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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biwaksack & Hängematte kombinieren?



binaerstoff
20.12.2011, 13:57
Hi Forum,

ich erleichter ja gerade meine Ausrüstung und werde mich demnächst wohl man ans Nähen wagen. Da das schwerste Teil meien Ausrüstung das ich ersetzen will wohl mein holländischer Armeebiwaksack mit Gestänge (http://www.ranger-shop.de/products/Alles-fuer-draussen/Outdoor-Lagerplatz/1-Mannzelte/Einmann-Biwakzelt-mit-Gestaenge.html) ist werde ich den wohl als erstes Nachschneidern. Zwecks Materialien werd ich wohl in nem anderen Thread nochmal nachhaken, auch überlege ich mich die eine oder andere Verbessrung einzuarbeiten, zB mittleres Drittel der Oberseite mit Mückennetz, ähnlich dem Snugpak Stratosphere.

Jetz is mir gerade aber ne Idee duch den Kopf geschossen, zu der ich gern mal Eure Meinung hätte. Seh zwar schon auch die eine oder ander Schwierigkeit dabei, aber die Grundidee lässt mich trotzdem nicht mehr ganz los.

Könnte man denn nicht einen Biwaksack so konstruieren, dass man ihn vorn und hinten etwas zusammenziehen und alternativ auch als Hängematte nutzen kann?

Freu mich auf Meinungen :D
VG
Ralf

Schmusebaerchen
20.12.2011, 14:38
Das Material muss halt robust genug sein, speziell die Verbindung, aber gleichzeitig darf das Wasser an der Verbindung nicht rein laufen. Ich denke nicht, dass du da so viel Gewicht sparen wirst. robuster Bivi sind 1kg hinzu kommen noch Seile, Karabiner, evtl Verstärkungen am Bivi. Also weit über 1,5kg eines Bivitents.

Wichtig wäre ein Ausstieg an der Seite. Sonst kommst du entweder gar nicht oder nur nass rein.

Wenn du es selbst nähen willst wäre eine sehr robuste Unterseite und nur eine Regendichte Oberseite sinnvoll. Da von unten kein Wasser kommt brauchst du nur die Oberseite. Und dann bist du bei Hängematte und Tarp :-?

Linnaeus
20.12.2011, 16:00
Hi binaerstoff,

gute Idee! Hatte auch schon mal darüber nachgedacht.

Und um den Hänge-Biwak-overkill vollständig zu machen ...


... und nur eine Regendichte Oberseite sinnvoll. Da von unten kein Wasser kommt brauchst du nur die Oberseite. ...

... solltest du die Unterseite durchaus doch wasserdicht nehmen. Dann kannst du das Ding nämlich auch als Biwakzelt auf dem Boden aufstellen.

lg

binaerstoff
20.12.2011, 17:19
Naja wasserdichte Unterseite war im Geiste des Grundgedankens ja eh angedacht. Ich seh das Problem eher in der Dichtigkeit der Nähte bei Belastung von roundabout 80-85 KG und beim Gesamtgewicht. Letzteres wird der Idee wahrscheinlich das Genick brechen, schließlich will ich ja eigentlich weg von meinem 1,x kg schweren Biwakpanzer von den Holländern...

Was das ganze Gewichtsreduzieren durch MYOG angeht bin ich aber mittlerweile nach einigem Rechnen schon so ein bisserl skeptisch. Habe Muster von extremtextil und Point North hier liegen und wenn ich mich den angenommenen Flächen bei Biwaksack (und DD Tarp) mit den vermutlich passenden Textilien nähere lande ich gewichtstechnisch jetz nicht unbedingt so wahnsinnig weit vom Ausgang weg...

mochilero
21.12.2011, 07:18
Hi b-stoff!

ich versuche ja auch immer leicht unterwegs zu sein, daher finde ich Ideen gut, die es ermöglichen, verschiedene "Aufgaben" mit einem Ausrüstungsteil abzudecken. Meiner Meinung nach sprechen aber mehrere Dinge gegen deine Biwak-Hänge-Kombi:

- Wasserdichte Unterseite des Biwi: das ist höchstwahrscheinlich Mist bei der Verwendung als Hängematte, denn du liegst sprichwörtlich im eigenen Saft!
Ich baue mir manchmal unterwegs aus meinem Groundsheet (90g Zeltboden von ExTex) eine Hängematte mit den Tarpschnüren (doppelt genommen). Das geht mit Hilfe des Hängemattenknotens (= ungefähr 10facher Schotstek) ganz ohne Nähen und hält. Da habe ich die "Saftproblematik" schon erlebt...
- hohe Belastung der Nähte
- hoher Nähaufwand
- der "Hängesack" muss deutlich länger sein als der Biwaksack, damit du vernünftig drin liegen kannst. du willst ja offensichtlich drin schlafen.
- Biwaksack als "Dauerbehausung"? für mich ist und bleibt der Biwi eigentlich eine Notlösung, zumindest auf längeren Touren.

