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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MYOG-Quilt: Frage zu Dämmwirkung von Primaloft/Daune



Mattai
27.06.2011, 11:04
Hallo liebes Forum,

nachdem der Projektstau im Hobbybastelkeller langsam beseitigt ist möchte ich mich wieder dem Stoff zuwenden und mir einen Quilt nähen, der die Lücke zwischen meinem Sommerhüttenschlafsack (500gr) und dem Wintermonster (gefühlte 237892kg) schließt.

Auch wenn ich desöfteren gelesen habe, dass MYOG nicht eingesetzt werden kann um zu 'sparen' hoffe ich dennoch, durch ideale Anpassung an meine Bedürfnisse mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis wegzukommen. D.h. es geht nicht um hyperultrasuperleichtbau und arktische Expeditionen - und so kann ich mir vorstellen nicht immer das Beste vom Besten zu verwenden.

Dafür kann ich durch Anpassen an meine Bedürfnisse (Wunsch nach Beinfreiheit / ich decke mich eigentlich immer nur zu weil sonst Platzangst) und daher einer Quiltkonstruktion auch Gewicht und Material sparen.

Und bevor der Einwand kommt kaufe käme billiger: der billigste Daunenschlafsack bei Globetro**er kostet 130€ (90/10 - 620cuin) und hat aber irsinnigerweise ein BW-Innenstoff.

Da der Einsatz hauptsächlich gemäßigtes Trekking ist (also ausschließlich im Zelt, eher Sommer) schätze ich die gewünschte Komfort so bis 5°.

Gibt es bezüglich der Isolationswirkung von Dämmfüllungen Anhaltspunkte über die notwendigen Schichtdicken? Mich würden da die Primaloft ONE und Primaloft Sport von ExTex interessieren (mit welcher Dicke bis zu welcher Temp.) - aber auch die ungefähr notwendige minimale Steghöhe bei einer mittelmäßigen Daune (700cuin, 90/10).

Vielen dank für Sachdienliche Hinweise,
Mattai

EDIT: PS: könnte man bei dem Temperaturbereich eigentlich noch mit durchgesteppter Konstruktion arbeiten, wenn man sehr Faul ist?

JonasB
27.06.2011, 11:46
die Füllung ist nicht allein verantwortlich für den isolierwert, viel eher die Dicke der Füllung.
Bis etwa 0°C wurde mir für einen Quilt eine Kammerhöhe von ca. 4cm empfohlen, dabei ist es egal ob du Daune oder Primaloft rein packst. Bei Primaloft sind 4cm etwa 2 Schichten der 100er. Daunen sind da um einiges leichter, aber halt Feuchtigkeitsempfindlicher.

bei 5 Grad mit Daunen eine durchgesteppte Kammer zu nehmen sehe ich als Grenzwertig. Beim Primaloft musst du es eh alle 15cm vernähen- da würde ich dann eine Shcicht am Innenstoff und eine Schicht am Aussenstoff vernähen und um 7,5cm verschoben zusammen nähen.

Auf meinem Plan steht erst einmal ein Daunenquilt und dann irgendwann mal ein Primaloft Quilt, der aber auch als Isolierjacke und Wetterschutz dienen kann.

Sarekmaniac
27.06.2011, 20:23
Auch wenn mein aktueller MYOG-Thread "Daunenschlafsack" lautet, habe ich über das vergangene lange Wochenende einen Daunen-Quilt genäht.;-) Meine Ratschläge aus frischer Erfahrung:

Wenn Du Daune nimmst, kommst Du um Kammern nicht herum. Das ist nähtechnisch schon aufwändig. Wenn Du das zu zeitraubend findest oder zu schwierig, ist Kufa die bessere Wahl.

Materialkosten: 350 g der 860er Daune bei Extremtextil kosten etwa 100 Euro, die 700er Ware gut die Hälfte (allerdings wirst Du etwas mehr brauchen). 4 bis 4,5 laufende Meter Stoff ca. 45 Euro; 1 lfm Fliegengitter-Stoff für Kammerstege 2 bis 3 Euro. kleinzeugs (Gummizug, Tankas, Nähgarn) 10 Euro.

110-150 Euro wird dich das Projekt, je nach Daune, also kosten. Bei dem französischen Lieferanten zu bestellen, den hier einige genutzt haben, lohnt bei der kleinen Menge eher nicht, denke ich mal.

Ich würde 4-5 cm hohe Stege machen, dann haut das mit 350 g 860-Cuin-Daune hin.

Wenn Du nähmaschinenmäßig nicht total ungeschickt bist und den Stoff massakrierst, kriegst Du auch mit der 700er daune einen Quilt, der um Klassen besser ist als dieser Meru-Schlafsack (vom Selbstgemacht-Faktor mal ganz abgesehen). Wenn du dich wirklich dazu aufraffst, dir die Arbeit zu machen, dann gönn' dir die 860er Daune.

Die Bauunleitung von Ran im Wiki kennst Du?

Für die komfortemperatur gibt es eine Faustformel:

17,5 - ( 3,5 * Durchschnittliche Höhe / 2 ) = Komforttemperatur

Das gilt für Schlafsäcke, wo sich ja die Isolierung auf Ober- und Unterseite verteilt (deswegen Gesamthöhe durch zwei). Der Quilt hat ja nur eine (oberseitige) Schicht. Deshalb rechnest Du:

17,5 - ( 3,5 * Durchschnittliche Höhe)

5 cm Schichtdicke macht rechnerisch 0 Grad Komfort, ein paar Grad solltest Du zuschlagen, da der Quilt geräumig und ist und nicht ganz so perfekt abschließt wie ein ein geschlossenes System. Also 5 cm und 5° Komfort passt ganz gut.

Mattai
27.06.2011, 22:47
Hallo Sarekmaniac,

vielen Dank für die Rechenfromeln. So etwas habe ich gesucht.
Für KuFa habe ich bei ExTex diese "CLO/Gr"-Einheit entdeckt und kann damit auch ein wenig herumrechnen.

Die Preise hab ich im Forum und im Netz schon erstöbert...und dazu auch, dass man wohl bei yeti.pl oder Cumulus günstiger an Daune kommt als bei ExTex (wobei mir die Betellung im Ausland schwer fallen würde, denn ich habe heute festgestellt dass Extex gerade 5 Straßen von meiner Wohnung entfernt sitzt :o ).
Derzeit beobachte ich fleissig Daunendecken bei Ebay - da gibts welche mit 90/10 und gut 800gr Füllung. Lediglich Cuin-Angaben sind nicht mit bei.

