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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie lange verrottet Toilettenpapier?



equipman
02.08.2011, 20:42
Der Titel ist Programm. Wie lange dauert bis (trocken wie feucht) es ganz verrottet ist ?

Canadian
02.08.2011, 20:46
Einlagig, Zweilagig, Dreilagig oder spezielles schnell verottendes Trekkingklopapier?

Ganz wichtig natürlich noch: Unter welchen klimatischen Bedingungen, an der Luft oder vergraben...

equipman
02.08.2011, 21:02
Alles was du von deiner Aufzählung weißt :bg:. Danke dir.

Canadian
02.08.2011, 21:09
Alles was du von deiner Aufzählung weißt :bg:. Danke dir.

Ich weiß es nicht, aber ich würde mal schätzen zwischen 3 Tagen und 5000 Jahren. ;-)

hotdog
02.08.2011, 21:41
Im Kompost verrottet es ganz normal wie andere organische Abfälle auch.

equipman
02.08.2011, 22:18
Sorry dann habe ich mich wohl ungenau ausgedrückt :

Wie lange braucht
- 1-lagiges
- 2-lagiges
- 3-lagiges
- 4-lagiges
trockenes wie feuchtes Toilettenpapier zum Verrotten, wenn es in Norddeutschland im Wald- o. Sandboden vergraben wird ?

LihofDirk
02.08.2011, 22:27
Sorry dann habe ich mich wohl ungenau ausgedrückt :

Wie lange braucht
- 1-lagiges
- 2-lagiges
- 3-lagiges
- 4-lagiges
trockenes wie feuchtes Toilettenpapier zum Verrotten, wenn es in Norddeutschland im Wald- o. Sandboden vergraben wird ?

Prinzipiell je fester es zusammengeknüllt ist desto länger. Beim Kompostieren zählt auch die angreifbare Oberfläche. Außerdem haben Einfluß die Temperatur und der Bakterienhaushalt. Das heißt in der Humusschicht des Waldes verrottet es sicher schneller als im reinen Sand der Dünen, bei Dürre oder im Winter langsamer als im feucht-warmen Sommer.

blue0711
02.08.2011, 23:29
Wnn Du sicher sein willst, braucht das Klopapier eine Zertifizierung nach EN-13432 (http://www.moonennatural.com/de/en-13432.html)
oder ein sogenanntes C2C-Papier (http://www.moonennatural.com/de/toilettenpapier-c2c.html)

Mit solchem Material ght das recht schnell (Beispiel Pappbecher (http://www.moonennatural.com/de/kompostieren.html))

Da dem Klopapier schon Abbauorganismen zugesetzt sind, die die Ansiedlung weiterer Helfer begünstigen, sollte es in mitteleuropäichen Gefilden unterhalb 2500m keine 4 Wochen dauern, bis man die Reste höchstens noch mit dem Mikroskop findet.
Meistens eher schon nach 2 Wochen.

Das schöne Weisse braucht ein paar Tage länger

Wollsocke
02.08.2011, 23:42
In Tundragebieten mit Permafrostboden dauert es Jahre...Aufgrund der langen und kalten Winter und des nur oberflächlichen Auftauens der obersten Erdschichten und der damit reduzierten Bioaktivität des Bodens dauert es eben so lange...:ignore:

LihofDirk
02.08.2011, 23:51
Wnn Du sicher sein willst, braucht das Klopapier eine Zertifizierung nach EN-13432 (http://www.moonennatural.com/de/en-13432.html)

Nicht ganz, EN-13432 zertifiziert nur den Zerfall in Kompostanlagen, d.h. konstante Feuchtigkeit, Temperaturen in der Regel >60°C zumindest im Inneren der Miete, regelmäßiges Umsetzen, gehäckseltes Ausgangsmaterial definierter Struktur (Mischung aus Holzhäcksel, Biomüll, etc..., Mikroben und so weiter.

Es müssen auch nur 95% zerfallen, zu CO2, H2O, Salzen und Biomassen; nach 12 Wochen dürfen nur noch Fragmente < 2mm übrig sein (Immer noch unter definierten Bedingungen)
Details (http://www.materbiagro.com/ted/biodegradazione.html)

In der Natur sieht das ganz anders aus.

Sonst könnten nicht EN-13432 zertifizierte Kunststoffe für längerfristige Anwendungen eingesetzt werden, wie z.B. PC-Tastaturen. Aber auch die abbaubare Einkaufstüte hält sich erstaunlich lange. Selbst im Haushaltskompost :ignore:

blue0711
02.08.2011, 23:59
Nicht ganz,...Schon klar, eine Norm mus ja eine Vergleichsgrundlage schaffen und das geht nur mit festgelgten Bedingungen.

Der Test, den ich noch verlinkt hatte, ist aber nicht in einer Anlage und noch dazu an einem Pappbecher (der ja etwas besser standhält als Klopapier).

LihofDirk
03.08.2011, 00:34
Der Test, den ich noch verlinkt hatte, ist aber nicht in einer Anlage und noch dazu an einem Pappbecher (der ja etwas besser standhält als Klopapier).

Sieht aber sehr nach Normkompost aus ...

Für die Fotos wird der Prüfkörper dann immer freigelegt (bzw. alle paar Wochen wird einer der Prüfkörper freigelegt) Für Folien nimmt man gerne mal ein Diarähmchen, da findet man beim Ausbuddeln wenigstens etwas ...

bjoernsson
03.08.2011, 08:11
In Tundragebieten mit Permafrostboden dauert es Jahre...Aufgrund der langen und kalten Winter und des nur oberflächlichen Auftauens der obersten Erdschichten und der damit reduzierten Bioaktivität des Bodens dauert es eben so lange...:ignore:

Im Rahmen einer Seminararbeit, die ich mit Unterstützung von Länsstyrelsen Jämtlands län schrieb, wurde mir sogar mitgeteilt, dass das gesamte "Wildkacken" in den nordschwedischen Gebirgsregionen eine der größten Gefahren für das Ökosystem ist. Man hat dort Hochrechnungen durchgeführt, mit denen man ermitteln wollte, wie groß der Einfluss ist. Man ging von mehreren tausend Kothaufen jährlich allein im Gebiet Storlien/Helags aus - die alle Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte zum Verrotten brauchen. Wobei auch darauf hingewiesen wurde, dass das Toilettenpapier zwar unschön in der Landschaft aussieht, aber gar nicht das eigentliche Problem ist. Viel schlimmer sind die eigentlichen Hinterlassenschaften an sich, die zum einen das Fjäll "überdüngen", zum anderen noch jahrzehntelange Auswirkungen auf das Grundwasser haben. Das dürfte auch für Norddeutschland gelten (wenn auch der Zeitraum kürzer sein müsste).

Homer
03.08.2011, 08:28
Das dürfte auch für Norddeutschland gelten (wenn auch der Zeitraum kürzer sein müsste).

in deutschland werden jährlich über 200 millionen tonnen gülle in die landschaft gekippt - ich glaube nicht, daß sich da ein sporadischer trekkerschiß so signifikant aufs grundwasser auswirkt.

bjoernsson
03.08.2011, 08:38
in deutschland werden jährlich über 200 millionen tonnen gülle in die landschaft gekippt - ich glaube nicht, daß sich da ein sporadischer trekkerschiß so signifikant aufs grundwasser auswirkt.

Das ist natürlich ein Argument! Überzeugt! :p

Prachttaucher
03.08.2011, 08:44
@bjoernsson : Interessanter Gedankengang, allerdings wäre dann die Frage, ob der Eintrag durch die Rentiere der Sami nicht nochmals deutlich höher ist.

markrü
03.08.2011, 08:51
Ich glaube, es ist von der Wirkung auf die von Kot 'befallenen' Pflanzen ein großer Unterschied, ob es ein Fleisch- oder Pflanzenfresser war...

Markus

bjoernsson
03.08.2011, 09:14
@bjoernsson : Interessanter Gedankengang, allerdings wäre dann die Frage, ob der Eintrag durch die Rentiere der Sami nicht nochmals deutlich höher ist.

Ich hatte mir darüber vorher auch nie Gedanken gemacht. Dazu drei Anmerkungen:

1. Es macht, wie Markus schon angemerkt hat, einen Unterschied, ob es sich um Pflanzen- oder Fleischfresser handelt.
2. Rentiere gehören, obwohl mittlerweile domestiziert, zur natürlichen Fauna des skandinavischen Hochgebirges.
3. Beim Rentierkot handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf, sprich: Das was vor Ort gefressen wird, wird auch vor Ort wieder fallen gelassen.

Homer
03.08.2011, 09:18
1. Es macht, wie Markus schon angemerkt hat, einen Unterschied, ob es sich um Pflanzen- oder Fleischfresser handelt.

also sollte man sich im sinne von kleine spuren/LNT auf tour wohl vegan ernähren - goodbye, beef jerkey, ade, stracke:(

markrü
03.08.2011, 10:36
3. Beim Rentierkot handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf, sprich: Das was vor Ort gefressen wird, wird auch vor Ort wieder fallen gelassen.
Ist Rentierkot damit nicht auch CO2-neutral und per se als 'gut' einzustufen? :ignore:

Markus

Mika Hautamaeki
03.08.2011, 17:48
Ich hatte mir darüber vorher auch nie Gedanken gemacht. Dazu drei Anmerkungen:

1. Es macht, wie Markus schon angemerkt hat, einen Unterschied, ob es sich um Pflanzen- oder Fleischfresser handelt.
2. Rentiere gehören, obwohl mittlerweile domestiziert, zur natürlichen Fauna des skandinavischen Hochgebirges.
3. Beim Rentierkot handelt es sich um einen geschlossenen Kreislauf, sprich: Das was vor Ort gefressen wird, wird auch vor Ort wieder fallen gelassen.

Ist es nicht so, daß die Viecher im Winter (zumindest in harten Zeiten, also viel verhrschter oder überfrorener Schnee auch zugefüttert werden? Meinte da mal nen Bericht gesehen zu haben. Dann hast du auch wieder einen externen Eintrag.
Generell: Wenn man schon so´ne Rechnung aufmacht, sollte man dann nicht auch den Stickstoffeintrag aus der Luft durch Stickoxide berücksichtigen?

Thun
09.08.2011, 20:22
Zugvögel nicht vergessen... :ignore::bg:

Zz
28.08.2011, 10:26
Graues Toilettenpapier, verbrennen und Streu auf den Rest....

blue0711
28.08.2011, 10:56
Möcht ich sehen:
a) bei Regen
b) bei Trockenheit

bzw. b) möcht ich lieber nicht sehen, will nicht als Grillhähnchen enden

Zz
28.08.2011, 22:23
Möcht ich sehen:
a) bei Regen
b) bei Trockenheit

bzw. b) möcht ich lieber nicht sehen, will nicht als Grillhähnchen enden

Kein Problem, komm vorbei. Funktionierte in den letzten drei Monaten sehr gut.
Gruss aus Berlevag nach Stuttgart.

Tibo2012
29.08.2011, 12:40
Wie kann man sich über so einen shceiß gedanken machen :ignore:

blue0711
29.08.2011, 13:57
wegen Trollalarm gelöscht :roll:

Timmy
04.11.2011, 09:50
Hallo Zusammen,

ich mein sobald das Papier komplett mit Wasser durchtränkt ist, löst es sich doch sowieso schneller auf, weil es dafür ja eh gemacht ist, sonst würden unsere Toiletten ja verstopfen, von daher kann der ganze Prozess als solcher gar nicht lange dauern.
Aber hier kann man sicherlich auch vieles erfahren :D
http://kackblog.net/wie-man-im-wald-scheisst

Gruß
Tim

fellowtraveller
08.11.2011, 20:42
Graues Toilettenpapier, verbrennen und Streu auf den Rest....

Genau so, einfach verbrennen. Dann ist vollkommen egal, ob es oder wie lange es dauert, bis es verrottet ist. P.S.: Feuchtes Toilettenpapier brennt schlechter :Bartsch:.

Verbrennen sollte, gerade im Sand, obligatorisch sein!!!
So long
fellowtraveller

LihofDirk
13.11.2011, 21:07
Hallo Zusammen,

ich mein sobald das Papier komplett mit Wasser durchtränkt ist, löst es sich doch sowieso schneller auf, weil es dafür ja eh gemacht ist, sonst würden unsere Toiletten ja verstopfen, von daher kann der ganze Prozess als solcher gar nicht lange dauern.

Laut einem Kollegen der Gas-Wasser-Sch... Installateur ist, löst sich dieses Luxus-Komfort-Toilettenpapier mit Flauschgefühl deutlich schlechter auf, als preiswertes und führt in Hebeanlagen zu deutlich mehr Problemen.
Damit vermutlich auch in der Natur.

Juergen
13.11.2011, 21:29
Es gibt schnellauflösendes Toilettepapier (http://www.thetford.com/Home/Products/ChemicalsCleanersHome/AquaSoft/tabid/134/Default.aspx). Sollte jedenfalls in feuchtem Klima schneller verrotten.

Nita
19.11.2011, 19:01
Habe gerade zufällig ein Plakat zum Thema gesehen (genaue Quelle ist leider unlesbar):

http://www.risk.ru/i/post/119/119133.jpg

- (normales) Papier: 3 Monate
- Zeitung: 1 Jahr
- Pampers: 500 Jahre

Gehe mal davon aus, dass die mittleren Breiten auf etwa Meeresniveau gemeint sind.

Plautze
30.12.2011, 16:12
Wir haben im Sommer 2010 in Island unser eigenes Klopapier vom Sommer 2009 in sehr gutem Erhaltungszustand unter einem extra zur Verbergung drübergelegten Stein wieder gefunden, unverkennbar anhand des Musters. Seitdem ist auch meine Freundin für Verbrennen!
Es gibt doch sicher auch Ren-jerkey oder sowas ähnliches? Wenn man nur Tütenfutter nach skandinavischen Rezepten verwendet dürfte das das dortige Ökosystem doch nicht allzusehr durcheinanderwirbeln! ;-)

fraizeyt
01.01.2012, 19:41
Mehr als 12.000 Hektar Wald sind zerstört: Ein verheerendes Feuer hat im chilenischen Nationalpark Torres del Paine massive Schäden angerichtet. Schuld soll ein Tourist sein, der ein Stück gebrauchtes Klopapier verbrennen wollte - jetzt wurde er verhaftet.

Quelle (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,806608,00.html)

Plautze
01.01.2012, 20:32
Shocking! Aber Deppen gibts immer. Aber wer im isländischen Hochland Wald verbrennen will, muss ihn selbst mitbringen.

Fjaellraev
01.01.2012, 20:39
Es muss ja nicht Wald sein der verbrennt, es kann auch Heidekraut sein. Natürlich ist verbrennen die schnellste Methode das Klopapier zu beseitigen, aber auch dabei sollte man halt die Gefahren und Umstände im Auge behalten...
Bei grosser Trockenheit ist es definitiv keine gute Alternative, da ist vergraben oder unter einem Stein verstecken besser (Wenn man es nicht mitnehmen will).

Gruss
Henning

Plautze
01.01.2012, 20:47
d`accord !

khyal
02.01.2012, 18:50
Es muss ja nicht Wald sein der verbrennt, es kann auch Heidekraut sein. Natürlich ist verbrennen die schnellste Methode das Klopapier zu beseitigen, aber auch dabei sollte man halt die Gefahren und Umstände im Auge behalten...
Bei grosser Trockenheit ist es definitiv keine gute Alternative, da ist vergraben oder unter einem Stein verstecken besser (Wenn man es nicht mitnehmen will).