Meine Empfehlung für eine schnelle und einfache Lösung wäre daher:
- Tarp aus Silnylon nähen (ca. 500g)
- lange Bahn Nylonstoff (nicht Wasserdicht!), mind. 3-3,5m (!), Knoten dran, Hängematte ist fertig!
- Malerfolie zum auf dem Boden schlafen
- evtl. passendes Mückennetz basteln, sowohl für Hä-ma, als auch Boden.

Ist das Tarp groß genug, besitzt an den wichtigen Stellen genug Punkte zum Abspannen, dann braucht es keinen Biwi (bei mir jedenfalls ist der schon lange daheim geblieben)
Tschüss Biwaksack!

Gruß, m

Schmusebaerchen
21.12.2011, 18:22
85kg sind schon mal viel zu wenig. Du musst folgendes mit nehmen: Ausrüstung muss mit rein, du lässt dich auch mal in die Matte fallen, Nähte werden nicht vertikal sondern diagonal belastet(höhere Belastung). Da kommst du mit deinen 85kg sehr sehr schnell an deine Grenzen.

Die Biwaksäcke sind dafür ausgelegt auch mal eine Person abtransportieren zu können, aber mit mehreren Leuten und möglichst senkrechter Belastung. Dann auch nicht wenn die Person drin liegt, sondern wenn sie oben drauf liegt(Stoff doppelt).

Die Dichtigkeit bei Belastung ist kein Problem, da gibt es Möglichkeiten, aber atmungsaktiver Stoff, der leicht und robust ist, das wird schwer.

Was du machen kannst, wäre ein Tarp welches sich schließen lässt und als Notfall Bivi verwenden. Problem hierbei ist wieder, dass dann auch eine Isomatte wieder mit muss.

Du solltest dich entscheiden. Biwaksack oder Hängematte. Ich denke nicht, dass beides zum Erfolg führen wird.

binaerstoff
21.12.2011, 22:06
Wie gesagt, mir schoß die Idee nur mal so durch den Kopf und ich wollt das mal diskutieren für den Fall, dass jemand mitunter bahnbrechenden Idee um die Ecke kommt. Ansonsten sind mir die Probleme schon bewusst...

Tarp hab ich ja schon (DD Tarp 3x3) und bin an sich super zufrieden. Ob da mal ein eigenes in Angriff nehme weiß ich noch nicht. Bisherige Berechnungen mit diversen Materialien erscheinen mir vom Gewicht her nur bedingt den Aufwand wert...

Den verlinken Biwaksack mit seinem Gestängebogen überm Kopf find ich an sich echt gut, nur zu dick und schwer. Bin eben gerade dabei, Materialien zu sichten und bisserl rumrechnen. Den leichter zu kriegen als er jetz ist dürft aber ned so das Problem sein. Die eventuellen Verbesserungen sind's, die mich gerade etwas beschäftigen. Mehr Lüftungsmöglichkeiten, mehr Moskitofläche, beidseitige RV-Öffnung/Zustieg und evtl. ein zweiter Gestängebogen im Fußbereich... Und dann bin ich eigentlich schon fast beim Snugpack Stratosphere oder vergleichbaren fertigen Bivy Tents... Jetz heißts eben Aufwand, Kosten und Gewichte abwägen.

Vg
Ralf

Schmusebaerchen
21.12.2011, 22:32
Was selbst fertigen ist unbezahlbar. Wenn es das nicht zu kaufen gibt noch mal viel mehr.
Plan das mit ein ;-)

Kosten lohnt sich selten.

Aktaion
22.12.2011, 10:27
Wenn Du ein DD - Tarp besitz, bist Du auf folgendes bestimmt schon gestoßen:

DD - Hammock ?!
Hennessyhammock ?!

Was Ich weiterhin mal zu der Thematik gesehen habe und das am ehesten "beides" vereinen könnte ist evtl. dieses
Tenth Wonder Hammock (http://bushwalk.com/forum/viewtopic.php?t=7807&p=102216)
Gerade im letzten Bild.

Das wird aber einem eigentlichen Biwacksack hinsichtlich Funktion, Wetterfestigkeit und Belastbarkeit nicht gerecht werden, denke Ich.
Folglich taugt es nur, um mal einen Ansatz in die Kombi-Richtung zu sehen.


Einen etwas...nun ja, makabren Weg habe Ich auch mal bei US-Soldaten gesehen, die sich aus Ihrer "pouch human remains (http://www.us-army-military-shop.de/product_info.php?language=en&products_id=2609&delivery_zone=LU)" Hängematten geknüpft und teilweise auch als Bivi drin geschlafen haben( bestimmt "atmungsaktiv":ignore: )
Hmm, naja...Ich habe mir auch meinen Teil gedacht:roll:

Ein Bergetuch würde wohl auch funktionieren, nur kann man in die, die Ich kenne nicht komplett reinschlüpfen und dicht sind die auch nicht.

binaerstoff
26.12.2011, 01:31
Aha!