Die Anleitung aus dem Wiki kenne ich, und auch wenn ich mit dem Nähmaschinenumgang nicht unfähig bin (bzw in jeglicher Bastel-/Bauhinsicht mit Perfektionismus und Geduld gesegnet) hatte ich gehofft mit dem Durchsteppen etwas faul sein zu können.
Immerhin gibt es für richtig viel Geld auch im outdoorshop durchgesteppte Daunenquilts. LINK (http://www.sackundpack.de/product_info.php?cPath=165_232&products_id=2245)

Ich vermute sehr stark, dass ich aus Kostengründen mit Primaloft starte - und später dann mit Erfahrung zu Daune schwenke.

Aber wenn ich Dich gerade frisch vom Nähtisch herhole: welchen Stoff '(ich vermute von ExTex) hast Du verwendet? Daunendichte gibt es da ja einige...kosten ja alle um die 12-13€. Aber ich habe keinen Plan welche davon sich wie anfühlen...

Schönen Gruß und Danke,
Mattai

Sarekmaniac
27.06.2011, 23:08
Derzeit beobachte ich fleissig Daunendecken bei Ebay - da gibts welche mit 90/10 und gut 800gr Füllung. Lediglich Cuin-Angaben sind nicht mit bei.

Das Thema hatten wir hier schon Mal. mein Rat: Lass es. Wirklich hochwertige Daune kostet eben ihr Geld. Die Daunen von Extremtextil sind beide schlafsacktauglich, damachst Du nichts verkehrt. Mit einem vermeintlichen Ebay-"Schnäppchen" wirst Du nicht glücklich werden.

Den Stoff für die Oberseite finde ich gerade nicht mehr (38 g/m²), der scheint ausverkauft zu sein.

Daunendichte Stoffe sind nicht so viele da aktuell (weshalb ich dieses scheußliche Himbeerrot nehmen musste)

Für die Unterseite habe Taffetta-Nylon genommen:

Klick (http://www.extremtextil.de/catalog/Stoffe/unbeschichtet/Nylon-Taffeta-daunendicht-soft-38g-qm::1518.html)

Das Zeug ist absolut klasse, fühlt sich weich und angenehm an, das kann ich nur empfehlen.

Es spricht auch nichts dagegen, nur das Taffetta Nylon zu nehmen. falls Du es schwarz magst.

Wenn Du in der Nähe wohnst, geh doch einfach mal vorbei und lass dir die Stoffe zeigen. Es gibt immer auch verschiedene Reststücke, die nicht im Online-Shop stehen.

Überleg dir das nochmal mit dem Primaloft. So groß ist der Preisunterschied bei den Materialien dann auch nicht, und auch für MYOG-Jünger gilt: Wer Kufa näht, näht zweimal.:grins:

Und aufpassen bei den Stoffen: Daunendicht ist nicht immer primaloft-dicht. Steht aber in der Regel in der Artikelbeschreibung.

JonasB
27.06.2011, 23:15
Sarekmaniac hat hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?45179-Heiteres-Daunenraten&p=834668&viewfull=1#post834668) von mir gestellte (laut Bettenladen sehr gute) Bettdeckendaunen getestet. Ich würde dir daher doch lieber zur ExTex Daune raten.

Bei 5cm Steghöhe brauchst du 2 Lagen Primaloft. Ich nehme mal an das du nicht unter 1,5m groß bist, also brauchst du für einen Quilt 4-5 Laufmeter. Das macht 60- 90 € für das Primaloft.
Da sind Daunen günstiger...!! bei Yeti.pl kosten 100g 30 Euro. Zumindest wenn man sich einen Schlafsack overfillen lässt.
Nimm die ExTex daune oder die französische, alles andere macht keinen Sinn.

das Kalandrierte Nylon ist recht steif, ich würde es dir für dienen Zweck nicht empfehlen- also am ehesten das (http://www.extremtextil.de/catalog/Stoffe/unbeschichtet/Nylon-Taffeta-daunendicht-soft-38g-qm::1518.html)

Sarekmaniac
28.06.2011, 00:36
das Kalandrierte Nylon ist recht steif, ich würde es dir für dienen Zweck nicht empfehlen- also am ehesten das (http://www.extremtextil.de/catalog/Stoffe/unbeschichtet/Nylon-Taffeta-daunendicht-soft-38g-qm::1518.html)

:ignore:Man sollte Links schon anschauen. Du verlinkst denselben Stoff wie ich. Es ist kalandriert, aber nicht steif.;-).

Zur Länge: 20 cm länger als Körperlänge ist ein guter Richtwert.

mochilero
28.06.2011, 18:23
Hallo,
wollte auch kurz zwei Worte zu deinem Projekt schreiben. Ich habe mittlerweile zwei Daunenquilts genäht, einen Einmann- und einen Einmann+Einfrau-Quilt. Beides keine UL-Teile, aber wir sind beide auch eher verfroren. Der 1er hat knapp 800g bei 500g 700er Daune, der 2er hat ca. 1200g bei 750g Daune.
Mein Rat: nimm Daune. Etwas mehr Arbeit zu nähen, dafür mehr Komfort und weniger Gewicht. Ich habe zwei Kufa-Schlafsäcke und eine Primaloft-Jacke, Daune mag ich definitiv mehr!
Materialkosten sind fast gleich würde ich sagen. mein 1er Quilt hat ca. 100€, der 2er ca. 150 Euro gekostet. Pertex Quantum 7,65€/m, 700er Daune 10€/100g (Ausland!). Soll einer sagen Selbstbau lohnt nicht!

Zu den Rechenformeln:
Für mich stimmen die angegebenen Temperaturangaben eigentlich nie (s.o.). Außerdem wäre ich vorsichtig, die Daunenmenge gegenüber dem Schlafsack einfach zu halbieren, wie in einem Post geschrieben. Klar, unten fehlt die Daune, das ist ok so. Mein 1er ist oben 135 oder 140cm breit, das ist mehr als die Hälfte einer Schlasa-Breite! Außerdem rutscht die Daune nachts immer auch ein bisschen von der Mitte an die Seiten (konstruktionsbedingt im Gegensatz zu einem guten Daunensack)
Wenn du halbwegs geradeausnähen und eine Schere handhaben kannst kriegst du so eine "Schlafdecke" locker an einem (arbeitsreichen) Wochenende zusammengeschustert. Sie ist gemütlich, leichter als ein Schlafsack mit gleichem Loft, auf deine Bedürfnisse zugeschnitten, du gehst mit deiner selbstgemachten Ausrüstung auf Tour, das ist toll!
Die Teile decken würd ich sagen 85% unserer Touren ab. Schlafsack brauch ich höchstens noch für Wintertouren/Expeditionen (mach ich eh nicht so ;-). Der 1er hält mich bis ca. 5 Grad gut warm, mit Klamotten auch schon einmal bis knapp unter 0. Der 2er ist noch nicht so ausgiebig getestet, ich denke aber dass wir so bis -5 Grad damit gut klar kommen. Zu zweit ist s ja immer bissle wärmer ;-) Bin meist mit Tarp unterwegs, kein Bivi.

