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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MYOG: Leichtes, geräumiges Tarp/Zelt, variabel in der Personenzahl



Fliir
28.07.2011, 00:37
Hallo Ihr Outdoorler,

Erst einmal ein ganz großes Lob an dieses Forum. Ich habe mich hier in den letzten Wochen an Informationen wunderbar sattlesen können!

Ich bin neu hier und auch bezüglich Outdoor ein Anfänger.
Aber ich sprühe schon seit langem vor Outdoor-Ambitionen und möchte sie nun endlich in die Tat umsetzen. Da ich nahe Freiburg lebe, werde ich erst einmal im Schwarzwald beginnen. Im September starte ich meine erste Solotour. Die Ausrüstungsliste steht seit mehreren Monaten und ist mit ner Menge Häkchen versehen. Aber das Zelt fehlt noch.

Ich habe mich hier durch viele Threads gelesen und bin letztlich immer wieder auf die Zelt-Kauf-Regel gestoßen: "Billig, komfortabel, leicht und hochwertig - Alles zusammen geht nicht". Aaaalso, dachte ich mir, wozu hab ich eine Nähmaschine und einige Jahre Handwerkliche Erfahrung gepaart mit beruflichem Ausüben von 3D-Grafik. Ich entwerfe mir ein eigenes Zelt! Und da meine Wünsche nach "billig, komfortabel, leicht und hochwertig" sowieso schon kaum umsetzbar sind, dachte ich mir, pack ich noch nen Wunsch drauf: Für 1-3 Personen oder eine Familie mit zwei Kindern soll es auch noch sein.:bg:

Das Ergebnis ist ein Tarp, dass sich mit den Trekkingstöcken aufstellen lässt und das mit unterschiedlichen Innenzelten kombiniert werden kann. Für Solotouren ein Kleines, Leichtes, dass viel Platz aussenrum fürs Kochen und "wohnen" lässt. Und für den Familienkurzurlaub ein Großes, dass den gesamten Innenraum des Tarps ausfüllt.

Ich habe das Zelt mit Blender (3D-Programm) geplant und hier einige Renderings dazugemacht. Materialien habe ich bereits bei Extremtextil bestellt (das berüchtigte Ripstop Silnylon u. a.). Nun wollte ich aber vor dem Zuschneiden und loslegen noch ein paar Meinungen von erfahrenen MYOGlern einholen. Vielleicht habe ich ja noch einige Denkfehler in meinem Konzept.
Meine bisherigen Planungen:

- Jede Seite des Aussenzeltes besteht aus einem Stoffteil.
- Verbunden werden sie mit Kappnähten.
- Die Nähte werden alle mit einer leichten Biegung angelegt, damit das Tarp sich gut spannen lässt.
- Die Firstnähte verlaufen entlang der Ripstop-Webung, alle anderen hochbelasteten Bereiche (Abspann-Linien) ebenfall (wenn möglich)
- Vorne und hinten sind "Spoiler-förmige" Lüftungsschächte, die mit Schnur abgespannt werden.
- An der breitesten Stelle sind die Abspannpunkte mit einem verstellbaren Gurtriemen verbunden. So lassen sich diese Abspannpunkte in der richtigen, voreingestellten Breite mit einem Hering sichern, bevor das Zelt mit den Trekkingstöcken aufgespannt wird.
- Das Innenzelt wird mit Blitzverschluss-Schnallen an dafür vorgesehenen Punkten eingesteckt.
- Die Maximale Höhe beträgt ca. 120 cm
- An der breitesten Stelle ist das Zelt über 2 Meter breit
- Das Zelt ist gut 3 m lang

Die derzeitige Planung für die Ausführung mit Ein-Mann-Innenzelt kommt auf ca. 1300-1400 Gramm. Bei den Heringen bin ich noch unschlüssig. Da suche ich noch nach dem besten Kompromis zwischen leicht, stabil und preiswert.

Nun immer her mit der Kritik. Zerlegt das Zelt, wenn möglich! Jagt einen Sturm der Skepsis darüber hinweg und regnet es mit Fachwissen voll. Ich bin gespannt, ob meine bisherigen Pläne standhalten und/oder wo ich sie nachbessern muss :D

Zum dritten Bild eine kurze Erläuterung:
Die Öffnung an der Seite ist nur zur Veranschaulichung des Innenraumes. Die Öffnung vorne wird die einzige sein.

http://www.evercreate.de/Ansicht1.jpg
http://www.evercreate.de/Ansicht1_transparent.jpg
http://www.evercreate.de/Ansicht2.jpg

hotdog
28.07.2011, 06:49
Zwei Anmerkungen von einem Näh-Rookie:


alle vergleichbaren Zeltkonstruktionen, die ich kenne, haben am hinteren Ende des Zeltes kurze Aufstellstangen. Meiner Meinung nach bekommst du Probleme, wenn deine Abspannung so weit oben ansetzt und du keine Aufstellstangen einsetzt.
wenn du dein Soloinnenzelt einhängst, wird das Außenzelt in der Mitte etwas durchhängen. Auch würde ich die innere Bodenecke des Innenzelts nicht an dieses Abstandsgurtband anknüppern, weil sich der Boden so nicht rechteckig spannen kann, sondern sie mit einem Hering fixieren.


