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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [TH] 3 Wochen Thailand



Angelika
19.05.2011, 00:57
Hi!

Da durch einen anderen Thread mein Thailand-Fernweh entfacht wurde schreib ich doch einen Reisebericht über meine 3 Wochen in Thailand :-)

Ich war als Frau alleine unterwegs. Falls jemand vom touristischen Thailand gelangweilt ist - einfach nicht weiterlesen. Für mich war es die erste Fernreise und dann noch die erste Reise alleine und ich war froh, dass alles so gut gelaufen ist und ich nicht mit Widrigkeite aller Art zu kämpfen hatte (Krankheiten, extremes Klima, Kälte, Hitze, Nahrungsmangel whatever). Wer sich darauf einlässt wird auch mitten im Touristen-Bangkok bei "echten" Thais landen. Bangkok hat viele Straßen und man muss nicht immer den Touistenhorden nachlaufen. Und - nicht alle stehen nur auf Expeditionstrips mit Machete zwischen den Zähnen ;-) also - auf ins langweilige Thailand :bg:
Alle Flüge mit Emirates, kann ich nur empfehlen, höflich, gutes Essen, jede Menge Filme/Musik etc und heiße Tücher als Erfrischung :-)

20.1.2011:
Flug Wien-Dubai
Zum Glück wohnt und arbeitet ein Freund von mir derzeit in Dubai, so blieben mir 10h Aufenthalt am Flughafen erspart. Im riesigen Auto durch eine Theaterkulisse...ähm Stadt. Hier gibt es nichts zu sehen außer SUVs, SUVs, SUVs, Hotels, noch größere Hotels und Shopping Malls und Springbrunnen und jede Menge Sklaven öhm Angestellte, die um die Sicherheit besorgt sind oder sich sofort bereit machen dein Auto zu parken oder dir sonstwie behilflich sein wollen/müssen. Übernachtung im Haus seiner Familie in einer der reichen-Leute-Siedlungen. Bewacht mit Mauer drum herum. Bedenklich und künstlich. Beklemmend. War ich froh, als ich inmitten des getrimmten Rasens und der plastikhaften Palmen einen Spatz entdeckt habe! Der Nachbarshund, der von der Nanny ausgeführt wurde sah auch recht lebendig aus. Desperate Housewives ist ein *piep* gegen so eine Siedlung. Dankbar für das saubere Gästezimmer bin ich trotzdem froh, Dubai wieder zu verlassen, trotz imposanten Wolkenkratzern und Meeresrauschen.

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21.1.2011:
Flug Dubai-Bangkok
Ich bin hundemüde, aufgeregt und - innerlich gewappnet gegen die 1.000 Taxi- und Hotelkeiler die einen laut diverser Reiseführer hier am Flughafen erwarten sollen. Der fluchtweg (in den Reiseführern beschrieben) ist eingeprägt, ellenbogen ausgefahren, Kopf eingezogen, mit dem Rucksack losstarten UND - nix. Gar nix. Mitten untertags und kein Keiler in Sichtweite. Also wie geplant wenn auch überrascht ab ins public taxi (für die Suche nach der Busstation war ich dann doch zu müde, bei dem Taxipreis...). Bitte Meter einschalten! Der Taxifahrer hat das eh schon längst gemacht und grinst in den Rückspiegel. Tiefgekühlt und mit glühender Nase ob der Lichtgeschwindigkeit inhaliert mich Bangkok. Soi Rambuttri bitte. Der Taxler kennt die Straße nicht. Also zeig ich ihm den kleinen Umgebungsplan auf der Visitenkarte des Guesthouse. Erste Lektion: Erwarte nie, dass Thais so gut im Planlesen sind wie der Durchschnittseuropäer. Und - nur weil ein Taxler meint er kennt die Adresse und sagt er weiß wie er da hinkommt muss das noch lange nicht stimmen. Spätetens als er anfängt nach Straßenschildern zu suchen und dann einen Kollegen im Stau irgendwas fragt bin ich mir sicher, dass er keine Ahnung hat wo ich hin will. Dabei ist es eh eine Touristengegend. Ich will doch nur ins Guesthouse, nur eine Dusche, nur ein Bett. Bitte!!! Taxler wirft mich raus, meint "Here is street, you walk from here!". Ah ha. Liebe Freunde meinen "Dich dreht man 3x mit geschlossenen Augen im Kreis und du weiß daheim schon nicht, wo du bist!"...also steh ich mal da und suche nach einem Straßenschild. Ist in Thailand gar nicht so einfach. Entweder gibt es keine Schilder oder sie sind überwachsen, von Stromkabelknäueln umwuchert oder zeigen von einem Kreisverkehr schräg, verbogen in alle möglichen Richtungen oder man hat das System von Street, Road und Soi noch nicht durchschaut :-D . Guesthouse gefunden, guesthouse ausgebucht. Weil man muss ja nix reservieren, in BKK findet man immer was. Also gleich gegenüber ins nächste Guesthouse. Die Schlange vor der "Rezeption" und die Gespräche der deutschsprachigen Urlauber davor ("Ne, das Guesthouse x und y ist auch ausgebucht...!") und die Uhrzeit (21h30) bringen mich dazu das überteuerte Zimmer mit Klima zu nehmen (das bei der Zimmervergabe nicht alles mit rechten Dingen zugeht ist eine andere Sache). Was für eine Ankunft. 1 benütztes Badetuch, dreckiger Duschvorleger, fleckige ber wenigstens frisch gewaschene Bettwäsche, elends laute Klima, besoffene Zimmernachbarn, das Zimmer an sich ist wenigstens halbwegs sauber. Wieder was gelernt. Zuerst buchen oder den Nerv/die Erfahrung haben gleich woanders hinzufahren.

