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Nita
04.10.2011, 17:12
EDIT: Das war es erstmal. Die Frage ist aber sicher nicht, ob es wieder in die Pyrenäen geht, sondern viel mehr "wann". Bis dann!

Interessante Links:

Spanische Bahn www.renfe.com (http://www.renfe.com/)
Überlandbus www.alsa.es (http://www.alsa.es/)
Bus in die (spanischen) Pyrenäen www.alosa.es
Bergwetter: http://www.aemet.es/es/eltiempo/prediccion/montana?w=1&p=arn1
Webcams: http://www.alberguesyrefugiosdearagon.com/webcams.php
Hütten im Aragón: http://www.alberguesyrefugiosdearagon.com/tablap.php
Meteo France (u.a. Lawinenlagebericht): http://france.meteofrance.com/france/MONTAGNE?MONTAGNE_PORTLET.path=montagnebulletinneige%2FDEPT65
Gutes Wetterblog (Spanisch, aber es gibt ja den google-Übersetzer ;-)) :
http://lameteoqueviene.blogspot.com/
Federación Aragonesa de Montañismo: www.fam.es
Karten habe ich vor Ort gekauft.
Onlinekarten: www.geopyrenees.net/ (http://www.geopyrenees.net/)
Ein sehr guter Forum (Spanisch) mit vielen Routenbeschreibungen: www.pirineos3000.com (http://www.pirineos3000.com/servlet/Index)


Plan:
- Pico de Aneto (3404m), Ende September
- Tageswanderung im Parque Natural Sierra y Cañones de Guara, September (Post 7 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56337-ES-FR-Tourenbuch-quot-Pyren%E4en-quot&p=939749&viewfull=1#post939749))
- kleine WE-Runde durch den Parque National Ordesa y Monte Perdido, November (Post 8 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56337-ES-FR-Tourenbuch-quot-Pyren%E4en-quot&p=939785&viewfull=1#post939785))
- nächste Runde im NP Ordesa y Monte Perdido, diesmal mit Gipfelglück, Dezember (Post 24 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56337-ES-FR-Tourenbuch-quot-Pyren%E4en-quot&p=953802&viewfull=1#post953802))
- Aneto im Winter, zwei Versuche, Post 32 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56337-ES-FR-Tourenbuch-quot-Pyren%E4en-quot&p=1036623&viewfull=1#post1036623)
- Sallent-Torla, Mai, Post 33 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56337-ES-FR-Tourenbuch-quot-Pyren%E4en-quot&p=1036625&viewfull=1#post1036625)


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Hallo zusammen,

hier ein Sammelthread für meine vergangenen und künftigen Unternehmungen in den Pyrenäen. Und da die Suchfunktion behauptet, ich wäre die erste gewesen, die auf dem Pico de Aneto war, fang ich mal damit an :bg:


Benasque-Pico de Aneto (3404m)


Pico de Aneto ist mit 3404m der höchste Berg der Pyrenäen. Er ist gut zugänglich und für die Pyrenäen recht erschlossen, zieht Massen an Touristen an und ist gut mit anderen Touren sowie Strand- und Kultururlaub kombinierbar. Informationen im deutschsprachigen Netz unterscheiden sich jedoch sehr: Die einen beschreiben einen Wandergipfel, die anderen warnen davor, diesen Berg aufgrund der südlicheren Lage zu leicht zu schätzen. Fakt ist, dass der, an sich einfacher, Aneto wie jeder anderer bekannter Gipfel viele unerfahrene und schlecht ausgerüstete Touristen anlockt und ihnen dann unter Umständen zum Verhängnis wird.

Anreise
Wer auf den Aneto will, muss an Benasque (s. unten) vorbei. Dahin fährt man mit dem Bus der Gesellschaft ALOSA www.alosa.es aus Huesca (nächstgrößerer Ort), Barcelona oder Saragossa (beides über Huesca, von dort ca. 3h und 12 Euro). Der Bus verkehrt zweimal täglich, ca. um 10 und 15:30 Uhr hin und 06:30 und 15 Uhr zurück. Für Fernreisebusse (z.B. Barcelona-Saragossa oder nach/von Madrid) siehe www.alsa.es

Benasque
Der kleine Wintersport- und Touristenort im Benás-Tal bietet Infrastruktur, die man aus den Alpen gewohnt ist. In Sportläden kann man für je 3-4 Euro/Tag Steigeisen (Crampones) und Pickel (Piolet) ausleihen, Karten und Souvenire bekommen. Es werden Ski-, Kanyoning-, Kletter-, Rafting- und alle anderen möglichen Touren angeboten, man spricht sogar manchmal Englisch. Im Sommer (Mitte Juni-Mitte September) ist das höhere Benás-Tal für den Autoverkehr geschlossen, es fährt aber ein Shuttlebus in 30min-Takt (von 6 bis 19 Uhr bzw. 18 Uhr im September).
Dieser bringt einen zum auf 1900m liegenden Hospital de Benasque, von wo man zum auf 2150m liegenden Refugio aufsteigt (reservieren!), das als Startpunkt für die Normalroute gilt. Für die Ruta por Coronas (siehe unten) steigt man am Camping Pllan de Senarta oder in der Nähe aus. Unterwegs gibt es übrigens mehrere schöne Campingplätze. Falls der Bus nicht fährt (wie bei mir Ende September), kann man versuchen zu trampen oder geht zu Fuß.

Routen
Die Normalroute startet am Refugio de la Renclusa auf 2140m. Sie ist mit F+ bewertet und beinhaltet eine längere Gletschertraverse. Höhenunterschied – 1268m (ca. 5h). Zum Schluss ein paar Meter I°+ (s.u.)

Für den Aufstieg vom Süden (Ruta por Coronas) übernachtet man idealerweise im Refugio Coronas auf 1970m, das aus dem Tal über die 8km und 600hm lange Schotterpiste erreichbar ist. Achtung, nur eine Biwakhütte! Vorhanden sind zwei Liegeflächen á ca. 6 Personen (keine Matratzen), Ofen, Tisch, Bänke und Satellitentelefon. Wenn das Tal befahren werden darf, kann man (mit eigenem Wagen) auch zum Refugio hochfahren. Höhenunterschied zum Gipfel – 1450m (ca. 5h). Die letzten 200hm verlaufen beide Wege zusammen. Auch F+, im Winter AD.

Und der Bericht selbst ;-)

Am frühen Nachmittag kam ich in Benasque an und da es keinen Bus mehr höher ins Tal gab (September), lief zu Fuß los. Der Weg beginnt direkt hinter dem Ort und ist nicht zu verfehlen. Ca. 1,5 Stunden später ist man am Fahrweg ins Vall de Vallibierna und kann rechts den Pfad in den Wald nehmen. Dieser ist schön und ursprünglich und führt immer stärker ansteigend zurück zur Schotterpiste, über die man (irgendwann fluchend, da zieht sich) das Refugio de Coronas auf 1970m erreicht.

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Dies war schon mein erster Tag, wobei ich diese etwa 16-17km mit 850hm (3`45h) bei der Hitze durchaus ausreichend fand. Die Gegend unterscheidet sich wenig von den Alpen, nur eine andere herrschende Kiefernart lässt ahnen, dass man woanders ist.

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unterwegs zum Rif. Coronas

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Schotterweg zum Rif. Coronas: lang und flach

Unterwegs kamen mir mehrere Autos entgegen und vorm Refugio standen noch 10 (!). Und das obwohl es Herbst ist und unter der Woche!!! Den Rest des Tages wurde gechillt ;) Für Fotobegeisterete gibt es einige wunderschöne Bäche, dessen Wasser von den Einheimischen allerdings nicht getrunken wird (mir passierte nichts, hatte keine Wahl weil zu heiß).


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am Rifugio

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Und hier der Abend. Wie wird es wohl? Werde ich im Refugio/morgen beim Aufstieg alleine bleiben? Wie sind die Verhältnisse oben? Die Sonne versteckte sich hinter den Bergen, es wurde rasch frisch und ich verzog mich in die leere Hütte. In der Nacht wartete ich auf Ratten/Mäuse, die sich auf die Suche nach meinem Essen machen würden. Es waren aber nur noch zwei Wanderer, die mich besuchten und sich leise schlafen legten.

Um 7 Uhr in der Früh, gefühlt mitten in der Nacht, machte ich mich auf den Weg. Mond beleuchtete den Weg… Sterne funkelten. Ich ging langsam meditierend rauf und… verstieg mich im Dunkeln. (Der Weg ist nur mit Steinmännchen markiert und stellenweise leicht zu verfehlen. Von der Hütte lieber den linken Pfad nehmen). Kletterte mühsam einen Geröll- und Blockfeld hoch und querte dann zum richtigen Pfad, schon ziemlich ausgepowert. Sobald man aber die drei Seen erreicht (inferior, medius, superior auf ca. 2800m), bekommt man eine Auszeit zum verschnaufen - es ist fast flach.

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Der mittlere See

Hier frühstückte ich und beobachtete zwei Jungs, die in Richtung eines anderen Gipfels aufstiegen, aber plötzlich zu mir umkehrten. Da ich mich gerade schon wieder etwas verstieg (=Höhenmeter!) und mich ärgerte, wollte ich zumindest die beiden warnen und zeigte in die richtige Richtung. Antwort – keine. Wir stiegen mehr oder weniger zusammen weiter, bis die beiden plötzlich verschwanden.

