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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radurlaub mit Vierjähriger: Selber Fahren oder in den Hänger



Maltespalte
12.05.2011, 14:36
Liebe Forengemeinde,

wir tuen uns mit einer Entscheidung schwer: Im Sommer haben wir einen Radurlaub mit Kindern an der Mecklenburger Seenplatte geplant. Unsere kleine Tochter ist dann ein Jahr alt und sitzt im Hänger (Burley d'lite). Unsere große Tochter ist dann viereinhalb Jahre alt und fährt dann seit gut 6 Monaten Fahrrad.
Am letzten Wochenende haben wir z.B. eine kleine Radtour gemacht, 11 km mit 300 Höhenmetern. Das macht die große locker mit, meckert frühestens kurz vor dem Heimatdorf mal. Jetzt sind noch gut 2,5 Monate bis zum Urlaub und sie möchte so gern ihr Fahrrad mitnehmen.

Ich schwanke nun zwischen einer Umgestaltung der Route und einem ganz anderen Konzept.

Bei der Umgestaltung würde ich die bisherige Streckenplanung mit beiden Kindern im Hänger von 30-40 km täglich auf eher 15 km/tägl. eindampfen. Das wäre zwar schade, weil ich trotz Familienurlaub ein bisschen rumkommen möchte und gern mal in die Pedale trete. Aber die große könnte selber fahren, ich weiß nur nicht, ob sie das jeden Tag packt.

Beim Neukonzept dachte ich daran, so eine Art wechselnder Basis zu haben, wo wir etwa alle drei Tage unser Lager wechseln, die große dann bis zu 20 km mitfährt und dafür in den Tagen zwischendurch im Hänger auf längeren Touren um die Basis ausruhen kann. Sie könnte dann im urlaub ca. 4-5 mal selbst fahren und wir kommen rum, nur nicht ganz so weit. Nur befürchte ich, dass wir dann doch nicht jeden Tag unterwegs sind, weil es dem Rest der Familie auf dem Campingplatz so gut gefällt.

Was denkt ihr? Wovor würdet ihr mich waren? Wovon abraten? Habt ihr andere Erfahrungen? Bitte her damit... :grins:

PS. An die Mods, falls das hier doch in das Radforum gehört, bitte verschiebt es.

volx-wolf
12.05.2011, 14:59
Beim Neukonzept dachte ich daran, so eine Art wechselnder Basis zu haben, wo wir etwa alle drei Tage unser Lager wechseln, die große dann bis zu 20 km mitfährt und dafür in den Tagen zwischendurch im Hänger auf längeren Touren um die Basis ausruhen kann. Sie könnte dann im urlaub ca. 4-5 mal selbst fahren und wir kommen rum, nur nicht ganz so weit. Nur befürchte ich, dass wir dann doch nicht jeden Tag unterwegs sind, weil es dem Rest der Familie auf dem Platz so gut gefällt.


...würde ich eher machen, da täglich den ganzen Krempel einpacken, gerade und besonders wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist, ist ganz schön aufwendig.
Nach unserer Erfahrung einer 10-tägigen Radtour mit täglichem Weiterradeln sind wir dazu übergegangen, lieber nur 3 oder 4 tägig weiterzuziehen.

Zum Rad: Das Rad unserer Tochter (ebenfalls 4 Jahre) ist 12'' und lässt sicher hervorragend zwischen dem hinteren Schiebegriff des Fahrradhängers und der Querstange, der die Seitenwände "auseinanderhält" festklemmen (und zusätzlich noch Spanngurt). So haben wir es morgens und abends zum/vom Kindergarten dabei, so dass sie sich aussuchen kann, ob sie nach Hause radeln oder im Hänger sitzen will (morgens muß sie wegen Zeitgründen in den Hänger).
Vielleicht lässt sich bei euch auch irgendwie das Kinderrad am Anhänger festmachen, so dass Eure Tochter radeln kann, solange sie will und dann in den Anhänger umsteigt?
Oder das Kinderrad auf einem Fahrrad-Gepäckträger festschnallen?

