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volx-wolf
07.07.2011, 21:48
[RO] Trascău-Gebirge - komplett von Süd nach Nord

Land: Rumänien
Reisezeit: Mitte Juni 2011
Region/Kontinent: Südost-Europa

edit: Wer sich den Reisebericht lieber ausdruckt, der sei darauf hingewiesen, dass bei www.karpatenwilli.com der Reisebericht als pdf (http://www.karpatenwilli.com/reisebericht_trascau_2011.pdf) hochgeladen ist.

Anreise
Ehrlich gesagt bin ich schon an schöneren Bahnstationen ausgestiegen als an jenem Bahnhalt des Dörfchens Ampoita ,welcher an der Bahnlinie von Alba Iulia nach Zlatna gelegen ist (und betrieben von Regio Trans (http://www.regiotrans.ro)).
Egal, wir – mein Bruder A. und ich - sind nicht hier, um uns mit Schönheiten rumänischer Bahnstationen zu beschäftigen, sondern um im Trascau, einem Gebirge in der Apuseni-Gebirgsregion (Westkarpaten) zu wandern.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/2011_Trascau_001_0.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=30377&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Bahnhalt Ampoita


Als Start haben wir uns für eben jenes Ampoita enstschieden, dass am gleichnamigen Fluß und am südlichen Rande des Trascau-Gebirges (http://de.wikipedia.org/wiki/Trasc%C4%83u-Gebirge) liegt.

Hier stehen wir nun an einem Samstagabend nach einer ~ 24-stündigen Zugfahrt - es ist Tagesschauzeit und noch immer elendig warm.
Die Entscheidung, in diesem Jahr einmal in einem Mittelgebirge zu wandern, war deshalb gefallen, weil mir die Höhenlagen Mitte Juni noch zu unsicher in Bezug auf Schnee, Eis und Frost gewesen sind. Aber muß es deswegen hier gleich derartig warm sein? Ein Problem, mit dem wir uns die nächsten Tage noch mehrmals beschäftigen werden.

Jetzt heißt es erst einmal, den Rucksack geschultert, die Straße von Alba Iulia nach Zlatna überquert und dann die Dorfstrasse bergan, bis wir auf die Wanderwegmarkierung „Gelbes Kreuz“ stoßen werden. Laut der Wanderkarte des Dimap-Verlages beginnt dieser Weg wohl erst eine Bahnstation weiter in Tauti, allerdings hatten wir keine Lust darauf, auf einem Pfad den Hügel dazwischen zusätzlich zu erklimmen, nur um dann doch wieder auf eben jene Dorfstraße von Ampoita zu treffen, auf der wir uns nun schon bewegen.

Alte Wanderwegmarkierung sind schnell gefunden. Früher muss der Wanderweg also doch am Bahnhalt in Ampoita begonnen haben. Schon nach wenigen Metern begrüßen uns die Kalkfelsen von Ampoita. Eindrucksvoll!


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Die Kalkfelsen von Ampoita I


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Die Kalkfelsen von Ampoita II


Wir wandern durch das Dorf und dann immer weiter auf der Straße, bergan und entlang des Flüsschens Ampoita. Es folgt später die kleine Siedlung Remetea. Nach etwa 10 Kilometern suchen wir uns eine flache Stelle direkt am Ufer des Ampoita. Es dunkelt mittlerweile, was sich im Wald, in dem wir uns nun schon seit längerem befinden, natürlich noch deutlicher bemerkbar macht.
Das Zelt ist schnell aufgebaut, dann gibt es noch ein spätes Abendbrot, eine kurze Dusche im Fluss und dann kriechen wir in die Schlafsäcke, um uns von der Zugfahrt zu erholen.


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Rollstuhl war gestern - jetzt gibt es die Rollbank


Tag 1
Wir erwachen zeitig. Der Kaffee ist schnell zubereitet, das Milchpulver noch schneller angemischt und im Müsli verrührt. So starten wir dann gut gestärkt in den ersten Tag im Trascau-Gebirge.
Wir folgen vorerst weiter der Straße, die wenige Meter hinter unserem Schlafplatz in einen Schotterweg übergeht. Bald darauf sind wir auch schon an der Klamm von Ampoita (Cheile Ampoita). Für den Beginn recht nett, doch wir werden in den nächsten Tagen noch Eindrucksvolleres zu sehen bekommen.


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Die Felsen der Cheile Ampoita


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Rückblick beim Weg ins Gebirge


Kurz darauf sind wir dann der Quelle, die auch auf der Karte eingezeichnet ist. Hier tanken wir Wasser. Eine sehr kluge Entscheidung, denn bis zum Mittag werden wir keine weitere, vertrauenswürdige Wasserstelle finden. Auch in den Folgetagen ist es mit der Wasserversorgung nur sporadisch. Vorhanden sind nur die Quellen, die auch auf der Karte eingezeichnet sind. Wobei diese in de Regel Viehtränken sind. Zusätzliche Quellen finden wir nicht. Die auf der Karte verzeichneten temporären Wasserläufe, sind, aufgrund der ebenfalls in Rumänien lang ausgebliebenen Regenfälle, versiegt und ausgetrocknet. Nur in den tieferen Lagen sind noch die Bäche und Flüsschen vorhanden, die jedoch nicht immer vertrauenserweckend sind. Das Kalkstein als Untergrund tut sein übriges, dass Wasser so denn vorhanden (wie an den Viehquellen) schnell wieder im Untergrund sickert.

Wenige Meter nach der Quelle ist der Abzweig in Richtung Norden – weg von der Straße und hinauf ins Gebirge. Das Gelbe Kreuz, bis hierher regelmäßig und frisch markiert vorhanden, verlieren wir bald darauf das erste Mal. Ein altes Bäuerlein, das gerade seinen Mais hackt, errät wohl, wohin wir wollen und zeigt uns die Richtung an. Aufgrund der aktiven Bautätigkeit steht nun ein neues Haus mehr oder weniger auf dem ehemaligen Wanderweg. Wir müssen zwischen den Gebäuden hindurch und dann über einen fest eingezäunten Padock für die Milchkuh. Anschließend finden wir Wanderweg und Markierung recht schnell wieder.
Die Wanderwegmarkierung werden wir in den nächsten Tagen noch häufiger verlieren. Doch aufgrund der Topographie und der ziemlich guten und halbwegs aktuellen Karte, ist der eigentliche Verlauf des Weges schnell festzustellen und wiederzufinden.


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Blick über die Streusiedlung Vartoape


Nun geht es steil bergauf, bis wir am späten Vormittag auf dem Prislopului (1032 m) stehen. Hier machen wir unsere erste kurze Rast und geniessen die Gegend, in die wir uns vorgearbeitet haben. Zwischen Quelle und Bergkuppe sind es etwa 400 m Höhenunterschied, die es anschließend wieder bergab geht. So wird es in den Folgetagen täglich sein,da jeder Flusslauf sein eigenes Tal in den Kalkstein gewaschen hat: 400m rauf, 400m runter, 450m rauf, 500runter... Aber wir sind ja zum Bergwandern hergekommen.
Nun geht es kurzzeitig über ein Plateau, bevor es hinab zum See Ighiel geht. Dem einzigen größeren See in diesem Kalkstein-Gebirge mit immerhin 9 m Tiefe.
Hier machen wir eine kurze Rast, um uns auf den nächsten Aufstieg vorzubereiten.
Die Mittagspause verschieben wir allerdings, da der See gut besucht von Anglern und Tagestouristen ist.


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Auf dem Plateau am Prislopului


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Am See Ighiel (Lacul Ighiel)


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Die Anglerhorden am Ighiel


Knäckebrot und Speck gibt es dann nachdem wir zum Plateau Ciumerna (Platoul Carstic Ciumerna – 1300 m mit dem Piatra Arsa) aufgestiegen sind.
Wir rasten direkt am Kreuzungspunkt von Blauem Kreuz, Gelben Kreuz und Rotem Band. Letzterem werden wir die nächsten 6 Tage folgen.


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Mittagsrast auf dem garstigen ... ähm karstigen Plateau Ciumerna


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Leider mit Zaun im Blickfeld


Während der Rast ziehen immer dickere und dunklere Wolken über den Berg und auch das charakteristisches Donnern lässt nicht auf sich warten. Weiterwandern und darauf vertrauen, dass wir bei Gewitterbeginn eine gute Zeltmöglichkeit finden? Oder hier, einige hundert Meter abseits der roten Wandermarkierung in der alte Schäferhütte unterstellen? Für letzteres entscheiden wir uns. Nach 20 Minuten klart es wieder auf, so dass wir beschließen, doch weiter zu wandern. Wir füllen die Wasserflaschen an der Pferdetränke, dann geht weiter.

So schön das Plateau ist – dass hier ein Koppelzaun quer über die gesamte Fläche gebaut wurde, stört den freiheitsliebenden Blick doch gewaltig. Aber bald geht es sowieso wieder in den Wald – aber ohne großartige Höhenunterschiede.

Eine dreiviertel Stunde später gibt es den großen Schreck: Als ich den Wegverlauf und die nächste Quelle auf der Karte suchen möchte, finde ich ebendiese nicht mehr. Zwar habe ich noch die 1:200.000 Karte der gesamten Apuseni-Region. Doch da heute am ersten Tag schon ab und zu die Markierungen fehlten bzw. nur noch rudimentär vorhanden waren, möchte ich doch wieder die 50.000er Karte in den Händen halten. So bleibt mir nichts anderes als die Suche. Die beiden Rucksäcke bleiben in der Obhut von A., während ich zurück wandere. Meine Vermutung ist richtig und ich finden die Karte unversehrt in der Schäferhütte. Genau anderthalb Stunden später bin ich wieder bei A.

Die Rucksäcke auf und zügig voran, denn die Gewitterfront hat sich kräftig verstärkt. Wir befinden uns genau zwischen zwei Wolkenbergen – einer vor uns und einer hinter uns. Nach wenigen Metern verlassen wir auch wieder den Wald und sind nun Poiana Albi, einem weiteren Hochplateau, das auf gesamter Länge von einem Zaun geteilt wird. Ein Stück hinter dem Stringleu (1248 m) ist eine Quelle etwas abseits des Weges eingezeichnet, an der wir zelten wollen. Den mein zusätzlicher Ausflug hat zumindest mir nun ausreichend Kilometer in die Füße gebracht.