Und eine Frage: kommt man mit Blender schnell zurecht bzw. wie schneidet es ab im Vergleich mit Google Sketchup?

wulxc
28.07.2011, 13:33
Da die Maße nicht in der Zeichnung stehen, kann ich nur schätzen. Meine Anmerkungen beruhen daher nur auf dem, was ich in die Zeichnung interpretiere:
- Die Dachfläche über dem IZ ist mit ca. 2,2 m sehr lang -> große Dehnung/Durchhang
- Ich würde in die hochgestellten Ecken Stäbe einbauen, das stabilisiert deutlich.
- auf Mitte der Traufe einen weiteren Abspannpunkt anbringen
- ich würde die Stöcke gerade hinstellen
- weitere Abspannung des Firsts ist nötig (bisher kaum Querverspannung vorhanden)
grüße, wulxc

Schmusebaerchen
28.07.2011, 14:24
Ich stimme meinem Vorredner zu. Daher ein Vorschlag:
Es gibt mehrere Schlaufen: Am unteren Rand(A), auf der Hälfte zwischen unterem Rand und Mitte(B),genau in der Mitte(C),
Diese Schlaufen können verwendet werden für: Stangen, Innenzelt, Erdnägel
Das ganze wird dann mehr Spitzdachzelt
-Wenn du allein unterwegs bist stellst du eine Stange vorn und eine Hinten auf(C) und legst dich dazwischen. Die Erdnägel kommen dann in (B) wodurch du eine kleine Dackelhütte erhälst. und auch nicht so viel Grundfläche benötigst. Durch die stark überlappenden Zeltwände ist es auch sehr sturmsicher. Diese liegen zusammengebunden am Boden, haben dadurch mehr Masse und können nicht so stark verweht werden.
Max 2Personen
Höhenprofil(von vorn gesehen): 0, Trekkingstöcke, 0
Länge: ca 2,5m
Breite: unter 2m
-Bei 3Personen(hast du mindestens 4Trekkingstöcke) und nun werden auf einer Seite die Erdnägel unten bei(A) befestigt und weiter oben bei (B) das 2.Paar Trekkingstöcke, welches aber niedriger eingestellt ist als die mittleren(C). (Entspricht ungefähr deinem nur dass die Schräge an der Seite ist)
Personen: 3-4
Höhenprofil: 0, kleine Trekkingstöcke, große Trekkingstöcke, 0
Länge: ca 3m
Breite: ca 2,5m
-Bei 5Personen das gleiche auf der anderen Seite. Man erhält dann sehr steile Seitenwände und dadurch viel Platz. Mit der Familie fährt man ja dann nicht in extreme Gebiete, wo ein niedriges extrem windschnittiges Zelt große Vorteile hat.
Personen: 5 (7 wenn sich welche am Ende quer zu den anderen legen)
Höhenprofil 0, kleine Trekkingstöcke, große Trekkingstöcke, kleine Trekkingstöcke, 0
Länge: ca 3m
Breite: ca 3m

Hab ich mir grad mal so ausgedacht. Maße und Personenzahl sind einfach so geraten um die Konstruktion zu verdeutlichen.
Ist auch zum Verarbeiten und Verschnitt sehr praktisch. 4Bahnen 1,5x2m(Material ist ja eh 1,5m breit) und Dreiecke an den beiden Enden. Sind dann ca 12m Stoff macht 900gramm Obermaterial(Ohne Nähte etc.) für 6 oder mehr Personen(bei Trekkingstöcken 0,6/1,5m).
Der Reißverschluss wird bei den niedrigen Versionen nicht kompett geschlossen. Damit er aber nicht von selbst auf geht kann man wie bei Schlafsäcken eine Kleine Klettlasche oder einfach die Reißverschluss Abdeckleiste benutzen. Die Schlaufen A/B/C befinden sich auch außerhalb und man kann mit diesen die überstehenden Stoffenden zusammen binden oder den Eingang nach oben binden.

Nimm keine Blitzverschlüsse.
-beim Packen unhandlich
-zerstören evtl den Stoff
-gehen schnell kaputt
-schwer
Ich empfehle dir entweder Schnüre und Schleifen
oder Schlaufen und T-Stopper: http://www.extremtextil.de/catalog/T-stopper-fuer-Kordel::857.html
Dann kannst du auch mal ein paar mehr einbauen ohne dass das Gewicht zu hoch wird, aber das Innenzelt hängt nicht durch.

Vielleicht ist auch eine Lösung für dich das Verknüpfen von Teilen. Da überlege ich aber selbst noch wie ich das für 2Tarps mache. Evtl Klett. Schau dir mal BW Zeltbahnen/Ponchos an. Jeder hat eine Zeltbahn mit und die werden dann zu kleinen oder großen Zelten verknüpft.

Fliir
28.07.2011, 20:08
@hotdog:
Vielen Dank für die Anregungen.
Ja, ich habe selbst schon überlegt, ob ich da hinten nicht noch zwei kleine Stangen verwenden sollte. Spricht etwas dagegen, die fest einzunähen, außer, dass das beim Verpacken berücksichtigt werden müsste? Alternativ könnte ich dort hinten doch bis auf den Boden runtergehen mit den beiden Firstnähten. Das nimmt im Fußbereich Höhe weg, müsste aber noch gehen. Die Lüftung würde dort dann jedoch wegfallen...
Was die Befestigung des Innenzeltes an dem langen Gurtband betrifft, dieses wird recht kräftig gespannt sein. Ich denke, das wird straff genug für die Anhängung des Bodenzeltes sein... Aber klar, Heringe tuns auch... was leichtes, kurzes würde dort seinen Zweck ja bereits erfüllen.

