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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [US] Alaska 2011 (2/3): Denali Trekking & Packrafting



Libertist
28.10.2011, 19:45
Dies ist der zweite Teil meines Berichts über meine diesjährige Alaska-Reise. Es ging für 17 Tage durch den Denali Nationalpark und darüber hinaus. Die Tour führte mich zunächst über und entlang der Alaska-Range, dann raftete ich den Teklanika River und besuchte abschließend den am Stampede Trail gelegenen „Magic Bus“.


http://www.youtube.com/watch?v=kIZJKlmtRK8

Verzeiht die langen Ladezeiten, ich hatte Schwierigkeiten mit der Auswahl der Bilder...

Die Vorgeschichte dieser Reise ist schnell erzählt: nachdem ich aus den Talkeetna Mountains (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56829-USA-Alaska-2011-%281-3%29-Talkeetna-Mountains&p=925439&viewfull=1#post925439) nach Palmer zurückgekehrt war, brannte mir der Aufbruch in den Denali schon unter den Nägeln. Die Farben des Indian Summers hatten nun, Anfang September, fast ihren Zenit erreicht: es war die beste Zeit zum Trekking in Alaska, auch wenn die Abende und Nächte schon recht kühl wurden. Die Route für meine Tour stand schon lange fest. Es war die gleiche, die ich im Sommer 2010 bereits mit meinem damaligen Reisepartner Christian in Angriff nehmen wollte, damals scheiterte dies jedoch aus Krankheitsgründen. Die Idee, dir wir damals entworfen hatten, gefiel mir aber immer noch: eine relativ lange Tour durch diesen wunderschönen Nationalpark, zwei Überquerungen der majestätischen Alaska-Range, Gletscher-Berührung und Moränen, ein Packrafting-Abschnitt auf dem Teklanika River und zum Abschluss eine Wanderung auf dem Stampede Trail, der zum berühmten „Magic Bus“ führt. 2010 rechneten wir noch mit 21 Tagen für die gesamte Strecke, da ich nun allein war, sollte mir Verpflegung für 19 Tage genügen.

Am 4. September ging es los. Von Palmer bis zum Nationalpark sind es etwa 350 Kilometer, die ich problemlos in weniger als einem Tag hätte trampen können. Stattdessen machten wir – meine Gastgeberin Bev aus Palmer und Becky aus Colorado, mit der ich zuvor in den Talkeetnas unterwegs war – daraus einen kleinen Roadtrip, der uns zuerst nach Osten und dann entlang des Denali Highway zum Park führte. Das Wetter war wechselhaft, mal regnete es, dann schien wieder die Sonne zwischen den Wolken hindurch.


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Im Park angekommen kümmerte ich mich im Backcountry Office schnellstmöglich um die Organisation der Route. Ich erhielt meine Genehmigung sowie den obligatorischen „bear resistant food container“: eine schwere und sperrige Plastiktonne, in der alles, was in irgendeiner Weise nach Nahrung riecht, bärensicher aufbewahrt werden kann. Und dann ging es auch schon los. Zu meinem Ausgangspunkt im Park nutzte ich einen der grünen „Camper-Busse“, die alle Overnight Hiker an ihren Startorten rauslassen und andere, die ihren Trek beendet haben, unterwegs aufsammeln und wieder zurück zum Eingang des Parks fahren. Meistens handelt es sich dabei um kürzere Ausflüge mit maximal vier oder fünf Übernachtungen – als der Fahrer meinen Rucksack im hinteren Teil des Busses verlud, merkte er schon an dessen Gewicht, dass ich etwas länger bleiben wollte.
Unterwegs hielten wir kurz am „Sanctuary River Campground“, wo ich schnell aus dem Bus sprang und Nahrung für fünf Tage sowie meine Packrafting-Ausrüstung in einem „food locker“ einschloss. Meine Route führte nach geschätzten 13 Tagen an diesem Ort vorbei und weiter zum Teklanika River. Da ich mein Packraft auf dem ersten Teil der Tour nicht brauchte, erleichterte ich meinen Rucksack etwas und konnte die gesamte Route nun in zwei Abschnitte aufteilen (13+6 Tage).
Weiter ging es mit dem Bus bis zum „Grassy Pass“. Unterwegs hielten wir zwei mal für Grizzly-Bären, die sich abseits der Straße tummelten. Einen Bären von der Straße aus zu sehen ist zwar weniger „aufregend“, als ihm abseits aller Zivilisationsspuren zu begegnen; trotzdem ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, ein paar Fotos zu schießen.


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Denali Park Road.


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Mein Startpunkt „Grassy Pass“ liegt etwa zwei Kilometer hinter dem „Eielson Visitor Center“. Ein kleiner Trail führte mich von der Straße den Hang hinab in das riesige Flussbett des McKinley Rivers, der zu diesem Zeitpunkt nicht allzu viel Wasser führte und leicht zu überqueren war. Da es bereits recht spät am Tage war, folgte ich meiner Route nur noch für etwa fünf Kilometer nach Süden und errichtete mein Lager. Als die Sonne schon unter gegangen war, sah ich am Horizont drei Grizzlies (Mutter mit zwei Jungen) eine nicht weit von mir entfernte Kammlinie entlangrennen. Ich beendete meinen ersten Tag also in der festen Gewissheit, ein paar Grizzlies in unmittelbarer Nähe zu haben. Na das kann ja heiter werden, dachte ich und ging schlafen.


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Am nächsten Morgen marschierte ich entlang des Glacier Creek weiter nach Süden, zur Rechten immer die breite Moräne des gigantischen Muldrow Glaciers. Das steinige Flussbett beanspruchte meine volle Konzentration und so war ich überrascht, als ich um eine Ecke bog und plötzlich zwei junge Grizzlies direkt neben mir die Böschung herab auf mich zukamen. Bevor ich in irgendeiner Weise reagierte, hielt ich nach der Mutter Ausschau: sie stand oberhalb der Böschung und beobachtete die Szene genau. Die Kleinen waren etwa acht Meter von mir entfernt, sie hatten mich gesehen, schienen sich aber nicht um mich zu kümmern. Meine größte Sorge war natürlich, dass sie mir noch näher kommen und die Mutter aus Sorge um ihre Jungen irgendwann „dazwischen gehen“ würde. Also hob ich meine Arme, sprach in lauter, aber ruhiger Stimme und ging langsam rückwärts an ihnen vorbei. In etwa 30 Metern Abstand stellte ich mich gut sichtbar auf einen Stein und schoss ein paar Fotos. Da die Tiere mir langsam immer näher kamen, verlagerte ich meinen Beobachtungsort ein weiteres mal. Immer auf der Suche nach Beeren und/oder Erdhörnchen (also Nahrung) folgten sie langsam der Böschung flussaufwärts, also in meine Richtung. Sie hatten offensichtlich kein Interesse an mir, weshalb ich mich ganz auf meine Fotos konzentrieren konnte. Andererseits wollte ich die Grizzlies auch nicht zu nahe kommen lassen und entschied mich nun nach dem zweiten Ausweichen dazu, diesen Ort ganz zu verlassen und weiter zu gehen. Natürlich befand ich mich in absoluter Hochstimmung: die Bären waren mir recht nah gewesen, trotzdem war die Szene absolut friedlich und ich konnte sie genießen, anstatt ängstlich flüchten zu müssen.


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Je näher ich dem Hauptkamm des Gebirges kam, desto schlechter wurde das Wetter. Zuerst nahm nur der Wind zu – immer wiederkehrende starke Böen bliesen mir den Sand ins Gesicht und manchmal hatte ich wirklich Mühe, dem Wind entgegenzustehen und meinem Weg zu folgen. Wenig später gesellte sich starker Regen dazu, der auch nicht mehr nachließ. Nach etwa vier Stunden in diesem Wetter war ich völlig nass. Am späten Nachmittag erreichte ich mein Tagesziel: da, wo der Muldrow Glacier weiter nach Westen führt und ich nach Osten zum Anderson Pass aufsteigen wollte, suchte ich nach einem Schlafplatz. Aufgrund des Sturmes fiel mir das nicht gerade leicht. Es gab kaum windgeschützte Stellen und die Böen kamen aus verschiedenen Richtungen die Berghänge herab gefegt. Außerdem war ich nur mit meinem kleinen leichtgewichtigen Terra Nova unterwegs – ein robusteres Geodät hätte mir hier wohl weniger Sorgen bereitet.
Meine Wahl fiel auf eine ebene Stelle hinter einem großen Stein. Doch als ich mit dem Zeltaufbau begann – ich war gerade dabei, das Gestänge in den entsprechenden Kanal einzuführen – erwischte mich eine unerwartet starke Böe, welche die bereits im Boden steckenden Heringe problemlos heraus zog und mein Zelt wer weiß wohin geweht hätte, wenn ich es nicht hätte festhalten können. Inzwischen waren Innen- und Außenzelt natürlich vollkommen durchnässt. Deprimiert und ein wenig verzweifelt packte ich alles provisorisch wieder ein und hielt nach einem besseren Zeltplatz Ausschau. Etwa 20 Minuten später startete ich einen neuen Versuch, diesmal gelang mir der Aufbau. Nachdem mein Zelt einigermaßen sicher stand und ich alles bärensicher verstaut hatte, legte ich mich erschöpft auf meine Matte nieder. In meinem Kopf drehte sich alles um die Machbarkeit der nächsten Etappe: ich musste etwa 500 Höhenmeter zum Anderson Pass bewältigen und, was viel schwieriger war, auf der anderen Seite einen Gletscher überqueren und dann für einige Kilometer auf der zerklüfteten Moräne des West Fork Glaciers ins Tal absteigen. Unterwegs würde es wahrscheinlich keine Zeltmöglichkeit geben, ich rechnete also mit einer langen Etappe, die bei schlechter Sicht (besonders beim Gehen auf der eisigen, durchfurchten Moräne) in einer Katastrophe enden konnte! Ich entschied also, das Weitergehen am nächsten Morgen vom Wetter abhängig zu machen und im Zweifel lieber einen Tag abzuwarten.


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Die Nacht war grauenvoll. Ich fand kaum Schlaf, der Sturm hielt mich wach und aus Sorge um einen Gestängebruch richtete ich mich immer wieder auf, um bei den stärksten Böen dem Druck von Innen entgegenzuhalten. Als das Wetter bis 10.00 Uhr morgens nicht besser geworden war, war klar, dass ich den Tag hier verbringen würde. Glücklicherweise klarte es zum Mittag doch noch auf. Der Wind ließ etwas nach und die Sonne kam hin und wieder zum Vorschein. Also verteilte ich meine nassen Sachen zum Trocknen um das Zelt herum. Wie immer ließ ich meine Augen auch hier ständig umherschweifen, um nach Tieren Ausschau zu halten, als ich auf der anderen Seite des Flussbetts schon wieder Bären entdeckte. Und wieder waren es drei Grizzlies, eine Mutter mit zwei Jungen, allerdings waren es nicht die selben, denen ich am Vortag begegnet war. Ich beobachtete sie beim Ausgraben von Erdhörnchen-Höhlen, bis sie sich auf den Weg in meine Richtung machten. Anfangs war ich kaum beunruhigt, doch dann kamen sie mir erstaunlich nahe. Aus Sorge, sie könnten über mein Lager herfallen, blieb ich an Ort und Stelle – laut redend und mit den üblichen Gesten meine Position verteidigend. Letztendlich marschierten die Tiere direkt an mir vorbei bergauf in Richtung des Passes, den ich am nächsten Tag überqueren wollte. Ich stellte mich also schon darauf ein, den Bären noch einmal zu begegnen: entweder würden sie am gleichen Tag oder in der Nacht zurück ins Tal kommen und mein Zelt erneut passieren oder ich würde sie sehen, wenn ich am nächsten Morgen meinen Weg zum Anderson Pass antrete. Eine seltsame Kombination aus Unruhe und Vorfreude machte sich in mir breit, die dazu führte, dass ich den gesamten restlichen Tag sehr wachsam und aufmerksam blieb.


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Als mein Zelt am Tag nach dem Sturm trocknete, war es natürlich enorm straff gespannt. Ich habe vergessen, die Abspannungen zu lockern und bin dann auch noch auf eine Leine getreten. Da ist dann eine Schlaufe gerissen. Das Bild zeigt meine provisorische Reparatur.


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Während meine Sachen trockneten, nutzte ich meine freie Zeit übrigens zum Fotografieren von Erdhörnchen. Es dauerte lange, bis ich ihnen nah genug war, letztendlich konnte ich aber einige großformatige Aufnahmen von den Tieren machen.


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Ohne die drei Bären wiedergesehen zu haben, ging ich früh am Abend schlafen. Über Nacht regnete es, dann klarte es auf und die Temperaturen rutschten in den Minusbereich, was sich am nächsten Morgen in Form von gefrorenen Regentropfen an meinem Zelt widerspiegelte. Zügig packte ich meinen Kram zusammen und begann recht schläfrig mit dem Aufstieg. Es dauerte kaum 20 Minuten, schon kamen mir die erwarteten Grizzlies entgegen. Wir nutzten scheinbar den selben „Pfad“ – ich musste ihnen förmlich aus dem Weg gehen, damit sie passieren konnten. Wahrscheinlich waren sie noch erstaunter als ich darüber, mich wiederzusehen, zumindest ließen dies ihre Gesichtsausdrücke vermuten. Jedenfalls gingen sie in unmittelbarer Nähe an mir vorbei. Noch nie zuvor war ich Grizzlies so nahe gewesen – nun war ich wach!


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Ich folgte also meiner Route hinauf zum Anderson Pass. Oben angekommen genoss ich die Aussicht auf die umliegenden Gletscher, trat dann aufgrund der Kälte allerdings recht bald den Abstieg an. Die Überquerung des Gletschers lief problemlos, das Gehen auf der Moräne erwies sich jedoch wiedermal als ermüdend. Es geht ständig auf und ab, überall sind gefährliche Spalten und Furchen, loses Geröll und so weiter... Glücklicherweise hatte ich gute Sicht und kam nach acht Stunden Fußmarsch unbeschadet unten im Tal an. Allerdings änderte sich das Wetter mal wieder: ich konnte mein Zelt gerade noch rechtzeitig aufstellen, bevor ein schwacher, aber konstanter Dauerregen einsetzte, der mich auch in den nächsten beiden Tage begleiten sollte.


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Schwer zu erkennen, aber hier entspringt sozusagen der West Fork Chulitna River. Das Wasser strömt aus dem Ende der Gletschermoräne hervor.


