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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wild campen in Europa



Smiley78
25.07.2011, 17:10
Hallo,

wie schaut es in folgenden Ländern mit wild campen aus?
Norwegen/Schweden/ Finnland dürfte kein Problem sein, oder?
In Deutschland ist es doch offiziel verboten, oder?

Griechenland
Italien
Frankreich
Spanien/ Gibraltar
Belgien
Deutschland
Norwegen
Schweden
Finnland
Polen
Kroatien
Malta

Danke,
Jürgen

Canadian
25.07.2011, 17:17
wie schaut es in folgenden Ländern mit wild campen aus?
Norwegen/Schweden/ Finnland dürfte kein Problem sein, oder?
In Deutschland ist es doch offiziel verboten, oder?

Griechenland
Italien
Frankreich
Spanien/ Gibraltar
Belgien
Deutschland
Norwegen
Schweden
Finnland
Polen
Kroatien
Malta

Da wird dir keiner was sagen können, so lange du nicht sagst, was du unter Wildcampen verstehst und was du vor hast.

Wenn du jetzt schonmal so frei wärst die Ergebnisse deiner eigenen Informationssuche zu den einzelnen Länder hier zu präsentieren, wird auch ungemein die Motivation steigen, sich zu beteiligen.

m8r
25.07.2011, 17:24
Es ist überall verboten und hier im Forum schon viele Male ausführlich durchdiskutiert. Und selbst wenn es irgendwie erlaubt ist (auf einer Höhe zwischen 600 und 750 m, wenn das Zelt im Vollmondschatten steht o.ä.), dann ist es trotzdem nicht sinnvoll, zu diskutieren, wenn dich jemand offizielles auffordert, es zu lassen.

Auch in Finnland kann es ein Problem sein, wenn man zu dreist ist.

Die Fotos im Übernachtsplätze-Thread sind übrigens alle vor Globi-Fototapeten gemacht, nichts das da jemand was falsch versteht.

Enja
25.07.2011, 17:24
Hier:

http://wild-campen.de/

kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen. Ich würde das vor Ausführung aber noch detaillierter recherchieren.

Mondsee
25.07.2011, 17:42
Auch hier im Wiki findet sich dazu so einiges. zB hier (http://www.outdoorseiten.net/wiki/Wildcampen_in_Deutschland) für Deutschland.

Smiley78
25.07.2011, 18:47
Was ich unter Wild campen versteh:
Für eine Nacht sein Zelt/ Tarp aufschlagen da schlafen und halt was zum Essen bruzeln. Wenns Warm ist, dann vielleicht auch mal ganz ohne Tarp sondern nur Schlafsack. Naturlich kein offenes Feuer im Hochsommer mitten im Wald. Gekocht würde mit einem entsprechenden Kocher bzw mit einem Hobo-Ofen.
Möchte ich einige Tage am selben Ort bleiben, zB um mich auszuruhen, dann würde ich schauen ob es einen offiziellen Grillplatz gibt wo man sein Zelt aufschlagen dürfte, oder einen Wiesen/ Waldbesitzer fragen ob er es erlaubt.
Der Ort wird selbstverständlicherweise wieder so verlassen wie er vorgefunden wurde.

Meine Recherchen:

Schweden: Durch das Jedermannsrecht, wenn man einige Regeln beachtet, grundsätzlich erlaubt

Spanien: Wenn es nicht direkt am Strand ist, soll es angeblich geduldet werden. Zumindest sah ich mal Zelte auf einer Verkehrsinsel in Barcelona :)

Griechenland: verboten, manchmal geduldet, aber anscheinend gehört viel Glück dazu nicht erwischt zu werden.

Italien: verboten, starke kontrolle; erlaubnis des Grundstücksbesitzers sollte eingeholt werden.

Frankreich: scheint teilweise gefährlich zu sein, grundsätzlich verboten, am besten um erlaubnis fragen

Belgien: scheint wohl toleriert zuwerden, ausser in der Eifel

Norwegen: wie Schweden

Finnland: scheint wie in Schweden zu sein

Polen: scheint geduldet zu sein wenn es nicht an der Küste/ Naturschutzgebiet liegt

Kroatien: scheint toleriert zu sein

Malta: dazu finde ich nix genaueres

@Mondsee
Mit einem Schirm würde es in Deutschland geduldet? Ist ein Tarp nun ein Zelt oder ein Schirm :)

Andreas-F
25.07.2011, 20:26
e.
Meine Recherchen:

Frankreich: scheint teilweise gefährlich zu sein, grundsätzlich verboten, am besten um erlaubnis fragen

Tschulidgung,

das ist in der Pauschalität nicht richtig.

Das Biwakieren (darunter versteht man dann wirkich abends kommen und morgens abbauen ist in div. Naturparks (sic) explizit erlaubt.
Näheres liefert die die jeweilige Webseite des Naturparks.

Gruß Andreas

blauloke
25.07.2011, 21:17
In Tschechien kannst du im Nationalpark Sumava auf ausgewiesenen "Notübernachtungsplätzen" jeweils eine Nacht verbringen. Habe ich letzte Woche erst gemacht.

NP Sumava (http://www.npsumava.cz/de/5336/sekce/not-bernachtungspl-tze/)

Inarijoen Peter
25.07.2011, 23:52
Naturlich kein offenes Feuer im Hochsommer mitten im Wald.
Das ist von Dir sicher richtig gedacht, aber zB. in Finnland darf man ohne Erlaubnis des Grundeigentümers während des ganzen Jahres kein Feuer machen, ausser an den dafür vorgesehenen Feuerstellen.
Man muss sich also jeweils über die landesspezifischen Regelungen orientieren.

Croat
26.07.2011, 10:49
Kroatien:
offiziell is es gesetzlich verboten ausserhalb den Kampingplätzen zu kampen/zelten/biwakiern.

In den Bergen wird dich vermütlich keiner was Fragen, aber...

An der Küste in Kroatien würde ich beim "wild kampen" nicht kochen wollen (vor allem nicht mit HOBO).
Behörden, aber noch mehr die Einheimischen, sehen das überhaupt nicht gerne (Stichwort: Waldbrände) und reagieren teilweisse sehr emotional und es kann ärger geben.

Ich denke, ähnlich gehts an der ganze Mittelmeer Küste - wer das erlebt hat, wird es auch verstehen.

Im NP ist es auch offiziell verboten zu kampen (Verbot Schilder an jedem Eintritt im NP). Es wird idR aber tolleriert. Offenes Feuer würde ich nur in der nähe der Schützhütten machen.

Auch hier gilt "Leave no traces" (soll eigentlich selbverständlich und überall sein, aber schwarze Schafe gibts überall)...

bjoernsson
26.07.2011, 10:54
Das ist von Dir sicher richtig gedacht, aber zB. in Finnland darf man ohne Erlaubnis des Grundeigentümers während des ganzen Jahres kein Feuer machen, ausser an den dafür vorgesehenen Feuerstellen.
Man muss sich also jeweils über die landesspezifischen Regelungen orientieren.

Und in Schweden darfst du kein Feuer auf Felsen machen, weil diese durch die Hitze platzen könnten. Um mal ein Beispiel zu nennen.

Ansonsten gibt es überall lokale Einschränkungen. In Schweden und Norwegen sind z.B. viele Naturschutzgebiete tabu, oft auch Strände.

In Spanien ist das "wilde Zelten" in Naturschutzgebieten auch verboten, manchmal ist allerdings "biwakieren" erlaubt (bzw. geduldet).

