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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : E5 mit (fast) zweijährigem Kind?



Klappstuhl
27.06.2011, 22:53
Hallo Forum,

jetzt hab ich schon wieder ein Anliegen und Fragen:

Weil ich so tolle Verwandtschaft habe, möchte diese mit mir (anscheinend) nächstes Jahr, der Zwerg wird dann bald 2, wohl eine Strecke des E5 wandern.

Nun hatte ich heute eine Anfrage "ob ich das mit dem Zwerg 2012 machen könnte" mit folgendem Link im Postfach ---> KLICK (http://www.alpinschule-oberstdorf.de/index.php?id=160):o:o:o:bg:

Anscheinend gibts das ganze als geführte Tour, wo ich aber jetzt eigentlich schon Abstand davon nehmen möchte, denn schließlich möchte ich auf die Bedürfnisse vom Zwerg eingehen und nicht auf die einer Gruppe.

Kraxe ist vorhanden, 2 oder 3 Erwachsene wären wir, zum abwechselnden Tausch beim Tragen.

Jetzt habe ich aber noch folgendes Problem: Ich kann euch jeden Grashalm im Himalaya aufzeigen, von Fernwanderwegen verstehe ich jedoch absolut nichts und habe mich damit auch noch nie auseinandergesetzt :roll:
(obwohl ich gerade fleißig guuugl, aber ich find halt nur Allgemeines)

Ist diese Teilstrecke nicht nur Kinderfreundlich, sondern auch KLEINkinderfreundlich (Tragefreundlich)?
Wie sind die Aufstiege zur Hütte?
Wie sind die Hütten?
Wird das ein Mordskraftakt (wenn ja, keine Lust :grins:) oder entspannt?

Ich hab halt überhaupt keine Ahnung... :(



Danke schonmal für eure Mühen
Eine überforderte Klapp

motion
27.06.2011, 23:23
Hallo

ich glaube die Etappen könnten nen Tick zu lang sein. hier ist nen schönes Reisebericht, allerdings mit etwas älteren Kindern
http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46818-AT-H%FCttentour-mit-Kindern-Tannheimer-Berge-%28Bad-Kissinger-H%FCtte-und-Otto-Mayer-H%FCtte%29

Unsere Tochter ist gerade in dem Alter(knapp 2). Momentan stelle ich mir es aber schwer vor mit ihr ne 7 STunden Etappe zu gehen. Zur Zeit will sie nur raus und selber laufen. Da braucht man dann für nen Kilometer mal locker ne Stunde. Wenn sie dann doch mal genug hat geht sie kurz in den Buggy nur um dann gleich wieder raus zu wollen :grins: Ich denke das Etappen mit 3 Stunden Länge genau das richtige sein wird. Wir werden es diesen Sommer in Kärnten mal testen :roll:

Gruß
Sven

Klappstuhl
27.06.2011, 23:56
Ok...danke für die Rückmeldung. Das habe ich mir schon fast gedacht.

Und ja, dass sie dann gerne selber laufen wollen, daran dachte ich gar nicht (kann es mir aber lebhaft vorstellen :grins:) - guter Hinweis...

Sag Bescheid wie es war :bg:

Edit: Und vielen Dank für den Link

Enja
28.06.2011, 00:23
Unsere wollten, sobald sie laufen lernten, selber laufen. Da 1-3-jährige darunter verstehen, dass sie wie die wilden in eine nicht näher definierte Richtung absausen oder doch eher spazieren-stehen, kommt man da nicht so recht voran.

5-6-jährig liefen sie eigentlich jede Strecke.

Dabei ist jedes Kind anders. Es soll auch welche geben, die spät laufen lernen und sich noch lange gerne herumtragen lassen. Nur kann man das schlecht vorhersagen. Und die Kinder verändern sich in dem Alter sehr schnell. Ich würde da also eher nicht langfristig planen.

Trotzdem waren wir ständig auf Hüttentour in den Alpen als unsere Kinder in dem Alter waren.