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der obere See

Etwas später habe ich sie in einem steinschlag- und absturzgefährlichen Steilhang über mir entdeckt – Kinder, was macht ihr dort? Nach vielen Versuchen, uns durch Rufe zu verständigen (schwierig, wenn man die Sprache eh nicht kann :(), stieg einer etwas ab und ich zu ihm auf. Karte gelesen, gemeinsam ein Stück abgestiegen. Aber das Eis war gebrochen, weiter (nun richtig) ging es ohne Absprache zusammen ;-) Die Morene links vom kleinen Gletscher scheint schier endlos zu sein, doch oben wird man mit der bis jetzt besten Aussicht belohnt. Generell fand ich den Weg aber relativ langweilig und fast unschön.

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im Geröll auf ca. 3000m

Ab der Scharte (Collado de Coronas, 3208m) geht man auf dem Normalweg weiter. Wir legten Steigeisen an und freuten uns auf den Gletscher, waren aber überrascht, schon nach einem hundert Meter zu einer längeren Felspassage zu kommen.

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erste Gletscherpassage

Dachten schon, das wäre es, verstauten Steigeisen… Und sahen gleich danach blankes Eis vor uns. Der Gletscher wird weit oben gequert, Spur war vorhanden, keine Probleme.

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Anetogletscher, oben sieht man die Spur des Normalweges

Noch ein Blockfeld (wo bleibt die Luft?) und wir sind vor dem Paso de Mahoma. Das ist ein kurzes Gratstück, vor dem Spanier viel Respekt haben und sogar ohne ihn sich den Gipfel anrechnen; einige seilen sich an. Mehr als 30m etwas luftiger, aber leichter Kraxelei (I°+) sind es aber nicht. Gipfel!!! Und T-Shirt-Wetter auf 3400m, wenn das nicht schön ist! Ich habe zur kompletten (und benötigten) Biwakausrüstung noch ordentliche warme Sachen, EH-Set usw. geschleppt, was bei manchen mit 20l-Rucksäcken ankommenden für Staunen sorgt. Naja, genauso wie bei mir ihre 20l…

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3404m

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Gipfelaussicht

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Paso de Mahoma im Abstieg

Auf dem Rückweg kletterten wir noch zur Gletscherhöhle kurz vor der Scharte runter, bevor der unendlich lange Abstieg im Geröll begann.

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Die beiden schienen allen physikalischen Gesetzen zum Trotz runter zu fliegen, während ich mich richtig beeilen musste um einigermaßen mitzuhalten. Wir stiegen über die Morene zu den drei Seen (wo sie wieder versucht haben, ein paar extra Meter zu machen) und weiter zum Ibon de Coronas, einem weiteren See, ab.

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der Abstieg ist lang und steinig

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irgendwo hier muss ich mich am morgen verstiegen haben

Hier endete endlich das Geröll und es ging auf einem wunderschönen Waldpfad weiter. Geschätzt gegen 18 Uhr waren wir am Rif. de Coronas…

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noch 20-30min zum Rif. Coronas

Und während andere in ihre Wagen stiegen, hatten wir noch die ganze Schotterstrasse vor uns. Noch mal 8km-600hm. Macht mindestens 2100hm im Abstieg und Dank des Verlaufens ca. 1700hm im Aufstieg. Dabei sind die beiden heute früh nicht am Rifugio, sondern im Tal gestartet und entsprechend mehr Höhenmeter gemacht! Sie hatten einen ähnlichen Plan auch für den nächsten Tag, das Ganze als Vorbereitung für den Mont Blanc nächste Woche. Viel Glück!!!

Netterweise wurde ich zu meinem Camping mit dem Auto gebracht, was mir weitere 4-5km Fußmarsch ersparte. Dort unter die Dusche und ab in den Schlafsack unter dem sternbedeckten Himmel; fertig und glücklich. Um halb sechs Uhr morgens noch ein 45min-Spaziergang zurück nach Benasque und von dort Bus nach Hause. Und mittags, geheimnisvoll lächelnd, wieder zur Uni...

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Benasque früh morgens

Fazit
Pico de Aneto ist kein besonders schöner, aber aufgrund einiger Faktoren (Höhe, Kult, eins der wenigen Gletscher in den Pyrenäen) für viele interessant. Ich kann mir vorstellen, dass eine Besteigung im Winter oder Frühjahr deutlich schöner ist als im Sommer, wo man außer einem großen Geröllhaufen nicht viel sieht. In der Gegend um Benasque gibt es übrigens eine Menge Dreitausender (in den Pyrenäen insgesamt über 200); für mehrere von denen ist Rif. de Coronas der perfekte Startpunkt.

PS: Zur Schwierigkeit

Aneto ist bei guten Bedingungen für jeden geübten Bergwanderer geeignet, sollte aber trotzdem nicht unterschätzt werden. Hier mögliche Problemenquellen:

- Gletscher: Steigeisen+Pickel für jede Route rund ums Jahr mitnehmen & nutzen (können)
- Orientierung: Markierung (=Steinmännchen) ist sehr sparsam, man versteigt sich leicht, was aber meist kein Problem ist, weil das Ziel eindeutig sichtbar -> im weglosen Gelände steigen können
- Wetter: die ganze alpine Palette ist möglich
- Höhe/Länge: Kondition für mindestens 1500m rauf und runter, bei Abstieg ins Tal noch deutlich länger. Ich habe für Rifugio->Berg->Tal ca. 13h gebraucht, die beiden Spanier für Tal>Berg->Tal 14h (hätten also auf meiner Route bis zu einer Stunde weniger). Haben aber viele Pausen und Abstecher gemacht, also eigentlich ein paar Meter mehr als unbedingt notwendig.
- Trittsicherheit&Schwindelfreiheit: Paso de Mahoma ist kurz, aber mit Jubigrat vergleichbar, auch der Rest erfordert etwas Konzentration. Falls unsicher vor dem Paso Schluss machen (schon 3400m)

Nicki
04.10.2011, 17:49
Schön, noch ein Pyrenäen Fan.
Bin gespannt auf die folgenden Berichte.

Gruß Folko

ThorstenSchneider80
04.10.2011, 18:12
Leider ist es mir im Moment nicht möglich dich zu unterstützen. Bleibst du eigentlich Weihnachten und Silvester unten? Dann könnte ich Schneeschuhe mitbringen...

Nita
04.10.2011, 21:28
Weiß noch nicht genau, würde aber gern hier bleiben. Sage dir auf jeden Fall Bescheid!

Wie sieht es bei dir eigentlich mit Frühjahr/Ostern aus?

chrischian
05.10.2011, 09:19
hier ein Sammelthread für meine vergangenen und künftigen Unternehmungen in den Pyrenäen.


Sehr schön, ein Pyrenäen-Sammelthread. :) Wir waren vor 19 Jahren dort. Man, ist das lange her. ;-)


, die auf dem Pico de Aneto war, fang ich mal damit an :bg:


Statt des Pico de Aneto waren wir auf einem der 3300er. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern. :( Über den Gletscher sind wir damals zurück und ich habe ihn größer in Erinnerung.

ThorstenSchneider80
05.10.2011, 15:05
Kann ich absolut noch gar nicht sagen, leider.

Nita
21.11.2011, 16:24
Sierra y Cañones de Guara

Naturpark Sierra y Cañones de Guara, zu Deutsch Gebirgskette und Schluchten der Guara, gehört zu den spanischen Vorpyrenäen und weist Gipfel bis zu 2077m Höhe auf. Man unterscheidet zwischen dem trockenen (und wie!) südlichen und bewaldeten nördlichen Teil. Anreise erfolgt wie üblich über Huesca in Richtung Jaca, idealerweise kommt man aber mit dem Auto an. Die Gegend (ich war im Süden, Ausgangspunkt Nueno) eignet sich gut für kleine Ausflüge, wahrscheinlich auch im Winter, beeindruckend ist vor allem die Aussicht Richtung Flachland. Mich begleitete außerdem ein mehr als beeindruckender Wind, wegen welchem ich mich mehrmals hinsetzten musste (!) und an exponierteren Stellen eher gekrochen als gegangen bin.
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Die Anreise klappte ohne Probleme und gegen 11 Uhr machte der Fahrer mir Zeichen „Aussteigen“. Ich folgte und stand auf einmal auf der Autobahn nahe einer Ortsausfahrt… Dass man hier etwas mehr Orientierungssinn braucht als in Deutschland, wusste ich. Dass es allerdings wirklich nur sehr wenige markierte Wanderwege gibt, war mir nicht bewusst. Nach einigem hin und her fand ich endlich den in der Karte eingezeichneten Pfad und fing an, aufzusteigen (feste Schuhe und lange Hose!!!)

Die Wanderung gestaltete sich eher nach dem Prinzip „ich sehe es, es gefällt mir, ich gehe hin“. Meist gab es dann auch irgendeinen Pfad, der dahin führte. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt am Besten Schotterstraßen, die aber auf ihre Durchgängigkeit genau überprüft werden müssen (Karte lesen!). Ansonsten bewegt man sich auf freilich selten begangenen Pfaden, wo es keine Pflanze ohne Dornen gibt.

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Blümchen-1 :)

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Blümchen-2

Generell sind die Landschaft und die Natur am ehesten einer Wüste ähnlich. Die wenigen Pflanzenarten, die in dieser Gegend überleben, sind klein und trocken, an Fauna sind die hier beheimateten Bartgeier bemerkenswert. Mit bis zu drei Metern Spannweite schweben sie zu mehreren im Himmel und flößen einem zumindest Respekt ein. Es gibt auch andere bedeutende Greifvögelarten, sowie Stationen ihrer Beobachtung.