Du machst auf jeden Fall nichts falsch, wenn du dich vor Ort erkundest und gegebenenfalls um Erlaubnis fragst. Hier eine Pauschalantwort zu geben ist einfach unmöglich.

Smiley78
26.07.2011, 10:56
Was offenes Feuer angeht würde ich mich eh an offizielle Grillplätze halten.
Die Waldbrandgefahr ist mir bewusst und ich versteh auch das viele Einheimische da sehr empfindlich reagieren. Das würde ich auch an derer Stellte.

loewe
26.07.2011, 16:07
Ich hab gestern mal eine email an die Verwaltung des Nationalparks Hohe Tauern geschickt, mit Bitte um Klärung der Biwak-Frage. Die ist ihmo nämlich nicht so eindeutig geklärt.

Bin ja mal gespannt ob und wann eine Antwort kommt.

Karliene
26.07.2011, 16:18
Schweiz: Kantonsabhängig, Im Tessin verboten, aber außerhalb der Zivilisation zw. 21.00 uhr und 07.00 Uhr geduldet.

Ansonsten, zum Bauern gehen und fragen, meist gar kein Problem.

camino10
26.07.2011, 17:41
Das ist alles eine Frage der verben: dürfen, dulden, tolerieren, verbieten?

Grundsätzlich wird man in den wenigsten Ländern freundlich eingeladen wo auch immer zu Campen. Dann gibt es wiederum ganz strikte Regelungen in gewissen Nationalparks, wo Schilder explizit darauf hinweisen, dass Campieren verboten ist. Aber sonst, möchte ich jeweils gar nicht zu viel wissen. Bin immer sehr spontan unterwegs, so weit mich die Füsse an diesem Tage gerade tragen. Bin ich abends bei einer Hütte kehre ich gerne ein, gibt es ein Grundstück mit Besitzer, frage ich gerne um Erlaubnis, bin ich aber sonst wo im Niemandsland, dann wird halt das Zelt aufgeschlagen, dann wird wild gecamped. Abends Zelt auf, frühmorgens weg, das mit dem Spuren verwischen sollte sowieso selbstverständlich sein!

Canadian
26.07.2011, 17:53
Naturlich kein offenes Feuer im Hochsommer mitten im Wald.

Wenn ich daraus den Umkehrschluss fasse, dann ist es wohl überall verboten. Nicht nur in Wälder herrscht große Brandgefahr, sondern daneben und in ganz anderen Landschaften. Brände entstehen aber auch nicht nur im Hochsommer.

Meine Erfahrung für Deutschland: Solange du dich mit nem Schlafsack in eine Schutzhütte haust und kein Feuer machst, dann gibts keine Probleme.

loewe
26.07.2011, 22:56
Und Lagerfeuer gehört sowieso verboten. Ausnahme: eine ausgewiesene Feuerstelle.

Monika
27.07.2011, 11:07
Meine Erfahrung für Deutschland: Solange du dich mit nem Schlafsack in eine Schutzhütte haust und kein Feuer machst, dann gibts keine Probleme.
Bei der Variante "Zelt neben der Schutzhütte" bin ich sogar schon erwischt worden - ausser einem netten Gespräch hatte das aber keine weiteren Folgen.
So eine Schutzhütte hat meistens Bänke und spart einem auch oft genug das Zeltaufbauen.
Aber auch hier gilt natürlich: keinen Müll rumliegen lassen und die Hütte nicht dreckiger zurücklassen als vorgefunden.
Es ist auch nicht verboten Müll einzusammeln und bei der nächsten Gelegenheit richtig zu entsorgen.
Monika

OttoStover
27.07.2011, 17:16
As already mentioned Norway has the "all-mens-right" that allows free camping anywhere on uncultivated land with just a few exceptions. The entire law in english language is here (http://www.regjeringen.no/en/doc/Laws/Acts/Outdoor-Recreation-Act.html?id=172932) for those interested. It is § 9 that is most interesting.

But also a lot of open and free to use huts is available, these are not so well known for most hikers. In my county Nordland it is in fact more free and open huts than there are DNT huts. For those interested you must use the map http://www.godtur.no/default.aspx?gui=1&lang=2 and open the box <Friluftselement> Put a mark in the box next to <Åpent husvære> and you may then see most of these huts. A few huts are big and well equipped, most are small and with just the most neccesary things to make a living there, and a few are just rudimentary shelters for extreme weather conditions. When you soom into the map you may see picture ot almost all that are marked. To find shelters put a mark in the box next to <Gapahuk>

Even though it is impressive the number available, it is not all that are marked. I know of at least 10 huts that is not marked on the map. They are in Saltfjellet and on the coast in the municipalities called Steigen and Tysfjord. You simply have to contact me if you are going hiking in these areas and want to know the location of these huts:bg:
Otto

loewe
02.08.2011, 10:31
Ich habe vor ein paar Tagen eine Anfrage an den Nationalpark Hohe Tauern gesendet. Die Antwort:

zu Ihrer Frage des Biwakierens bzw. Zeltens darf ich auf das Salzburger Nationalparkgesetz (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000434) verweisen. Darin ist in § 4 Abs. 4 Z. 6 geregelt, dass in der Außenzone das Campieren verboten ist, wovon lediglich das alpine Biwakieren und nicht ständige Jugendzeltlager ausgenommen sind. Für die Kernzone, in welcher ein strengerer Schutzmaßstab anzuwenden ist, d.h. jeder Eingriff in die Natur und den Naturhaushalt sowie jede Beeinträchtigung des Landschaftsbildes untersagt ist, hat dies umso mehr zu gelten. Laut "Alpinlexikon" versteht man unter Biwakieren immer das Übernachten in der freien Natur ohne Zelt. Ein infolge eines Wettersturzes, Verletzungen, Dunkelheit, etc. erforderliches Notbiwak ist ebenfalls zulässig.

Sollten sich noch Fragen ergeben, können Sie sich gerne melden.

Wenn ich das also richtig herauslese gilt:
Ein Biwak ist somit anscheinend kein Problem, sobald ein Zelt benutzt wird wirds kritisch.

Sabine38
02.08.2011, 10:45
Wenn ich das also richtig herauslese gilt:
Ein Biwak ist somit anscheinend kein Problem, sobald ein Zelt benutzt wird wirds kritisch.

Liest du das so auch für die Randzonen? Das passt dann ja eigentlich nicht zu den "nicht ständigen Jugendlager". Und "hat dies umso mehr zu gelten" heißt das dass es da verboten ist? Ich würde das fast so interpretieren, dass in den Kernzonen nur in Notsituationen das Biwakieren erlaubt ist?

loewe
02.08.2011, 10:47
Ich hab nochmal explizit nachgefragt. Mal schauen wie die Antwort aussieht.
Ich sehe zumindest kein Verbot - ob es damit bereits erlaubt ist lass ich mal dahingestellt. Aber dies habe ich auch nachgefragt.

fraizeyt
02.08.2011, 12:19
...nur in Notsituationen das Biwakieren erlaubt ist?

Ist Biwakieren nicht immer ein Notfall? ;-)

Schön, dass mein Shangri-la 2 (ohne InnenZELT bzw. Boden) kein Zelt ist, sondern ein größerer Biwaksack.

blue0711
02.08.2011, 14:15
Tsts, mein 2-Mann-Biwaksack hat auch nur ein Stabilisationsgestänge, damit man besser Luft holen kann und der Schlafsack nicht nass wird.:bg:

Im Ernst: wegen eines einfachen Zeltes macht keiner einen Aufstand, wenn der Kern des Biwakierens erhalten bleibt: Übernachtung, da ohne Not/Gefahr kein reguläres Lager erreichbar. Dazu gehört IMHO: kein Feuer, keine Reste.