Gruss
Henning

Vor allem hatte ich mir vor vielen Jahren auch mal gedacht, als ich grad dabei war Klopapier zu verbrennen, um es dann mit dem "Rest" zu vergraben, wenn das jemand aus der Entfernung sieht, wie ich versuche, mit dem Feuerzeug meine "Hinterlassenschaften" anzuzuenden, der ruft doch die Jungs im weissen Kittel :bg:

Ich kenne das ja auch aus manchen Gebieten wie Kanaren, GR oder Schweden, dass den Outdoor-Travellern offensichtlich eine Schaufel zu schwer oder es zuviel Muehe war, ein Loch zu graben und dann so nett auf dem Haufen ein Stein tront, oder bei groesseren Steinen der Mist bei naechsten Regen drunter vorgespuelt wird, von der Geruchsbelaestigung ganz zu schweigen. Ich habe dann doch lieber eine Schaufel bei, bei Bootsurlaub ist eh ein Klappspaten dabei, mal davon abgesehen, dass da eh meist das Klopapier im Muellbeutel mit zurueck geht, bei Trekkingurlaub meist Diese (http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=175484&GTID=cb258e67da60e66196cdedb27285c5fca35), ist mir auch bei aller L oder UL-Gewichtssparerei doch die knapp 100g wert, dass meine Hinterlassenschaften nicht die nach mir nerven...

Gruss

Khyal

Vegareve
02.01.2012, 21:14
So viel zur Verbrennung (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,806734,00.html) von Klopapier.

khyal
02.01.2012, 23:18
So viel zur Verbrennung (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,806734,00.html) von Klopapier.

Tja und wenn man dann noch die Threads lesen wuerde, in denen man schreibt....den Link gab es 5 Beitraege weiter hoch schon mal...

Vegareve
02.01.2012, 23:46
Ach so, stimmt.

mimose
03.01.2012, 11:22
Wir haben im Sommer 2010 in Island unser eigenes Klopapier vom Sommer 2009 in sehr gutem Erhaltungszustand unter einem extra zur Verbergung drübergelegten Stein wieder gefunden, unverkennbar anhand des Musters. Seitdem ist auch meine Freundin für Verbrennen!


Warum?

Welcher Schaden ist denn in dem Jahr aufgetreten? Konnte man das Papier nochmal benutzen? Roch es stark? Gab´s tote Tiere im Umkreis?

Meiner Meinung nach wird das Thema viel zu sehr überbewertet. Man sollte seine Hinterlassenschaft eingraben, damit man das nächste Mal nicht hineintappt. Aber das muss dann auch reichen!
Verrotten oder verbrennen, das alles ändert doch nichts an der Tatsache, daß wir Menschen das größte Problem für die Natur darstellen, da ist so ein kleiner Haufen eher nebensächlich.
Wenn man alles ehrlich zugrundelegt, die Ressourcen, die wir für immer vernichtet haben, bis wir überhaupt in der Lage sind, unsere Notdurft in Timbuktu oder sonstwo zu hinterlassen, wiegen sicherlich vielmals mehr als so ein jämmerlicher Kothaufen, sei er verbrannt, vergraben oder wieder mitgenommen.

Gruß m

Battom
03.01.2012, 11:43
Warum?

Welcher Schaden ist denn in dem Jahr aufgetreten? Konnte man das Papier nochmal benutzen? Roch es stark? Gab´s tote Tiere im Umkreis?
[...]
Wenn man alles ehrlich zugrundelegt, die Ressourcen, die wir für immer vernichtet haben, bis wir überhaupt in der Lage sind, unsere Notdurft in Timbuktu oder sonstwo zu hinterlassen, wiegen sicherlich vielmals mehr als so ein jämmerlicher Kothaufen, sei er verbrannt, vergraben oder wieder mitgenommen.

Das Wort zum Jahr 2012. Danke dafür! (ich meins ernst)

khyal
03.01.2012, 11:51
Warum?

Welcher Schaden ist denn in dem Jahr aufgetreten? Konnte man das Papier nochmal benutzen? Roch es stark? Gab´s tote Tiere im Umkreis?

Meiner Meinung nach wird das Thema viel zu sehr überbewertet. Man sollte seine Hinterlassenschaft eingraben, damit man das nächste Mal nicht hineintappt. Aber das muss dann auch reichen!
Verrotten oder verbrennen, das alles ändert doch nichts an der Tatsache, daß wir Menschen das größte Problem für die Natur darstellen, da ist so ein kleiner Haufen eher nebensächlich.
Wenn man alles ehrlich zugrundelegt, die Ressourcen, die wir für immer vernichtet haben, bis wir überhaupt in der Lage sind, unsere Notdurft in Timbuktu oder sonstwo zu hinterlassen, wiegen sicherlich vielmals mehr als so ein jämmerlicher Kothaufen, sei er verbrannt, vergraben oder wieder mitgenommen.

Gruß m

Damit hast Du schon sehr recht und ich wundere mich manchmal schon wie Leute, die eigentlich sonst bzw unterwegs sehr in den Umweltschutz bzw "leave no trace" engagiert sind, teilweise mehrfach im Jahr easy ohne drueber nachzudenken, den Flieger benutzen, ein spritfressendes evtl dazu noch schlecht eingestelltes Auto fahren, Strom von Atomstrom-Anbietern beziehen, Leuten raten, lieber erstmal irgendwelche Billigzelte zu kaufen, die nach 1-2 Jahren "Sondermuell" sind usw usw und finde das richtig Klasse, wenn Leute alles mit dem Fahrrad erledigen, bei wirklich jeden Einkauf auch auf Grundlage von nachhaltigem Handeln entscheiden usw

Aber nobody is perfekt (ich am Allerwenigsten :bg:) und es ist doch gut, sich ueber moeglichst viele Sachen in der Hinsicht Gedanken zu machen und dann unterwegs drauf zu achten, da eben keine Spuren zu hinterlassen, wie z.B. solchen Haufen, nur notduerftig mit Stein abgedeckt oder verbrannten Boden von Lagerfeuern usw.

Gruss

Khyal

Canadian
03.01.2012, 14:06
Warum?

Welcher Schaden ist denn in dem Jahr aufgetreten? Konnte man das Papier nochmal benutzen? Roch es stark? Gab´s tote Tiere im Umkreis?


Wenn es nach einem Jahr noch sehr gut erhalten ist, wird es wohl auch nach 2 Jahren erhalten sein. Jetzt brauchst du nur noch zu gucken, wie viele Wanderer diesen Weg jedes Jahr gehen und wie oft sie ihr Geschäft verrichten. Wenn das Klopapier dann vielleicht noch im Schnitt 3 Jahr hält, dann kannst du ausrechnen wie viele unverrottete Haufen Klopapier dort liegen.

Hast du also ein Wegstück von 60 km, dass im Schnitt in 3,5 Tagen bewältigt wird und von 5.000 Wanderern jährlichbegangen wird, die einmal am Tag Toilettenpapier benutzen, dass drei Jahre zum verotten braucht, dann hast du nach drei Jahren schon 52.500 unverottete Haufen Toilettenpapier, also 875 Haufen pro Kilometer.

Wenn man dann noch bedenkt, dass diese Notwendigkeit i.d.R. an speziellen Orten, die schwer einsehbar sind, verrichtet wird, was in vielen Gegenden ja nicht so häufig anzutreffen ist, dann verteilen sich diese zig Tausend haufen auf einige wenige Plätze.

Wie hoch der ökologische Schaden ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber gut finden kann ich das nicht.

Pfad-Finder
03.01.2012, 14:25
Klopapier ist nicht nur "Müll", sondern bei manchen Tierchen auch beliebt. Ich selbst habe mal im Harz am Morgen "danach" das benutzte Klopapier aus der Nacht verscharren wollen, aber eine Maus hatte schon die besten Teile abgeknabbert und weggeschleppt. Die Daune des kleinen Mannes Nagers sozusagen.

Im übrigen mache ich mir wegen Klopapier die geringsten Sorgen. In Mitteleuropa zerfällt es wirklich schnell. Schlimmer sind die Strategen, die "Papier"taschentücher nehmen. Das zerfällt bei Nässeeinwirkung nämlich nicht - soll es ja auch nicht. Wer schon mal in Klopapier hineingeschnieft hat, wird den Unterschied bestätigen können.

berni71
03.01.2012, 19:14
Das Problem sehe ich nicht in einem "ökoligischen Schaden", ich denke, unsere Erde tangiert das am allerwenigsten.

Es sieht einfach nur unschön aus, wenn man an viel frequentierten Stellen direkt neben den Wanderwegen die Hinterlassenschaften anderer sieht und womöglich reintritt.

Es ist also ein Problem der Konzentration.

Wenn schon, dann sollte man sich also hinreichend weit von einem Wanderweg entfernen und dann das Zeug vergraben und dort, wo es nicht geht und auch nichts abbrennen kann, das Papier wenigstens abfackeln :bg:

Plautze
06.01.2012, 20:30
Wenn man alles ehrlich zugrundelegt, die Ressourcen, die wir für immer vernichtet haben, bis wir überhaupt in der Lage sind, unsere Notdurft in Timbuktu oder sonstwo zu hinterlassen, wiegen sicherlich vielmals mehr als so ein jämmerlicher Kothaufen, sei er verbrannt, vergraben oder wieder mitgenommen.

Find ich ne ziemlich lässige Einstellung, "wenn ich eh schon fliege, ist der Rest auch grad egal." Ist halt ne Grundsatzentscheidung ob ich meine Lebensqualität durch reisen aufbessern will,(inzwischen kann man ja bei vielen Fluggesellschaften entsprechende zweckgebundene Zusatzzahlungen leisten), das heisst doch aber noch lange nicht das ich gleich vor jedem weitern Anspruch an mein Umweltbewusstsein kapitulieren sollte, nur weil die Fliegeremissionen mehr zu Buche schlagen.
Dann muss auch der "eine" Brunnen in der Sahelzone nicht gebohrt werden, ist ja nur ein weiterer Tropfen auf den heissen Stein.
Meine Kothaufen als "jämmerlich" zu klassifizieren grenzt im übrigen an Majestätsbeleidigung! :bg:

gruss, Plautze

crux
12.01.2012, 09:49
Meine Güte...


1. Auf Toilette gehen müssen wir alle.
2. Das Zeug gehört verbuddelt, damit niemand hineintritt.
3. Wer vorher noch drann rumzündeln will soll das tun.
4. Thema beendet, denn jeder verdammte Plastik-Schnipsel, der irgendwo liegenbleibt ist wesentlich tragischer als ein kleines rechteckiges Stück Zellulose

Zio
04.10.2012, 15:08
Wenn es nach einem Jahr noch sehr gut erhalten ist, wird es wohl auch nach 2 Jahren erhalten sein. Jetzt brauchst du nur noch zu gucken, wie viele Wanderer diesen Weg jedes Jahr gehen und wie oft sie ihr Geschäft verrichten. Wenn das Klopapier dann vielleicht noch im Schnitt 3 Jahr hält, dann kannst du ausrechnen wie viele unverrottete Haufen Klopapier dort liegen.

Hast du also ein Wegstück von 60 km, dass im Schnitt in 3,5 Tagen bewältigt wird und von 5.000 Wanderern jährlichbegangen wird, die einmal am Tag Toilettenpapier benutzen, dass drei Jahre zum verotten braucht, dann hast du nach drei Jahren schon 52.500 unverottete Haufen Toilettenpapier, also 875 Haufen pro Kilometer.

Wenn man dann noch bedenkt, dass diese Notwendigkeit i.d.R. an speziellen Orten, die schwer einsehbar sind, verrichtet wird, was in vielen Gegenden ja nicht so häufig anzutreffen ist, dann verteilen sich diese zig Tausend haufen auf einige wenige Plätze.

Wie hoch der ökologische Schaden ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber gut finden kann ich das nicht.

Wobei Island da echt nen schlechtes Beispiel ist.
Es hat ca. 2.5 Monate im jahr Zeit zu verrotten, den Rest des Jahres ist es tief gefroren (sofern Hochland)....
In Island könnte man es noch in eine Lavaspalte schmeißen, da isses dann schneller weg als man gucken kann.
Wenn keine zur Hand einfach tief genug buddeln! :bg:


Gruß
Zio

Mus
26.10.2012, 00:09
Wir sind mittlerweile dazu übergegangen auf unseren kürzeren Touren (in Deutschland) Laub bzw. Moos zu verwenden. Immer da, verrottet garantiert und funktioniert super. Wobei ich jetzt mal vermute, dass sich das auf sensiblere Gebiete, in denen die Vegetation eh zu kämpfen hat, nicht übertragen lässt.

chartinaelik
26.10.2012, 10:08
Ich nutze im Allgemeinen auf Tour eher eh kein Toilettenpapier ... seid ihr meist in wasserlosen Gebieten unterwegs? Ich halt's da wie die Asiaten und wasch mir den Ausgang ordentlich ab.

Ingwer
26.10.2012, 10:25
Dann müßte ich ja das Wasser 50m weit weg vom Fluß schleppen. Und so ein Platypus ist viel zu schnell leer.:o

Abt
26.10.2012, 10:43
Na ja es hat jeder so eigene Techniken. Nichts ist schlimmer als in einer freindlichen Stadt müssen zu wollen.

Aber draußen verrotten die Reste unseres niedergebrachten Geleges in unseren Breiten im Handumdrehen durch allerlei summendes und krabbeltendes Getier die wie durch einen unsichtbaren Mangneten herbeigezogen uns plötzlich umschwärmen. In wenigen Tagen ist alles beinahe unbedenklich. Papier mit nem Stöckchen in ein Erdloch oder unter eine Wurzel. Leider wurde das für diese Zwecke ökologisch tolle, einlagige Klopapier Raspel-Extra:grins: von Wera-Krepp zwischenzeitlich entfunden, da es wohl zu billig war. Die rumänische und ukrainische Variante Klopapier ist ein- bzw.- zwei Zentimeter schmaler, leider auch dünnwandiger.

blitz-schlag-mann
26.10.2012, 10:50
Ich nutze im Allgemeinen auf Tour eher eh kein Toilettenpapier ... seid ihr meist in wasserlosen Gebieten unterwegs? Ich halt's da wie die Asiaten und wasch mir den Ausgang ordentlich ab.

Des einen LNT ist des anderen schlecht schmeckendes Trinkwasser :(

Viele Grüße
Ingmar

chartinaelik
26.10.2012, 11:33
Des einen LNT ist des anderen schlecht schmeckendes Trinkwasser :(

Viele Grüße
Ingmar

Entschuldige, aber das versteh ich nicht. Du willst das doch nicht trinken?

blitz-schlag-mann
26.10.2012, 11:47
Nope, dachte du hältst deinen H...... in Bach oder See ;)

Viele Grüße
Ingmar

chartinaelik
26.10.2012, 12:46
Nö, ich nehm dafür ein behältnis, hole wasser und nutze das am ort der notdurft ...

SteffenBerg
28.10.2012, 08:22
Logisch betrachtet löst sich Toiletten-Papier genau so schnell in der freien Natur auf, wie im eigenen Klo zuhause.
Da Papier hauptsächlich aus Wasserlöslicher Zellulose besteht, wird das meiste Toilettenpapier nach dem ersten Regenfall sich in einzelne Fasern auflösen und mit dem Boden vermengen, wenn nicht sogar gleich versickern...

blue0711
28.10.2012, 08:59
Wenn Du den Thread gelesen hättest, wüsstest Du, das das so nicht stimmt.

Und wenn Du zuhause mal eine Kläranlage von innen anschaust, auch.

elgu
28.10.2012, 09:46
Der Titel ist Programm. Wie lange dauert bis (trocken wie feucht) es ganz verrottet ist ?