Im übrigen war unsere Tour vor zwei Jahren auch in der Mecklenburger Seenplatte.
Eignet sich hervorragend: Alle paar Kilometer ein See mit Badestrand und Campingplatz. Dazwischen Radwege, auf denen selbst in der Hochsaison, wenig los ist. Außer in der Nähe, der touristischen Highlights - aber dann verläuft es sich sehr schnell.

hyrek
12.05.2011, 15:13
ich denke auch,dass das taeglich fahrad fahren muessen nicht entspannt sein wird. unsere tochter faeht gerne und viel, aber nur wenn es ihr spass macht.

es gibt auch noch diese "abschleppstangen". vielleicht waere das was.

Monika
12.05.2011, 15:37
Wenn das Geld mitspielt: schon mal an ein Tandem gedacht?
Hier findet man dazu ganz gute Infos, um in das Thema Tandem+Kinder einzusteigen: http://www.sudibe.de/stokid_touren.html

volx-wolf
12.05.2011, 15:39
Gegen "Abschleppstange" und Tandem würde für mich in dem jetzigen Alter sprechen, dass die Kinder dann trotzdem noch (stunden-)lang auf dem Fahrrad sitzen müssten.
Das Sitzen im Anhänger ist schon ermüdend, aber doch immer noch angenehmer, als auf einem Fahrradsattel.

volx-wolf
12.05.2011, 15:41
Die Angaben der möglichen Tourenlänge je nach Kindesalter auf der von Monika verlinkten Seite kann ich im übrigen nach unseren Erfahrungen bestätigen.

ijon tichy
12.05.2011, 15:47
ich habe über einige Jahre sehr gute Erfahrungen mit einer "Abschleppstange" gemacht, in meinem Fall das Modell "Trail-Gator". Vorteil dieser Stange war, daß ich zwei Zugkupplungen hatte, so daß meine Tochter dann mal bei mir und mal bei meiner Frau mitfuhr, so konnten wir uns recht angenehm unterhalten. Beim genannten Fall ist das vielleicht nicht möglich, des Hängers wegen.
Man kann das Rad auch ohne Last ziehen, wenn auch das zweite Kind im Hänger sitzt. Wir haben zwar keine Übernachtungstouren gemacht, aber ausgedehnte Tagesrunden, bei denen meine Tochter sehr froh war, zwischendrin ganz alleine zu fahren.

Enja
12.05.2011, 15:49
Zunächst würde ich die Planung flexibilisieren, um auf unterwegs gemachte Erfahrungen eingehen zu können. Wenn ihr an einem Tag, an dem sie keine Lust hat, 40 km fahren wollt, kann das ziemlich quälend werden.

Vierjährige sind so an der Grenze zwischen "werden mitgeschleppt" und "haben selber eigene, ganz andere Pläne". Das "jeden Tag weiter" gefiel meinen Kindern in dem Alter nicht wirklich. Sie schlossen immer irgendwelche Freundschaften und wollten dann dort bleiben. Da wären ein oder mehrere Standquartiere, kombiniert mit Touren angenehmer.

Unterwegs denke ich mal, es wird der Doppelanhänger mit Fahrrad zum selbst Fahren hinten drauf. Sowas begegnet mir nämlich ständig unterwegs. Wieviel km pro Tag man auf diese Weise fährt, ist dann völlig unkalkulierbar. Wobei jedes Kind anders ist.

Wir haben letztes Jahr eine Familie getroffen, die mit drei Kindern von vier bis acht Jahren unterwegs war. Der Vater saß vorne auf einem Tandem, dahinter der eifrig tretende 6jährige, dahinter zwei Ortlieb-Taschen, dahinter auf einem Nachläufer der Vierjährige. Die Mutter vorne auf dem zweiten Tandem, dahinter die Achtjährige Tochter, dahinter wieder zwei Ortlieb-Taschen. Auf die Weise fuhren sie 80 - 100 km pro Tag. Nämlich genausoviele wie wir, so dass wir uns ständig trafen.