IMHO kann das dann auch keiner sanktionieren, sonst bestand keine Notwendigkeit für das Biwak. Denn, wenn es Sinn macht, kommt während des Zeltens auch keiner an den Standplatz.

Aber grundsätzlich sollte man sich über die örtlichen Gegebenheiten vor jeder Tour informieren. Zum einen sind das alles Regionalgesetzgebungen mit jeweils eigenen Definiionen, zum anderen ändert sich sowas schnell.

loewe
02.08.2011, 16:12
Und die Antwort auf die Nachfrage:

Zur Frage weiterer Untergliederungen des Nationalparks Hohe Tauern Salzburg ist anzuführen, dass es gemäß § 6 Salzburger Nationalparkgesetz (siehe Link vorige Email) im Nationalpark auch die Möglichkeit gibt, bestimmte Gebiete im Nationalpark durch Verordnung zu Sonderschutzgebieten zu erklären. Die ist für den Salzburger Anteil des Nationalparks Hohe Tauern in Form von 3 Verordnungen erfolgt. Dies sind die Sonderschutzgebiete Inneres Untersulzbachtal (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000862), Piffkar (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000574) und Wandl (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000679). Hier ist der Schutzstatus noch höher und ist - abgesehen von bestimmten Ausnahmen - jeder Eingriff in die Natur und Landschaft unetrsagt. Die beiden erst genannten Verornungen enthalten in § 3 Abs. 3 jeweils einen Verbotstatbestand hinsichtlich des Biwakierens.

Da sich der Nationalpark Hohe Tauern über die 3 Länder Salzburg, Kärnten und Tirol erstreckt, gibt es auch drei unterschiedliche Nationalparkgesetz, die sich zwar in weiten Teilen decken, aber auch geringfügige Abweichungen aufweisen. Bezüglich des Kärnter- und Tiroler Nationalparkgesetzes ersuche ich Sie deshalb mit den enstprechenden Stellen Kontakt (http://www.hohetauern.at/de/kontakt.html) aufzunehmen bzw. sich die Rechtsgrundlagen im Rechtsinformationssystem des Bundes unter Landesrecht (www.ris.bka.gv.at) näher anzusehen.

Sollte ein (Not-)Biwak erforderlich sein, so kann dies - wie bereits ausgeführt - in der Außen- und Kernzone erfolgen. Die Bestimmungen für Sonderschutzgebiete, falls deren Gebiet betroffen wäre, sind jedoch zu beachten.


Also eine sehr einfach handhabbare Regelung. Wenn man den Links folgt, ist lediglich

das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze, die Errichtung von Feuerstätten, das Abbrennen von Feuern und das Rauchen; verboten (neben anderen verbotenen Eingriffen) -> das Biwakieren auf/am Weg imho gestattet.

loewe
02.08.2011, 16:14
Die Zonen sind zB (http://www.fg-traunstein.de/downloads/npht_zonierung.pdf) hier eingezeichnet

bjoernsson
03.08.2011, 09:36
Wenn man den Links folgt, ist lediglich
verboten (neben anderen verbotenen Eingriffen) -> das Biwakieren auf/am Weg imho gestattet.

Wenn man das so lesen will... Gerade an den Wegen dürfte da mit besonderer Strenge drauf geachtet werden, weil da ja besonders viel los ist. Und wenn du die ersten drei Dinge mal in eine andere Reihenfolge bringst, klingt das auch anders: "das Lagern abseits der Wege, Zelten, Biwakieren, ...". "Lagern" ist hier im Sinne von einer sehr ausgedehnten Pause am hellichten Tag zu verstehen, denke ich.

Ich glaube, die Antwort vom Mitarbeiter des Nationalparksamts Hohe Tauern/Salzburg war so klar, dass man gar nicht weiter diskutieren braucht, oder!?

loewe
03.08.2011, 14:03
Ich halte dir Formulierung nicht für 100% Eindeutig. Man könnte es zB auch so interpretieren:

(das Zelten), (Biwakieren),( Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze),( die Errichtung von Feuerstätten),( das Abbrennen von Feuern) und (das Rauchen) oder auch:
(das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze) und damit wäre das Biwakieren, Lagern und Zelten auf den Wegen,Steigen und Plätzen zumindest nicht verboten (was nicht heißt das es erlaubt sein muss)...,Eingeklammert jeweils die Einzelverbote. Aber ich befürchte dass ich mit dieser Interpretation relativ einsam dastehe und zudem handelt es sich in diesem Auszug um ein Sonderschutzgebiet mit besonderen Schutzmaßnahmen. Diese sind eh nicht so groß und von daher kann man es gut vermeiden, dort zu biwakieren.
Als verbotene Eingriffe im Sinne des Abs. 1 gelten insbesondere:


a) forstliche Maßnahmen;

b) das Verfolgen, Fangen oder Erlegen jagdbarer Tiere mit Ausnahme von Reh- und Rotwild und der Nachsuche außerhalb des Sonderschutzgebietes angeschossener Wildtiere; die §§ 54 bis 56 (Schonvorschriften) und der § 74 (Vorkehrungen gegen Wildseuchen) des Jagdgesetzes 1993 sind im Sonderschutzgebiet für andere jagdbare Tiere als Reh- und Rotwild nicht anzuwenden;

c) das Füttern jagdbarer und nicht jagdbarer Tiere; die §§ 65 (Verbesserung der Einstands- und Äsungsverhältnisse, Wildfütterung) und 66 (Futterplätze) des Jagdgesetzes 1993 sind im Sonderschutzgebiet nicht anzuwenden;

d) das Aussetzen von Wild; § 73 des Jagdgesetzes 1993 ist im Sonderschutzgebiet nicht anzuwenden;

e) die Errichtung und Aufstellung baulicher und anderer Anlagen, insbesondere auch von Anlagen für den Jagdbetrieb und von Fanggeräten; die §§ 69 (sonstige Jagdanlagen) und 72 (Fangen von Wild) des Jagdgesetzes 1993 sind im Sonderschutzgebiet nicht anzuwenden;

f) der Abbau und das Sammeln von Bodenbestandteilen, Mineralien und Versteinerungen sowie jede sonstige Bodenverletzung;

g) Verunreinigungen und Beeinträchtigungen des Gebietes durch Lagern, Ablagern oder Wegwerfen von Materialien und Abfällen aller Art;

h) das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze, die Errichtung von Feuerstätten, das Abbrennen von Feuern und das Rauchen;

i) das Pflücken und Sammeln von Beeren, Pilzen und sonstigen Pflanzen und Pflanzenbestandteilen;

j) Beeinträchtigungen und Veränderungen der Vegetation;

k) das Mitführen und Freilaufenlassen von Hunden, ausgenommen im Rahmen der Ausübung der Jagd entsprechend den landesgesetzlichen Vorschriften;

l) das Reiten;

m) jede vermeidbare Lärmerregung;

n) das Befahren mit Fahrzeugen und Motorschlitten;

o) die Verwendung (Überflug, Start, Landung) von Luftfahrzeugen und Luftfahrgeräten aller Art einschließlich von Hubschraubern, Segelflugzeugen, Modellflugzeugen, Hängegleitern, Gleit- und Fallschirmen unter einer Seehöhe von 5.000 m; dies gilt auch für Übungsflüge des Bundesheeres und der Exekutive;

p) landwirtschaftliche Maßnahmen einschließlich der Almwirtschaft.

blue0711
03.08.2011, 14:16
Ich halte dir Formulierung nicht für 100% Eindeutig.Ich finds schon eindeutig.
Der Satzteil "das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze" ist ein eigenständiger Teil der Aufzählung.