Bettendaune hat oft mehr Federn drin --> ungeeignet.

Ich habe mich weitgehend an die Anleitung im Wiki gehalten. Die Dinger sind beide einfach nur trapezförmige Decken, zwei Schurzügen, einem 80cm RV als Footbox, und oben Druckknöpfen. Genaue Maße schreib ich bei Interesse gerne rein. Kammerhöhe 7,5 cm.

Kammertrennungen einnähen:
1. Markierungen auf den Stoff der Außen- und Innenseite (Streifen Tesa-Krepp --> keine Stecknadel-Löcher)
2. Kammertrennstreifen auf die Markierungen der Außenseite kleben (na klar, auch mit Tesa-Krepp)
3. Festnähen (ja, natürlich neben dem tollen Tesa-Krepp)
4. am Kopf- oder Fußende anfangen die Trennstreifen nacheinander an die Innenseite zu nähen. Die Klebestreifen müssen so geklebt sein, dass sie nach dem Zunähen nicht in der Kammer drin sind! (bei 1. bedenken!)
5. eine Längsseite doppelt umschlagen und zunähen (inkl. Kammertrennstreifen, damit keine Daune in die nächste Kammer rutschen kann)
6. an erster und letzter Kammer Aussen- und Innenstoff zusammen nähen (einfache Naht) --> dreieckiger Kammerquerschnitt
7. Daune einfüllen (erste und letzte Kammer weniger Daune da kleineres Volumen!)
8. Schnüre für die Schnürzüge, Gurte / Verstärkungen für die Druckknöpfe einnähen
9. an Kopf- und Fußende den Saum für den Schnürzug machen
10. RV für Footbox
11. gut schlafen

Ich habe die Kammertrennungen schräg eingenäht, wie bei meinem Daunenschlafsack. Sieht so aus von der Seite: / \ / \ / \. Abstände der Kammertrennungen sind 8 bzw. 16 cm. Könnte mir vorstellen, dass so die Kammern besser entfaltet und weniger bauchig werden als wenn man den Kammerquerschnitt streng rechteckig macht.

Daune einfüllen:
Manche haben keinen Bock auf die Sauerei und machen deshalb nix mit Daune. Ich hab mir dafür extra einen "Daunen-Einfüllomat" genäht. Ist einfach ein großer Sack aus Silnylon (=billig+dicht) mit einem ca. 2m langen 10cm breiten "Rüssel" dran. (für den "Rüssel" lieber einen Rest Pertex nehmen --> Handling besser) Man schiebt einfach eine Portion Daune in diesen Schlauch vor, kann die Portion ungefähr abwiegen, Schlauch ans Ende der Quilt-Kammer rein, Daune rausdrücken, fertig. Daunenverpackung wird erst innerhalb des grossen Sacks geöffnet, der "Rüssel" während der "Manöver" mit so einer Kellogs-Klemme verschlossen. Hatte vielleicht 5 Daunen in der Wohnung...

Der 2er hat oben für jeden Schläfer einen getrennten Schnürzug, per Druckknopf können entweder die beiden Ecken verbunden werden (=1 grosse Kopföffnung für beide) oder die Ecken in die Mitte des Quilts geknöpft werden (=2 einzelne Kopföffnungen, Schultern habens warm)

Tip zur Quilt-Benutzung:
habe aus den Resten ne Daunenweste und die Primaloft-Jacke gemacht. Diese werden über die Iso gezogen, RV nach unten --> man hat fast Schlafsack-Komfort!

Just my 2 cents...

Bei Fragen gerne melden!

Grüsse, m

ps: oops mehr als 2 Worte...

JonasB
28.06.2011, 21:52
:ignore:Man sollte Links schon anschauen. Du verlinkst denselben Stoff wie ich. Es ist kalandriert, aber nicht steif.;-).


??? Klar verlinke ich den selben Stoff wie du, weil das meine Empfehlung ist. Im Gegensatz zum dem Tafetta empfinde ich das kalandrierte schon etwas steifer...

Mattai
29.06.2011, 12:13
Sarekmaniac hat von mir gestellte (laut Bettenladen sehr gute) Bettdeckendaunen getestet. Ich würde dir daher doch lieber zur ExTex Daune raten.

Nehme ich kommentarlos an und danke für den Rat.



Bei 5cm Steghöhe brauchst du 2 Lagen Primaloft. Ich nehme mal an das du nicht unter 1,5m groß bist, also brauchst du für einen Quilt 4-5 Laufmeter. Das macht 60- 90 € für das Primaloft.

Aaalso. Nicht dass ich erfahrenen alten Hasen nicht glauben würde, aber bei ExTex gibt es ja diesen CLO/gr-Wert.

Wenn ich dem Glauben schenke ergibt sich folgendes:

Variante 1: 60gr + 133gr Primaloft One (0,025 CLO/gr) = 193gr * 0,025 = 4,8 CLO
Nach der Tabelle (Link (http://www.extremtextil.de/tipps/lexikon/clo.html)) ergäbe sich da eine Komforttemp zwischen 9° und 0° - also ca 5°.
Kosten: 2m von 60gr (16€) + 2m von 133gr (28€) = 45€

Variante 2: 133gr + 133gr Primaloft One = 266gr * 0,025 = 6,6 CLO
Nach der Tabelle knapp unter 0°.
Kosten: 4m von 133gr = 56€

Was nicht heissen soll dass mich das Packmaß von Daune kalt lässt (hoho Wortspielkasse hinsichtlich Schlafsäcken);-)

Ahoi,
Mattai

Mattai
29.06.2011, 12:23
Hallo Mochilero,

Wow, vielen Dank für den langen und ausführlichen Post. Einen großen Teil der Anregungen hatte ich mir schon selbst angelesen...aber so komprimiert ist das alles noch viel verarbeitbarer fürs Hirn.


Pertex Quantum 7,65€/m, 700er Daune 10€/100g (Ausland!). Soll einer sagen Selbstbau lohnt nicht!

Darf man fragen wo das Pertex her war/ist? Das ist nämlich ein recht guter Preis.
(und die Daune natürlich auch...Ausland=Polen?)

Danke und Ahoi,
Mattai

heron
29.06.2011, 16:09
@Mochilero

danke für die vielen guten Tips - da war bei mir die QuiltHülle doch glatt in 4 Stunden fertig :bg: - 12 Kammern, 238g. Pertex 4 (leider 54g/m2) lag bei mir noch herum, Moskitonetz auch.
Kann ich echt nur empfehlen - keine grosse Schwierigkeiten bei geraden Nähten.