Das Glück ist uns hold: Eine Schäferhütte wurde nagelneu erbaut, so dass wir Tisch & Bank zum sitzen und (aus)packen haben. Eine Feuerstelle gibt es ebenfalls. Die eingezeichnete Quelle ist nicht mitten und irgendwo Wald/Gebüsch, sondern liegt freizugänglich als Viehtränke in der Nähe der Hütte. Es ist zwar erst 17:00 Uhr, aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht.


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Rechts die Schäferhütte, die unser Nachtquartier am Strigleu werden wird.


Wir stellen das Zelt auf, denn die Hütte ist doch nicht so wind- & wasserdicht, wie wir es uns wünschen. Dann entzünden wir ein Feuer und Kochen uns das wohlverdiente Abendessen, genießen die Gegend bevor es in die Schlafsäcke geht. Nachts gibt es dann kräftig Regen, wodurch die Luft am Folgetag etwas abgekühlt ist. Denn reichlich warm war es auch heute.


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Gemütlicher Abend...


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...am Buckel des Strigleu (rechts).

volx-wolf
10.07.2011, 13:13
Tag 2
Es ist ein herrlicher Morgen. Des Nachts hat es zwar ausgiebig geregnet, aber nun sind nur noch einige Wölkchen am Himmel und die Sonne scheint kräftig. Dafür ist es aber angenehm kühl nach dem Regen – zumindest jetzt noch in den Morgenstunden.
Wir frühstücken und packen dann unsere sieben Sachen zusammen, um weiter zuziehen.


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Morgendlicher Blick aus dem Zelt


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Blick nach Nord-West am nächtlichen Rastplatz

Schon während des Frühstücks haben wir eine größere Schafherde bemerkt, die auf das Plateau gezogen ist. Die zugehörigen Schutzhunde haben uns gleichfalls bemerkt und kräftig angeschlagen. Noch waren wir aber zu weit entfernt, so dass wir nicht in direktem Kontakt standen.
Das ändert sich nun, denn wir müssen direkt an der Herde vorbei, wenn wir weiter dem rotem Band folgen wollen. Die Hunde schlagen kräftig an und haben uns auch bald eingekreist. Das nun folgende Prozedere werden wir in den nächsten Tagen mehrmals täglich durchführen. Mit unseren Stöcken zeigen wir den Hunden, dass wir wehrhaft sind – aber ohne sie deutlich zu bedrohen, um sie nicht noch mehr in Rage zu versetzen – aber so deutlich, dass sie auf mindestens anderthalb Meter Abstand bleiben. Dazu die Tiere ab und zu kräftig anbrüllen, was gleichzeitig den Effekt hat, dass die Hirten uns auch wirklich bemerken, zu uns kommen und uns von ihren Hunden erlösen. Klar, die Hunde machen nur ihren Job – in einer Gegend wo genügend Raubzeug unterwegs ist, ist deren Wachsamkeit erwünscht. Das sie Menschen nicht direkt angreifen dürfen, scheinen sie auch zu wissen, doch muss man gleichzeitig Standfestigkeit und keine Angst zeigen. Ich kenne „das Spiel“ schon. A. ist anfangs noch deutlich unangenehm berührt. Mit der Zeit hat er jedoch auch den Dreh raus. Wirklich schön sind die Begegnungen bis zum Eintreffen der Hirten nicht, doch unvermeidbar.

Auch jetzt begrüßen wir die Hirten, sobald sie bei uns sind und sie den Hunden Bescheid gegeben haben. Nachdem wir uns die Hände geschüttelt haben, verstummen die Hunde und sind streichelzahm.

Wir setzen unseren Weg auf der Hochebene fort, der dann bald in einen Buchen-Mischwald führt. Dann wieder auf die nächste Hochebene (Muntele Bucerzii), anschließend wieder etwas Buchenwald und dann für eine längere Strecke baumfrei. Eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Wir kommen am Sfredelasu (113 m) und am Fabian (1064 m) vorbei. Dann, zur Mittagszeit treffen wir noch einmal einen Hirten, kurze Zeit bevor wir am Piatra Craivei (1078) sind.


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Blick über die Muntele Buverzii I mit Sfredelasu, Fabian und Piatra Craivei im Hintergrund (v.l.n.r.)


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Blick über die Muntele Buverzii II


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Die mittägliche Schafherde kurz vor Piatra Craivei

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Blick nach Süden in der Nähe des Sfredelasu

Während zwischen Poiana Albi und dem Zusammentreffen von Rotem Band und Rotem Dreieck die Wegmarkierungen eher rar gesetzt waren, sind sie in der letzten Zeit neu gestrichen und häufig anzutreffen. Am Piatra Craivei verlieren wir dennoch das Rote Band aus dem Auge. Eigentlich sollte es westlich des Berges herumführen, doch hier finden wir nur einige wenige sehr, sehr alte Markierungen. Egal, erst einmal machen wir Mittagspause.


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Piatra Craivei von Süden her


Leider finden wir auch die eingezeichnete Quelle und die Höhle nicht. Aber aufgrund der Sonne, die gnadenlos vom Himmel scheint und es heiß geworden ist, haben wir auch wenig Lust, soviel zusätzlich an dem Berg herum zu klettern und/oder uns wahllos durchs Unterholz zu schlagen.

Nach dem Essen suchen wir uns einen Weg um den Berg herum, bevor es wieder in Wald geht. Hier gibt es nun keine Markierungen mehr. Da wir sicher sind, auf dem richtigen Weg zu sein und da heute Vormittag die Markierungen auch hin und wieder rar waren, folgen wir dem Weg. Außerdem gibt es hier Unmengen an allersüßesten wilden Erdbeeren!


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Und wo ist nun hier der Wanderweg? (am östlichen Hang des Piatra Craivei)

Falsch, wie sich später herausstellen soll. Wir sind zu zeitig und in die falsche Richtung abgebogen. Nachmittags, nachdem wir auf halb zugewachsenen Trampelpfaden die Gegend durchquert haben, treffen wir einen alten Kuhhirten, der uns zwar sagt, wo wir nun sind (Padurea Cricau), doch so richtig wollen wir es nicht glauben.


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Fast weglos über die Padurea Cricau


Weiter geht es den Weg, der nun wieder etwas breiter und besser zu gehen ist.
Zu unserer Überraschung finden wir nun einige wenige, ur-uralte Rote-Markierungen. Sind uns aber gleichzeitig immer sicherer, dass wir völlig auf Abwegen sind. Dennoch weiß ich nun, wo vor langer, langer Zeit einmal das Rote Band entlang geführt hat ;-) Es geht kräftig bergab durch einige der wenigen Nadelwälder auf dieser Reise. Häufig sind wir, wenn überhaupt im Wald – in Buchen-Eichen-Mischwäldern unterwegs.
Das es bergab führt, ist soweit richtig denn wir müssen ins Tal des Cricau_Flußes - nur die Richtung gefällt uns nicht.

Unsere Vermutungen bestätigen sich dann, als wir tatsächlich am östlichen Zipfel des Dorfes Cricau erreichen. Hinab zum Fluss Cricau führt auch das Rote Band, allerdings viel weiter östlich. Wir haben uns nun, da durch dass wir an dem Felsen Craivei nicht noch länger mit den Rucksäcken herumstromern, klettern und das Rote Band suchen wollten, einen Umweg von etwa 10 Kilometern eingebrockt.

Dafür wissen wir nun aber endlich ultimativ, wo wir uns befinden. In dem Dorf halten wir uns nicht lange auf, sondern folgen sofort und schnellen Fußes dem Cricau flussaufwärts. Zwischendurch gibt es noch einmal eine kurze Rast zum Füße kühlen. Doch da wir vor dem Abend das Rote Band wiederfinden wollen und es schon gegen drei Uhr, fällt sie kurz aus. Weiter oben am Fluß soll laut Karte, dort wo der Wanderweg, den Cricau und den daneben führenden Weg schneidet, sogar ein Wegweiser stehen.

Irgendwann finden wir dann glücklicherweise auch eine kleine Quelle, denn die Wasserflaschen waren schon etwas länger leer. Der Fluss diente noch immer als Viehtränke, was mir ein ungefiltertes Trinken verleidete.

Der Wegweiser, der auf der Karte verzeichnet ist, existiert tatsächlich, nur mit Wegmarkierungen sieht es weiterhin schlecht aus. Rückblickend ist uns auch klar, wo in etwa wir hätten entlang gehen müssen – rückblickend war uns der Wanderweg dann aber immer logisch und einleuchtend.

Erst einmal zeigt der Wegweiser nur auf eine Wiese ohne jeglichen sichtbaren Weg. Nach einiger Suche finden wir dann jedoch einen Fahrweg, der in etwa mit dem Wanderweg übereinstimmen müsste. Gegen 19 Uhr ist unser Glück dann perfekt: Wir finden eine – auch auf der Karte eingezeichnete – Quelle. In unmittelbarer Nähe auch ein Rotes Wegzeichen sowie eine relativ neu erbautes Ferienhäuschen. Dieses ist zwar abgeschlossen, wir erlauben uns aber, deren Feuerstelle zum Kochen und Bank & Tisch für ein bequemes Abendessen zu nutzen. Auch das Plumpsklo ist nicht zu verachten.
Das Zelt schlagen wir dann, nach ausgiebiger Pause und langem Abendessen, direkt neben der Quelle auf.


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Wassserstelle und ...


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... Kochstelle und ...


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... überdachte Sitzgelegenheit zum Essen und ...


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... überdachte Sitzgelegenheit für danach.
Einen besseren Rastplatz für die Nacht kann es doch kaum geben!!!

Dominik
10.07.2011, 13:26
Sehr interessant! Seid ihr auf andere Touristen gestoßen? Die Häuser auf den Bildern sind von bewohnt?