Wenn die Polizei bei Sucheinsätzen (Vermisstensuche, Tatortsuche: Wo ist die Pistole?) im Gelände das abzusuchende Gebiet in einzelne Quadrate unterteilt, benutzt sie hierfür Toilettenpapier als Trassierband.
Lt. Aussage des Ausbildungsleiters ist nach ca. 14 Tagen durchschnittlich deutschem Wetter (nachts feucht, ab und zu Regen) vom Trassierband nix mehr zu sehen. Trassierband aus Plastikfolie müsste hinterher mühsam wieder eingesammelt und entsorgt werden.

Canadian
28.10.2012, 10:14
Wenn die Polizei bei Sucheinsätzen (Vermisstensuche, Tatortsuche: Wo ist die Pistole?) im Gelände das abzusuchende Gebiet in einzelne Quadrate unterteilt, benutzt sie hierfür Toilettenpapier als Trassierband.
Lt. Aussage des Ausbildungsleiters ist nach ca. 14 Tagen durchschnittlich deutschem Wetter (nachts feucht, ab und zu Regen) vom Trassierband nix mehr zu sehen. Trassierband aus Plastikfolie müsste hinterher mühsam wieder eingesammelt und entsorgt werden.

Oder eingesammelt und erneut verwendet werden. :roll:

Prachttaucher
28.10.2012, 10:25
...
Da Papier hauptsächlich aus Wasserlöslicher Zellulose besteht...

:oldman:Laß das aber bitte nicht Deinen Chemielehrer hören !

Ansonsten sehe ich es so, daß es um eigentlich zwei Sachen geht :

1. Eine Beeinträchtigung / Schädigung der Natur, die möglicherweise nur sehr gering ist. Vielleicht baut sich das Papier tatsächlich auch schneller ab, wenn es nicht vergraben wird ? Damit hätte man aber gleichzeitig die negativste Auswirkung auf Punkt 2.

2. Die optische Beeinträchtigung / Trace : Die ist eben bei herumliegenden Papier sehr hoch. Wer baut dort schon gerne sein Zelt auf, wo viel Toiletten-Papier rumliegt. Mir hat das eine sonst wunderschöne Kajaktour auf einem schwedischen See mit viel Inseln vermiest. Viele Bootsbesitzer in Schweden vergraben offensichtlich nicht.

Ob sinnvoll oder nicht : In dem Fall möglichst aus den Augen, d.h. vergraben/ verbrennen.

Timon
07.11.2013, 14:22
Ich weiß es nicht, aber ich würde mal schätzen zwischen 3 Tagen und 5000 Jahren. ;-)

hahah gott sei dank ist die Angabe so präzise ;)

Ko
12.11.2013, 17:55
Blöde Frage, aber gibt es denn vielleicht spezielles Outdoor-Toilettenpapier, das draußen schneller verschwindet, sodass man keine Spuren hinterlassen muss? - Freunde mich mit dem Wegwerfen nämlich eh nicht so gut an, Blätter kommen aber auch nicht so richtig in Frage ;)

Toni6642
14.11.2013, 08:44
Blöde Frage, aber gibt es denn vielleicht spezielles Outdoor-Toilettenpapier, das draußen schneller verschwindet, sodass man keine Spuren hinterlassen muss? - Freunde mich mit dem Wegwerfen nämlich eh nicht so gut an, Blätter kommen aber auch nicht so richtig in Frage ;)

Ich denke, dass das 1-lagige Recycling-Klopapier recht schnell verrottet. Man muss ja nicht unbedingt mit 4-lagigem Komfort-Papier in die Büsche gehen ;-)

Faxi
15.11.2013, 22:32
Am besten das einlagige sandpapier vom bahnhofsklo, oder das schnell lösliche, was man in Porta Potties verwendet. Werde demnächst einen Feldversuch damit machen :)

Echnathon
16.11.2013, 04:38
ver(h)arschter Schnee im Winter.
Funktioniert hervorragend.
Aber nur bei -5°C getestet :bg:

Meer Berge
16.11.2013, 20:25
Erfahrungswerte von einer Neufundland-Trekkingtour im Sommer:

Halbwertszeit eines Blattes Toilettenpapier: 1 Nacht

Bedingungen: Gras-Boden feucht, Luft trocken, Temperaturen ca. 5°C.

Abends habe ich ein Blatt Toilettenpapier unbekannter Marke, wahrscheinlich 2-lagig, zum Naseputzen benutzt und gemeinsam mit einem benutzten Teebeutel und einer leeren Tütensuppen-Tüte offen im Vorzelt liegen gelassen, um es am nächsten Tag einzupacken und mitzunehmen.

Ich war noch nicht im Schlafsack, da hatten sich schon mehrere Nacktschnecken sowohl über den Teebeutel wie auch über das vom Gras feuchte Toilettenpapier hergemacht. Am besten schien ihnen der Papieranhänger am Teebeutel zu schmecken.
Am Morgen war von beidem fast nichts mehr übrig.


Bei geeignetem Klima braucht man sich da also wohl keine Sorgen über zu langen Verbleib im Boden zu machen. Höchstens über eine Massenvermehrung von Nacktschnecken an Wanderwegen.

Viele Grüße,
Sylvia

chimmi
19.11.2013, 07:28
Das mit den Schnecken klingt irgendwie aber auch gruselig. Obwohl, vielleicht könnte man daraus eine ganz tolle Technologie entwickeln. Schnecken, die unseren Müll fressen. Vielleicht wäre das was? Allerdings nur, so lange die Schnecken anschließend nicht irgendwie mutieren...

Weltenbummler01
22.11.2013, 11:05
Kommt drauf an, wenn du ein Blatt Papier hast, verrottet es schneller als wenn du eine Kugel aus papier hast, es geht zum Großteil um die Oberfläche und wie leicht dieses Material zu zersetzten ist. Papier verrottet vergleichsweise zu anderen Material wie Plastik sehr schnell. Ich denke es hängt auch mit der Dichte des Materials zusammen.
Also ich habe im Internet keine Angabe gefunden, ich tippe auf 20 Jahre bis es komplett verrottet ist.

bemme
23.11.2013, 19:20
toilettenpapier ist im grunde genommen mehrlagiges, zurechtgeschnittenes tissuepapier, welches aus zellulose besteht. einfaches flächengewicht bei ca. 20g/m². es soll sich letztlich bereits in der kanalisation mechanisch soweit zerkleinern lassen, dass die folgeprozesse mit dem aufgeschlossenen material problemlos umgehen können.

wenn man jetzt nicht etliche kg auf einem haufen rotten möchte, sondern lokal begrenzt den durchschnittlichen bedarf einer verrichtung betrachtet ist das zeug bei hinreichender umgebiungsfeuchte spätestens nach ein paar wochen weg. in ariden gebieten allerdings durchaus recht langlebig. zellulose, wie auch sonstige dort vorhandenen totpflanzen überdauern gerne lange zeit. beistoffe die zur eigentlichen funktionalität des tissue nichts beitragen sind natürlich ihrer eigenen chemie unterworfen. insofern haben gefärbte, bedruckte oder zweifelhaft gebleichte toilettenpapiere nix draussen zu suchen. und sonst irgendwie auch nicht.

MatthiasK
24.11.2013, 13:27
Das Problem in der österreichischen Bergwelt ist, dass die meisten (meiner Annahme nach) Tagestouristen kein TP mitnehmen sondern normale Taschentücher. Die sind wie man weiß sehr reißfest und bleiben daher auch recht lang liegen. An Mitnehmen denkt anscheinend keiner, eher so "hier komm ich eh nicht mehr hin".
Ich finde das die Vereine in dieser Richtung viel zu wenig unternehmen.

bemme
24.11.2013, 13:39
Das Problem in der österreichischen Bergwelt ist, dass die meisten (meiner Annahme nach) Tagestouristen kein TP mitnehmen sondern normale Taschentücher. Die sind wie man weiß sehr reißfest und bleiben daher auch recht lang liegen. An Mitnehmen denkt anscheinend keiner, eher so "hier komm ich eh nicht mehr hin".
Ich finde das die Vereine in dieser Richtung viel zu wenig unternehmen.

yup, taschentücher sind ne andere liga papier. tissue hat ne enorm hohe saugfähigkeit, wird ja nach der benutzung unmittelbar entsorgt. taschentücher sollen ja "durchschlagfest" sein. und in der hosentaschen auch nicht alles vollsuppen. ist alles ne frage des bewusstseins. ich kann mich gut an kindertage erinnern, dass unsere eltern vor wanderungen immer n paar meter klopapier auf ne minirolle umgewickelt haben. sowas lernt man dann unbewusst.

ich meine gerade irgendwo über die vereine haben ja im moment eh gelesen zu haben, dass der ansturm der massen immens ist. klar, da muss man gegensteuern. was nicht heiss überall scheisshäuser in die landschaft zu bauen, sondern mühsame basisarbeit. aber das ist den schickimickioutdoor-loha-tüpen wahrscheinlich zuviel beschneidung ihrer selbstverwirklichung.

Chouchen
24.11.2013, 13:40
wenn man jetzt nicht etliche kg auf einem haufen rotten möchte, sondern lokal begrenzt den durchschnittlichen bedarf einer verrichtung betrachtet ist das zeug bei hinreichender umgebiungsfeuchte spätestens nach ein paar wochen weg. in ariden gebieten allerdings durchaus recht langlebig.

IMO kommt es auch auf im Boden vorhandene Mikroorganismen an. Ich weiss z.B., dass sich das Papier, nicht nur die Haufen, auf Island sehr lange halten können. Da ist es wahrlich feucht genug, aber es gibt halt nur wenig Zersetzer.

bemme
24.11.2013, 13:53
...aber es gibt halt nur wenig Zersetzer.

dann stimmt was mit deinen darmbewohnern nicht :grins:

Weltenbummler01
25.11.2013, 11:05
Also dabei kommen viele Faktoren zusammen, zum einem die Luftfeuchtigkeit, die Wärme, die Menge an Klopapier usw.
Rein theoretisch dürfte Klopapier ja ewig halte wenn man es in einem Vakuum aufbewahren würde oder? Weil ja keine Luft rankommt und die Öberfläche kann nicht oxidieren.

bemme
25.11.2013, 11:26
Also dabei kommen viele Faktoren zusammen, zum einem die Luftfeuchtigkeit, die Wärme, die Menge an Klopapier usw.
Rein theoretisch dürfte Klopapier ja ewig halte wenn man es in einem Vakuum aufbewahren würde oder? Weil ja keine Luft rankommt und die Öberfläche kann nicht oxidieren.

oxidation ist doch nur ein teilprozess dabei, . die anderen faktoren spielen ne rolle, ja. schau dir mal die umgebung ner campsite im pfurztrockenen mittleren westen der usa an. da findeste locker noch scheisshauspapier vom vorjahr. genauso wie den kot von irgendwelchen tieren.

ich denke der mensch darf ohne probleme sein papierchen benutzen, aber er sollte auch sein hirn benutzen - drauf achten wo wieviel vielleicht _zuviel_ ist.

MarkusA
15.12.2013, 16:55
Warum nicht einfach verbrennen?

Vegareve
16.12.2013, 00:17
Warum nicht einfach verbrennen?

Vielleicht deswegen (http://www.heute.at/news/welt/art23661,642554).

groove
16.12.2013, 20:04
Inzwischen ist eine Fläche von mehr als 12.560 Hektar (125 Quadratkilometer) zerstört worden. Seit Samstag haben die Feuerwehrmänner erste Lösch-Erfolge. 30 bis 50 Jahre wird es dauern, bis sich das UNESCO Biosphären-Reservat von dem Feuer erholt hat. :o

Was für ein Volldepp war das denn? Da hatt der ja echt viel erreicht mit seinem Umweltbewusstsein. :grins:
Aber da sieht man mal was dabei rauskommt wenn man sich über solche Sachen zu dolle Gedanken macht. Es gibt ja auch solche Hundetüten, wenn man es wirklich braucht, dann könnte man ja alles einfach mit nehmen und in den nächsten Mülleimer werfen. Aber halt! Stellt die Plastiktüte dann nicht eine viel größere Umweltbelastung dar, allein schon die Herstellung der Tüte.

Mal ehrlich. Es sieht es nicht schön aus wenn man auf ein Naturklo trifft. Eine ernsthafte Umweltbelastung ist das meiner Meinung nicht. Da gibt es echt schlimmere Umweltskandele die keiner so richtig kennt.

Killer
17.12.2013, 17:35
wie wäre es mit einem Ortlieb Toilettenpapierhalter?! zawar ist das Entsorgungspoblem noch nicht gelöst aber zumindest die Aufbewahrung von frischem Papier :hahaa:
http://media.tapir-store.de/mediabase/5872.-0320_-0280/t-pack-d61.jpg

blauloke
27.12.2013, 17:24
Ich habe mal einen kleinen Versuch zum Verrotten von Toilettenpapier und Papiertaschentüchern gestartet.

Versuchsaufbau besteht aus einem Papiertaschtuch und drei Blättern Toilettenpapier, die im heimischen Wald ausgesetzt wurden.
Nicht ganz realistisch, weil beide Versuchsteilnehmer unbenutzt in den Versuch gingen. Beide mittlere Qualität.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Papiertest_16_12_13.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=91452&title=papiertest-16-12-2013&cat=500)
Versuchsstart am 16. 12. 2013 unter einer kleinen Fichte.
Links das Papiertaschetuch, rechts drei Blätter Toilettenpapier.
Damit sie nicht weg geweht werden, wurden beide Teilnemer mit kleinen Stöcken am Boden befestigt.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Papiertest_27_12_13.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=91453&title=papiertest-27-12-2013&cat=500)
Heute, am 27.12.2013 nachgesehen.
Das Papiertaschentuch, links, ist noch komplett vorhanden, zwar nass aber es ist noch keine Zersetzung erkennbar.
Das Toilettenpapier ist nur noch in Resten vorhanden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Papiertest_27_12_132.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=91454&title=papiertest-27-12-2013&cat=500)
Ich habe die Reste mal farbig markiert, sie sind über eine Strecke von rund 50cm nach hinten verteilt.

Ich bin überrascht wie schnell sich das Toilettenpapier zersetzt. Noch dazu, jetzt im Winter wo keine Insekten oder Schnecken unterwegs sind und die Zersetzung noch beschleunigen können.

Jetzt bin nur noch gespannt, wie lange das Papiertaschtuch durchhält, bis nichts mehr zu sehen ist.

Keuner
29.12.2013, 22:07
Ein bisschen OT, aber denke es passt ganz gut zu dem Thema:

Bekannte hatten mal eine Packung kompostierbare Windeln getestet. 13 Jahre später sind Sie bei der Gartenneugestaltung auf die Überreste gestossen. Ein paar der kompostierbaren Windeln, die Sie nur so ein paar Meter in dem eher sandigen Boden neben dem Kompost verbuddelt hatten, waren nebst Inhalt beinahe vollständig erhalten, die auf dem "alten" Kompost größtenteils zersetzt. Das macht einem ja schon deutlich wie lange solche Hinterlassenschaften im Boden verbleiben können, wenn es dort nicht gerade vor den entsprechenden Mikroorgansimen wimmelt...

ReiniRossmann
30.12.2013, 01:07
Ein sehr wichtiges Thema. Meine Beobachtungen zeigen auch, dass Klopapier unter Umständen Monate teilweise über ein Jahr am Ort des Geschehens bleiben.