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Wenn man in Richtung des Flachlands schaut, sieht man nichts außer ausgetrockneter rötlicher Erde

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Von hier bin ich beinahe runter geblasen worden, konnte aber nicht darauf verzichten, oben zu Mittag zu essen

Nach etwa sieben Stunden und einem 1400m-Gipfel stieg ich zu einem kleinen Dorf ab und fragte mich, an welcher Autobahnstelle ich jetzt wohl auf den Bus warten muss. In diesem Augenblick fuhr Bauer, unter dessen Baum ich mich hingesetzt habe, nach Hause und bot mir an, mich nach Huesca zu bringen. Das ließ ich mir nicht entgehen und erlebte deutlich mehr, als eine 30min-Autofahrt. Der Mann erzählte von seinem Land, seiner Arbeit auf eigenen Feldern und wie seine Frau gestorben und Kinder in die Stadt gezogen sind. Man hörte Stolz auf alles spanische, aber auch Traurigkeit des Lebens in dieser verlassenen 50-Mann-Siedlung in den Bergen (nach Huesca fuhr er nur meinetwegen). Ich verstand allerdings herzlich wenig, versprach dann eine Karte zu schreiben und ihn irgendwann – ob mit Familie oder Freunden – besuchen kommen.

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Schöne Ecken gibt es hier auf jeden Fall

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Querfeldein zur Peña de San Miguel, Achtung Dornen!

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alles ganz trocken... aber hat schon was

Nita
21.11.2011, 17:12
Herbstlich-winterliches Wochenende in Ordesa

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Circo de Cotatuero von unten

Park Ordesa y Monte Perdido (auf Deutsch „verlorener Berg“) wurde noch 1918 zum Nationalpark erklärt, seit 1997 zählt das ganze spanisch-französische Bergmassiv zur UNESCO-Welterbe. Auf der spanischen Seite begrenzen tiefe Täler/Schluchten Ordesa, Añisclo, Pineta und Escuain den Park, nach ihnen wird er auch in Sektoren (s.u.) eingeteilt (plus zusätzlich Sektore Monte Perdido und Valle Bujaruelo).

Für die Anreise mit ÖVM ist vor allem die Ortschaft Torla interessant, die man mit dem Bus der Gesellschaft Alosa www.alosa.es erreicht. Der Bus fährt jedoch nur 1-2 Mal pro Tag. Im Sommer und zu Osterzeit gibt es außerdem einen Shuttlebus (Autoverkehr ist während der Hauptsaison ab Torla verboten!) zur Pradera de Ordesa, dem perfekten Startpunkt sowohl für eine kleine Wasserfallbesichtigung als auch für viele alpine Routen. Die tägliche Touristenzahl ist allerdings begrenzt, was mithilfe dieses Shuttlebuses reguliert werden soll. Ab Mitte/Ende September kann man Pradera de Ordesa mit dem Auto anfahren (großer Parkplatz), bzw. muss von Torla zu Fuß laufen (ca.7 km und 300hm).

Auf www.ordesa.net kann man vieles über den Park nachlesen. Die deutsche Variante ist aber nur eine automatische Übersetzung und ziemlich ungenießbar. Hier noch mal die wichtigsten Regeln:

Übernachten ist unter folgenden Aspekten erlaubt:
- ohne oder mit einem kleinen (bis 130cm Höhe) Zelt
- nicht in Reservezonen
- für eine Nacht (Abend- bis Morgendämmerung)
- Sektor Ordesa: oberhalb von 2100 m
- Sektoren Añisclo und Escuain: oberhalb von 1800 m
- Sector Pineta: oberhalb von 2500 m

Verboten ist u.a. das Feuermachen, Seifenbenutzung und Baden in den Flüssen, jegliche Störung der Tiere und Pflanzen, Drachenfliegen u.ä., Wettkämpfe aller Art.

An Aktivitäten gestattet sind nur Wandern, Bergsteigen, Klettern, Skitouren, Höhlenforschung.
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Ich kam in Torla (1030m) gegen 10 Uhr morgens an. Letzte Stunde verbrachte ich alleine im Kleinbus, dessen Fahrer sich offensichtlich freute, überhaupt einen Passagier zu haben. Während der Fahrt verschlug es mir mehrmals den Atem von den Aussichten (der „Abstieg“ von den Vorpyrenäen in Richtung Hauptkamm ist einmalig!), das linderte aber kaum das quälende Gefühl innen wie außen grün zu sein. Dem Fahrer schien es aber richtig Spaß zu machen, über engste Kurven kunstvoll zu rasen, und wir kamen sogar rund 20 Minuten früher als gedacht an.

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Ausblick von Sierra y Cañones de Guara in Richtung Hauptkamm

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die ganze Zeit so, nichts für ´nen schwachen Magen

In Torla sah ich keine Seele, wechselte die Flussseite und ging auf einem Fußweg in Richtung Pradera de Ordesa. Herbstliche Farben, türkisblaues Wasser von Arazas und überzuckerte Berge luden immer wieder zu kleinen Pausen und Abstechern zu den Wasserfällen ein, Zeit verging. Ich traf niemanden bis ich nach knapp drei Stunden am ca. 7km und 300hm entfernten Pradera-Parkplatz (ca. 1300m) eintraf und plötzlich mitten im Touristenstrom war.

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Torla im Morgenlicht

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und noch eine Fotopause...

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breiter Weg kurz vor Pradera de Ordesa

Nun stellte sich die Frage, ob ich die Wander- endgültig in eine Fototour umbenenne :roll:, schließlich war der Tag schon fortgeschritten und vermutlich auch das letzte WE an dem man die gelben Blätter bewundern kann.

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Das hätte fast funktioniert, doch ich wollte nicht im Tal schlafen (und ist eh verboten). Stieg also wie ursprünglich geplant zum Circo de Cotatuero (s. Foto ganz oben) hoch, die ganze Zeit unweit eines Flusses. Auf ca. 1700m kamen mir zwei Wanderer entgegen, die berichteten, dass auf der Faja de las Flores, einem sehr schönen Band-Pfad, zu viel Schnee liegt uns sie umgekehrt sind. Fragten mich nach Erfahrung mit Klettersteigen und meinten quasi gleichzeitig einer„facil“ und der andere „miedo“ (Angst). Sie rieten mir abzusteigen, weil man oben eh nichts machen kann, ich wollte mir aber zumindest die Clavijas (=Stifte) anschauen und ging deshalb weiter.

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Unterwegs zum Circo, ich komme vom Tal, das nach links abgeht

Clavijas de Cotatuero sind zwei mit Stiften entschärfte Passagen, eine vertikale und eine horizontale. Die erste ist ein kurzer, aber sehr nasser Kamin, die zweite mit lockerem Stahlseil gesicherte, an einer Stelle recht luftige Querung. Dann war es das schon, wobei es zwischendurch noch ein paar ganz einfache Kletterstellen gab.

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Clavijas, die Querung, weiter in der Ecke wird es etwas schwieriger

Oben angekommen, konnte ich die Schönheit der Landschaft nicht genug genießen. Absolute Ruhe, nur die mich ohne eine Bewegung beobachtende Gämsen. Sich über die Stufen stürzende Fluss, gestärkt von der Schneeschmelze. Weiße Berge und Wolkenformationen im Hintergrund – der Tag, nein, das Wochenende ist gelungen!!! Mittlerweile war es aber gut 15 Uhr und klar, dass ich niemals mein „non plus ultra“-Ziel (Rif. Goriz -> Abstieg auf ca. 2100m) im Hellen erreichen werde.

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theoretisch müsste ich links um den weißen Berg herum

Durch das Hochtal stieg ich immer weiter auf. Zum ersten Hindernis wurde der Fluss, den es zu queren galt – Schuhe ausziehen in den Alpen musste ich noch nie und suchte stur nach einer passenden Watstelle. Den zweiten „Hindernis“ fand ich unter den Füßen: Edelweiße! Hunderte, Tausende, Zehntausende!!! Fasziniert, erklärte ich die Gegend zu „meinem“ Edelweißtal und stieg nur ungern weiter, nun über den Schnee. Dieser war aber größtenteils trittfest und sehr angenehm zu gehen.

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Edelweiße im November

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"mein" Edelweißtal

Das Tal zog sich, die Orientierung war nicht ideal (die für die Pyrenäen typischen Steinmännchen waren verschneit) und ich zunehmend müde. Die Situation erinnerte sehr an unsere Brentatour im Juni dieses Jahres, als wir den Einstieg in den Sentiero Benini unter ähnlichen Bedingungen nicht gefunden haben. Genauso wie damals war es aber sehr sehr schön, was ich natürlich nicht ohne Dokumentation lassen konnte.

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keine Orientierungshilfen zu sehen

Im Theorieunterricht habe ich wohl schlecht aufgepasst und stieg zu weit auf. Der „Hals“ (Cuello), durch den ich gehen wollte, läge auf ca. 2450m, ich war geschätzt auf 2600m.

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Die Querung wurde steiler und ungemütlicher, es war aber auch nicht mehr weit bis auf den Kamm und von dort ginge es lockerer runter. 10-20hm unterhalb des Kammes legte ich aber eine Rutschpartie ein, bei der es mir schlagartig einfiel, dass ich ja Stöcke und Steigeisen im Gepäck habe :ignore:. Dass man die Leihsteigeisen anpassen muss, weiß ich nun auch… Es kam wie es kommen musste: Während ich unbequem stehend mit kalten Fingern an diesen Teilen bastelte, brannten die letzten Sonnenstrahlen ab, es wurde dunkel und kalt. Was wollte ich hier noch mal?