Grüße
Dom

volx-wolf
10.07.2011, 15:06
Am Tag 1 haben wir eine Handvoll Leute in der Streusiedlung getroffen.
Am Tag 2 morgens die beiden Hirten und mittags und nachmittags jeweils einen Hirten ausserdem eine Handvoll Kinder und zwei alte Leute in dem Dorf Cricau.
Touristen haben wir auf der gesamten Tour nur in der Klamm von Ramet sowie in der Klamm von Turzii getroffen. Darunter auch nur ein anderes Paar, die mit großem Rucksack unterwegs waren. Ansonsten nur Tagestouristen. Wenn wir ansonsten in den Bergen auf dem Wanderweg unterwegs waren, waren wir die einzigen Touristen. Außer den Hirten und einiger weniger Dorfbewohner haben wir aber ansonsten auch keine Menschen getroffen.
Die Siedlungen sind teils bewohnt, teils nur noch im Sommer (später mehr zu solchen verlassen Orten).
Die einzelnen Häuser auf dem Foto oben sind Hirtenunterstände, die nur zeitweise, wenn überhaupt genutzt werden.
Dort, wo wir kochen, war die Ausnahme: Meines Erachtens hat sich dort jemand ein Ferienhaus gebaut. In den Siedlungen gab es auch einige davon.

Flachzange
10.07.2011, 18:12
Sehr schöner Bericht bis jetzt :)
Das mit den Hunden wäre ja nix für mich ... :ignore:

volx-wolf
12.07.2011, 22:49
Tag 3

Gefrühstückt wird wieder bequem auf der Veranda des Ferienhäuschens, dann starten wir.
Das Wegzeichen, das bei unserer Übernachtungsstelle ist, bleibt für die nächsten Stunden auch das einzige, dass wir gesehen haben. Solange, bis wir zur kleinen Straße kommen, die im Tal des Flüßchens Galda das Trascau-Gebirge nach Intregalde führt.
Grundsätzlich ist die Wegstrecke klar: die letzten Meter hinauf auf den Bergkamm und hernach hinab ins Garda-Tal. So machen wir uns weglos auf den Weg.


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Piatra Bulzului


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Piatra Cetii von Ferne


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Weglos durch's Grün


Über die Wiesen läuft es sich noch angenehm, doch im Wald sind wir dann etwas hilflos, da es steil bergab geht und wir uns so von Baum zu Baum hangeln. So lange, bis wir auf Waldarbeiter treffen, die gerade frisch gefällte Bäume hinab ins Tal rücken. Sie werden sich nicht schlecht gewundert haben, als wir mit unseren Rucksäcken ihnen quasi vor die Füße fallen.
Mit der Rückegasse haben wir einen gangbaren Weg gefunden, leider wird er nach und nach nässer, denn es wurde letztlich das Bett eines kleinen Baches als Rückegasse umfunktioniert.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_032_3.JPG
Da lassen wir uns doch lieber überholen


Sobald wir auf der Straße nach Intregralde sind, gibt es Wegzeichen en masse bis zum Abend. Ausreichend Farbe wurde hier ausgebracht, um die Abschnitte, die hinter nun uns liegen, wandergerecht zu markieren.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_033_3.JPG
Die Fußgängerbrücke über den Galda


Nach 3 km verlassen wir wieder die Strasse und folgen dem roten Band nach Norden und steil hinauf auf den nächsten Bergrücken in Richtung Piatra Cetii. Gegen Mittag sind wir oben und haben einen wunderbaren Blick auf den Felsen wie auch auf die Streusiedlung Raicani, die nun vor uns liegt. Es geht wieder hinab und dann durch das Dorf hindurch. Teilweise führt der Wanderweg auf Trampelpfaden zwischen Wohn- und Nebenhäusern hindurch.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_034_3.JPG
Blick über Raicani.


So bekommt man einen sehr direkten Einblick in die Lebensweise der Bewohner, die hier (noch) leben. Gleichsam erschrickt man so aber auch Hunde, die nicht erwarten, dass hinter ihnen jemand zwischen den Ställen auftaucht. Wir sind nicht weniger erschrocken, geben ihnen aber ordentlich Bescheid, bis Oma ebenfalls auftaucht und ihre Hunde zur Besinnung bringt.

Als wir das Flüßchen Cetea in Raicani überqueren sind wir wieder soweit, dass der nächste Aufstieg beginnt. Jetzt ist jedoch erst einmal Zeit für die Mittagspause.
Auf dem nächsten Bergzug erwarten uns die beiden Streusiedlungen Jiu und Fata Pietrii.

Diese Siedlungen sind nicht oder nur sehr schwer mit Fuhrwerken oder gar Auto zu erreichen. Eine Stromversorgung ist mittlerweile vorhanden. Dennoch machen viele Gebäude einen unbewohnte Eindruck oder sind schon im Verfall begriffen. Klar, wer möchte unter solchen wirklich mittelalterlichen Bedingungen schon wohnen? In Jiu können wir auf einem Hof jedoch einen alten Renault Kastenwagen entdecken. Und auch einen nagelneuen Schafstall hat jemand gebaut. In jeder Siedlung sehen wir jedoch genau einen Einwohner; Menschen, die schon längere Zeit im Rentenalter sein dürften. Die Siedlungen selbst dürften jeweils von 5 bis 20 Familien bewohnt (gewesen) sein – und zwar von Motzen (http://de.wikipedia.org/wiki/Motzenland), um genau zu sein. Die Bauweise der alten Gebäude ist jedenfalls sehr typisch.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_035_3.JPG
Neuer Stall...


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_036_3.JPG
... und traditioneller Stall der Motzen.


Die Wiesen machen größtenteils einen beweideten und gepflegten Eindruck, also mindestens als Sommerweide sind die Flächen noch genutzt.


Von Fata Pietrii geht es auf einem schmalen und steilen fußweg hinab ins „Kloster tal“ (Valea Manastiri). Unser heutiges Tagesziel ist die Cabana Rimet, die wir am späten Nachmittag erreichen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_037_3.JPG
Waschtag in Fata Pietrii


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_038_3.JPG
Traditionelles Motzenwohnhaus ... viele waren aber unbewohnt (oder höchsten saisonal).



http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_039_3.JPG
Blick voraus: Dazwischen liegt das Valea Manastiri


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_040_3.JPG
Gut markierter Wanderweg ... das man vorher direkt (auf einem kaum sichtbaren Weg) durch ein Maisfeld laufen musste, hatte und etwas irritiert und Wegsucherei beschert.

Leider spricht hier niemand englisch oder deutsch. Unsere Frage nach einem Zimmer wird immer wieder mit Verweis auf den anliegenden Campingplatz und die kleinen Hüttchen dort beantwortet. Wir akzeptieren, draußen und mit einem zweiten Blick auf das Haus, wird uns auch klar warum: Die gesamte Cabana ist in Renovierung und Aufstockung begriffen. Die Hütte ist auch nicht verkehrt und mit 30,- Lei/Nach (7,50 €) durchaus bezahlbar.

Später gehen wir dann noch einmal auf die Terasse der Cabana und versuchen und essen zu bestellen. Die Zeichensprache mit der Tochter funktioniert halbwegs, um ihr verständlich zu machen, dass wir essen wollen. Das Ergebnis ist, dass sie kurz hinein geht, um uns dann zu sagen, dass es noch 10 Minuten dauer. Ah ha?!? Bestellt haben wir doch noch gar nicht. Da es aber sicherlich nur ein Essen gibt, setzen wir uns hin und harren der Dinge. Und tatsächlich: Erst bekommen wir sogar noch eine Tischdecke, dann folgt eine große Schüssel mit Suppe (für jeden zwei Teller) und ein riesiger Korb mit Weißbrot. Gut, davon werden wir wohl (oder übel) auch satt. Aber getäuscht, denn als alles leer ist, folgen noch Spaghetti mit einem kleinen Kotlett und Weißkrautsalat. Na, so lassen wir es uns gerne gutgehen.
Dann sitzen wir dann noch beim Bier zusammen und verdauen das leckere Essen und die Eindrücke des Tages.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_041_3.JPG
Zeltersatz für zwei Nächte.

Abt
15.07.2011, 08:08
Hallo,
hier sind noch andere, die dort schon waren.
Eine schöne Tour, die Ihr gemacht habt.
Wir waren in diesem Jahr 10 Tage im April mit Zelt im Metalliferi und dann im Trascau unterwegs.
Setze unseren Bericht mal später herein und lese erst mal weiter...
Alibotusch

Abt
19.07.2011, 23:50
Hm,
Kommt noch ein Teil? Ansonsten wär es beinahe schade.
Alibotusch

Atze1407
20.07.2011, 08:28
Interessante Gegend und Tour, geht es noch weiter?

LG
Atze1407

Abt
23.07.2011, 12:41
Hallo Fox-Wolf
diese Route bin ich noch nicht gegangen und so intressiert mich, wie Ihr gerade auf diese Route gekommen seid.
Der normale Trekker wird auf anderen Wegen im Trascau unterwegs sein um andere Höhepunkte dort anzusehen.
Vielleicht setze ich dort mal mit dem Pinsel an.
Alibotusch

volx-wolf
01.08.2011, 09:46
Freut mich, dass Dich der Bericht und die Gegend so sehr interessiert.
Sorry, dass ich mich erst heute wieder melde, aber die letzten 15 Tage waren Urlaubszeit für mich und fernab vom Computer.
Demnächst werde ich aber weiter- und fertigschreiben.

Die Route ist eigentlich unterwegs entstanden. Als wir gestartet sind, hatten wir nur eine grobe Idee, wo entlang wir laufen wollen bzw. was wir sehen wollen. Alles andere wurde dem Wetter, unserer Kondition, der Tagesleistung, der Gegend und unserem Interesse daran überlassen.
Dass es dann mehr oder weniger das komplette Rote Band wurde, war nicht von vornherein geplant.

volx-wolf
01.08.2011, 22:04
Tag 4
Der heutige Tag ist ganz der Klamm von Rimet (Cheile Râmetului) gewidmet. Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben, geht es mit leichtem Gepäck auf den Weg zur Schlucht.