An dieser Stelle eines meiner Videos zum Thema "natürliches Klopapier" oder wie Du Klopapier aus der Natur improvisieren kannst.
PExk6aYnOHA

lemon
31.12.2013, 16:00
Vielleicht nicht ganz OT, aber ein bisschen:

Sagt ein Bär zum Anderen: Ich habe letztens beobachtet, wie ein Affenmensch in einen Plastikbeutel sein Geschäft erledigt hat, dann hat er nen Knoten rein gemacht, ein Loch ausgehoben, den Beutel rein gelegt und dann wieder Erde drüber und alles festgedrückt. Das Zeug im Beutel ist jetzt nicht nur Luft- sondern auch wasserdicht verpackt! Darauf der andere Bär: Meinst du der kommt wieder um das dann wieder auszubuddeln? Daraufhin antwortet der andere Bär: Bestimmt, sonst macht es keinen Sinn, das Ganze Zeug so gut verpackt zu konservieren! :grins:

Auf jeden Menschen kommen 1 Billion Insekten, vermutlich dann nocht einige Tausend Vögel, Kriechtiere, Nagetiere und weiss der Geier was sonst noch. Wir stehen nicht Meterhoch in deren Exkrementen - weil die Natur keine Abfälle, sondern nur Wertstoffe kennt. Hinzu kommen die unzähligen Bakterien und Mikroorganismen, die das Zeug zersetzen und die Nährstoffe der Wertstoffe der Natur als Dünger zuführen.

Also ob da jetzt nen Blatt Papier für 1 Monat, für 2 Monate oder 3 Monate sichtbar ist - ist doch im Grunde egal. Irgendwann wirds verrotten und dann juckts doch keinen mehr! Ich weiss auch ehrlich gesagt nicht ob es für die Umwelt "besser" wäre, das Toilettenpapier zu kaufen, dass im Baumarkt (Campingabteilung) teils 2 Euro pro Rolle kostet, denn schließlich ist das Papier ja dafür gedacht, in einer Chemietoilette sich schneller aufzulösen (in Verbindung mit der Chemikalie!).

PS: Zu den Versuchen mit Tempo-Taschentüchern / Toilettenpapier: Ist doch verrwunderlich, dass wir für Produkte die nur einmal und dann noch kurz verwendet werden sollen, solch langlebige Materialien verwenden! Ein Taschentuch muss nur wenige Sekunden halten, ein Kaffeeautomatenbecher nur wenige Minuten ...

PS: Wenn ihr dünnes Klopapier nutzen wollt, damit es schneller verrottet, dann geht mal in den Großhandel - da gibt es 1-lagiges für die Gastronomie - wohl damit die Kunden sich auf jeden Fall die Hände waschen :bg: . Dann aber keinesfalls den Kopf-Toilettenpapierhelm vergessen!

PS: Es gibt eine Alternative: Imodium Akut ... nehmen viele Leute auf Konzerten - auch wenn es medizinisch gesehen vielleicht unsinnig und auf Dauer nicht zu empfehlen ist!

Serienchiller
31.12.2013, 17:05
Hat es eigentlich schonmal jemand ganz ohne Toilettenpapier probiert? In vielen Ländern sind ja Bidets recht verbreitet oder es steht einfach ein Eimer Wasser neben der Toilette, der dann zur Reinigung benutzt wird. So richtig habe ich eh nie verstanden, wieso wir hier in Mitteleuropa glauben, dass trockene Papiertücher am besten sind. Ich glaube ich könnte mich jetzt auch nicht überwinden, mich mit der bloßen Hand und einer Schüssel Wasser zu säubern, aber vielleicht könnte man sich ja irgendwie mit einem Wasserbeutel und einem Schlauch sauberspritzen (hartgesottene nehmen einfach ihre Trinkblase :bg:). So ähnlich funktionieren ja auch diese japanischen WCs mit der Düse. Zumindest hätte man so das Problem mit dem verrotten gelöst und das Wasser würde in trockenen Gegenden sicherlich auch dabei helfen, dass das eigentliche Geschäft gut abgebaut werden kann.

lemon
31.12.2013, 17:21
Hat es eigentlich schonmal jemand ganz ohne Toilettenpapier probiert?

Ja, vermutlich jeder, allerdings mit Windeln!



In vielen Ländern sind ja Bidets recht verbreitet oder es steht einfach ein Eimer Wasser neben der Toilette, der dann zur Reinigung benutzt wird.

Ist da zuällig ein Wischmob drinnen und sieht dich die Reinigungskraft mitunter etwas böse an, wenn du fertig bist? :bg:



So richtig habe ich eh nie verstanden, wieso wir hier in Mitteleuropa glauben, dass trockene Papiertücher am besten sind.
Vermutlich der "Ekel-Reflex"! Wäre zumindest eine Erklärung, warum Frauen (sorry, nicht böse gemeint!) die Klobrillen auf öffentlichen Toiletten immer mit Papiertaschentücher "belegen" und dann dennoch nicht "Platz" nehmen ... daher der Papiertuch-Tick!



Ich glaube ich könnte mich jetzt auch nicht überwinden, mich mit der bloßen Hand und einer Schüssel Wasser zu säubern, aber vielleicht könnte man sich ja irgendwie mit einem Wasserbeutel und einem Schlauch sauberspritzen (hartgesottene nehmen einfach ihre Trinkblase :bg:).

Sorry, aber das stelle ich mir gerade etwas "komisch" vor (und das war die nette Formulierung!).



So ähnlich funktionieren ja auch diese japanischen WCs mit der Düse. Zumindest hätte man so das Problem mit dem verrotten gelöst und das Wasser würde in trockenen Gegenden sicherlich auch dabei helfen, dass das eigentliche Geschäft gut abgebaut werden kann.

Und was ist mit dem "Fön", der den Arsch "trocknet"? Willst du nen Kumpel bitten, mit nem Strohhalm "luft" an deinen Allerwertesten zuzuführen? :oldman:

Warum machste es nicht gleich wie die Seeleute im 17. Jahhundert? Da gab es eine Planke (Brett), was seitlich am Schiff übern Wasser hing. Da war ein Loch und da machte man sein Geschäft und als man fertig war, hat man nen "Pinsel" (ca. 10 cm im Durchmesser) an ner Leine ins Wasser gelassen und sich damit den Hinter abge....lt. Einer für Alle und Alle mit Einem! :steuermann:

Ich denke die größte Problematik ist der Ekel der Menschen vor dem "wahren" Kontakt zur Natur, in Kombination mit der "Erziehung" und dem Gedanken .... OH MEIN GOTT ... WIE WASCHEN DIE SICH NACH DEM .... IM WALD DIE HÄNDE? :kotz:

Ähm nein, ich will keine Scheibe Brot (von dir)!

Randonneur
31.12.2013, 18:27
Hat es eigentlich schonmal jemand ganz ohne Toilettenpapier probiert? [...]

Ja, in Indien. Zum Glueck hatte ich Seife mit.

hansen
07.01.2014, 02:08
Ein sehr wichtiges Thema. Meine Beobachtungen zeigen auch, dass Klopapier unter Umständen Monate teilweise über ein Jahr am Ort des Geschehens bleiben.

An dieser Stelle eines meiner Videos zum Thema "natürliches Klopapier" oder wie Du Klopapier aus der Natur improvisieren kannst.
PExk6aYnOHA


o.O. Jahre? Krass. Ich habe das Gefühl, es dauert bei mir maximal 'ne Woche. :o

Gecko
07.01.2014, 13:28
Den (unfreiwilligen) Verzicht auf Klopapier habe ich in Marokko ausprobiert. In den Unterkünften niedriger Preisklasse waren die Toiletten nämlich nicht mit Klopapier, dafür aber mit einer Flasche Wasser ausgestattet. Ungewohnt, aber durchaus sauber im Ergebnis. Und für die Hände gabs ein Waschbecken zum Händewaschen. Soll ja sogar unterwegs die Möglichkeit geben, sich die Hände zu waschen... Menschen, die mit den geschilderten Toilettengewohnheiten aufgewachsen sind, finden unser Papiergewische ja oft ähnlich befremdlich wie wir das Reinigen mit der Wasserflasche. (If you had poo on any other part of your body... would you be content just to wipe it with paper until the paper came back clean?)

Kommt noch dazu, dass in vielen Ländern mit solchen Hygienegewohnheiten eine klare Trennung zwischen rechter und linker Hand besteht: Die rechte Hand dient zum Begrüßen sowie zum Essen und Trinken. Die linke für alles andere :grins: Klar ist das nicht vollständig umsetzbar, es gibt ja immer zweihändige Aufgaben. Aber vielleicht wäre das auch eine Regelung für die Tour (zumindest bis zum nächsten Waschbecken oder so).


PS: Zu den Versuchen mit Tempo-Taschentüchern / Toilettenpapier: Ist doch verrwunderlich, dass wir für Produkte die nur einmal und dann noch kurz verwendet werden sollen, solch langlebige Materialien verwenden! Ein Taschentuch muss nur wenige Sekunden halten, ein Kaffeeautomatenbecher nur wenige Minuten ...

Im Prinzip richtig. Das Taschentuch muss aber feuchtigkeitsbeständig sein, sonst haste all das Zeug in der Hand. (Es gab da mal ne Werbung in den 80ern, "durchschnupfsicher" war das Werbewort, wenn ich mich recht erinnere). Klopapier dagegen SOLL bei Kontakt mit Feuchtigkeit gerade zerfallen, und zwar möglichst rasch, damit es in der Kanalisation nicht verklumpt und nix verstopft. Klopapier ist daher tatsächlich zerfallsoptimiert. Aus diesem Grund nie nich nie Taschentücher als Klopapierersatz draußen liegenlassen / vergraben. Blaulokes Versuch zeigt das ja auch: Klopapier zerfällt wenigstens einigermaßen rasch.

Grüße,
Marcus

AlfBerlin
23.01.2014, 21:46
@blauloke: 5sterne für Dein Experiment.

Allerdings kommt das Papiertaschentuch gegen drei Blatt Klopapier etwas schlecht weg. Gerecher wäre es, das gleiche Gewicht an Toilettenpier zu nehmen und es so dicht zu packen wie das Papiertaschentuch. Wenn das Klopapier dann immer noch schneller verrottet, bist Du sicher.

Chouchen
23.01.2014, 23:13
@blauloke: 5sterne für Dein Experiment.

Allerdings kommt das Papiertaschentuch gegen drei Blatt Klopapier etwas schlecht weg. Gerecher wäre es, das gleiche Gewicht an Toilettenpier zu nehmen und es so dicht zu packen wie das Papiertaschentuch. Wenn das Klopapier dann immer noch schneller verrottet, bist Du sicher.

Nö, es geht um die praktische, bzw. realistische Nutzung in freier Natur, so wie es auch ein Wildkacker verwenden würde, nicht um theoretische Werte.

Bandog
24.01.2014, 00:01
Hallo, vielleicht ist folgender link ja interessant für den einen oder anderen: http://ultralightbackpackintips.blogspot.de/2012/09/liberate-yourself-from-toilet-paper.html?m=1

LG

Bandog


Gesendet von meinem GT-S5360 mit Tapatalk 2

AlfBerlin
24.01.2014, 00:02
Nö, es geht um die praktische, bzw. realistische Nutzung in freier Natur, so wie es auch ein Wildkacker verwenden würde, nicht um theoretische Werte.

Drei Blatt Klopapier reichen mir normalerweise nicht :ignore:

Chouchen
24.01.2014, 00:06
Drei Blatt Klopapier reichen mir normalerweise nicht :ignore:

Dein reicht Dir vermutlich auch nicht ein Papiertaschentuch.

AlfBerlin
24.01.2014, 00:30
Dein reicht Dir vermutlich auch nicht ein Papiertaschentuch.

Richtig. Aber ich würde hier nie zugeben, dass ich Papiertaschentücher verwende.

Serienchiller
24.01.2014, 02:11
Ihr habt gelacht, aber ich bin offenbar nicht der einzige mit der Idee, (fast) ganz ohne Klopapier auszukommen:

http://www.youtube.com/watch?v=KR84Zslf23Q

Ist es denn wirklich so abwegig, sich mit Wasser sauber zu machen? Selbst wenn man danach noch ein paar Tücher zum abtrocknen braucht, würde man zumindest einiges einsparen und das Wasser schadet dem Abbau mit Sicherheit auch nicht. Erklärt mich für verrückt, aber ich werde es mal mit einer Spritzflasche probieren und wenn das klappt mache ich es auf der nächsten Tour so.

Sawyer
24.01.2014, 07:37
Und du willst wirklich mit so ´ner Schüssel und "Einlauf"-Flasche im Gepäck und in die Büsche laufen?
Reeespektttt :bg:

blauloke
25.01.2014, 16:36
Habe mal wieder nach dem Papiertaschentuch geschaut. Es ist immer noch vorhanden und sticht ins Auge wenn man an der Stelle vorbeikommt.
Die Reste des Toilettenpapiers sind kaum mehr sichtbar.
Papiertaschentücher sind zum Glück ja kein massives Umweltproblem, nur sind sie halt lange sichtbar und stören wenn man häufig begangene Wege geht.

Ihr könnt Wetten abgeben, bis wann das Papiertaschentuch zerfallen ist. Wer am nächsten dran ist bekommt von mir als Gewinn eine Rolle Klopapier zugeschickt.:grins:

Zum Ersatz von Klopapier gibts es in diesem Faden schon eine längere Diskusion, mit meinem ultimativen Tipp. (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/45369-Sorry-aber-sche%21ssen-outdoor?p=1096855&viewfull=1#post1096855)

Bandog
25.01.2014, 16:54
Noch besser als Grass oder ähnliches sind Kiesel oder Flusssteine. Am besten in Form und Größe eines Hühnereis. Für weitere Alternativen (und lustige Bilder) siehe den Link den ich weiter oben gepostet habe.

LG

Bandog


Gesendet von meinem GT-S5360 mit Tapatalk 2

AlfBerlin
25.01.2014, 17:06
Noch besser als Grass oder ähnliches sind Kiesel oder Flusssteine. Am besten in Form und Größe eines Hühnereis.

:o Aber schneller verrotten die Steine nicht!

Bandog
25.01.2014, 17:20
:o Aber schneller verrotten die Steine nicht!

Hast du es schon ausprobiert?:p

Gesendet von meinem GT-S5360 mit Tapatalk 2

Serienchiller
25.01.2014, 17:44
Also wenn bei dir nach dem Abwischen die Steine zerfallen, solltest du vielleicht mal über eine Ernährungsumstellung nachdenken...

Chouchen
25.01.2014, 18:39
Für weitere Alternativen (und lustige Bilder) siehe den Link den ich weiter oben gepostet habe.


Der link ist wirklich putzig.

Man kann übrigens auch Hunde verwenden. :bg:

Bandog
25.01.2014, 19:52
Der link ist wirklich putzig.

Man kann übrigens auch Hunde verwenden. :bg:

:what: Da bekommt der Spruch: "Leck mich!" ne ganz neue Bedeutung.:eek:

Die Bilder werde ich jetzt nicht mehr los....




Gesendet von meinem GT-S5360 mit Tapatalk 2

Chouchen
25.01.2014, 23:58
:what: Da bekommt der Spruch: "Leck mich!" ne ganz neue Bedeutung.:eek:

Die Bilder werde ich jetzt nicht mehr los....



Dank dieses Forums weiss ich erst, dass das bei Polarforschers mit Gespannen die Methode der Wahl ist. Als sarekmaniac (?) mal schrieb, die nähmen Hunde, dachte ich erst, die ziehen sich die Hunde durch die Kimme. :bg: Auch schönes Kopfkino.

Die Tage habe ich gelesen, dass bei irgendeinem indigenen Volk (in Asien?) bei Geburt eines Kindes ein Welpe in die Familie aufgenommen wird. Er wächst dann mit den Kids heran, wächst in die Wächteraufgabe herein und vor allen Dingen hält er die Babys und Kleinkinder sauber, da dort nicht mit was auch immer gewindelt wird.

AlfBerlin
26.01.2014, 00:45
Ihr könnt Wetten abgeben, bis wann das Papiertaschentuch zerfallen ist. Wer am nächsten dran ist bekommt von mir als Gewinn eine Rolle Klopapier zugeschickt.