Was Blender betrifft, kann ich leider keinen Vergleich zu Sketchup ziehen, da ich Sketchup nie genutzt habe. Aber Blender ist auf jeden Fall kein sonderlich einsteigerfreundliches Programm, bzw. nichts für zwischendurch. Dazu ist es zu komplex und zu sehr auf professionelle Anwendung orientiert. Man muss damit rechnen, dass man einige Tage braucht, um sich allein mit den wichtigsten Grundfunktionen vertraut zu machen und das Programm flüssig verwenden zu können. Wer sich da jedoch durchbeißt, wird damit belohnt, ein Programm zu beherrschen, dass auf einem Level mit den "Großen" der Branche steht und diese in Punkto Workflow sogar schlägt.

@wulxc:
Danke, das werde ich noch "mithineinbedenken".

@Schmudebaerchen:
Vielen Dank für Deine Ausführlichen Ideen und Konzepte, aber ich möchte meinen Entwurf nur noch in notwendigen Details ändern. Nichtsdestotrotz würde mich mal eine Skizze Deiner Idee interessieren. Mit Deinen Ausführungen kann ich mir das nur bedingt vorstellen. Klingt auf jeden Fall nach einem maximal variablen Tarp.

Schmusebaerchen
28.07.2011, 21:18
7491

Ich hoffe das funzt.
Ist jeweils die Ansicht von vorn und von oben.
gelb/violett Isomatten
grün sind die Überreste, welche zusammengebunden sind
blau Zeltstoff

Und bitte schreib Schmusebärchen. Schmudebärchen klingt nach Schmuddelbär.

Solasimon
29.07.2011, 11:46
Ich habe beim meinem MYOG-Zelt (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?38419-Erster-Zelt-Eigenbau) eine ähnliche Konstruktion wie du an deinem Fußende. Dabei habe ich je Seite (ich habe diese Konstruktion ja 2 mal) zwei Karbonstangen in Nutzung, die ich zwischen zwei Taschen aus Gurtband einspanne. So bekommt das Zelt deutlich höhere Festigkeit.

Ansonsten kann ich den Beitrag von wulxc nur unterschreiben. Du wirst zusätzliche Abspannpunkte benötigen und könntest ein deutliches Problem mit dem Durchhang bekommen. Vor allem solltest du auch in die Querrichtung abspannen... wenn du das nicht tust, kann dir der Wind die Trekkingstöcke umpusten und ansonsten bekommst du einen riesigen Durchhang in Querrichtung, der im Endeffekt dafür sorgt, dass deine Dachfläche im Wind flattert und dich deinen Schlaf kostet, da dir immer wieder Kondenswasser um die Nase gesprüht wird...

Außerdem scheint es so, als wolltest du die Belüftung am Fußende durch ein breites "Loch" (wahrscheinlich Moskitonetz) realisieren. Dieses ist aber nicht so robust, dass du darüber die Spannung weitergeben solltest, die Auftritt wenn du das Fußende nach unten mit Heringen zum Boden hin abspannst.

Simon

Fliir
29.07.2011, 15:17
@solasimon:
Der Tipp mit den Taschen aus Gurtband für die zusätzlichen Stangen ist super. So werde ich es wohl machen. Vielen Dank! :D

Weitere Abspannpunkte sind an sich leicht umzusetzen. Ich überlege nur momentan, ob Abspannungen von den zwei Firstlinien zur Seite runter nicht zu sehr die Firstlinien nach unten ziehen. Ich suche noch nach einer Lösung, die das verhindert. klar könnte man da einen dritten Trekkingstock mittig reinstellen, wenn man nicht allein unterwegs ist. Und alleine könnte ich immer ein "Stöcklein" suchen, aber das ist mir zu notlösungsmäßig :(

@Schmusebärchen: Von nun an nicht mehr "Schmude", versprochen

wulxc
29.07.2011, 18:14
Die mittleren Abpsannungen von den Traufen (also den unteren Enden der Dachflächen) zieht den First leicht nach unten, aber das kann man über die Höhenwahl der oberen Stockenden ausgleichen (ich würde beim First sowieso mit 5 cm Durchhang rechnen).
Wenn du aber die Abspannungen bei den kleinen Stöcken steiler nach unten führst, als das Dach geneigt ist, ziehen diese das Zelt leicht an den Boden. Wenn du die mittlere Abspannung an der Traufe länger abspannst, und dadurch mit der Abspannung einen flacheren Winkel als die Dachfläche hast, kannst du hierdurch die Traufe in der Mitte leicht hochziehen, was dort, wo es enger ist als in der Zeltmitte, für mehr Raum bzw. weniger Verlust durch Durchhang sorgt.