Erst folgen wir noch der Straße. Hier haben sich viele Rumänen inzwischen mehr oder weniger pompöse Ferienhäuser errichtet. Traditionelle Gebäude sind nur noch hin und wieder zu entdecken. Passend zu „Besiedlung“ der Schlucht, ist die Straße auch aufgerissen und es werden Trink- und Abwasserrohre verlegt. Die Straße ist jedoch nur ein größerer Schotterweg – aber vielleicht wird er in den nächsten Jahren wenn die Kanalisationsarbeiten beendet sind, auch noch asphaltiert.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_042_4.JPG
Modernes Ferienhaus


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_043_4.JPG
Traditionelles Gebäudeensemble


Am Beginn der eigentlichen Schlucht endet dann die Straße und es geht einen Fußpfad weiter. Wir haben beschlossen au den Hinweg unten entlang zu laufen – dem Blauen Kreuz folgend bis zum (fast) verlassenen Dörfchen Cheia. Der Rückweg soll dann an der oberen Kante der Schlucht, dem Blauen Dreieck folgend, geschehen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_044_4.JPG
Beginn der Klamm


Wir haben GlücK. Aufgrund der langen Trockenheit führt das Flüsschen sehr wenig Wasser, so dass wir lange trockenen Fußes am Flussufer entlang laufen können, ohne auf die Kletterseile und -tritte zurückgreifen zu müssen, die für höhere Wasserstellen angelegt sind.


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Noch brauchen wir die Kletterhilfen nicht


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Das Tor zur eigentlichen Klamm


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Einfach schön


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Auch im Rückblick


Irgendwann aber ist es dann aber auch soweit, dass wir beginnen oberhalb des Wassers zu klettern, wollen wir doch nicht baden gehen. Die Seile und Tritte machen jedoch nicht den besten Eindruck.
Außerdem ist es uns irgendwann dann doch zu mühsam. So ziehen wir Schuhe und Hosen aus und nehmen den kurzen aber bequemeren Weg direkt durch den Fluß. Es sind auch nur einige wenige Stellen, die derart durchquert werden müssen. Größtenteils geht es gut entlang des Flussufers, wenn auch regelmäßig vom linken zum rechten Ufer und zurück gewechselt werden muss.


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Na gut, dann werden wir halt nass.


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Im oberen Teil der Schlucht...


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_051_4.JPG
... wird die Schlucht wieder etwas weiter.


In Cheia angekommen, empängt uns der Ort ebenso romantisch, wie allerortens beschrieben. Ganz verlassen scheint er noch nicht zu sein, ist doch das Gras abgeweidet und es sind Kuh- sowie Pferdeexremente und -spuren zu finden. Wenn die Berichte stimmen, so wird die Siedlung jedoch nur noch in den Sommermonaten als Unterkunft für einige Hirten genutzt aber nicht mehr ganzjährig bewohnt.


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Ehemaliges Motzen-Wohnhaus in Cheia


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Ebenso, nur in größer.


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Kirche von Cheia


Nachdem wir etwas durch den Ort gestromert sind und unsere Mittagspause abgehalten haben, geht es auf den Rückweg. Dieses Mal entlang der oberen Kante der Klamm. Der Weg ist gut ausgeschildert. Die Seilsicherungen sind größtenteils sehr neu und nirgendwo ausgerissen. Sie machen einen deutlich besseren und vertrauensvolleren Eindruck, als jene unten am Flußufer.

Es sind mehrere Kraxel- und Kletterstellen zu überwinden und immer wieder führt der Weg nur sehr knapp und eng an der Wand bzw. anderseitig am Abgrund entlang.
Nachdem wir den Weg geschafft haben und wieder auf festem Grund am Fluß stehen, gibt es erst einmal eine Erfrischungpause, bevor es die Strasse zurück in Richtung Cabana geht. Jetzt treffen wir auch erstmalig andere Wanderer am heutigen Tag. Dadurch, dass wir am Vormittag aufgebrochen waren, hatten wir die Klamm für uns.


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Rückblick auf dem Rückweg oben in der Schlucht.


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Überblick


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Nur ein Fußbreit Weg - im wahrsten Sinne des Wortes.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_058_4.JPG
*schluck*

Der Hin- wie auch der Rückweg haben jeweils ziemlich genau 2 Stunden gedauert. Ausdrücklich möchte ich auch noch einmal den Hinweis geben, dass die Schlucht nicht bei oder kurz nach Regenfällen begangen werden sollte: Im oberen Teil sieht man eindrucksvoll, was hier alles runtergespült wird. Den Weg oben entlang würde ich ebenfalls nicht bei Feuchtigkeit gehen, zu rutschig wäre mir der Kalkstein und dass auf den engen Pfaden am Abgrund. Auch mit einem größeren Treckingrucksack ist der obere Weg nicht zu empfehlen. Wer mit mehr als Tagesgepäck unterwegs ist, sollte in den kühlen Apfel beißen, Schuhe und Socken ausziehen und im Fluß entlang wandern. Alles andere bringt einfach nichts.


Als wir an der Cabana angekommen, ist es erst früher Nachmittag, so dass wir uns entschließen, noch das Kloster Rimet zu besuchen. Danach kehren wir auf eine kalte Cola in eine Kneipe ein, bevor es zurück zum Abendbrot und den Betten in der Cabana geht. Nach den ersten drei Wandertagen war dieser Tag genau zur Halbzeit ein sehr erlebnisreicher, aber relativ entspannter und geruhsamer Tag.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_059_4.JPG
Im Kloster von Rimet wird kräftig renoviert.

paddel
02.08.2011, 09:00
Schön das es weiter geht. :D

Toller Bericht!

EbsEls
02.08.2011, 09:56
Vielen Dank für den Bericht. Es ist immer besonders schön solchen Berichten zu folgen, wenn man die Gegend einigermaßen kennt.
Ich erlaube mir deshalb, mal ein Bisschen Senf von 1984 (meiner ersten RO-Reise) draufzutun.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Apuseni_compl_1984_0055.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=31745&title=1984-3a-cabana-rimeti&cat=500)

Das war die Umgebung der cabana Rimeti im Jahr 1984. Rechts auf dem damaligen Maisfeld stehen jetzt nur noch Datschen und die schöne Motzenscheune ist auch weg. Meine Dackelgarage (das sogenannte "polnische Arschloch-Zelt") war undicht und ich schlief in der Scheune. Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mir irgend Einer im Schlaf meine Taschenlampe aus dem Schlafsack geklaut hat.
Unser Führer war damals übrigens Alibotusch (http://www.outdoorseiten.net/forum/search.php?do=finduser&userid=14706&contenttype=vBForum_Post&showposts=1) (der sich gerade die Buchsen anzieht).

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Apuseni_compl_1984_0071.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=31746&title=1984-3a-ueber-der-rimeti-klamm&cat=500)

Nach dem Begehen des Höhenweges schrieb mein Kumpel noch in Cheia ins Tagebuch:


So viel Angst um mein Leben hatte ich wahrscheinlich noch nie. Der Weg führte über die Rimeti-Klamm. Erst ging es durch's Wasser. Da hatte ich nur um das Gepäck Angst. Da hindurch zu gehen, darauf war ich sehr stolz, weil ich dachte, schlimmer kann es nicht werden. Aber das war kalter Kaffee gegen den Weg über die Rimeti-Klamm. Da hatte mich einigemal der Gevatter Tod schon am Kragen gepackt. Solch einen Weg gehe ich nicht wieder, das ist mein fester Entschluss. Lothar.

volx-wolf
02.08.2011, 10:23
Hallo,
hier sind noch andere, die dort schon waren.
Eine schöne Tour, die Ihr gemacht habt.
Wir waren in diesem Jahr 10 Tage im April mit Zelt im Metalliferi und dann im Trascau unterwegs.
Setze unseren Bericht mal später herein und lese erst mal weiter...
Alibotusch


Vielen Dank für den Bericht. Es ist immer besonders schön solchen Berichten zu folgen, wenn man die Gegend einigermaßen kennt.
Ich erlaube mir deshalb, mal ein Bisschen Senf von 1984 (meiner ersten RO-Reise) draufzutun.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Apuseni_compl_1984_0055.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=31745&title=1984-3a-cabana-rimeti&cat=500)

Das war die Umgebung der cabana Rimeti im Jahr 1984. Rechts auf dem damaligen Maisfeld stehen jetzt nur noch Datschen und die schöne Motzenscheune ist auch weg. Meine Dackelgarage (das sogenannte "polnische Arschloch-Zelt") war undicht und ich schlief in der Scheune. Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass mir irgend Einer im Schlaf meine Taschenlampe aus dem Schlafsack geklaut hat.
Unser Führer war damals übrigens Alibotusch (http://www.outdoorseiten.net/forum/search.php?do=finduser&userid=14706&contenttype=vBForum_Post&showposts=1) (der sich gerade die Buchsen anzieht).

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Apuseni_compl_1984_0071.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=31746&title=1984-3a-ueber-der-rimeti-klamm&cat=500)

Nach dem Begehen des Höhenweges schrieb mein Kumpel noch in Cheia ins Tagebuch:
So viel Angst um mein Leben hatte ich wahrscheinlich noch nie. Der Weg führte über die Rimeti-Klamm. Erst ging es durch's Wasser. Da hatte ich nur um das Gepäck Angst. Da hindurch zu gehen, darauf war ich sehr stolz, weil ich dachte, schlimmer kann es nicht werden. Aber das war kalter Kaffee gegen den Weg über die Rimeti-Klamm. Da hatte mich einigemal der Gevatter Tod schon am Kragen gepackt. Solch einen Weg gehe ich nicht wieder, das ist mein fester Entschluss. Lothar.




Jetzt hat es bei mir Klick gemacht:
Ihr habt hier (http://knobelsdorf.blogspot.com/2011/05/wieder-mal-rumanien-april-2011-muntii.html) diesen schönen Reisebericht verfasst.
Er war mir eine gute Vorbereitung bei der Reise ;-)

April war bei dem diesjährigen heißem Juni definitiv die bessere Reisezeit.

Abt
02.08.2011, 15:55
Ich hoffe es geht noch weiter und bin auf den Bericht gespannt.

Wooki
07.08.2011, 22:25
Schöner Reisebericht, das mit den Hunden finde ich aber recht gewöhnungsbedürftig ;-)

Bin auf die Fortsetzung gespannt!

SolidJ
09.08.2011, 14:36
Hallo!

Ich finde diese Wanderung wunderschön und würde sie gern "nachlaufen".
Daher hätte(n) ich (wir ;-))noch ein Paar Fragen:

Kannst Du vielleicht sagen, welche Wanderkarte Du genau verwendet hast?
Einen Namen hat die Tour nicht, oder? Welchem Weg seid ihr genau gefolgt, du hast öfter von gelben Wegmarkierungen gesprochen?
Wie lange wart ihr nun genau unterwegs?
Wo seid ihr am Ende herausgekommen? Hattet ihr euch schon vorher die Rückfahrt organisiert?