Oh ja, die möchte ich gewinnen: Also ich tippe, das Papiertaschentuch wird am 19. Juni 2014 um 3:34 zerfallen sein.

ronaldo
26.01.2014, 08:25
...Die Tage habe ich gelesen, dass bei irgendeinem indigenen Volk (in Asien?) bei Geburt eines Kindes ein Welpe in die Familie aufgenommen wird. Er wächst dann mit den Kids heran, wächst in die Wächteraufgabe herein und vor allen Dingen hält er die Babys und Kleinkinder sauber, da dort nicht mit was auch immer gewindelt wird.


Das gibts in Ostafrika, den Namen des Stammes hab ich grad nicht parat. Interessanterweise leiten manche Hundeforscher daraus ab, dass diese, nennen wirs mal "Hygienefunktion", ein wichtiger Beweggrund bei der Domestizierung des Hundes gewesen ist. Vorstellbar - und faszinierend.

So sehr ich Empirie auch schätze: schön immerhin, dass hier noch keiner uns Hundebesitzer zu ein paar Tests aufgefordert hat... :hahaa:

Chouchen
26.01.2014, 12:06
So sehr ich Empirie auch schätze: schön immerhin, dass hier noch keiner uns Hundebesitzer zu ein paar Tests aufgefordert hat... :hahaa:

Da kann ich mit dienen: Lise apportiert Pferdeäpfel, ignoriert anderes Poo aber, Wolle wälzt sich in allem Bäh außer Hundekacke. Fressen will's aber keiner. Zum Glück.

balin
29.01.2014, 20:02
Fressen will's aber keiner. Zum Glück.

Wie Schade. So ein Klohund spart das Toilettenpapier!

Killer
04.02.2014, 18:37
Letztes Jahr war ich mit einer Höhlenforschergruppe auf einer Berghütte. Die hatten dort eine ca 4m tiefe Höhle, die seit Jahren als Toilette missbraucht wird. Die Scheiße stapelte Sich förmlich darin.
Ich bin einen Tag länger alleine oben geblieben und dachte mir dann, wenn ich jetzt in die Grube fallen sollte, müsste ich Wochen dort ausharren bis wieder jemand kommt und mich retten würde.
War ein Scheiß Gefühl über dem Loch zu sitzen und zu scheißen.

Sawyer
05.02.2014, 09:29
Letztes Jahr war ich mit einer Höhlenforschergruppe auf einer Berghütte. Die hatten dort eine ca 4m tiefe Höhle, die seit Jahren als Toilette missbraucht wird. Die Scheiße stapelte Sich förmlich darin.
Ich bin einen Tag länger alleine oben geblieben und dachte mir dann, wenn ich jetzt in die Grube fallen sollte, müsste ich Wochen dort ausharren bis wieder jemand kommt und mich retten würde.
War ein Scheiß Gefühl über dem Loch zu sitzen und zu scheißen.

Das wäre Stoff für "The Descent III".:bg:

AlfBerlin
05.02.2014, 11:16
Letztes Jahr war ich mit einer Höhlenforschergruppe auf einer Berghütte. Die hatten dort eine ca 4m tiefe Höhle, die seit Jahren als Toilette missbraucht wird. Die Scheiße stapelte Sich förmlich darin.
Ich bin einen Tag länger alleine oben geblieben und dachte mir dann, wenn ich jetzt in die Grube fallen sollte, müsste ich Wochen dort ausharren bis wieder jemand kommt und mich retten würde.
War ein Scheiß Gefühl über dem Loch zu sitzen und zu scheißen.

Das ist hier Off Topic. Eröffne doch einen Thread "Wie lange verrotten Höhlenforscher?" ;-)

rippingera
20.02.2014, 13:31
Wie soll ich jemals welpen wieder niedlich finden?! Danke...

blauloke
12.03.2014, 17:01
Ich habe heute mal wieder bei dem im Dezember ausgesetztem Papiertaschentuch vorbei geschaut. Es hat sich in zwei Teile gespalten ist aber sonst gut über den Winter gekommen. Da es sich trocken anfühlt rechne ich damit, dass es noch länger erhalten bleibt.
Auf jeden Fall sticht es noch ins Auge, wärend das gleichzeitig ausgesetzte Toilettenpapier bereits nach zehn Tagen praktisch nicht mehr sichtbar war.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/12032014135.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=97736&title=12032014135&cat=500)

Wie in #100 geschrieben werden noch Wetten angenommen.;-)

fcelch
12.03.2014, 19:41
Ich kann und will nichts zum Thema beitragen, will aber nur mal sagen das ich mich seit Monaten köstlich unterhalten fühle.
Hihi, ein "Scheißthema" quasi.
Super wie man dazu soviel philosophieren kann. Unglaublich! :popcorn:

Gruß,
FCElch

AlfBerlin
12.03.2014, 20:03
Mit der Philosophie ist es doch jetzt vorbei, seit blauloke das Experiment gestartet hat.

Als Teilnehmer des Wettbewerbs hoffe ich nur, dass das Taschentuch noch 3 Monate hält.

Was jetzt noch fehlt, sind mehr Experimente. Ich liebe Daten!

blauloke
17.05.2014, 19:52
Ich habe heute mal wieder nach meinem Experiment geschaut.
Zur Erinnerung: Wie ab #83 beschrieben habe ich am 16.12.2013 ein Papiertaschtuch und drei Blatt Toilettenpapier im Wald ausgesetzt. Das Toilettenpapier war bei der ersten Kontrolle, nach elf Tagen bereits größtenteils zerfallen und nicht mehr störend.
Das Papiertaschentuch ist gut sichtbar durch den Winter gekommen, hatte sich nur in zwei Teile getrennt.
Bei meinem heutigen Kontrollbesuch war noch ein Rest sichtbar, aber nicht mehr störend, so dass ich das Experiment für beendet erkläre.
Das Papiertaschentuch war demnach fünf Monate störend sichtbar.


https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC049801.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=103223&title=papiertaschentuch-17-mai&cat=500)
letzter Rest des taschentuchs
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/DSC04981.JPG (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=103224&title=papiertaschentuch-17-mai&cat=500)
Gesamtansicht

Mit diesem Ergebniss erkläre ich AlfBerlin zum Tippsieger.
@AlfBerlin: Teile mir deine Adresse per PN mit, dann sende ich dir deinen Gewinn zu.:grins:

samsamsam
25.03.2015, 17:52
Dieser Beitrag wurde gelöscht, weil die Verantwortlichen der Seite, einfach Beiträge von mir löschen, ohne wirkliche Begründung, die man auch verschieben hätte können. Meine Energie und Aufmerksamkeit bekommt diese Seite nicht mehr. Auch wurde auf meinen ausdrücklichen Wunsch, das dann bitte mein Konto und alle meine Beiträge gelöscht werden, nicht folgegeleistet, geschweige den Geantwortet. Das ist weit entfernt von respektvoller Kommunikation. Ich habe kein Problem an begründeter Kritik, aber einfach nur löschen, geht nicht. Meine Beitrage unterliegen immer noch meiner Urheberschaft und ich kann dadurch bestimmen, ob sie weiter hin veröffentlicht werden. Das hört sich vielleicht hart an, aber mein Motto ist in diesem Fall, "Freiheit oder Tod". Deshalb werde ich alle Beiträge und Fotos händisch löschen. Und so zu sagen den Virtuellen Tod wählen, um frei zu sein, von dieser respektlosen Zensur.

Ich bitte um Verständnis und kann nur jedem Raten sich genau zu überlegen, welche Internetseite er unterstützt und benutzt. Auch ist mir wieder bewusst geworden, das jedes Volk, die Führer bekommt, die es verdient. Das wirft natürlich kein gutes Bild auf Deutschland. Weshalb ich nur jedem raten kann, die Augen zu öffnen. Um zu erkennen das wir Deutsche, ein geschlagenes Volk sind, von Generation zu Generation, seit Langer Zeit. Damit muss Schluss sein. Und die einzige Lösung ist, beschützt Eure Frau und Ihre Kinder. Und gebt Sie nicht in Staatliche Obhut, wo pseudo Intellektuell Eure Kinder verdrehen. Frauen sollten die Macht bekommen die Ihnen zusteht, als Erfinder des Ackerbaus und der Rechtsprechung. Gebt der Weiblichen Weisheit, Hagia Sophia, die Rechte, die Sie verdient. Denn die Frau ist dem Himmel, von Natur aus, näher. Viele Männer tragen aber diese Verantwortung nicht, die Ihnen von Natur aus gegeben wurde. Aber nur dann, können unsere Kinder, Angstfrei aufwachsen unter unserem Schutz. Und die Frauen und Kinder Ihr volles Potenzial Nutzen, das uns so nötig fehlt. Eine Gesellschaft die in Angst aufwächst, erzeugt Unordnung. In diesem Sinne.

Alles Gute und schöne Outdoor Erlebnisse
Sam

MaxD
25.03.2015, 18:16
Diese Art Gewinn ist durchaus diskussionswürdig...:o

Chouchen
17.07.2015, 20:55
Irgendwo hatten wir auch einen oder mehrer "Richtig kacken"-Fäden, ich finde aber gerade keinen, deswegen hier:
In Westisland bei Bifröst kam es heute zu einem kleineren Buschbrand (http://grapevine.is/news/2015/07/17/fire-breaks-out-from-outdoor-pooping/), weil ein Radfahrer nach seinem Geschäft sein Klopapier verbrannt hat. Eigentlich die richtige Vorgehensweise, weil so etwas wirklich lange braucht um aus Island zu verrotten. Man sollte solche Kokeleien aber tunlichst nicht auf dem trockenen Moos machen, dass dort zwar unauffällig aber flächendeckend die Lava überzieht.

Passend dazu waren in den letzten Tagen so einige Meldungen auf den englischsprachigen isländischen Newsseiten (hier (http://icelandreview.com/news/2015/07/13/tourist-defecation-problem-resurfaces), da (http://icelandreview.com/stuff/views/2015/07/16/it-happens-vh), dort (http://icelandreview.com/news/2015/07/17/thingvellir-toilets-be-free-again), da auch (http://icelandmonitor.mbl.is/news/news/2015/07/16/tourists_piss_and_shit_at_gullfoss/), und hier (http://icelandmonitor.mbl.is/news/nature_and_travel/2015/07/16/new_signs_made_to_deter_defecating_tourists/) und nochmal (http://icelandmonitor.mbl.is/news/nature_and_travel/2015/07/16/tourists_defecate_on_graves/). :o über wildkackende Touristen an Hauptsehenswürdigkeiten, z.T. sogar auf einem alten Friedhof, obwohl Sanitäranlagen in der Nähe waren. Es ist zum :kotz:.

Krumpelbox
19.07.2015, 23:33
Ich frage mich gerade, wie das eigentlich in den sog. Waldkindergärten gehandhabt wird? Wie ich letztens in der Verwandtschaft gelernt habe, sind in einem Waldkindergarten die Kinder nicht nur die ganze Zeit draußen, zum Spielen und auch zum Essen, sondern auch das Geschäft wird von den Kleinen im Wald erledigt. So soll es jedenfalls im Falle eines ganz konkreten Waldkindergartens ablaufen. (In wie weit das pädagogisch sinnvoll ist, möchte ich mal außen vor lassen. Ich halte jedenfalls aus verschiedenen Gründen nicht allzu viel davon.)

In jedem Fall müsste da aber einiges zusammenkommen, und noch dazu wahrscheinlich im immer selben (relativ klein begrenzten) Gebiet. Also entweder haben Waldkindergärten eine ganz tolle Lösung, die wir vielleicht noch gar nicht kennen und wir können noch etwas von ihnen lernen, oder man könnte das ganze Konzept "Waldkindergarten" durchaus einmal hinterfragen...

Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Erzieher jeden Tag bei sagen wir mal über 30 Kindern (ab < 3 Jahre alt) Blätter u.ä. zum Einsatz bringen.


???

Chouchen
19.07.2015, 23:41
Loch buddeln, reinkacken, abputzen, zubuddeln, gut ist, zumindest in den hiesigen Breiten.

Waldhexe
20.07.2015, 00:27
Warum hältst Du nicht viel von Waldkindergärten?
Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, warum aufgrund von Klopapier Waldkindergärten in Frage gestellt werden - pädagogisch! Wegen des Umweltbewusstseins??
Klopapier besteht zum größten Teil aus Zellulose aus Bäumen, problematisch ist u.U.nur das Bleichmittel. Chlor wird heute nicht mehr eingesetzt, bei Chlordioxid dürfte ein minimaler Anteil chlorierter Kohlenwasserstoffe im Klopapier zurückbleiben. Ob in messbarer Menge, ist die Frage. Wo ist also der Schaden beim in den Wald kacken???

Die Optik - im Waldkindergarten wird vergraben und das sollte für jeden Outdoorer selbstverständlich sein. Wobei Klopapier statt Taschentücher schon mal ein guter Anfang wäre, wie Blaulockes Test beweist.

Wozu verbrennen? Ich habe es probiert, es brennt einfach nicht, für die Optik vergrabe ich also oder decke mit Steinen zu. Abgesehen davon, dass offenes Feuer im Wald verboten ist.

Mir scheint, viele haben verklärte und romantische Vorstellungen von unseren Wäldern. Im Mittelalter z.B. wurden Wälder in jeder Hinsicht geplündert: Holz wurde als einziger Energieträger ohne nachhaltige Forstwirtschaft entnommen als Bau- und Möbelholz, Brennholz zum Heizen und für Köhlerei, die Kohle wurde z.B. in der frühen Industrie eingesetzt (z.B. Verhüttung), Rinde zur Loheherstellung und so weiter. Zudem wurden die Wälder geschneitelt, also Jungbäume und Sträucher abgeschnitten und als Viehfutter verwendet. Die Laubstreu wurde als Einstreu in den Ställen verwendet, was noch übrig war wurde von Schweinen und Rindern gefressen, die in den Wald getrieben wurden, wie heute noch in Korsika.
Im Mittelalter gab es wesentlich weniger Wald als heute, das Waldbild war ein völlig anderes. Die Nährstoffarmut bzw. den Nährstoffmangel kann man vielerorts noch heute anhand von Zeigerpflanzen sehen.

Macht Ihr Euch wirklich Gedanken wegen in den Wald kackender Kinder oder Wanderer?

Ganz klar, in nährstoffarmen Biotopen, deren Zustand erhalten werden soll, widerspricht Nährstoffeintrag dem Schutzziel. Und die Antarktis soll soweit ich weiß auch möglichst ohne Beeinträchtigungen bleiben.

Wir Menschen können nicht durchs Leben gehen, ohne Spuren zu hinterlassen und unsere Umwelt zu verändern. Wie übrigens auch kein Tier. Bei unseren Spuren ist Klopapier wirklich das allergeringste Problem, da bin ich mir ganz sicher.

Gruß,

Claudia

Ditschi
20.07.2015, 09:04
Zitat Waldhexe: Bei unseren Spuren ist Klopapier wirklich das allergeringste Problem, da bin ich mir ganz sicher.

Ja, aber.... Nicht, wenn es offen rumliegt. Da hat Chouchen schon recht. Das ist eklig und muß nicht sein. Vergraben finde ich auch o.K.. Der Klappspaten gehört zur Kanuausrüstung.
Man möchte sich irgendwo an einem schönen Ort zum Picknick niederlassen und weicht zurück: Müll, Klopapier und/oder Reste eines Feuers. Eine Kategorie und einfach rücksichtslos.
Nun stellen Tourismusbehörden ja gerne Toiletten auf, wo viele Menschen zusammenkommen. Die nutzen aber dann wenig, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden. Manche sind so verschmutzt und eklig, daß die Leute sich dann doch lieber in die Brennnesseln setzen. An manchen Kanurastplätzen in Schweden habe ich aufgestellte Toiletten gesehen, die man beim besten Willen nicht mehr benutzen konnte. So nutzen sie nichts. Also, ...Klappspaten.
Ditschi

Nita
20.07.2015, 09:21
Danke an Blaulocke für den Test, der ist gut.