weiter gehts morgen...gute nacht :-)

sejoko
19.05.2011, 07:50
Hallo

Bin schon gespannt wie es weiter geht und wo es dich überall hin verschlagen hat...

Gerade die Sache mit dem Taxifahrer erinnert mich doch sehr stark an eigene Erlebnisse. Und ob du's glaubst oder nicht, wir wollten auch in die Rambuttri Road :o

Gruß
Sebastian

Angelika
22.05.2011, 23:00
und weiter gehts :-)

22.1.2011:
Frühstück nicht in diesem Guesthouse "Happy House" sondern im "Wild Orchid Villa", wo ich eigentlich hin wollte. Crepe mit Bananen und Honig, Kaffee mit Milch, also recht gemütlich :-)
Dann per Taxi zum Bahnhof, Zugticket für den Nachtzug nach Chiang Mai gekauft.
Dammisch aber glücklich komme ich in Chiang Mai an…habe seit ca. 02:00 aus dem Fenster geschaut…thailändische Landschaft zieht vorbei. Langsam komme ich an.

Am Bahnhof einen Stadtplan geschnappt und schon werde ich umringt von Tuk Tuk Fahrern. Meine erste Tuk Tuk Fahrt um 50 Bath (40 Bath = 1 €) zum diesmal vorreservierten „Linda’s Guesthouse“. Fühle mich sofort wohl. Wird von einer Deutschen – Thedda - geführt, die seit 35 Jahren in Thailand lebt und seit 25 Jahren dieses Guesthouse (nach ihrer Tochter Linda benannt) führt mit ihrer Familie. Ich bekomme ein Zimmer (250 Bath/Nacht, eigenes Bad) im Haus in dem auch die Familie wohnt. Super sauberes Zimmer, jeder Gast bekommt ein buntes Notizbuch mit der Zimmernummer drauf, alle Konsumationen werden eingetragen, am Ende des Aufenthaltes wird abgerechnet. Heimelig, netter Garten, überdachte Terrasse, Orchideen…hier fühl ich mich wohl. Ab ins Bett, Nickerchen. Verspätetes Frühstück Pancake mit Banana und Honig und frischer Ananas + Kaffee…herrlich. Danach Miriam kennen gelernt, mit dem Sonkran (oder wiese Gemeinschaftstaxis – Pickups heißen) ab in die (Innen)Stadt. Sonntagsmarkt besucht. Toll, am späten Nachmittag weniger Leute, am späten Abend knallvoll. Mein erstes Essen. Uuuuur gut.

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Zum Fleisch fehlt noch immer der Mut. Luschi :-) ein paar schöne Tempel besichtigt, an Essen gäbe es alles Mögliche zur Auswahl. Über Currys, Insekten bis zu stinkenden Ocopussen am Spieß. Die riechen allerdings schon nach Dauer-WC-Gast. Müde kippe ich "daheim" ins Bett.