Wie gesagt, habe nur Skandinavien-Erfahrung, aber keine mit Rumänien.

Vielen Dank!!!

volx-wolf
09.08.2011, 14:51
Freut mich, dass Dir der Bericht so gut gefällst, dass Du auch dorthin willst ;-)
Lohnt sich wirklich!

Karten hatten wir vom Dimap-Verlag und zwar Trascau Süd und Trascau Nord (1:50.000).
Ziemlich aktuell und ganz gut brauchbar. In Cluj-Napoca/Klausenburg sollten sie erhältlich sein.
Wenn Du sichergehen willst, kannst Du sie direkt beim Verlag bestellen: www.dimap.hu
Sind dort zwar doppelt so teuer wie in Rumänien, aber dafür hat man sie schon daheim und kann besser planen. Versand kostet leider 10,-€, dafür ist es dann ein Express-Einschreiben. Bestellen, auf die Email warten, Geld per PayPal zahlen und übermorgen sind die Karten da. Spitzenservice

Wir sind von Ampotei gestartet, von dort das Gelbe Kreuz, bis wir auf das Rote Band stiessen und dann i.d.R. - soweit gefunden, immer auf dem Roten Band entlang.
Erschliesst sich sehr gut, wenn Du eine Karte in den Händen hälst.
Wir sind dann bis nach Turda/Thorenburg gelaufen.
Insgesamt waren wir 7 Tage im Gebirge, 6 davon Strecke laufen und 1 Tag in der Rimet-Klamm.

Bahn-Tickets haben wir uns relativ zeitig bestellt, allerdings nur bis Budapest.
Liegewagen, Europa-Spar Ungarn, ab 59,-€.
Budapest-Cluj kostet dann nochmal 35,-€ bzw Budapest-Alba Iulia 37,-€.
Wenn man zeitig plant & bucht kommt man also für ~200,-€ hin- und zurück.
Tickets von/nach Budapest nach/von Rumänien haben wir uns allerdings erst direkt am Bahnhof gekauft, da wir hinzu nicht wussten, wann unsere Züge in Budapest ankommen und welche Züge nach Rumänien wir schaffen = wo unser Startpunkt ist.
Und zurück ähnlich - wir wussten nicht, wohin uns unsere Füsse tragen und hatten verschiedene Rückfahrtoptionen.

Ich habe mich zwar sehr ausführlich über verschiedene Apuseni-Gebirge (Padis, Bihor-Vladeasa war auch eine große Option - da war ich allerdings schon einmal) - aber den konkreten Startpunkt haben wir erst im Zug von Budapest nach Alba Iulia
festgelegt. Die Route entstand unterwegs - zwischendurch gab es noch die Überlegung, zusätzlich noch ins Padis zu wechseln; war uns dann aber zuviel Aufwand. Lieber ein Gebirge gründlich & ausführlich war unser Motto.


Eine Übersichtsklarte zum Apuseni gibt's hier: http://www.karpatenwilli.com/apuseni/apuseni.JPG

Allerdings nicht mehr ganz aktuell & stimmig. Kannst aber unsere Wanderroute nachvollziehen - allerdings ist das Rote Band nicht eingezeichnet. Musst Dich an den Ortsnamen orientieren. Zur groben Orientierung reicht es.
Ansonsten ist hier alles ausführlich zur Apuseni-Region: http://www.karpatenwilli.com/apuseni

volx-wolf
09.08.2011, 21:33
Tag 5
Heute geht es wieder auf die „Piste“. Wir verabschieden uns von der Cabana Cheile Râmetului und machen uns an den Aufstieg hinauf auf den Pass, wo die Straße von Râmet nach Bradesti verläuft. Diese wollen wir queren um dann weiter quer-bergein dem Roten Band zu folgen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_060_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32420&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Abschied von der neu renovierten Cabana


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_061_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32421&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Blick zurück auf die Felsformation am Valea Manastirii


Bis nach Valea Uzei gibt es einen Feldweg bergan. Frei nach rumänischer Wanderweg-Führung wird ab dort dann der kürzeste und damit auch steilste Weg genommen; hat aber auch den Vorteil, dass wir somit auf einem nur kleinen Fußpfad auf einer Bergwiese unterwegs sind.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_062_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32422&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Blick zurück auf einige Häuschen von Valea Uzei


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_063_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32423&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Die Kirche von Valea Uzei


Schnell ist die Schotterstraße nach Bradesti erreicht. Den Abzweig auf dem wir sie wieder verlassen und laut Karte und Markierung auf Pfaden nach Floresti wandern können, finden wir zwar noch. Es gibt zwar keinerlei Wegmarkierung aber die Stelle ist eindeutig. Aber dann ist jeglicher zielführender Weg verschwunden – Markierungen gab es sowieso nicht. Da wir nicht weglos durch das Gelände irren wollen, nehmen wir wieder die Schotterstaße, von der dann kurz vor Bradesti ein offizieller Weg nach Floresti abzweigen soll.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_064_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32424&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Blick auf Bradesti


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_065_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32425&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Blick nach Süden


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_066_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32426&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Blick nach Südwesten


So läuft es sich zügig. Die Sonne scheint vom klaren Himmel und wir genießen die Ausblicke.
Dank Wegweiser wissen wir dann auch, wo wir wieder abbiegen müssen, es ist auch gut so, denn es ist nur eine größere Fahrspur, der wir nun zu der kleinen Siedlung folgen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_067_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32427&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Floresti passt auf ein Photo


Unser erster Anlaufpunkt ist dann die dörfliche Quelle & Viehtränke, wo wir uns satt trinken. Es ist mittlerweile Mittagszeit und die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Auch die Wasserflaschen befüllen wir wieder, jedoch nicht komplett, da wir nicht zu viel tragen wollen und noch an einigen Wasserläufen vorbeikommen werden. Leider unterliegen wir hierbei einigen Fehleinschätzungen: Wir haben einen dem höheren Wasserverbrauch aufgrund der gnadenlosen Hitze; die Wasserläufe sind keine Quellen und nur temporär – nach so einer langen Trockenheit nicht mehr vorhanden; ungenauem Kartenlesen, den echte Quellen wird es bis zum späten Nachmittag nicht mehr geben. Damit verschaffen wir uns zwei Stunden kräftigen Durst – nicht tragisch aber doch sehr unangenehm.

Bislang wissen wir nichts davon und machen uns wieder auf den Weg. Hinauf auf den nächsten Berg und damit hinaus aus der Siedlung. Oben finden wir dann endlich wieder einmal ein Rotes Zeichen – aber eigentlich ist klar, wo wir entlang laufen müssen. Zwar ist der Weg mehr oder weniger zu gewachsen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_068_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32428&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Verwachsene Wege

Aber es geht immer an den Stromleitungen entlang zu einem einzelnen Gehöft, dass nun auf unserem Weg liegt. Nachdem wir es passiert haben, gönnen wir uns unser alltäglich Knäckebrot mit Speck, wenn auch der Hunger und Appetit bei der Hitze eher gering ist. Jetzt geht es auf etwas größeren Wegen weiter, was uns ganz recht ist, nicht durch kniehohes Gras und Gestrüpp laufen zu müssen, sondern zügig laufen zu können.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_069_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32429&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Hinter der Kuppe liegt Floresti

Schon die ganzen letzten Tagen haben wir ein kräftiges Grillenzirpen im Ohr gehabt. Ab und an hört es sich auch so an, als würde es im Gras neben uns zischen. Ob uns die Grillen narrten, unsere Ohren trügten oder tatsächlich die eine oder andere Schlange begrüßte, war uns nicht ganz klar.
Die Warnungen vor den Schlangen ist dieser Region ist uns jedenfalls noch im Kopf, sind hier eben auch Kreuzotter und Hornviper heimisch und zahlreich vorhanden. Am Vormittag haben wir dann unsere erste Kreuzotter gesehen, die allerdings schon in den Schlangenhimmel eingegangen war. Eindruck hat es jedenfalls hinterlassen. Wenn sie auch nicht tödlich sind, so möchte ich nicht wissen, was mir in dieser gottverlassenen Gegend passiert, der auf Insektengifte aller Art ziemlich heftig reagiert.
Nachdem ich dann im Schatten beinah auf eine Blindschleiche getreten wäre, gab es noch einmal einen Adrenalinschub. So sind wir froh über die offenen Wege, ist hier doch besser ersichtlich, was möglichweiser auf dem Weg liegt. Andererseits wiederum: Wir sind im Kalkstein-Gebirge und der Weg besteht aus weißem Gestein. Irgendwann fühlen wir uns wie Broiler – von oben und unten gleichmässig gegrillt. So sind wir froh, als der Weg dann endlich immer mal wieder und auch auf etwas längeren Strecken durch Wald führt, wo es schattig ist. Es gibt an diesem Tag auch drei Nachmittags-Hitze-Pausen. Die Gegend allerdings hat es in sich: menschenleer, weite Ausblicke über ein gefälliges Mittelgebirge.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_04941.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32435&title=img-04941&cat=500)
Kreuzi

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_070_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32430&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Wegmarkierungen, die man nicht übersehen sollte. Auch wenn sie 20 m abseits vom Weg sind (wir hatten aber geahnt, hier abbiegen zu müssen und deswegen die Augen extra offen gehalten).