ABER: Er führt nur im speziellen aus, was auf jeden Fall (insbesondere) veboten ist.

In der zugrundeliegenden Rechtsvorschrift (Nationalparkgesetz) heisst es aber schon:
"In Sonderschutzgebieten ist jeder Eingriff in die Natur und Landschaft untersagt. Die Landesregierung kann in den zu erlassenden Verordnungen Ausnahmen von diesem Verbot vorsehen"
Damit ist alles verboten, was einen Eingriff darstellt und nicht explizit erlaubt ist.

loewe
03.08.2011, 15:14
In der zugrundeliegenden Rechtsvorschrift (Nationalparkgesetz) heisst es aber schon:
"In Sonderschutzgebieten ist jeder Eingriff in die Natur und Landschaft untersagt. Die Landesregierung kann in den zu erlassenden Verordnungen Ausnahmen von diesem Verbot vorsehen"
Damit ist alles verboten, was einen Eingriff darstellt und nicht explizit erlaubt ist.

Dann wäre nur die Frage ob Biwakieren oder Zelten einen Eingriff in die Natur oder Landschaft darstellt.
Ein Eingriff in die Natur ist es wohl kaum solange keine Heringe im Boden sind und ein Zelt nur kurz steht (es sei denn man betrachtet sekundäre Wechselwirkungen - also zB allein Eingriff durch Anwesenheit) ;
wenn unter einem Eingriff in die Landschaft auch das Aufstellen eines Zeltes oder das biwakieren zählt dann ist es so wie du (blue) schreibst.

Aber ich bin auch dafür sich aus den Sonderschutzgebieten rauszuhalten. Es hat halt einen Grund, dass diese dort errichtet werden und nen Platz findet man auch woanders.

blue0711
03.08.2011, 15:57
Da blöde ist, dass die Österreicher im Gegensatz zu den Deutschen den "Eingriff in die Natur" nicht definieren.

Kann man wieder nuraus anderen Gesetzen rausziehen.

Im Salzburger Naturschutzgesetz findet sich ein Passus (§ 5):
"8. Eingriffe in ein geschütztes Gebiet oder Objekt:
vorübergehende oder dauerhafte Maßnahmen, die einzeln oder zusammen mit anderen Maßnahmen nicht nur unbedeutende Auswirkungen auf das Schutzgebiet oder Objekt oder im Hinblick auf den Schutzzweck bewirken können oder durch eine mehrfache Wiederholung oder Häufung derartiger Maßnahmen voraussichtlich bewirken. Ein Eingriff liegt auch dann vor, wenn die Maßnahmen selbst außerhalb des Schutzgebietes oder Objektes ihren Ausgang nehmen."

Damit bleibt ein weiter Spielraum: Sobald die Anzahl der Biwaks entsprechend hoch ist, ist es ein Eingriff, egal, ob das einzelne Biwakieren ein Eingriff wäre.

Unter Nr.3 findet sich übigens die Definition für Alpin:
"Alpinregion: das Gebiet oberhalb der Zone des geschlossenen Waldes."

loewe
03.08.2011, 16:17
Ich weiß schon wieso ich kein Jura studiere....

Also bleibt wohl alles beim alten: Biwakieren in der Steinwüste oder höher, keinen Dreck hinterlassen, spät schlafen, früh aufstehen und sich aus den Sonderschutzgebieten fernhalten. Ich denk dies ist akzeptabel.
Edit: Und natürlich kein Lagerfeuer machen. Gegen einen kleinen Gaskocher wird doch kaum ein Einwand existieren oder ?

blue0711
03.08.2011, 16:26
Ich weiß schon wieso ich kein Jura studiere....:bg:

Wanderzwerg
03.08.2011, 17:48
Hallo!


das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze, die Errichtung von Feuerstätten, das Abbrennen von Feuern und das Rauchen;

Hier rauszulesen, daß Zelten auf den Wegen nicht verboten ist, hat nichts mit fehlenden Jurakenntnissen sondern mit dem Wusnsch zu tun es soll erlaubt sein. Wenn sich die ersten 3 Begriffa auf "abseits der Wege" beziehen sollten, hätte es mindestens in der Auzählung "das Zelten, Biwakieren und Lagern abseits der Wege,(...)" heißen müssen.

Auch ich als Nichtwildcamper sehe verantwortungsbewustes Wildcampen durchaus als "Kavalierdelikt", ob es allerdings in einem Nationalpark notwendig ist (außer in einer echten Gefahrensituation) bezweifele ich doch. Ich denke schon die Anwesenheit eines Menschen wird die Tierwelt stören, stören wir sie doch lieber nur am Tag und lassen den Tieren zumindest die Nacht.

Gruß
Zwerg

blue0711
03.08.2011, 20:04
Auch, wenns haarspalterisch wirkt, das "und" ist da nicht nötig:
Syntaktisch ist das eine Aufzählung in der Aufzählung, wobei


Als verbotene Eingriffe gelten insbesondere ...
das Zelten, Biwakieren, Lagern abseits der Wege, Steige und Plätze, die Errichtung von Feuerstätten, das Abbrennen von Feuern und das Rauchen
DIe Verwendung eines Artikels bei der anfänglichen Aufzählung fasst diese Begriffe zusammen, die adjektivische Erweiterung "abseits der ...", die ihrerseits wieder eine Aufzählung enthält ("Wege, Steige und Plätze") muss sich daher auf diese gesamte Aufzählung beziehen.
Ansonsten müsste dort "das Lagern abseits der ..." stehen.

LihofDirk
03.08.2011, 20:22
Auch, wenns haarspalterisch wirkt, das "und" ist da nicht nötig:
Syntaktisch ist das eine Aufzählung in der Aufzählung, wobei


DIe Verwendung eines Artikels bei der anfänglichen Aufzählung fasst diese Begriffe zusammen, die adjektivische Erweiterung "abseits der ...", die ihrerseits wieder eine Aufzählung enthält ("Wege, Steige und Plätze") muss sich daher auf diese gesamte Aufzählung beziehen.
Ansonsten müsste dort "das Lagern abseits der ..." stehen.