Allerdings sind bei mir die erste und die letzte Kammer grösser, die Schnüre, Knöpfe etc. alle weggelassen, weil ich den Quilt lieber unter mir habe als unter der Isomatte.

Morgen lasse ich dann die Daune vom Profi der Fa. Gärtner in Wien einfüllen :grins: :grins: :grins: wieviel das werden wird überlasse ich auch weitgehend ihm - so zwischen 400 und 600g sind so geplant.

Bilder gibts dann morgen.

mochilero
29.06.2011, 16:49
Hallo nochmal,

@heron: gerne! Wow, 4 Stunden für n Quilt, da muss ich mich aber noch ranhalten! Unser 2er Quilt hat 19 Kammern, tja, kleinere Leute haben wohl einen Näh-Vorteil! Daunen vom Profi einfüllen lassen, top Idee! Schnüre+Knöpfe: meine Quilts haben nur oben und unten einen Schnurzug, oben einen Druckknopf für den Halsabschluß und eben die per RV zu öffnende Footbox. Ich lege mich auch lieber auf die Quiltränder, als diese unter die Isomatte zu packen. Letzteres ist für mich als Seitenschläfer eh blöd. Machst du an deinen Quilts eine feste Footbox? Ich mag halt einfach die Möglichkeit, das Ding zur Decke umzufunktionieren oder mal unten an den Füssen zu lüften, wenn nötig ;-)

@Mattai:Tips immer gerne, ich hol mir ja hier oder bei TUL auch immer gerne Anregungen.
Wegen der Daune und dem Pertex würde ich mich gerne nochmal mit ExTex kurzschließen, vielleicht können die das ja für uns besorgen, wäre ja für alle bequemer als Import aus Osteuropa. Wenn die das nicht machen wollen vielleicht per PN?

So, dann mal viel Spass beim Nähen (hoffentlich die Daunenversion ;-)
Gruss, m

Goettergatte
29.06.2011, 17:04
___

Sarekmaniac
29.06.2011, 17:08
@ Mochilero: Stell doch mal Bilder ein, insbesondere von dem 2er-Quilt, das ist bestimmt interessant (am besten in einem eigenen Thread).

@Heron: Wie hoch hast Du die Stege gemacht, und welchen Temperaturbereich peilst du an?

600 g Gärtnerdaune bei deiner Körpergröße gibt aber ein fettes Teil.

Die Firma Gärtner zu beauftragen ist aber feige. Das Befüllen ist doch das Allerlustigste an der ganzen Aktion.:grins:

mochilero
29.06.2011, 19:48
@ Mochilero: Stell doch mal Bilder ein, insbesondere von dem 2er-Quilt, das ist bestimmt interessant (am besten in einem eigenen Thread).


@Sarek
ist geschehen und zwar da:
http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?53611-MYOG-Duo-Daunen-Quilt&p=870521#post870521

Gruß, m

PS: alter Falter, Bilder mit dem Netbook zurechtschustern, echt nervig...

heron
29.06.2011, 20:34
@heron: gerne! Wow, 4 Stunden für n Quilt, da muss ich mich aber noch ranhalten! Unser 2er Quilt hat 19 Kammern, tja, kleinere Leute haben wohl einen Näh-Vorteil! Daunen vom Profi einfüllen lassen, top Idee! Schnüre+Knöpfe: meine Quilts haben nur oben und unten einen Schnurzug, oben einen Druckknopf für den Halsabschluß und eben die per RV zu öffnende Footbox. Ich lege mich auch lieber auf die Quiltränder, als diese unter die Isomatte zu packen. Letzteres ist für mich als Seitenschläfer eh blöd. Machst du an deinen Quilts eine feste Footbox? Ich mag halt einfach die Möglichkeit, das Ding zur Decke umzufunktionieren oder mal unten an den Füssen zu lüften, wenn nötig ;-)



Deiner sieht bestimmt ordentlicher aus als meiner - mit dem gewinnt man keine Miss Quilt Wahl! Und diese ganzen Kleinigkeiten, die bei dir ja super schön aussehen, viel Arbeit machen habe ich weggelassen - plain quilt.
Ich mache die Footbox fix zu - bei mir besteht praktisch nie Bedarf am Füsse kühlen :bg:
Mein erster ist ein KuFa von Ray Jardine, mit dem schlafe ich zuhause sehr gerne und jetzt habe ich mehr oder weniger das gleiche in Daune.







@Heron: Wie hoch hast Du die Stege gemacht, und welchen Temperaturbereich peilst du an?

600 g Gärtnerdaune bei deiner Körpergröße gibt aber ein fettes Teil.

Die Firma Gärtner zu beauftragen ist aber feige. Das Befüllen ist doch das Allerlustigste an der ganzen Aktion.:grins:

Temperatur bis in die unteren einstelligen Minusgrade - mein Problem ist, das mein Komfortbereich um 10 oder mehr Grade schwanken kann :o
Steghöhe ist 5cm und mal sehen was er meint so einfüllen zu müssen - fett kann er ruhig sein, zu warm ist mir selten.
Ich hätte gerne so einen nicht zu schweren Allrounder.

Und ja, ich bin sehr gerne eine feige Memme :grins: :grins:
Ich werde dann morgen Bilder vom Befüllen machen! Das wird lustig :hahaa:

Sarekmaniac
29.06.2011, 21:02
Ich werde dann morgen Bilder vom Befüllen machen! Das wird lustig :hahaa:

Du gehst nach Gärtner und schaust zu?

Ich geb mal einen Tipp ab, bei 5 cm Steghöhe: Bei 350 g ist Schluss.

heron
29.06.2011, 21:05
Du gehst nach Gärtner und schaust zu?

Ich geb mal einen Tipp ab, bei 5 cm Steghöhe: Bei 350 g ist Schluss.

Ich geh nach Gärtner und darf hoffentlich zuschauen ;)

Weitere Tips werden bis morgen Mittag angenommen!

Sarekmaniac
29.06.2011, 21:10
Heron, welche Grundfläche hat denn dein Quilt?

heron
29.06.2011, 21:16
Heron, welche Grundfläche hat denn dein Quilt?