Wegmarkierungen gibt es allerdings nur selten, die wenigen vorhandenen, sind aber relativ frisch angebracht. Fast immer ist klar, wo entlang es geht. Wir umrunden den Secului (1281 m) - linkerhand ist der Prislop (1281 m); sind dann aber wirklich orientierungslos, denn es fehlt nun schlagartig der Weg und auch jedes Zeichen. Nur ein Kuhhirte mit seiner Herde ist kürzlich noch vor uns hier entlanggegangen. Wir folgen den Spuren, die auch in die richtige Richtung führen, soll der Weg doch einen haken beschreiben. Im Wald soll er irgendwo auf das Blaue Band treffen und dann wieder nordwärts führen. Doch im Wald ist nicht derartiges zu erkennen, noch nicht einmal ein Weg, geschweige denn Markierungen. Dafür so dichtes Unterholz, dass wir kaum vorankommen. So geben wir wieder auf und kehren zurück auf die Wiese. Angeblich soll es noch einen unmarkierten, abkürzenden Pfad am Wald vorbei geben. Gibt es natürlich nicht. So schlagen wir uns , schweißtriefend durch hüfthohes Gras, Brennesseln, Brombereranken und Gesträuch. Mehr zufällig finden wir dabei aber eine Rote Band Markierung an einem Baum. Ah ha?!? Doch tatsächlich finden wir bald einen gangbaren Weg der dann auch tatsächlich beide Markierungen (Rotes und Blaues Band) trägt – komplett neu markiert.
Diese sind dann auf den nächsten Kilometern derart üppig angebracht, dass bei entsprechender Einteilung der Farbvorräte auch locker die gesamte Wegstrecke bis zur Cabana Rimet vernünftig hätte markiert werden können. Hätte uns diverse Zweifeleien und Irrungen erspart.
Verstehe einer die rumänische Markierungspolitik...
Die Wege laufen sich wieder gut, die Hitze macht uns aber immer noch zu schaffen. Es ist zwar mittlerweile Nachmittag, die Sonne nicht mehr gar so heiß, dafür wird es aber drückender.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_071_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32431&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Noch knappe 45 min bis zur Quelle.

Wir laufen abwechselnd durch Mischwälder und über freie Wiesenflächen.
Am späten Nachmittag gegen 17:0 Uhr erreichen wir dann die Quellen in der Nähe des Bedeleului (1227m), die auch auf der Karte verzeichnet sind. Wir freuen uns ungemein, als wir feststellen, dass sie tatsächlich existieren und trinken uns kräftig satt.

Die Gegend ist schön – wir haben zwei funktionierende Quellen/Viehtränken direkt anbei außerdem einen Wegweiser für alle Himmelsrichtungen (hier kreuzt zusätzlich noch das Rote Kreuz)– warum also nicht hier bleiben? Der Tag war nun wirklich anstrengend genug. Der steile Anstieg am Morgen und die Hitze des gesamten Tages sowie die Wegsuche im Unterholz und verbuschten Wiesen am Nachmittag waren ausreichend Tagesleistung. Wir können uns noch nicht einmal aufraffen, 2 km dem Roten Kreuz zu folgen und uns die Felsformationen „Porta Zmeilor“ (Drachenfenster) sowie die anbeiliegende Höhle anzuschauen.

In der Nähe ist noch ein Kuhhirte, der aber sich aber auch bald auf den Weg zur Nachtunterkunft begibt. Ihn sehen wir erst am nächsten Morgen wieder.
Essen, trinken, duschen, trinken und Gegend anschauen... A. geht zeitig ins Zelt. Mir ist es noch zu warm, denn ich trage die Wärme des Tages bis lang in die Nacht in mir. So bleibe ich noch ein Stündchen länger wach.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_072_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32432&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Der Hirte mit seiner Herde am frühen Abend


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_073_5.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32433&title=rumaenien-2c-karpaten-2c-apuseni-2c-trascau-gebirge-2c-2011&cat=500)
Abendstille mit Zelt

SolidJ
09.08.2011, 23:41
Danke für die ausführliche Antwort!!!

Werde die Tour auf jeden Fall machen, weiß nur nicht, ob ich es dieses Jahr schaffe :(

Wie vielen Leuten seid ihr den auf den Wanderstrecken begegnet? Ward ihr so abgeschieden, dass man einen Hobo problemlos benutzen konnte?

volx-wolf
10.08.2011, 09:09
Tja, die Zeit ist auch mir mir immer das niedrigste Brett an der Minimum-Tonne.

Menschen sind wir wenigen begegnet. Schrieb ich ja weiter oben schon. In den kleinen Siedlungen 1-2 Menschen. Je nach Strecke gab es aber auch Tage ganz ohne Häuser undoder Siedlungen.
Außerdem zwei bis drei Herden mit jeweils einem oder zwei Hirten je Tag.
Andere Wanderer gab es nicht - außer in den touristischen Highlight (Rimet-Klamm, Turzi-Klamm). Und auch dort hielt es sich in Grenzen.

Hobo könnt Ihr gut benutzen, das Gebiet ist ja nicht sehr hoch, weswegen man immer abwechselnd im Wald und auf Freiflächen läuft. Aber selbst in letzterem Fall gibt es noch Gebüsch und Strauchwerk oder die Waldgrenze ist nicht weit entfernt.
Holz ist also genügend da.
Ihr könnt auch gleich auf offenem Feuer kochen - ist vielleicht einfacher? Wenn Ihr in oder bei Schäferhütten seit, gibt es dort oft schon Feuerstellen, so dass keine neuen angelegt werden müssen. Haben wir ja teils auch so gemacht.
Interessieren tut sich dort kein Mensch dafür, solange Ihr nicht den Wald abfackelt.
Vernünftigen Umgang mit Feuer und ein gewisses ökologisches/naturschutzerisches Verständnis darf ich aber sicherlich voraussetzen, oder?

Abt
12.08.2011, 08:54
Warum ausgerechnet dieser schöne Weg schlecht bzw. nicht markiert ist, verstehe ich,- ehrlich gesagt, überhaupt nicht.
Aber sehn wir mal, wie's bei Volx-Wolf weitergeht mit der Tour...

volx-wolf
12.08.2011, 09:11
Allergrößtenteils ist der Weg schon ausgezeichnet.
Aber wenn halt wenige Leute dort unterwegs sind, auch wenig Hirten - dan verwachsen die Wege halt.
Oder es werden neue Trampelpfade oder Treibewege angelegt, die dann etwas woanders verlaufen.
Aber es ist halt ärgerlich, wenn man sich dann auf 1 Kilometer Strecke den Weg im Unterholz oder verbuschten Wiesen suchen muss - bleibt halt auch etwas hängen im Gehirn.
Beschrieben ist es hier auch, damit jene, die dort ebenfalls hinmöchten, wissen, worauf sie sich einlassen. Es ist eben nicht der Rennsteig... (zum Glück ;-) )

Versuche heute Abend mal noch einen weiteren Tag zu schreiben & einzustellen. Da ich aber ganztägig am PC arbeiten muss, habe ich abends häufig nicht so viel Lust, noch zusätzlich die Feierabendstunden damit zu verbringen. Und genügend mit Haushalt & Familie ist ja auch zu tun ;-)

Abt
12.08.2011, 09:24
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Bild-45.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32741&title=bild-45&cat=500)
Bucium= Alphörner im Trascaugebiet

volx-wolf
14.08.2011, 21:30
Tag 6
Wir haben uns den Wecker zeitig gestellt, denn wir wollen schon ein Stück des Weges geschafft haben, bevor wir ansonsten von der Hitze des Tages geschafft sind.
So starten wir zeitig in diesen Tag. Beim Aufbruch begegnen wir noch dem Hirten vom Vorabend, der uns freudig begrüßt. Er ist einer der verschiedenen Originale, die wir auf dieser Reise und in diesem Gebirge begegnen. Schade, dass ich bis auf einige Brocken kein Rumänisch spreche. Schade, dass ich mich nicht getraue, Menschen zu fotografieren.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_074_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32771&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Der Hirte des Morgens.


Dort, wo sich das Blaue und Rote Band trennen, verabschieden auch wir uns temporär vom Roten Band, dass nun nach Rimetea führt. Wir wollen einen Abstecher zur Burgruine Trascaului (Cetatea Trascaului) in der Nähe des Dorfes Coltesti machen, wo das Blaue Band vorbei führt.
Der Weg führt nun wieder bergab und in die Schlucht Silasului (Cheile Silasului), nicht wirklich spekatkulär, aber eine nette Abwechselung.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_075_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32772&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick in Richtung Cheile Silasului.


Die Gegend um die Klamm ist als Naturschutzgebiet deklariert, wie auch viele der anderen Schluchten und Felsformationen, die wir besucht haben. Meistens auf ein sehr enges Gebiet beschränkt – aber immerhin. In der Schlucht von Surului hat es in den letzten Jahren wohl eine EU Natura 2000–Förderung gegeben, wo wohl auch Gelder für einen nachhaltigen, naturverträglichen Tourismus geflossen sind.
Auf unserem Weg durch die Schlucht haben wir jedenfalls 6 (in Worten: sechs!) übergroße, identische Schilder gesehen, die über die Flora und Fauna in diesem Gebiet aufklärten. Auf einer Wegstrecke von maximal 2 Kilometern! Und schenkt man den Angaben auf diesem Schild Glauben, stehen noch einmal 7 weitere identische Informationstafeln in diesem eng begrenztem Gebiet.

Die Angaben waren eher knapp gehalten, viele Photos – vor allen Dingen aber ausschließlich auf rumänisch! Und klärten darüber auf, dass es Bär, Wolf und Kreuzotter gibt .. und eine Handvoll Blümchen und Kräuterlein.
Um den Spaß auch wirklich auf die Spitze zu treiben, standen die Tafeln teilweise abseits der Wege und so ungünstig (Wasser/Morast), dass sie überhaupt nicht erreichbar waren! So kann man Naturschutz-Tourismus-Fördergelder natürlich auch versenken!!!


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_076_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32773&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Eines der vielen Schildbügerstreiche.


Die Burg ist den Abstecher wirklich wert. Wir genießen ein zweite, spätes Frühstück. Notwendig ist die Pause aber auch, weil es inzwischen nicht nur wieder sehr warm, sondern unerträglich drückend geworden ist. Es scheint, als läuft alles auf ein Gewitter hinaus.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_077_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32774&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Burgruine von Coltesti


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_078_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32775&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Mit steilem Anstieg


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_079_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32776&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick von der Burg - überall wird fleißig Heu aufgehockt.


Wir steigen dann von der Burg hinab und laufen nach Coltesti hinein, wo wir uns im Dorfladen erst einmal eine eisgekühlte Cola gönnen.
Seit Ampoita sind wir erstmalig wieder in einem richtigen Dorf. Alles andere waren nur kleine und kleinere Siedlungen mit selten mehr als 10 Gebäuden. Was an Coltesti ebenfalls auffällt: es ist ein hauptsächlich von Ungarn bewohntes Dorf. Die Aushänge und Plakate im Dorf sind zweisprachig, teils sogar ausschließlich in ungarisch. Zwar wusste ich um die große ungarische Minderheit in Rumänien, doch war ich bisher kaum in deren Siedlungsgebieten.
Die noch kommenden Dörfer sind ähnlich ungarisch geprägt und auch die Leute, die wir sprechen, stellen sich als Ungarn vor bzw. sprechen ungarisch.