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die Antwort

Es trat also das Szenario ein, das ich vermeiden wollte – übernachten zu hoch (hatte nur einen +5°C-Schlafsack mit). Varianten gab es zwei – weiter durch den „Hals“ und hoffen, dass die Orientierung dort wie erwartet leicht ist oder zurück auf dem gleichen Weg. Ich wählte das letztere und stieg gemütlich(Nachtläufer lässt grüßen) den eigenen Spuren folgend zurück ins Edelweißtal. Oberhalb der Clavijas (ca. 2100m) machte ich dann Schluss und genoss den restlichen Abend aus dem Schlafsack.

Der Tag war lang (frühes Aufstehen wegen der Anreise) und erlebnisreich, die Nacht ziemlich warm und ruhig, so dass ich bis 10 Uhr schlief :shock::shock::shock:. Damit war klar, dass es keinen Sinn macht, noch einmal zum „Hals“ aufzusteigen – ich würde den Bus verpassen.

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hier würd ich wohnen bleiben :)

Deswegen ging es über die Clavijas auf die Faja (Band) de Canarellos, über die ich ins Ordesa-Tal abstieg.

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Ordesatal von der Faja

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Abstieg ins Tal

Dort wieder viele Touristen, die Schönheit der Arazas-Wasserfälle bei der guten Zugängigkeit würde aber auch ich mir nicht entgehen lassen.

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Den Rest des Tages bewunderte ich das grandiose Naturschauspiel, das dieses Tal zu bieten hat. Keine der mir bekannten noch so „wildromantischen“ Schluchten der Alpen hält einen Vergleich mit Ordesa-Tal aus.

Außerdem standen noch ca. 15km zurück nach Torla auf dem Programm, bevor ich um 17:30 die Straße sah. Und den Bus!!! :o, der eigentlich um 18 Uhr fahren wollte.

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Herbst

Ich sprang wortwörtlich davor, doch der Fahrer machte irgendwelche Zeichen, die ich als „warte“ interpretierte. Um 18 Uhr kam nichts… Die Einheimischen schauten mich wie eine Attraktion an, ich wurde mehrmals gefragt, ob ich irgendwo oben war und die Autos fuhren langsamer, offenbar erwartend, dass ich trampe. Eine Frau hielt sogar an und fragte wo ich hin will, musste aber leider in eine komplett andere Richtung. Um 18:20 war es dunkel und es fuhr nichts mehr. Die Hoffnung, dass der Bus doch noch kommt, bestand nicht mehr – die sind hier immer (!) pünktlich. Ich überlegte, in welchen Busch ich mich für die Nacht schlagen kann und bereute, schon alles aufgegessen zu haben :hahaa: Als der Bus doch kam. Er holte eine Jugendgruppe ab und war deswegen zu spät.

Der Fahrer verkaufte mir das Ticket und rief die Zentrale an, damit mir ein Platz im (vollen) Anschlussbus reserviert wird. Ein Jugendlicher bevorzugte seine Freundin als Sitznachbarin und machte mir zwei Plätze frei… Und ich machte die Augen zu und plante wie ich hierher für länger komme…

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Arazas-Wasserfälle

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ein Bächlein unterwegs

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ruhiger Teil der/des Arazas

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ein letzter Wasserfall kurz vor Torla

Nicki
21.11.2011, 19:29
Ja... Ordesa ist wirklich eine grandiose Landschaft.
Leider latschen die meisten "nur" durchs das Tal auf dem GR 11 und sind dann wegen der vielen Tageswanderer oft nicht so begeistert. Wobei auch dieser Weg durch die vielen Wasserfälle des Rio Arazas und der Felswände des Canyons absolut lohnt.

Gruß FS

bjoernsson
21.11.2011, 20:09
Die Ordesa-Tour weckt Erinnerungen. Es war zwar Hochsommer, und den von dir gewählten Auifstieg haben wir uns damals wegen der beschriebenen "Schlüsselstelle" (und den nachmittäglichen Gewittern) nicht getraut - aber die Bilder vom Valle de Ordesa lassen mein Herz trotzdem wieder höher schlagen!

Liliensteiner
21.11.2011, 22:18
Pyrenäen,wunderbar....und HERRLICH,Aragon ;-)!

Wir waren im September/Oktober im Matarana-Gebirge,u.a. im parc naturals d.p..
Selbst auf "kindertauglichen" Touren waren wir ohne Publikumsverkehr unterwegs.Die Kraxelei tagsüber,und fast jeden Abend(in 3 Wochen 2x schlechtes/stürmisches Wetter) ´nen opulenten Sternenhimmel...


Weiterhin viel Spaß,ich les aufmerkam und wissbegierig mit ;-).....

Gruß Liliensteiner

ThorstenSchneider80
22.11.2011, 17:46
Ich weiß jetzt immerhin so viel, Rosenmontag ist frei. Kann Flüge aber erst im Dezember buchen.

Wildniswanderer
26.11.2011, 08:54
Ein toller Reisebericht mit schönen Bildern. Obwohl ich erst letztes Jahr da war, würde ich am Liebsten sofort wieder hinfahren...
Mit was für einer Kamera hast du denn fotografiert?

Nita
27.11.2011, 21:15
Danke sehr. Ja, gerade das kaum bekannte Gefühl, dass sonst niemand unterwegs ist trotz der schönen Natur macht die Gegend zu etwas Besonderem.

Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)

Bin gerade wieder zurück und finde Pyrenäen immer interessanter. Sie reichen sicherlich für mehrere Urlaube!

@Thorsten: freu mich!

Ehemaliger
27.11.2011, 22:27
Das sieht auf dem einen Foto so aus, als hättest Du Dich ganz knapp vor dem Abgrund (in der Nähe der Faja del Flores) hingelegt ...

Schade, dass die Faja del Flores offenbar mit Schnee zugeweht war. (Davon hätte ich gerne Fotos gesehen, da ich ja selbst im Mai dort Nebel hatte.) Aber Du hast ja auch so viele tolle Stellen gesehen.

berniehh
27.11.2011, 23:00
Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)

Wieso würdest du die Kamera denn nicht empfehlen? Ich finde die Fotos jedenfalls absolut genial;-)

Nicki
28.11.2011, 11:09
Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)

Die Fotos sind doch super..... ich finde du hast ein gutes Auge.
Mit einer anderen kamera würden die Bilder sicherlich nicht besser..

Gruß Folko

Nita
28.11.2011, 22:44
Vielen vielen Dank. Aber da geht deutlich mehr, vor allem meinerseits, aber auch was die Technik angeht.


Das sieht auf dem einen Foto so aus, als hättest Du Dich ganz knapp vor dem Abgrund (in der Nähe der Faja del Flores) hingelegt ...

Hätt ich gern gemacht ;) aber in Wirklichkeit war es nicht soo knapp. Faja de las Flores wird nicht vergessen; wie schade, dass Du nichts sehen konntest!!!


Wieso würdest du die Kamera denn nicht empfehlen?


E-420 und ich kennen uns seit 3,5 Jahren und streiten uns öfter mal, vor allem was das Rauschverhalten angeht. Mit ISO über 250 werden die Bilder ungenießbar, und im Dunkeln, bei Langzeitbelichtung, wird es richtig extrem (soweit ich weiß können viele Kameras dieses Rauschen "rausrechnen". Apropos "dunkel": Ein Bildstabilisator wäre nicht schlecht... Dazu ein recht kleiner Akku (ein zweiter "offizieller" kostet 60 Euro). Die Automatik ist viel schlechter als bei meiner alten Kompakten und ohne einiger anderer Voreinstellung wird es auch kaum etwas (Beispiel: Bei der Standardeinstellung zeichnet die Kamera etwas weich).

Positives gibt es aber natürlich auch :) Sie ist immer noch die kleinste und leichteste DSLR, relativ günstig und hat einen guten Kit-Objektiv. Über die Bildqualität bei ausreichend Licht kann ich mich nicht beklagen. Sie kann intuitiv bedient werden und verfügt über automatische Sensorreinigung. Verarbeitung und Robustheit lassen keine Wünsche offen; meine ging schon schwimmen - und überlebte es unbeschadet, schlug auf die Felsen, lag mehrere Stunden in einer Tasche voll Schnee (hat mich das Objektiv gekostet) und fiel mehrmals von einer Höhe bis zu 1,5m.

Ach ja, noch ein Nachteil. Etwa 90% derjeniger, den ich darum bitte, von mir ein Bild zu schließen, verwackeln es. Etwa die Hälfte kriegt es auch mit etwas Übung nicht hin. Kann doch nicht sein!!!

Nicki
29.11.2011, 08:31
OT

Mit ISO über 250 werden die Bilder ungenießbar,

Dann bist du aber sehr kritisch. Und so schlecht ist das Rauschverhaltren des FT Systems nun auch nicht- ungenießbar bei 250- das wäre ja ein Verhalten einer Kompakt Kamera mit Minisensor.


und im Dunkeln, bei Langzeitbelichtung, wird es richtig extrem (soweit ich weiß können viele Kameras dieses Rauschen "rausrechnen

Dieses Verhalten hat jede Digitale bei langen Belichtungszeiten, hast du die "Rauschminderung" auf Auto..


recht kleiner Akku (ein zweiter "offizieller" kostet 60 Euro

Orginal Akus sind immer teuer.... zum Glück gibt es preiswertere

Zum Rest der Kritik- da sind die Ursachen eher hinter der Kamera zu suchen- nicht bei der Kamera

FT hat Vor und Nachteile gegenüber KB und APS- wer die Vorteile sich Wünscht muss mit den Nachteilen leben.