Und da kein normaler Mensch davon ausgeht, mitten auf einem Weg oder einer Steige Zelten, Lagern oder Biwakieren zu dürfen (kann ja doch jemand durchwollen).
Blieben also nur die Plätze. Gibt es da überhaupt viele abseits von Hütten oder ähnlichem?
Ansonsten komme ich mir gerade vor wie in Deutsch und Jura für Anfänger

blue0711
03.08.2011, 20:33
Ansonsten komme ich mir gerade vor wie in Deutsch und Jura für AnfängerDas geht mir bei Gesetzestexten immer so. :cool:
Aber hör dir mal ne Vorlesung bei denen an, dann denkst Du, Du kannst kein Deutsch (bzw. die reden was anderes)

LihofDirk
03.08.2011, 20:39
Das geht mir bei Gesetzestexten immer so. :cool:
Aber hör dir mal ne Vorlesung bei denen an, dann denkst Du, Du kannst kein Deutsch (bzw. die reden was anderes)

Danke, mir reichen Patentanwälte ...

loewe
03.08.2011, 23:52
Was hab ich da nur angerichtet ;-)

Wenn sich die ersten 3 Begriffa auf "abseits der Wege" beziehen sollten, hätte es mindestens in der Auzählung "das Zelten, Biwakieren und Lagern abseits der Wege,(...)" heißen müssen.
So habe ich dies aber nicht interpretiert :p

Auch ich als Nichtwildcamper sehe verantwortungsbewustes Wildcampen durchaus als "Kavalierdelikt", ob es allerdings in einem Nationalpark notwendig ist (außer in einer echten Gefahrensituation) bezweifele ich doch. Ich denke schon die Anwesenheit eines Menschen wird die Tierwelt stören, stören wir sie doch lieber nur am Tag und lassen den Tieren zumindest die Nacht.
Nationalpark ist nicht gleich Nationalpark. Zumindest leuchtet mir nicht ein, wieso das Biwakieren im Nationalpark Berchtesgadener Land komplett verboten ist, jedoch auf Bergen außerhalb des NPs geduldet und auch erlaubt. (Und das sind teils nur wenige km Entfernung)



DIe Verwendung eines Artikels bei der anfänglichen Aufzählung fasst diese Begriffe zusammen, die adjektivische Erweiterung "abseits der ...", die ihrerseits wieder eine Aufzählung enthält ("Wege, Steige und Plätze") muss sich daher auf diese gesamte Aufzählung beziehen.
Ansonsten müsste dort "das Lagern abseits der ..." stehen.
Ich denk das ist das Argument.
Ich bin es aus der Mathematik gewohnt eindeutige Definitionen zu haben. Diese Grautöne in der Juristik machen mir häufiger mal Probleme. :grins:
(Fehlende Definitionen von gängigen Begriffen wie Biwak, Lagern, was bedeutet abseits der Wege -> 1m, 4m , was ist abseits von einem Weg der nur durch gelegentliche Farbpunkte am Felsen gekennzeichnet ist ? usw)

hotdog
04.08.2011, 12:18
Zumindest leuchtet mir nicht ein, wieso das Biwakieren im Nationalpark Berchtesgadener Land komplett verboten ist, jedoch auf Bergen außerhalb des NPs geduldet und auch erlaubt. (Und das sind teils nur wenige km Entfernung)
Was ist daran nicht zu verstehen? Es ist eine Schutzzone, die ihre Grenzen hat. Da ist es unerheblich, ob du dich 1 m oder 10 km in die Schutzzone hinein begibst. Es bleibt eine Schutzzone.



(Fehlende Definitionen von gängigen Begriffen wie Biwak, Lagern, was bedeutet abseits der Wege -> 1m, 4m , was ist abseits von einem Weg der nur durch gelegentliche Farbpunkte am Felsen gekennzeichnet ist ? usw)
Du solltest dir vielleicht den Sinn dieser Einschränkungen klar machen und nicht spitzfindig Hintertürchen suchen. Der Sinn ist, das Gelände (Flora und Fauna) ausserhalb der Wege zu schützen. In ein Totalreservat darfst du nicht mal deinen Fuss setzen. In einem Nationalpark ist es dir immerhin erlaubt, die Wege zu benutzen. Und wenn ein Weg nur aus einer sporadischen Markierung besteht, dann bleib halt möglichst dort in der Nähe.

loewe
04.08.2011, 12:38
Was ist daran nicht zu verstehen? Es ist eine Schutzzone, die ihre Grenzen hat. Da ist es unerheblich, ob du dich 1 m oder 10 km in die Schutzzone hinein begibst. Es bleibt eine Schutzzone.

Dein Argument ist ein Juristisches. Dies ist mir auch klar.
MIr geht es vielmehr um den Sinn mancher Nationalparksregelungen. Da leuchtet mir zum Beispiel nicht ein, wieso einerseits einige Hütten mit entsprechend viel Touristenverkehr gebaut bzw betrieben werden, und auf der anderen Seite das Biwakieren komplett verboten wird.
( Insbesondere sind mir die Sandaltouristenbunker ein Dorn im Auge. )
Ist natürlich eine einfache Regelung, ich denke dennoch dass an gewissen Orten zBsp ein Übernachtungsplatz keinen schlimmen Einschnitt in die Natur darstellen würde.

Den Sinn eines Nationalparks will ich auch nicht in Frage stellen - imho Schutz sensibler Gebiete. Nur würde ich es mir wünschen einen Sinn hinter manchen Verboten erkennen zu können. Oftmals habe ich das Gefühl, dass einfach nur Pauschalverbote gemacht werden - obwohl es durchaus vertretbare Lösungen geben würde.
Konkret beim Nationalpark Hohe Tauern werde ich mich natürlich -so weit es sich vermeiden lässt - nicht in den Sonderschutzgebieten zum Biwakieren niederlassen. Die Außen- und Kernzonen scheinen unproblematischer zu sein.
Das Biwakierverbot im NP Berchtesgadener Land ist mir teils unverständlich. Wieder eine Pauschalregelung. Beispielsweise gibt es Skipisten (Jenner), dennoch ist das Biwakieren selbst dort verboten.
Ich wäre ja für ausgewiesene Übernachtungsplätze. Teilweise gibts die ja auch in Form von Schutzhütten. Streng genommen wäre ein normales Biwak 2 m daneben wiederrum verboten (zumindest nach meiner Rechtsauffassung). Derlei Regelungen halte ich für fehlerbehaftet bzw für unsinnig.

blue0711
04.08.2011, 12:54
Ein Gesetz kann nicht jeden Einzelfall regeln. Wenn es restriktiv formuliert ist, ergibt sich also zwangsläufig ein Pauschalverbot.
Das macht immer dann Sinn, wenn Einzelverbote den Schutzzweck nicht erreichen, weil sie dauernd umgangen würden.
Für die Grenzfälle gibt es dann immer noch die Möglichkeit der Duldung, die IMHO überall dort, wo es Sinn macht auch ausgiebig genutzt wird.
Aus Duldung wird aber halt kein Recht.
Das hilft vielleicht auch manchmal bei der anscheinend öfter mal fehlenden Einsicht, dass man Gast ist.

Insofern find ich die Definition der Salzburger bzgl. des Eingriffs in die Natur im Grunde recht intelligent. Er trägt nämlich der Tatsache Rechnung, dass ein Biwakierer kein Problem ist, 100/Woche dann aber schon, oder 2, die ihren Dreck ausbreiten.

loewe
04.08.2011, 13:30
Mir wäre es dennoch lieber bereits im Vorfeld zu wissen womit man rechnen muss, anstatt auf eine gütige Auslegung zu hoffen.
Aber hast schon Recht mit dem was du schreibst und ich bin mir dessen auch bewusst.

Wanderzwerg
04.08.2011, 15:29
Hallo!

@blue
Deine Erläuterung zur Semantik kann ich nachvollziehen, und sie sind wohl ehr richtig als meine Überlegung.

@Loewe

Unabhängig von den Auflistungen der explizit verbotenen Maßnahmen, sind weiter oben im Gesetzestext explizit Ausnahmen genannt welche Eingriffe erlaubt sind:


2) Vom Verbot ausgenommen sind lediglich:
(...)
b) die herkömmlichen Formen des Wanderns, Bergsteigens und Tourenschilaufens;

Wenn schon Wandern ausgenommenwerden muß, dann kann Biwakieren auch als Eingriff gesehen werden.