Angelika
22.05.2011, 23:16
Ich werd versuchen mich ein bisschen kürzer zu fassen, sonst bekomme ich die 3 Wochen her nicht fertig und euch vergeht die Lust am Lesen :-)

24.1.2011
In der Nacht erneut das „Polsterproblem“. Also Polster aus Handtuch. Besser. Bis auf den genialen Faltenmusterbadruck im Gesicht in der Früh. „Na, du trägst das Bett noch im Gesicht!“ kriege ich zu hören. Um 10:00 auf, übliches Frühstück (herrlich, unfassbar, diese frischen Früchte). Über Miriam lerne ich Lilly aus Taiwan kennen. Gemeinsam machen wir Chiang Mai unsicher. Bummeln, Warorot Markt in Chinatown und – meine erste Thaimassage. Unglaublich gut. Wie sehr ich das vermisse. Kneten, verbiegen, verdrehen. Ein Genuss nach der Zugfahrt und den Genickschmerzen. Essen in einer großen Garküche, eher Restaurant. Unglaublich gut. Wir bestellen einige Speisen und teilen. Ich esse todesmutig auch Muscheln und – da ich versprechen musste möglichst viel auszuprobieren – Chillisauce und diverse andere Dips/Saucen aus den Tiegelchen und Döschen die am Tisch stehen. Chili rot, Chili grün, Zucker mit Chili, Knoblauch in verschiedenen Varianten, Chilisauce etc. Danach Internetcafé und 7eleven…Supermarktkette…dein Freund und Helfer…wie sich noch herausstellen wird. Noch todesmutiger als beim Essen mache ich mir mit Lilly aus, dass sie mich am nächsten Tag mit dem Moped abholt und wir in die Berge zum Wat Doi Suthep fahren.Unruhige Nacht weil einige Gäste länger aufbleiben und Thedda irgendwann mal rausruft hey maln bisschen leiser!

Einkaufsparadies Thailand?

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Hmmm:
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Angelika
22.05.2011, 23:43
25.1.2011:
Ein knallrotes Moped. Ich und Lilly drauf, nach kurzer Zeit heftiger Adrenalinausschüttungen gebe ich mich meinem Schicksal hin, vertraue Lilly „Trust me, I’m used to this!“ und fetze mit ihr auf unserem roten Moped durch den Stadtverkehr. Was für Gestank, was für ein Spaß.

Gestellt...ich habe nie gelenkt...aber so ein Erinnerungsfoto musste einfach sein :-)

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Bergstraße rauf zum Tempel, Lilly gibt Vollgas. Beim Wat viele Leute, immerhin unter der Woche weniger als die Massen an Wochenenden. Sehr viel Gold, im Wind leises Klingeln der kleinen Glöckchen, die an den Tempeldächern hängen. Räucherstäbchenduft...

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Grindiges öffentliches WC. Feuchttücher sei Dank danach wenigstes saubere Hände. In der Garküche mein erstes Pad Thai mit Huhn und Ei. Und – ich werde übermütig – Mineral mit Eiswürfeln. Bissl Bauchgrummeln stellt sich gegen Abend ein. Danach enge Bergstraßen rauf und runtergeschraubt, spontan klappern wir ein paar Plätze ab, ein Hmong Dorf, Aussichtspunkte und einen schönen Platz am Wasserfall.

Wald, Wald, Wald:

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Den gesuchten Doi Pui Nationalpark finden wir nicht, auch egal, so auch schön und lustig. Platzl beim Huang Kaew Waterfall ist total nett, ein beliebter Picknickplatz bei Thais. Füße ins kalte Wasser, bissl rumplantschen und Gesicht in die Sonne halten, Reiseführer lesen.

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Solange es noch hell ist zurück nach Chiang Mai. Rushhour…waaaaaaaaa!!! Unpackbar! Laut, eng, ein Geschiebe und Gedränge, ohne zusammen zu stoßen, hupen. Thais völlig relaxt am Moped. Mit Hut und Arbeiterkluft genauso wie mit Minirock und Highheels. Ganze Familien auf 1 Moped. Kleinkind zwischen Papas Armen am Lenker, hinter Papa Kind, dahinter Mama und ganz hinten zwängt sich noch ein Kind dran. Mutter mit Kind auf einem anderen Moped, Kind spielt seelenruhig mit dem Handy während Mum sich durch den Verkehr wühlt. Bei allem Spaß brennende Augen vor lauter Dreck in der Luft, juckende Nase, dreckig verschwitzte Haut, kein Wunder, dass man immer wieder Thais mit Staubmaske fahren sieht. Weiter zum Chiang Mai Nachtmarkt, Thaiboxen Showkampf mit schlechte Schauspielern, bummeln, feilschen, bissl kaufen und – ROTI (sprich Loti) essen!!! Ein Traum! Dünne Crepe mit Wunschfüllung. Ich wähle Banane und Schokosauce…hach…

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Wir essen Unmengen. Frische Ananas, Babybananen, in einer Garküche, Roti…mit Kugelbauch flitzen wir am knallroten Moped Richtung Bett und Lilly setzt mich bei Thedda ab. What a day!!! Für morgen Elephant Nature Park gebucht. Eine Auffangstation für freigekaufte Arbeitselefanten. Geschundene, gefolterte Tiere, die freigekauft wurden und ihre „Rente“ auf einem riesigen Areal inklusive Dschungel und Fluss verbringen dürfen. Lächelnd schlafe ich ein. Kopfkino…

Angelika
23.05.2011, 00:13
26.1.2011
Früh aufstehen, ein Minibus holt mich ab und bringt mich und andere Touristen zum elephant Nature Park. Ja, eine Touristenattraktion. Aber für den guten Zweck und für mich die Möglichkeit Elefanten hautnah zu erleben ohne auf ihnen durch den Dschungel zu wackeln, den Mahut mit seiner Eisenstange im Nacken des Elefanten. Hier finden ca. 35 Elefanten ein neues Leben. Ein riesiges Areal, Wiese, Dschungel, Fluss.

winziger Ausschnitt mit der Aussichtsplattform

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Sicherheitsregeln, Frühstück der Elefanten begutachtet (Unmengen an Melonen, Zuckerrohr, Bambus, Kürbis, Bananen etc. etc. von den Bauern der Umgebung. Finanziert durch Spendengelder, Touristen und eine britische Stiftung. Ich bin ergriffen von dem was ich sehe. Ehemalige gefolterte Arbeitselefanten, hier nur mit positiver Verstärkung mit Hilfe von Gemüse und Obst dazu gebracht zu tun was man von ihnen will, kein Schuften mehr, keine Ketten, keine Schläge, keine Metallhaken. Die Geschichten und Bilder sind furchtbar. Eine Elefantenkuh ist blind, beide Augen durch Schläge mit dem Metallhaken beim Schlagen auf den Kopf demoliert weil sie nicht gehorchte. Manche tragen Narben der Ketten an den Füßen, eine Elefantenkuh wankt mit einem steifen Hinterbein. Gebrochen, als sie sich in Panik losgerissen hat und davonlief, auf der Flucht vor ihren Besitzern stürzte sie einen Abhang hinunter. Ergreifend, und das Gefühl, durch meinen Touristenbesuch dazu beizutragen, dass den Einheimischen ein besserer Umgang mit ihren Arbeitselefanten durch Vorträge näher gebracht wird und den Elefanten medizinische Versorgung geboten wird. Wir sehen ein Dokumentationsvideo, manche Besucher verlassen den Raum, Männer wischen sich Tränen aus dem Gesicht, so grausam ist das was wir sehen. So unbegreiflich, dass diese Elefanten hier nach einer Eingewöhnungszeit ruhige, sanfte Tiere werden. Mächtig, sanft, untereinander sehr sozial und trotzdem alles andere als ungefährlich. Wir müssen uns strikt an die Anweisungen der Pfleger halten, ohne Zwischenfälle ist es ein grandioser Tag.

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Fütterungen, bei denen wir mithelfen, 2 zuckersüße Kälber

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, Elefantenbaden im Fluss, Schlammbad,

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Wasserspektakel, riesen Viecher, graubraun, raue, borstige Haut, tiefe Atemzüge, schnaufen durch den Rüssel, wie ein Staubsaugerrohr, wenn sie an einem Riechen, der strake Rüssel der die Finger einrollt wenn er sich ein Obststück holt…imposant.