Aus gegebenem Anlass ein Appel an die Reisenden in die kälteren Regionen (Skandinavien, Arktis/Antarktis, Berge): Nehmt das Papier mit!!!!!! Verbrennen werden es die wenigsten, vergraben auch nicht soo viele (mit Steinen zudecken ist kein Vergraben) und es bleibt "ewig" liegen. Ich habe an wenig besuchten Stellen/Bergen Papierreste gesehen, die garantiert nicht nur ein Jahr lang dort liegen - muss das sein? Gerade wenn man ankommt, in der Wildnis im Windschutz eines Steins das Zelt aufstellen will und dort alles mit Zivilisationsresten bedeckt ist.

Dominik
20.07.2015, 11:15
Leider fehlt mir gerade die Quelle. Es gibt eine Untersuchung zu stationären "Plumsklos" und die Auswirkungen auf Grundwasser und Umgebung. Bei regelmäßigem und dauerhaften Eintrag ist ein "Loch im Boden mit Hütte drüber" durchaus problematisch.
Aber es gibt mittlerweile gute Alternativen.

Waldkindergärten nutzen häufig Komposttoiletten. Das sind abgeschlossene Systeme, welche über die Saison Rohhumus bilden.
http://www.naturbauhof.de/lad_komp_biolan_maxi.php

Grüße
Dom

Krumpelbox
20.07.2015, 11:17
Warum hältst Du nicht viel von Waldkindergärten?
Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, warum aufgrund von Klopapier Waldkindergärten in Frage gestellt werden - pädagogisch! Wegen des Umweltbewusstseins??

Aus Gründen der Erziehung, insbes. beim Toilettengang und Sauber werden (dort sind Kinder auch unter 3 Jahren). Das ist schon vom Handling her nicht immer einfach. Und da wir nun einmal in einer Gesellschaft leben, in der üblicherweise Toiletten genutzt werden, sollte vordergründig erst einmal das erlernt werden. Außerdem: Wie machen die das bei strömendem Regen, im Winter bei Schnee und Kälte, bei erkälteten Kindern, bei Durchfall u.s.w.? Naja. Ist nicht das Thema hier.
Was das Umweltbewusstsein angeht: Da werden die Kinder ganz öko immer draußen gehalten und in den Wald geschickt, aber (vermutlich) Klopapier wird dann zu Hauf jahrelang in einem sehr kleinen Gebiet eingebuddelt. Für mich ist das wieder so ein Fall der häufig vorkommenden Doppelmoral vieler "Ökos".

Und tatsächlich scheint das in den Waldkindergärten dann doch nicht immer alles so eitel Wald. Bei einem hiesigen Jägervereinshaus, ganz neu gebaut und befindlich am Rande des Waldes, ist direkt daneben eine Hütte vom Waldkindergarten. Der Kindergarten hat mit dem Jagdheim eigentlich nichts zu tun. Trotzdem haben die Leute vom Kindergarten netterweise einen Schlüssel zur Toilette im Jagdheim. Die werden wohl ihre Gründe haben. Ist dann sicher doch oft bequemer...

Wanderer gehen in den Wald, weil es grad weit und breit keine Toilette gibt. Für Waldkindergärten gilt das erst einmal nicht, da sich diese mitten in der Zivilisation befinden.
Ich denke mal, so manch Wanderer wäre glücklich, wenn er mitten im Wald jederzeit einen Schlüssel zu einer neuen und sauberen Toilette hätte, und würde diese wohl auch vorrangig nutzen.

Waldhexe
20.07.2015, 11:40
Das (optische!) Problem besteht ja meist nicht in Bereichen wo Waldkindergärten sind (die wie gesagt vergraben) oder erfahrene Outdoorer unterwegs sind, sondern an Rast-, Picknick-, Waldspiel- und Grillplätzen. Dort werden auch meist Tempos benutzt, die dann ewig liegen.
Und in Regionen, wo viele Anfänger unterwegs sind, z.B. um Lennartsfors in Dalsland, wo die Lagerplätze echt verschixxen sind, obwohl die Klos zumutbar sind. Scandreck weist die Leute ganz offensichtlich nicht in die Benutzung eines Klappspatens oder Schäufelchens ein, wenn überhaupt eins zum Ausrüstungspaket gehört... Müllbeutel ebenso wenig...und Damenbinden oder Slipeinlagen brauchen noch viel länger zum Verrotten und gehören definitiv mitgenommen!

Mir fielen weder z.B. im Jämtlandsfjäll noch am Padjelanteleden irgendwo Klopapierreste o.ä. auf, wie generell kein Müll. Am nördlichen Kungsleden war ich noch nicht, Island ist über 20 Jahre her, ich kann mich aber nicht erinnern, dass es abseits von Straßen ein Problem war.

Da in Blaulockes Versuch das Klopapier auch im Winter innerhalb von 11 Tagen fast zerfallen war, können es keine Zersetzer gewesen sein sondern schlicht Nässe und Wetter. Das sollte also auch in Nordskandinavien funktionieren. Meine Vermutung ist, dass das was noch daliegt entweder Taschentücher oder Feuchttücher zur Körperpflege sind, die auch hier zum Teil propagiert werden!

Und auch wenn wir die Klos an den Hütten benutzen, unsere Spuren verschwinden nicht!! Hartmut aus Lübeck hat mal einen abgebauten "Dreizylinder" fotografiert, ich bitte ihn, das Foto mal hier einzustellen.
Das Zeug (weniger das Papier...) verschwindet also eh nur optisch, ob im Klo oder unterm Stein!

Gruß,

Claudia

Waldhexe
20.07.2015, 11:54
Was das Umweltbewusstsein angeht: Da werden die Kinder ganz öko immer draußen gehalten und in den Wald geschickt, aber (vermutlich) Klopapier wird dann zu Hauf jahrelang in einem sehr kleinen Gebiet eingebuddelt. Für mich ist das wieder so ein Fall der häufig vorkommenden Doppelmoral vieler "Ökos".

Und was ist daran - ökologisch gesehen - ein Problem?
Wie oben von mir beschrieben wurde und wird aus dem Wald seit Jahrhunderten Biomasse entnommen, was vielerorts zu einem sichtbaren Nährstoffmangel geführt hat. Deshalb wird heute überwiegend bei der Holzernte Äste und Gipfel im Wald belassen, häufig auch im Wald entrindet - um nicht mehr Biomasse zu entnehmen als nötig.
Was ist also das Problem an vergrabenen Häufchen mit etwas Zellulose? Verteilt übrigens meist auf ein größeres Gebiet, da die Kinder nicht immer an der gleichen Stelle sind.
Waldkindergärten befinden sich übrigens mitnichten "in der Zivilisation", die meisten haben kein Klo in der Nähe. Wo es eins gibt, gibt es keinen Grund es nicht zu benutzen.

Kranke Kinder/Kinder mit Durchfall gehören nicht in den Kindergarten, "austreten" bei Wind und Wetter lernen die Kinder sehr schnell und ich war immer sehr dankbar über diese Kompetenz! ;-) Meine (Waldkindergarten-)Kinder haben zu Hause übrigens das Klo benutzt, das war wirklich kein Problem, sie haben nicht den Garten vorgezogen! :bg:

Gruß,

Claudia

Chouchen
20.07.2015, 12:15
Wenn ich daran denke, wieviele Erwachsene zu unbeholfen, verschämt, dämlich... sind um mal draußen ihr Geschäft zu erledigen, dann frage ich mich jedesmal, ob sie als Kinder niiieee draußen waren.
Also: Waldkindergarten rules! :bg:

Krumpelbox
20.07.2015, 12:54
Und was ist daran - ökologisch gesehen - ein Problem?

Hier wird darüber diskutiert, was der EINZELNE Wanderer nun mit seinem Klopapier anstellen soll. Wenn das schon diskussionswürdig und ökologisch in Frage gestellt wird - darum geht es hier ja - dann kann man das Klopapier von mind. 30 Fällen TÄGLICH in einem kleinen Gebiet doch erst recht in Frage stellen. Auch wenn es eingegraben ist. Das ändert ja nichts daran, dass es in die Natur eingebracht wird.



Kranke Kinder/Kinder mit Durchfall gehören nicht in den Kindergarten

Schon richtig, aber diverse Durchfälle entwickeln sich erst im Laufe des Tages, wenn das Kind gerade im Kiga ist. Und NEIN, nicht jedes Kind ist dann innerhalb von 5 Minuten zu Hause. Schon gar nicht, wenn die Eltern berufstätig sind. Da kann man u.U. auf der Arbeit nicht sofort alles stehen und liegen lassen, nur weil das Kind gerade mal einen Durchfall hat (weil es z.B. irgend etwas nicht vertragen hat). Selbst wenn, gibt es noch Fahrzeiten, die zu berücksichtigen sind. Kann dann schon mal längere Zeit dauern. Und nein, nicht jeder hat die Oma um die Ecke, die sich um alles kümmern kann. Auch wenn das unsere Gesellschaft, inbes. in einigen ländlichen Gegenden, erst lernen muss.


dann frage ich mich jedesmal, ob sie als Kinder niiieee draußen waren

Ja schon, aber ehrlich gesagt nie für das große Geschäft. Denn dafür gab es dann doch immer irgendwo eine Toilette. Und Kinder schickt man auch heute VORHER noch mal auf solche, bevor man das Haus verlässt oder sonst irgend etwas unternimmt. Da geht man unterwegs auch notfalls noch mal in ein Ausflugslokal o.ä., wenn man weiß, in den nächsten Stunden hat man evtl. nicht mehr die Möglichkeit dazu.
Dann muss man auch kein Papier im Wald hinterlassen.

Auch wenn man mitten im Wald ist - zumindest in Deutschland ist die Zivilisation nie allzu weit weg.

(Bei den Waldkindergärten, die ich bis jetzt gesehen habe, gab es immer auch ein richtiges Haus direkt nebenan bzw. wurden die Kiga neben bestehenden Häusern eingerichtet. Vermutlich schon wegen der Zubereitung von warmen Mittagessen u.ä. Die restliche Zivilisation, z.B. ein Dorf, war immer max. 2 km entfernt.)

Lobo
20.07.2015, 12:58
Wenn ich daran denke, wieviele Erwachsene zu unbeholfen, verschämt, dämlich... sind um mal draußen ihr Geschäft zu erledigen, dann frage ich mich jedesmal, ob sie als Kinder niiieee draußen waren.
Also: Waldkindergarten rules! :bg:

Eigentlich traurig wenn es dafür einen Waldkindergarten bedarf :ignore:

Und unser Kleiner zieht sehr wohl den Garten der Toilette vor. Aber nur weil er draußen im stehen pinkeln darf :grins: und das ganz ohne Waldkindergarten...

Grüße
Thomas

Krumpelbox
20.07.2015, 13:07
weil er draußen im stehen pinkeln darf

Das ist ja schon noch was anderes. Ob man das im Übrigen regelmäßig im Garten haben muss, sei mal dahin gestellt...
Bei Männern/Jungs gilt Pinkeln (im Stehen) in der "Öffentlichkeit" sowieso als legitim, während es bei Frauen/Mädchen schon anders aussieht. Nicht zuletzt, weil sich die Männerwelt ggf. häufig lustig macht über das weibliche Hinhocken.

Sabine38
20.07.2015, 13:17
Krumpelbox, oben wurde schon erwähnt dass Waldkindergärten häufig Komposttoiletten benutzen. Das erledigt die Klopapierproblematik.

Die Waldkindergärten von denen ich weiß, haben im Übrigen in der Regel einen Notunterschlupf, beispielsweise in Form eines Bauwagens. Dieser wird bei ganz miesem Wetter (was sicherlich eine andere Definition ist als bei den meisten) auch als Gruppenraum benutzt damit die Kids nicht vollkommen durchfrieren.

Krumpelbox
20.07.2015, 13:51
Auch im Kompost löst es sich nicht sofort in Luft auf. Auch hier die Frage, wie das praktisch gehandhabt wird? Wird da auf dem Kompost ein Loch gebuddelt, wo sich dann alle drauf hocken? Wird dann jeden Tag ein neues Loch gebuddelt? Wie groß (Fläche) müsste der Kompost dann sein? Oder tragen die Kinder ihr benutztes Klopapier erst durch die Gegend (...) , und buddeln es dann auf dem Kompost ein? Wobei beim Einbuddeln an derselben Stelle ja ständig Altpapier zutage gefördert würde, da die Stelle ja täglich benutzt wird.

So ganz praktisch erschließt sich mir das noch nicht.

Allein die Antwort "Kompost" erklärt das Problem noch nicht. Da muss man schon auch mal nach haken, was denn da eigentlich GENAU gemacht wird (sofern es einen überhaupt interessiert).

Sabine38
20.07.2015, 13:54
Auch im Kompost löst es sich nicht sofort in Luft auf. Auch hier die Frage, wie das praktisch gehandhabt wird? Wird da auf dem Kompost ein Loch gebuddelt, wo sich dann alle drauf hocken? Wird dann jeden Tag ein neues Loch gebuddelt? Wie groß (Fläche) müsste der Kompost dann sein? Oder tragen die Kinder ihr benutztes Klopapier erst durch die Gegend, und buddeln es dann auf dem Kompost ein? Wobei beim Einbuddeln an derselben Stelle ja ständig Altpapier zutage gefördert würde, da es ja täglich benutzt wird.

So ganz praktisch erschließt sich mir das noch nicht.

Allein die Antwort "Kompost" erklärt das Problem noch nicht. Da muss man schon auch mal nach haken, was denn da eigentlich GENAU gemacht wird (sofern es einen überhaupt interessiert).

Statt einfach nur dumm rumzunölen (da entsteht dann nämlich leicht Trollverdacht) könnte man einfach auch mal die Erklärungen und Links von anderen Leuten lesen. Beispielsweise von Dominik:


Leider fehlt mir gerade die Quelle. Es gibt eine Untersuchung zu stationären "Plumsklos" und die Auswirkungen auf Grundwasser und Umgebung. Bei regelmäßigem und dauerhaften Eintrag ist ein "Loch im Boden mit Hütte drüber" durchaus problematisch.
Aber es gibt mittlerweile gute Alternativen.

Waldkindergärten nutzen häufig Komposttoiletten. Das sind abgeschlossene Systeme, welche über die Saison Rohhumus bilden.
http://www.naturbauhof.de/lad_komp_biolan_maxi.php

Grüße
Dom

Krumpelbox
20.07.2015, 13:56
Statt einfach nur dumm rumzunölen (da entsteht dann nämlich leicht Trollverdacht)

Frau Sabine, erstens nöle ich nicht dumm rum, und zweitens hat das mit Trollverdacht nicht das geringste zu tun!


GENAU lesen wäre auch ratsam. Hier steht
Waldkindergärten nutzen häufig Komposttoiletten.

"Häufig" ist das Stichwort. Und der Hersteller bewirbt es (natürlich, was sollte der auch sonst tun). Das heißt aber noch lange nicht, dass ALLE WaldKiga so etwas tatsächlich nutzen. Bei denen, die ich bislang gesehen habe, gab es jedenfalls kein derartiges "Klohäuschen".

Sabine38
20.07.2015, 14:02
Frau Sabine, erstens nöle ich nicht dumm rum, und zweitens hat das mit Trollverdacht nicht das geringste zu tun!