Insbesonders der folgende Auszug aus dem Salzburger Naturschutzgesetz:


(...) durch eine mehrfache Wiederholung oder Häufung derartiger Maßnahmen voraussichtlich bewirken.

kann auch so gelesen werden, daß nicht erst bei tatsächlicher Häufung ein Eingriff vorliegt. Also wenn 1000 Biwakierer jeden Tag vorausichtlich ein Eingriff sind, ist auch schon der erste ein Eingriff.

Zum Gaskocher: Rauchen und Feuer machen sind explizit verboten, da solltest Du dich mit brennendem Gaskocher nicht erwischen lassen.


MIr geht es vielmehr um den Sinn mancher Nationalparksregelungen. Da leuchtet mir zum Beispiel nicht ein, wieso einerseits einige Hütten mit entsprechend viel Touristenverkehr gebaut bzw betrieben werden, und auf der anderen Seite das Biwakieren komplett verboten wird.


Aus wirtschaftlichem Intresse wird manches, was nicht sein sollte erlaubt, aber wenn man diese Rücksicht nicht nehmen würde, wäre die Konsequenz ein Totalreservat, für die Natur sicher gut, aber wenn man gar nicht mehr ohne Guide reinkommt auch irgendwie schade.


Gruß
Zwerg

bjoernsson
05.08.2011, 14:19
Da leuchtet mir zum Beispiel nicht ein, wieso einerseits einige Hütten mit entsprechend viel Touristenverkehr gebaut bzw betrieben werden, und auf der anderen Seite das Biwakieren komplett verboten wird.

Das hat was mit dem Kanalisierungseffekt zu tun. Wenn jeden Tag 1.000 "Sandalentouristen" auf dem gleichen Weg hin und zurück gehen und im gleichen "Sandalentouristenbunker" einkehren, richtet das weniger Schaden an, als drei Wildzelter/Biwakierer, die an einer sensiblen Stelle übernachten und dabei wenig Rücksicht auf die Natur nehmen. Und leider gibt es von solchen mehr als genug - worunter dann der rücksichtsvolle Besucher leidet.


Oftmals habe ich das Gefühl, dass einfach nur Pauschalverbote gemacht werden - obwohl es durchaus vertretbare Lösungen geben würde.

Wie gesagt, leider scheitern "vertretbare Lösungen" oft "Dank" einiger weniger, die meinen, sich über jeden Verstand hinweg setzen zu müssen.


Konkret beim Nationalpark Hohe Tauern werde ich mich natürlich -so weit es sich vermeiden lässt - nicht in den Sonderschutzgebieten zum Biwakieren niederlassen. Die Außen- und Kernzonen scheinen unproblematischer zu sein.

Du solltest vielleicht einfach akzeptieren, dass im Nationalpark Hohe Tauern das Biwakieren in Notsituationen geduldet wird. Dies sollte aber nicht ausgenutzt werden. Im Moment muss ich leider sagen, dass auch du zu den Menschen gehörst, die sich "ihre" Lücke im Gesetz zu suchen scheinen, um ihre Vorstellung des "perfekten Urlaubs" umzusetzen. Und genau dieses Verhalten führt dann dazu, dass irgemdwann auch diese "Notfallduldung" gestrichen wird. So war es nämlich, meines Wissens nach, im von dir ebenfalls angesprochenen Nationalpark Berchtesgaden.


Das Biwakierverbot im NP Berchtesgadener Land ist mir teils unverständlich. Wieder eine Pauschalregelung. Beispielsweise gibt es Skipisten (Jenner), dennoch ist das Biwakieren selbst dort verboten.

Die Skipisten am Jenner liegen außerhalb der Nationalparkgrenze.

Aber es gibt Nationalparks, in denen sich Skigebiete befinden und in denen die Übernachtungen streng geregelt sind. Hier wird mit verschiedenen Zonen gearbeitet, die unterschiedliche Schutzstati darstellen (ähnlioch wie im NP Hohe Tauern mit den Sonderschutzzonen).

loewe
05.08.2011, 15:48
Was hab ich nun bloß wieder losgetreten ? :popcorn:
Aber ich finds ja gut dass sich drüber ausgetauscht wird.



Die Skipisten am Jenner liegen außerhalb der Nationalparkgrenze.
Ich hab mal nachgeschaut: Tatsache. Allerdings wirklich nur die Pisten. Außenrum ist wieder alles NP.


Also wenn ich das mit dem Nationalpark Hohe Tauern nun richtig verstehe (speziell der Teil des Salzburger Landes):

- Das Nationalparkgelände teilt sich in verschiedene Schutzzonen auf. Außen- , Kern- und Sonderschutzzone.
Vermutlich stellt diese Karte die Gebiete ganz gut dar:
http://service.salzburg.gv.at/gisonline/init.aspx?ks=landsbg&karte=default&project=dwBnAHUAXwBkADIANgAxADgAYQA1ADUAMgA2ADIAYgA0ADYAOAA2AGEAMgA5AGQANwA5ADUAZABiADcANQAzAGYAYQA3ADAAXABOAGEAdABpAG8AbgBhAGwAcABhAHIAawAgAEgAbwBoAGUAIABUAGEAdQBlAHIAbgAgAFMAYQBsAHoAYgB1AHIAZwBlAHIAIABMAGEAbgBkAA==&redliningid=vr5jy02apa1gsc45copvtgap
Dunkel eingefärbt sollten dann die Kernzonen sein, Hell die Außenzonen, Schraffiert Sonderschutzgebiete. (Mit einer gewissen Unsicherheit)

Hier (http://www.hohetauern.at/index.php?option=com_content&view=article&id=478&Itemid=48) findet sich dann noch eine offizielle Karte

- Für die Gebiete existieren unterschiedliche Verbotsregelungen. Generell gilt für die Verbote, dass die Restriktionen in folgender Reihenfolge: Sonderschutzgebiete, Kernzonen und Außenzonen abnehmen.

Generell gilt das Salzburger Nationalparkgesetz (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000434): (Auszüge)
§3 3a
(3) Diesem Gesetz unterliegen nicht:
a) sofern dem nicht die Bestimmungen eines Sonderschutzgebietes (§ 6) entgegenstehen, die herkömmlichen Formen des Bergsteigens, des Wanderns, des Tourenschilaufes u. dgl. und die Ausübung der Jagd und der Fischerei entsprechend den landesgesetzlichen Vorschriften;

Für die Außenzone gilt nun: §4

(2) In der Außenzone sind folgende Maßnahmen - soweit sich aus Abs. 3 und 4 nicht anderes ergibt - nur mit einer Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde zulässig:
(...) 8. nicht ständige Jugendzeltlager.
und:

Folgende Maßnahmen sind in der Außenzone untersagt:
6. das Campieren, ausgenommen das alpine Biwakieren und nicht ständige Jugendzeltlager;
8. jede ungebührliche Lärmentwicklung;
(...)
11. das Ablagern und Wegwerfen von Abfällen, ausgenommen das vorübergehende Lagern von Abfällen im Nahbereich von Schutzhütten u. dgl., sofern dies in einer Art geschieht, die die Umwelt nicht verunreinigt und das Landschaftsbild nicht stört;


Für die Kernzone gilt §5:

(1) Die Kernzonen umfassen im Nationalpark gelegene Gebiete, die sich durch völlige oder weitgehende Ursprünglichkeit auszeichnen und in denen der Schutz der Natur in ihrer Ganzheit im öffentlichen Interesse liegt. Die Grenzen der Kernzonen werden durch Verordnung der Landesregierung festgelegt.