Das Wetter spielt auch noch mit. Fragt sich, ob die Vierjährige bei Dauerregen bei Laune bleibt.

Das nächste Problem ist dann die eifrig herumeiernde Vierjährige auf einem stark befahrenen Radweg. Da kommt Freude auf. Sowas purzelt mir ständig vor's Rad. Kann sie denn Spur halten? Und weiß sie verlässlich, wo rechts ist?

ich
12.05.2011, 15:54
Es gibt noch eine Tandemvariante, auf der das Kind sogar schlafen kann:
Stufentandem

Wir haben uns vor ein paar Jahren ein Pino von Hase-bikes.com gekauft - gebraucht, da sonst unbezahlbar. Es war bis jetzt jeden Cent wert! Früher hatte ich hinten noch n RömerKindersitz dran und bin mit beiden damit durch die Stadt, im Urlaub war der Anhänger dran.
Jetzt fährt unsere Große (8 Jahre) im Alltag alle Strecken alleine und die Kleine kommt vorne drauf. Für längere Etappen haben wir uns das Followme gekauft, dann kann ich auch die Große zur Not hinten dran hängen.

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/19/1731519/3536323563323734.jpg

Enja
12.05.2011, 16:14
Wo kommt bei der Lösung das Gepäck hin? Anhänger hinterm Kinderrad?:o

Maltespalte
12.05.2011, 18:18
Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel hilfreiche Antworten in so kurzer Zeit zusammenkommen. Danke!

Also, ihr habt mein Bauchgefühl gestärkt und meinen Ehrgeiz gezügelt. Wir werden wohl die Variante mit den längerfristigen Zwischenlagern wählen. Vor dem Ein- und Auspacken graut es mir eigentlich gar nicht, ich war wohl zu lange Jugendgruppenleiter. Das ist halt "Arbeitszeit". :p
Aber es soll auch Urlaub für die Kinder sein.

Bei den Umzügen von Lager zu Lager wird die Große dann selbst fahren müssen, weil es mir mit Gepäck und beiden Kindern im Hänger zu schwer wäre, wenn dann hinten drauf auch noch ihr Fahrrad ist. Das ist übrigens 16 Zoll, möglicherweise ist es sogar schon bald nach dem Urlaub 18 Zoll. Zur Not können meine Frau und ich uns aber abwechseln, haben beide einne Kupplung dran.

@volx-wolf: 12 Zoll? Das ist so wie unser Laufrad. Unsere Tochter ist jetzt auch nicht riesig, aber da war ich doch erstaunt. Magst du mir noch ein paar Orte empfehlen, die dir als kinderfreundlich in Erinnerung sind?

@alle: Danke für den Tipp mit der Stange/dem FollowMe, aber die Abschleppstangen finde ich zu früh. Denn volx-wolf hat recht, dass sie dann trotzdem im Sattel sitzt.

Liegeräder sind grundsätzlich auch nicht so mein Fall, genauso wie Tandems. Ich mag mein Fahrrad für mich alleine ganz gern, ein Hänger ist gerade noch ok.
Wenn meine Tochter Rad fährt, macht sie das sehr gut. Rechtshalten und zuverlässig stoppen, wenn einer ruft klappt super. Sie ist halt mit dem Laufrad in Hannover groß geworden. Da muss das sitzen... ;-)

Mir macht eher noch die Routenlänge Sorgen, die Lösung mit dem Huckepacknehmen vom Fahrrad hat schon geschätzte 20 cm Überbreite auf beiden Seiten, selbst mit gedrehtem Lenker. Nicht, dass mir da der Gegenverkehr hängen bleibt. :o
Wäre wohl eher die Notlösung, wenn sie gar nicht mehr mitmacht.