1) Erklärungen fordern die längst gegeben sind man aber nicht gelesen hat qualifiziert in meiner Welt durchaus als dumm rumnölen. (Edit: Nachfragen weil man einen Teil der Erklärung nicht verstanden hat ist etwas anderes, das ist aber hier nicht der Fall.)

2) Den Trollverdacht hege ich.

Edit: Ja, häufig steht da weil es auch Wald-/Naturkindergärten mit "klassischen" Sanitäranlagen gibt.

Krumpelbox
20.07.2015, 14:03
Du weißt aber schon, was ein "Troll" in einem Forum ist??

Ditschi
20.07.2015, 14:05
Zitat Dominik: Waldkindergärten nutzen häufig Komposttoiletten. Das sind abgeschlossene Systeme, welche über die Saison Rohhumus bilden.
http://www.naturbauhof.de/lad_komp_biolan_maxi.php

Bei der Gelegenheit: Was ist auf den Naturlagerplätzen geplant? Komposttoiletten? Von der Sauberkeit der Toiletten wird ja auch letztlich abhängen, ob diese Plätze sauber bleiben oder in der Umgebung mit Fäkalien und Klopapier verschweinigelt werden.
Ditschi

Sabine38
20.07.2015, 14:11
Du weißt aber schon, was ein "Troll" in einem Forum ist??
Süß, wirklich.


Es gibt übrigens auch einen Bundesverband für Wald- und Naturkindergärten. Sogar mit Internetseite. Guckst du hier (http://bvnw.de/). Unter den Tipps für die Gründung desselbigen findest du beispielsweise beim Verband NRW auch eine Erwähnung der zwei Möglichkeiten Sanitäranlagen auszulegen: Komposttoilette vs. klassische, feste Sanitäranlagen (Daher auch "häufig" in Dominiks Post).

Mal davon abgesehen: Glaubst du wirklich dass es in Deutschland möglich ist einen Kindergarten oder irgend eine öffentliche Einrichtung zu betreiben ohne Sanitärkonzept? Im Ernst jetzt?

Und du fragst mich warum ich dich für einen Troll halte?

Matty
20.07.2015, 14:11
Ich dachte das Taschentuecher das Problem sind und nicht Toilettenpapier.

Wann kommt eigentlich das Experiement, wie lang verrottet das Geschaeft? Weil augenscheinlich ist ja das hier das Problem. Wobei, ist das ein Problem in D? In Island und anderen Gegenden wo es an (schnellwachsender) Vegetation fehlt, ist es sicher was anderes.

Krumpelbox
20.07.2015, 14:12
Da die Teile im Prinzip wie eine Toilette aufgebaut sind, wird es wohl dieselben Probleme geben wie bei echten Toiletten. Nehme ich mal an. Evtl. noch mehr, da es dann ja auch an herkömmliche Plumsklos erinnert und das bei etlichen Benutzern zu entsprechenden Ergebnissen führt. So nach dem Motto "Das ist ja sowieso eklig, da muss ich mich jetzt auch nicht um Sauberkeit bemühen."

...

Dominik
20.07.2015, 14:15
@ Ditischi:
Komposttoiletten nach genanntem Prinzip.

Sabine38
20.07.2015, 14:23
Ich dachte das Taschentuecher das Problem sind und nicht Toilettenpapier.

Wann kommt eigentlich das Experiement, wie lang verrottet das Geschaeft? Weil augenscheinlich ist ja das hier das Problem. Wobei, ist das ein Problem in D? In Island und anderen Gegenden wo es an (schnellwachsender) Vegetation fehlt, ist es sicher was anderes.

Auch hier kann man es mit Paracelsus halten: Die Menge macht das Gift. ;-) Ein Stückchen Toilettenpapier anständig begraben verrottet in unseren Breiten schnell. Wenn es aber viele Stücke Toilettenpapier sind wird es irgendwann ein (ekeliges) Problem.

Und, wie du richtig anmerkst, in manchen Regionen nicht einmal das. Von daher sollte man sich schon überlegen was man damit macht.


Da die Teile im Prinzip wie eine Toilette aufgebaut sind, wird es wohl dieselben Probleme geben wie bei echten Toiletten. Nehme ich mal an. Evtl. noch mehr, da es dann ja auch an herkömmliche Plumsklos erinnert und das bei etlichen Benutzern zu entsprechenden Ergebnissen führt. So nach dem Motto "Das ist ja sowieso eklig, da muss ich mich jetzt auch nicht um Sauberkeit bemühen."

...

Und das hat mit deinem Ausgangsproblem des Toilettenpapiers ... was zu tun?

Die Komposttoiletten die ich (überwiegend in Skandinavien) genutzt habe waren nicht unhygienischer als klassische Toiletten. Klar, wenn die Toiletten von vielen Leuten genutzt werden müssen sie je nach Kapazität entsprechend häufig geleert werden. Aber das ist nun irgendwie selbstverständlich.

Krumpelbox
20.07.2015, 14:43
Herrgott, das war eine Antwort zu #142.

Komm mal wieder runter.

Waldhexe
20.07.2015, 14:51
Hier wird darüber diskutiert, was der EINZELNE Wanderer nun mit seinem Klopapier anstellen soll. Wenn das schon diskussionswürdig und ökologisch in Frage gestellt wird - darum geht es hier ja - dann kann man das Klopapier von mind. 30 Fällen TÄGLICH in einem kleinen Gebiet doch erst recht in Frage stellen. Auch wenn es eingegraben ist. Das ändert ja nichts daran, dass es in die Natur eingebracht wird.



Zum dritten Mal: Bitte begründe mir, warum das "Einbringen von Klopapier" ein Problem ist, ökologisch gesehen. Ich stelle es zumindest in unseren Breiten nämlich in Frage. Beim Waldkindergarten und erst recht beim einzelnen Wanderer.

Gruß,

Claudia

Sabine38
20.07.2015, 15:28
Herrgott, das war eine Antwort zu #142.

Komm mal wieder runter.

Um genau solche Situationen zu vermeiden gibt es die Zitierfunktion. Du antwortest ohne @Ditschi oder Zitat auf einen Nebenstrang, mit einer Aussage die m.E. an der Frage Ditschis die, so wie ich das verstehe, nämlich darauf abziehlte zu erfahren wie man verhindert dass jeder Flecken auf dem Naturlagerplatz zugesch***en wird mit einem Allgemeinsatz zur Hygiene von Toiletten. Du musst mir schon verzeihen wenn ich das nicht als offensichtlich empfinde.

@Claudia: Naja, ich würde es schon als kritisch sehen wenn ein Waldkindergarten auch für das große Geschäft ausschließlich die Möglichkeit hat die Kids in die Büsche zu schicken. Da muss ich Krumpelbox zustimmen. Nur ist das ja in der Realität nicht so: Zwar mag das, wenn die Gruppe etwas weiter von ihrem "Basecamp" unterwegs ist vorkommen, und für das kleine Geschäft empfinde ich das eh nicht als problematisch (solange kein Klopapier ins Spiel kommt), aber mit einer Gruppenstärke von 15 - 20 Kindern + Betreuern würde bei reiner "Waldentsorgung" über das Jahr einiges zusammen kommen. Da der regelmäßige Aktionsradius vermutlich nicht über 2 oder 3 Kilometer hinaus geht, wäre das m.E. schon kritisch. Aber wie gesagt: Das ist ja nicht der Fall und ich sehe den Wert eines solchen Gedankenspiels in Bezug auf einen Waldkindergarten daher nicht.

Als Wanderer sollte man in meinen Augen jedoch abwägen wo man unterwegs ist. Je besser bewandert oder befahren, desto mehr Leute hinterlassen u.U. auch ihre Ausscheidungen und man sollte sich überlegen, ob es dann nicht besser ist das eigene Klopapier in einem Plastikbeutelchen mitzunehmen und bei nächster Gelegenheit vernünftig zu entsorgen.

Krumpelbox
20.07.2015, 15:29
Nö. Ich denke, das Thema Waldkiga ist jetzt mal durch. Außerdem mag ich mich nicht wiederholen (siehe Zitat #149).

Sisterintherain
20.07.2015, 15:41
Was ich mir immer denke, das Sch****en ist bei Tagestouren gar nicht so das große Problem. An viel begangenen Wegen eher die Frauen, die für jedes Pipi ein Tempo im Wald liegen lassen, was wirklich nicht nötig wäre...

Waldhexe
20.07.2015, 16:28
@Claudia: Naja, ich würde es schon als kritisch sehen wenn ein Waldkindergarten auch für das große Geschäft ausschließlich die Möglichkeit hat die Kids in die Büsche zu schicken. Da muss ich Krumpelbox zustimmen. Nur ist das ja in der Realität nicht so: Zwar mag das, wenn die Gruppe etwas weiter von ihrem "Basecamp" unterwegs ist vorkommen, und für das kleine Geschäft empfinde ich das eh nicht als problematisch (solange kein Klopapier ins Spiel kommt), aber mit einer Gruppenstärke von 15 - 20 Kindern + Betreuern würde bei reiner "Waldentsorgung" über das Jahr einiges zusammen kommen. Da der regelmäßige Aktionsradius vermutlich nicht über 2 oder 3 Kilometer hinaus geht, wäre das m.E. schon kritisch. Aber wie gesagt: Das ist ja nicht der Fall und ich sehe den Wert eines solchen Gedankenspiels in Bezug auf einen Waldkindergarten daher nicht.

Als Wanderer sollte man in meinen Augen jedoch abwägen wo man unterwegs ist. Je besser bewandert oder befahren, desto mehr Leute hinterlassen u.U. auch ihre Ausscheidungen und man sollte sich überlegen, ob es dann nicht besser ist das eigene Klopapier in einem Plastikbeutelchen mitzunehmen und bei nächster Gelegenheit vernünftig zu entsorgen.



In unserem Waldkindergarten z.B. gab es keine Toilette.

Jeder "denkt" das es kritisch wäre, aber kann mir jemand einen Grund aus Eurer Sicht nennen oder den Unterschied zwischen verrottender Laubstreu und verrottendem Klopapier nennen? Wenn wir die Optik außer Acht lassen, da es vergraben ist?
Ich habe beruflich viel mit Biotopen und Ökologie zu tun und mir fällt keiner ein. In unserer Landschaft (von Natur kann man nur noch an wenigen Stellen sprechen) findet ständig Nährstoffentnahme und - Einbringung in großem Umfang statt, ich kann daher nicht nachvollziehen, dass ca. wöchentlich eine Rolle Klopapier (nicht jedes Kind muss jeden Tag im Kindi "Groß") auf einen Umkreis von zwei Kilometern den "betroffenen" Wald verändert geschweige denn ihm schadet.

Da ist das Plastikbeutelchen, in welchem ich mein Klopapier mitnehmen soll und dass ich wohl kaum zweimal benutze kritischer, es wurde hergestellt, es wird verbrannt. Wo in häufig besuchten Regionen soll ich es entsorgen? Auf der Hütte? Im Tal, am Parkplatz? In Alpenhütten wird häufig drum gebeten, den Müll nicht nur nicht in der Hütte zu entsorgen, sondern möglichst ganz nach Hause mitzunehmen, da die Alpenländer die Müllmengen schlecht vertragen. Keiner will dort Müllverbrennungsanlagen sehen! Die ganze Müllproblematik ist nicht einfach. Müllvermeidung ist in touristisch stark genutzten Regionen sehr wichtig. Ich denke, außer in empfindlichen nährstoffarmen Biotopen ist es umweltfreundlicher, organische Abfälle zu vergraben als über den Müll zu entsorgen.



Gruß,

Claudia

Prachttaucher
20.07.2015, 16:58
In Fjällregionen schadet es sicher nicht, etwas mit Verbrennen nachzuhelfen. Entsprechendes erklärte mir auch letzes Jahr ein Schwede. Ggf. zwei Wochen im Rucksack mitnehmen, stelle ich mir dann schon unangenehm vor.

Ditschi
20.07.2015, 17:15
Ich finde es jetzt nicht so schnell wieder, aber haben wir nicht grade in den letzten Tagen von zwei verheerenden Bränden gelesen, weil jemand Klopapier verbrannt hat? Mit dem Rat wäre ich vorsichtig.
Ditschi

Ultraheavy
20.07.2015, 17:16
Was ich mir immer denke, das Sch****en ist bei Tagestouren gar nicht so das große Problem. An viel begangenen Wegen eher die Frauen, die für jedes Pipi ein Tempo im Wald liegen lassen, was wirklich nicht nötig wäre...
Dachte ich auch gerade dran. Sieht man sehr unschön an Rastplätzen.

Chouchen
20.07.2015, 17:52
Ich finde es jetzt nicht so schnell wieder, aber haben wir nicht grade in den letzten Tagen von zwei verheerenden Bränden gelesen, weil jemand Klopapier verbrannt hat? Mit dem Rat wäre ich vorsichtig.
Ditschi

Einer (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/54801-Wie-lange-verrottet-Toilettenpapier?p=1419442&viewfull=1#post1419442), verheerend war er nicht, hätte aber auch schiefer gehen können. Weil ich nicht den besser passenden Faden gefunden habe, hatte ich die Meldung hier eingestellt, woraufhin mal wieder eine Diskussion losging, die wir so oder so ähnlich hier schon öfter hatten. :roll:

Prachttaucher
20.07.2015, 17:54
In Fjällregionen schadet es sicher nicht....


Ich finde es jetzt nicht so schnell wieder, aber haben wir nicht grade in den letzten Tagen von zwei verheerenden Bränden gelesen, weil jemand Klopapier verbrannt hat? Mit dem Rat wäre ich vorsichtig.
Ditschi

Damit meine ich steiniges Gelände, wo man nichts vergraben kann und der Untergrund zudem feucht ist. Entsprechend auch im deutschen Winter wenn Schnee liegt.

Dominik
20.07.2015, 18:04
Aus ökologischer Sicht halte ich Toilettenpapier in unseren Breiten auch nicht für besonders dramatisch.
Die optischen Auswirkungen hingegen sind nicht zu unterschätzen. Gerade an etablierten Raststellen mit hoher Frequenz.
Da hilft auch irgendwann verbuddeln nicht mehr...

Faustregeln helfen aber nicht weiter. Es kommt immer auf Region, Frequenzen, klimatische Verhältnisse, Gesetzgebung etc. an.
Manche gehen soweit, dass sie schlicht aus ethischen Gründen keine menschliche Spuren hinterlassen wollen. Beispielsweise in Nationalparks. Wie weit man gehen will, muss jeder für sich klären. Sich den möglichen Problematiken bewusst zu sein, sollte aber auf jeden Fall zu den Basics im "Outdoorwissen" zählen.

Ditschi
20.07.2015, 18:22
http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/klopapier-im-wald-angezuendet-zwei-millionen-euro-strafe

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-01/chile-nationalpark-feuer-2

Ist doch schon ein bißchen her, aber die Erinnerung trog nicht. @ chouchen, Deinen Brand in Island habe ich auch gleich registriert. Er zeigt, daß auch niedriger Bewuchs brandgefährdet ist.

@ Dominik, das mit dem Komposttoiletten finde ich prima. Danke für die Info. Ist im Ticket-Preis auch die regelmäßige Reinigung drin?

Ditschi

noch ein Fall, Schweiz, 2009:

http://www.blick.ch/news/schweiz/wallis-waldbrand-bei-fully-wegen-toilettenpapier-id1485003.html

Bassmeister
20.01.2016, 18:59
Es gibt über ALLES Bücher! Sogar darüber! (sah ich neulich beim Fachhändler meines Vertrauens :Dhttp://www.amazon.de/How-Woods-Wald-Basiswissen-draussen/dp/3866861036/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1453312556&sr=8-2&keywords=schei%C3%9Fen+outdoor

Glockta
12.02.2016, 20:41
Mei, was die Leute immer für "Umweltbedenken" wegen Toilettenpapier haben. Das Zeug besteht aus Zellulose. Zellulose ist praktisch Holzbrei. Selbst wenn es gebleicht wird, dann wird dafür nicht Zyankali und Plutonium verwendet sondern harmloses Zeug wie Ozon oder Wasserstoffperoxid und das ist im Papier höchstens noch in Spurenelementen enthalten.