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Libertist
28.10.2011, 19:46
Ich folgte dem West Fork Chulitna River und überquerte ihn, bog nach Norden ein und wand mich dann nach Osten über den „Easy Pass“. Weiter ging es den Bull River herab und über zwei weitere unbenannte Pässe in östlicher Richtung zum Cantwell Creek. Schließlich bewältigte ich „Foggy Pass“, den man aufgrund seiner Sümpfe und Biberteiche wohl eher in „Swampy Pass“ umbenennen sollte. Entlang des „West Fork Windy Creek“ Flussbetts wandte ich mich nun nach Norden, um die Alaska Range ein zweites Mal zu überqueren.


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Mein Lieblings-Caribou! :)


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In einem steinigen Flussbett wie diesem ist beim Gehen immer höchste Konzentration geboten, um Knöchelstauchungen etc. zu vermeiden. Als ich nebenbei einmal den Kopf zum Umschauen hob, sah ich in etwa 200 Meter Entfernung mal wieder eine Gritzzly-Familie vor mir (Mutter mit zwei Jungen, woran ich ja nun schon gewohnt war). Gleichzeitig sah ich einen weiteren Grizzly in circa der gleichen Entfernung rechts am Hang die Böschung herab in Richtung der auf mich zukommenden Bären rennen und im Gestrüpp verschwinden. Okay, zuerst wollte ich mich auf die Tiere im Flussbett konzentrieren, der vierte Grizzly würde sich schon noch zeigen, dachte ich. Ich blieb also stehen, nahm die Kamera zur Hand und machte einige Bilder. Als die drei schon relativ nahe waren, wurde ihnen meine Anwesenheit wahrscheinlich unangenehm und sie nahmen Reißaus. Ich ging weiter den Bach stromaufwärts und hielt zu meiner Rechten Ausschau nach dem vierten Bären, der zuvor dort in den Büschen verschwunden war. Den Bären sah ich nie wieder, stattdessen stand plötzlich ein Elchbulle an genau der Stelle, wo ich eigentlich den Grizzly erwartet hatte. Welcome to Denali...


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Und Abmarsch!


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Am nächsten Morgen, ich kam gerade erst aus dem Zelt gekrochen, schaute erstmal ein junger Elch um die Ecke und begrüßte mich freundlich, begab sich dann aber mit seinem Freund schon bald auf Weiterreise. Und auch ich packte meine Sachen, schließlich erwartete ich einen langen und anstrengenden Tag.


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Ich stieg immer weiter bergauf in Richtung eines Passes, über den ich mich zuvor bei den Rangern informiert hatte. Aufgrund des starken Gefälles und der auf der andren Seite fogende Vergletscherungen war ich etwas skeptisch. Man hatte mir zuvor allerdings gesagt, es wäre möglich, diesen Pass zu überqueren. Also kämpfte ich mich über Schnee- und Geröllfelder immer höher und höher, bis ich irgendwann auf besagtem Pass stand und einsehen musste, dass der Abstieg auf der anderen Seite hier ganz und gar unmöglich war. Alles war verschneit und unter diesen Umständen viel zu steil. Ich hatte keine Steigeisen dabei – hätte ich an diesem Hang einmal den Halt verloren, wäre ich wohl zweihundert Höhenmeter gerutscht und letztendlich vielleicht noch in eine Gletscherspalte gefallen. Ich stieg ein wenig ab und probierte es an einer anderen Stelle weiter westlich am selben Bergkamm noch einmal: auch dort sah es nicht besser aus, ein Abstieg war viel zu riskant.


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Abstieg unmöglich.


Ich musste also einen Umweg über einen leichteren Pass wählen. Das war natürlich kein großes Problem, zumal ich gut im Zeitplan lag und es mit der Beendigung meiner Tour wirklich nicht eilig hatte. Es gab zwei Möglichkeiten: ein längerer Umweg hätte mich entlang des Seitenarmes „West Fork“ entlang zum Windy Creek gebracht, den ich dann hätte stromaufwärt gehen können um über einen weiteren Pass zum Sanctuary River abzusteigen. Eventuell gab es hierfür allerdings eine Abkürzung, die mich über einen Bergkamm direkt zum Oberlauf des Windy Creeks bringen würde. Ich näherte mich dem Gebirgszug und hielt es für möglich, dort hinauf zu kommen. Wie es auf der anderen Seite aussah, wusste ich nicht, aber ich rang mich dazu durch, es zu versuchen. Im Zweifel konnte ich ja wieder absteigen und den längeren Umweg wählen, der allerdings weite Abschnitte dichter Vegetation enthielt. Entlang eines kaum vorhandenen Ziegenpfades schlängelte ich mich also am späten Nachmittag in Serpentinen zum Kamm hinauf und hielt den Abstieg auf der anderen Seite für durchaus machbar. Es war glücklicherweise nur loses Geröll, in welchem ich relativ problemlos hinab rutschen konnte.


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Der darauffolgende Morgen bescherte mir zunächst den Besuch einer Gruppe Dall-Schafe, dann folgte ich meinem Fluss für ein paar Stunden durch schwer zu begehende Sümpfe und Sträucher. Doch schon bald verließ ich dieses Tal und setzte meine Tour nach Norden in Richtung des letzten Passes fort, hinter dem der Oberlauf des Sanctuary Rivers lag. Auf meinem Abstieg zum Fluss konnte ich aus einiger Entfernung einer Bärin beim Stillen ihrer Jungen zuschauen und baute mein Zelt am späten Nachmittag in einer wunderschönen, vom Abendlicht beleuchteten Graslandschaft auf.


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Mutter beim Stillen.


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Nun ging es entlang des Flusses wieder in Richtung Park Road. Die meiste Zeit konnte ich auf relativ gut sichtbaren Wildpfaden gehen, manchmal blieb mir auch nichts anderes übrig, als quer durchs Gestrüpp zu marschieren. Am nächsten Morgen erreichte ich den Sanctuary River Campgroud, an dem ich 12 Tage zuvor das übrige Essen und die Rafting-Ausrüstung deponiert hatte. Ich packte all dies in meinen Rucksack und ließ mich, bevor ich meine Tour in Richtung Mt. Wright fortsetzte, noch von einem Ranger am Campingplatz zum Kaffee einladen. Nach 13 Tagen war dies der erste Mensch, den ich sah – im Übrigen eine sehr interessante und empfehlenswerte Erfahrung, einmal fast zwei Wochen mit sich allein in der Wildnis zu sein und niemand anderes zu sehen, geschweige denn mit jemandem zu reden. Ich konnte diese Zeit jedenfalls sehr genießen und empfand es als eine Bereicherung, mich für diese Tage einmal nur mit mir selbst beschäftigen zu können.


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Bushwacking. Auch da muss man durch.


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Nachdem mir der Ranger also noch ein paar Tipps für die „Besteigung“ des Mt. Wright gegeben hatte (nicht, dass es ein hoher Berg wäre, aber die Vegetation im unteren Teil ist sehr dicht und schwer zu durchdringen) ging es voll beladen bergauf. Oben angekommen hatte ich einen tollen Ausblick über weite Teile des Parks, vor allem aber auch über den Verlauf des Flusses, den ich nun zu raften gedachte. Ich stieg in westlicher Richtung zum Teklanika River ab und errichtete mein Lage direkt im Flussbett, so dass ich am nächsten Tag direkt von dort ablegen konnte.


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Auf dem Mt. Wright.


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Teklanika River.


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Ein Stachelschwein bei Dunkelheit mit Blitzlicht fotografiert.


Und so geschah es auch. Das voll beladene Packraft brachte mich in nur 2 ½ Stunden zum Stampede Trail, dabei raftete ich eine Strecke von etwa 22 Kilometern. Trotz der Kälte hatte ich eine Menge Spaß auf dem Teklanika River, der zwar nicht außergewöhnlich groß, dafür aber sehr schnell war. Technische Probleme gab es bei Raften nicht: die Stromschnellen waren relativ ungefährlich und es lagen kaum Hindernisse (Bäume etc.) im Weg. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass dieser Fluss im Frühjahr oder Hochsommer einen deutlich höheren Wasserstand hat und dementsprechend schwer zu überqueren ist. Zur Information: der Teklanika River ist der Fluss, den Christopher McCandless vor seinem Tod im „Magic Bus“ 1992 aufgrund des Wasserstandes (und wohl auch aufgrund seiner Unerfahrenheit) nicht furten konnte. Die Geschichte um diesen jungen Mann wurde von Jon Krakauer im Roman „Into the Wild“ dokumentiert und später von Sean Penn unter dem gleichen Titel verfilmt.


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Mein Raft mit dem selbst angefertigten XXL-Drybag sowie dem selbst angefertigten Befestigungssystem. Beides habe ich fjellstorm zu verdanken – ausgezeichnete Arbeit!


Am Stampede Trail angekommen verpackte ich meine Rafting-Ausrüstung wieder im Rucksack und legte zunächst erstmal eine längere Pause ein. Mein Plan war, heute noch ein kurzes Stück auf dem Stampede Trail zu gehen, um am nächsten Tag den „Magic Bus“ zu erreichen. Da ich auf dem Trail aber so gut voran kam – inzwischen war ich es ja gar nicht gewohnt, auf richtigen Pfaden unterwegs zu sein – ging ich die acht Meilen noch am gleichen Abend und erreichte den Bus vor Sonnenuntergang. Und ich war nicht allein! Vor mir waren ein Schweizer und ein Australier eingetroffen, die eine Nacht hier verbingen und am nächsten Morgen wieder zurückwandern wollten. Die beiden kennenzulernen war für mich eine interessante Erfahrung: anders als ich waren die Jungs keine „eingefleischten Trekker“, sondern kamen nur wegen der Berühmtheit dieses Ortes hierher. Wie dem auch sei, wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Als die Sonne gerade untergegangen war, färbte sich plötzlich der gesamte Himmel in ein tiefes Rot – eine solche Verfärbung hatte ich in Alaska zuvor noch nie gesehen.


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Während die beiden Jungs am nächsten Morgen den Rückweg antraten, blieb ich noch da und las in einem Buch, das irgendjemand mal hier gelassen hatte. Somit verbrachte ich eigentlich den ganzen Tag und schlief noch eine weitere Nacht allein im Bus, bevor ich schließlich auch den Rückweg und die letzte Etappe meiner Tour antrat. Der Stampede Trail ist äußerst einfach zu gehen, nur die vielen (von ATV’s ausgefahrenen) Schlammgruben nahmen mir manchmal den Spaß an der Sache. Ich ging die 26 Kilometer zurück zum Eightmile Lake in ein paar Stunden und errichtete das letztes Camp meiner diesjährigen Denali-Tour.


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Im Inneren des „Magic Bus.“


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Denali (Mt.McKinley) vom Stampede Trail fotografiert.


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http://www.abload.de/img/dsc_4697h7d8.jpg


Am nächsten Tag packte ich nur noch meinen Kram zusammen, ging weiter bis zum Highway und trampte von dort aus zurück nach Palmer, wo ich am Abend ankam und (besonders von Becky) bereits sehnsüchtig erwartet wurde.

Ein langes Fazit möchte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich denke, diese Tour war – insofern man das überhaupt beurteilen kann - die „beste“, die ich bisher unternommen habe. Landschaftlich ist der Denali Nationalpark immer noch eine der schönsten Gegenden, in die ich je einen Fuß gesetzt habe, gekrönt wurde diese Erfahrung diesmal noch mit einer Vielzahl von Tierbegegnungen. Es gab unterwegs einige Herausforderungen zu bewältigen, aber ich fühlte mich fast immer gut dabei. Selbst das vergleichsweise lange Alleinsein (die ersten 12 Tage in absoluter Menschenferne) konnte ich genießen. Alles in allem blicke ich auf diesen Trek mit großer Zufriedenheit zurück.

Okay, das war’s mal wieder. Mit dem letzten Bericht für diesen Sommer (einer mehrtägige Packraft-Tour im Osten Alaskas) melde ich mich schon bald.

Kommentare und Kritik sind wie immer willkommen. Fragen versuche ich schnellstmöglich zu beantworten.

Und hier gehts zur Fortsetzung. (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?57104-US-Alaska-2011-%283-3%29-Packrafting-Gulkana-River&p=931640&viewfull=1#post931640)

Paradiso
28.10.2011, 20:27
Da sag ich nur: Never stop Exploring! :grins:

Vorallem die Bilder vom "Magic Bus" sind super.

Daniel

heron
28.10.2011, 20:28
Danke für diesen sagenhaften Bericht: zum Niederknien schön! Da braucvht es keine Worte mehr ...
Ich war ja schon immer sehr dankbar und habe mich für ausserordentlich privilegiert gehalten so viele schöne Orte und Tierbegegnungen erlebt zu haben - aber das ist nur schwer zu übertreffen.
Freu mich riesig für dich, wenn ich alle diese wunderschönen Bilder sehe - und wann sagtest du noch kann ich dich als Guide buchen? :bg:

hgr
28.10.2011, 20:28
Sehr schöne Bilder und eine wirklich tolle, ambitionierte Tour. Lechz, ich will auch wieder. :roll:

Du hattest da ja offensichtlich wirklich viel Wildleben vor der Linse. Deine Fotos können jedenfalls mit einigen Naturfotografen mithalten. Bin schon sehr, sehr gespannt auf den dritten Teil. Du wolltest doch vom Atigun Pass zum Hula-Hula und dann nach Kaktovik. Ist daraus was geworden? Ich muss offensichtlich die nächsten Tage öfter mal hier reinschauen um das rauszufinden.

Happy trails
hgr

Libertist
28.10.2011, 20:31
SDu wolltest doch vom Atigun Pass zum Hula-Hula und dann nach Kaktovik. Ist daraus was geworden?

Hallo hgr, dazu habe ich HIER (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?7463-Abbruch-einer-Tour-wieso-weshalb-warum&p=924980&viewfull=1#post924980) was geschrieben.

MatthiasK
28.10.2011, 20:35
sprachlos 5sterne

mastersergeant
28.10.2011, 20:43
Boah :o (neid, neid, neid) Hut ab, wahnsinnstour.

(Mal unter uns wieviele Unterhosen hattest Du verbraucht? Ich hätte bei jeder Bärenbegegnung eine gestrichen voll gemacht :( )

Wildniswanderer
28.10.2011, 20:56
Ganz großes Kino! Ich kann es ja immer kaum erwarten einen neuen Bericht von dir zu lesen und vor allem die fantastischen Fotos anzuschauen. Der herbstliche Denali mit erstem Schnee und Herbstfarben haben mich nicht enttäuscht, aber auch die Tierbilder, egal ob Bären, Karibus oder Elche haben mich vom Hocker gehauen.
Das Mitnehmen einer Spiegelreflex hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Was hattest du denn für ein Tele dabei?

Der begeisterte Gerald

-ph-
28.10.2011, 21:07
Wow!

Ich bin wirklich ganz sprachlos, vor allem die ganzen tollen Tierbilder! 5sterne

Nando
28.10.2011, 21:15
Wirklich schöne Bilder.