Ein Trapez 185cm lang - 80cm unten - 108cm oben - kann ich ganz über den Kopf ziehen :bg:

mochilero
29.06.2011, 21:16
Thema Stoffe:
Für mich bewährt hat sich definitiv das Pertex Quantum. Mit 32g/m2 recht leicht, ausreichend stabil, ich finds auch angenehm zu tragen. Der Duo-Quilt ist komplett aus PQ, der 1er hat Kammertrennungen aus Moskitonetz. Bei dem Moskitonetz habe ich irgendwie das Gefühl, die Nähte könnten auch mal ausreißen, wobei ja eigentlich keine Kraft auf diesen Nähten ist. Der Daunenübertritt in andere Kammern ist wahrscheinlich minimal, von daher warum nicht.
Ich habe mich beim 2er für die Kammertrennungen aus PQ entschieden weil:
- etwas robuster
- angenehmer zuzuschneiden
- Gewicht fast gleich 32 vs 25g/m2
Moskitonetz ist weniger als halb so teuer wie PQ, das wär ein Gegenargument für Sparfüchse.

Meine Frage:
PQ ist ja momentan schlecht in Deutschland zu bekommen, gibt es andere Empfehlungen aus der Runde? Ich suche nach einem ähnlich leichten, genauso daunendichten Stoff. bei dem 38g/m2 Nylon von ExTex gingen bei mir wesentlich mehr Daunen raus als bei PQ. Für manche Menschen (nicht für mich) fühlt sich PQ etwas zu sehr nach "Plastik" an, besseres Hautgefühl wäre also auch interessant. Sorry für OT

Gruß, m

Sarekmaniac
29.06.2011, 22:03
Zu Kammertrennungen aus Moskitonetz. Das ist die Lösung aller professioneller Hersteller. Einmal ist es ein sehr günstiges Material, aber es gibt auch funktional eine Reihe guter Gründe.

1) Leicht. ich habe für meinen Quilt 25 g Material genommen (Preis pro lfm übrigens nur 2,50 €)

2) Ribbelt nicht auf. Ich nehme an, Du hast das PQ heiß geschnitten? Selbst dann besteht die Gefahr, dass langfristig die gehärtete Schnittkante bricht (besonders beim Verpacken) und die Kante zu fusseln beginnt. Erstmal nicht tragisch, sieht man ja nicht, aber wenn sich der Stoff bis runter auf die Naht aufribbelt, kann sich die Kammerwand da lösen. Bei Mesh reicht vermutlich eine Nahtzugabe von 0, 5 cm (ich habe 1 cm genommen).

3) Die Daune "klebt" an den Mesh-Wänden:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/0055.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=26883&title=0055&cat=500)

Das ist ein sehr grobes Mesh aus einem 18 Jahre alten polnischen Schlafsack. Man sieht, dass sich Federn regelrecht ins Mesh gebohrt haben. Die Daunenflocken "klebten" eher an der rauen Kammerwand und ließen sich mit der Hand abstreichen. Klar wandert die eine oder andere Daune oder Feder hindurch, aber das kann man vernachlässigen, es geht ja statistisch gesehen in beide Richtungen. Der positive Effekt ist, dass das Mesh hilft, die Daunen in Position zu halten. Die kalandrierten Stoffe sind ja innenseitig sehr glatt. An den Kammerstegen haften Daunen an und an denen "ankern" dann weitere Daunen (auch Gänsedaune klettet, je besser die Qualität, desto mehr). Dadurch verrutscht die Füllung nicht so leicht.

4) Das Mesh ist luftdurchlässig, dass unterstützt den Loft und das Aufwärmen des Schlafsacks.

5) Stabil: Auf jeden Fall stabil genug, ein Stück Mesh kriegst du nicht zerrissen. Außerdem ist es dehnbar. Dass sich Kammern dadurch zusätzlich "aufblähen" können ist wohl eher Theorie. Aber selbst wenn mal Zug drauf kommt, nimmt die Dehnung einiges davon auf.

Das das 38g-Material von ExTex Daunen lässt, betrübt mich:(. Mal sehen, wie es sich bei mir schlägt.

Sarekmaniac
29.06.2011, 22:15
Ein Trapez 185cm lang - 80cm unten - 108cm oben - kann ich ganz über den Kopf ziehen :bg:

Dann präzisiere ich mal meinen Tipp: Herr Gärtner oder einer seiner kundigen Quiltbefüller wird meinen, 250 g ist okay. Dann wirst Du ihn fragend und frierend anschauen, und er wird dir wider besseres Wissen und Gewissen 300 g reinstopfen.

(Vorausgesetzt, Du nimmst die beste Qualität im Laden, und keine Hühnerknochen. Aber davon gehe ich mal aus).

hotdog
29.06.2011, 22:17
PQ ist ja momentan schlecht in Deutschland zu bekommen, gibt es andere Empfehlungen aus der Runde?
Ich habe gerade ein Stück Pertex ohne Quantum mit angeblich 35 g/qm bei einem Ebay-Händler in UK erstanden. Das waren aber die letzten 2 Meter aus seinen Beständen. Jetzt hat er noch schwereres Material mit 60 g/qm.

mochilero
29.06.2011, 22:35
Hey, hier entspinnt sich ja mal eine interessante Quiltdiskussion!
dachte eher, dass das Quilt-Konzept hier nicht so viele Freunde hat...

@Sarek:
danke für die Erläuterung der Moskitonetzgeschichte, sehr aufschlußreich. Werden es beim nächsten Machwerk (Daunenjacke oder Poncho-Solo-Quilt, der ersetzt die Isojacke) wohl doch wieder Moskitonetzstege. V.a. die Tatsache, dass wohl kommerzielle Anbieter Mesh nutzen, wird ja seinen Grund haben --> überzeugt!


Das das 38g-Material von ExTex Daunen lässt, betrübt mich. Mal sehen, wie es sich bei mir schlägt.

Mach dir da mal nicht zu viele Gedanken. Mein 1er Quilt hat eine blaue Außen- (=dieses 38g/m2 Nylon ohne Name) und eine graue Innenseite (=PQ). Dabei ist mir aufgefallen, dass eben wesentlich häufiger Daunen/Federn durch die Außenseite durchpieksen als durch das PQ der Innenseite. Ist halt ein direkter Vergleich. Quantitativ wird es nicht so viel ausmachen, dass du so viel Daune verlierst, dass du am Ende der Tour frieren musst! Viell. ist bessere Daune auch weniger pieksig? (habe ja nur 700er drin)

Gruß, m

Sarekmaniac
29.06.2011, 22:41
Ich habe denselben Stoff, nur in Himbeerrot:ignore:, Blau war aus.

Noch ergänzend: Das 25-g-Mesh ist natürlich um einiges feinmaschiger als das Zeug auf dem Bild.

Die meisten der ganz brutal großen Federn habe ich per Hand ausgelesen (bzw. die steckten ja im Mesh:bg:). Die Daune ist sehr ordentlich, Cuin-Wert weiß ich nicht.

hotdog
29.06.2011, 22:44
Würde theoretisch auch das superultraleichte 17 g/qm Mesh gehen?

JonasB
29.06.2011, 23:01
Würde theoretisch auch das superultraleichte 17 g/qm Mesh gehen?

klar, warum nicht!?