Monika
28.06.2011, 00:29
Hallo,
hier meine Sicht - allerdings ohne Erfahrung mit Kindern.
Die erste Etappe zur Kärnter Hütte dürfte mit Trage noch gehen (man könnte von Oberstdorf bis Spielmansau mit dem Taxi ankürzen, wie es nach meinem Wissen die meisten geführten Touren machen)
Am nächsten Tag steht dann ein Abstieg in das Tal an, eine Taldurchquerung (hier gibt es wieder eine Taximöglichkeit) und ein Anstieg zur Hütte - dieser dürfte je nach Kondition schon etwas anstrengender sein.
Am Tag 3 kommt ein kleiner Aufstieg (350 Höhenmeter) und dann ein Abstieg von 1800 Höhenmeter!
Der Weg ist zwar nicht sooo gefährlich (an einigen Stellen ist der Weg etwas schmal und man darf nicht stolpern - aber schlimmer sind nach meiner Meinung die Höhenmeter mit dem Gewicht - da gibt es leider auch keine Möglichkeit das zu entschärfen. Ausserdem würde ich aus meiner Erinnungung in den letzten Stunden ein 2 Jähriges Kind auf gar keinen Fall alleine laufen lassen, da der Weg zu schmal ist.
In Zams könnte man übernachten - dann gibt es am nächsten Tag eine Seilbahnfahrt nach Venet - dann kann man angeblich um den Gipfel zu den Hütten laufen und von dort aus geht es auf einer breiten Forststrasse nach Wenns und dann mit dem Bus nach Mittelberg. Wir sind damals über den Gipfel gelaufen - der Weg über den Gipfel ist aber unkritisch und sicherlich mit Trage machbar - aber man hat halt unnötige Höhenmeter. Sowohl an den Berghütten, in Wenns als auch in Mittelberg gäbe es Übernachtungsmöglichkeiten.
Diese Strecke bis Mittelberg ist problemlos mit einer Trage machbar, sofern dem Kind der Aufstieg mit der Seilbahn keine Probleme macht (da habe ich keine Erfahrung ob das z.B. Probleme mit den Ohren macht)
Der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte und dann die Überquerung des Rettenbach Jöchl bedeutet je nach Wetter die Querung von mehreren Schneefeldern - das könnte mit einem Kind in einer Trage eventuell nicht soo toll sein - zumal es dort auch recht kühl sein kann (man kratzt mit 2995m üNN die 3000er Marke)
Dannach kann ich nur von dem "originalen" E5 berichten.
Bis zum Timmelsjoch könnte man wieder mit dem Bus kommen (mit etwas Umsteigen) und dann das Timmelstal wunderschön zum Gasthaus Hochfirst gehen. Das sollte mit einer Trage keine Probleme machen - auch die Etappe zur Pfandler Alm könnte man gg. mit einer Zwischenüberachtung in St Leonhard verkürzen. Die Strecke Pfandler Alm - Hirzer Hütte hat zwar einige kurze Stellen auf denen der Weg sehr schmal ist, aber im grossen und ganzen halte ich diese Strecke machbar.
Von der Hirzer Hütte kann man mit einer Seilbahn nach Obertall (Mittelstation) und von dort aus einige Meter weiter die Seilbahn nach Verdins nehmen.
Von dort fahren Busse nach Schenna und dann weitere Busse nach Meran.

Ob man ein Kind aber mehrere Stunden in einer Kraxel ruhig halten kann kann ich nicht sagen.
Bis auf die beidem Etappen nach Zams bzw. Rettenbachjöchl könnte man den E5 ev. gehen - aber auf den beiden Etappen gibt es Stellen, wo man ein so kleines Kind mehrere Stunden nicht alleine laufen lassen kann.

In ca 3 Wochen sehe ich meine Kollegin wieder, die dann frisch vom E5 mit einer Bergschule kommt - wenn dann noch Bedarf besteht, kann ich sie gerne löchern.

Monika

hyrek
28.06.2011, 10:47
problem koennte auch werden, ob sich das kind von jedem tragen laesst. bei unserer grossen war das kein problem, die kleine wollte nur von papa getragen werden (der dann irgendwann schlapp war).

Enja
28.06.2011, 11:10
Unsere Jüngste hat "gefühlt" (in Wirklichkeit lief sie vorher auch schon) beim Abstieg vom Kitzsteinhorn laufen gelernt. Sie war da so ca. ein Jahr alt und wir wollten sie eigentlich tragen. In dem Alter kann man mit Vernunft noch nicht so wirklich punkten. Ich musste also die ganze Strecke gebückt mit festem Griff in ihrer Latzhose hinter ihr her, da sie noch keinerlei Vorstellung davon hatte, warum man einem Weg folgen sollte. Zur Überquerung der Schneefelder habe ich sie dann gegriffen und brüllend und strampelnd drübergetragen.

Wir hatten eher mit Problemen bei der Dreijährigen gerechnet. Die lief angeseilt vor meinem Mann her. Ohne den Schatten eines Problems.

Klappstuhl
28.06.2011, 12:25
Hallo Monica, hyrek und Enja.

Danke für eure Beiträge und speziell Monica für die genaue Schilderung.

Ich sehe auch ein Problem darin den Zwerg ständig zu tragen. Ich weiß ja nicht wie sich das entwickelt. Momentan wäre eine Abwechslung des "Trägers" noch nicht drin. Auch ist der Freiheitsdrang (zumindest in KiWagen, Buggy) recht groß. Wer weiß aber schon wie das mit 2 Jahren aussieht.
Im Moment sehe ich es eher kritisch...

hosentreger
28.06.2011, 12:37
Problem könnten nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte sein. Ich hatte damals z.T. nur Lager unterwegs, und ich weiß nicht, ob ich mir das mit einem lebhaften 2jährigen antun möchte, oder dem Kleinen, oder den anderen Wanderern.

Die Schwierigkeit ließe sich sicherlich eher beheben, wenn klar wäre, dass immer (ein) Zimmer für die Gruppe reserviert werden kann. Ist in der Hauptwanderzeit aber oft nicht der Fall, vor allem dann nicht, wenn man wegen des Kindes die Tagesetappen nicht passgenau planen kann.

hosentreger

Enja
28.06.2011, 12:50
Damit hatten unsere Lütten nun wieder gar kein Problem. Jedes Kind ist halt anders. Deshalb würde ich solche Unternehmungen nicht zu langfristig planen. Ich hatte mich aber auch damals komplett verschätzt, was den "Freiheitsdrang" betraf.

hitchhiker
28.06.2011, 13:16
Probieren geht über studieren.

An sich von den Wegen oder Aufstiegen her sollte es kein Problem sein.

Vielleicht das Kind jetzt schonmal dran gewöhnen, wie es ist den ganzen Tag auf Papis Rücken zu verbringen. Die Landschaft interessiert ein 2 Jähriges Kind eher gar nicht. Stell ich mir verdammt langweilig vor...
Vielleicht macht es das ein oder 2 Tage mit. Vielleicht hat es danach die Schnauze voll und brüllt nur rum....wer weiß das schon....daher Ausprobieren!
Wenn man die Hütten früh genug Bucht, sollte das auch kein Problem sein...

hosentreger
28.06.2011, 14:03
...Wenn man die Hütten früh genug Bucht, sollte das auch kein Problem sein...

Ist es aber doch wohl dann, wenn sich unterwegs rausstellt, dass die Tagesstrecken doch nicht so durchführbar sind, wie ursprünglich geplant (und gebucht!).

Mit Kindern geplant reisen war bei/mit meinen drei nie so einfach - es kam meist anders...

hosentreger

blue0711
28.06.2011, 14:04
Wenn die kleinen laufen wollen:
Sitzgurt und 5-6m Seil mitnehmen. Am Kind in der Einbindeschlaufe und selbst einmal um den Bauch rum, jeweils mit Sackstich und immer locker kurz halten reicht bei dem Gewicht völlig (siehe Avatar).
Schont die Nerven und das Kreuz.
Denn die Kleinen kugeln weg wie ne kleine Lawine.:o

Hab das bei meiner Kleinen gemacht, allerdings war sie da vier.
Zeiteinschätzung war damals angegebene Zeit x2, bei einem zweijährigen Kind würd ich von Faktor 3 ausgehen und be allem unter sechs Optionen einplanen.
(Wobei die Kleinen schlaftechnisch sehr anspruchslos sind, man kann also durchaus ein Biwak als Option ansehen)

Monika
28.06.2011, 14:13
Damit hatten unsere Lütten nun wieder gar kein Problem. Jedes Kind ist halt anders. Deshalb würde ich solche Unternehmungen nicht zu langfristig planen. Ich hatte mich aber auch damals komplett verschätzt, was den "Freiheitsdrang" betraf.

Wenn es Landschaftlich schön sein soll, eine mehr oder weniger klassische Tour mit Abbrechmöglichkeiten könnte man den Bärentrek zwischen Meiringen und Mürren in Erwägung ziehen - eigentlich alles einfache Strecken, viele Möglichkeiten auch mit Bus, Seilbahn und Zug Etappen abzukürzen, man kann die Strecke leicht etwas umplanen, so dass man trotz herrlicher Landschaft kurze Etappen hat. Man kann zudem einige sehr schöne Tagesetappen einplanen, so dass man nicht jeden Tag das komplette Gepäck tragen müsste (Es gibt sogar geführte Touren mit Gepäcktransport zu den jeweiligen Talorten)
Der Abschnitt Rotstockhütte - Gspaltenhornhütte - Blümlisalp - Oeschinensee ist dann leider an einigen Stellen etwas kritsch (steiles Schneefeld, eine Leiter, steiler Abstig ab Blümlisalp)
Wenn das Kind aber längere Zeit stillsitzen könnte, dann wäre diese Strecke in meinen Augen besser machbar als der E5, da diese maximalen Etappen bis zur nächsten Hütte/Pension einfach deutlich kürzer sind.

Hier ein Link zum Bärentrek: http://www.wandersite.ch/Baerentrek.html

Beim E5 wäre in meinen Augen halt die schlimmste Etappe die zwischen Memminger Hütte und Zams: 1800hm am Stück bergrunter und keine Möglichkeit abzukürzen.
Zum Ende hin der Weg an der Kante entlang mit der Chance der direkten "Abkürzung" in das Tal.
Wir sind damals um kurz nach 5 Uhr los und waren pünktlich zum Mittag in Zams. Geschätzt hatten wir bis Zams etwa 6 Stunden Gehzeit bei mehr oder weniger gemütlichem Tempo und bei ca 13kg Gepäck pro Nase.
Es gibt zwar auf halber Strecke runter nach Zams eine bewohnte Hütte, bei der man damals was zu trinken kaufen konnte, aber die sah nicht nach einer Möglichkeit zum Übernachten aus.

Monika