So Schluss mit OT


Ich freue mich auf mehr Pyrenäen Berichte und Fotos

Gruß Folko

Nita
30.11.2011, 15:13
FT hat Vor und Nachteile gegenüber KB und APS- wer die Vorteile sich Wünscht muss mit den Nachteilen leben.


OT: Damit bin ich einverstanden, wie auch mit dem, dass die Technik meist vollendeter ist als der Bediener (=habe wirklich wenig Ahnung von Fotografie ;)). Was aber Probleme mit Rauschen angeht, muss ich widersprechen (die "Rauschminderung" ist immer auf "ein"). Haben es extra mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt ausprobiert - bei gleichen sonstigen Einstellungen schnitt meine Olympus bei ISO 400 und höher leider am schlechtesten ab. Im Dunkeln macht sie zwar wohl eine Referenzaufnahme (braucht eeewig, aber ok), aber man hat dann trotzdem einen bunten "Sternhimmel" in allen dunklen Bereichen. Und wenn die meisten es nicht hinkriegen, ohne Übung eine verwacklungsfreie Aufnahme zu machen, dann ist die Bedingung wohl doch nicht ganz einfach.

Trotzdem war und bleibt (hoffentlich noch lange) sie mir ein treuer Begleiter. Nur würde ich jetzt 100-200g Gewicht mehr in Kauf nehmen und mich anders (u.a. für einen Bildstabilisator) entscheiden.

Was Dein Post aber bewirkt hat: Ich hab mir mal die Bedienungsanleitung runtergeladen und schaue sie gleich noch mal durch :) Gibt es bestimmt noch was Neues.

Jetzt begeb ich mich aber erstmal auf Deine Seite, da mich HRP interessiert ;) Und damit es nicht beim OT bleibt (letztes WE):

https://lh6.googleusercontent.com/-yqshlbUp0Wk/TtT5D2kGTfI/AAAAAAAAICU/p3L027ky_e8/s640/PB273839.jpg

Nicki
30.11.2011, 15:43
OT
Im Dunkeln macht sie zwar wohl eine Referenzaufnahme (braucht eeewig, aber ok), aber man hat dann trotzdem einen bunten "Sternhimmel" in allen dunklen Bereichen.
Diese "Referenzaufnahme" sollt eigentlich erst bei längeren Belichtungszeiten ablaufen- ich meine über 2 sec.- das geht nur mit Stativ oder festem Untergrund

bei gleichen sonstigen Einstellungen schnitt meine Olympus bei ISO 400 und höher leider am schlechtesten ab.
Aber so schlecht sollten die Ergebnisse nicht sein- ich denke du hast die Graduation auf Auto stehen- in der Einstellung werden die Schatten aufgehellt und das führt zu Rauschen- stell dies mal auf Normal oder aus- weiß nicht mehr genau.....

Trotzdem war und bleibt (hoffentlich noch lange) sie mir ein treuer Begleiter. Nur würde ich jetzt 100-200g Gewicht mehr in Kauf nehmen und mich anders (u.a. für einen Bildstabilisator) entscheiden.
Schau dir mal uFT an ( Panasonic oder Olympus... )- deutlich leichter, kleiner. - Mit Bildstabilisator und Rauschen weniger. Für Wanderungen Ideal. Oder evtl Sony nex (APS- wobei mir uFT besser "gefällt" OT vorbei
- wo ist denn der OT Buton....

Schönes Foto
- wo war das.... sieht nach gutem Wetter aus. Wie sind denn die Temperaturen - Tags /Nachts
Mit dem HRP wirst du keine schwierigkeiten haben....

Gruß Folko

Nita
30.11.2011, 19:38
Hallo Folko, danke für die Tipps.

OT
Mit dem HRP wirst du keine schwierigkeiten haben....


Da bin ich mir leider überhaupt nicht sicher, es liegt teilweise schon ordentlich Schnee. Habe mir jetzt erstmal ein kleines Stückchen ausgesucht (Parzan -> Pto. de Trigoniero -> Puerto de Barroza) und hoffe, dass es klappt. Wäre genial, den Grat auch weiter zu gehen, aber erstens sieht der Anstieg zur Tormoseta sehr steil aus und zweitens hat man keine gescheite Ausstiegsmöglichkeit (Schnee ca. 10cm (süd)/60cm (nord) auf 2400m, und dort geht es ja auf über 3100m). Höchstens könnte man versuchen, auf die La Munia aufzusteigen und dann runter - hätte den Vorteil, nicht wieder im gleichen Tal zu landen (Abstieg dann nach Pineta). Wobei ob man dann auf den Balkon de Pineta gut rauf kommt ist auch fraglich, scheint sehr steil zu sein und ist östlich ausgerichtet...Bist Du den Kamm/Grat gegangen? Wie ist er einzuschätzen? (gerne als PN)

Leider hat die sonst so schöne Ordesa-Karte keine Hilfe zur Schätzung der Steilheit und da ich sonst 50 000er Karten mit 40hm Höhenlinienabstand benutze hilft auch die Erfahrung nichts...

Ansonsten werde ich wohl ein paar Runden durch den Park drehen, die Schluchten anschauen und einige kleinere Gipfel mitnehmen, wenn das Wetter mitspielt.

OT-Button such ich auch vergeblich immer wieder :(


ich denke du hast die Gradation auf Auto stehen- in der Einstellung werden die Schatten aufgehellt und das führt zu Rauschen- stell dies mal auf AUS.....

Die Gradation steht immer auf "normal". Ich denke aber, wir verstehen uns nicht richtig. Es ist nicht das klassische Rauschen, das mich im Dunkeln stört (ja, es geht um Verschlusszeiten ab mehreren Sekunden mit Stativ bzw. Stein), sondern die Unmengen an weißen/roten/blauen Störpixeln dort, wo es dunkel sein soll. Das, was die Kamera sich "dazudenkt". Fällt das noch unter chromatische Aberration? Kann man zwar nachträglich beheben, dauert aber lange.


Wie sind denn die Temperaturen - Tags /Nachts

Warm ist es nicht... Auf 1000m etwa +5/-2°C, in den Bergen empfindlich kalt. Auf dem Bild Pico de Aspe (2645m), Aufstieg rechts um die Ecke.

https://lh3.googleusercontent.com/-HBmCTgil1ls/TtT5HqVYKOI/AAAAAAAAICg/yOHfLTucF4I/s640/PB273853.jpg

Nicki
30.11.2011, 20:24
Zitat von Nicki Beitrag anzeigen

Mit dem HRP wirst du keine Schwierigkeiten haben....


Da bin ich mir leider überhaupt nicht sicher, es liegt teilweise schon ordentlich Schnee.
Ich meinte die grundsätzlichen technischen Anforderung bei guten Wetter- "Sommerwanderung".


Es ist nicht das klassische Rauschen, das mich im Dunkeln stört (ja, es geht um Verschlusszeiten ab mehreren Sekunden mit Stativ bzw. Stein), sondern die Unmengen an weißen/roten/blauen Störpixeln dort, wo es dunkel sein
Die entstehen eigentlich durch langes belichten, mehrere Sekunden. Dafür ist die "Rauschminderung= auf An" zuständig-
Dark-Frame-Subtraktion (http://olypedia.de/Dark-Frame-Subtraktion).
Stativ ist aber nötig- am besten auch iso Einhundert.... wenns das nicht ist, hab ich keine Ahnung.

PN kommt Morgen....

Gruß Folko

Nita
19.12.2011, 02:40
NP Ordesa y Monte Perdido - nächste Erkundungsrunde, diesmal mit Gipfelglück


Stand Samstag, der 10. Dezember:

- Wetterbericht Torla (1030m): -6…+2°C

- Der vor 6 Wochen bestellte neue Winterschlafsack ist immer noch nicht da (edit: jetzt schon)

- Spätestens in einer Woche soll es ordentlich schneien, ab dann gilt der Winter.

- Kollegen waren letztes WE auf dem Monte Perdido (3355m), ich konnte zeitlich nicht mit.

- Zur Verfügung steht ein 6 Jahre alter +5°C(angeblich)-Komfort-Schlafsack.

- Die (Leih)Steigeisen passen schlecht, die selbstgemachten Antistollplatten scheinen noch zu halten.

- Morgen früh gibt’s `ne Busverbindung (nur eine am Tag)


Tag 1
Nach einem 30min-Lauf zum Bus und trotz vergessener Reiseverpflegung steige ich mittags in Torla aus, dem letzten Ort am Eingang ins Ordesa-Tal. Dieses Mal ohne viel zu knipsen, komme ich in 1`45 an der Pradera de Ordesa (7km, 300hm) an und, ohne nur einen Tagestouristen zu sehen, biege auf die Senda de Cazadores, einen Steig orografisch links im Tal, ab.
Alle Bekannten beschreiben ihn als steil, aber lohnenswert. Ich komme nach 65min und 600hm verschwitzt, aber zufrieden an; das Gepäck belief sich auf ca. 16-17kg, mit kleinem Rucksack steigt es sich leichter. Es ist grau und empfindlich kalt (Nordseite, ewiger Schatten im engen Tal). Trotzdem gibt es erstmal eine längere Pause – endlich frühstücken!!!

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unterwegs zur Pradera de Ordesa


Faja (=Band) de Pelay ist ein schöner Wanderweg, der zumeist so einfach ist, dass man beim Bewundern des (phantastischen) Panoramas nicht unter die Füße schauen muss. Die Stimmung schwankt von „was mache ich hier“ bis „genial!!!“ abhängig vom Grauanteil am Himmel und Sicht auf Berge. Etwas Sonne könnte ich gut vertragen!

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nicht nur mir scheint es kalt zu sein

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Stimmungshoch!