Ich habe es glaube ich sogar hier liegen, aber noch nicht begutachtet

Sarekmaniac
29.06.2011, 23:04
Was mich ein bißchen abschrecken würde, ist die Beschreibung, dass es sich durch Ziehen stark dehnt und verformt (das 25-er dehnt sich auch, geht aber von selbst in seine Form zurück).

heron
30.06.2011, 07:13
Dann präzisiere ich mal meinen Tipp: Herr Gärtner oder einer seiner kundigen Quiltbefüller wird meinen, 250 g ist okay. Dann wirst Du ihn fragend und frierend anschauen, und er wird dir wider besseres Wissen und Gewissen 300 g reinstopfen.

(Vorausgesetzt, Du nimmst die beste Qualität im Laden, und keine Hühnerknochen. Aber davon gehe ich mal aus).

:grins: :grins:
Natürlich kommen da keine Hühnerknochen rein - würden doch meine Katzen sofort Löcher reinfressen und ins Bearcountry gehts auch :o

Bin schon neugierig wieviel reinkommt und viel wichtiger, wie warm mir damit ist.

ThomasA
30.10.2011, 22:44
Ich setz mich auch grad ein bisschen mit Quilts auseinander und hätte da mal zwei Frage zu Primaloft.
Gewünschter Einsatzzweck ist ein Quilt, der meinen LL400 etwas unterstützt.
Ich will wahrscheinlich Primaloft Sport 200g verwenden. Bei ExTex steht dabei, dass man alle 60cm Stütznähte einnähen soll.

Ist das so zu verstehen, dass ich nur parallel zum Brust- und Fußende diese Nähte brauch, oder muss ich auch rechtwinklig dazu welche machen?
Kann man Primaloft auch ohne Kältebrücken verarbeiten? Also anders als versetzt durchgesteppt.

JonasB
30.10.2011, 23:46
Ist das so zu verstehen, dass ich nur parallel zum Brust- und Fußende diese Nähte brauch, oder muss ich auch rechtwinklig dazu welche machen?
Kann man Primaloft auch ohne Kältebrücken verarbeiten? Also anders als versetzt durchgesteppt.


du musst längs und quer alle 60cm Stütznähte machen.
Für die Stütznähte musst du durch das Primaloft nähen und hast damit Kältebrücken. Meine Idee war dabei jeweils am Innen - und am Aussenstoff eien Lage Primaloft zu vernähen und das ganze 30cm versetzt aneinander zu nähen.

ThomasA
31.10.2011, 08:37
du musst längs und quer alle 60cm Stütznähte machen.
Hatte ich schon befürchtet.

Für die Stütznähte musst du durch das Primaloft nähen und hast damit Kältebrücken. Meine Idee war dabei jeweils am Innen - und am Aussenstoff eien Lage Primaloft zu vernähen und das ganze 30cm versetzt aneinander zu nähen.
Wie schlimm wären denn solche Kältebrücken bei einem Overbag?
In den Grenzbereich meiner Konstruktion würde ich kaum kommen. Mit dem dicken Primaloft sollte ich (aus Erfahrung) bis ca. 0° auskommen. Mit dem LL400 komm ich bis -10° hin. Sollte zusammen ja etwa -20° machen? Und das hats ja in Deutschland eher selten.:grins:

Trotter
23.05.2012, 23:21
Ich schließe mich mal hier der Diskussion an (auch wenn sie schon etwas zurück liegt ;-) )
Da ich Daune nicht mag, kommt für mich nur ein Quilt mit Kufa in Frage.
Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob die Wärmeleistung reicht. Ich dachte an eine Schicht Primaloft One (200g/qm; Höhe=2,8cm) und dadrüber eine Schicht Climashield Apex Endlosfaser Isolation 133g/qm (http://www.extremtextil.de/catalog/Climashield-Apex-Endlosfaser-Isolation-133g-qm::1773.html) (Höhe= 2,5cm). Das mit den Kältebrücken zwischen den Nähten, selbst wenn man es versetzt, stört mich noch - dadurch "plättet" man ja die Schichten, was die Wärmezirkulation wieder behindert und die Wärmeleistung runtersetzt.

Gibt es da wirklich keine andere Möglichkeit? Theoretisch könnte man ja auch das Primaloft "zerrupfen" und dann, ähnlich wie Daunen - in Kammern füllen. Würde das wohl klappen?

Und noch eine Frage... in welchem Temperaturbereich wird wohl ein Quilt mit integrierter NeoAir und zwei Kunstfaserschichten landen? -5°/-10°C (Comfort) wären toll - sind aber glaube ich unrealistisch. Leider. :roll:

ToniBaer
23.05.2012, 23:55
Man kann auch Kammern nähen und das Primaloft da rein füllen. Ein Vorteil von Primaloft ist doch, das der Nähaufwand etwas geringer ist, als bei Kammervarianten. Wieso sollte eine Behinderung der Wärmezirkulation die Wärmeleistung beeinflussen, Stichwort evakuierte Thermosflasche?
Kältebrücken sind bei mehrlagigen Verarbeitungen weniger ein Problem, da das Primaloft neben einer Naht so hoch "aufdroselt". Vielleicht wäre auch eine Verarbeitung wie ein Schindelverfahren möglich, da werden Nähte mehrmals abgedeckt.
Mir erschließt sich nicht warum du Primaloft und Climashield mischen willst? Da verbindest du doch die Nachteile von beiden. Climashield hat doch den Vorteil, das du keinen Primaloftdichten Stoff brauchst, wenn du Primaloft verarbeitest hat sich das.
Wenn ich mal so grob überschlage, was dein Quilt wiegen wird, kommt einiges zusammen: 350-450g Hülle + 1000g Füllung
Vielleicht hilft dir ja das (http://www.extremtextil.de/tipps/lexikon/clo.html) um die Wärmeleistung abzuschätzen.

Viele Grüße
Toni

Sarekmaniac
24.05.2012, 06:58
Man kann auch Kammern nähen und das Primaloft da rein füllen.

Das kann man, aber würde ich nicht machen. Wenn Du primaloft in rechteckige Stücke schneidest und die in Kammern einziehst, wird die Kältebrücke an der naht bestimmt größer wie wenn Du durchsteppst. Außerdem müssen die Kunstfaserfleeces in regelmäßigen Abständen (variiert bei unterschiedlichen Dicken) angeheftet werden. Sonst fangen sie an zu kriechen und kaputt zu gehen.

