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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [UZ, KG] Usbekistan und Kirgistan



Matthias1982
11.11.2011, 07:53
Central Asia

Den Flug von Zürich über Moskau nach Taschkent hatte ich schon 4 Monate im voraus gebucht. Knapp 2 Monate vor dem Abflug haben sich dann die Verhältnisse zuerst in Usbekistan und dann in Kirgistan verschlechtert.
Ich habe mich dann aber trotzdem entschieden zu fliegen. Der Flug nach Moskau mit Aeroflot war kurz und mit einem ziemlich neuen Flieger. Der 12 stündige Aufenthalt in Moskau war nicht wirklich ereignisreich auch bittet der Flughafen absolut nichts. Der Flieger nach Taschkent auch mit Aeroflot, sah dann aber ein wenig anders aus als der vorherige. So wie man sich halt einen sehr alten Aeroflot Flieger vorstellen kann.

Da ich kein Hotel in Taschkent gebucht hatte wartete auch kein Fahrer auf mich. Auf dem Hinflug hatte ich mir im „Buch“ ein Hotel ausgewählt. Dieses war dann nicht wirklich einfach zu finden, da der Taxifahrer es nicht „kennen“ wollte.

In Taschkent verbrachte ich 3 Tage um wieder Fit zu werden. Mit der U-Bahn fuhr ich dann zu einem Busbahnhof. Das U-Bahnsystem ist eigentlich gar nicht kompliziert. Als Tourist fällt man aber auf und ich wurde dann auch gerade von Polizisten in Zivilkleidern ausführlich kontrolliert. Mit der Aussage das ich nur lokale Währung dabei habe und nur eine Passkopie (mit Visum), da dieser auf der Kirgisischen Botschaft ist um für ein Visum, konnte ich diese dann nach einiger Zeit zufrieden stellen.

Die fahrt mit dem Bus nach Samarkand ist auch interessant, die Verständigung mit den Leuten war nicht so einfach, da ich leider kein Russisch spreche. Samarkand ist eigentlich der Grund warum ich hier bin, das heisst für mich ist das schon ein highlight. Vor ein paar Jahren habe ich in einem Buch die Bilder von den 3 Koranschulen gesehen und entschieden dass ich diese einem live sehen möchte. Jetzt ist es dann soweit, noch bevor ich eine Unterkunft suche fahre ich mit dem Taxi direkt dorthin. Schon als wir mit dem Bus auf in die Stadt fuhren sah ich überall diese türkis-blauen Kuppeln. Der Anblick ist wirklich wunderschön und auf einer Bank unter einen Schattenspendenden Baum geniesse ich den Anblick. Was auch sehr angenehm ist, es hat nicht viele Touristen und daher sind auch die Einheimischen nicht aufdringlich. Nachdem ich eine Unterkunft gefunden habe gehe ich wieder zurück zu den Koranschulen um in Abendlicht noch zu fotografieren. Dabei werde ich noch zum Essen von zwei Frauen eingeladen. Zufälliger weise haben ich und die jüngere Schwester von beiden heute Geburtstag und das feiern wir dann auch.

Nach 3 Tagen fahre ich weiter nach Buchara. Für diese Strecke nehme ich ein „shared Taxi“. Das Prinzip ist sehr einfach. In jedem Ort gibt es einen Platz, von welchem diese Abfahren. Dort fragt man einfach wer nach Buchara fährt. Es gibt einen gesamt Preis für das Auto und je mehr Personen mitfahren desto günstiger wird es. Nach einer Stunde warten ist das Auto dann voll und wir fahren ab.

Die Altstadt von Buchara ist schön und angenehm. Hier hat es ein wenig mehr Touristen. Individual Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich noch keine getroffen. Bis jetzt 2 französische Reisegruppen die mit Reisebusen unterwegs sind. Leute mit Fahrrädern die auf der Durchreise nach China oder weiter sind, habe ich in Backpackern aber getroffen.

Von Buchara fahre ich wieder weiter mit dem „shared Taxi“nach Khiva. Ich finde dieses System einfach super. Es kostet ein wenig mehr als der Bus, ist aber wegen den sehr heissen Temperaturen viel angenehmer. Auch lernt man die Mitfahrenden auf den langen Fahrten kennen. Mit Händen und Füssen klappt es auch mit der Kommunikation. Die Altstadt von Khiva ist mit einer alten Mauer umgeben. Am Abend steigen wir noch auf die alten Mauern um den Sonnenuntergang zu geniessen. Das ganze hat was surreales, wenn wir nach vorne schauen, eine alte Seidenstrasse Stadt hinter den Stadtmauern. Drehen wir uns um 180 Grad schauen wir auf das neue Khiva mit modernen Häusern, Riesenrad usw…, dass die Altstadt umschliesst.

Von Khiva fliege ich mit dem Flugzeug nach Taschkent zurück. Das ist wieder ein spannender Flug mit einer wirklich alten Kiste. Das Lustige ist, eigentlich herrscht natürlich Rauchverbot im Flugzeug, aber immer wenn die Flugbegleiterinnen im Cockpit verschwinden und sich die Türe wieder öffnet kommt ein kleiner Schwall Zigarettenrauch mit raus. Ich hoffe dass der Pilot noch sieht wohin er fliegt.

In Taschkent übernachte ich noch einmal und fahre am nächsten morgen dann mit einem bewährten „shared Taxi“ weiter nach Andishan. Im Osten von Usbekistan waren vor knapp 2 Monaten die Aufstände, ich hoffe aber, dass sich in der Zwischenzeit alles wieder ein wenig beruhigt hat. Als wir uns Andishan langsam nähern frage ich den Fahrer ob er mich bei einem Hotel absetzen kann. Seine Antwort war nur „no Hotel“. Eine Mitfahrerin übersetzt mir so weit, dass ich verstehe, dass alle Unterkünfte wegen den Aufständen noch geschlossen sind. Ich sollte aber mit dem Fahrer mitgehen, er habe da eine Möglichkeit. Wieder einmal währe ich um ein paar Worte Russisch froh, Englisch sprechen die wenigsten älteren Leute hier. Als wir dann in die engen Strassen von den Wohnquartieren einbiegen, bin ich schon ein wenig nervös. Als wir dann vor einer Garage halten erwartet uns schon der Sohn vom Fahrer. Er spricht sehr gut Englisch und sagt mir, dass ich bei ihnen schlaffen könne, da es sonst keine anderen Möglichkeiten gibt. Am nächsten Tag fahren wir alle zusammen an den nächst gelegenen See um zu schwimmen. In den Medien in Europa wurde Andishan immer als die radikale Muslimen Hochburg dargestellt. Hier schwimmen aber Frauen und Männer von selben Strand aus, Bier gibt es und die Stimmung ist locker und friedlich. Nach 3 Tagen verlasse ich neu gewonnene Freunde und fahre an die Grenze zu Kirgistan. Da weis niemand genau ob diese für Ausländer schon wieder offen ist. Da ich aber keinen anderen Weg nach Kirgistan habe muss ich es versuchen. Der Fahrer lässt mich 500m vor der Grenze aus dem Auto. Mit diesem darf man die Grenze nicht überqueren. Als ich im Zollhaus ankomme wird das ganze Gepäck geröntgt und mein Pass verschwindet mal für eine gute halbe Stunde. Ich verteile an die Soldaten ein paar Zigaretten. Nachdem der Stempel von den Visa verglichen wurde, kann ich die Grenze passieren. Dies dauerte in etwa eine Stunde und hat nichts gekostet.

Auf der anderen Seite der Grenze besteige ich wieder ein „shared Taxi“ nach Osh. Dort übernachte ich wieder. Der Markt von Osh ist sehr farbenprächtig und es lohnt sich diesen zu besuchen. Hier sehe ich auch wieder ein paar Touristen. Weiter im Süden ist der Peak Lenin. Dies ist der am einfachsten zu besteigende über 7000m hohe Berg.

Am nächsten Tag fahre ich nach Jalalabat. Von hier möchte ich nach Kazarman fahren. Diese Strecke wird aber nicht häufig befahren und so ist unser „Taxi“ erst am Abend voll. Die Fahrt unter dem Sternenhimmel ist schön. Das Auto hat definitiv seine besten Tage schon hinter sich. Den Berg hinauf müssen wir immer wieder schieben. Dafür haben wir dann Zeit um den Himmel zu bewundern. Morgens um 4 kommen wir dann in Kazarman an. Mein Fahrer hält vor einer Übernachtungsmöglichkeit“ und hupt so lange bis jemand die Türe aufmacht. Die Nacht ist leider kurz, da ich morgens um 8 schon wieder auf den Bus muss. Dieser fährt nur einmal in der Woche, darum darf ich den nicht verpassen. Die Fahrt dauert den ganzen Tag bis nach Naryn. Dort kann ich bei einem Student übernachten.

Als nächstes möchte ich zum songköl lake fahren. Über community based tourism kann ich einen Fahrer und eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren. Diese Organisation vermittelt alles was Touristen brauchen und hilft den Leuten vor Ort. Dies ist eine non-profit Organisation. Die Fahrt zum See führt durch die Berge. Der See liegt eingebetet in einem Kessel und ist umgeben von Bergen. Ich kann in einer Jurte übernachten. Am nächsten Tag wandere ich in die Berge, von wo man einen schönen Ausblick hat. Am Abend spiele ich dann bei „lueged nöd ume, dä Fuchs gaht ume“ mit. Beim Rennen knicke ich mit dem Fuss ein und bis am Morgen ist er so gross geschwollen, dass ich nicht einmal mehr die Schuhe anziehen kann. Somit habe ich einen Ruhetag. Am nächsten Tag hat sicher leider noch gar nichts verbessert. Darum fahre ich zurück und von dort nach Bishkek. Gehen ist noch immer nicht möglich. Nach 3 Tagen in Bishkek kann ich dann endlich den Fuss ganz wenig wieder belasten. Nach weiteren 2 Tagen kann ich dann wenigstens in die Stadt gehen. Da der kleine Unfall dazwischen kam konnte ich in Kirgistan nicht so viel machen wie ich wollte. Es ist aber ein sehr schönes Land und ich werde sicher einmal wieder zurückkommen.

Vegareve
11.11.2011, 13:34
Fooootos:p

Matthias1982
12.11.2011, 04:40
Funktioniert hier irgendwie nicht. Bin im Moment in Turkmenistan am arbeiten. Werde es aber weiter versuchen


Gruss Matthias

Matthias1982
16.04.2012, 19:22
Nach gefühlter Ewigkeit doch noch ein paar Bilder:

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