@bene/ich: Ich kenn dein anderes Foto mit dem gepackten Hänger. Ich würde zu gerne mal das Gespann Pino-FollowMe-Kinderrad-Anhänger sehen. Dann kommt deine Frau als Begleitfahrzeug mit Aufschrift "Achtung Schwerlasttransport - Fahrzeug schwenkt aus!" mit. :grins:

Weitere Tipps sind herzlich willkommen, z.B. haltet ihr 15-20 km an einem Tag mit längeren Pausen generell für machbar? Monikas Link deutet umgerechnet ja eher 10-15 km an.

ich
12.05.2011, 18:39
Wo kommt bei der Lösung das Gepäck hin? Anhänger hinterm Kinderrad?:o

Ach wo!
Es passen 1-2 Paar Taschen unter den vorderen Sitz und 1 Paar auf den Gepäckträger trotz Followme ;-)




@bene/ich: Ich kenn dein anderes Foto mit dem gepackten Hänger. Ich würde zu gerne mal das Gespann Pino-FollowMe-Kinderrad-Anhänger sehen. Dann kommt deine Frau als Begleitfahrzeug mit Aufschrift "Achtung Schwerlasttransport - Fahrzeug schwenkt aus!" mit. :grins:
Hehe, nee das wird mir dann auch endgültig zu lang und schwer ;-)



Weitere Tipps sind herzlich willkommen, z.B. haltet ihr 15-20 km an einem Tag mit längeren Pausen generell für machbar? Monikas Link deutet umgerechnet ja eher 10-15 km an.
Ich würde mich da an bekannten Strecken orientieren. Wenn deine Tochter z.B. eine Strecke zu Freunden hin und zurück kommt mit spielen zwischendurch sollte sich das sicherlich mindestens verdoppeln lassen, wenn ihr den ganzen Tag Zeit habt.
Und vorher unbedingt mal auf ner WE-Tour ausprobieren!

volx-wolf
12.05.2011, 19:00
:grrr::grrr::grrr:
Jetzt habe ich an einer langen Antwort für Dich geschrieben und als ich auf senden ging, sagte er mir, ich sei nicht angemeldet:grrr::grrr::grrr:

Deswegen jetzt nur die Kurzform:

Drei nette Campingplätze auf Anhieb sind:
Hexenwäldchen (http://www.hexenwaeldchen.de) (mit vielen Haustieren, aber Sanitäranlagen vor zwei Jahren noch ziemlich gewöhnungsbedürftig, Strand eher "na ja")
Kratzeburg (http://www.campingplatz-naturfreund.de/) (schöner Strand, super Anlagen, ziemlich viele Dauercamper, die aber nicht stören, da man vorna auf der Wiese direkt am See zeltet, Bahnhof im Ort ~ 2 km)
Großmenow (http://www.ellbogensee.de/) (abseits, ruhig, im Wald, Badestelle etwas eng - aber in der Nähe liegt noch ein ziemlich unberüherter netter See, kaum Dauercamper - bietet sich auch als erster Platz an, da es 12 km vom Bahnhof Fürstenberg entfernt ist)
siehe auch hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?42766-Campingplatz-in-Mecklenburg-gesucht)

Ja, 12" ist sehr klein, aber unsere Tochter ist es auch und sehr zierlich. Das Fahrrad muß aber wohl trotzdem in Jahresfrist ausgetauscht werden. Ich hätte auch gleich ein größeres gekauft und sie reinwachsen lassen, aber die Regierung war dagegen ;-)
Aber es gibt dann noch jemanden, der es nutzen kann.