Trotter
24.05.2012, 17:06
Erstmal: vielen, vielen Dank euch beiden!
Der Link zur Wärmeleistung war sehr hilfreich - mit ein bisschen Rechnerei komme ich mit zwei Schichten Primaloft One (200g) auf sage und schreibe -30°C (Clo= 10,8), Comfort! :o

Vermutlich werden es in der Praxis ein paar Grad weniger sein - ich schätze mal -15°C?
Allerdings ist das Füllgewicht bei Primaloft 200 schon recht happig: 900g. Andererseits wiegt mein momentaner Schlafsack 1600g und das bei einer Kompfortzone um -3°C (eher weniger). Ich könnte natürlich auch das Primaloft 133 nehmen, dann würde die Füllung bei ca. 600g liegen (Clo= 7,2 also angeblich ca. -15°C). Hängt allerding davon ab, wie genau der Clo-Wert ist. ;) Wenn es dann nur Comfort -5°C werden, nehme ich die 300g Mehrgewicht sehr gerne in Kauf - ich friere sehr ungerne.

Es geht mir primär auch nicht um das Gewicht, sondern um ein Schlafsystem, in dem ich angenehm schlafen kann. Die meisten Schlafsäcke sind mir zu eng: ich schlafe sehr unruhig und bewege mich viel und schlafe fast immer mit angewinkeltem Bein. Deswegen die Idee mit dem Quilt - endlich nicht mehr in der Nacht aufwachen, weil ich nicht die gewünschte Schlafposition einnehmen kann. :motz:

Zum Nähen:
Dank ToniBear habe ich die Idee mit den zwei verschiedenen Isolationsstoffen wieder schnell verworfen - ich dachte das würde irgeneinen Vorteil haben...wie ich darauf kam, ist mir jedoch jetzt schleierhaft. :roll:
Das mit den Kammern war wohl auch eine eher blöde Idee - ebenfalls verworfen.

Das Schindelverfahren klingt sehr ansprechend! Allerdings weiß ich nicht, wie man das dann näht. Einfach kleine Rechtecke nähen, füllen und dann übereinander lappen lassen? Weiß da jemand was genaueres oder hat schonmal etwas mit Schindeltechnik genäht? Ich kann mir darunter nur grob was vorstellen, das Internet half da leider auch nicht weiter.

barleybreeder
24.05.2012, 18:29
Hier mal mein Primaloft Overbag. Bei dem ist jede 2. Naht durchgesteppt, also alle Nähte die man von außen sieht. Dazwischen liegt jeweils noch eine Naht zur Fixierung des Primaloft. Diese sieht man nur von innen.

http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?55360-MYOG-Primaloft-Overbag-...sehr-leicht&highlight=primaloft+overbag

Trotter
24.05.2012, 19:22
Wenn ich das richtig verstehe, hast du also das Primaloft einfach so den Stoff genäht (fixiert) - ohne Stoff obendrauf? Geht das denn? Ich hatte Primaloft leider noch nie in den Händen, ich dachte immer, das Zeug ist extrem fusselig.

Aber auf jeden Fall Danke für den Link - sehr hübsch, was du da genäht hast.

barleybreeder
24.05.2012, 20:42
Wenn ich das richtig verstehe, hast du also das Primaloft einfach so den Stoff genäht (fixiert) - ohne Stoff obendrauf? Geht das denn? Ich hatte Primaloft leider noch nie in den Händen, ich dachte immer, das Zeug ist extrem fusselig.

Aber auf jeden Fall Danke für den Link - sehr hübsch, was du da genäht hast.

Geht problemlos.

Das Primaloft wird immer auf einer Lage Vlies geliefert, welche ich zum Zuschnitt noch dran lasse, vor dem Nähen entferne.

Von unten nach oben nähe ich mit der Machine... Stoff-Primaloft-Zeitungspapier.

Das Zeitungspapier stabilisiert, macht etwas steifer. Die Lagen zieht es so nicht zusammen beim Nähen und der Transport in der Maschine klappt problemlos. Würde man nur Stoff und Primaloft nähen zieht es ich gerne in die Nadel, aus dem Vlies rau, was ne riesen Sauerei gibt.

Stoff-Primaloft-Stoff....ist natürlich problemlos nähbar.

Hier noch ein Appetizer was geht...
http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?27058-Iso-Weste-%28Primaloft-Pertex-Quantum%29&highlight=primaloft+weste+myog

Viele Grüße
Sebastian

Trotter
24.05.2012, 22:01
Vielen Dank für diese aufschlussreichen Worte! Die Idee mit dem Papier ist echt gut.

Falls ich nichts mehr zu diesem verlockenden "Schindelverfahren" finden sollte, werde ich das auf jeden Fall so wie du nähen - hoffentlich auch so schön. :bg:

PS: Du hast ja bei deinem Schlafsacküberzug Taffeta benutzt - würdest du den Stoff empfehlen? Ich bin noch nicht sicher, ob ich den "Boden" des Quilts nicht lieber verstärken sollte - mit einem abriebfesten Stoff. Damit der tolle Sack nicht kaputt geht (die Isomatte soll ja in den Quilt). Oder hast du da beim Schlafen im Zelt keine Bedenken?

Trotter
25.05.2012, 15:03
Ah, und noch eine Frage... man soll bei dem Primaloft ja alle 15cm Stütznähte einarbeiten - reicht da in eine Richtung oder sollen das dann so kleine 15x15cm Quadrate ergeben?

barleybreeder
25.05.2012, 15:51
PS: Du hast ja bei deinem Schlafsacküberzug Taffeta benutzt - würdest du den Stoff empfehlen? Ich bin noch nicht sicher, ob ich den "Boden" des Quilts nicht lieber verstärken sollte - mit einem abriebfesten Stoff. Damit der tolle Sack nicht kaputt geht (die Isomatte soll ja in den Quilt). Oder hast du da beim Schlafen im Zelt keine Bedenken?

Ein Quilt ist doch normalerweise unten offen, oder? Probleme mit Haltbarkeit wirst Du da nicht bekommen.


Ah, und noch eine Frage... man soll bei dem Primaloft ja alle 15cm Stütznähte einarbeiten - reicht da in eine Richtung oder sollen das dann so kleine 15x15cm Quadrate ergeben?

Ich habe auch etwa alle 10cm das Vlies per Längsnaht fixiert. In Kästchen habe ich nicht genäht. Bei der Weste dasselbe....

