PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (Berg-) Wandern mit Kindern



Flachlandtiroler
22.07.2004, 12:02
Wer hat Erfahrungen gemacht, was für Strecken (Gehzeit x, für Erwachsene gerechnet) man einem kleineren Kind (Alter y << 10 Jahre) so zumuten kann / sollte?
In welcher Region wart Ihr da unterwegs, gab es bestimmte Gründe für diese Wahl?

Gruß, Martin

Flachlandtiroler
22.07.2004, 12:14
Anfangs haben wir ihn im Jogging Kinderwagen auf dem Rittner Hochplateau rumgeschoben, dann in der Deuter Jolly Comfort Kraxe getragen und jetzt läuft er fröhlich mit. Wir machen jedes Jahr einen einwöchigen Wanderurlaub in Südtirol (Klobenstein am Ritten) und ansonsten treiben wir uns in den bayerischen Bergen rum, z.B. Kampenwand, Herzogstand, Hörnle etc. Halt alles wo man, wenn Ermüdungserscheinungen oder Wetterumstürze auftreten schnell mit der Seilbahn oder Gondel wieder unten ist. Zelten tun wir hauptsächlich am Gardasee, da kann man auch schön wandern.

Jo, Gardasee hatten wir uns wegen des milden Klimas abseits der Hauptsaison auch schon ausgesucht; da war unsere Kleine 0.5 Jahre alt und ratze fröhlich in einer Kraxe von Macpac. Ein anderes Elternpaar hatte mit einem Tragetuch wesentlich mehr Streß (zu warm denke ich).
In Südtirol waren wir dann auch mal ;-), da hat sie ihre ersten wackeligen Schritte gemacht. Der allererste Bergurlaub bestand in "alpinem Kinderwagenschieben" in Oberstdorf, wo es auch im Winter viele geräumte Fahrwege hat.
Mittlerweile ist unsere Tochter bald fünf, Strecken mit bis zu 400 Höhenmetern (1h rauf, Pause, 1h runter) sind drin. Also: y=4a => x=1h+1h :bg: Auf Korsika gibt es schöne "abenteuerliche" Wanderwege, das ist so das nächste größere Ziel.

[edit]Nachtrag: Mehrstündige Wanderungen im Mittelgebirge waren bei mir so mit acht Jahren, Alpen dann das Jahr darauf -- da kamen dann schon mal 5-6 Gehstunden zusammen.[\edit]

Gruß, Martin

kuroiya
22.07.2004, 13:24
also als wir in dem Alter waren, sind meine Eltern mit uns ins Berner Oberland (Simmental) und ins Graubünden (Flims, Bergün) gegangen. Wir haben meistens an die 6h Wanderung am Tag gemacht (natürlich mit gemütlicher Mittagspause am Feuer ;) ) Auch sind wir halt öfters mit ner Seilbahn hoch gefahren und hatten dann halt keine allzu grossen Steigungen mehr drin.

Liebe Grüsse
Daniela

Alpenkönig
23.07.2004, 09:45
Guck mal hier, ist eine nette "wanderverrückte Familie":
http://www.alpenraether.de/

asrael
23.07.2004, 12:56
Meine Eltern waren mit uns und meinem gehbehinderten älteren Bruder immer im Stubai (Sterzing --> Ridnauntal) und da herum auf die ganzen Berge.
Kann ich nur empfehlen, da werd ich meine Kinder irgendwann auch hinschleppen.

Tom

Flachlandtiroler
23.07.2004, 13:10
@asrael: Ridnaun ist doch das Tal mit Übeltalferner und Schneeberg(-werk)? Bis Du in den letzten Jahren mal da gewesen?

@Alpenkönig: Mit Deiner "wanderverrückten Familie" ist mir das Virgental wieder in den Sinn gekommen, könnte auch gut für 'ne richtige Hüttenwanderung taugen (AFAIK liegen die Hütten immer nur 2-3h auseinander). Bahnanreise ist halt ein Problem da...

@kuroyia, "Mittagspause am Feuer" => "Schweizer Familienfeuerstelle"? :bg:
Ist Simmental nicht ein bißchen teuer mit den Jet-Set Orten nebenan? Über Flims & Bergün werd' ich mich mal schlau machen.

Vielen Dank schon mal für die Tips.
Ist denn keiner hier schon selber mit dem Nachwuchs unterwegs? :o

Gruß, Martin

kuroiya
23.07.2004, 13:30
Ist Simmental nicht ein bißchen teuer mit den Jet-Set Orten nebenan?

Es gibt dort in Lenk ein Reka-Zentrum, die gibts überall in der Schweiz verstreut. Ein Projekt der Schweizer Reisekasse, sind Wohnungen, wo vor allem Familien günstig Urlaub machen können. Es gibt eine gute Infrastruktur wie Hallenbad, Spielplätze, Grillstellen etc., zudem haben die Häuser Billardtische oder Tischfussballspiele (im Volksmund auch Döggeli-chaschte genannt ;) ), oder auch n Arsenal an grossen Legosteinen. Für Familien mit Kindern recht toll, und wie gesagt kostengünstig.

Weiterer Vorteil: Hat viele andere Kinder dort.

http://www.reka.ch/d/rekaferien/feriendoerfer/feriendoerfer.asp
und hier noch der Link ;)

asrael
23.07.2004, 13:31
Stimmt. Das ist das Tal und ich war in letzter Zeit da. Meine Eltern fahren jedes Jahr hin. Bei Interesse könnte ich Dir auch ne gute günstige Adresse geben.

Tom

Flachlandtiroler
23.07.2004, 13:56
Es gibt dort in Lenk ein Reka-Zentrum, die gibts überall in der Schweiz verstreut.
:shock: Uui, guter Link -- in Zinal gibt's auch so'n Dörfchen :) :)

Gruß, Martin

HolgerB
27.08.2004, 11:39
Hallo,
wir waren letztes und auch dieses Jahr im Maltatal (sehr kinderfreundlicher Campingplatz) und Umgebung in Kärnten unterwegs. Die Gegend ist sehr kinderfreundlich und das Wetter recht warm und stabil, da südlich des Alpenhauptkamms. Für Kinder ist die Gegend sehr attraktiv, da sehr abwechslungsreich (von Bergwandern über Kletterkurse, Schwimmen in den warmen kärntner Seen, Hüttenübernchttungen,etc.) Unsere drei Kinder ( 2,5 Jahre und 2 X 9 Jahre) waren begeistert. Die Gehzeiten waren recht unterschiedlich von Spaziergängen bis 8 Stunden mit Motivationskünstler(Wanderführerin). Der Einzige, der schlapp gemacht hat, war ich selber, da meine Tochter in der MACPAC-Trage mit Camelbak, Nässe- und Kälteschutz und Windeln 22 Kg auf die Waage brachte. Wie wir das nächste Jahr machen, weiss ich noch nicht, denn die Kleine kann ich dann nicht mehr tragen und zum selber laufen ist sie dann noch zu klein.
Gruß
Holger

-CaRsTeN-
27.08.2004, 20:09
Hallo Martin,

ich würde dir mal den Achensee bzw. den Rofan ans Herz legen. Gramai Alm, Pfalzthurnalm usw. sind fast eben und man kann mit dem Auto soweit fahren wie man will (gegen Maut natürlich)... Ausserdem kann man gemütlich am See entlang wandern, mit der für kinder tollen Eisenba´hn fahren und die Bergbahn in Pertisau bringt dich auch ein wenig weiter nach oben.

Zu den Gehzeiten mit Kindern... keine Ahnung, da ich das Problem zum Glück noch nicht habe ... :bg:

Schau mal auf meiner Webseite nach, da findest du einige Bilder und kleinere Berichte vom Achensee;)



Gruß
carsten

Fernwanderer
30.08.2004, 15:50
Auf der TMB liegen die Hütten selten mehr als 3h auseinander. Mit Grundschulkindern ist das schon zu machen. Ggfs. Klettergurt und 10m Seil zur Sicherung einpacken.

Gruß

Fernwanderer

Bea
03.10.2004, 20:41
Hallo,
wir haben unseren Sohn seit er 6 war durch die Berge geschleppt. Das wichtigste für uns war, Wege zu finden, die für Kinder interessant sind.
D. h. ein paar leichte Kletterstellen, leichte Klettersteige (Kindereignung steht oft in Führern dabei), an Bächen entlang usw. Dann schaffen die Kleinen erstaunlich lange Wegstrecken. Wenn sie dann mal müde sind, hilft es, dass sie auf Papa´s Rücken sich ein wenig erholen können. Natürlich macht es ihnen noch mehr Spaß, wenn mehrere Kinder dabei sind. Wir waren zu der Zeit in einer Familiengruppe vom DAV.