Ich bin um kurz nach 12 Uhr gestartet, um 17:30 wird es dunkel. Für 1600hm rauf/450hm runter und 21km Strecke definitiv zu knapp – schon wieder eine Nachtwanderung. Nebel zieht auf und man sieht weder mit noch ohne Lampe etwas. Gegen ein Biwak an der Stelle sprechen gelegentliche Steinschlaggeräusche (viele Gämsen), um die Lage beurteilen zu können fehlt das Licht. Außerdem wollte ich nahe Rif. Góriz schlafen, erstens um eine Rückzugsmöglichkeit zu haben und zweitens weil es ein guter Ausgangspunkt für morgen ist.

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letzte Sonnenstrahlen - leider weit weit weg

Um 19:30 sehe ich das Refugio und mache es mir gemütlich etwas unterhalb; 50hm weiter oben zelten welche; da sind sogar ausgewiesene Zeltplätze. Der Abend verläuft idyllisch und bald lege ich mich schlafen: fünf Schichten Kleidung, Cotton-Inlet, Schlafsack, Fleecedecke, Biwaksack. Bis auf die Tatsache, dass ich mich so nicht bewegen kann, ist alles perfekt. In der Nacht graupelt es, doch wen interessiert´s?

Tag 2

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Frühstück im Mondlicht

05:50 – es wird kalt -> Zeit aufzustehen. Gegen 7 ist alles für den Monte Perdido bereit: Das Nötigste kommt mit, der Rest bleibt gut verpackt hier liegen. Über mir bewegen sich schon ein paar Stirnlampen nach oben.

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Refugio Góriz von oben

Die ersten Schritte erfordern bereits Konzentration – die Felsen sind vereist. Ich steige ruhig und vorsichtig weiter, bis ca. 45min später ein Geräusch erstarren lässt – Pfeifen des Windes. Wie aus dem Nichts kommen stürmische Böen, wirbeln die Graupelschicht auf und beschleunigen sie ins Gesicht.

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zwischen den Böen ist die Sicht perfekt

In den wenigen Minuten, die ich gebraucht habe, um die Sturmhaube und Handschuhe anzuziehen, steigerte sich die Windstärke weiter und es wurde klar, dass der Ausflug zu Ende ist. Unter einem Stein sitzend zog ich die restlichen Sachen an und wurde beim ersten Versuch aufzustehen UMGEWORFEN.

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Die Fotos wurden gemacht, indem ich auf dem Bauch liegend die Kamera schützte… Leider sieht man den Wind nicht wirklich

Zurück zur Hütte, Sachen geholt, Tee getrunken, mit den Leuten gesprochen. Etwas später traute ich mich wieder raus (die drei dort oben waren noch nicht zurück!!!) und entschied mich für eine Runde auf Hüttenhöhe +/- 300hm, wo eigentlich nichts passieren konnte. Als ich um 11:30 auf einem 2500m-Gipfel ankam, hörte der Wind genauso plötzlich auf, wie er kam – perfektes Bergwetter! Doch für mich zu spät. Die vor mir gestarteten drei kehrten übrigens auch um.

Meine 5h-Spazierrunde war wunderschön!

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Hier noch mit viel Wind. Das Problem war, die Kamera still zu halten, da ich selbst gewackelt habe...

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Cañón de Añisclo von oben

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schöner Kammweg

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Den Rest des Tages verbrachten wir, zwei Eiskletterer aus dem Baskenland (das waren sie, die im Zelt geschlafen haben), Hüttenwirt mit drei Freunden und ich im Rifugio Góriz. Die Hütte ist im Vergleich zu denen in den Alpen in einem schlechten Zustand, bietet aber ausreichend Komfort: Im Lager ist es warm, am Ofen kann man Wasser warm machen, es gibt einen Raum zum selber kochen. Sanitäre Einrichtungen sind aber draußen und sehr einfach, abends war da statt Wasser Eis :roll:

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vor dem Refugio Sachen trocknend

Tag 3

6 Uhr, Wecker der Basken. Sie entscheiden sich auch auf den Monte Perdido zu steigen und wir schließen uns zusammen. Ich packte meine Sachen aber am Abend und war 30min (!) früher bereit. Warum habe ich die Zeit nicht genutzt, um einen Vorsprung aufzubauen?? Der erste legt direkt zu Beginn so ein Tempo vor, dass ich schon nach 10 Metern halbtot bin. Dem zweiten geht es zum Glück ähnlich… und irgendwann spielt auch mein Kreislauf mit. Wir steigen zügig und ohne Probleme hoch und sind nach nur 1h50 am Lago Helado in ca. 3000m Höhe.

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Start gegen halb acht

Der Schnee ist hart gefroren, die Spuren gut sichtbar, immer noch kaum Wind (trotz schlechter Vorhersage!) und die Aufstiegslinie logisch. Nur meine Steigeisen sitzen zu schlecht, was an einigen Steilstücken recht unangenehm ist.

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die Spanier haben einen 22l-Rucksack für beide, außer Jacken, Wasserflasche und Müsliriegen ist wohl nichts mehr drin

Über eine Rippe und dann die im Sommer befürchtete Escupidera (steile Rinne mit Feingeröll, ein Schritt rauf – zwei runter) geht es auf die Zielgerade. Hier haben wir wieder mit dem ähnlich starken Wind zu kämpfen, solange er uns aber zum Hang und BERGAUF drückt, habe ich wenig gegen. Die letzten Meter sind anstrengend; der Gleichgewichtssinn ist vom Wind vollkommen irritiert und sobald dieser nachlässt, fallen wir hin. Gipfel, Foto, etwas trinken – und runter. Was gar nicht so leicht ist, weil der Wind einen immer noch nach oben hebt.

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Escupidera

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Im Wind kurz vorm Gipfel. Da muss ich noch hin...

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Für meinen Tee gab es unten Bier ;-)

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die Escupidera diesmal runter. Nein, er will nicht rutschen (=fliegen, da Harsch), sondern hat Probleme mit Steigeisen

Ab Lago Helado beruhigte sich die Lage wieder und wir stiegen entspannt zum Refugio ab (insgesamt 1200hm rauf und runter, haben ca. 5h45 gebraucht). Dort die Sachen einsammeln und runter ins Tal, da es am nächsten Tag eh schneien sollte.

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Idylle

Über die Clavijas (=Stifte) de Soaso - kleiner gesicherter Steig - waren wir schnell im Circo de Soaso. Hier verabschiedete ich mich von den beiden und blieb am Rifugio de Soaso (kleine Biwakhütte ohne Möbel, Ofen o.ä.) zum Übernachten. Mein Bus fährt nur einmal am Tag, es lohnte sich also nicht, heute weiter zu laufen.

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über dem Circo de Soaso

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Clavijas de Soaso

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Refugio de Soaso vor dem Pico de Añisclo (rechts, 3263m) und Monte Perdido (links, 3355m)

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Wasser holen mal anders


Was für ein Abend!!!

Tag 4

In der Nacht hat es erst geregnet, dann geschneit. Ich überlebte es dank Kleidung und Biwaksack ziemlich gut, freute mich aber auf die Bewegung. Dieses einmalige Tal, heute so ruhig und einsam wie nie. Es ist Winter in Ordesa.

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schon tief im Tal

„Eis, Schnee und eisige Winde wehen über die Weiten des Nationalparks viele Monate lang. Während des langen Winters herrschen in Ordesa Kargheit und Stille; es ist mehr, als eine Jahreszeit, es ist ein Härtetest“ (http://www.youtube.com/watch?v=zuyLKp9l0Yo) (leider nur Spanisch)


Ich stieg über das Tal nach Torla ab, was immerhin 700hm und ca. 22km machte.

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Torla

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Torla, die klassische Ansicht

Noch ein kurzer Streifzug durch den Ort – und der Bus kam. Der Fahrer hatte wieder Spaß daran, bei einer Richtgeschwindigkeit von 40km/h mit 80km/h durch die Kurven zu rasen und sie stilvoll zu schneiden. Aber langsam gewöhne ich mich dran. War schließlich nicht zum letzten Mal in Ordesa…




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EDIT: Ach ja, vergessen. Mein besonderer Dank gilt:

--> dieser Decathlon-Jacke (http://www.decathlon.de/jacke-alpinism-damen-id_8188862.html): Sehr leicht, sehr warm, gut sitzende Kapuze; habe sie reduziert für 35 Euro bekommen und mehr als zufrieden

--> the north face Softshellhose (gab es 2009 bei Globeoutlet in Bonn für ... 30 Euro)

--> Colemann-Thermoflasche: nach 12 Stunden kochend heiß, nach 24Std heißer Tee, nach 36Std ziemlich warmer Tee

Wildniswanderer
19.12.2011, 17:23
Toll! Wieder einmal beneide ich dich für diese Tour. Und sich im Dezember unterm Perdido in den Biwaksack zu legen, alle Achtung!

Julia
19.12.2011, 18:41
Toll! Wieder einmal beneide ich dich für diese Tour. Und sich im Dezember unterm Perdido in den Biwaksack zu legen, alle Achtung!

Dem stimme ich bei! Dies hier ist auch so ein Bericht, wo ich sehr, sehr gern mitlese. Die Fotos sind beneidenswert, und überhaupt, ja, Du bist nicht zimperlich!! Ich glaube, ich werde langsam alt, denn irgendwie verleitet das mit dem bivaken nicht zum nachmachen, obwohl ich Dich drum beneide ;-)!

Nicki
19.12.2011, 19:00
Respekt.
Und klasse Fotos. Und schön erzählt....