Viele Grüße
Sebastian

Trotter
25.05.2012, 16:19
Ja, normalerweise ist ein Quilt unten offen - auf einem kleinen Stück liegt man jedoch fast immer drauf und wenn man ihn zuschnürt, liegt man auf etwas mehr Stoff. Aber naja ich glaub ich näh einfach mit dem Tafetta - im schlimmsten Fall nähe ich nochmal etwas Stoff drüber. ;)

strauch
25.04.2013, 15:55
Hallo,

ich überlege mit einem Freund im nächsten Winter in Schweden ein Wintertour mit Zelt zu machen. Nächte mit -20°C sind durchaus möglich. Nun besitze ich einen Daunenschlafsack mit 740g 750er Daune (Exped Woodpecker bzw. heute LiteLine 700). Bei -12°C ist mir definitiv zu kalt darin, habe ich diesen Winter getestet mit Daunenjacke ok. Ich würde sagen -8°C ist für mich darin realistisch. Nun fehlen da noch min. 12°C. Mir ist auch klar das MYOG nicht zum sparen taugt. Aber entsprechende Geld für einen Daunenschlafsack fehlt mir (Um die 600€) und das dürfte das MYOG Projekt auch nicht kosten.

Nun ist meine Idee ein Quilt. Und ich denke auch einen aus Kufa. Nicht nur das er eher meinen Nähfähigkeiten entspricht (quasi nicht vorhanden). Sondern es auch bei so kalten Temperaturen durchaus einen Vorteil haben kann wenn die äußere Schicht aus Kufa ist, da sie besser mit Feuchtigkeit umgehen kann. Wäre ja sogar Quantum Pertex Endurance denkbar.

Gibt es hier irgendwelche Erfahrungen. Ich hab an 133 und 60gr Primaloft gedacht, was fast 200 sind. Reicht das von der wärme? Was mich bei Extremtextil wundert, das Primaloft Sport "dicker" angegeben ist als One. Eigtl. müsste doch One als hochwertigeres Material dicker sein.

Kennt jemand quellen für Pertex Quantum Endurance, macht das Sinn?

Danke für Anregungen und Grüße

strauch

Sarekmaniac
25.04.2013, 16:00
Ich bin die letzte, die anderen das Selbermachen ausredet, aber wenn es nicht um den Kick des Selbermachens geht, sondern nur darum 10 Grad rauszukitzeln: Carinthia Explorer Top, um etwa 120 Euro. Weiter Kunstfaser-Überschlafsack, Daunenjacke passt auch noch mit rein.

strauch
25.04.2013, 16:36
Danke, mit MYOG ist bei mir nicht einfach, ich denk mir gerne Sachen aus, aber ich hab handwerklich 10 gebrochene linke Daumen :-(. Ich schau mir das mal an. Wobei mit 1kg auch sehr schwer. Ich hab bisher nur ein Inlet selber genäht, wobei ich das schon gerne benutze und das ging sogar ganz gut. Aber viel einfacher geht es auch nicht.
Vielleicht suche ich mir aber auch jemanden der das für mich näht. So hab ich das bei meinen Wasserdichten ZIP Hosenbeinen gemacht, wobei das ewig gedauert hat.

Sarekmaniac
25.04.2013, 17:17
Mein Carinthia wiegt mit Packbeutel fast 1400.

MYOG gut gemacht wird sicher leichter, aber nicht unbedingt preiswerter.

Wenn Du das Projekt weiterverfolgst:

Ein Quilt bei diesen Temperaturen ist IMO suboptimal, da zuviel erwärmte Luft entweicht. Ich würde eher einen kapuzenlosen Vollschlafsack machen, Unterseite nicht gefüttert. GGf. aus Gewichtsgründen ohne Reißverschluss, oder nur kurzer Reißverschluss. (Mit Kapuze ist natürlich besser, aber das wird dann vom Schnitt her viel aufwändiger und anspruchsvoller).

strauch
26.04.2013, 09:57
Danke für deine Tipps,

ich verfolge mal beide Ideen und schaue was ich mache. Also würdest du eher soetwas vorschlagen: http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/55360-MYOG-Primaloft-Overbag-sehr-leicht?highlight=primaloft%20overbag
Ich schau auch noch mal was es so am Markt gibt.

Macht deiner Erfahrung nach ein Wasserdichter bzw. stark abweisender Stoff Sinn? Ich schau auch noch mal was es sonst noch kommerzielles gibt.

Grüße

strauch

ichstehelieber
09.09.2015, 14:07
Herzlichen Dank für die Beschreibungen, so konnte ich mir ein wenig Mut anlesen. :bg: Was das Nähen angeht, bin ich (noch) nicht sehr geschickt.

Ich überlege mir ein Quilt zu nähen, eigentlich eher eine Luxus-Kuscheldecke mit den Maßen ca. 1,40 x 2,20m. Ich mag Schlafsäcke nicht so sehr, und kuschel mich lieber in eine Decke ein. Ich möchte nächsten Sommer (August) die Alpen überqueren und plane die ein oder andere Übernachtung in einem Shelter. Wegen eventueller Feuchtigkeit und meiner nahezu nicht vorhandenen Nähkenntnissen, überlege ich Primaloft zu verarbeiten.
Wenn ich richtig gerechnet habe, sollte bei einer dünnen Decke mit einer Höhe von 2,8cm (Primaloft Gold, 200g) etwa eine Temperatur von ca. 7,7°C herauskommen. Oder ich gönne mir eine weitere Schicht 60er Primaloft Silver, dann sollten es ca. 3,15°C ergeben. - Ok, es ist kein Schlafsack dadurch wird es vermutlich ein wenig kühler. Ich reise aber nie ohne meinen Seiden Hüttenschlafsack und Notfall Bivi. Sollte es zu eisig werden, gibt es also noch Möglichkeiten der Wärmeisolierung.

Bevor ich jetzt das Material bestelle und mich im Endeffekt völlig verkauft und verrechnet habe, dachte ich, ich frage lieber noch einmal nach.

Reicht eine dünne Decke aus und wie klein lässt sich die 260g Variante (200+60g) wirklich knautschen?
Falls ich mich doch an die Daunenversion trauen sollte, wie viel Daune müsste ich von der 860er Daune verarbeiten um etwa auf 5°C (oder kälter) zu kommen. Und die letzte Frage, ist Taffeta wirklich so kuschelig oder gibt es noch etwas weicheres.

Herzlichen Dank,

Martina

Radfahrer
09.09.2015, 15:45
Wegen eventueller Feuchtigkeit und meiner nahezu nicht vorhandenen Nähkenntnissen, überlege ich Primaloft zu verarbeiten.


Wenn Deine Naehkenntnisse noch nicht sooo weit fortgeschritten sind, koennte auch Climashield Apex (http://www.extremtextil.de/catalog/Climashield-Apex-Endlosfaser-Isolation-100g-qm-3oz-sqyd::2679.html?XTCsid=9b80dd24bcff1f9a7885327be8e407be) eine erfolgsversprechende Alternative sein.
Das Material wird von Quiltherstellern (z.B.: AsTucas (http://astucas.com/en/products/sestrals-quilt)) auch ohne Stuetznaehte verarbeitet.