Unsere Kinder waren damals 6 Monate und 2,5 Jahre alt. Saßen zusammen im KinderCar, wollten aber nie mehr als 2 Std/Tag darin sitzen. Das war in etwa die Mittagsschlafzeit plus etwas Zeit davor und ggf. noch danach.
Gefahren sind wir zwischen 15 und 30 km, meist so 20 km am Tag. Mit Anhänger und diversen Zwischenstopps kommt man dann effektiv doch nur auf 10-14 km/h.

Karten hatten wir vom Klemmer-Verlag (http://www.klemmer-verlag.de/) - nur zu empfehlen.

volx-wolf
12.05.2011, 19:13
Zu unserer Tour steht auch hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?37660-Pro-und-Contra-Anh%E4nger&p=564413&viewfull=1#post564413) bzw hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?37660-Pro-und-Contra-Anh%E4nger&p=564607&viewfull=1#post564607) etwas.

Maltespalte
12.05.2011, 19:16
Okay, danke für die doppelte Mühe. Das Hexenwäldchen ist mit in der Planung, die anderen beiden werde ich bei der Neuplanung mal in Augenschein nehmen.

Unsere beiden Töchter sind familienbedingt trainierte Langstreckenautomitfahrerinnen und machen auch im Hänger bisher alles mit. Mit zwei Etappen mit Kurzpausen sollte das also gut funktionieren. Rein zeitlich kennen die beide das von aderen Touren am Wochenende.

Trotzdem werde ich das Limit für Tagestouren ohne Gepäck wohl doch eher auf 30-35 km reduzieren. Es sollen alles was davon haben.

Ich hab ne BVA-Karte und die Topo Deutschland digital im Garmin, damit kommen wir hin. Die Gegend ist uns grundsätzlich nicht unbekannt, wenn auch 5 Jahre her.

volx-wolf
12.05.2011, 19:19
Trotzdem werde ich das Limit für Tagestouren ohne Gepäck wohl doch eher auf 30-35 km reduzieren. Es sollen alles was davon haben.


Versteif dich nicht auf irgendwelche Kilometerzahlen oder feste "heute fahren wir weiter Tage" - dass haben wir für uns aus der ersten Tour gelernt: Und es gibt soviele Plätze dort, dass man durchaus auch nach "nur" 5 km wieder zelten kann.
Das nimmt dann für alle Beteiligten den Streß aus der Tour.

Maltespalte
13.05.2011, 08:27
Danke, volx-wolf, für die aufrichtigen Worte.

Ehrlich gesagt, tue ich mich noch ein bisschen schwer, von dem Gedanken der /richtigen/ Touren wegzukommen. Die Einschränkungen und Kompromisse beim ersten Kind dauern ja nun schon ein bisschen an. Andererseits sind wir ja viel draußen und Zelten, Wald, Radtouren etc. stehen seit den ersten Schritten auf dem Familien-Programm und ist steigerungsfähig.

Die kleine "musste" sogar schon viel früher mit. Ich glaube, ich sollte einfach mal wieder länger alleine rauskommen. Mir ist schon klar, dass mit Kindern nicht wie ohne Kinder funktioniert, aber irgendwie treibt mich da noch ein Ehrgeiz an. Kann das mal jemand therapieren? :roll:

hyrek
13.05.2011, 08:39
der weg ist das ziel. ;-)

aber es stimmt schon, mit dem fremdbestimmtsein ist das so eine sache.

volx-wolf
13.05.2011, 09:19
Was mir noch einfiel:
Ihr könnt Euch ja auch so ein FollowMe oder Abschleppstange zulegen, so dass Ihr damit das Rad der Tochter weiterzieht und sie kann sich überlegen, ob sie darauf sitzen bleibt oder in den Hänger steigt, wenn sie keine Lust auf Radfahren mehr hat.

Enja
13.05.2011, 09:25
Versteif dich nicht auf irgendwelche Kilometerzahlen oder feste "heute fahren wir weiter Tage"

Das halte ich auch für das Wichtigste.