Rifugio Góriz. Die Hütte ist im Vergleich zu denen in den Alpen in einem schlechten ..............
Sanitäre Einrichtungen sind aber draußen
Und zur Session völlig überfordert (die Sanitären...) ..... ziemlich Pfui

Gruß Folko

bjoernsson
20.12.2011, 13:00
Ach, Anaj, könntest du bitte aufhören, weiter so tolle Berichte zu schreiben - du weckst in mir das (zur Zeit leider nicht zu befriedigende) Fernweh... ;-)

Spaß beiseite: Freue mich auf deine nächste Tour! :p

ThorstenSchneider80
20.12.2011, 18:12
Björn, ich werde dir nach Karneval dann berichten, ob es da unten wirklich so schön ist. Und wenn Anja den Bericht nicht schreiben darf, dann mach ich das gerne!

bjoernsson
20.12.2011, 21:02
Björn, ich werde dir nach Karneval dann berichten, ob es da unten wirklich so schön ist.

Ich war doch schon da... ;-) Und, du wirst es mir nicht glauben: Nach Schweden, Kanada und den USA ist Spanien eines meiner Top 4-Urlaubs- (=Outdoor)länder!

Also, dann Karneval viel Spaß im Süden (aber wir sehen uns bestimmt vorher noch...)!

Nita
20.12.2011, 22:25
@Julia&Wildniswanderer: danke, da musst ich aber lachen :D Wenn man nur ein paar Tage lang unterwegs ist und das Wetter mitspielt ist das Biwakieren für mich viel schöner als das Zelten. Mein Biwi ist wasser- und winddicht (wie schrieb hier jemand - "den kann man auch als VBL nutzen"...) und nur für mich ein Zelt mitzuschleppen (das eh in Deutschland liegt) wäre zu aufwendig. Das einzig abenteuerliche war der leichte Schlafsack, darüber war ich mir aber im Klaren und habe Vorkehrungen getroffen (Hüttennähe, mehr Kleidung, Decke mitgenommen.) Aber jetzt ist der neue da, juhuuu!!!


@Folko: Kann mir vorstellen, so ein schöner Sommermorgen dort :o Jetzt gab es noch "Die Spülung funktioniert im Winter nicht. Bitte benutzen Sie den Eimer."


@Björn: Danke sehr! (Und ruhig, mein Freund, mit dir würde ich doch jederzeit tauschen ;-) )


@Thorsten: Schön ist es. Versprochen!

Nita
04.06.2012, 19:24
Platzhalter

Nita
04.06.2012, 19:25
SALLENT DE GÁLLEGO – TORLA 25.-31.05.12

Einführung:

„Was frühstückst du normalerweise?“
„Müsli“
„Igitt, Müsli!!!“
„Und du?“
„Vollkornbrot mit Wurst oder so…“
„Vollkornbrot? Freiwillig nie! Und Wurst am Morgen?“

„Was sollen wir zum Abendessen mitnehmen? „
„Egal, Hauptsache kein Kartoffelpüree. Am liebsten Reis. Was magst du?“
„ Reis - :motz:. Am liebsten Kartoffelpüree…„

„Wie viel Schokolade sollen wir mitnehmen?“
„Ähm, für mich keine, esse eh nichts Süßes. Aber wir haben zu wenig Käse!“
Usw. usf.

Bis 10 Uhr eine Prüfung, um 11 fährt der Bus ab – vom Busbahnhof wohlgemerkt. Dazwischen kapern wir im Laufschritt zwei Supermärkte, eine Apotheke und einen Outdoorladen, halten ein Taxi an und sind 5min vor der Abfahrt am Bf. Nur:

„Deine Stiefel habe ich in meinem Rucksack, aber wo sind meine???“ Tja, Damen on tour.

Tag 1 Sallent-Respomuso, ca. 900hm

Die Fahrt nach Sallent ist kurz und angenehm (Linie Sabinanigo-Formigal, www.alosa.es). Dort suchen wir erstmal eine offene Bar auf und bitten um ein wenig Salz, das wir vergessen haben. Dabei kommen wir mit einem Holländer ins Gespräch, der seit Jahren als Guide in der Gegend arbeitet („bei uns gibt es keine Berge, deswegen bin ich hierher gekommen“) und uns mit vielen Informationen versorgt. Salz bekommen wir auch :p und starten gegen 15 Uhr in Richtung Respomuso (See und Hütte).

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Der Weg (GR 11) ist gut ausgeschildert, einfach und recht malerisch. Das Gehen mit vollem Gepäck fällt aber nicht leicht, deswegen freuen wir uns sehr, am Respomuso-See anzukommen. Die Landschaft ist beeindruckend schön; wir steigen am Refugio vorbei und wollen ein Stück weiter zelten. Zwei Hüttenbesucher schauen uns verwundert hinterher, das bin ich hier aber mittlerweile gewohnt.

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„Es fehlt nur noch, hier einzubrechen“- denke ich und trete müde auf die fragwürdige Schneebrücke über dem Bach. Im nächsten Augenblick kracht es, wird kalt& nass und ich umarme Steine im Bachbett, weil die Strömung nicht einschätzbar ist. Doch es geht glimpflich aus und außer nassen Hosen und einem angeschlagenen Fingernagel passiert nichts. Die Warnung funktioniert: Wir verlieren vertrauen in den Schnee; wie sich später herausstellen wird, nicht umsonst. Die beiden an der Hütte beobachten uns immer noch, fragen aber nicht einmal, ob alles gut gegangen ist.

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Nach 1,5h Zeltplatzsuche (Frauen :cool:) finden wir endlich absolut trockenen und ebenen Boden sowie die perfekte Aussicht in Kombination mit Wind- und Sichtschutz und genießen den Abend.

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Tag 2 Gran Facha, 3005m

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Gran Facha ist der höchste Gipfel im Bild

Zur Wahl standen mehrere Gipfel, die wir mit leichtem Gepäck angehen wollten. Wegen des unsicheren Wetter am Nachmittag entschieden wir uns für die einfachere Variante – Gran Facha (F, 3005m).

Erste Schwierigkeit war die Orientierung, die trotz der guten Sicht und 40er Karte nicht klappen wollte. Wir verbrachten 1,5h mit der Suche des Pfades (zelteten aber zugegebenermaßen etwas abseits)! Dort angekommen, trafen wir auf zwei, die damit 2h beschäftigt waren – das Selbstbewusstsein wurde wieder aufgebaut :cool:.

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Weiter ging es barfuss über einen Bach, eine Schlucht hoch und vom Sattel mehr oder weniger den Kamm entlang. Einen durchgehend sichtbaren Pfad gibt es nicht, als Markierung dienen die Steinmännchen. Sie sind leicht zu verfehlen, also stiegen wir oft dort, wo es uns am besten gefiel. Einmal holte ich einen ganzen Block raus :shock:, „stellte“ ihn zurück und beschleunigte weg von dort. Meine Partnerin kletterte gleichzeitig einen Überhang und war danach genauso wenig motiviert weiter zu gehen wie ich, wenn ich an den Abstieg dachte. Die Bewertung „facil“ konnte keine von uns nachvollziehen.

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Zum Gipfel hin wurde die Felsqualität (klagen konnte man auch früher nicht) besser und das Gelände zwar luftiger, aber einfacher.

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5h nach dem Start waren wir oben und beeilten uns bald zurück (instabiles Wetter).

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Und das ging ganz easy! Glücklich folgten wir den Steinmännchen und waren schon 200hm tiefer, als die falsche Abstiegsrichtung auffiel :ignore: Was soll das denn, als ob zum ersten Mal draußen!!!

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Noch einmal hoch, richtig runter. Markierungen aufmerksam folgend, ging es viel besser als der Aufstieg. Weiter unproblematisch, nur die Zeltsuche zog sich etwas. Schöner Tag!

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Tag 3 Zeltplatz - 300hm vor dem Cuello de Infiernos

Ganz faul ;) Ausgeschlafen, den (grauen) Morgen genossen und diejenigen beobachtet, die uns den Aufstieg zur Scharte spurten :bg:

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Zum Mittag ging es doch raus. Einige Bäche barfuss gequert, gemütlich ein Stück aufgestiegen. Da wir aber in der Mittagshitze teilweise hüfttief einbrachen – dort, wo die anderen es nur bis zum Knöchel taten – wurde das Passieren der Scharte bald in Frage gestellt. Auf ca. 2500m ließen wir es endgültig sein und zelteten auf dem letzten Fleck Gras.

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Die Richtigkeit dieser Entscheidung bestätigten mehrere im Laufe des Abends gesehene Schneerutsche von den umgebenden Hängen sowie eine ältere Bodenlawine. Es wurde noch ein super Abend in traumhafter Umgebung, der nächste Tag wird es aber noch toppen!

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keine Chance ;-)

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Tag 4 Cuello de Infiernos (2782m) -Ibón de Bachimaña Alto

Zeitig aufgestanden :bg:, früh genug los. Kalt! Das letzte Stück vor der Scharte ist wirklich so steil, wie es von unten aussieht, dank den gefrorenen Spuren aber gut zu gehen.

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in der Scharte

Oben dann eine Gerölltraverse :ill: (GR 11 soll irgendwo hier auch gehen, vermutlich tiefer unter dem Schnee) und flacher Abstieg an mehreren wunderschönen Seen vorbei. Den Gipfel eines der Picos de Infiernos, praktisch auf dem Weg liegend, haben wir sein gelassen, weil der Schnee schon wieder stark aufgeweicht war und wir schnellstmöglich absteigen wollten.