Meiner Erfahrung nach kann man über die sich kreuzenden Abspannungen Hering-Abspannung-Trekkingstock-First-Trekkingstock-Abspannung-Hering und Hering-Abspannung-Traufe_Mitte-Stoff-First-Stoff-Traufe_Mitte-Abspannung-Hering die Spannung im Zelt sehr gut regulieren.

grüße, wulxc

Fliir
03.08.2011, 18:49
Nun geht es weiter. Ich habe einige Eurer Tipps in den nächsten Entwurf eingebaut. Zeitweise dachte ich über eine weitere Stange in der Mitte des Zeltes nach. Für 200g und 15 Mäuse ist so eine ja bei Globi zu bekommen. Aber das werde ich erst dann machen, wenn sich im Praxistest definitiv zeigt, dass es ohne nicht geht...

http://www.evercreate.de/Ansicht1cE.jpg

Auf dem Bild seht ihr nun auch, dass das Zelt inzwischen rot ist. Das Silnylon in grün mit 65 Gramm ist grade bei extremtextil ausverkauft. Und ehrlich gesagt, Rot gefällt mir sowieso besser. Das Grün sieht so arg nach MYOG aus :bg:. Außerdem habe ich nicht vor, an Orten zu zelten, wo man tunlichst unsichtbar sein sollte.

Hat irgendjemand von Euch eigentlich schon einmal Erfahrung mit den billigen Kunststoffheringen von Meru Erfahrungen gemacht? Halten die was aus oder brechen sie bei der nächstbesten Gelegenheit ab? Der Preisunterschied zu den eigentlich wünschenswerten Meru-Expert ist so groß, dass ich da gerne sparen würde. Zumindest in diesem Jahr, solange ich nur auf Campingplätzen unterwegs sein werde. Nächstes Jahr in (hoffentlich) Norwegen werde ich fürs Wildcampen wohl nicht um was stabiles herumkommen.

Nebenbei... bei mir funktioniert das Einbinden externer Bilder über "Grafik einfügen" nicht, weder über imageshack noch über meinen eigenen webspace. Es wird einfach nix im Beitrag angezeigt. Hat Jemand eine Idee, woran das liegen könnte?

JonasB
03.08.2011, 22:35
sieht super aus! - solche ein 3D Programm möchte ich auch mal...

Denke daran im Fußbereich auch kurze Aufstellstangen zu machen- Carbon, z.B. aus dem Drachenbau funktioniert da gut.

Rot ist cool !! 5sterne

Heringe: Alpkit hat super gute und dazu noch sehr günstige (http://www.alpkit.com/shop/cart.php?target=product&product_id=16471&category_id=253). Kauf dir die oder wenigstens eine ähnliche Bauform -> Y- Profil. Alles andere ist weniger universell und du zahlst womöglich 2 mal

Grafiken einfügen ist gesperrt worden- irgendwo im Forum gibt es die Begründung. So lange benutz doch imageshack

gufisurfer
04.08.2011, 08:25
Sieht wirklich super aus!

Ich bin gespannt, wie du mit dem roten Licht im Zeltinnern klarkommst. Ich mag das nicht so gerne :ignore:. Hängt aber sicherlich auch vom jeweiligen Stoff ab, wie stark das einfallende Licht gefärbt wird.

Bei meinen grünen Zelten merke ich nicht viel, da emfinde ich das Licht innen als relativ neutral. Dann habe ich noch eins in Sonnenorange (Jack Wolfskin Nachbau vom Hilleberg Staika für eine Hymalaya-Expedition), das macht jedes Aufwachen freundlich, auch wenn es draussen regnet. Aber auf Dauer nervts mich ein bissel ;-)

Viel Erfolg weiterhin!

tom

Fliir
04.08.2011, 16:37
Jauchz! Das Zeltmaterial ist heute gekommen! :wohoo:

@JonasB:
Vielen Dank für den Link. Die kommen in die engere Auswahl!
Die Aufstellstangen im Fußbereich sind inzwischen fest eingeplant. Derzeit tendiere ich zu einfachen, billigen Alustangen, die ich im Baumarkt bekomme und jederzeit ersetzen kann...

So ein 3D-Programm kannst Du jederzeit haben! :D Blender ist kostenlose Open-Source-Software. Sehr komplex und entsprechend steile Lernkurve, aber es lohnt sich für alle, die mehr wollen als Sketchup und Co bieten können.

@gufisurfer:
Danke :-)
Das Moskitonetz des Innenzeltes ist orange. Manch einer mag das wahrscheinlich heftig finden, aber liebe Rot und Orange in Kombi :grins:

JonasB
04.08.2011, 22:05
Derzeit tendiere ich zu einfachen, billigen Alustangen, die ich im Baumarkt bekomme und jederzeit ersetzen kann...


Gibv lieber 5,-€ mehr aus und nimm Carbonstangen oder Reststangen (gebrochene, alte Ersatzstangen, etc.) aus Alu von hochwertigen Zelten. Das Baumarkt-Alu wirst du eher früher als später tauschen müssen

Fliir
05.08.2011, 20:36
Mmh, wenn das so ist. Hast Du eine Idee, woher man kaputte Alustangen von Zelten bekommt? Ebay scheint da nicht die richtige Adresse zu sein...

Hier noch das Schnittmuster und zwei Bilder von der Umsetzung. Mannomann, 5 Stunden Zuschnitt, Puh!:

http://www.evercreate.de/Zuschnitt.jpg

Der Stoff fürs Außenzelt wiegt jetzt ca. 650g, aber da kommen noch ein paar Verstärkungen für die Abspannpunkte dazu.

JonasB
05.08.2011, 23:35
Hast Du eine Idee, woher man kaputte Alustangen von Zelten bekommt? Ebay scheint da nicht die richtige Adresse zu sein...


im Outdoorladen um die Ecke....