(2) Abgesehen von den Tätigkeiten und Maßnahmen im Sinne der Abs. 3 und 4, ist in der Kernzone jeder Eingriff in die Natur und in den Naturhaushalt sowie jede Beeinträchtigung des Landschaftsbildes untersagt. (...)

Für die Sonderschutzzonen gilt:

(1) Die Landesregierung kann im Nationalpark in der Außenzone oder in der Kernzone gelegene Gebiete zur vollen Erhaltung ihrer landschaftlichen oder ökologischen Bedeutung einschließlich ihrer Tier- und Pflanzenwelt mit ausdrücklicher Zustimmung der in Betracht kommenden Grundeigentümer und in ihren Rechten erheblich beeinträchtigten Nutzungsberechtigten durch Verordnung zu Sonderschutzgebieten erklären.

(2) In Sonderschutzgebieten ist jeder Eingriff in die Natur und Landschaft untersagt. Die Landesregierung kann in den zu erlassenden Verordnungen Ausnahmen von diesem Verbot vorsehen, sofern diese den Interessen des Nationalparkes nicht zuwiderlaufen. Ebenso können nach Maßgabe des Schutzzweckes in der Verordnung Maßnahmen untersagt oder als bewilligungspflichtig erklärt werden.

Somit gilt für Außen- und Kernzonen gemäß email-antwort:

(...) Darin ist in § 4 Abs. 4 Z. 6 geregelt, dass in der Außenzone das Campieren verboten ist, wovon lediglich das alpine Biwakieren und nicht ständige Jugendzeltlager ausgenommen sind. Für die Kernzone, in welcher ein strengerer Schutzmaßstab anzuwenden ist, d.h. jeder Eingriff in die Natur und den Naturhaushalt sowie jede Beeinträchtigung des Landschaftsbildes untersagt ist, hat dies umso mehr zu gelten. Laut "Alpinlexikon" versteht man unter Biwakieren immer das Übernachten in der freien Natur ohne Zelt. Ein infolge eines Wettersturzes, Verletzungen, Dunkelheit, etc. erforderliches Notbiwak ist ebenfalls zulässig.

Somit ist das alpine biwakieren in diesen beiden Zonen erlaubt.

Nun zu den Sonderschutzzonen im Salzburger Land:

Die ist für den Salzburger Anteil des Nationalparks Hohe Tauern in Form von 3 Verordnungen erfolgt. Dies sind die Sonderschutzgebiete Inneres Untersulzbachtal (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000862), Piffkar (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000574) und Wandl (http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10000679). Hier ist der Schutzstatus noch höher und ist - abgesehen von bestimmten Ausnahmen - jeder Eingriff in die Natur und Landschaft unetrsagt. Die beiden erst genannten Verornungen enthalten in § 3 Abs. 3 jeweils einen Verbotstatbestand hinsichtlich des Biwakierens.

Demnach sollte man die Sonderschutzgebiete respektieren und das Biwakieren in anderen Zonen machen.

Da sich der Nationalpark Hohe Tauern über die 3 Länder Salzburg, Kärnten und Tirol erstreckt, gibt es auch drei unterschiedliche Nationalparkgesetz, die sich zwar in weiten Teilen decken, aber auch geringfügige Abweichungen aufweisen. Bezüglich des Kärnter- und Tiroler Nationalparkgesetzes ersuche ich Sie deshalb mit den enstprechenden Stellen Kontakt (http://www.hohetauern.at/de/kontakt.html) aufzunehmen bzw. sich die Rechtsgrundlagen im Rechtsinformationssystem des Bundes unter Landesrecht (www.ris.bka.gv.at) näher anzusehen.

Sollte ein (Not-)Biwak erforderlich sein, so kann dies - wie bereits ausgeführt - in der Außen- und Kernzone erfolgen. Die Bestimmungen für Sonderschutzgebiete, falls deren Gebiet betroffen wäre, sind jedoch zu beachten.


Wenn ich also nicht gänzlich falsch gelesen habe, ist - im Gegensatz zu manch anderem NP- das biwakieren in Außen- und Kernzonen teilweise erlaubt.
Was mich etwas irritiert ist §3 3a. Demnach sind herkömmliche Formen des Bergsteigens von diesen Regelungen ausgenommen. Wäre interessant dazu noch mehr zu finden.

Ergänzungen ?

loewe
05.08.2011, 16:01
Wie gesagt, leider scheitern "vertretbare Lösungen" oft "Dank" einiger weniger, die meinen, sich über jeden Verstand hinweg setzen zu müssen.

Kann sein. U.A. aus diesem Grund würde ich gerne Erklärungen zu manchen Verboten bekommen. Beispielsweise macht ein Zelt auf Steinigem Untergrund keinen höheren Schaden als ein Biwak. Das eine ist erlaubt, das andere nicht. Schade.
Manche Verbote werden durchaus ihren Sinn haben, dieser muss aber nicht immer zwangsläufig offensichtlich sein. Diese Verbote werden dann von manchen als unsinnig erachtet und ignoriert.


Du solltest vielleicht einfach akzeptieren, dass im Nationalpark Hohe Tauern das Biwakieren in Notsituationen geduldet wird.Es wird sogar auch das normale BIwak erlaubt. Dies sogar ganz ohne irgendwelche Wunschinterpretationen
Dies sollte aber nicht ausgenutzt werden. Im Moment muss ich leider sagen, dass auch du zu den Menschen gehörst, die sich "ihre" Lücke im Gesetz zu suchen scheinen, um ihre Vorstellung des "perfekten Urlaubs" umzusetzen. Und genau dieses Verhalten führt dann dazu, dass irgemdwann auch diese "Notfallduldung" gestrichen wird. So war es nämlich, meines Wissens nach, im von dir ebenfalls angesprochenen Nationalpark Berchtesgaden.
Bitte nicht falsch verstehen. Ich suche mir nicht eine Gesetzeslücke sondern versuche diese (mir zu) ungenauen Formulierungen nachzuvollziehen. Ich habe nicht vor entgegen dem Sinne des Nationalparks zu nächtigen, vielmehr will ich ausloten was geht und was nicht.
zum NP Berchtesgaden: Ich glaube dass du Recht hast. Leider weiß ich dazu nichts näheres. Die Praxis sieht dennoch so aus, dass das alpine Biwak (hier: Biwakieren oberhalb der Waldgrenze) scheinbar geduldet wird.

bjoernsson
06.08.2011, 22:11
Kann sein. U.A. aus diesem Grund würde ich gerne Erklärungen zu manchen Verboten bekommen. Beispielsweise macht ein Zelt auf Steinigem Untergrund keinen höheren Schaden als ein Biwak. Das eine ist erlaubt, das andere nicht. Schade.

Ich glaube, du würdest mit einem solchen Wust an Ausnahmeregeln jeden Wanderer überfordern. Guck mal, wie lange wir hier schon über einen eigentlich einfachen und klar definierten Gesetzestext diskutieren. Jetzt stelle dir mal das Schild am Nationalparkeingang vor, auf dem dann aufgeführt wird: "Zelten verboten (außer auf Geröll, Gletschereis, etc.)".