Ich wusste grad nicht, dass es den "Magic Bus" da immernoch gibt

Libertist
28.10.2011, 21:26
Was hattest du denn für ein Tele dabei?

Hallo Gerald, das Tele ist ein Tamron 70-300/f4-5,6. War recht zufrieden damit.

Libertist
28.10.2011, 21:28
und wann sagtest du noch kann ich dich als Guide buchen? :bg:

:bg:

winnetoux
28.10.2011, 21:43
Wie groß ist der Bärenkanister, da passte alles rein und der Kanister dann in den Rucksack? Wiegt 5 kg?

satch73
28.10.2011, 21:54
Tolle Tour, tolle Bilder!

satch

berniehh
28.10.2011, 21:54
Traumhafter Trek und phantastische Fotos!5sterne

Libertist
28.10.2011, 21:55
(Mal unter uns wieviele Unterhosen hattest Du verbraucht? Ich hätte bei jeder Bärenbegegnung eine gestrichen voll gemacht :( )

Ich möchte mich gar nicht als den supermutigen Helden aufspielen, aber ich hatte bei den Bärenbegegnungen eigentlich überhaupt keine Angst. Mal von der einen abgesehen, als die Kleinen auf mich zukamen - das war schon kritisch. Deshalb entfernte ich mich auch erstmal, bevor ich zur Kamera griff (sonst war es immer andersrum :bg:). Ich glaube mittlerweile auch ein gewisses Vertrauen in mein eigenes Verhalten und das der Bären gewonnen zu haben. Soll heißen: solange ich keinen groben Fehler mache, gibt es keine Schwierigkeit. Und ein klein wenig Routine habe ich in Bezug auf Bärenbegegnungen ja schon. Ich kann sowas wirklich genießen, anstatt in Panik zu verfallen. Zum Glück!

Das ändert allerdings nichts daran, dass immer etwas passieren kann. Ich hoffe, ich werde nie unvorsichtig.



Wie groß ist der Bärenkanister, da passte alles rein und der Kanister dann in den Rucksack? Wiegt 5 kg?

Den Kanister gibt es in zwei verschiedenen Größen, die (wenn ich mich recht erinnere) 2 bzw. 3 Kilo wiegen. Da sollte alles rein passen, ja :roll: ... Nachts verstaute ich den Kanister zusätzlich in meinem Rucksack, genau wie auch alles andere, was ich im Zelt nicht brauchte. Der Rucksack wird dann in meinem XXL-Drybag wasserdicht verstaut. Und das Teil lagere ich über Nacht irgendwo abseits vom Zelt.

winnetoux
28.10.2011, 22:22
Ich nehme an, die "Kochklamotten" packst du zumindest für nachts nicht dazu? So ein Funktionspulli kann ziemlich Essensgeruch annehmen, ich hab sowas schon mal doch lieber weggepackt - in den stationären Schrank. Natürlich völlig übertrieben.

Schwule Elche im Denali, na sowas :grins:

Libertist
28.10.2011, 22:27
Ich nehme an, die "Kochklamotten" packst du zumindest für nachts nicht dazu? So ein Funktionspulli kann ziemlich Essensgeruch annehmen, ich hab sowas schon mal doch lieber weggepackt - in den stationären Schrank. Natürlich völlig übertrieben.

Der Essensgeruch meiner Klamotten wurde von einem viel stärkeren Rauch-Geruch vertrieben, denke ich. Ich hatte ja keinen "richtigen" Kocher dabei, sondern nur den kleinen Bushbuddy. Das heißt, ich habe immer auf offenem Feuer gekocht (was bestens funktionierte, solange es nicht regnete) und roch auch dementsprechend. Meine Klamotten bewahrte ich nachts (verpackt in einem Drybag, der mir als Kissen diente) im Zelt auf.

berniehh
28.10.2011, 22:53
Da sollte alles rein passen, ja :roll:

hmm, sollte,.....aber ob wirklich alles reinpasst ist ja ne andere Frage:bg: Ich hab so´n Ding mal gesehen und mir schien dass diese Kanister eher für kürzere Treks konstruiert sind, die nicht länger als eine Woche dauern. Zudem würde ich es ziemlich lästig finden so einen Kanister mitzuschleppen. Wenn ich eine zwei bis dreiwöchige Tour machen würde, bin ich auch ziemlich sicher daß mein Proviant da niemals alles reinpassen würde. Oder hast du nur spezielle Dinge eingekauft, die auf diese Kanister zugeschnitten sind?

Würdest du einen Bärenkanister für diese Tour auch mitnehmen wenn es keine gesetzliche Mitnahmepflicht geben würde?? Nach deinem Bericht und den Fotos zu urteilen scheint die Bärendichte im Denali ja besonders hoch zu sein. Aber auf deinen Treks durch die kanadischen Rockies hattest du ja glaube ich auch keinen dabei, genauso wie ich auf meinen zahlreichen Treks durch Alaska und Kanada nie einen mithatte.

Libertist
28.10.2011, 23:11
Wenn ich eine zwei bis dreiwöchige Tour machen würde, bin ich auch ziemlich sicher daß mein Proviant da niemals alles reinpassen würde. Oder hast du nur spezielle Dinge eingekauft, die auf diese Kanister zugeschnitten sind?

Wie gesagt, es gibt zwei verschiedene Größen. Der größere würde meinen gesamten Proviant für etwa 12 Tage fassen können, wenn ich mir Mühe gebe und mich ggf. auf Diät setzen würde. ;-)



Würdest du einen Bärenkanister für diese Tour auch mitnehmen wenn es keine gesetzliche Mitnahmepflicht geben würde??

Nein. Natürlich nicht :ignore: :bg: ... Aber wenn man von einem Ranger ohne Bear Canister erwischt wird, gibt es richtig Ärger. Und das kann ich nicht riskieren, zumal ich zukünftig dort oben noch so einiges vorhabe.



Nach deinem Bericht und den Fotos zu urteilen scheint die Bärendichte im Denali ja besonders hoch zu sein. Aber auf deinen Treks durch die kanadischen Rockies hattest du ja glaube ich auch keinen dabei, genauso wie ich auf meinen zahlreichen Treks durch Alaska und Kanada nie einen mithatte.

Von allem, was ich bisher so gemacht habe, schätze ich die "Bärendichte" im Denali auch als extrem ein. In Kanada habe ich 2 gesehen, in den Wrangells 1, in den Talkeetnas 1, auf der Kesugi Ridge 9, glaube ich. Im Denali sind mir dieses Jahr 24 Bären begegnet (ich habe gar nicht alle fotografiert, geschweigedenn alle Bilder in den Bericht aufgenommen). Das ist also definitiv außergewöhnlich. Und im letzten Jahr ging es mir ja ähnlich.

Schoolmann
28.10.2011, 23:28
Bin sprachlos! Sehr, sehr toll! Da komme ich wohl nicht mehr hin!

willo
28.10.2011, 23:53
Super Bericht und atemberaubende Fotos. Die Gegend werde ich mal auf meiner Auswahlliste für 2013 vermerken.

Chemiker
29.10.2011, 01:38
Libertist als Autor eines Reiseberichts könnte man ja fast schon als eine Art Qualitätssiegel verstehen. Tolle Bilder hast du wieder gemacht und ein weiteres Top-Ziel für künftige Reisen auf meine Liste gebracht.

Ehemaliger
29.10.2011, 08:32
1. Vielen Dank für den sehr schönen Bericht.

2. Wie nah (in Metern) sind die Bären an Dich herangekommen? Hattest Du Bärenspray dabei?

3. Zum Bärenkanister:

In diesen - leider sehr teuren - Bärenkanister geht etwa Nahrung für 11-12 Tage rein (wenn man gefriergetrocknete Hauptmahlzeiten verwendet): http://wild-ideas.net/b_expedition.html . Das Teil wiegt etwa 1kg. Es ist weitgehend wasser- und geruchsdicht, eignet sich sehr gut als Camp-Stuhl und ermöglicht es einem viel Nahrung platzsparend im Rucksack unterzubringen. Ich habe diesen Kanister daher auch in einem Nationalpark verwendet, in dem er nicht zwingend vorgeschrieben war.

Einen wichtigen Vorteil eines solchen Kanisters sehe ich bei abgelegenen Touren darin, dass die Nahrung dort wirklich sicher ist. Es ist unangenehm, wenn einem die Bären alle Nahrung wegfressen, wenn man viele Tage von der Zivilisation entfernt ist ...

4. Zum Foto "Abstieg unmöglich"

Vermutlich täuscht das Foto mal wieder und es war in der Wirklichkeit viel steiler. Auf dem Foto sieht es nicht so steil aus und ausserdem scheint es so zu sein, als würde da sogar bereits eine Spur runterführen. War der Schnee so hart, dass man keine Stufen treten konnte?

Libertist
29.10.2011, 10:36
Wie nah (in Metern) sind die Bären an Dich herangekommen? Hattest Du Bärenspray dabei?

Das ist im Nachhinein wirklich schwer zu sagen. Ich würde sagen, das Naheste waren 8 Meter. Ein Spray hatte ich dabei, musste es aber nie einsetzen.



3. Zum Bärenkanister:

In diesen - leider sehr teuren - Bärenkanister geht etwa Nahrung für 11-12 Tage rein (wenn man gefriergetrocknete Hauptmahlzeiten verwendet): http://wild-ideas.net/b_expedition.html . Das Teil wiegt etwa 1kg. Es ist weitgehend wasser- und geruchsdicht, eignet sich sehr gut als Camp-Stuhl und ermöglicht es einem viel Nahrung platzsparend im Rucksack unterzubringen.

Wasserdicht ja (wenn man den Kanister auf den Kopf dreht und sich die Öffnunbg somit auf der Unterseite befindet), geruchsdicht eigentlich nicht. Für uns Menschen vielleicht ;-) ... Bären riechen das und es geht bei den Kanistern auch gar nicht darum, das zu verhindern. Sonderen darum, dass die Viehcher trotzdessen nicht an die Nahrung kommen. Deshalb müssen die Teile ja so stabil sein.
Das von dir verlinkte Modell ist die leichtere Carbon-Variante. Im letzten Jahr war ich damit noch im Denali unterwegs (wurde mir aber als absolute Ausnahme gestattet), diesmal hatten sie die Teile schon gar nicht mehr, weil es wohl schlechte Erfahrungen damit gab und sie jetzt als "unsicher" gelten. Dort werden also nur noch Hartplastik-Kanister verliehen. Wie es ausschaut, wenn du deinen eigenen (Carbon-) Kanister mitbringst, weiß ich nicht.



4. Zum Foto "Abstieg unmöglich"

Vermutlich täuscht das Foto mal wieder und es war in der Wirklichkeit viel steiler. Auf dem Foto sieht es nicht so steil aus und ausserdem scheint es so zu sein, als würde da sogar bereits eine Spur runterführen. War der Schnee so hart, dass man keine Stufen treten konnte?

Ja, auf dem Foto erkannt man nicht wirklich, wie steil das war. Ich habe die Kamera dabei schräg nach unten gehalten - das verzerrt den Blickwinkel. Ich bin ganz sicher, dass ich da nicht runter gekommen wäre, das kam gar nicht in Frage. Und zu der "Spur", die darunter führte: das war entweder eine ältere Ziegen/Dall Sheep-Spur, die inzwischen wieder überschneit war (wenn dort mal eine Ziege runter gekommen ist, heißt das nicht, dass ich das auch schaffe). Oder es war einfach eine Art Mini-Lawine (Schneeabgang), die eine kleine Spur hinterließ und inzwischen wieder überschneit war. Ich halte das für viel wahrscheinlicher, da ich auf dem Weg bergauf keine Spur gesehen habe.

Naja, wie auch immer. Der Schnee war vom eisigen Wind bretthart gefroren; auf der Südseite konnte ich beim Aufstieg ja wenigstens richtig in den Schnee treten. Aber der Aufstieg war auch nicht so steil.

Libertist
29.10.2011, 10:54
Hier mal der deutlich einfachere und weniger steile "Pass", über den ich letztendlich gegangen bin. Das Bild zeigt die Rückseite, also den Weg nach unten.

http://www.abload.de/img/dsc_3958jdvz.jpg

Ehemaliger
29.10.2011, 10:54
"Wasserdicht ja (wenn man den Kanister auf den Kopf dreht und sich die Öffnunbg somit auf der Unterseite befindet), geruchsdicht eigentlich nicht"

Der Bearikade hat ja - anders als die normalen Plastikkanister - Gummidichtlippen.

"diesmal hatten sie die Teile schon gar nicht mehr, weil es wohl schlechte Erfahrungen damit gab und sie jetzt als "unsicher" gelten."

Das würde mich interessieren. Bislang galt der Carbonkanister als der sicherste Kanister von allen. Einige Plastikkanister wurden z.B. von bestimmten Bären mit den Zähnen (ähnliche Technik wie ein Dosenöffner) in der Sierra Nevada geknackt. Andere Plastikkanister haben die Bären zwischen Steien verkeilt und auf diese Weise kaputt bekommen. Von einem failure des Bearikade ist mir hingegen bislang noch nie etwas bekannt geworden.

P.S.: Ist das Layout der Forums bei Euch auch "kaputt"? Vor 2 Stunden war bei mir noch alles i.O.

Libertist
29.10.2011, 11:03
Der Bearikade hat ja - anders als die normalen Plastikkanister - Gummidichtlippen.

Achso, das wusste ich nicht. Mein Carbon-Kanister vom letzten Jahr (der genauso aussah, wie das von dir verlinkte Modell) hatte sowas nicht.
Trotzdem möchte ich mal in Frage stellen, ob diese Dichtlippen den Kanister wirklich geruchsdicht machen. Wenn dem so wäre, müsste man ihn ja nicht mehr so stabil bauen, da die Bären dann sowieso nicht angelockt werden würden. Es geht ja nur um den Geruch.



Bislang galt der Carbonkanister als der sicherste Kanister von allen. Einige Plastikkanister wurden z.B. von bestimmten Bären mit den Zähnen (ähnliche Technik wie ein Dosenöffner) in der Sierra Nevada geknackt. Andere Plastikkanister haben die Bären zwischen Steien verkeilt und auf diese Weise kaputt bekommen. Von einem failure des Bearikade ist mir hingegen bislang noch nie etwas bekannt geworden.

Dazu kann ich dir leider nichts sagen. Im Denali wurden sie aufgrund irgendwelcher Probleme jedenfalls abgeschafft - mehr weiß ich nicht.



P.S.: Ist das Layout der Forums bei Euch auch "kaputt"? Vor 2 Stunden war bei mir noch alles i.O.