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Geplant war der Abstieg auf 2200m und Aufstieg in Richtung der nächsten Scharte (Übergang ins Val D´Ara). Am See 100hm über dem Ibón de Bachimaña Alto mussten wir aber einsehen, dass es nicht möglich ist:
Insgesamt waren Wasserverhältnisse ziemlich kompliziert (Schneeschmelze) und die größte Schwierigkeit unterwegs.

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laut Karte soll der Übergang kurz vor dem Damm sein, dort ging es aber sicher nicht

Zurück am Ibón de Bachimaña Alto wollten wir in die Biwakhütte reinschauen und evtl. dort übernachten. Das erforderte eine Flußquerung, die die schwierigste der ganzen Woche werden sollte. Fotos gibt’s keine, da wir zu zweit gingen.

Die Hütte war dreckig und ungemütlich. Unser Zeltplatz dagegen klein, aber herrlich gelegen. Noch ein toller Abend!

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Tag 5 Ibón de Bachimaña Alto->Baños de Panticosa

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Ausschlafen, Aussicht bewundern, sich zwischen den Eisschollen waschen, Sekt trinken. Meine Partnerin hatte Geburtstag, das Wetter passte und wir mussten erst um 16 Uhr in Panticosa sein. Da sich ein Freund zu uns gesellen wollte und wir Torla als Startpunkt vereinbarten, hier aber nicht weiter kamen, mussten wir etwas mit dem Bus nachhelfen. 700hm Abstieg und ein paar Km zogen sich länger als gedacht, sodass wir nur mit viel Glück und 10km per Anhalter den Bus bekamen.

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der Fluss vom Vorabend am Morgen - diesmal einfach

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Tag 6 Torla- Rif. Goriz

Die Nacht war ein Erlebnis. Noch beim Aufstellen des Zeltes hatten wir die Wahl: Wildschweinspuren oder Wespennest in der Nähe. Wir entschieden uns für die Wildschweine, bereuten diese Entscheidung jedoch SEHR schnell :-? Noch am Abend wurden wir belagert, begrunzt, beobachtet usw.. Sehr gemütlich :shock:

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Circo de Cotatuero von unten

GR11 auf dem klassischen Touristenweg durchs Ordesa-Tal. Wasserfälle bestaunen, zum Circo de Soaso aufsteigen und dann über die Clavijas (=Stifte) zum Rerugio Goriz und etwas höher um zu zelten.

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Es war heiß, die knapp 1400hm mit ca. 14km lang und wegen der Busfahrt kamen wir erst spät an. Meine Partnerin ließ zudem ihre Kamera 30m weit fallen und diese funktionierte nicht mehr.

Tag 7 Cuello Millaris-Circo de Cotatuero-Torla

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Schaffen wir es oder schaffen wir es nicht? Wenn nur ein Bus pro Tag fährt und man am nächsten Tag nach Hause fliegt, denkt man zwei Mal nach. Es wird beschlossen, es zu schaffen, und so starten wir zeitig in Richtung Cuello Millaris (ca. 2457m).

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Verschneites Karstgelände – was gibt es Besseres, besonders wenn man nur zwei Stöcke für drei Personen hat. Auf dem Sattel sind wir noch im Zeitplan, der Abstieg gestaltet sich aber immer schwieriger. Die Zeit läuft. Das Gelände ist steil und abschüssig. Ich muss heute Abend das Zimmer aufgeben und meine Sachen vom ganzen Jahr packen. Von der Markierung keine Spur. Die Freundin von mir fliegt morgen mit nach Deutschland. Der Freund fährt noch in der Nacht nach Südspanien. Das gibt’s doch nicht, ich bin doch hier schon mal hoch und runter! :grrr: Eine einfache Kletterpassage, dann steiles Gras. Und hier geht es nur senkrecht nach unten, möglicherweise eine der berühmten Cotatuero-Xern :angst: Donnerwetter.

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Wir behalten die Nerven und suchen geduldig nach einem annehmbaren Abstieg. Ein Murmeltier schreit meine gerade kraxelnde Freundin aus der nächsten Nähe an, eine Gämse steuert auf mich zu und schießt in nur 1-2m an mir vorbei. Der „Weg“ ist akzeptabel, aber nicht mehr. Gehen oft einzeln, um den andern nichts auf den Kopf fallen zu lassen und freuen uns sehr, den ersten Teil des Abstiegs geschafft zu haben. Sind aber eine Stunde hinter der Zeit und müssen erstmal eine Watstelle suchen. Schuhe aus, furten, Schuhe an und gleich noch die Clavijas de Cotatuero – einer Art Miniklettersteig.

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Es ist luftig und mit großen Rucksäcken nicht der beste Weg, geht aber ohne Probleme. Dann noch eine Stunde und die 1500hm Abstieg sind hinter uns. 10 Minuten später sind wir an der Pradera de Ordesa (Parkplatz); zum Bus ab Torla sind es noch 7km und 28 Minuten…

Der Parkplatz war voll. Wir sprachen mehrere Personen an, sie wollten aber erst später fahren. 8 Minuten vor der Busabfahrt wurden wir aber doch eingesammelt.

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Torla

Der Bus kam 15min später. Hinter uns lag eine super Woche, hinter mir ¾ Jahr Spanien mit vielen kurzen, aber intensiven Trips in die Pyrenäen. Ob sie die beste Wahl für den Sommer sind, wage ich zu bezweifeln, im Herbst, Frühjahr und Winter bieten sie einem aber viele einsame, schöne und anspruchsvolle (Wander)Routen, leicht erreichbare (Winter-)3000er, praktisch unberührte Natur und nicht zuletzt interessante kulturelle Ziele. Bei all der anfänglichen Skepsis – ich komme wieder!!!

Lexif
04.06.2012, 21:59
Danke für den spannenden Bericht!

Die Pyrenäen sind jetzt auch auf Grund Deiner Berichte und tollen Fotos doch nochmal weiter nach oben auf meiner Liste gewandert. (Allerdings dann eher im Herbst und nicht mit so viel Schnee!)

Bitte mehr davon, ich bin schon gespannt, für was der Platzhalter da ist!

Felix

Abt
05.06.2012, 06:34
Danke.
Eindrucksvolle Fotos, Superbericht.
Sind die exponierten Kletterstellen noch etwas für Ottonormal?

Links fuktionieren nicht alle.

Nita
06.06.2012, 00:54
Danke für den Hinweis, habe die Links überprüft - jetzt gehen alle.

Freut mich sehr, dass es gut ankommt! Die beiden kleinen "Klettersteige" sind mMn für alle OK (festhalten, aufpassen), für Gran Facha und umgebende Gipfel sind Erfahrungen am Fels aber schon von Vorteil.

Am "Platzhalter" wird leider nichts Großes geben, bin nur momentan zu gestresst um abzuschließen.

ThorstenSchneider80
07.06.2012, 20:22
Habe gestern erst einen Bericht über die Pyrenäen gesehen und bin schon ein bißchen neidisch, in Köln fest zu hängen. Gratuliere zur schönen Tour.

Simon
08.06.2012, 10:19
Hallo Nita

Danke für die Berichte, da kommt Vorfreude für unseren Sommerurlaub in den Pyrenäen auf.

Gruaß
Simon

Benzodiazepin
08.06.2012, 15:59
auch von mir ein grosses danke! 5sterne
die berichte machen wirklich lust auf eine spanien-tour.

und dass du so gerne biwakierst lässt mich für diesen sommer hoffen ;-)

Vegareve
08.06.2012, 22:36
So sieht es dort im Dezember aus?? Hab ich echt nicht gewusst. Schöner Bericht.

Nita
09.06.2012, 01:15
Danke Euch für all die netten Worte!

Simon, viel Spaß!!!



und dass du so gerne biwakierst lässt mich für diesen sommer hoffen ;-)
:wohoo: mich auch :wohoo:


So sieht es dort im Dezember aus??
Nee, das letzte war Ende Mai ;) Wobei es im Dezember bevor der richtige Schnee kam nicht sooo viel anders aussah.

Thorsten, ab jetzt hänge (klebe) auch ich fest. Nennen wir es Zeit für Ideenreifung ;)

hadoka
10.06.2012, 00:42
Wahnsinn...;-)
da bekomme ich gleich Fernweh. Leider gehts erst wieder immer September bei mir.

bjoernsson
11.06.2012, 16:58
Irgendwie schade, dass deine Zeit in Spanien vorbei ist. Deine Tourenberichte von dort werde ich vermissen!

Aber irgendwie auch schön, dass du jetzt wieder in Deutschland weilst! Vielleicht ziehen wir dann ja demnächst mal wieder gemeinsam zu einer kleineren Tour los!?

Nicki
19.06.2012, 09:00
Toll Nita- wieder mal eine schöne Tour abseits der Standard Wege.
In der "Respumoso" Ecke war ich vor einigen Tagen auch- jedoch auf dem HRP (Etappe- Refuge de Arremoulit zur Wallon.......) über den Col de La Fache.
Schnee war insgesammt schon weniger als bei deinen Fotos- aber zum Col de La Fache (26...m ) noch reichlich.


Ob sie die beste Wahl für den Sommer sind, wage ich zu bezweifeln, im Herbst, Frühjahr und Winter bieten sie einem aber viele einsame, schöne und anspruchsvolle (Wander)Routen, leicht erreichbare (Winter-)3000er, praktisch unberührte Natur und nicht zuletzt interessante kulturelle Ziele

Das sehe ich genauso!

Gruß Folko

mariodejaneiro
20.01.2013, 14:36
wow...einfach nur der hammer..und klasse fotos... war auch mehrmals in den pyros unterwegs aber meistens nur auf dem Touristenpfad GR 11... :bg: