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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf's Breithorn mit 5-jährigen Kind?



FTA
30.06.2011, 00:47
Hallo.

Mein Schwager hat meiner Meinung nach ein ziemlich groteskes Vorhaben. Er möchte diesen Sommer (in 4 Wochen) aufs Breithorn mit meinem 5 Jahre alten Neffen. Sicherlich ist das Breithorn nicht grad der schwierigste 4000er (vom kl. Matterhorn), aber trotzdem ist das mit so einen Knirps ein ziemlich stupides Unternehmen. Das ganze soll ohne Seilschaft, Bergführer und höchstwahrscheinlich auch ohne Pickel stattfinden.:roll: (nur Steigeisen, davon abgesehen gibts die Kleinsten erst ab Schuhgr. 30, Neffe hat 28)
Ich habe ihn mehrmals darauf hingewiesen, dass das völliger Schwachsinn ist, aber leider ist mein Schwager ziemlich beratungsresistent und tut meine Warnungen als übertrieben ab. Er hat nur wenig hochalpine Erfahrung, ist aber der Meinung das unbed. ein 4000er fallen muss diesen Urlaub. Er ist in rel. guter Kondition denk ich und meint deshalb er könne meine Schwester und meinen kleinen Neffen auch dieser Gefahr aussetzen.
Ist bitte jemand von euch so nett und schreibt seine Meinung dazu ? Oder bin ich vielleicht sogar der Typ der maßlos übertreibt ? :-?

derSammy
30.06.2011, 08:12
och, Breithorn geht schon !! :roll:

http://books.google.de/books?id=w7p-j3SNgRMC&pg=PA31&lpg=PA31&dq=pit+schubert+breithorn&source=bl&ots=1T0pRuP-rb&sig=gNEQOCrprPXeMGeFwDz_ZgQKj6g&hl=de&ei=AgYMTsCmKcfpOeSK6ZcL&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CDAQ6AEwAg#v=onepage&q&f=false

Clouseu
30.06.2011, 08:23
Ganz so tragisch ist es nicht, ob das nun unbedingt mit einem 5 jährgen Kind sein muss kann man drüber Streiten, aber gehen tut es.

Will er jetzt gar kein Seil nehmen oder keine Seilschaft?

Einen Pickel braucht man da nicht unbedingt, allerdings eine Seilschaft würde ich schon empfehlen, auch wenn dort einige unangeseilt über den Gletscher wackeln wäre ich da mit einem Kind lieber Vorsichtig, der Gletscher hat zwar kaum Spalten, es gibt aber auch dort welche.
In der Bergflanke kann es je nach Verhältnissen auch Blankeis geben.
Wenn das Kind einbricht oder abrutscht wird der Vater es wohl problemlos halten können, aber umgekehrt?
Ansonsten vorher aklimatisieren und nicht gleich aus dem Flachland rauf, ich hab dort schon am kl. Matterhorn Leute gesehen denen es ziemlich besch..... ging.
Das sie nur bei gutem Wetter gehen setz ich mal vorraus, bei Nebel kann man sich auf dem grossen Plateau sonst prima verlaufen.

Bei guten Verhältnissen und mit der nötigen Vorsicht sollte das schon gehen, sofern der kleine auch spass dran hat.

Clouseu

derSammy
30.06.2011, 08:51
Ganz so tragisch ...............
Clouseu


Sauber .....

a.) Is ein 4000er in den Westalpen ein 4000er in den Westalpen
b.) "Soll das ganze ohne Seilschaft, Bergführer und höchstwahrscheinlich auch ohne Pickel stattfinden"
c.) "Hat er nur wenig hochalpine Erfahrung, ist aber der Meinung das unbed. ein 4000er fallen muss diesen Urlaub"
( > das is ja schonmal die beste Vorraussetzung :roll: )
d.) ist der Weg von der Bahnstation weg über das Plateau Richtung Gipfelaufbau wahrlich nicht dramatisch ...aber "oben raus" ....
> 5Jährig
> Kein Seil
> Kein Pickel
> Keine Erfahrung
> wie gesagt : SAUBER!!

https://lh4.googleusercontent.com/-cz92CwIygAM/SfM_fRB_wMI/AAAAAAAAAQ0/k6V1VdHgH-k/s912/P4230092.JPG

FTA
30.06.2011, 08:58
Will er jetzt gar kein Seil nehmen oder keine Seilschaft?
Clouseu
Weder noch !!!

Ich muss zugeben, bin etwas baff über die Verharmlosung. :-? Pickel braucht man nicht unbedingt ? Naja... hätte ich ehrlich gesagt anders eingeschätzt.

Clouseu
30.06.2011, 09:10
Hey, ich will das nicht verharmlosen aber auch nicht dramatisieren.
Wenn dein Schwager genug erfahrung hätte ginge das, das er allerdings
nicht mal ein Seil benutzen will (da bin ich zumindest von ausgegangen) mit dem Kind zeigt mir das Gegenteil, das ist völlig verantwortungslos und geht wirklich
überhaupt nicht.

Pickel würde ich auch mitnehmen, das man keinen benötigt ist aussage vom Zermatt Alpin.

Flachlandtiroler
30.06.2011, 10:21
Es hat Spalten da oben und auf eine Spur kann man sich nicht verlassen.
Auf 'nem "richtigen" Gletscher braucht es Seilsicherung und Pickel, zumindest für die Erwachsenen. Steigeisen ist vielleicht Geschmackssache am Breithorn, aber auf 25-30 Grad könn(t)en ganz schön nickelig werden wenn da mal Blankeis ist.

Konditionell ist das an einem schönen Tag sicher machbar, aber wie geht man mit der Erwartungshaltung von so'nem Kleinen um? Was ist wenn es doch nicht klappt, weil einer "schlapp" macht? Andersherum, was kommt als nächstes wenn das Breithörnchen widerstandslos "fällt"?

Eine Zweitagestour auf das Mettelhorn z.B. ist um Größenordnungen spannender und nachhaltiger, lieber das Geld der Trifthütte gönnen als den Seilbahnspezies, die nur die Landschaft verschandeln...

Gruß, Martin

Bellerophontes
17.07.2011, 22:56
Ich schlage vor, du kommst deiner Pflicht als Onkel nach und sorgst dafür, dass dieser Irrsinn nicht stattfindet. Wenn der werte Herr Papa beratungsresistent ist, dann erkläre der Mutter mal, was da oben mit ihrem Kind alles passieren kann (lass sie einfach nach "Breithorn Unfall" oder so googlen). Sie sollte den Vater dann schon überzeugen können ...

Alternativ sollten sich Mutter und Kind einen schönen Tag im Tal machen, während der Vater am Berg gegen seine Midlife Crisis kämpft. :p

blue0711
17.07.2011, 23:30
Ich mach ja mit meiner Kleinen auch einiges, aber das hört sich nun garnicht gut an.

Mal ganz ohne die örtlichen technischen Voraussetzungen (die ich dort nicht gut einschätzen kann):
Wie lange ist die Strecke denn für Erwachsene veranschlagt?
Mit dem Kind muss er Minimum das doppelte rechnen und alles, was dann über 6h geht, ist Overkill.

Dazu ist es bei einem 5-jährigen in hochalpinem Gelände IMHO unabdingbar, dass er gesichert wird.

Kann der /Onkel/* Schwager eigentlich die Symptome der Höhenkrankheit enschätzen und damit umgehen?
Kinder sollen diesbezüglich ja anfälliger sein (http://www.nzz.ch/2006/02/09/ap/articleDJK43.html)

*PS: Sorry, bei Familiendingen leide ich unter affektiver Demenz ;-)

LihofDirk
18.07.2011, 00:22
Kann der Onkel eigentlich die Symptome der Höhenkrankheit enschätzen und damit umgehen?


Der Onkel ist der wo denkt, der Vater ist der 4000er fixierte.
Ich würde auch über Deine Schwesetr gehen und ein Machtwort sprechen lassen. So wie Du die Sache schilderst klingt es mir reichlich unausgegoren. Vorkenntnisse sind IMHO unabdingbar, wenn man mit Kinder auf Tour geht.