Arschkratzen nach dem Schlamm- und Staubbad (Die ganze Plattform wankte und das genüssliche Schaufen war der Hammer :bg:

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Mittagessen (Thaifood, für Touristen tauglich gemacht, viel aber fad und nicht mit Garküche vergleichbar) im Park, Jause, danach Heimfahrt. Bei Hinausfahren aus dem Tal drehe ich mich noch einmal um, sehe eine der 4 kleineren Herden durch die Ebene wandern, der Fluss glitzert im Abendlicht, grüne Wiesen, Sandbänke, Dschungel…ein unglaublich schöner, berührender, ergreifender Tag. Ehrfurcht vor diesen tapferen Geschöpfen und die Hoffnung, dass sie ihr besseres Schicksal mit weiteren teilen werden.

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Angelika
23.05.2011, 00:33
27.1.2011
Gestern Abend und heute nach dem Frühstück ein Anflug von Durchfall. Nicht schlimm aber doch. Öffentliche WCs meidend entscheide ich mich für einen Entspannungstag mit ausreichend WAC Papier und sauberem Klo bei Thedda, Nickerchen, lesen, Reiseführer durchforsten, Eindrücke verarbeiten, plaudern und nichts tun. Ich plaudere viel und gern mit Julius, einem Ungarn, der mit einer Rumänin in der Schweiz lebt und mit 67 och immer durch die Welt trampt. Zum Bahnhof, Geld abheben. Abrechnung bei Thedda und morgen weiter nach Sukhothai. Zimmer diesmal reserviert. 450 Bath/Nacht.

Angelika
23.05.2011, 00:44
28.1.2011
Durchfall. Trotzdem Frühstück und die Entscheidung nach dem Packen 1 Imodium zu schlucken. Chiang Mai – Sukhothai, 5h Busfahrt ohne WC…das kann gar nix. Ich verlasse Thedda schweren Herzens, könnte hier noch 1 Woche bleiben, will aber noch mehr von Thailand sehen also Abschied. Der Busfahrer kann kein Englisch und setzt mich statt in Neu-Sukhothai in Alt-Sukhothai ab. Ich kenn mich hier nicht aus und realisiere, dass ich vor den Ruinen der alten Käigsstadt stehe aber nicht am Busbahnhof von dem mich der Guesthousebesitzer abholen wollte. Der ist am Telefon mehr als unfreundlich und meint „I don’t wait, you have to manage to come here“. Also Pick Up Taxi in die Stadt. Zum ersten Mal macht sich Einsamkeit breit. Thedda und die Bekanntschaften weg, Durchfall, eine Stadt ohne Stadtkern, nix los, unsympathisches Guesthouse. Duschen machts ein bisschen besser. Mache mich auf die Suche nach einem Internetcafé und gutem Essen. Keine sympathische Garküche, nehme mir Pad Thai mit. Nicht zufriedenstellend, 7eleven hilft mir mit Kakao und Süßzeug. Wenns schon hinten wieder rauskommt solls vorher wenigstens gut geschmeckt haben. Ich frage mich, was ich hier mache. Unruhige Nacht, elendslauter Ventilator, ohne Ventilator sch… heiß, blöde Träume. Grrrrrrr. Stimmung schlecht.

Angelika
23.05.2011, 00:55
29.1.2011
Dünschiss, aber so richtig. Das Bioforte (gute Darmbakterien) geht mir aus und das Normhydral (Elektrolyte…) ist glaub ich noch nicht angezeigt. Viel Trinken. Imodium. Zum Sukhothai Historical Park Ruinen anschaun. Rad ausgeborgt (30 Bath) und Eintritt für die Kernzone des Parks gezahlt (120 Bath). Bin ziemlich fertig. Denke mir nach einiger Zeit des Herumkurvens na schön, hab ich das also auch gesehen. Ich mache Fotos, damit ich mich nachher nicht ärgere, dass ich keine gemacht habe.