Wir sind oft in der Schweiz unterwegs. Vor allem im Berner Oberland. In Kandersteg z. B. kann man sehr viel mit Kindern unternehmen. Mit dem Sessellift Richtung Öschinensee hochfahren, dorthinwandern und baden.
Im Winter mit dem Schlitten wieder runterfahren. Oder über den Gemmipaß nach Leukerbad laufen (mit Seilbahnunterstützung) und dort ins Termalbad gehen und mit Bus und Bahn zurück. Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten.

Jetzt ist unser Sohn 15 und geht lieber seinen eigenen Hobbys nach. Aber er ist bis 13 immer gerne mitgegangen, auch wenn wir uns doch mal mit der Zeit verschätzt haben und es gelegentlich schon mal 10 Std. geworden sind.

Gruß
Beate

Flachlandtiroler
03.10.2004, 22:36
Das wichtigste für uns war, Wege zu finden, die für Kinder interessant sind. D. h. ein paar leichte Kletterstellen, leichte Klettersteige (Kindereignung steht oft in Führern dabei), an Bächen entlang usw.
[...]
In Kandersteg z. B. kann man sehr viel mit Kindern unternehmen. Mit dem Sessellift Richtung Öschinensee hochfahren, dorthinwandern und baden. Im Winter mit dem Schlitten wieder runterfahren. Oder über den Gemmipaß nach Leukerbad laufen (mit Seilbahnunterstützung) und dort ins Termalbad gehen und mit Bus und Bahn zurück. Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten.
Beidesmal ACK:
1. Kraxeln (i.e. leichtestes Klettern) hebt ganz klar die Laune, auf einem GR20-Steilstück hat unsere Tochter kürzlich fast 600 Höhenmeter gemacht :o
2. Vom Öschinensee bin ich mit unserer Tochter auch schon runtergerodelt. Den winter-gewalzten Gemmiweg kennt sie nur aus der Kraxe.

Update zu den Gehzeiten: Auf den Tag verteilt und mit entsprechendem Bespaßungsprogramm (v.a. Ratespiele und Bach"pausen") gehen mittlerweile etwa 3h (für Erwachsene gerechnet). Also gemäß Formel im Ursprungsposting: y=4.9a => x=3h ;-)

Gruß, Martin

Aoraki
08.10.2004, 08:58
ich würde dir mal den Achensee bzw. den Rofan ans Herz legen. Gramai Alm, Pfalzthurnalm usw. sind fast eben und man kann mit dem Auto soweit fahren wie man will (gegen Maut natürlich)... Ausserdem kann man gemütlich am See entlang wandern, mit der für kinder tollen Eisenba´hn fahren und die Bergbahn in Pertisau bringt dich auch ein wenig weiter nach oben.


Den Achensee kenn ich nun wirklich wie meine Westentasche, da ich in Kindheit und Jugend jedes Jahr mindestens einmal im Jahr da war (Freunde und Verwandte wohnen in Maurach).

War jetzt auch gerade mal wieder eine Woche da. Ob ich die Gegend als besonders kinderfreundlich empfehlen würde, weiß ich allerdings nicht. Der See ist zum Baden schon arg kalt (gelobt sei, was hart macht), und das Wetter hat auch oft genug nicht mitgespielt. In der Hinsicht finde ich Kärnten auch besser. Die ebenen Strecken, die Carsten vorschlägt, fand ich als Kind eher furzlangweilig, genau wie die Wanderungen zu einigen Hütten, die über Fahrwege führten (um die armen Kinder ja nicht zu überfordern :ill: ). Ich erinnere mich am liebsten auch an die Touren, wo man ein bißchen klettern und kraxeln mußte, und da gibt es am Achensee natürlich auch ein paar nette Sachen, zumal man in Maurach mit der Seilbahn schon ein ganzes Stück hochkommt und es dann nur noch so 400-500 Höhenmeter raufgeht. Das ist auch für Kinder gut machbar, und man steht relativ schnell auf einem richtigen Gipfel :D

Ich würde meine Kinder da wohl auch hinschleppen, aber eben mehr wegen der familiären Bande, als weil es dort so ausgesprochen kindertauglich ist.

Schöne Grüße,

Sylvia