Fliir
05.08.2011, 23:50
Achso...:D
Da hab ich ein wenig zu "internetisch" gedacht. Dann werd ich Morgen in der Stadt mal schauen.

Fliir
14.08.2011, 19:31
Nun habe ich fast eine Woche Rumgenähe an den Abenden hinter mir und kann glücklich verkünden, dass das Außenzelt heute zum ersten mal stand, wenn auch nur im Wohnzimmer, damit ich eventuelle Problemstellen ermitteln konnte. Auf dem zweiten Bild guckt meine Große aus dem noch nicht abgedeckten Lüftungsschacht raus. Die kleine versteckt sich darunter :D
Wen wunderts, die beiden sind vom Ergebnis schon überzeugt :bg:
Ich für meinen Teil habe noch eine Menge zu tun. Aber immerhin, ernste Falten wirft es nicht, die grundsätzliche Konstruktion funktioniert...

http://www.evercreate.de/outdoor/erster_Zeltaufbau_01.jpg

http://www.evercreate.de/outdoor/erster_Zeltaufbau_02.jpg

wulxc
15.08.2011, 09:48
Schön, wenn es so schnell Erfolge zu sehen gibt!


Mir sind bei den Bildern ein paar Punkte aufgefallen, die sich m.M. nach noch verbessern ließen (ohne großen Aufwand - sind aber nur Vorschläge). Ich verwende bei mir die Trekkingstöcke mit der Spitze nach unten, um in Durchstanzen zu vermeiden. Bei den hinteren Abspannungen mit den Stäben würde ich die Abspannung auf Höhe des Zeltmaterials an dort eingenähten Verstärkungen ansetzen lassen. So wie es z.Z. bei dir aussieht, hätte ich Angst, dass es von oben die Naht (bzw. das Material) aufreißt. In den oberen Lüftungsschlitz würde ich Moskitonetz (nicht das ganz leichte) einnähen, um die Flächen zu schließen und den Stoff besser gespannt zu bekommen.

Hast du als Außenzeltmaterial das Silnylon mit 50 g/m² oder das mit 65 g/m²? Wie verhält es sich mit der Dehnung beim Verarbeiten (ich bin auch mal wieder am planen...)

grüße, wulxc

Fliir
15.08.2011, 11:47
Ursprünglich wollte ich die Trekkingstöcke auch mit der Spitze nach unten verwenden, aber inzwischen habe ich an der Stelle im Zelt bereits eine Verstärkung eingenäht, die später ein Loch bekommt (noch nicht vorhanden). So kann ich die Spitzen nach oben rausstehen lassen und sie wunderbar nutzen, um das Zelt abzuspannen. Auf die Weise kann ich auch eine Abspannschnur oberhalb der beiden problematischen Firstlinien nach hinten spannen und so die Firstlinien ebenfalls nach oben abspannen.
Die bei den Trekkingstöcken mitgelieferten Schneeteller nutze ich dabei als Regenabdeckung und die Trekkingteller auf der Innenseite als Kraftverteiler, bzw. Auflagen, wo die Zeltplane sich auf die Stöcke spannt.

Die Abspannpunkte an den hinteren Stangen machen mir keine Sorgen. Von der Theorie her macht es kaum einen unterschied, ob ich die Stange genau beim Zeltansatz abspanne, oder darüber, solange es nicht soweit darüber ist, dass eine nenneswerte Hebelwirkung auftritt. Dadurch dass die Stange in einem relativ engen Kanal verläuft und an selbigem gut anliegt, verteilt sich die Kraft optimal. die einzelnen Abspannpunkte für die Heringe am unteren Zeltrand sind wesentlich stärker beansprucht.

Das mit dem Moskitonetz habe ich auch schon überlegt, aber beim Spannen hat sich gezeigt, dass diese Stelle nicht viel Spannung übernehmen könnte bzw. muss. Die Spannung zu den vorderen Heringen läuft seitlich daran vorbei, außerhalb des Bereiches des Eingangs, wo die Reißverschlüsse liegen. Vielleicht mach ich noch eine Verstärkung von Stock zu Stock dran, falls nötig. Dazu muss ich es aber nochmal richtig aufbauen und kräftiger Abspannen.

Auf jeden Fall vielen Dank für die einzelnen Verbesserungsvorschläge, auch wenn es jetzt Punkte waren, die ich schon durchdacht hatte. Es gibt sicher noch eine Vielzahl solcher Stellen, die einer genaueren Prüfung unterzogen werden müssen. Also immer her mit Vorschlägen :D

gufisurfer
16.08.2011, 08:07
Sieht grandios aus!!

Aber wenn du die Wanderstöcke nach außen durch die Zeltplane durchführst, hast du dort eine Stelle, an der Wasser hereinsickern wird, oder? Das läuft dann am Stock und an der Plane innen herunter... oder?

Viel Erfolg noch!
tom

PS: Wie hast du das Schnittmuster erstellt? Hat das das Programm automatisch gemacht?

india
16.08.2011, 08:31
Kurze Carbonstangen bekommst Du auch im Bogengeschäft in verschiedenen Durchmessern. Auch als AluCarbon - Verbund, was ein wenig schwerer ist. Evtl. Verschnitt davon kannst Du dann auch als Leichthering verbauen.