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Mache schon wieder in der Wiese sitzend Pause. Was will ich hier eigentlich? Chiang Mai will ich eigentlich. Kühler, nicht so feucht. Hier gibt es absolut NICHTS. Ein Markt, die Ruinen und Ameisen, die mir ständig überall reinkriechen. Ich finde alles sch…. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mecker mecker. Mein Reisetagebuch ist voll mit dem bösen Sch…wort :-D . Der geplante Nationalpark wird ausfallen. 7eleven rettet mich erneut. Hoffe, die haben Joghurt für die Darmflora. Ja, irre gezuckert. Ich sehne mich nach dem österreichischen Naturjoghurt. Am Abend sterbe ich fast vor Langeweile und suche den Krach, den ich die ganze Zeit höre. Mit 5x falsch abbiegen und verlaufen ist die Party (???) auch schon vorbei bis ich endlich dort ankomme. Sukhothai ist nicht meine Stadt. Die Entscheidung ist gefallen. Kein Nationalpark, weiter am nächsten Tag, das Geld für die mittlerweile 3. Nacht bekomme ich natürlich nicht zurück. Auf nach Ayuthaya mit Bus.

dingsbums
23.05.2011, 02:04
Schöner Bericht, freue mich auf mehr.

Mambo
25.05.2011, 21:40
Roti mit Banane und Schoki, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich will auch wieder nach Chiang Mai.

Durchfall beim Alleinreisen is echt ma doof. Kann die Stimmung so richtig runterziehen.

Bitte weiterschreiben!

Klappstuhl
25.05.2011, 22:01
Super, find ich toll, dass du dich alleine getraut hast :D
Schreib schnell weiter.

By the way, ich glaube es gibt in Bangkok NUR Taxifahrer die sich nicht auskennen: "Do you know which hotel i mean? Do you know the street?"

"Yes, yes. I know, i know" :bg:

plasmoid
26.05.2011, 20:27
och.. das weckt doch wirklich erinnerung... und diese rotee.. ich habe sie verdammt nochmal geliebt ;)
und den besten rotee gibts bei

- SPEEDY -
in koh tao ;)

jeder der auf der insel war, wird ihn kennen ;)

speedy gonzales.. man konnte ihm den ganzen abend zusehen...

man munkelt, dass er als kind wohl mal mit speed tabletten gefüttert worden ist..

sejoko
26.05.2011, 21:27
- SPEEDY -
in koh tao ;)

jeder der auf der insel war, wird ihn kennen ;)


Ja, in der Tat, den kenn' ich noch sehr gut. Als wir vor zwei Jahren das erste mal auf Koh Tao waren, haben wir uns bei ihm oft die Bäuche vollgeschlagen. Als wir jedoch letztes Jahr noch einmal auf der Insel waren, war der Gute leider verschwunden.

Gruß
Sebstian

Klappstuhl
26.05.2011, 21:48
- SPEEDY -
in koh tao ;)


Also ich war vor 1,5 Jahren und habe den da nicht gesehen :o. War ich zu weit ab vom Schuß? Hielt der sich mehr in der Partyregion auf?