Nach Coltesti geht es wieder steil den nächsten Bergrücken hinauf. Eigentlich wollten wir dem Blauen Kreuz folgen, bis wir wieder dem Roten Band begegnen. Doch außer einem Zeichen im Dorf macht das Zeichen sich rar. Der Weg und die Richtung, den wir gehen müssen, ist aber aufgrund der Topographie gut zu erkennen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_080_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32777&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick zurück auf Coltesti und die Cetatea Trascaului im Hintergrund.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_081_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32778&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick auf den Piatra Secuiului - und nein er ging leider nicht zu umgehen, auch wenn das Foto einen andern Eindruck macht.


Es ist sehr, sehr schwül und am Horizont ist sind nun auch die (Gewitter-)Wolken sichtbar, die wir schon seit dem Morgen gefühlt haben. Wir beeilen uns, auf den Piatra Secuiului (1129 m) zu steigen. Doch immerhin sind es 550 m Höhenmeter, es ist Mittagszeit, außerdem heiß & schwül, so dass es einiger kurzer Verschnaufpausen bedarf.
Oben auf dem Berg gibt es zwar eine schöne Aussicht, doch diese zu genießen, bleibt nur im Vorübergehen Zeit, denn das Gewitter zieht kräftig auf. Ich habe keine Lust auf dem dem höchsten Berg der Umgebung das Gewitter zu erleben. Die beiden vom Blitz getroffenen und ausgebrannten Bäume, die wir unterwegs sehen, tragen auch nicht gerade zur Beruhigung bei. Die Hirten rundherum ziehen mit ihren Herden auch schon bergab.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_082_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32779&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick vom Secuiului


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_083_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32780&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Ebenda


Wir eilen über den Bergrücken bis es wieder bergab geht. Dann kommen wir in das erste Buchen-Eichen-Wäldchen, in das wir uns schlagen. Wir sind zwar immer noch – relativ zur Umgebung – sehr hoch – aber wenigsten in einem Wald und nicht auf freiem Felde oder unter einem Einzelbaum. Nach einer kurzen Rast beginnt auch schon das Gewitter. Wir bauen schnell das Überzelt auf und verkriechen uns darin. Dann geht es richtig los … hossa, die Waldfee!
Das Gewitter zieht genau über uns hinweg und die Blitze wirken bedrohlich nah. Glücklicherweise ist nach einer dreiviertel Stunde alles wieder vorüber. Wir haben die Pause als Chance für ein verspätetes Mittagessen genutzt. Wohlgestärkt und geruht, aber mit dem Adrenalin des Gewittererlebnisses im Blut, ziehen wir weiter. Es läuft sich nun – leicht bergab und in der kühlen Luft des Nach-Gewitters, sehr gut. Die Rote Band Markierung ist seit dem Gipfel wieder bei uns. Entgegen den Angaben auf der Karte ist der Weg zischen Coltii Trascaului (dort wo wir wieder auf das Rote Band gestossen sind) und Moldovenesti nicht besser oder schlechter ausgezeichnet als im bisherigen Verlauf. Es gibt sogar mehrere Markierungsstangen bzw. Wegweiser. Zwar alle alt, aber immerhin noch vorhanden. Irgendwann muss dieser Wanderweg einmal sehr ausführlich ausgebaut worden sein.

Wir eilen uns trotzdem voran zu kommen in Richtung Moldovanesti, dem nächsten größeren Dorf und Etappenziel, denn am Horizont ist es immer noch dunkel und grummelt vor sich hin.
Nach einer sehr schönen Strecke über eine weitere Hochebene geht es dann durch den Wald und steil bergab. Wir erreichen Moldovensti. Aufgrund des stark bewölkten Himmels machen wir uns zügig daran, den Ort zu queren und in Richtung des Flusses Aries und der Fernstraße 75 zu laufen. Jenseits von Fluss und Straße geht der Wanderweg wieder auf den nächsten Kamm. Wir spekulieren jedoch auf eine in der Karte eingezeichnete Pension mit angeschlossenem Campingplatz.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_084_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32781&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Augenblicke mittendrin


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_085_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32782&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Hochplateau mit Schafherde


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_086_6.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32783&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick auf Moldovenesti, Aries und Fernstraße (im Hintergrund Cornesti)

Als wir in der Flußeben ankommen und eigentlich nur noch einen Kilometer Weg vor uns haben, holt uns das Gewitter ein – beziehungsweise wir treffen nun aufeinander, da wir uns aufeinander zu bewegten. Als wir sehen, wie in den Berghang gegenüber, vor tiefschwarzer Kulisse, die ersten Blitze einschlagen, haben wir keine Lust, durch die Ebene zu laufen. Insbesondere ich nicht mit dem Aluminium-Außengestellrucksack.
So biegen wir erst einmal in die andere Richtung zur Tankstelle ab. Hier genießen wir ein vorzeitiges Abendbrotbier, bis sich das Gewitter verzogen hat, das währenddessen draußen kräftigst tobt.

Dann gehen wir zur Pension, wo wir uns überreden lassen, statt des Zeltes wieder einmal eine kleine Holzhütte zu mieten. Diese ist etwas teurer als die letzte, aber dafür auch um Längen komfortabler – mit richtigen Federbetten!
Nur auf eine warme Dusche müssen wir wieder verzichten. Egal, mittlerweile sind wir dran gewöhnt und trotz des Regenfalls ist es immer noch ausreichend warm draußen um auch kalt zu duschen.
Wir schlafen entspannt ein, während draußen ein Gewitter nach dem anderen vorüber zieht und der begleitende Platzregen ein Trommelkonzert auf dem Hüttendach veranstaltet.

volx-wolf
15.08.2011, 21:47
Tag 7
Wir erwachen und hören den Regen auf das Hüttendach prasseln.
Noch einmal umgedreht und weiter geschlafen. Beim nächsten Mal ist die Situation nicht viel anders, also dösen wir noch einmal weiter.
Dann endlich hat es aufgehört zu regnen, während wir frühstücken gibt es aber den nächsten Schauer.

Wir sind unentschlossen: Auf der Fernstraße 75 verkehren stündlich Busse nach Turda/Thorenburg. Von Turda nach Cluj ist es dann easy.

Sollen wir einen Bus nehmen und die Tour hier abbrechen? Im Regen zu wandern ist nicht wirklich spaßig. Wir haben eine schöne Strecke hinter uns und können auch zwei Tage in Cluj verbringen. Andererseits: Auf die Cheile Turzii haben wir Lust und irgendwie auch den Ehrgeiz, auch noch das letzte interessante Stück des Trascau-Gebirgs zu erlaufen.
Wir verschieben die Entscheidung ein wenig und holen uns erst einmal einen Kaffee aus der Pension, denn die Gaskartusche hat auch gerade ihren Geist aufgegeben.

Nach dem Kaffee wird gepackt. Als wir fertig zum Aufbruch sind, scheint die Sonne. Wir nehmen es als gutes Zeichen und beginnen den letzten Teil der Wanderung. Es ist zwar schon 10:00 Uhr, aber die heutige Strecke ist auch nicht übermäßig lang.
Erst ein wenig am Bergrücken entlang, dann finden wir den Abzweig, der hinauf führt. Oben soll dann der Weg direkt auf dem Rücken bis zur Turzii-Klamm führen.
Am Abzweig finden wir mit etwas suchen sogar eine alte, zugewachsene Markierung. Gefunden haben wir den Aufstieg aber durch gute Kartenlektüre. Der Weg ist gerade etwas frei geholzt. Irgendwann wird es aber dann doch wieder eng und zugewachsen. Freundlicherweise hat jemand Plastetüten-Fetzen an die Äste geknotet, die uns das letzte Teil des Weges weisen. Markierungen gibt es bis kurz vor der Cheile Turzii kaum.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_087_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32808&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Schämt es ich für seinen Zustand? Verstecktes Wegzeichen.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_088_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32809&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick ins Aries-Tal


Und dann sind wir auf einmal oben und stehen mitten in einem neu erbauten Klosterkomplex.
Wir pausieren kurz und genießen die Aussicht. Dann folgen wir dem Wanderweg der durch einen uralten Wegweiser, der nun mitten im Klosterkomplex steht, angezeigt wird – direkt am übergroßen Outdoor-Kruzifix vorbei


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_089_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32810&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Kloster im Entstehen


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_090_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32811&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Klein & fein an ausgesuchter Stelle und bester Lage.


Der Wind bläst kräftig, hinter uns ist es wieder einmal duster am Horizont, ab und an nieselt es auch etwas. Doch das Wetter hält, vom großen Regen bleiben wir verschont und auch die Sonne schaut hin und wieder, was wir wohl so treiben.
Es geht immer genau auf dem Bergrücken entlang. Am späten Mittag erreichen wir die Klamm. Mit einem schönen Ausblick auf die Umgebung vespern wir, bevor der Abstieg ins Tal in Angriff genommen wird.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_091_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32812&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Blick zurück ins Trascau-Gebirge


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_092_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32813&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Freundlichere Ausblicke


Unten angekommen gibt es direkt an der Abstiegsstelle keinen Übergang über den Fluss, der außerdem auch aufgrund der vielen Regenfälle kräftig Wasser führt.
Folgen wir ihm einige hundert Meter aufwärts bis zu dem alleinstehenden Haus. Hier gibt es eine Hängebrücke. Außerdem stellt sich das Haus als Café, Bar und Pension mit angeschlossenem Zeltplatz heraus. Gar nicht auf der Karte verzeichnet.
Außer einer spanische Familie zeltet hier allerdings niemand – im Gegensatz zu dem wilden Zeltplatz auf der anderen Seite der Klamm, wie wir später feststellen werden.
Uns kommt das Café gerade recht, denn der Regen hat uns nun doch eingeholt. Während es schüttet, sitzen wir unter einem Pavillon und trinken Kaffee.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_093_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32814&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Ankunft an der Cheile Turzii


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_094_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32815&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Gibt's auch im Hochformat.