Fliir
16.08.2011, 21:23
@gufisurfer:
Richtig, wo die Stöcke die Zeltplane durchdringen, könnte Regen einsickern. Daher werde ich die Schneeteller der Trekkingstöcke darüberstecken, sozusagen als kleine "Schirmchen". Die Löcher sind nicht größer als maximum 15 mm, die Teller haben einen Durchmesser von ca. 7 cm. Da muss es dann schon waagrecht regnen, dass noch Wasser in die Nähe der Löcher kommt.

Das Schnittmuster habe ich erstellt, indem ich die einzelnen Flächen, aus denen das Zelt bestand, aufgeklappt, auseinandergeschnitten und auf die "virtuelle" Stoffbahn verteilt habe. Automatisch macht das Programm sowas nicht (oder zumindest nichts brauchbares). Das gehört leider nicht zum Umfang eines normalen 3D-Grafik-Programmes :bg:

@india:
Danke, aber ich habe intzwischen Stangen und Heringe. Hab gestern bei uns in Freiburg in nem Outdoorladen zugegriffen - 15 Y-Profil Heringe in hübsch pinkem Alu und nen Spork hab ich mir auch noch gekauft... :grins:

felö
16.08.2011, 22:10
.. nur mal so zwischenrein: ein echt schönes Projekt, freue mich auf weitere Bilder und die Innenzeltlösung. Schön wäre natürlich, das Ding auch mal bei einem Treffen anzuschauen :o.

Felö

Fliir
16.08.2011, 22:34
Danke :D
Na vielleicht bin ich ja mal bei so einem MYOG-Treffen dabei. Aber nun gehts bei mir ja erst allmählich los mit Outdoor. Ich mutiere erst seit diesem Jahr vom Gelgenheitswanderer und Durchschnitts-Camper zum Trekker und Solotourer. Ich bin ja gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich mein Zelt dann auch in der Praxis bewährt.

gufisurfer
17.08.2011, 14:41
Hab gestern bei uns in Freiburg in nem Outdoorladen zugegriffen - 15 Y-Profil Heringe in hübsch pinkem Alu und nen Spork hab ich mir auch noch gekauft... :grins:

Warst du in der Adventure Company (Alpin?) DA bekam man früher auf jeden Fall sowas. ;-)

Fliir
17.08.2011, 15:34
Treffer! :D

Fliir
17.08.2011, 15:39
Treffer! :D

Nächstes Wochenende steht der zweite Aufbau an. Dann dürfte das Aussenzelt komplett sein.

@wulxc:
Ich werde nun doch die überstehenden Stangen kürzen. Der erste Aufbau im Freien ergab, dass die Stangen einfach ein bisserl zu lang sind und mir biegetechnisch etwas Sorgen bereiten. Und um die von Dir genannte Problematik auch noch etwas zu entschärfen, werde ich jeweils zwei Abspannpunkte an den Stangen ansetzen, die dann in einer Schnur zusammenlaufen. So sind nicht nur der obere Nahtpunkt, sondern auch die Stangen entlastet.

wulxc
17.08.2011, 17:51
Meine Bedenken bei der oberen Abspannungen an den Stangen liegt einfach daran, dass aus der Dachfläche große Zugkräfe abgeleitet werden müssen - und das geht am besten direkt über Abspannungen, die über Verstärkungen in die Spitzen der Dachflächen eingearbeitet sind. Die Lasten auf die Stöcke aus der kleinen senkrechten Wand sind nicht so groß bzw. gegenüber denen aus dem Dach beinahe zu vernachlässigen.
Ich hatte bei meinem Zelt leider nur eine suboptimale Lösung, am besten ist es, wenn sich das obere Ende der Stange direkt in der Ecke der Zeltbahn trifft und genau dort die Abspannung ansetzt. Ausreichend Verstärkungen in der Zeltbahn sind natürlich nötig.

Noch was zu deiner Trekkingstocklösung: Ich bin nicht der Fan von durchgesteckten Stabenden, da genau bei einer durch das Loch geschwächten Stelle die maximale Kraft eingeleitet wird (oft sieht man an solchen Stellen herausgerissene Ösen). Funktionieren wird es, aber ich halte die andere Richtung für stabiler.

Aber mach dir weiter deine eigenen Gedanken, andere Lösungen mit Praxisbericht sind interessant!

grüße, wulxc

Fliir
17.08.2011, 23:20
Japp, es war ein langes Abwägen zwischen Löcher für die Stöcke, Ja oder Nein. Letztlich überwiegen für mich die Vorteile. Vor allem die Möglichkeit, so eine Abspannschnur höher als die Dachnähte führen zu können und damit das Dach an mehreren Stellen nach oben hin zu "erwischen", erschien mir äußerst attraktiv. Aber Du hast schon recht, diese Löcher sind nicht wirklich ideal. Ich habe an der Innenseite daher ein sehr kräftiges Material als Verstärkung eingenäht und drücke mir gleichzeitig selbst die Daumen :bg:

Vor allem bin ich gespannt, welche Wetterextreme die Grenzen für mein Zelt sein werden und vermute, dass es windtechnisch mit den Profi-Produkten von Hilleberg, Vaude und Co wohl kaum mithalten kann.... :(
Ich hoffe, ich werde nie erfahren, wo die Grenzen sind :grins:

Fliir
28.08.2011, 18:52
Es geht weiter...
Das Aussenzelt ist nun bis auf winzige, optionale Details abgeschlossen. Ich habe es heute auf einem schön ebenen Wiesenstück aufgebaut und bin schrecklich glücklich :wohoo:
Es steht fast genau so schön da, wie vorher grafisch geplant. Alles macht einen stabilen Eindruck. Ich danke nochmal jenen hier, die auf die ungenügend abgespannte Dachfläche hindeuteten. Mit den zusätzlichen Abspannpunkten ist nun auch diese nicht mehr "waberig".

http://www.evercreate.de/outdoor/P1070388e.jpg

http://www.evercreate.de/outdoor/P1070389e.jpg

http://www.evercreate.de/outdoor/P1070390e.jpg

http://www.evercreate.de/outdoor/P1070392e.jpg

Und unten seht ihr das Aussenzelt zusammengewickelt. Die Tasche mit Schnüren und Heringen ist bereits miteingewickelt. Ich bin sehr froh über das geringe Packmaß, Silnylon sei Dank. Das Gewicht des Aussenzeltes, der Heringe und Schnüre beträgt zusammen jetzt 1460 g. Mit dem Innenzelt und einer Schutzplane werde ich am Ende immer noch deutlich unter 2 kg bleiben. Das ist zwar mehr, als ich ursprünglich plante, aber immer noch ein schönes Ergebnis, denke ich :D

http://www.evercreate.de/outdoor/P1070395e.jpg

wulxc
28.08.2011, 20:44
Sieht super aus!
Das Gewicht für Heringe, Schnüre und Verstärkungen am Zelt ist nicht zu vernachlässigen, bei 14 Heringen kommt schon einiges zusammen.
Hast Du den 50 g/m² oder 65 g/m² Stoff verwendet und wie ist dessen Dehnung bei der Verarbeitung?
grüße, wulxc

Fliir
28.08.2011, 23:46
Ich habe den 65er verarbeitet.
Ich habe gerade mal einen Dehnungstest an einem 1-Meter-Reststreifen gemacht. In Richtung der Ripstop-Webung dehnt sich das Material um ca. 1-2 cm, mit richtig Gewalt um 3 cm. Diagonal zur Webung dehnt es sich dagegen bekanntlich sehr stark, schätzungsweise um 20-30%. Beim Erstellen des Schnittmusters habe ich daher sehr genau darauf geachtet, dass die Abspannpunkte ihren Zug möglichst dem Ripstop-Verlauf entang aufbauen.


Das Gewicht für Heringe, Schnüre und Verstärkungen am Zelt ist nicht zu vernachlässigen, bei 14 Heringen kommt schon einiges zusammen.

Japp, das Päckchen mit den ca. 25m Schnüren und 15 Heringen macht exakt 460g der 1460 g aus. Das Innenzelt wiegt also "netto" ein kg.

wulxc
29.08.2011, 18:35
Dann hast Du aber auch schwere Heringe und Leinen. Ich hab bisher immer leichte V oder Y Heringe mit 14 g das Stück mit Dynema-Leinen mit 1,5 oder 2 mm Durchmesser verwendet und dann pro Abspannung inkl. Hering, Leine, Verstärkung und Spanner 20 g angesetzt, was immer ganz gut hin kam (das wäre ein Einsparpotential von 150 g).
Danke für die Info zum Material, das scheint ja recht dehnungsarm zu sein.
grüße, wulxc

Fliir
29.08.2011, 19:11
Kann sein, dass die Schnüre relativ schwer sind. Ich habe aus einem Anfall von Sicherheitsgefühl 3 mm Dyneema genommen. Die Heringe haben dagegen "nur" 16g das Stück und das mit Y-Profil und kleiner Kordel am Ende. Wirklich UL ist das alles natürlich nicht, aber wichtiger war für mich einfach, letztlich ein leichtes Zelt zu haben, dass dennoch einen Innenraum besitzt, der für eine Einzelperson viel Komfort bietet und mit anderem Innenzelt auch für meine kleine Familie herhalten kann. Bei all den namhaften Herstellern habe ich bisher nichts gefunden, was unter 2 kg liegt, für bis zu drei Personen geeignet ist, dafür variable Innenzelte bietet, aus wirklich hochwertigen Materialien besteht und dabei unter 200 Euro bleibt. Dafür hat sich die Arbeit wohl auch gelohnt. Aber wenn ich ehrlich bin, es gab manchen Moment, wo ich zweifelte. Wenn ich die Arbeitsstunden und manchen Frust rechnen würde, hätte ich mir sicher ein High-End-Dingens von Hilleberg kaufen können :bg:

Ja ich bin ziemlich begeistert von dem Silnylon. Dadurch, dass es in Weberichtung sehr dehnungsarm ist, ließ sich die endgültige Form des Zeltes sehr gut planen. Und die Dehnbarkeit in diagonaler Richtung macht es doch so flexibel, dass das Zelt, einmal sauber aufgebaut, auch sauber und glatt aussieht und nicht wie ein faltig gelegenes Bettlaken daherkommt :bg:

heron
29.08.2011, 19:33
Kann sein, dass die Schnüre relativ schwer sind. Ich habe aus einem Anfall von Sicherheitsgefühl 3 mm Dyneema genommen. Die Heringe haben dagegen "nur" 16g das Stück und das mit Y-Profil und kleiner Kordel am Ende. Wirklich UL ist das alles natürlich nicht, aber wichtiger war für mich einfach, letztlich ein leichtes Zelt zu haben, dass dennoch einen Innenraum besitzt, der für eine Einzelperson viel Komfort bietet und mit anderem Innenzelt auch für meine kleine Familie herhalten kann. Bei all den namhaften Herstellern habe ich bisher nichts gefunden, was unter 2 kg liegt, für bis zu drei Personen geeignet ist, dafür variable Innenzelte bietet, aus wirklich hochwertigen Materialien besteht und dabei unter 200 Euro bleibt. Dafür hat sich die Arbeit wohl auch gelohnt. Aber wenn ich ehrlich bin, es gab manchen Moment, wo ich zweifelte. Wenn ich die Arbeitsstunden und manchen Frust rechnen würde, hätte ich mir sicher ein High-End-Dingens von Hilleberg kaufen können :bg:

Ja ich bin ziemlich begeistert von dem Silnylon. Dadurch, dass es in Weberichtung sehr dehnungsarm ist, ließ sich die endgültige Form des Zeltes sehr gut planen. Und die Dehnbarkeit in diagonaler Richtung macht es doch so flexibel, dass das Zelt, einmal sauber aufgebaut, auch sauber und glatt aussieht und nicht wie ein faltig gelegenes Bettlaken daherkommt :bg:

Sehr cool (und nach richtig viel Arbeit) sieht das aus - Respekt!
Hab nicht alles verfolgt - kann man jetzt die Seitenteile auch aufmachen?

Fliir
29.08.2011, 19:53
Vielen Dank :D
Nein, der Vordereingang war von vornherein als einziger geplant. In einer der grafischen Ansichten habe ich eine Seite mal offen dargestellt, um den Innebereich besser zeigen zu können. Aber dennoch habe ich das noch im Hinterkopf als mögliche Erweiterung eines Tages. Mal sehen...

Fliir
01.04.2012, 22:45
Seid gegrüßt, liebe Outdoorler. Nach einem halben Jahr nun endlich mal ein kleines Fazit:

Im Herbst letzten Jahres habe ich das Zelt auf einer verregneten, bodenfrostigen Spätseptember-Schwarzwald-Überquerungstour erfolgreich getestet. Ich bin immer noch glücklich, dass ich mir das Zeltlein gebastelt habe :bg:
Alle Nähte haben gehalten, sowohl reißtechnisch wie auch regentechnisch. Geregnet hat es dennoch innen, da bei den kalten Nachtemperaturen trotz Lüftungen die Innenseite stark beschlagen war. Und so haben die Tropfen, die auf die Aussenseite trafen, die Kondenstropfen auf der Innenseite herabgeschlagen. Aber die waren zum Glück nur winzig und wurden vom Innenzelt aufgehalten.
Auf den Bildern unten seht Ihr, dass ich das Innenzelt sehr klein angelegt habe, gerade ausreichend für mich allein. Aber dafür hatte ich nebendran locker genug Platz, auch bei Regen aufrecht im Aussenzelt zu sitzen und zu kochen und mein Hab und Gut auszubreiten. Beizeiten werde ich noch ein Innenzelt dafür nähen, dass sich für 2-3 Personen eignet. Dann reicht die Apsis halt nur noch fürs Gepäck.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an alle, die mir mit Rat zur Seite standen. Ihr habt auch Anteil daran, dass das Zelt mich erfolgreich "einzeltete" :D

Auf dem ersten Bild steht das Zelt auf einem Camping-Mobil-Parkplatz in Bernau mit verschlossenen Sanitären Anlagen und einer Wasserzapfstelle, die 100l Wasser für nen Euro vergab. Da hat mich das Zelt-Zeichen in der Wanderkarte ziemlich gelinkt :motz:

http://www.evercreate.de/BilderIMG/Zelt_im_Einsatz.jpg

http://www.evercreate.de/BilderIMG/Zelt_im_Einsatz2.jpg

wulxc
02.04.2012, 20:27
Für mich sieht es sehr gelungen aus (auch die hintere Abspannung ist besser gelöst als bei meinem Zelt).

Nur so als Frage: Hast du bei der Naht vom Hochpunkt zur Seite unten Mitte einen CAT-Schnitt verwendet? Mir scheint es auf dem Foto, das diese Naht etwa auf halbe Höhe recht kräftig nach innen gewölbt ist.
grüße, wulxc

Fliir
03.04.2012, 08:59
Du meinst mit CAT doch diese leicht gebogenen Schnitte, die beim Abspannen für zusätzliche Spannung sorgen, um die Zeltwände möglichst faltenfrei zu bekommen, oder?

Ich hatte ursprünglich überlegt, solche Schnitte zu verwenden, insbesondere für die zwei von vorne nach hinten Verlaufenden Firstnähte. Doch ich hatte mich dagegen entschieden, weil ich keine brauchbare Lösung fand, das auf dem Stoff aufzuzeichnen.
Letztlich hat sich herausgestellt, dass die Materialeigenschaften von Silnylon dies anscheinend unnötig machen. Silnylon ist ja in Richtung der Ripstop-Maserung kaum dehnbar, diagonal dazu jedoch sehr dehnbar. Ich habe beim Apspannen des Zeltes den Eindruck, dass das für genug Zug sorgt, um fast alles faltenfrei und kräftig zu spannen.