Angelika
31.05.2011, 15:37
30.1.2011
Motorrad-Tuk Tuk zum Busbahnhof. Als Reiseproviant finde ich im Shop zwischen Frittiertem und extrem fettig-süßen oder schaumigen Dingen harte Kekse mit Zucker drauf. Das kleinste Übel, gekauft. Und dann Erfahrung mit der Thailändischen Zeitrechnung gemacht :bg: Am gekauften Ticket steht als Uhrzeit des Kaufes 10:49. Habe es aber um 10:43 gekauft (Digitaluhr über den Schaltern – falls de stimmte). Und um 10:49 war ich aber bereits mit dem gekauften Ticket am WC und habe danach um 10:47 am Handy nachgesehen, wie lange ich noch bis zur Abfahrt habe. Der Bus gleicht das alles aus…wir fahren statt planmäßig (11:00) bereits um 10:40 los…Zeitmaschine in die Vergangenheit…überpünktliche Abfahrt :bg: begrüßt werden wir von einer Stewardess im ultra-pinken ultra-engen Augenerblindungs Kostüm, als ich hinter ihr die Stufen im 1st Class Bus hochgehe springt mich ihr schwarzer Slip geradezu an. Wie sie mit den extrem hohen Stilittos gehen kann ist mir ein Rätsel. Wie ihr Make Up 6h lang so perfekt pink bleiben konnte ebenso. Wir bekommen Wasser und Butterkekse (mit ganz vielen großen Zuckerkristallen oben drauf, eh klar) gratis. Tiefkühlende Klimaanlage gibt’s auch gratis dazu. Mein Hals und mein Kopf versteifen sich zusehends, also wird aus dem Winterschal aus Österreich ein Kopftuch/Umhang. Wenig später folgt der Pullover (Außentemperatur 30°C, Bereithalten warmer Sachen demnach strikt empfohlen :cool: ). Thais tragen auch Halstuch und Pulli…aber wir haben eine starke Klima, also rennt sie auf höchster Stufe. 6h thailändische Talkshow…Kabarett oder so…huuuuiiiii. Ich bitte die Stewardess (nachdem die Stopps nicht durchgesagt werden und die „Bushaltestellen“ manchmal mitten in der Pampa/auf der Autobahn sind) mir zu sagen wenn wir in Ayuthaya sind. Sie nickt, lächelt und ich habe das Gefühl sie hat keine Ahnung wovon ich rede. Meine Sitznachbarin spricht mich vorsichtig in schlechtem Englisch an…nette Konversation und das Angebot mich durch die Stadt zu lotsen, sie arbeitet dort. Raus in Ayuthaya bei einer Fußgängerbrücke. Keine Busstation, keine Taxis, keine Tuk Tuks. Dafür jeden Menge Polizisten und Soldaten. Wildes Fuchteln und ins Walki-Talki-quasseln. Die Autobahn wird gesperrt, alles steht. Der Polizist schreit irgendwas in unsere Richtung. Sie sagt mir hastig „Aufstehen, die Prinzessin kommt in einem Konvoi vorbei!“. Also strammstehen, andere Rucksacktouristen tun es uns zögerlich nach. Und dann brausen sie vorbei…fette Geländewagen mit verdunkelten Scheiben, Militärjeeps, Polizeiautos. Die Polizisten und Soldaten salutieren. Dann wieder herumgefuchtel und das wars. In der Stadt verabschiede ich mich von meiner Begleiterin, wieder eine nette Bekanntschaft gemacht. So leicht geht das in Thailand. Das gleiche Spiel mit den ausgebuchten Guesthouses. Ich bin müde, verdreckt und verschwitzt und habe Hunger. Keine gute Kombination also schnur stracks (nach I Know the way!-Tuk Tuk Fahrt :bg: ) in ein 4*-Hotel. 45 € die Nacht inkl. Frühstücksbuffet. Ich werde von einer hooooooooooocherfreuten Rezeptionistin empfangen. Herren im Anzug mustern mich, Rucksack vorne, Rucksack hinten, dazwischen eine verschwitzte, zerzauste Touristin. Dabei habe ich eh versucht wenigstens die Haare ein bisschen zu ordnen. Was für ein Bild :bg: Duuuuuuuuusche mit jeder Menge Handtüchern, sauberes WC und ein riiiiiiesiges Bett, super sauber und gratis Trinkwasser…I’m in heaven!!! Am Abend ab zum Nachtmarkt. „The biggest in Town“. Hm. Durchgekostet aber nichtmal das Roti kommt an das Roti aus Chiang Mai im Ansatz heran…hach…halbdurch-Hühnerspieße nicht fertig gegessen. Die Ananas entschädigen für alles…frisch, hygienisch geschnitten und ein Traum.
31.1.2011
Ich suche mein sauberstes Gewand zusammen und versuche zu elegant wie möglich auszusehen. Also frisch gewaschene Trekkinghose und dunkelblaues Shirt…mit einem roten indischen Elefanten drauf. Immerhin. Irgendwie witzig. 11:30 Zug 3. Klasse nach Pak Chong. Kein Handynetz ergo keine Reservierung. Zugfahrt lustig, offene Fenster, Holzbänke, schön luftig und Verkäufer, die ALLES an den Mann/die Frau bringen wollen. Gleich am Bahnsteig lerne ich ein polnisches Pärchen kennen. Haben auch kein Quartier. Da stürmt auch schon eine wild werbend und unheimlich schnell redende Dame auf uns zu. Guesthouse, National Park…der polnische Bursche meint das GH ist im Reiseführer empfohlen also gebucht. Inkl. 1,5 Tage Tour zum Nationalpark etc. passt. Super hübsche Anlage, 5 € (!) pro Nacht, Fan, shared Bathroom. Super sauber, super nett. Bad teile ich mir nur mit den Polen. Duschen, Pause und um 15:30 (pünktlich!) Abfahrt zu einer Meditationshöhle und zu einer Fledermaushöhle.

to be continued...