid somit blieb mir nichts anderes übrig, um dort eine Nacht am Rastplatz schlafen. Die schlimmste Zeit hatte ich dort, ich wurde von einen Mann als Penner abgestempelt, weil ich ein Schild in der Hand hatte. Der Mann wusste nicht was drauf stand und ihm viel nichts besseres ein, als mich zu zu tiefst zu beleidigen. Wenig später fuhr er vorbei und las was drauf stand und wollte mich ein Stückchen mitnehmen ich sagte nur auf solche Leute habe ich keine Lust. Er fuhr seinen Weg zu Ende und wenige Minuten später hielt ein Trucker an, er fuhr tatsächlich nach Portugal heulend und völlig fertig stieg ich bei ihm ein. Ich kam am selben Tag noch bis nach Montemor-o-novo dort fand ich einen Hotspot und konnte meinen Freunden sagen wo ich steckte. Ich schlief diese Nacht auf einer Treppe nähe eines Einkaufszentrums, ich träumte davon wie toll mein Schlafplatz doch ist, musste aber im nächsten Moment feststellen das es alles andere als gut war, denn es fing an zu regnen. Die restliche Nacht war eineQual, immer auf der Suche nach einen trockenen Platz. In dieser Nacht lief mir ein treuer Freund über den Weg es war ein Straßenhund, er folgte mir überall hin, doch am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege wieder.

Als nächstes: Der Weg von Montmor-o-novo bis an den südwestlichsten Punkt Europas.

Fliehender
29.03.2012, 00:24
Sehr nette Geschichte :)
Aber es liest sich so, als ob du nur alle paar Tage was gegessen hast :o Mehr Informationen in die Richtung wären schön ;-)

Und ein paar Absätze :D

Abt
29.03.2012, 10:59
Irgendwie erschließt sich nicht ganz der Sinn deines tun's. dass du trampst, weil du kein Geld hast , -OK.dafür habe ich Verständnis. Aber der Sinn fehlt. Geht es um eine Wette?
Vielleicht überarbeitest du deinen Bericht ja noch mal. Abenteuer am Schienenstrang und Unterwegs nach Babadag sind ja auch meine Lieblingsbücher geworden.

codenascher
29.03.2012, 12:52
Junge junge, bei der aktuellen Diskussion über Outdoor und non-Outdoor find ich es ja richtig mutig solch einen Reisebericht hier im Forum zu verfassen. Eigentlich hört sich dein Bericht nicht "outdoorkonform" an, eher wie ein Bericht eines Landstreichers... :ignore: sorry

equipman
29.03.2012, 12:58
Dort angekommen war es schon zu dunkel um mir einen Shelter zu bauen. Deswegen schlief ich in einer Bushaltestelle ohne Schlafsack, denn ich musste mich von der Bodenkälte schützen und nutzte dafür den Schlafsack.

Interessant, aber wie geht das ? ;-)

vulpes
29.03.2012, 19:08
Ich glaub, ERMAC ist wieder da.:ignore:

Es verirren sich öfters angehende Buchautoren im Forum, hab ich das Gefühl.

FanDeFrance
29.03.2012, 20:59
Ich finde es sehr interessant, dass hier Zweifel bezüglich der Zugehörigkeit des Trampens zu Outdoortätigkeiten im engeren Sinne geäußert werden. Zwar bleibt der sicher auch für dieses Forum interessante Gebrauch des Dosenkochers (und wie schon angesprochen besonders der Inhalt des nicht mitgeführten Topfes) unerwähnt, aber angenommen, das würde noch 'nachgereicht' werden- woran scheitert's? Am überdurchschnittlich häufigen Gebrauch motorisierter Fortbewegungsmittel? An der stetigen Zivilisationsnähe? "And I wonder, I wonder..." ;-)

Was den Bericht betrifft liegen mir nicht nur die Ausdrücke "liebe Fangemeinde", "von Beruf bin ich Abenteurer", die Bezeichnung "Expedition" (auf der HP) oder die sprachlichen Stolpersteine (das alles fällt unter "kleinlich") schwer im Magen, sondern besonders das berechnete 'Durchschnorren'. Unter "autark" leben, so wie es auch für das Trampen in Schweden angekündigt wird, stelle ich mir persönlich etwas anderes vor. Mir fehlt bei dem vielen Nehmen auch das Geben. Oder eine vollwertige bzw. zumindest komplementäre (überlebenstaugliche) Ernährungsstrategie, die ich aus dem Bericht überhaupt nicht herauslese. Ich komme nicht umhin diese geplante Abhängigkeit als unverschämt zu empfinden...:(

Simon
30.03.2012, 10:45
Also ich lese auch so einen Bericht einmal gerne. Erinnert mich an meine Jugend ;-). Ich nehme auch gerne immer wieder Tramper mit, ich finde die Geschichten die mir jemand erzählt sind Geben genug.

Gruaß
Simon

bjoernsson
30.03.2012, 16:56
Was den Bericht betrifft liegen mir nicht nur die Ausdrücke "liebe Fangemeinde", "von Beruf bin ich Abenteurer", die Bezeichnung "Expedition" (auf der HP) oder die sprachlichen Stolpersteine (das alles fällt unter "kleinlich") schwer im Magen, sondern besonders das berechnete 'Durchschnorren'. Unter "autark" leben, so wie es auch für das Trampen in Schweden angekündigt wird, stelle ich mir persönlich etwas anderes vor. Mir fehlt bei dem vielen Nehmen auch das Geben. Oder eine vollwertige bzw. zumindest komplementäre (überlebenstaugliche) Ernährungsstrategie, die ich aus dem Bericht überhaupt nicht herauslese. Ich komme nicht umhin diese geplante Abhängigkeit als unverschämt zu empfinden...:(

Mir ging es beim Lesen ganz genauso. Vor allem stört mich ein wenig die Selbstverständlichkeit, mit der du nimmst... Du erwartest von der Polizei versorgt zu werden, in Madrid hast du keine Hemmungen, eine Unterkunft für "Opfer" der Finanzkrise in Anspruch zu nehmen. Mir fehlt da ein bisschen das Feingefühl. Vor allem, da du in diesem zweiten von mir genannten Beispiel von einer "Notsituation" sprichst.

Dann frage ich mich: Hast du auf deiner Reise überhaupt etwas von den Ländern und Städten, die du bereist hast, erlebt? Irgendwie klingt die Tour so, als hättest du nur im Auto gesessen bzw. auf den nächsten Lift gewartet. Mir erschließt sich auch nicht so ganz, was das mit "Outdoor" zu tun hat...!?

Radfahrer
11.06.2012, 14:06
Eine gewisse (nicht wirklich bewusste?) Erwartungshaltung könnte man unterstellen und es ist OK, sowas anzusprechen, um jemanden dafür zu sensibilisieren, wenn einem etwas am anderen liegt. Aber so, wie das hier vonstatten läuft... Neeee.

Mir erscheint es wie eine (unbewusste) Variation der Heldenreise (http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenreise) des Heros in tausend Gestalten. (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Heros_in_tausend_Gestalten)

Das ist durchaus Outdoor... Er war draussen unterwegs, auf Reise, hat draussen übernachtet.

Erinnert mich irgendwie an früher...

ob da nochwas kommt? oder ob er durch das geunke vescheucht wurde? Wäre schade...

Ani
21.06.2012, 21:15
Also ich lese auch so einen Bericht einmal gerne. Erinnert mich an meine Jugend ;-). Ich nehme auch gerne immer wieder Tramper mit, ich finde die Geschichten die mir jemand erzählt sind Geben genug.

Gruaß
Simon

DANKE Simon!!

Ehrlich gesagt, versteh ich persönlich eure Zweifel gegen das Trampen nicht und der laut angeprangerten "Abhängigkeit" und des "Nehmens ohne Geben" steh ich echt mit der typischen "Hand an Hals"- Geste :kotz: gegenüber!

Ich find es wahnsinnig respektvoll, was der Matthias da geleistet hat. Er tramt des Trampen wegens. Ich trampe auch. Und werde eurem typischen "Tramper"- Bild wahrscheinlich eher nicht gerecht. Ich steh in einem gesicherten Beruf mit wohlwollendem Einkommen.
Ich trampe der Menschen wegen! Es ist interessant, neue Menschen kennenzulernen. Ihre Lebensgeschichten und viele haben mir schon ihr Herz ausgeschüttet.

Und noch kurz zum Thema "Nehmen ohne Geben" und "Schmarotzen". Die Leute die was dagegen haben, dass da einer unentgeltlich mitgenommen werden will, nehmen diesen nicht mit!

Ich persönlich freu mich auf die Fortsetzung des Berichtes. Stehst du eigentlich nur mit Schild und Daumen da, oder sprichst du die Leute auch mal an?

blauloke
21.06.2012, 23:11
DANKE Simon!!

Und noch kurz zum Thema "Nehmen ohne Geben" und "Schmarotzen". Die Leute die was dagegen haben, dass da einer unentgeltlich mitgenommen werden will, nehmen diesen nicht mit!



Damit hast du ja recht.
Nur ob man jemenden mitnimmt, steht einem frei.
Wenn aber einer zur Bahnhofsmision geht, oder andere Leute anbettelt und auf arm macht, obwohl er sich ein Restaurant oder Hotel leisten könnte, kann ich nicht nach vollziehen.

Thomasi
21.06.2012, 23:54
Wahrscheinlich trampt er in einer Klättermusen-Jacke und in Lundhags-Stiefeln.
Das würde ihn rehabilitieren.


Man darf das Trampen nicht unterschätzen.
Der Straßenrand ist eine Zivilisationswüste eigener Art
und die Ungewißheit, das Ausgesetzte, ja, auch die Risiken
sind einer Bergbesteigung nicht unähnlich und zudem beladen mit einer Sozialkomponente,
die Freunde von mir sagen lassen: 'Ich besteig Dir jeden 5000er, aber zu einem Fremden setze ich mich nie nicht ins Auto!'

Natürlich kann man dem Bericht Längen nicht wegreden,
aber Trampen erzeugt eine Art Tunnelblick,
in der der jeweils nächsten Mitnahme zuweilen wie Erlösung, wie ein Gipfelsieg gehuldigt wird.

Auch die Berichte eines Reinhold Messners,
der seine Sichtweise jeweils auf die Erreichung einer Landerhebung hin optimiert,
lesen sich sterbenslangweilig, von Gipfel zu Gipfel,
und würde er sein Stapfen durch Schnee
nicht ins Ungeheure versuchen zu stilisieren, ins Übermenschliche,
dann wären seine Expeditionen nichts weiter als Bewegungen von
Basislager zu Höhenlager und wieder zurück.


Man unterstellt dem Autor Nähe zur Landstreicherei
und Mißachtung des Outdoor-Gedankens.
Gut.
Dann vergleiche man diesen Bericht mit jenem der Kollegen von der Dremelspitze,
die ihren ganzen Indoor-Zivilisationsmüll mit auf den Berg schleppen,
einschließlich Musicbox und Lunchpaketen,
die im sicheren Geodäten und verpackt in wohlige Daunen vervespert werden.
Was bitteschön ist an einer solchen Unternehmung 'outdoor'?
Die schleppen ihr ganzes Behaglichkeitsgerümpel mit
und bekommen noch den Applaus des Forums.
Ist aber im Grunde nur die Verlagerung des Innen in ein Außen.
'Heute putze ich mir die Zähne auf dem Balkon, Schatzi; Reichst Du mir mal bitte die Outdoor-Zahnbürste?'

Unser Tramper hier aber läßt tatsächlich etwas zurück:
Geld, Sicherheit, Planung, Gewißheit, Kontrolle, Autonomie.
Das ist eine beträchtliche seelische Leistung.
Unser Tramper geht in eine Art Niemandsland,
eben den Straßenrand,
eine weglose, weithin unbegehbare 'Todeszone',
unkalkulierbarer als die Wetterbedingungen am Berg.

Man darf nicht vergessen,
dass die meisten sogenannten 'Outdoorer',
die sich dafür halten,
nur weil sie mal bei Minus 25 Grad draußen im daunengefüllten DoppelKammerNahtSteg850Cuin-Schlafsack geschlafen haben,
in ihrem Outdoor-Verständnis völlig korrumpiert sind durch die Globalnationalen,
die Dir noch den Ultralight-Zahnstocher verkaufen für perfekte Outdoor-Hygiene.

Trampen ist einer der wenigen Reisebereiche,
die tourismusmäßig noch nicht erfaßt sind
und Tramper eine Klientel,
die man als Kundschaft noch nicht erschlossen hat.
Aber der Outdoor-Industrie wird auch das noch gelingen.

Deshalb halte ich die Kritik an diesem Reisebericht für dünkelhaft und kurzsichtig.
Und deshalb hoffe ich,
dass der Autor sich nicht schrecken
und den zweiten Teil folgen läßt.


Den Kreisverkehr in Girona kenne ich auch.
Öde Gegend.

Torres
22.06.2012, 08:32
Ich frage mich, ob wir wirklich wissen, dass es nur Nehmen und nicht Geben ist? Das Geben kann nach gemachter Erfahrung ja durchaus noch kommen.

Natürlich ist der Bericht ein Bericht einer zivilisationsnahen Tour. Ich finde ihn dennoch interessant, denn er zeigt sehr deutlich, wie einen die Reiseart völlig vereinnahmen kann und einen eigentlich nur wie ein Tier mit Tunnelblick von Ort zu Ort hetzen und in einer gewissen Weise auch Verwahrlosen lässt. Mit Urlaub, Entspannung, fremde Länder kennenlernen hat das wenig zu tun. Klar ist da auch eine überzogene Erwartungshaltung spürbar - wie bei vielen, die so etwas machen (und manchmal denke ich, das ist heute schon fast Zeitgeist geworden :ignore:) - aber immerhin schreibt er es ehrlich auf und er hat sich ja in der Notunterkunft nicht wochenlang eingenistet.

Mit tiefem Naturerleben und autarkem Aufenthalt in der Natur, auf den viele hier den Schwerpunkt setzen - und hier sei die Kritik auch vor dem Hintergrund der vor einigen Monaten erfolgten Diskussion gesehen - hat der Bericht natürlich wenig zu tun. Interessant finde ich ihn trotzdem.

Ein paar Absätze im Text fände ich dagegen ebenfalls angenehm. Möglicherweise würde das den Eindruck des ständig auf Tour Gehetztseins abschwächen.

Ôpola
22.06.2012, 10:30
Hi Matthias,

auch ich würde gerne lesen wie es weitergeht!

Ja, dein Bericht ließt sich etwas holprig, aber nicht jeder ist mit einem literaturpreiswürdigen Schreibstil gesegnet (wobei auch ich ein paar mehr Absätze schätzen würde ;).
Was für mich viel wichtiger ist, ist dass du deine Geschichte hier erzählst!
Auch dass du sie authentisch erzählst, so wie du sie erlebt hast, und dazu zählt sicherlich auch die Art, wie du darüber berichtest.

Ich finde es spannend, was du da gemacht hast, grade weil ich mich so etwas einfach bisher nicht trauen würde. Ich plane meine Touren sehr genau, gebe recht viel Geld für Ausrüstung aus und mache mir Wochenlang gedanken über jedes Gramm das ich mitschleppe und du schnappst dir deinen Schlafsack und ziehst einfach drauf los. Respekt!
Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Touren so wie sie grade sind sehr und alles hat seine Zeit, aber in dem Punkt des Loslassens und "auf sich zukommen lassens" bist du mir einfach voraus.

Und wie du deine Tour angehst, finde ich völlig legitim und was ich wirklich nicht ausstehen kann ist diese alles durchdringende political correctness heutzutage. Klar darf man sich auch durchschnorren ganz ohne Gegenleistung, ich geb auch gern dem Punk am Kölner Dom nen Euro oder ne Kippe. Solange man mir gegenüber nicht aggresiv wird, wenn ichs doch mal nicht will, ist alles in Ordnung.

Also: Weiter so!

Edit:
Ach und wegen Outdoor<->Nicht Outdoor:
Ich hoffe sehr, dass das hier nicht zu irgendwelchen Auswüchsen führt. Ich wollte noch den ein oder anderen Reisebericht hier veröffentlichen, auf dem Motorrad und per Pferd, aber nach der Definition hätten die Berichte hier auch nichts zu suchen.

ronaldo
22.06.2012, 16:05
Hi,

danke Thomasi für´s Zurechtrücken der Dinge...

Vor allem das da mein ich:
"Man darf das Trampen nicht unterschätzen.
Der Straßenrand ist eine Zivilisationswüste eigener Art
und die Ungewißheit, das Ausgesetzte, ja, auch die Risiken
sind einer Bergbesteigung nicht unähnlich und zudem beladen mit einer Sozialkomponente..."

Trampen ist eine großartige Reiseart und eine der ganz wenigen verbliebenen, die man wirklich abenteuerlich nennen kann.
Aber keine Angst, ich werde nicht mit Stories aus meiner Jugend nerven... ;-)

Grüße, Ronald

PS: Wenn ihr jemand den Daumen reiten seht - mitnehmen!

Sabine38
22.06.2012, 19:44
Edit:
Ach und wegen Outdoor<->Nicht Outdoor:
Ich hoffe sehr, dass das hier nicht zu irgendwelchen Auswüchsen führt. Ich wollte noch den ein oder anderen Reisebericht hier veröffentlichen, auf dem Motorrad und per Pferd, aber nach der Definition hätten die Berichte hier auch nichts zu suchen.
Über Motorrad kann man mit Sicherheit streiten (weil motorisiert und da ziehe ich für mich persönlich die Grenze) aber Pferd? Warum soll das nicht Outdoor sein? Ich würde hier gerne (mehr) Reiter-Berichte lesen!

Klippenkuckkuck
22.06.2012, 22:01
Edit:
Ach und wegen Outdoor<->Nicht Outdoor:
Ich hoffe sehr, dass das hier nicht zu irgendwelchen Auswüchsen führt. Ich wollte noch den ein oder anderen Reisebericht hier veröffentlichen, auf dem Motorrad und per Pferd, aber nach der Definition hätten die Berichte hier auch nichts zu suchen.

Warum solltest du keinen Motorradreisebericht veröffentlichen. Haben andere auch schon gemacht.
Früher gab es sogar ein Reiseberichtunterforum-motorisiert und entspricht den
ODS-Nutzungsbedingungen Pkt. 1.2.


1.2 Zielsetzung und Zweck von outdoorseiten.net
outdoorseiten.net ist eine offene und werbefreie Plattform für alle Menschen mit Interesse an Outdoorsport, am Draußensein und am Reisen. Sie ist politisch und wirtschaftlich unabhängig.

Torres
22.06.2012, 22:13
Die Unterteilung in motorisiert gibt es immer noch und da sind einige Motorradberichte dabei. Solange es nicht um sinnlos Kilometer abkacheln, sondern um Reisen und Gebiete erkunden geht und der Bericht als Erlebnisbericht geschrieben ist, gehören die auch weiterhin hierher. Meine Meinung. Einfach machen ;-)

herbert123
10.07.2012, 12:49
Aber es ist doch schon ein Unterschied, ob man sich irgendwie immer durchbettelt oder ob man ganz klar sagt, dass man Rucksacktouri ist und sich eben ohne Geld durchschlagen will. Das ist ja auch aller Ehren wert, denn es ist wirklich ein schieriges Unterfangen.