Ja. :o

fjellstorm
29.10.2011, 11:35
Sehr genial und atemberaubend!! Und traumhafte Fotos5sterne!
Und der Bericht selbst-wirklich spannend und mitreissend geschrieben(und so was sag ich eher selten;-)).
Einfach nur geil...


..angefertigten XXL-Drybag sowie dem selbst angefertigten Befestigungssystem. Beides habe ich fjellstorm zu verdanken – ausgezeichnete Arbeit!
Das freut mich natürlich zu hören, immer wieder gerne..:bg:

Ehemaliger
29.10.2011, 12:02
"Trotzdem möchte ich mal in Frage stellen, ob diese Dichtlippen den Kanister wirklich geruchsdicht machen."

Nur weitgehend (wie ich oben geschrieben habe). Wenn man zusätzlich nur leicht riechende bzw. verpackte Nahrung verwendet, wird ein Bär vermutlich gar nicht bemerken, dass Nahrung in der Natur rumliegt. Es sei denn, er kommt zufällig sehr nah. Mein Kanister wurde noch nie von einem Tier umgestossen o.ä. (hat aber jetzt keine hohe Aussagekraft, da ich damit erst ca. 20 Nächte draussen war).

Dominik
29.10.2011, 12:33
V.a. die Tieraufnahmen sind eine riesen Bereicherung fürs Forum!! Sehr sehr geil!! :o

ich
29.10.2011, 13:00
Ich hab mir eben nur die Bilder angeschaut:
WAHNSINN!!!!

Mach weiter so ;)

hgr
29.10.2011, 13:23
Hi Libertist!

Schade, dass deine Tour in der Brooks Range sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist. Aber du hast dir ja offensichtlich sehr gut zu helfen gewusst. Mit Sicherheit hast du so auf jeden Fall wesentlich mehr Wildtiere gesehen.
... und so bleibt dir ja immer noch der Traum deinen ursprünglichen Plan ein andermal auszuführen. :p

LG
hgr

Mika Hautamaeki
30.10.2011, 12:56
genial! einfach Grandios!
Vielen Dank für diese Bilder und den Bericht!

jeha
30.10.2011, 13:33
Dem "Qualitätssiegel Libertist" schließe ich mich mal an!! Danke für den Bericht!!

Wie bist du nach der Tour insgesamt mit dem Zelt zufrieden?

Schönen Gruß
Jens

Libertist
30.10.2011, 14:39
Wie bist du nach der Tour insgesamt mit dem Zelt zufrieden?

Sehr, eigentlich. Ich hatte ja vorher alle Zeltleinen ersetzt und noch 4 zusätzliche angebracht. Außerdem natürlich die originalen Heringe durch meine Hillebergs (vom Kaitum) ersetzt. Inklusive Groundsheet wog das Zelt dann 1,7 kg, was bei dem Platzangebot (2,30 m Länge und 90 bis 105 cm Breite) meiner Meinung nach in Ordnung geht. Einmal aufgebaut stand es auch im Sturm immer stabil, trocken blieb auch alles. Natürlich "fühlt" sich das Teil nicht ganz so stabil an, wie beispielsweise mein Kaitum und bezüglich des Komforts muss man auch Abstriche machen (Innenzelthöhe von nur 95 cm). ;-)

Für meine Ansprüche ist das Terra Nova Laser (NICHT das "Competition"!) nach wie vor die erste Wahl von allen geräumigen 1-Personenzelten, die ich mir vorher anschaute (und ja, ich habe vor dem Kauf auch mal ein Helsport Ringstind, Hilleberg Akto und ein Vaude Power Lizard aufgebaut).

jeha
30.10.2011, 14:49
Ok, danke!

OT: Den möchte ich sehen, der mit den Original-Heringen auf Tour geht... :hahaa:

Libertist
30.10.2011, 14:55
OT: Den möchte ich sehen, der mit den Original-Heringen auf Tour geht... :hahaa:

:bg: :bg:

Mortias
30.10.2011, 19:54
Und wieder mal ein super Bericht. Besonders beeindruckend fand ich, wie nahe Du den Bären teilweise gekommen bist. Und die Landschaft da oben ist auch einfach nur wunderschön. Wird mal Zeit, dass ich mich auch mal dahin begebe. Bei jedem Deiner Bericht wächst meine Sehnsucht die Wildnis Alaskas endlich auch mal mit eigenen Augen zu bewundern.

wuschl25
30.10.2011, 20:03
wow.. super bericht! schöne fotos! ich weiss jetzt definitiv: ich muss mal nach alaska!! auf jeden fall! :p :grins: vielleicht hab ich es jetzt überlesen oder es steht wirklich nicht da.. mit wieviel kg bist du gepäckmäßig aufgebrochen?

mfg

Libertist
30.10.2011, 20:12
Bei jedem Deiner Bericht wächst meine Sehnsucht die Wildnis Alaskas endlich auch mal mit eigenen Augen zu bewundern.

Und auch hier heißt die Devise wieder: Im Zweifel buchen! :cool:



mit wieviel kg bist du gepäckmäßig aufgebrochen?

Die Denali-Tour begann ich wohl mit einem Gewicht von etwa 35 Kilo. Dabei hatte ich meine Rafting-Ausrüstung nicht dabei, dafür aber die obligatorischen 5 kg Foto-Equipment ;-) ...

heron
31.10.2011, 07:43
Ich möchte mich gar nicht als den supermutigen Helden aufspielen, aber ich hatte bei den Bärenbegegnungen eigentlich überhaupt keine Angst. Mal von der einen abgesehen, als die Kleinen auf mich zukamen - das war schon kritisch. Deshalb entfernte ich mich auch erstmal, bevor ich zur Kamera griff (sonst war es immer andersrum :bg:). Ich glaube mittlerweile auch ein gewisses Vertrauen in mein eigenes Verhalten und das der Bären gewonnen zu haben. Soll heißen: solange ich keinen groben Fehler mache, gibt es keine Schwierigkeit. Und ein klein wenig Routine habe ich in Bezug auf Bärenbegegnungen ja schon. Ich kann sowas wirklich genießen, anstatt in Panik zu verfallen. Zum Glück!

Das ändert allerdings nichts daran, dass immer etwas passieren kann. Ich hoffe, ich werde nie unvorsichtig.



Kann ich gut verstehen - die Bärengesichter sind doch ziemlich ausdrucksstark :bg: und wenn man sich wie du sagst entsprechend verhält.
Die sind alle mit sich beschäftigt, haben genug zu essen und jeder macht sein Ding ...fotografieren oder nach Erdhörnchen buddeln ;)
Aber - das Problem ist, dein Verhalten ist nur der eine Teil der Gleichung und wenn so ein Grizzly subjektiv beschliesst, dass du doch trotz defensivem und höflichem Rückzug zu nahe bist an den Kids (oder die zu dir laufen ... jöh was isn das?) oder aber er hat heute richtig grossen Hunger und immer nur Erdhörnchen oder Beeren ist auch fad ... auf diese Seite haben wir eher wenig Einfluss.

Meine Sorge wären ja auch weniger diese offensichtliche Begegnungen, wo noch Kommunikation (was machtn der da?) stattfindet, sondern Überraschungsbesuche nachts im Zelt.

Nichtsdestotrotz sehe ich das auch wie du, weil die Wahrscheinlichkeit ist doch ziemlich gering.

LeMonde
31.10.2011, 09:42
Beeindruckender Bericht mit wunderschönen Bildern!

Seitdem ich Into the Wild gelesen und gesehen habe, träume ich auch von einer ausgedehnten Tour durch Alaska... Dieser Bericht hat mir dieses Vorhaben wieder ein Stückchen näher gebracht. ;)

Zu den Bärenbegegegnungen: Das ist auch so eine Sache vor der man wohl nur solange Angst hat, bis man mal ein oder zwei in unmittlebarer Nähe zu Gesicht bekommen hat. In jedem Fall muss es ungeheuer eindrucksvoll sein, wenn man solchen wilden Tieren so nahe kommt, wie das dem Fotografen hier gelungen ist. Was für ein Zoom hattest du eigentlich?

Beste Grüße
LeMonde

Libertist
31.10.2011, 11:50
Meine Sorge wären ja auch weniger diese offensichtliche Begegnungen, wo noch Kommunikation (was machtn der da?) stattfindet, sondern Überraschungsbesuche nachts im Zelt.

Die Sorge hatte ich auch in und wieder. Vor allem, wenn ich direkt am Abend noch Bären in der Gegend gesehen hab.



Was für ein Zoom hattest du eigentlich?

Hallo LeMonde, die Tieraufnahmen hab ich mit dem Tamron 70-300/f4-5,6 Di SP VC USD gemacht.

Mortias
31.10.2011, 15:04
Was mich noch interessieren würde, welche Karte die mit hattest? Ich vermute ja mal, dass Du die 1:225,000 Karte von National Geographic dabei hattest. Aber hast Du auch noch detailierte Karten genutzt? Hab mal Anhand der Karte versucht Deine Route nachzuvollziehen, und ich mich sagen, es sieht schon respektabel aus, was Du da geleistet hast. Aber was mich bei der Karte stört, dass bei vielen Bergen keine Namen dabei stehen und irgendwie finde ich für eine gute Routenplanung eine etwas detailierte Karte (anhand der auch besser Steigungen abschätzbar sind) schon sinnvoll.

Und hast Du eigentlich irgendwann bei Deinem Alaska Urlaub mal nen Wasserfilter genutzt? Oder (wie auch sonst immer) ohne gesundheitliche Probleme das Wasser direkt aus den Flüssen und Seen getrunken?

Libertist
31.10.2011, 15:14
Was mich noch interessieren würde, welche Karte die mit hattest? Ich vermute ja mal, dass Du die 1:225,000 Karte von National Geographic dabei hattest. Aber hast Du auch noch detailierte Karten genutzt?

Nein. Nur die National Geographic Trails Illustrated Map.



Aber was mich bei der Karte stört, dass bei vielen Bergen keine Namen dabei stehen...

Willkommen in Alaska, "where the mountains are nameless"! :bg: Nur die wenigsten Berge, Pässe, Gletscher (...) haben hier Namen. Solange man sich in bergigen Gegend aufhält ist das Navigieren eigentlich überhaupt kein Problem: durch die großen Täler, Bergformationen und Flüsse verliert man so schnell nicht die Orientierung. Einen Kompass hab ich auch noch nie benutzen müssen.



Und hast Du eigentlich irgendwann bei Deinem Alaska Urlaub mal nen Wasserfilter genutzt? Oder (wie auch sonst immer) ohne gesundheitliche Probleme das Wasser direkt aus den Flüssen und Seen getrunken?

Nein, kein Wasserfilter. Und keine gesundheitlichen Probleme. :cool:

Mortias
31.10.2011, 15:30
Ja Orientierung sehe ich auch nicht so kritisch. Halt eher die Tatsache, dass steile Hänge oder breite Flüsse bei einer detaillierteren Karte besser im voraus abschätzbar sind. Hast Du Deinen Müll eigentlich komplett mitgeschleppt oder unterwegs auch mal was verbrannt? Verstaut hast Du den Müll sicherlich auch in dem bear resistant food container. Und hat Dich der Ranger zu Anfang der Tour eigentlich auf das Thema Wasserfilter angesprochen, bzw. Du ihm gesagt, dass Du keinen nutzt?

Libertist
31.10.2011, 16:10
Halt eher die Tatsache, dass steile Hänge oder breite Flüsse bei einer detaillierteren Karte besser im voraus abschätzbar sind.

Das stimmt schon. Aber so schlecht ist die NG Karte ja gar nicht, ich bin schon mit schlechter aufgelösten Karten unterwegs gewesen ;-) ...



Hast Du Deinen Müll eigentlich komplett mitgeschleppt oder unterwegs auch mal was verbrannt? Verstaut hast Du den Müll sicherlich auch in dem bear resistant food container.

Den Plastik-Müll verbrenne ich natürlich nicht, der wird mitgenommen und über nacht im Container verstaut.



Und hat Dich der Ranger zu Anfang der Tour eigentlich auf das Thema Wasserfilter angesprochen, bzw. Du ihm gesagt, dass Du keinen nutzt?

Normalerweise fragt niemand danach. Überall wird natürlich vor Giardia gewarnt und Wasserfilter werden dringend empfohlen, aber letztendlich kannst du machen, was du willst.
Nach meinem ersten Tourabschnitt im Denali kam ich ja dann mit dem Ranger zu sprechen, der mir einige Fragen zum Trek gestellt hat. Mehr aus Interesse - die Ranger kommen ja selten dazu, mal eben eine 2 1/2 -wöchige Tour im Park zu unternehmen und auch sonst trifft man dergleichen selten an. Darüber, dass ich keinen Filter benutze, war er eher erstaunt, als verärgert oder Ähnliches. Es war ja auch klar, dass ich nicht aus Erfahrungslosigkeit handle, sondern schon weiß, was ich da tue und warum.

Letztendlich würde ich natürlich niemandem empfehlen, auf einen Wasserfilter zu verzichten. Ich komme sehr gut ohne klar - mehr kann ich eigentlich nicht sagen.

LeMonde
31.10.2011, 18:27
Hallo LeMonde, die Tieraufnahmen hab ich mit dem Tamron 70-300/f4-5,6 Di SP VC USD gemacht.

Na da warst du aber auch ordentlich nah dran...:o

Frangipani
31.10.2011, 21:37
Hi,
dein Bericht liest und schaut sich sehr gut. Ich habe es Ende August in das Zuflussgebiet des Kivalina River gebracht (noerdliche Brooks Range). Also um einiges westlicher als du es geplant hattest. Wir hatten echt super Wetter. Waren allerdings eine Gruppe von 12 Leuten. Vielleicht war das der Grund warum wir in 10 Tagen "nur" 4 Grizzlies und 2 Caribous gesehen haben. Da warst du im Denali viel besser dran mit Tiersichtungen.
Ach, und wir haben auch keine Wasserfilter benutzt. Niemand hatte irgendwelche Probleme.
Schonmal viel Spass beim Planen der naechsten Tour ;-)

Libertist
31.10.2011, 21:51
Ich habe es Ende August in das Zuflussgebiet des Kivalina River gebracht (noerdliche Brooks Range). Also um einiges westlicher als du es geplant hattest. Wir hatten echt super Wetter. Waren allerdings eine Gruppe von 12 Leuten.

Hallo Frangipani, war das eine Trekking- oder Bootstour? Mit Guide oder selbst organisiert? Klingt interessant...

Mortias
01.11.2011, 19:56
Nochmal ne Frage zu Deiner Tour. Wenn ich das richtig lese, hast Du nach Überschreitung vom Anderson Pass einen Abschnitt vom West Fork Glacier überquert. Hast Du vorher mit dem Ranger abgesprochen, dass dieser Gletscherabschnitt unproblematisch ist? Oder bist Du einfach mal drauf los und hast probiert ob es geht? Weil ehrlich gesagt, alleine, ohne Ausrünstung (Seil, Eispickel, Steigeisen etc.) würde ich mich nicht so einfach übern Gletscher trauen, auch wenns nur ein kurzer Abschnitt ist.