Danach geht es los in die Schlucht - womit wir endgültig das Rote Band verlassen, welches weiter nordwärts nach Cluj-Napoca führt. Landschaftlich ist die Schlucht überwältigend, aber schon kräftig touristisch ausgebaut und es sind auch - gefühlt und im Verhältnis zu den letzten Tagen sowieso - viel zu viel Tagestouristen unterwegs. Am Ende/Beginn der Schlucht wollen sie sogar Eintritt haben. Wir werden aber nicht angesprochen – nur die Tagestouristen, die uns entgegenkommen. Auch gut...


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_095_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32816&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Nördlicher Eingang der Cheile Turzii.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_096_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32817&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Schön, dass wir hier noch hergekommen sind.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_097_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32825&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Ausgebaut für Stöckelschuhtouristen


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_098_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32826&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Übrigens sind viele Kletterrouten im Fels angelegt. Wer also Kletterzeug dabei hat...


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_099_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32827&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
...dürfte hier viel Spaß haben.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_100_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32828&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Spaß am Wegesrand


Überraschend die jahrmarktähnlichen Zustände am Ostende der Schlucht: Grillstand, Bierzelt, Süßigkeiten und viele, viele Zelte auf einem wilden Zeltplatz. Wir lassen alles schnell hinter uns und steigen aus dem Tal hinaus. Da der Weg nun wieder eine Schotterstraße ist, läuft es sich leicht.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_101_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32829&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Südlicher Eingang der Schlucht mit Zeltplatz.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_102_7.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=32830&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Ein Schäfer, dessen Hunde Touristen gewohnt waren.


Dann lenken wir unsere Schritte wieder in Norden. Den Abzweig nach Turda hinein ignorieren wir, wollen wir doch nördlich davon auf die Fernstraße 1 stoßen. So hoffen wir, längere Strecken durch irgendwelche öden Industriegebiete zu vermeiden und schneller einen Bus nach Cluj anzuhalten.

Kurz hinter Sandulesti ist das Glück uns dann ganz hold: Drei Frauen im PKW erhören unser Trampen und laden uns ein, mitzufahren. Zum Glück haben wir gestern geduscht!
Sie fahren uns nach Turda und lassen uns am ersten Busstop hinaus, den sie sich erfragen. Hier stehen wir auch nur wenige Minuten, bevor ein Bus nach Cluj kommt.
Als wir aus dem Bus steigen, beginnt es wieder in Strömen zu regnen. Das erstbeste Taxi ist unser und bringt uns hinauf zum Campingkomplex Faget.
Da ich erst einmal in der Stadt gewesen bin, kam mir zwar bei der Ankunft mit dem Bus die Strecke hinunter in die Stadt bekannt vor, aber reagiert habe ich nicht. Ansonsten hätten wir uns die Einfahrt in die Stadt schenken können und uns gleich am Abzweig zum Campingplatz hinaus lassen könne. Es wären nur einige hundert Meter zu laufen gewesen. Egal, die 4,-€ für das Taxi machen uns auch nicht arm und wir kommen direkt & trocken an der Rezeption an.

Platz ist genügend auf dem Platz auch wenn von den Pappeln viele Äste herumliegen, die die letzten Gewitter hinunter gefegt haben.
Ein freundlicher Ungar lässt uns auf seinem Kocher das Wasser für's Abendbrot kochen. Dann gibt es endlich die ersehnte heiße Dusche. Anschließend wird mit Bier vom benachbarten Restaurant und dem letzten Wodka aus dem Rucksack der Abend begossen. Lange halten wir aber nicht durch – zu müde.
Beim Einschlafen hören wir noch das laute Bumm-Bum aus der Stadt von einem Live-Konzert, kümmern uns aber nicht mehr weiter darum.
Tja, hätten wir mal...

volx-wolf
01.09.2011, 20:59
Tag 8

Der Sonntagmorgen wird ruhig angegangen. Dann werden die Rucksäcke für die Rückfahrt gepackt und wir laufen los in Richtung Stadt, um uns irgendwo ein Taxi anzuhalten.
Verschlafen geht es natürlich erst einmal zweihundert Meter in die falsche Richtung. Ist nicht weiter schlimm, hat aber den Vorteil, dass wir noch einmal auf Wegweiser für das Rote Band stoßen.
Wer also wirklich die komplette Tour laufen möchte, der kann von/bis Cluj-Napoca laufen!

Mit dieser freudigen Erkenntnis geht es nun in die richtige Richtung und nach einigen Minuten finden wir auch ein freies Taxi. Wir lassen uns zum Bahnhof bringen, um dort die Rückfahrt-Tickets nach Budapest für den Nachtzug um 02:00 Uhr zu kaufen. Das Gepäck wollen wir in die Aufbewahrung geben. Der Ticketkauf ist problemlos. Die Gepäckaufbewahrung verblüfft uns, hat sie abends nur noch bis 21:30 geöffnet und bietet keinen 24-Stunden-Service mehr an. Schließfächer gibt es leider keine. Wenigstens für einige Stunden wollen wir die Rucksäcke aber doch abgeben.
Als es geglückt ist, machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Auf dem Marktplatz löst sich dann das Rätsel um die Musik der letzten Nacht: Es findet ein an diesem Wochenende ein kostenloses Musikfestival, sponsert von einer der größten rumänische Bierbrauereien, mit rumänischer Alternativmusik statt. Als ich dann sehe, dass am Vorabend „Zdob zi Zdub“ gespielt haben, ärgere ich mich dann aber reichlich, dass wir letzten Abend nicht in die Stadt gefahren sind. Seit Jahren höre ich die Band begeistert. Nun hätte sich die Gelegenheit geboten, die Band einmal live (und kostenlos!) zu sehen und die Chance ist aufgrund der eigenen Müdigkeit vergeben … *grummel*
Wir laufen kreuz und quer durch die Stadt, schauen uns dieses und jenes an. Dann holen wir gegen 18:00 Uhr die Rucksäcke von der Gepäckaufbewahrung und machen uns wieder auf zum Marktplatz. Dort willigt einer der vielen Helfer an einer der vielen Bierverkaufsstände ein, unsere Rucksäcke bei ihm zu lagern. Unbelastet können wir uns auf die nun kommenden Bands konzentrieren. Es gibt ein lustiges Potpourri aus rumänsichen Rock-, Pop und Rap-Bands. Von Band zu Band wird die Stimmung ausgelassener. Eine wunderschöne Abschlussfeier für unsere Tour ;-)
Gegen Mitternacht ist der Spaß dann leider zu Ende, so geht es zurück zum Bahnhof, wo wir uns die letzten beiden Stunden bis zur Zugeinfahrt um die Ohren schlagen.
Die Rückfahrt verläuft wenig spektakulär. In Budapest essen wir noch gemeinsam Frühstück, bevor ich mich mit dem RailJet in Richtung Österreich, Passau und Mitteldeutschland auf den Weg mache, so dass ich spät abends daheim bin.
A. bleibt noch bis zum Abendzug nach Berlin Budapest und ist dann erst am nächsten Morgen wieder zu Hause.

Schön war's !!!!


Epilog
In Vorbereitung auf die Tour habe ich verzweifelt nach Zeitangaben für verschiedene Teilstrecken gesucht. Hin und wieder fand ich in Reiseberichten verschiedene Angaben, manchmal hatte jemand mit Absicht oder zufällig einen Wegweiser fotografiert. Für einige besondere Besuchsregionen (Padis) gibt es auch online Streckenbeschreibungen inklusive Zeitangaben.
Gerade aber für die von uns begangene Strecke war im Vorfeld kaum etwas herauszufinden. Deswegen habe ich kontinuierlich alle Wegweiser, derer wir auf unserer Strecke habhaft werden konnten, fotografiert. Einzig der erste auf unserer Tour, jener oberhalb des Cricau-Flusses fehlt.

Wie bekannt, sind je nach eigener Kondition, Wetterlage und anderer Umstände die angegebenen Zeiten mit einem persönlichen Faktor größer oder kleiner eins zu multiplizieren.
Also, möge die folgende Aufzählung jemandem nützen!


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_103_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33803&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500) Wegweiser an der Piatra Cetii, dort wo Rotes Band und Rotes Dreieck aufeinandertreffen (leider habe ich vergessen, die Seite für das Rote Band zu fotografieren)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_104_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33804&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser 1 in Cheia


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_105_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33805&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser 2 in Cheia


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_106_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33806&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Tafel mit Übersicht über die Wanderwege im Trascau in der Nähe des Kloster Râmeț (für weitere Infos einfach reinzoomen)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_107_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33807&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser auf dem Plateau Bredelui

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_108_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33808&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser auf dem Plateau Bredelui


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_109_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33809&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser an der Burg Trascaului bei Coltesti


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_110_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33810&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser am Ortseingang von Coltesti von der Burg aus kommend


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_111_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33811&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser irgendwo zwischen Plateu Secuiului Moldovenesti (am Ende des Plateaus bevor es in den Wald und bergab nach Moldovenesti geht)


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_112_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33812&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser im neu erbauten Kloster auf dem Kamm nördlich der Fernstraße 75


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_113_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33813&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser zwischen dem Kloste rund der Cheile Turzii


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_114_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33814&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser am östlichen Ausgang der Cheile Turzi


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2011_Trascau_115_8.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=33815&title=rumaenien-2c-westkarpaten-2c-apuseni-2c-trascau-2c-2011&cat=500)
Wegweiser in Cluj-Napoca in der Nähe des Campingplatzes Faget

volx-wolf
02.10.2011, 18:00
Wer sich den Reisebericht lieber ausdruckt, der sei darauf hingewiesen, dass bei www.karpatenwilli.com der Reisebericht als pdf (http://www.karpatenwilli.com/reisebericht_trascau_2011.pdf) hochgeladen ist.

anthe
02.10.2011, 19:10
Hi,

danke für den schönen Bericht. Hat einige Erinnerungen geweckt. Hab 2008 fast die gleiche Tour gemacht (http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/80665/1/Wandern-in-den-Westkarpaten-Apuseni-Gebirge).

Gruß
anthe

edit: weil das Thema "Hunde" auch in den Kommentaren angesprochen wurde, hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?32948-Rum%E4nien-Die-guten-Hunde-jetzt-mal-konkret&p=734159#post734159) hatte ich auch schon mal was zu meinen Erfahrungen in Rumänien geschrieben