Ich sehe das Fremdbestimmt- und Eingeschränktsein ja nun schon aus der Rückschau. Es lohnt sich. Es dauert auch nur 30 Jahre. Oder so. Die sind doch schnell vorbei. Bei mehreren Kindern natürlich plus Altersabstand zwischen dem 1. und dem letzten Kind.

Bei manchen Leuten endet es so, dass sie sich all diese Jahre nicht damit abfinden können und dabei völlig verpassen, auch mal zu gucken, was denn eigentlich die erfreulichen Aspekte am Familie-Sein sind. Etliche verfallen dann auch gerne in Verzweiflung, wenn die Kinder auf einmal groß sind.

Wenn man mit zwei Kleinkindern auf Tour geht, ist man eben mit zwei Kleinkindern auf Tour. Sie bestimmen im wesentlichen, was geht und was nicht geht. Wenn sie nicht gut drauf sind, haben die Erwachsenen auch keinen Grund zur Freude. Wenn man sich drauf einlässt, hat man eine schöne Zeit. Die Kinder werden so schnell groß - da sollte man gerade diese Kleinkind-Zeit genießen.

Für das eigene "möchte mal wieder ordentlich in die Pedale treten" muss man sich eben eigenen Spielraum verschaffen. Aber bitte fair. Also nicht "Vater geht regelmäßig auf Tour", "Mutter will das bestimmt gar nicht".

In der unmittelbaren Baby-Zeit ist das knapp. Später geht es besser.

Christian J.
13.05.2011, 20:49
In der unmittelbaren Baby-Zeit ist das knapp. Später geht es besser.

In den ersten 6 Monaten geht draußen-Sein unter Umständen doch am besten. Meine Tochter hat immer gepennt, solange der Kinderwagen wackelte! Ich bin nie so viel gewandert wie in dieser Zeit. Oft musste ich sie regelrecht wecken, damit sie was gegessen hat- sonst hätte sie acht Stunden am Stück geschlafen. Daher kenne ich auch alle kinderwagentauglichen Waldwege nördlich von Göttingen. ;-)

Enja
13.05.2011, 22:29
Ich habe meine Kinder alle mindestens sechs Monate gestillt. Mehr Fremdbestimmung geht eigentlich nicht. Zwar konnte man so eigentlich sehr gut draußen sein. Aber natürlich nur immer an den Bedürfnissen des Kindes orientiert. Tag und Nacht.

ich
14.05.2011, 12:04
Ich teil da auch die Erfahrung von Christian!
Die ersten 6-9 Monate waren eigentlich die entspanntesten draußen. Die Bedürfnisse unserer Kinder waren da am geringsten: Bei Mama/Papa sein, trocken, warm und regelmäßig essen.
Problematischer wurde es dann, als sie anfingen zu laufen...wer will schon still im Boot oder Anhänger sitzen, wenn man versuche könnte zu laufen ;-)

Enja
23.05.2011, 10:57
Mit Fremdbestimmung meinte ich hier, dass die Schnur zum Kind recht kurz bleiben muss. Tag und Nacht.

Transportabel sind Babys natürlich in den ersten sechs Monaten sehr gut. Man nimmt eine Reservewindel mit und fertig.

Ich hatte mehr an die Kleinkindjahre gedacht.

Maltespalte
06.06.2011, 14:27
Soderle,

nach ein wenig Überlegung dank eurer Hinweise und Training mit der Kleinen sind wir nun bei folgender Planung gelandet:

Unsere Tocher fährt selbst und im Notfall können wir ihr Rad oben auf dem Hänger verstauen. Mit ein bisschen Überbreite und quergestelltem Lenker geht das.

Wir haben zu Beginn der zweiwöchigen Tour drei Strecken, auf denen sie auf ihr Rad müsste (oder das Rad auf den Hänger). Die Touren sind 9, 10 und einmal leider 18 km lang. Die ersten beiden sollte sie hinbekommen. Bei der letzten bietet sich als Abkürzung nur eine stark befahrene Straße, die ich weder mit ihr noch mit Rad auf Hänger fahren möchte. Wird schon irgendwie...