Sector
01.11.2011, 20:05
Wie gewohnt super Bericht von dir!

Kannst du noch etwas zum Klima sagen? Mit welchen Temperaturen hast du gerechnet? Welche sind eingetroffen?
Bei mir gehts nächstes Jahr im August auch in den Denali und ich muss mich noch für ein Zelt entscheiden...ebenso für eine Penntüte. Wie war es mit den Mücken?

Danke

Libertist
01.11.2011, 20:08
Nochmal ne Frage zu Deiner Tour. Wenn ich das richtig lese, hast Du nach Überschreitung vom Anderson Pass einen Abschnitt vom West Fork Glacier überquert. Hast Du vorher mit dem Ranger abgesprochen, dass dieser Gletscherabschnitt unproblematisch ist? Oder bist Du einfach mal drauf los und hast probiert ob es geht? Weil ehrlich gesagt, alleine, ohne Ausrünstung (Seil, Eispickel, Steigeisen etc.) würde ich mich nicht so einfach übern Gletscher trauen, auch wenns nur ein kurzer Abschnitt ist.

Ja, ein Ranger sagte mir letztes Jahr, dass da keine gefährlichen Spalten lauern. Und damit hatte er Recht, die Gletscherpassage war unproblematisch. Viel schwieriger war es, die an den Gletscher anschließende Moräne entlangzulaufen: bin dort öfter mal auf dem mit Sand und Geröll überzogenen Eis ausgerutscht.
Falls du diese Tour auch irgendwann mal gehen willst: diese Passage ist nur bei passablem Wetter zu schaffen. Besonders auf der Moräne braucht man gute Sicht, sonst steht man irgendwo vor einer breiten Spalte oder einem 10 Meter tiefen Loch und kommt nicht weiter.

Libertist
01.11.2011, 20:22
Wie gewohnt super Bericht von dir!

Kannst du noch etwas zum Klima sagen? Mit welchen Temperaturen hast du gerechnet? Welche sind eingetroffen?
Bei mir gehts nächstes Jahr im August auch in den Denali und ich muss mich noch für ein Zelt entscheiden...ebenso für eine Penntüte. Wie war es mit den Mücken?

Danke

Klimatechnisch war ich auf einen Temperaturbereich bis etwa -20°C eingestellt (im letzten Jahr hatte ich um den 20. September herum schon -17, dieses Jahr blieb ich ja bis Anfang Oktober). Tatsächlich war der Sommer und auch der Herbst in diesem Jahr vergleichsweise mild: im Denali war meine kälteste Nacht -8°C, glaube ich. Erst später wurde es dann kälter. Mücken gab es in diesem Jahr fast gar keine für mich. Im Juli schon, aber ab August brauchst du dir keine großen Sorgen mehr machen, zumindest nicht abseits der niedrigen Sumpfgebiete (die es in Alaska ja zuhauf gibt, nicht allerdings im Denali).

Zum Schlafsack. Ich sag mal ganz vorsichtig: ein Schlafsack, der für einen Temperaturbereich bis -8°C ausgelegt ist, wird genug Reserve haben. Im letzten Jahr war ich mit einem MacPac Sanctuary 700 XL unterwegs, in diesem Jahr mit einem Western Mountaineering Versalite. Aber wie gesagt, ich war auf spätherbstliches Wetter eingestellt.

Sector
03.11.2011, 20:22
Danke für die Infos!
Würdest du im August im Denali mit einem Tarptent Moment (inkl. Crossbow) zelten? Oder doch lieber etwas stabiler z.b MSR Hubba HP? Mein Problem ist das ich ein Geodät bzw. freistehendes nehmen muss damit ich es auch auf der Fähre Van-Inside Passage-Homer nutzen kann.

Libertist
04.11.2011, 00:39
Würdest du im August im Denali mit einem Tarptent Moment (inkl. Crossbow) zelten? Oder doch lieber etwas stabiler z.b MSR Hubba HP?

Einziges Problem könnte ja der Wind sein. Schneefälle sind zwar möglich, aber relativ unwahrscheinlich. Und wenn sie entgegen aller Erwartungen ma eintreffen sollten, wirst du sie schon überleben ;-) ... Bezüglich des Windes hatte ich bis auf dieses eine Mail am Muldrow Glacier nie Probleme in Alaska. Meiner Meinung nach kannst du also mit dem Moment losziehen. Mein Reisepartner Christian hatte im letzten Jahr auch ein Tarptent Scarp I dabei - lief problemlos.

Ranger
08.11.2011, 14:34
Bin gerade deine Denali Tour nachgegangen :o leider nur auf der National Geographic Karte. :D
Kannst du einschätzen wie es mit einer Querung der Alaska Range zwischen Mount Pendleton und Cantwell Glacier aussieht? Dürfte wohl durch die vielen Gletscher nicht zu unterschätzen sein und die Südseite der Alaska Range fällt ja relativ steil ab.
So eine Tour würde mich schon sehr reizen besonders auch das viele Wildlife... Aber ich würde die Strecke vermutlich kürzer machen und mehr Zeit dem Fotografieren widmen, darum meine Frage oben.

Alaska festigt sich immer mehr als erneutes Reiseziel für 2012. :bg:

Ich habe noch eine Frage zum Versalite, hat er dir immer gereicht und wie tief war die kälteste Nacht?

Danke!

Gruß
Robert

Libertist
08.11.2011, 18:45
Kannst du einschätzen wie es mit einer Querung der Alaska Range zwischen Mount Pendleton und Cantwell Glacier aussieht? Dürfte wohl durch die vielen Gletscher nicht zu unterschätzen sein und die Südseite der Alaska Range fällt ja relativ steil ab.

Hallo Robert,

naja, möglich ist es bestimmt. Aber das wird dann eher eine alpine Angelegenheit: ziemlich steil, vielleicht sogar technisches Klettern erforderlich und definitiv Gletscherberührung. Ein Ranger meinte zu mir, eine Überquerung der Alaska Range zwischen Anderson Pass und Cantwell Glacier sei nicht möglich. Hm, dem würde ich nicht zustimmen, es kommt auf die Ambitionen an (wie immer, eigentlich ;-)). Ohne Weiteres ist das aber wahrscheinlich nicht machbar.



Ich habe noch eine Frage zum Versalite, hat er dir immer gereicht und wie tief war die kälteste Nacht?

Der Versalite war für diese Tour mehr als ausreichend, allerdings war es auch nicht so kalt. Tiefsttemperatur war wohl -12°C, das war Ende September. Allerdings hatte ich im letzten Jahr schon -17°C... mitte September! Für den August ist der Versalite schon eine Nummer zu warm, ab September dann genau richtig, wie ich finde. Kommt natürlich auch auf die Region an... nördlich vom Interior kann es schon mal etwas kühler werden, habe ich mir sagen lassen :bg: ... Im Denali wirst du mit dem oder vergleichbaren Modellen (ca. 620 Gramm 850er Daune bei Schlafsacklänge von 200 cm) keine Probleme bekommen.

Viel Spaß bei den Vorbereitungen!

Yaphi
08.11.2011, 18:56
Stellvertretend für alle drei Teile des Reiseberichtes:

Mal wieder ganz ganz großes Kino, tolle Bilder, tolle Tour und die Tierbilder sind für mich die Sahnehaube !
Nichts was man verbessern könnte

5sterne

Fliehender
08.11.2011, 20:27
Stellvertretend für alle drei Teile des Reiseberichtes:

Mal wieder ganz ganz großes Kino, tolle Bilder, tolle Tour und die Tierbilder sind für mich die Sahnehaube !
Nichts was man verbessern könnte

5sterne

Kann ich so unterschreiben ;-) 5sterne
Mehr Text würde aber nicht schaden.:ignore: Fand zum Beispiel die Begründung für den Abbruch der Brooks-Tour sehr aufschlußreich und auch sehr spannend.;-)

Libertist
08.11.2011, 20:37
Mehr Text würde aber nicht schaden.:ignore: Fand zum Beispiel die Begründung für den Abbruch der Brooks-Tour sehr aufschlußreich und auch sehr spannend.;-)

Dazu HIER (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?57104-US-Alaska-2011-%283-3%29-Packrafting-Gulkana-River&p=933711&viewfull=1#post933711) ein kurzer Kommentar. Bezüglich des Brooks Range-Abbruchs empfand ich eine genauere Schilderung als sinnvoll und wichtig, damit die Zusammenhänge klarer werden. Außerdem dachte ich, es könnte vielleicht jemandem helfen. Aber, und das sage ich jetzt nur zu dir: dass es jetzt schon seit 20 Jahren regnet und ich immer noch nicht weiß, wie ich Wasser in eine Flasche fülle, hilft niemandem. :bg: :ignore:

Fliehender
08.11.2011, 20:52
Kann halt nicht jeder mit super genialen Fotos punkten.:p Muss doch auch irgendwie an meine Leser kommen :bg:
Den Kommentar habe ich leider erst danach gelesen. Allerdings ändert er auch wenig an meiner Aussage, das ein wenig mehr Text den Berichten gut täte.;)

Ranger
09.11.2011, 08:41
Hallo Robert,
Aber das wird dann eher eine alpine Angelegenheit: ziemlich steil, vielleicht sogar technisches Klettern erforderlich und definitiv Gletscherberührung. Ein Ranger meinte zu mir, eine Überquerung der Alaska Range zwischen Anderson Pass und Cantwell Glacier sei nicht möglich. Hm, dem würde ich nicht zustimmen, es kommt auf die Ambitionen an (wie immer, eigentlich ;-)). Ohne Weiteres ist das aber wahrscheinlich nicht machbar.


Danke für deine Einschätzungen. Zumindest entlang der Linie der beiden Areas 6 und 17 (oder wie man das nennt :bg: ) könnt ich mir eventuell eine Querung vorstellen. Sollte ich das wirklich machen, werd ich mich da aber noch genauer informieren.




Der Versalite war für diese Tour mehr als ausreichend, allerdings war es auch nicht so kalt. Tiefsttemperatur war wohl -12°C, das war Ende September. Allerdings hatte ich im letzten Jahr schon -17°C... mitte September! Für den August ist der Versalite schon eine Nummer zu warm, ab September dann genau richtig, wie ich finde.

Auch hier nochmal danke für die Infos. Der Versalite wird vermutlich ab dem nächsten Frühjahr auch bei mir mit dabei sein. *g*

Libertist
09.11.2011, 22:08
Zumindest entlang der Linie der beiden Areas 6 und 17 (oder wie man das nennt :bg: ) könnt ich mir eventuell eine Querung vorstellen. Sollte ich das wirklich machen, werd ich mich da aber noch genauer informieren.

Ja, zwei "eventuell mögliche Pässe" kämen dafür wohl in Frage. Ob du dazu Informationen einholen kannst, ist fraglich... im Zweifel: einfach machen! :cool:

Sapmi
10.11.2011, 11:57
Vielen Dank für den sehr eindrücklichen Bericht und die wunderschönen Sehnsuchtsbilder! :D



Würdest du einen Bärenkanister für diese Tour auch mitnehmen wenn es keine gesetzliche Mitnahmepflicht geben würde??




Nein. Natürlich nicht :ignore: :bg: ... Aber wenn man von einem Ranger ohne Bear Canister erwischt wird, gibt es richtig Ärger.

Was würdest Du denn ohne die Kanister machen (bzw. was machst Du, in Gegenden, in denen sie keine Pflicht sind), um die Bären davon abzuhalten, an oder in Deinem Zelt nach Futter zu suchen? Ist ja meines Wissens in erster Linie eine Maßnahme zum Schutz der Bären (davor, sich daran zu gewöhnen, dass die Anwesenheit von Menschen Futter bedeutet, dadurch zu sog. verdorbenen Bären zu werden und ggf. infolgedessen "sicherheitshalber" abgeknallt zu werden).

Ok, es gibt da diese Sache mit dem Verstauen der ganzen duftenden Objekte auf einem Baum in 100 m Entfernung usw., aber Bäume gibt's ja auch nicht überall. :bg:

Was ist da Deiner Meinung und Erfahrung nach die effektivste Vorgehensweise?

Libertist
10.11.2011, 12:30
Was würdest Du denn ohne die Kanister machen (bzw. was machst Du, in Gegenden, in denen sie keine Pflicht sind), um die Bären davon abzuhalten, an oder in Deinem Zelt nach Futter zu suchen?

Wenn ich nicht gerade im Denali unterwegs bin, mache ich folgendes: Alles, was irgendwie nach Essen riecht, wird in Drybags wasser- und (fast) luftdicht verstaut. Diese Drybags packe ich in meinen Rucksack, zusammen mit dem übrigen Kram, den ich nachts nicht brauche. Für den Rucksack habe ich mir von fjellstorm einen XXL-Drybag anfertigen lassen. Ich verstaue also meinen Rucksack in dem großen Drybag, so dass dieser wiederum wasser- und (fast luftdicht) verpackt ist und lager das Teil irgendwo abseits vom Zelt. Man muss bedenken, dass meine Nahrungsmittel selbst ja auch eingeschweißt verpackt sind, insofern sollte da eigentlich kein Bär noch irgendetwas riechen können. Ich halte dieses System für relativ sicher, hatte bisher auch keine Probleme damit. Das ist allerdings keine Empfehlung, sondern nur meine eigene Vorgehensweise - wer ganz sicher gehen möchte, nimmt die Container mit.

Essen auf Bäume zu hängen ist (insofern überhaupt Bäume vorhanden sind, die hoch genug sind) ein riesiger Aufwand. Genau genommen müsste man ein Seil zwischen zwei Bäume hängen, denn Schwarzbären und junge Grizzlies können klettern. Und das Essen müsste dann in mindestens 3m Höhe hängen, damit es von den Grizzlies nicht erreicht werden kann. Ich bin eigentlich nur selten in Gegenden unterwegs, wo dies überhaupt möglich wäre. Auf meiner Denali-Tour wäre das genau einmal in Frage gekommen.

Sapmi
10.11.2011, 13:07
Wenn ich nicht gerade im Denali unterwegs bin, mache ich folgendes: Alles, was irgendwie nach Essen riecht, wird in Drybags wasser- und (fast) luftdicht verstaut. Diese Drybags packe ich in meinen Rucksack, zusammen mit dem übrigen Kram, den ich nachts nicht brauche. Für den Rucksack habe ich mir von fjellstorm einen XXL-Drybag anfertigen lassen. Ich verstaue also meinen Rucksack in dem großen Drybag, so dass dieser wiederum wasser- und (fast luftdicht) verpackt ist und lager das Teil irgendwo abseits vom Zelt.