Vegareve
18.07.2011, 00:39
Unangeseilt mit Kind auf so einem Grat gehen zu wollen ist fuer mich kriminell. Abgesehen davon dass das ganze doch eher wie eine Schnapsidee klingt. Es kann alles moegliche dort oben passieren. Auch wenn das Kind Pickel dabei hat, wird damit nicht umgehen koennen, wenn es stolpert......Von Kaelte und Hoehenkrankheit gar nicht mehr zu sprechen.

blue0711
18.07.2011, 02:31
Nochmal zur Zeit:
Die Tour steht mit 5h an (http://www.kraxl.de/ht-breithorn.html). Mit 5 Jahren nicht machbar, egal wie fit der Kleine ist.

Man kann nur hoffen, dass der Schwager genauso wi die anderen Touris gleich an den Stützen in der Ecke liegt, damit er das lässt.

Meine ist jetzt 10 und seit sie 4 ist, in den Bergen unterwegs. Sie läuft Erwachsenen-Tagestouren in angegebener Zeit mit vollem Gepäck und geht Klettersteige. Zudem ist sie sehr zuverlässig. Aber selbst mit ihr würde ich da oben mindestens 7h einplanen und es aufgrund meiner fehlenden Erfahrung mit Gletschern alleine schlicht lassen.

HUIHUI
18.07.2011, 02:39
b.) "Soll das ganze ohne Seilschaft, Bergführer und höchstwahrscheinlich auch ohne Pickel stattfinden"


Ich glaube ja das es nur ohne Bergführer stattfinden kann, es wird sich kein Bergführer finden der das macht. Die sind zwar Japaner und Holländer gewohnt aber sowas wird wohl niemand verantworten, und das muss der Bergführer ja.

Becks
18.07.2011, 11:07
Sag dem Schwager, er soll seinen Egotripp dann ausreiten, wenn kein Kleinkind dabei ist, dann bringt er bei etwas Pech wenisgtens sich nur selber um.

Ein 4000er ist und bleibt ein 4000er und selbst mit Bahnanmarsch kann viel schief gehn. Ich wette, er hat nicht vor, sich (und das Kind) zunächst einmal auf 3000-3500m zu akklimatisieren, sondern will direkt rauf. Kann gut gehen, muss nicht. Wenn er als Erwachsener da oben aufgrund der Höhe abkotzt oder spontan einen Anfall von Höhenkrankheit bekommt ist das sein Bier, aber ein Kind da raufschleppen ist "No Go".

Auf solche Gedanken kommen aber vor allem Leute mit wenig Erfahrung, die jetzt "mit Gewalt" einen gewissen Rekord einstellen wollen.

Alex

Sam
18.07.2011, 11:16
Naja. Es ist schon mehr als genug Sinnvolles geschrieben worden. Für FTA scheint die Sache ohnehin erledigt zu sein. Abgesehen davon, dass die Idee wirklich Banane ist, scheint die Sache so überzogen zu sein, dass sie mir eher wie verbale Muskelspiele zwischen Leithammeln / Alphamännchen / Familienmitgliedern erscheint. Viel Wind und nichts dahinter (Kann man nur hoffen!)...

FTA
25.07.2011, 17:15
So Leute, ich war nach dem Post vom Flachlandtiroler gar nicht mehr hier in dem Thread unterwegs, da ich nicht dachte das noch jemand was dazu schreibt. Eigentlich war ja auch alles gesagt. Nochmals vielen, vielen Dank für eure Beiträge.

Diese Aktion ist und bleibt absoluter Blödsinn.


Aktueller Stand ist, dass ich meine Schwester nochmal eindringlichst davon abgeraten habe. Eigentlich ist sie was das angeht sehr vernünftig, sie macht sich ja auch Sorgen um den Kleinen. Meinem Schwager ist das sicherlich auch nicht komplett egal wenn es um das Leben seines Sohnes geht, nur kann er halt einfach die Situation nicht einschätzen und meint ich übertreibe. :o

Laut meiner Schwester ist das Thema "Breithorn" jetzt abgehakt. Wenn, dann geht wohl mein Schwager allein da hoch. Nun ja, hoffen wir das Beste. Ich hab jedenfalls alles versucht.



FTA