Am Ende der Tour sind dann noch einmal 15 und 16 km dran. Das traue ich ihr zu. In der Zwischenzeit werden wir eine Woche "sesshaft" und machen nur Tagestouren etc., wo sie dann zur kleinen Schwester in den Anhänger kommt. Da können wir Eltern dann mal 30 km und mehr fahren, müssen es aber nicht und bleiben nach Lust und Laune flexibel.

Sofern man sich auf Absprachen mit einer 4-jährigen berufen kann, ist sie damit einverstanden und findet die Idee gut, das eigene Rad zu nehmen. Vielleicht gibt es ja noch eine Kinder-Radtasche als Motivator. Hat jemand einen Tipp?

Vielen Dank für eure Hinweise!

Enja
06.06.2011, 14:43
Vor einer Woche wurde ich von einem Zwerg auf einem Kinderrad umgenietet, an dem hinten zwei Ortlieb-Taschen befestigt waren, die fast bis auf den Boden reichten. Geht also.

Maltespalte
07.06.2011, 23:48
Naja, Ortliebs wären ja gleich ne echte Anschaffung und unsere Tochter befördert wohl eher symbolisch ihr Spielzeug, Teddy oder so. Haben gestern mal nen Korb aus dem Baumarkt mitgebracht. Da kann dann ihre Flasche rein.

Christine M
08.06.2011, 00:18
Ich habe meinem Neffen die Lowrider-Taschen von Ortlieb als Hinterrad-Gepäcktaschen fürs Kinderrad geschenkt. Die wurden schon auf Radtour eingesetzt und mittlerweile regelmäßig für die Schule. Allerdings ist er schon 7 und das Rad dürfte dementsprechend mindestens eine Nummer größer sein.

rotkohl
08.06.2011, 19:20
Am Ende der Tour sind dann noch einmal 15 und 16 km dran. Das traue ich ihr zu.
Warum sollte sie dann die 18km lange Strecke nicht schaffen? Unsere Jüngste ist nur ein wenig älter als eure Tochter, und sie fährt für ein Eis durchaus gerne 20km.

So ein Korb am Kinderfahrrad ist echt praktisch, allerdings hüpfen leichte Sachen bei einem etwas wilderen Fahrstil manchmal raus.

Maltespalte
09.06.2011, 13:14
Warum sollte sie dann die 18km lange Strecke nicht schaffen?

Äh, vollkommen berechtigt die Frage. Ist so mein Bauchgefühl nach den bisherigen Fahrten, dass 15 km gerade noch gehen und mehr schon Stress bedeuten könnte. Der bisherige Hinweis der anderen war ja: Wir sind im Urlaub. Irgendwo ist immer die Grenze. Klar geht mal Eis und Belohnung, aber es geht auch mal Null-Bock und sich verfahren.

Ich würde mich freuen, wenn du richtig liegst und die 18 km locker klappen. ;-)

volx-wolf
09.06.2011, 13:52
...auch werden die wenigsten Radwege plan-asphaltiert sein, sondern eher Betonplatten, Feld-, Wald- und Sandwege sein, was das Fahren, gerade für Kinder, noch einmal erschwert.

rotkohl
09.06.2011, 22:22
Wenn eine Vierjährige wirklich streikt, dann ist man auch bei 2km bereits verloren. ;-) Aber du gehst davon aus, dass sie 15km gut schafft. Du schreibst ja anfangs, dass sie schon 300 Höhenmeter (hoch-?)gefahren ist. Das ist in meinen Augen für ein Kind auf einem Rad ohne Gangschaltung eine gute Leistung, also sollte es in der Ebene noch besser klappen. Klar seid ihr im Urlaub, aber überleg mal wie deine Tochter bei euren bisherigen Touren drauf war, nachdem ihr wieder zu Hause ankamt. War sie müde und erschlagen, oder wollte sie am liebsten nochmal auf den Spielplatz? Und so lange Eis nicht deine einzige Erziehungsmethode ist, sehe ich persönlich darin auch kein Problem. ;-)

Also wäre das schlimmste Szenario, von dem ich ausgehen würde, dass sie noch 3km in den Hänger steigt. Oder dass eben ein Erwachsener mit dem Gepäck im Hänger vorfährt, es am Campingplatz abstellt, wieder zurückfährt und man die Kinder das letzte Stück zieht. Und wenn echt alle Stricke reißen, dann fragt eben die Anwohner, ob ihr eine Nacht im Vorgarten bleiben könnt.

Maltespalte
09.06.2011, 23:18
Ja, danke für die Tipps, aber ich bin mittlerweile eher entspannt. Nagel mich bitte nicht auf meine Kilometerschätzungen fest. Und volx-wolf hat Recht, dass wir hier eher asphaltierte Strecken oder feste Waldwege mit moderater Steigung haben.

Irgendwie wird das schon klappen, planen kann man halt nicht alles. Das macht ja doch auch alleine den Reiz einer Tour aus. Ich brauchte wohl nur die Ratschläge hier und ein bisschen Routine, um das so sehen zu können.

Nach der Tour werde ich berichten...

rotkohl
10.06.2011, 00:11
Nagel mich bitte nicht auf meine Kilometerschätzungen fest. Das wollte ich auch nicht, ist manchmal ein wenig schwierig sowas in einem Forum rüberzubringen. Wir fahren immer los ohne die Strecken oder die Höhenmeter auszumessen - das passiert erst hinterher. Bisher hat das gut geklappt, denn Kinder sind durchaus zäh, wenn es wirklich mal sein muss. Sonst sagt unsere Jüngste sehr zuverlässig Bescheid, wenn sie wirklich nicht mehr kann und in den Hänger möchte. Vorher beißt sie sich mit dem einen oder anderen Gemecker durch. ;-) Und sie ist am Abend noch relativ und auch am nächsten Tag wieder ganz normal fit - das finde ich wichtig!

Euch viel Freude im Urlaub!

Maltespalte
10.06.2011, 01:07
Danke, jetzt versteh ich dich wohl richtig. Ich hab bei unseren normalen Touren auch nur das GPS im Rucksack und werte danach manchmal aus. Verfahren tun wir uns zu Hause eigentlich nie, aber ich mag solch Technikspielzeug. Für den Urlaub hab ich ganz oldschool mit Rädchenmesser auf der Radkarte ausgemessen. Ich überleg aber, die Routen im Garmin anzulegen... mehr aus Vorfreude als aus Notwendigkeit...

Viele Grüße

Enja
10.06.2011, 09:55
Kind ist da auch nicht gleich Kind. Vierjährige sind so an der Grenze vom Kindergarten- zum Vorschulkind. Während Kindergartenkinder noch gerne mal transportiert werden, ist das irgendwann ziemlich vorbei. Ich erinnere mich an eine Hüttentour in den Alpen mit unserer damals Fünfjährigen, die uns alle völlig in Grund und Boden gewandert hat. Wir haben ihr von Tag zu Tag mehr in den Rucksack gepackt, um sie soweit herunterzubremsen, dass der Rest der Familie mitkam.

Maltespalte
28.05.2012, 21:29
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken.

Da ich eine Weile nicht aktiv war, komme ich erst jetzt dazu. Volx-wolf hat mich noch einmal daran erinnert, wie sehr Reiseberichte anderen Nutzern helfen können und so soll das mein Dank für die Unterstützung hier sein:
Klick mich zum Reisebericht (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?63176-DE-Mecklenburger-Seenplatte-Radtour-mit-Kindern-1J.-amp-4J.&p=1033922#post1033922)