Danke für die Info. Klingt gut. Hast Du Bilder von oder Links zu diesen Drybags, die Du dafür benutzt? Bin mir grad nicht sicher, ob ich mir die richtigen Teile darunter vorstelle.

Libertist
10.11.2011, 13:12
Hast Du Bilder von oder Links zu diesen Drybags, die Du dafür benutzt? Bin mir grad nicht sicher, ob ich mir die richtigen Teile darunter vorstelle.

Die kleinen Drybags sind die ganz normalen von Exped. Exped Fold Drybags heißen die, glaube ich. Und der große sieht SO (http://www.abload.de/img/dsc_4465l706.jpg) aus. Ist aber, wie gesagt, eine Maßanfertigung von fjellstorm. Ich habe die Materialien besorgt, die Maße ermitteln und fjellstorm hat das Teil genäht usw.

Sapmi
10.11.2011, 13:16
Super, danke!

winnetoux
10.11.2011, 13:41
Ich finde das mit dem Rucksack-mit-wegpacken nicht so geschickt - wenn die Brühwürfel gefressen wurden, ist der doch kaputt :bg:

Ehemaliger
10.11.2011, 15:10
In manchen felsigen Gegenden (wo es keine Bäume gibt), kann man Nahrung in einem Drysack auch an einem Seil eine Klippe herunterhängen lassen. Ein Bär schafft es nicht, ein Seil einzuholen.

berniehh
10.11.2011, 20:46
in dem großen Drybag, so dass dieser wiederum wasser- und (fast luftdicht) verpackt ist und lager das Teil irgendwo abseits vom Zelt. Ich halte dieses System für relativ sicher,



Vielleicht irre ich mich ja aber ich halte diese Vorgehensweise für nicht so sicher.
Ich persönlich würde mein Proviantpaket nicht unbeaufsichtigt wie auf einen Präsentierteller draußen rumliegen lassen und erst recht nicht wenn noch andere essentielle Ausrüstungsgegenstände wie z.B. der Rucksack dabei sind, auch wenn es vermeintlich fast luftdicht in Drybags verpackt ist.

Schon mehrfach hatte ich Bären in meiner Campnähe und auch schon Bären nachts direkt vor meinem Zelt. Ich glaube daß ich mein Proviantpaket schon mindestens einmal verloren hätte, wenn ich es draußen gelagert hätte, Drybags können Bären nämlich auf jeden Fall zerfetzen.
Draußen offen lagern würde ich nur mit unkaputtbaren Kontainer, ansonsten die komplette Ausrüstung 24h am Mann, daß heißt nachts auch alles mit ins Zelt (auch wenn einige Ranger mich dafür vielleicht lynchen würden:bg:).

Libertist
10.11.2011, 21:37
Okay, das sehe ich ein wenig anders. Wenn ein Bär Hunger hat, sich einem Camp nähert und nach Essen schnüffelt, dann will er auch welches haben. Klar, wenn es sich nur um Squirrels handelt, hat man das Essen lieber im Zelt, die Viehcher kann man ohne Weiteres verscheuchen. Bei Bären sieht das anders aus, da kann das "Verscheuchen" ganz schnell als Provokation verstanden werden und wiederum Aggression erzeugen. Und ganz ehrlich, ich möchte nachts im Schlafsack keinem Bären das Gefühl geben, ich wollte mich mit ihm anlegen.

Sagen wir es so: wenn ein hungriger Bär durch den Geruch des Essens angelockt wird, dann versucht er unter Umständen, es zu bekommen. Lieber gebe ich dann mein abgelegenes Depot auf, als das Risiko eines Angriffs einzugehen.

Ranger
10.11.2011, 21:58
Schon mehrfach hatte ich Bären in meiner Campnähe und auch schon Bären nachts direkt vor meinem Zelt.



ansonsten die komplette Ausrüstung 24h am Mann, daß heißt nachts auch alles mit ins Zelt (auch wenn einige Ranger mich dafür vielleicht lynchen würden:bg:).

Vielleicht gibt es einen Zusammenhang dieser 2 Punkte von dir??? :bg:

Wenn ich im Bärengebiet unterwegs bin, mache ich es ähnlich wie von libertist beschrieben (ich hab nur noch keinen maßgeschneiderten Drybag von fjellstorm. :bg: ). Natürlich ist da die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Bär die Vorräte zerstört und frisst aber ich versuche alles um zu verhindern, dass ein Bär ins Camp kommt. (oder vielleicht beginnt mein Zelt zu durchsuchen, weil es nach Essen riecht... :ignore: )

Sapmi
10.11.2011, 22:08
Stimmt, sowas stelle ich mir z. B. auch einigermaßen unangenehm vor (was auch immer hier der Auslöser gewesen sein mag): http://www.newsminer.com/view/full_story/15168258/article-Bear-makes-grab-for-camper-near-Fairbanks :o :bg:

Vegareve
10.11.2011, 22:47
Sehr schön alles und geniale Tierbilder!! Wirklich unglaublich diese Nähe zu Natur.. Nur mit deinem "Abstieg unmöglich" bin ich nicht so "einverstanden", sah wie ein ganz normaler Berghang aus für mich;-).

Libertist
10.11.2011, 22:55
Nur mit deinem "Abstieg unmöglich" bin ich nicht so "einverstanden", sah wie ein ganz normaler Berghang aus für mich;-).

Naja, es ist nicht so, als wäre ich hier das erste mal vor einem steilen Abhang gestanden oder hätte keinen Schimmer davon, was ich mir zutrauen kann und was nicht. Vielleicht hätten andere das gewagt, kann schon sein.
Das Foto wurde übrigens mit 17mm Brennweite gemacht, dabei habe ich die Kamera schräg nach unten gehalten. Das verzerrt die Perspektive. Außerdem war es die Nordseite des Berges; anders, als beim Aufstieg auf der Südseite, war der Schnee hier bretthart, so dass ich keine "Stufen" in den Schnee treten konnte.

berniehh
10.11.2011, 23:00
. da kann das "Verscheuchen" ganz schnell als Provokation verstanden werden und wiederum Aggression erzeugen. Und ganz ehrlich, ich möchte nachts im Schlafsack keinem Bären das Gefühl geben, ich wollte mich mit ihm anlegen.


Vielleicht gibt es einen Zusammenhang dieser 2 Punkte von dir??? :bg:


Dem Bär das Gefühl zu geben man wolle sich mit ihm anlegen würde ich auch auf keinen Fall tun!!

Bären meiden in der Regel Menschen. Wenn der Bär draußen ein Essenspaket findet und es vermeintlich niemanden gehört, nimmt er es sich. Wenn der Bär aber weiss daß da beim Essenspaket ein Mensch ist, ist das für ihn schonmal eine Hemmschwelle und er wird es vermutlich meiden.
Wenn der Bär sich aber einem Zelt nähert, ohne zu wissen daß da ein Mensch drin ist, muss man es ihm wissen lassen. Das heißt ganz leise und ruhig anfangen zu reden, auf keinen Fall agressiv und erst recht nicht in Panik nach draußen stürzen. Dann sollte er eigentlich abziehen, jedenfalls hat es bei mir schon zweimal so funktioniert. Falls es mal nicht klappen sollte, hätte man ja noch das Bärenspray.

Wenn das Proviantpaket so luft- und geruchtsdicht verpackt ist wie du sagst würde ja auch nichts dagegen sprechen es im Zelt zu lagern.

Ein geklautes Essenspaket kann mehrere Wochen von der Zivilisation entfernt fatal sein, und außerdem kann ein Bär, der einmal ein Essenpaket geklaut hat, für die Zukunft gefährlich werden.

Dies ist nur meine Art wie ich es mache und sollte auf keinen Fall als Empfehlung aufgefasst werden!

Vegareve
10.11.2011, 23:14
anders, als beim Aufstieg auf der Südseite, war der Schnee hier bretthart, so dass ich keine "Stufen" in den Schnee treten konnte.

Ok, das erklärt es. Spuren sind aber gut sichtbar, warscheinlich hättest Du bei wärmeren Temperaturen mehr Glück gehabt. Jedenfalls toller Bericht.

Libertist
10.11.2011, 23:23
Ok, das erklärt es. Spuren sind aber gut sichtbar, warscheinlich hättest Du bei wärmeren Temperaturen mehr Glück gehabt. Jedenfalls toller Bericht.

Vielen Dank. Und zu den Spuren hab ich HIER (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56949-US-Alaska-2011-%282-3%29-Denali-Trekking-amp-Packrafting&p=928445&viewfull=1#post928445) schon mal etwas spekuliert. Wie gesagt, ich will gar nicht so tun, als wäre ich dort vor einer 90° Steilwand gestanden. Aber es war steil genug, um ohne langes Nachdenken umzukehren. In der Brooks Range habe ich für diese Entscheidung ein paar Stündchen länger gebraucht ;-) ...


@ berniehh

Bisher sind wir also beide am Leben geblieben, das ist schon mal gut. ;-) Über den Rest denke ich nach und schreibe morgen noch mal was dazu.

Mortias
10.11.2011, 23:44
Wenn der Bär sich aber einem Zelt nähert, ohne zu wissen daß da ein Mensch drin ist, muss man es ihm wissen lassen. Das heißt ganz leise und ruhig anfangen zu reden, auf keinen Fall agressiv und erst recht nicht in Panik nach draußen stürzen. Dann sollte er eigentlich abziehen, jedenfalls hat es bei mir schon zweimal so funktioniert. Falls es mal nicht klappen sollte, hätte man ja noch das Bärenspray.


Das hört sich in der Theorie ja ganz nett an. Nur was machst Du, wenn Du am Schlafen bist und den Bären nicht kommen hörst und er anfängt sich an Deinem Zelt zu schaffen zu machen, weil er ja nicht weiss, dass da ein Mensch drin ist? Hab das Gefühl Deine Methode setzt permanente Wachsamkeit voraus. Ich selbst war noch nie im Bärengebiet unterwegs, würde aber auf Nummer sicher gehen und nen bear resistant food container mitschleppen.

heron
11.11.2011, 08:33
Das hört sich in der Theorie ja ganz nett an. Nur was machst Du, wenn Du am Schlafen bist und den Bären nicht kommen hörst und er anfängt sich an Deinem Zelt zu schaffen zu machen, weil er ja nicht weiss, dass da ein Mensch drin ist? Hab das Gefühl Deine Methode setzt permanente Wachsamkeit voraus. Ich selbst war noch nie im Bärengebiet unterwegs, würde aber auf Nummer sicher gehen und nen bear resistant food container mitschleppen.

Ich würde noch zu denken geben, dass ein Bär ja nicht ganz blöd ist und von daher schon weiss, ob ein Mensch im Zelt ist oder nicht lange BEVOR er reingeschaut hat! Das muss man ihm nicht sagen, das riecht er und hört er.
Insofern halte ich die Strategie von bernie auch für sehr riskant - btw Timothy Threadwell war auch 12,9 Sommer lang überzeugt davon, dass er den Grizzlies sagen könnte, was ihm passt oder nicht ... :o

Was die Futterpakete anlangt - da ist meiner Ansicht nach der Geruch nach Essen wichtig, aber höchstwahrscheinlich nicht der einzige Grund, sich für einen Rucksack zu interessieren. Alleine, dass es ein neues unbekanntes Objekt ist macht es interessant weiter zu explorieren. Ich würde also nicht nur weg vom Zelt sondern auch noch versteckt lagern.

Eine - zwar nicht in allen Parks anerkannte, aber gewichtstechnisch interessante - Alternative ist noch der Ursack.

Ranger
11.11.2011, 09:56
Bären meiden in der Regel Menschen. Wenn der Bär draußen ein Essenspaket findet und es vermeintlich niemanden gehört, nimmt er es sich. Wenn der Bär aber weiss daß da beim Essenspaket ein Mensch ist, ist das für ihn schonmal eine Hemmschwelle und er wird es vermutlich meiden.


Grundsätzlich hast du damit schon Recht aber ich würde es anders auslegen. Bären meiden Menschen und das mache ich mir gerne zu Nutzen. Ich will einen Bären nicht durch zusätzlichen Essensduft ins Überlegen bringen ober er nicht doch im Zelt nach Fressbarem suchen soll. Denn auch wenn ich fjellstorms Nähkünste nicht in Frage stellen möchte :bg: glaube ich nicht, das der gut eingepackte Rucksack (oder die meisten anderen Formen der Nahrungsaufbewahrung) absolut Geruchsdicht ist.



Wenn der Bär sich aber einem Zelt nähert, ohne zu wissen daß da ein Mensch drin ist, muss man es ihm wissen lassen.

Der Bär nimmt dich schon früh genug war, wenn er sich trotzdem dafür entscheidet ans Zelt zu kommen muss er einen Grund dafür haben. Geruch nach Essen kann ein zusätzlicher Grund dafür sein.



Ein geklautes Essenspaket kann mehrere Wochen von der Zivilisation entfernt fatal sein,


Natürlich hast du mit dieser Aussage auch Recht. Aber wenn ich mir die mögliche Alternative ansehe, bevorzuge ich dieses Risiko.

Bernie, ich respektiere deine Meinung und sie dürfte für dich auch funktionieren. Und ja, ich habe auch schon mit den Essensvorräten im Zelt geschlafen, weil es in der Situation nicht (sinnvoll) anders möglich war. Aber für mich ist meine (und die von vielen anderen) Methode die Bessere und ich würde das auch anderen so empfehlen.

Libertist
11.11.2011, 11:38
Also, mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Normalerweise halten sich Bären von Menschen fern: sowohl vom Zelt, als auch vom Proviantlager, da sich dieses ja auch in Menschennähe befindet. Sollte ein Bär diese Scheu nicht verspüren, dann ist er zu allem fähig: sowohl zum Aufreißen meines Rucksacks, der 30 Meter von mir entfernt liegt, als auch vom Einbruch in mein Zelt. Beides ist untypisch, beides ist möglich. Mag sein, dass die Wahrscheinlichkeiten unterschiedlich groß sind: es mag wahrscheinlicher sein, dass ein Bär ein 30 Meter entfernt deponiertes Proviantlager plündert, als dass er wirklich ins Zelt kommt. Dem entgegen steht allerdings das Risiko: wenn der Bär ins Zelt kommt, kann diese Situation ungleich gefährlicher werden, als wenn ich nur mein Essen verliere.