Und: Unterschätze mal nicht, was Geröll für einen Lebensraum darstellt. Einer Flechte ist es beispielsweise nicht so ganz egal, ob sie auf der Ober- oder Unterseite eines Steins wächst.


Manche Verbote werden durchaus ihren Sinn haben, dieser muss aber nicht immer zwangsläufig offensichtlich sein. Diese Verbote werden dann von manchen als unsinnig erachtet und ignoriert.

Über Sinn und Unsinn von Verboten kann man immer diskutieren. Oder man akzeptiert einfach, dass in bestimmten Regionen dieser Erde der Natur Vorrang vor dem Menschen eingeräumt wird.


Es wird sogar auch das normale BIwak erlaubt. Dies sogar ganz ohne irgendwelche Wunschinterpretationen Bitte nicht falsch verstehen. Ich suche mir nicht eine Gesetzeslücke sondern versuche diese (mir zu) ungenauen Formulierungen nachzuvollziehen. Ich habe nicht vor entgegen dem Sinne des Nationalparks zu nächtigen, vielmehr will ich ausloten was geht und was nicht.

Dann habe ich dich hier missverstnaden. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass du auf der Suche nach der Lücke im Gesetzestext bist.


zum NP Berchtesgaden: Ich glaube dass du Recht hast. Leider weiß ich dazu nichts näheres. Die Praxis sieht dennoch so aus, dass das alpine Biwak (hier: Biwakieren oberhalb der Waldgrenze) scheinbar geduldet wird.

Auch hier wahrscheinlich wieder eine Auslegungssache. Es ist zwar offiziell verboten - aber jeder Ranger weiß, dass das im Hochgebirge nicht immer zu vermeiden ist. Solange das ganze nicht überhand nimmt, wird also ein Auge zugedrückt.

Wir hatten ein ähnliches Erlebnis im Nationalpark Ordesa y Monte Perdido in den spanischen Pyrenäen. Dort ist das Biwakieren erlaubt, wenn das Zelt nach Sonnenuntergang auf- und vor Sonnenaufgang wieder abgebaut wird. Wir sind jedoch in eine Gewitterfront hineingeraten, am nächsten Morgen hatte sich die Situation nicht gebessert. Als wir dann am frühen Vormittag zum Frühstück im Zelteingang saßen, kam ein Fahrzeug mit Rangern vorbei. Einer stieg aus, fragte, ob bei uns alles in Ordnung wäre und wünschte uns dann eine Wetterbesserung.

Hitcher
10.08.2011, 16:19
Hat jemand Erfahrung mit wild zelten in Tschechien, Slowakei und Ungarn ?

Ist es dort erlaubt?
Stört es die Menschen ?

LG

blue0711
10.08.2011, 16:36
Ich war in den 90ern in der Slowakei unterwegs, auch im Naturpark Slovenski Raj. Dort hat es keinen gestört. Der Unmut der Bewohner hatte sich damals eher auf die WoMos gerichtet (bringen alles mit und lassen nur ihren Dreck da).

Offiziell ist aber sogar der Aufenthalt zwischen jeweils eine Stunde vor/nach Sonnenuntergang/-aufgang nicht gestattet (Ausserhalb bebauter Gebiete) (http://www.slovensky-raj.org/poriadok-raj/besucherordnung.php)

Gleiches dürfte in der Tatra gelten, soweit man sich im Naturparkbereich bewegt.

Hitcher
10.08.2011, 16:43
Naja ich denke wenn man bei Sonnenuntergang sein Zellt aufschlägt und bei Aufgang wieder abbaut, wird das niemanden stören, und wer läuft auch schon Nachts durch Wiesen und Wäldern ? :D

blauloke
10.08.2011, 19:53
Hat jemand Erfahrung mit wild zelten in Tschechien, Slowakei und Ungarn ?

Ist es dort erlaubt?
Stört es die Menschen ?

LG

Hallo

Ich war im Juli in Tschechien im NP Sumava wandern. Dort gibt es "Notübernachtungsplätze". Da kann man jeweils eine Nacht bleiben.
Hier ist mein Reisebericht (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?54802-CZ-Nationalpark-Sumava-Durchquerung-auf-Not%FCbernachtungspl%E4tzen) dazu.
Vor zwei Jahren war ich in Tschechien an der Grenze entlang unterwegs. Da habe ich immer im Wald gezeltet.
Ich denke da ist es das gleiche wie in Deutschland. Alles sauber hinterlassen, dann stört sich niemand dran. Wenn doch mal einer mosert, freundlich bleiben und weiter ziehen.

Eisbaer76
01.09.2011, 13:52
In Frankreich und Deutschland hatte ich noch nie Probleme. Wahrscheinlich auch weil ich meistens erst bei Dunkelheit mein Biwak aufschlage und es bei Morgendämmerung schon wieder abgebaut ist.
Ich war in Frankreich fast 3 1/2 Jahre am Stück unterwegs und habe an vielen Orten übernachtet u.a. Paris ca 50m neben dem Eifelturm. In der ganzen Zeit hatte ich nur 2 mal eine Begegnung mit der Polizei und einmal mit der Feuerwehr. Diese waren von Anwohnern gerufen worden, weil es für manche Menschen unvorstellbar ist im Winter zu zelten. Ansonsten jede Menge interesante Gespräche und Einladungen zum Frühstück.

tizzano1
29.09.2012, 11:03
Tja, da hammas wieder einmal:

Was trennt die Deutschen von den Österreichern?- Die gemeinsame Sprache:hahaa:

... und hinter der steht natürlich die jeweilige Grundeinstellung. Will sagen: sich selbst nicht kirre machen, Hausverstand wirken lassen und kommunikativ bleiben. Dann wird man in Österreichs Bergen und Fluren, an dessen Flüssen, Bächen ( mit Einschränkungen auch Seen)- auch in Schutzzonen kaum Probleme haben.

Warum? Weil hierzulande verstanden wird, dass man gerne mal frische Luft schnappt und wenn einer dann schon draussen übernachten will, derjenige auch im Grunde anerkennenswerte persönliche Gründe dafür hat. Will heissen: Wird eher bewundert, diese Unbequemlichkeit auf sich zu nehmen.

Und wenn der Förster / die Aufsichtsperson dann das berühmte " aber wenn das jeder machen würde..." rausholt, hilft oft lächeln und der Hinweis " deswegen bin ich ja genau heute hier. Weil es heute nicht jeder macht und ich heute der einzige bin;-)"- keine schlechte Vorbildwirkung also.

Meistens endets mit dem Übereinkommen nix liegenzulassen ( eh klar) und nicht wiederzukommen. Wenn man dann noch ein Stamperl Schnaps zur Hand hat, mit dem man das Gentlemens-Agreement besiegeln kann, steht einer schönen Nacht in Österreichs Natur in der Regel nix mehr im Weg...

Ich musste jedenfalls noch nie irgendetwas abbauen, wegräumen oder weiterziehen.

tizzi

SavinKuk
01.10.2012, 10:07
Naja ich denke wenn man bei Sonnenuntergang sein Zellt aufschlägt und bei Aufgang wieder abbaut, wird das niemanden stören, und wer läuft auch schon Nachts durch Wiesen und Wäldern ? :D

Natürlich wird das manche Leute stören. Allein das Risiko bei seinem Treiben erwischt zu werden, ist deutlich geringer.

Abt
14.08.2018, 02:02
Ich habe die aktuellen Stand hierher verschoben.
https://umwelt.bussgeldkatalog.org/feuer/#san