Toilettepapier ist designt um sich schnell aufzulösen und von Bakterien einfach zersetzt zu werden ohne die Umwelt zu belasten. Es kommt nämlich normalerweise direkt nach der Verwendung in eine Kläranlage. In freier Natur wird das wie Holz einfach von Kleinlebewesen zersetzt. Die einzigen die Toilettenpapier in freier Natur interessiert sind wir, die Menschen. Für uns sieht das ecklig aus wenn Toilettenpapier in der Gegend rumliegt. Die "Natur" interessiert das nicht im Geringsten. Die frisst das einfach auf.

Waldhexe
12.02.2016, 23:08
Mei, was die Leute immer für "Umweltbedenken" wegen Toilettenpapier haben. Das Zeug besteht aus Zellulose. Zellulose ist praktisch Holzbrei. Selbst wenn es gebleicht wird, dann wird dafür nicht Zyankali und Plutonium verwendet sondern harmloses Zeug wie Ozon oder Wasserstoffperoxid und das ist im Papier höchstens noch in Spurenelementen enthalten.

Toilettepapier ist designt um sich schnell aufzulösen und von Bakterien einfach zersetzt zu werden ohne die Umwelt zu belasten. Es kommt nämlich normalerweise direkt nach der Verwendung in eine Kläranlage. In freier Natur wird das wie Holz einfach von Kleinlebewesen zersetzt. Die einzigen die Toilettenpapier in freier Natur interessiert sind wir, die Menschen. Für uns sieht das ecklig aus wenn Toilettenpapier in der Gegend rumliegt. Die "Natur" interessiert das nicht im Geringsten. Die frisst das einfach auf.

Meine Rede!

Gruß,

Claudia

blauloke
13.02.2016, 11:24
Das meiste was da draußen rumliegt ist kein Toilettenpapier, sondern sind Papiertaschentücher. Die sind zwar nicht direkt umweltschädlich sammeln sich aber im Lauf der Zeit an weil sie bis zu einem halben Jahr zum verrotten brauchen.

Siehe ab #83

AlfBerlin
13.02.2016, 13:12
Mei, was die Leute immer für "Umweltbedenken" wegen Toilettenpapier haben. Das Zeug besteht aus Zellulose. Zellulose ist praktisch Holzbrei. ... Die einzigen die Toilettenpapier in freier Natur interessiert sind wir, die Menschen. Für uns sieht das ecklig aus wenn Toilettenpapier in der Gegend rumliegt. Die "Natur" interessiert das nicht im Geringsten. ...

Dass das Papier für die Tier und Pflanzenwelt harmlos ist, denke ich auch. Aber ich finde es hässlich :grrr: und eklig wenn die Ränder der schönsten Wanderwege und die Umgebung von Rastplätzen mit Papiertaschentüchern gesprenkelt sind.


Das meiste was da draußen rumliegt ist kein Toilettenpapier, sondern sind Papiertaschentücher. Die sind zwar nicht direkt umweltschädlich sammeln sich aber im Lauf der Zeit an weil sie bis zu einem halben Jahr zum verrotten brauchen.

Die Taschentücher liegen selbst in einfachsten Gelände direkt am Weg oder am Rastplatz, auch dort wo man locker einige Meter zur Seite gehen könnte und das Taschentuch anschließend begraben könnte.

Meine Regeln:

Boden, wo Verrottung stattfindet
wenigstens 20 Meter vom Weg und von Gewässern.
mindestens 50 Meter vom Rastplatz
Toilettenpapier
begraben oder mit Laub zudecken
oder in eine Tüte stecken und mitnehmen

Wie kann man das den Leuten beibringen?

Damit wäre schon viel gewonnen!

Dogmann
13.02.2016, 13:33
Ausweichmöglichkeit wäre unter Umständen das Toilettenpapier für Camping Toil. soll sich wohl schneller zersetzen?Habe ich aber noch nicht ausprobiert!

Glockta
13.02.2016, 16:25
Meine Regeln:

Boden, wo Verrottung stattfindet
wenigstens 20 Meter vom Weg und von Gewässern.
mindestens 50 Meter vom Rastplatz
Toilettenpapier
begraben oder mit Laub zudecken
oder in eine Tüte stecken und mitnehmen

Wie kann man das den Leuten beibringen?

Damit wäre schon viel gewonnen!

Nix für ungut, aber alles hat seine Grenzen. Sicher man lässt keine Müll zurück und man platziert seine "Hinterlassenschaften" so weit abseits der Wege das man andere damit nicht belästigt. Um sich ordentlich gegenüber der Umwelt und seinen Mitmenschen zu benehmen brauchts keine besondere Anleitung nur ganz normalen Anstand. Aber Leute die ernsthaft benutztes Toilettenpapier in Tüten mit sich rumschleppen ... Die sind auf ganz besondere Weise falsch verdrahtet. Es gibt da so eine Grenze zwischen Umweltschutz und Realitätsverlust. Wenn man benutztes Toilettenpapier in Tüten mit sich rum trägt hat man die überschritten.

Dogmann
13.02.2016, 16:32
Ehrlich ich habe da schon beide extremen erlebt!Man wundert sich aber alles ist möglich!Wobei ich auch der Ansicht bin weit genug ab vom Weg und gut-evtl.nen Stein drauf,basta!

AlfBerlin
13.02.2016, 22:00
Nix für ungut, aber alles hat seine Grenzen. ... Wenn man benutztes Toilettenpapier in Tüten mit sich rum trägt hat man die überschritten.

:o Das mach ich dort, wo ich das für sinnvoll erachte und auch eher, wenn es sich um Papiertaschentücher handelt.

Zudem sammle ich im Lager- oder Rastbereich ohnehin möglichst den herumliegenden Müll und dazu gehören leider auch oft Papiertaschentücher :( Wobei kaum je erkennbar ist, wofür sie benutzt wurden, was für lange Verrottungszeiten spricht :ignore:

Außerdem ist es auch schon vorgekommen, dass wir z.B. auf Segelbooten das Klopapier in Tüten gesammelt haben, um zu verhindern, dass es die Leitungen verstopft.

Wenn ich im Wald abseits von vielbegangenen Wegen Klopapier verwende und mit Erde und Laub zudecke finde ich das ok. Aber wenn ich mal in der Nähe von einem vielbegangenen Weg, Papiertaschentücher verwende, packe ich die halt in eine mitgebrachte Plastiktüte und entsorge sie bei nächster Gelegenheit. Ordentlich verpackt ist das überhaupt kein Problem.

Nita
13.02.2016, 22:22
Glockta, es gibt Vieles, was auf den ersten Blick wild übertrieben erscheint. Wenn Du aber erst an einen Ort gekommen bist, wo z. B. T-Papier ein ernsthaftes Problem darstellt (z.B. Hochgebirge, eine Standard-Lagerstelle), würdest Du es anders sehen. Selbst mein einheimischer Partner in den Anden, an sich wesentlich weniger umweltsensibel als wir, hatte ein Plastiktütchen bei... Und glaub mir, ein guter deutscher Tiefkühlbeutel hält die "Belastung" auch wochenlang durch :)

Bassmeister
10.04.2016, 14:24
Meine Regeln:

Boden, wo Verrottung stattfindet
wenigstens 20 Meter vom Weg und von Gewässern.
mindestens 50 Meter vom Rastplatz
Toilettenpapier
begraben oder mit Laub zudecken
oder in eine Tüte stecken und mitnehmen

Wie kann man das den Leuten beibringen?

Damit wäre schon viel gewonnen!

DAS ist eine SEHR gute Frage!
Jedes mal, wenn ich irgendwo bleibe, wo es etwas mehr von Menschen frequentiert wird, stelle ich sie mir genau so!
Der Appell an den "normalen" Anstand oder den "gesunden" Menschenverstand fruchtet da schon seit Jahrzehnten nicht.
LEIDER, denn das verdirbt nicht nur die Freiheit (warum ist es gesetzlich verboten, einfach irgendwo ein Zelt aufzustellen, z.B.?), sondern auch ganz allgemein das Zusammenleben.

Guy Threepwood
11.04.2016, 14:22
Amerikaner sind in vielen Sachen pragmatischer. Die Testen einfach Mal.

https://youtu.be/fyeMKDHt6GE?list=PLZXJnFEY_7RQMb37T4Mh4sv27XlQMof2j (https://youtu.be/fyeMKDHt6GE?list=PLZXJnFEY_7RQMb37T4Mh4sv27XlQMof2j)

Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der die Testreihe mit Taschentüchern fortsetzt :D

Ditschi
11.04.2016, 14:59
@ guy threepwood, siehe mal post 83.
Ditschi

Hawe
12.04.2016, 10:07
.... Aber Leute die ernsthaft benutztes Toilettenpapier in Tüten mit sich rumschleppen ... Die sind auf ganz besondere Weise falsch verdrahtet. Es gibt da so eine Grenze zwischen Umweltschutz und Realitätsverlust. Wenn man benutztes Toilettenpapier in Tüten mit sich rum trägt hat man die überschritten.Klar, die Amis sind schräg drauf.... Dort ist es in bestimmten Nationalparks Pflicht, Tonnen bzw. Tüten für SÄMTLICHE Hinterlassenschaften mitzunehmen. Und es wird gerne von Rangern kontrolliert, ob die mit rausgebrachte Menge wohl dem wahrscheinlichen Verbrauch entspricht.

Warum wohl...?

In vielen Gegenden, z.B. auf den westlichen Kanaren, ist es ausserhalb der Tourihotels verboten, Toilettenpapier ins WC zu werfen. Nützlich, wenn man Spanisch kann, das steht in der Regel auf einem Schild am Klo, wenn mit Touris zu rechnen ist, die Einheimischen wissen das natürlich. Dafür gibt es neben jeder Toi eigens einen Mülleimer...

Warum wohl...?

Dass Toi-Papier so schnell verrottet, setzt wohl auch voraus, dass es in feuchter Umgebung liegt.
Wie es in den meisten deutschen Wandergebieten wohl so ist.

Aber nicht in Gegenden , die trocken sind. Oder wenn das Toi-Papier, noch schlimmer die Taschentücher, in Grotten, unter Überhängen oder so deponiert wird. Dort verrottet es ewig nicht, und mich k***zu es immer an, wenn ein möglicher Biwakplatz durch reichlich Taschentücher als vollge***t markiert ist...

Hawe

SouthWest
14.04.2016, 10:52
Dass Toi-Papier so schnell verrottet, setzt wohl auch voraus, dass es in feuchter Umgebung liegt.
Wie es in den meisten deutschen Wandergebieten wohl so ist.

Aber nicht in Gegenden , die trocken sind. ...

Da muss blauloke wohl noch mal eine Testreihe machen (siehe e.g. #117) ;-)

kartollchen
24.04.2016, 23:04
Das mit den Nationalparks ist mir auch neu, aber klar doch Sinn macht das auf jeden Fall dass man sich da was überlegt und wie gesagt es gibt Alternativen die man eben nutzen muss.
Und ja, mich kotzt das auch an wenn man dauernd durch die Gegend stampft im Wald und aufpassen muss nicht überall reinzutreten.

50er
30.09.2017, 01:04
Verrottet wie Holz.

Im feuchten Haufen (und wegen der geringen Dicke) schnell (Kompostwürmer lieben jede Art von Papier), trocken an der Oberfläche sehr langsam.

Shuya
12.10.2017, 08:26
Nicht nur die normalen Wanderer sind da unsensibel. Man braucht doch nur mal in frequentierten Sportklettergebieten nahe der Felsen schauen. :ill:

In Zeiten, wo Tempo damit wirbt, dass ihre Taschentücher jetzt sogar ne Maschinenwäsche überstehen, fehlt mir für deren Benutzung auch das Verständnis.

Jens1502
24.10.2017, 14:40
Ein Thema, was man nicht gern anspricht, aber wir alle sind dran beteiligt :ignore:.

Meiner Ansicht nach gibt es nicht ekligeres,als in unserer schönen Natur (wo wir doch auch alle unterwegs sein möchten) auf liegengebliebene, weiße Zivilisationstücher zu stoßen. Die eigentlichen Hinterlassenschaften sind schon lange verkompostiert und verschwunden. Nur noch unzählige Tücher liegen umher, um zu erkennen: Yeah, es war schon mal ein Mensch hier... :kapituliere:.

Aus diesem Grund habe ich stets ein Feuerzeug bei mir, mit dem ich mein Papier nach Gebrauch einfach anzünde UND solange warte, bis es abgebrannt, verkohlt ist und anschließend die Asche noch vertrete. Es dauert nur eine Minute, und ich muss mir über verrottbares Toilettenpapier keine Gedanken machen. So ist zu der menschlichen Kenntlichmachung auch noch ein etwaiger Waldbrand ausgeschlossen :grins:.

Prachttaucher
24.10.2017, 15:03
...Es dauert nur eine Minute, und ich muss mir über verrottbares Toilettenpapier keine Gedanken machen. So ist zu der menschlichen Kenntlichmachung auch noch ein etwaiger Waldbrand ausgeschlossen :grins:.

:oldman:Wenn da mal nicht wieder die von Wanderen ausgelösten verheerende Waldbrände ins Spiel kommen. Selbst das Verbrennen von Toilettenpapier im Schnee traue ich mich nicht mehr öffentlich zu machen.

Ziz
24.10.2017, 15:04
:oldman:Wenn da mal nicht wieder die von Wanderen ausgelösten verheerende Waldbrände ins Spiel kommen. Selbst das Verbrennen von Toilettenpapier im Schnee traue ich mich nicht mehr öffentlich zu machen.

Sind Waldbrände nicht da, wenn sie keiner sieht? :p

peter-hoehle
24.10.2017, 15:21
...Aus diesem Grund habe ich stets ein Feuerzeug bei mir, mit dem ich mein Papier nach Gebrauch einfach anzünde UND solange warte, bis es abgebrannt, verkohlt ist und anschließend die Asche noch vertrete. Es dauert nur eine Minute, und ich muss mir über verrottbares Toilettenpapier keine Gedanken machen. So ist zu der menschlichen Kenntlichmachung auch noch ein etwaiger Waldbrand ausgeschlossen :grins:.
Aber bitte immer aufpassen.:oldman:
sonst kann das so (http://www.spiegel.de/panorama/waldbrand-in-chile-brennendes-klopapier-loest-umweltkatastrophe-aus-a-806608.html) ausgehen. :motz: :motz: :motz:

Gruß Peter

blackteah
24.10.2017, 16:29
Die meisten Taschentücher sind ja vermutlich von Frauen, die gepinkelt haben –da brennt dann eh nix mehr :bg: (allenfalls der Wald, aber sicher nicht das Taschentuch :ignore: ).

Jens1502
24.10.2017, 16:52
Aber bitte immer aufpassen.:oldman:
sonst kann das so (http://www.spiegel.de/panorama/waldbrand-in-chile-brennendes-klopapier-loest-umweltkatastrophe-aus-a-806608.html) ausgehen. :motz: :motz: :motz:

Gruß Peter


Genau, so sehe ich es auch. Deswegen :shock: beobachtet :shock: abbrennen lassen und mit Erde nochmals austreten oder doch besser nach Gebrauch einpacken, mitnehmen und ab in einen der vielen Mülleimer damit. Genauso, wie es schon einige User geraten haben 5sterne.

Prachttaucher
24.10.2017, 17:14
:o Ohne Wasser drüber zu kippen ?