Sagen wir es so: von 100 Bären trauen sich 3 des nachts in Zeltnähe, um Proviant zu klauen. Davon ist einer mutig genug, über das Zelt herzufallen. Ich würde 3 mal mein Essen verlieren, du müsstest einmal einen Bärenangriff abwehren. Und ja, wenn der Bär ins Zelt einbrechen will, dann ist er offensichtlich auf einen Angriff eingestellt, denn er weiß ja ganz genau, dass da ein Mensch drin liegt, der (wie jedes andere Lebewesen auch) gewillt ist, sein Hab und Gut zu verteidigen. Und ein Bear Spray im Zelt anzuwenden ist auch nichts, was auf meiner ToDo Liste ganz oben steht. Selbst, wenn es gelingt und der Angriff abgewehrt werden kann, riecht das Zelt danach nach Pfeffer und lockt die Bären erst recht an. (Für alle, die es nicht wissen: Bear Spray bewirkt bei den Bären zwar Schmerzen an den Schleimhäuten, eigentlich mögen sie den Geruch aber und kommen gern dahin zurück, wo sie besprüht worden sind. Wenn nun ein Zelt mit dem Spray eingesprüht wurde, sollte man sich lieber nicht mehr rein legen. ;-))

Fliehender
11.11.2011, 14:01
Wenn es die Schleimhäute von Bären reizt, müsste das doch auch bei Menschen so sein,oder? Dementsprechend könnte man das mit dem ruhigen Schlafen im Zelt und Schlafsack eh knicken:ignore:

Chemiker
11.11.2011, 14:49
(Für alle, die es nicht wissen: Bear Spray bewirkt bei den Bären zwar Schmerzen an den Schleimhäuten, eigentlich mögen sie den Geruch aber und kommen gern dahin zurück, wo sie besprüht worden sind. Wenn nun ein Zelt mit dem Spray eingesprüht wurde, sollte man sich lieber nicht mehr rein legen. ;-))
Gut zu wissen. Ich wollte schon vorschlagen, den Proviantsack damit zu präparieren :ignore:. Pfefferspray im Zelt macht einen selbst halt auch vorübergehend handlungsunfähig und blind. Vermutlich trotzdem besser, als von einem Bären genauer "untersucht" zu werden.

Libertist
11.11.2011, 14:58
Gut zu wissen. Ich wollte schon vorschlagen, den Proviantsack damit zu präparieren :ignore:.

Oh, das kann wirklich gefährlich werden! Es soll schon Leute gegeben haben, die sich und ihre Ausrüstung mit Bear Spray besprüht haben, weil sie dachten, es würde wie ein Moskito-Spray wirken, nur auf Bären bezogen. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall, die Viehcher lieben das Zeug. :bg:

Chemiker
11.11.2011, 16:12
Wirkt also auf Bären eher wie eine zu scharfe Grillsoße :bg:.

Wildniswanderer
11.11.2011, 17:50
Keine Frage, Bernies Methode trägt ein höheres Risiko in sich, daher würden alle offiziellen Stellen wie Bernie ja auch weiß in höchstem Maße davon abraten Nahrungsmittel in Bärengebieten im Zelt aufzubewahren.

Trotzdem möchte ich noch zwei Sachen erwähnen: Es gibt tatsächlich Fälle wo Bären in ein Zelt mit Menschen drin eingedrungen sind, ob die aufbewahrte Nahrung bei dem von Heron genannten Unglück eine Rolle gespielt hat, weiß ich allerdings nicht. Andere Tiere dringen aber mit Sicherheit in Alaska nicht in ein Zelt mit darin schlafenden Menschen ein.
Dagegen könnte ein draußen liegendes "Futterpaket" noch eine ganze Reihe von Tieren anziehen, die an den Inhalt wollen.
Von Mäusen über Füchse bis zum Vielfrass ist da schon einiges vorstellbar. Und weder Drybag noch Rucksack sind ein besonders wirksamer Schutz gegen entschlossene Zähne. Selbst winzige Mäuse können schon einiges bewirken...
In den Alpen hat mir ein Fuchs mal die Plastikwasserflasche die unmittelbar neben dem Zelt lag zerbissen...
Man sollte laut den Empfehlungen ja wohl auch den Proviant schon weiter als 30 Meter vom Zelt deponieren. Und da ist es dann schon ein gewaltiger Unterschied was die Angst vor den Menschen angeht ob etwas im Zelt oder in einiger Entfernung liegt.

Was das mögliche Risiko angeht, denke ich auch, dass es ein Unterschied ist, ob man in einem Nationalpark unterwegs ist, wo die Wildtiere schon seit längerer Zeit den Menschen nicht mehr als Feind kennen, oder außerhalb wo die Tiere in der Regel viel scheuer sind, eben weil sie wissen, dass der Mensch ein gefährlicher Jäger ist und daher um alles was nach Mensch riecht einen weiten Bogen machen. Auch in sehr abgelegenen Wildnisgebieten wo die Tiere unter Umständen noch nie einen Menschen gesehen haben, wird die Scheu weit größer sein als in einem Nationalpark, selbst wenn der so groß ist wie Denali. Oder kann jemand von ähnlich häufigen, nahen Bärenbegegnungen wie sie Libertist auf seinen Touren hatte außerhalb eines Nationalparks oder sonstigen geschützten Gebietes berichten?

Bernie schreibt ganz richtig, dass das seine Methode ist, die er auch niemand empfehlen würde, aber ich finde so ein Forum wie dieses ist der richtige Ort um so etwas zu diskutieren ohne befürchten zu müssen andere zu etwas Unbedachtem zu verleiten.

MeisterYukon
21.11.2011, 22:36
Wahnsinnsbilder und wieder mal ein toller Bericht! Du stellst hier an Reiseberichten alles in den Schatten! :p

strikemike
10.01.2012, 08:20
Wahnsinnstour!!!

Peter83
22.02.2012, 14:27
Traumhaft!

Grüsse,
Peter

hansmoser
26.03.2012, 15:28
Hi Libertist,
dein Bericht und die Fotos sind wirklich Klasse. So gut, dass ein Kumpel und ich gleich angeregt wurden, auch mal eine Tour nach Alaska zu unternehmen. Dazu hätte ich an dich, als erfahrener Alaska- und Amerikareisender, 2 Fragen:
Ist es bei der Einreise ein Problem, Trekkingnahrung mit sich zu führen?
Und, kann man in den Touristen-stores im Denali Gaskartuschen und solche Trekkingnahrung kaufen?

Vielen Dank und Grüße

hansmoser

Libertist
26.03.2012, 16:10
Ist es bei der Einreise ein Problem, Trekkingnahrung mit sich zu führen?
Und, kann man in den Touristen-stores im Denali Gaskartuschen und solche Trekkingnahrung kaufen?

Hallo Hansmoser,

danke für das Kompliment. Trekkingnahrung in die USA einzuführen ist kein Problem, hatte auch schon Müsli-Riegel im Gepäck, Brot war auch bereits dabei. Fleischwaren dürfen nicht mitgebracht werden, so weit ich weiß.
Trekking-Nahrung bekommt man in einem Outdoor-Shop, direkt am Denali National Park, vielleicht auch in den Supermärkten vor Ort. Gleiches gilt für Gaskartuschen, alles kein Problem. Ab September gibts dicke Prozente: anfangs -20%, dann -30, -40 und zu Zeiten der Road Lottery (meist zwischen 20. und 24. September) bis -50% Rabatt.

Wann seid ihr denn in Alaska? Schon gebucht? ;-)

Sapmi
26.03.2012, 16:10
Ich bin zwar nicht Libertist, aber ich kann trotzdem schon mal die erste Frage beantworten. :bg:


Ist es bei der Einreise ein Problem, Trekkingnahrung mit sich zu führen?


Trockenfutter mitnehmen ist kein Problem, selbst solche Körnerriegel à la Corny sind völlig ok.

Hier mal ein Link zum Thema:

http://www.cbp.gov/xp/cgov/travel/clearing/agri_prod_inus.xml#GeneralListofApprovedProducts

viechitiermau
26.03.2012, 21:25
Servus!
Ich bin der "Kumpel" - danke schonmal für die schnellen Antworten!
Auch von mir: Toller Reisebericht - besonders die Bilder sind echt klasse!
Da hansmoser unterwegs ist antworte ich jetzt mal für ihn.
Reisedaten: 23.8.-18.9. Hinflug nach Fairbanks, Rückflug von Anchorage.
Es geht besonders um Milchpulver, Müsli und gefriergetrocknete Fertignahrung ala Travellunch.
Darf Fleisch grundsätzlich nicht dabei sein, oder ist es als Bestandteil von Travellunch ok?

michael

Libertist
27.03.2012, 00:36
Darf Fleisch grundsätzlich nicht dabei sein, oder ist es als Bestandteil von Travellunch ok?

Das kann ich dir nicht sagen. Könnte mir aber vorstellen, dass du damit schon Probleme bekommst.



Reisedaten: 23.8.-18.9.

Perfekter Reisezeitraum für Alaska! (Nur etwas kurz:baetsch:)

Argysh
27.03.2012, 01:09
super thread. super bericht. super bilder!:D

september ist einfach die schönste zeit in alsaka oder dem yukon. (oder allgemein diesen breitengraden)

btw: ich hab das selbe objektiv, leider gab es den geist auf kurz bevor ich in den yukon hoch kam. die brennweite lies sich mich nicht mehr verstellen und es klemmte im macro modus. ich hatte mir damals dann das einzige passende tele für eine pentax cam gekauft das ich in whitehorse bekommen konnte und es war absoluter mist. -.-
das wurde zwar auf garantie repariert aber das objektiv hatte ich erst wieder als ich schon zurück in deutschland war. -.-

zum bärenthema:
ich hab bei weitem nicht so viel erfahrung mit bären wie libertist, aber auch ich hatte schon 2 mal das vergnügen in <10m distanz zu einem braunen zu stehen. beides mal aber vollkommen problemlos. wirkliche "probleme" bereitet hat mir nur mal ein sehr hartnäckiger schwarzbär der immer wieder kam.

die vorstellung das ich dabei in schlafsack und zelt verpackt (aka so was ähnliches wie gefesselt) bin und die situation nicht friedlich bleibt ist mir überaus unangenehm und an bärenspray glaub ich bei braunen sowieso nicht. deshalb verfahre ich da auch lieber wie libertist und parke alles was sie anlocken kann weit abseits meines zeltes.

sollte tatsächlich ein bär mein futter klauen und ich es nicht rechtzeitig in die zivilisation schaffen hab ich als reserve meinen spot. lieber rufe (und im zweifelsfall bezahle) ich ne woche nach dem (ausgebliebenen) bärenangriff die bergrettung als mich mit meinem taschenmesser mit einem bären zu duellieren. ;)

@heron: den ursack kannte ich noch garnicht, klingt nach ner netten alternative.

@sapmi mir wurde alles was fleisch enthielt abgenommen. k.a. ob das rechtens war, aber ich bin nicht derjenige der mit amerikanischen grenzbeamten nen streit anfängt. ^^

viechitiermau
27.03.2012, 02:36
(Nur etwas kurz:baetsch:)
10d länger wär uns auch lieber gewesen, aber ich hab ende September Klausuren(:() und davor ist im Denali denke ich einiges los.
Ich hätte noch ein paar Fragen:
- Wir kommen um 1420 in Fairbanks an und wollten dann zum Highway laufen um von dort aus zu trampen. Denkst du es ist realistisch noch am selben Tag bis zum Visitor Center zu kommen?
- Würdest du uns raten Bärenspray mitzunehmen oder denkst du man kann drauf verzichten?
- Meintest du vorhin -50% Rabatt auch auf Ausrüstung:o, oder nur auf Essen?
Ich hoffe ich bin nicht zu nervig...sry

Libertist
27.03.2012, 03:10
10d länger wär uns auch lieber gewesen, aber ich hab ende September Klausuren(:() und davor ist im Denali denke ich einiges los.

Klausuren, ja... sowas hab ich auch. Schon immer gehabt. :ignore: Und Alaska ist groß, da lässt sich neben einem Denali-Besuch noch so einiges unternehmen. ;-)



Wir kommen um 1420 in Fairbanks an und wollten dann zum Highway laufen um von dort aus zu trampen. Denkst du es ist realistisch noch am selben Tag bis zum Visitor Center zu kommen?

Geht schon, könnte aber knapp werden. Condor-Flüge haben gern auch mal Verspätung, in meinem Fall schon bis zu drei Stunden. Entweder bleibt ihr eine Nacht in Fairbanks (Couchsurfing?) oder ihr versucht es halt. Am Flughafen könnte ihr direkt lostrampen, in Raum Fairbanks bekommt man als Reisender sehr schnell einen "Ride". Im schlimmsten Fall schlagt ihr das Zelt auf dem Weg zum Park halt irgendwo am Straßenrand auf, ist ja auch kein Problem. Nehmt Wasser mit.



Würdest du uns raten Bärenspray mitzunehmen oder denkst du man kann drauf verzichten?

Ich selbst war schon mit Spray unterwegs und auch schon ohne - gebraucht hab ich es jedenfalls noch nie. Da ihr zu zweit seid, wird es noch weniger "nötig" sein (insofern man von einer Notwendigkeit sprechen kann). Ob Bear Spray im Allgemeinen sinnvoll ist, will ich hier eigentlich nicht diskutieren, dazu gibts sehr viele verschiedene und stark polarisierte Meinungen. Eines ist aber klar: viel wichtiger als das Spray ist das Wissen um das Verhalten der Bären sowie genaue Kenntnisse über alle Vorsichtsmaßregeln. Wenn ihr so weit seid, könnt ihr nach eigenem Ermessen handeln: wenn ihr euch mit dem Spray sicherer fühlt, dann nehmt welches mit.



Meintest du vorhin -50% Rabatt auch auf Ausrüstung:o, oder nur auf Essen?

Auf alles. Gegen Ende der Saison schließen dort jegliche Geschäfte, aus der kleinen Einkaufsmeile (etwa 400m nur Souvenir-Shops, Lebensmittel-Geschäfte, Guiding-Agenturen usw.) wird Ende September ein kleines Geisterdorf. Niemand ist mehr da und es gibt auch nichts mehr zu kaufen. Vorher muss eben alles raus. Es gibt da auch einen kleinen Outdoor-Shop, der einer tollen Frau namens Juliette Boselli gehört, die wiederum als Guide für Bootstouren im Norden Alaska arbeitet und den Verkauf ihrem Bruder überlässt. Die beiden sind ziemlich cool drauf. Naja, jedenfalls lohnt es sich, gegen Ende der Saison mal in diesen Shop zu schauen und gegebenenfalls ein paar gute Ausrüstungsgegenstände zum günstigen Preis mitzunehmen.

Meldet euch, wenn ihr noch Fragen habt. Gute Nacht.

Sapmi
27.03.2012, 08:17
@sapmi mir wurde alles was fleisch enthielt abgenommen. k.a. ob das rechtens war,

Denke schon, dass es bei Fleisch problematisch sein kann, also bei frischem sowieso, aber eventuell halt auch bei sonst irgendwie verarbeitendem. Würde jedenfalls lieber nix Fleischhaltiges mitnehmen.

(wobei ich mir jetzt so langsam doch schon fast ein bisschen OT vorkomme, denn eigentlich geht's in dem Thread ja um Libertists Reisebericht und nicht um Reisevorbereitungen, oder? ;-) )

Libertist
27.03.2012, 12:22
(wobei ich mir jetzt so langsam doch schon fast ein bisschen OT vorkomme, denn eigentlich geht's in dem Thread ja um Libertists Reisebericht und nicht um Reisevorbereitungen, oder? ;-) )

Ich find's spitze, ist mir deutlich lieber, als alles per PN beantworten zu müssen. Kurze und nicht allzu spezielle Fragen (das hier zähle ich mal noch dazu ;-)) kläre ich gerne direkt im Bericht, für alles Weitere sollte dann ein Thema unter "Reisevorbereitungen" erstellt werden. Hauptsache nicht so viele PN's mit immer den gleichen Fragen. :ignore:

virtanen
27.03.2012, 18:07
Tolle Landschaft, tolle Tiere, tolle Tour! Vielen Dank fürs Teilen der wunderschönen Photos und Erlebnisse.

viechitiermau
28.03.2012, 02:07
Alles klar.
Bärenspray wird weggelassen (hatten wir eh so geplant), getrampt wird noch am selben Tag und bzgl. Essen nehmen wir Frühstück (Müsli/Milchpulver) und Mittagessen (Kekse/Schokolade) aus Deutschland mit und kaufen Abendessen einfach dort ein. Damit sollte das Fleischproblem ja dann umgangen sein.
Danke nochmal für die Tipps - ihr habt uns echt geholfen! (auch wenns ein bissl OT war)
Und ja - zwei Fragen hätte ich noch:
Macht es Sinn das Handy mitzunehmen oder gibt es sowieso nirgends Netz? Ich geh mal davon aus, dass man`s im Park vergessen kann aber vielleicht ja am Highway?
In der National Geographic Karte findet sich ein Wanderweg über die Kesugi Ridge. Kennt den Jemand? Und wenn ja, lohnt es ein paar Tage Denali dafür zu opfern? Würdehalt auch das Rucksackgewicht etwas erleichtern. Im Netz heißt es, dass der Weg weggespült wurde und von der Benutzung abgeraten. Eigentlich sollte es doch auch gehen, wenn der Trail an ein paar Stellen nicht mehr vorhanden ist !? Oder hab ich da einen Denkfehler?
Sry - hoffe das ist jetzt nicht UOT (Ultra-OT):ignore:!
Danke schonmal!

Libertist
28.03.2012, 02:51
Macht es Sinn das Handy mitzunehmen oder gibt es sowieso nirgends Netz? Ich geh mal davon aus, dass man`s im Park vergessen kann aber vielleicht ja am Highway?

Am Highway hast du guten Empfang. Mehr kann ich dir leider nicht sagen, ich reise immer ohne Handy.



In der National Geographic Karte findet sich ein Wanderweg über die Kesugi Ridge. Kennt den Jemand? Und wenn ja, lohnt es ein paar Tage Denali dafür zu opfern? Würdehalt auch das Rucksackgewicht etwas erleichtern. Im Netz heißt es, dass der Weg weggespült wurde und von der Benutzung abgeraten. Eigentlich sollte es doch auch gehen, wenn der Trail an ein paar Stellen nicht mehr vorhanden ist !? Oder hab ich da einen Denkfehler?

2010 bin ich über die Kesugi Ridge gegangen. Das war mein leichtestes Trekking in Alaska bisher (Trail halt), aber landschaftlich ist die Gegend ungemein reizvoll. Bei gutem Wetter ist es grandios, Denali (Mt. McKinley) ist direkt gegenüber. Schau mal in meinen Reisebericht von 2010 (http://outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46604-USA-Sommer-2010-9-Wochen-Trekking-in-Alaska-mit-Packraft-Wrangell-St.-Elias-amp-Denali&p=737684&viewfull=1#post737684), da findest du ein paar Bilder. Vergiss den "weggespülten Weg", wenn ihr im Denali unterwegs sein wollt, müsst ihr euch sowieso an wegloses Gelände gewöhnen. Achtet auf Schwarzbären, die dort tagsüber zum Beerenfressen umherspazieren, wir haben da oben sehr viele gesehen.

http://www.abload.de/img/img_3743zqct.jpg
Meine damalige Freundin und ich auf der Kesugi Ridge, 2010. Im Hintergrund der Denali.

viechitiermau
28.03.2012, 03:16
Ok, die Aussicht ist ja echt genial!
Bzgl. "weggespült" hab ich mir weniger Sorgen um den Weg gemacht als mehr um Brücken. Wanderwege führen halt auch mal über Flüsse die man nicht durchwaten kann, sei es wegen Tiefe + Strömung oder weil das Teil in nem Canyon mit steilen Wänden fließt. Wenn dann die Brücke weg ist ists blöd.
Grundsätzlich kann weglos ja sogar deutlich angenehmer sein als Weg (negativ-Beispiel Nordkalottleden: entweder er ist zu einer Schlammpfütze ausgelatscht, oder es liegen Planken im Sumpf die, da nicht erhöht, nass und derart glatt sind, dass es nicht die Frage ist ob man im Sumpf landet, sondern wie oft:motz:! Wärs weglos würde man den Sumpf dagegen wenns möglich ist umgehen)

Libertist
28.03.2012, 11:53
Auf der Kesugie Ridge gibt es keine großen Flüssen zu überqueren. ;-)

viechitiermau
28.03.2012, 12:09
Ok, dann isses ja kein Problem.
Gibts am Visitor Center die Möglichkeit Geld abzuheben?

Libertist
28.03.2012, 12:14
Gibts am Visitor Center die Möglichkeit Geld abzuheben?

Puhh, das kann ich dir gar nicht genau sagen, vielleicht schon. Definitiv aber an mindestens zwei anderen Orten in der Nähe, ich habe mal Geld vom ATM im Princess Hotel abgehoben.

viechitiermau
28.03.2012, 12:16
Ok danke!

Libertist
06.06.2012, 20:39
Hab mal ganz vorne noch ein Video eingefügt. Von sowas wird's demnächst noch mehr geben und die Website lässt auch nur noch wenige Tage auf sich warten.

Susanne
06.06.2012, 21:24
Ich habe gerade den Bericht gelesen und mir das Video angesehen. Ganz großes Kino! Ich bin total begeistert von den tollen Fotos und den vielen Tierbegegnungen. Ich könnte da nachts kein Auge zubekommen. Du hast ja wirklich viele Bären gesehen. Von mir 5sterne

Bergtroll
06.06.2012, 21:41
Sehr genial das Video! Jetzt schwanke ich schon wieder zwischen Denali und Wrangell-St. Elias. Denali scheint der reinste Bärenzoo zu sein :bg:

Libertist
07.06.2012, 12:12
Ich könnte da nachts kein Auge zubekommen. Du hast ja wirklich viele Bären gesehen.

Tja, man gewöhnt sich dran und fügt sich eben seinem Schicksal. :bg:



Jetzt schwanke ich schon wieder zwischen Denali und Wrangell-St. Elias. Denali scheint der reinste Bärenzoo zu sein :bg:

Was wildlife angeht ist im Denali ganz sicher mehr los, ja. Aber wart's mal ab, ich poste auch noch ein Video zu den Wrangells.


Hier noch mal das Denali-Video, für die, die auf Seite 1 nichts Neues mehr erwarten. :baetsch:


http://www.youtube.com/watch?v=kIZJKlmtRK8

Bergtroll
07.06.2012, 13:03
Wie und womit machst Du die Videos? Das scheint mir so extrem zeitaufwendig. Im Prinzip hab ich auch noch schöne Videosnippets von röhrenden Wapitis und Elchen usw. Aber daraus ein vernünftiges Video zu machen??? Vielleicht, wenn ich pensioniert bin (oder als Outdoor Guide/Blogger Geld verdienen möchte)... :bg:

Auf das Wrangell Vid bin ich mehr als gespannt ...

Libertist
07.06.2012, 17:42
Wie und womit machst Du die Videos? Das scheint mir so extrem zeitaufwendig. Im Prinzip hab ich auch noch schöne Videosnippets von röhrenden Wapitis und Elchen usw. Aber daraus ein vernünftiges Video zu machen??? Vielleicht, wenn ich pensioniert bin (oder als Outdoor Guide/Blogger Geld verdienen möchte)... :bg:

Auf das Wrangell Vid bin ich mehr als gespannt ...

Das braucht schon Zeit, aber auch nicht so übermäßig viel. 1 Tag pro Video. Mit einem guten Videoschnittprogramm ist das meiste schnell erledigt, das Setzen der Keyframes für die Bewegung der Fotos ist etwas mühsam, und auch die Suche nach geeigneter lizensfreier Musik ist nicht einfach.

Jetzt kommt erstmal das Gulkana Video. :cool:

Chaot
24.08.2012, 15:17
Auch von mir vielen Dank für diesen großartigen Bericht.
Verkaufst du zufällig Bilder an irgendwelche Magazine?

Bei der Qualität könnte ich mir das echt gut vorstellen.

So wie ich deinem Bericht entnommen habe, hattest du kein Problem damit so lange niemand zusehen oder zusprechen. Oder gab es öfter mal Momente wo es doch ein kleines Problem war.
Ich glaube nicht, das ich mit der Einsamkeit so gut klarkommen würde.

Hast du zufällig eine Packliste. Die würde mich echt interssieren.

Meinen Respekt für diese Tour und diese echt sagenhaften Bilder

Libertist
25.08.2012, 09:18
Auch von mir vielen Dank für diesen großartigen Bericht.
Verkaufst du zufällig Bilder an irgendwelche Magazine?

Bei der Qualität könnte ich mir das echt gut vorstellen.

So wie ich deinem Bericht entnommen habe, hattest du kein Problem damit so lange niemand zusehen oder zusprechen. Oder gab es öfter mal Momente wo es doch ein kleines Problem war.
Ich glaube nicht, das ich mit der Einsamkeit so gut klarkommen würde.

Hast du zufällig eine Packliste. Die würde mich echt interssieren.

Meinen Respekt für diese Tour und diese echt sagenhaften Bilder

Danke. Bisher hatte ich mit Magazinen noch nichts am Hut; keine Ahnung, ob sich in dieser Richtung mal noch etwas ergeben wird. Packlisten für bestimmte Touren habe ich nicht, aber auf meiner Website findest du eine Übersicht über das Equipment, das ich im Allgemeinen nutze.

Das Alleinsein an sich ist, sagen wir es mal so, kein großes Problem für mich. Komme damit recht gut klar. Hängt sicher stark von der eigenen Persönlichkeit ab... aber das zu erörtern ist ein ziemlich weites Feld. ;-) Habe gerade wenig Zeit, bin wieder in Alaska unterwegs. Bald gibt es auch von diesem Sommer etwas zu lesen und zu sehen :cool: ...

Chaot
27.08.2012, 11:51
Da bin ich dann mal gespannt auf die neuen Bilder und Geschichten.

Viel Spaß in Alaska

Kilometerfresser
24.06.2013, 20:09
toller bericht !
danke

Shades
25.06.2016, 22:22
@Libertist Wir wollen im September eine Tour durch die Denali Fault machen und ich hätte noch eine Rückfrage:

Du bist ja bei dieser Tour und einer anderen Tour (Savage River nach Cantwell) ungefähr i.d. Nähe vom Windy Creek über die Alaska Range drüber. Ein Pass war zu steil, ein oder mehrere andere gingen. Könntest Du mir sagen, welcher Pass genau der steile Pass ist und welcher Pass gut funktioniert?

http://caltopo.com/m/2K3K

Danke.

Libertist
26.06.2016, 12:46
Du bist ja bei dieser Tour und einer anderen Tour (Savage River nach Cantwell) ungefähr i.d. Nähe vom Windy Creek über die Alaska Range drüber. Ein Pass war zu steil, ein oder mehrere andere gingen. Könntest Du mir sagen, welcher Pass genau der steile Pass ist und welcher Pass gut funktioniert?

Klar, also hier noch mal meine Route von 2011: Eielson - Anderson Pass - Easy Pass - Foggy Pass - Irgendein Pass (https://goo.gl/maps/nMt4phRFoXm) - Pass zwischen Windy und Sanctuary (https://goo.gl/maps/H7r28MXCajp) - Mount Wright - Teklanika River - Magic Bus - Healy

Ursprünglich wollte ich diesen Pass über die AK Range (https://goo.gl/maps/2gKLvZQs4ZD2) nehmen. Als ich am Pass war, hab ich auf der Nordseite dieses große, sehr steile Schneefeld gesehen, über das ich nicht absteigen wollte. War mir zu gefährlich, bei meiner damaligen Erfahrung. Bin dann einfach über irgendeinen Pass (https://goo.gl/maps/nMt4phRFoXm) rüber zum Windy Creek gestiegen und dann weiter nach Norden.

In welchem Monat willst du dort sein?

Shades
26.06.2016, 13:29
Danke! (Voraussichtlich ca. 14 Tage ab 3. September. Mit Freundin. Du bist ja auch schon oft in weiblicher Begleitung unterwegs gewesen. Wäre Deine Tour im Nachhinein zu schwierig für Eva, Tractrice etc. gewesen?)

Libertist
26.06.2016, 13:45
Danke! (Voraussichtlich ca. 14 Tage ab 3. September. Mit Freundin. Du bist ja auch schon oft in weiblicher Begleitung unterwegs gewesen. Wäre Deine Tour im Nachhinein zu schwierig für Eva, Tractrice etc. gewesen?)

Nein, die Tour im Denali war nicht übermäßig schwierig, würde ich jederzeit auch in Begleitung unternehmen. Es sei denn die Person hat große Angst vor Bären, dann können diese 14 Tage schon sehr herausfordernd werden. Wenn man allerdings in der freien Wildbahn noch nie einem Bären begegnet ist, kann man vorher schwer abschätzen, wie stark einen das belasten wird. Ich weiß nicht, ob ihr damit Erfahrung habt... im Zweifel mal drauf ankommen lassen. ;-)

Shades
26.06.2016, 13:50
Danke.

Ich hab Erfahrung mit Bären. Meine Freundin hat keine Erfahrung mit und inzwischen Angst vor Bären, weil ich Ihr gesagt habe, dass ich sie eigentlich nur als Bärenfutter mitnehme ;) Mehr darf ich jetzt nicht schreiben, weil ich sonst gleich keinen Salat bekomme ^^

Libertist
26.06.2016, 13:52
Oh... na dann, viel Glück!