Tatsächlich hab ich die DD Hammocks natürlich schon gesehen :D Die Aufbauvariante also Bivy am Boden wie bei der Tenth Wonder war mir aber neu. Kurz nachgesehen ergab, dass man die DD Travel Hammock ja an sich genauso aufbauen kann. Da ich das Ganze Setup ja sowieso in Kombi mit meinem Tarp plane zu nutzen wär das schon ne Überlegung wert und preislich mann mans bei beiden finde ich fast mal auf nen Versuch ankommen lassen. Jetz is nur die Frage welche:

Vielleicht kann jemand ne Einschätzung zu den Unterschieden abgeben. Was mir an der Tenth Wonder Hornet echt gut gefällt ist, dass sie vorne und hinten verschlossen ist, schätze das kriegt man unter nem Tarp noch eher schön zu als wenns auch Moskitonetz wäre. Und wenns wärmer is muss ich das Tarp ja nicht so weit runter ziehen, also dürfte es auch gut durchlüften oder? Ansonsten scheint die Tenth Wonder etwas schwerer zu sein, als die DD, bringt zwar keinen Packsack mit aber zwei Alustangen die aber nur durch drei anstatt wie beim DD durch 5 Laschen das Netz aufhalten...

Was mich momentan halt ein bisser abtörnt is die Grundfläche, die das Ding braucht, wenns mans aufm Boden packt - im vergleich zu nem Biwaksack oder 1er Biwakzelt. Vor allem die Breite. Ich nehme mal an (da bin ich ja bisher noch völlig unerfahren), dass es die Breite zur vernünftigen Verwendung als Hängematte braucht, aber nimmt halt viel Platz unterm Tarp ein. Ganz zu schweigen von der Länge, ich mein bei 2,80 Länge kannst ja fast nurnoch nen A-Frame machen, viel Luft is dann aber auch nimmer...

Aber interessant, die Idee is plötzlich doch noch nicht so ganz tot... :grins:

binaerstoff
02.01.2012, 20:51
N' Abend zusammen,

ich hab die Feiertage dazu genutzt, mich weiter mit der Idee zu beschäftigen.

Von den Hängematten empfinde ich die Tenth Wonder Hornet derzeit am besten. Derzeit prüfe ich die Möglichkeit der Hängematte zusätzlich zu den verhandenen Schlaufen für die Alustangen weitere Schlaufen bis runter in die Grundfläche zu verpassen, um zwei gebogene Zeltstangen einzusetzen. Dadurch käme man in jedem Fall mehr in die Richtung eines Tunnelzelt-ähnlichen Biwakzeltes. Außerdem würde sich so evtl. der Innenraum und Höhe vergrößern. Sollte sich das als machbar erweisen wäre da noch die Frage, ob man dem Netz zusätzlich eine wasserdichte Oberseite genehmigen sollte, für den Fall einer Verwendung ohne Tarp.

Die Preisfrage wäre derzeit, woher ein solches Gestänge zu beziehen sein könnte.
VG
Ralf

Aktaion
02.01.2012, 21:16
Ein Gestänge wäre die leichteste Übung.
Das kann jeder einigermaßen bestückte Servicemann eines größeren Outdoorladens um ein paar Euro machen.

Hast Du irgendwie in Erfahrung bringen können, ob der Boden/Liegefläche bzgl. Wassersäule überhaupt so richtig geeignet ist, um es als Zeltersatz zu nutzen?
Klar, in meinem link steht das Ding am Boden...aber eben im knochentrockenen australischen Busch.

Das würde Ich erstmal abklären, bevor der Bastelwastl zuschlägt;-)

Ansonsten Schnitt abgucken und ähnlich dem Tenth Wonder mit tauglichem Material selber bauen...Das ist dann aber ´ne ordentliche Hausnummer, die Zeit und Geld verschlingen wird...

venivicis
15.01.2012, 22:16
das hier mal gesehen?

http://www.odoo.tv/Hennessy-Hammock-Expedition-As.716.0.html

soll sehr gut sein und sparst dir die arbeit (falls es nicht die arbeit ist, die dich auch auf die idee gebracht hat! ;-D)

lg

veni

cledrera
21.01.2012, 23:03
"Was mich momentan halt ein bisser abtörnt is die Grundfläche, die das Ding braucht, wenns mans aufm Boden packt - im vergleich zu nem Biwaksack oder 1er Biwakzelt."

Das Problem besteht aber auch nur, wenn man das Hammock vollständig auf dem Boden ausbreitet. Schon wegen dieses Phänomens namens "Regen" kein guter Gedanke. Hoch die Enden, hoch die Seiten. Fertig ist was wasserdichtes bei kleinerer Grundfläche.

Hammocks und Tarps, meine Meinung, regen vor allen Dingen den Basteltrieb an.
Habe z.B. ein DD Tarp XL. Da das Tarp XL so groß ist, kann man im Boden oder Hängebetrieb abends regelrecht die Tür zumachen. Das kann man auch so aufstellen, das es bei Regen ringsrum selbstabdichtend wird.
Ist morgens ein Bild für die Götter. Der Regen ist außen am Tarp nach unten aufs Tarp gelaufen. So dichtet es sich quasi selbst ab.
Am Morgen ist man stolzer Besitzer eine Wasserburg; ohne Krokos :grins: