PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Ro] 3Sterne-RIDE in Rumänien - Pfadfinder mal anders



Bodenanker
28.04.2011, 09:59
Mein Magen hat sich wieder erholt, ich kann wieder Sitzen.
Zeit, sich an den Tourbericht zu setzen, und das Tourtagebuch mal in eine digitale Form zu bringen.

Zuerst die Frage, was ein "RIDE" ist?... Unsere "ältesten" Kinder, die 15-18jährigen haben eine dreiteilige, anspruchsvolle Prüfung, den "Scout" Im Laufe dieser Prüfung müssen die Kids zwei sogenannte RIDES absolvieren, die es in drei Klasse gibt. 1Stern = regional, 2Stern = national und 3Sterne = International. Bei den Rides geht es darum, aus seiner gewohnten Komfortzone herauszukommen, und anderen Menschen zu helfen. So ist der 1Stern-Ride meist bei einer Großversammlung zu bekommen, der 3 Sterne-RIDE wird meist von einem Stammposten organisiert und durchgeführt und ähnelt oft schon einer kleinen Hilfsaktion. Das kann zB in Afrika sein, um dort Schulen zu renovieren, kann eine Radeltour in der Ukraine sein, als Spendenmarathon für ein Kinderheim
Wir sind also nach Rumänien, um einer christlichen Gemeinde in Arad unsere Jugendarbeit in Form der Pfadfinderei vorzustellen.
Das ist in Rumänien eher unbekannt, und so wurden die Teilnehmerzahlen, die uns Christi, der Pastor nannte zwar immer realistischer, aber immer kleiner.. aus geplanten 50 Kindern wurden dann etwa 15 Kinder.
Wir waren ein bunter Haufen aus 7 Erwachsenen, 9 jugendlichen und 1 Baby...

Um die wichtigsten Persönlichkeiten kurz zu erwähnen:
Stefan - Oberchef und Kopf des ganzen
iPeter - Küchenchef und Weckdienst
Dennis - Musikus und eigentlich Hauptrund für diese Aktion
Eva - Campwart und Teamleiter
Janina - Eva's Unterstützung
Chris und Benni(Homer) - Campscouts, also Mädchen für alles
Tim-Boh - Materialwart, Teamleiter und hier der Autor
Schascha - mein Helfer.
Lissi - der dauersingende Nervzwerg
Pascal - Baby

Auf diesem Grundgerüst wurde die Aktion aufgebaut. Die ersten Ideen kamen im Spätsommer 2o1o. Ab Weihnachten wurden dann konkrete Kontakte gefunden, und erste Fakten geschaffen. die letzten 4 Wochen wurden wie üblich leicht stressig, besonders die letzen 4 Tage....
Was war unser Ziel? Wir wollten dieser jungen Gemeinde eine Jugendarbeit vorstellen, und auf ihren Wunsch auch langfristig den Aufbau unterstützen...

Ich krümel jetzt mal nach meinem Tagebuch, das ich versucht habe, unterwegs zu schreiben.. OFt musste ich mich entscheiden, die aktuellen Eindrücke aufzuschreiben, oder sie einfach einsacken zu lassen, und die nächsten Eindrücke aufzunehmen. Oft hab ich mich für zweiteres entscheiden, es ist also kein Vollständiger BEricht, und die eingesackten Eindrücke muss ich immernoch verarbeiten.
Bilder werden vorläufig leider fehlen, da meine Kamera zurzeit in Thailand ist, und meinen BRuder auf seiner Hochzeitsreise begleitet. Ergänzungen, die mir während des Schreibens noch einfallen, werde ich entsprechend markieren




Samstag, 16.4.11 - 8.00
Was hat eigentlich dazu geführt, dass ich jetzt hier in diesem Auto sitze, das nach Arad fährt?
Die erste Leiterbesprechung der Ranger in diesem Jahr brachte konkrete Informationen zu unserem geplanten Rumänien-Projekt. Es folgte eine leicht chaotische Odyssee, insbesondere für den Materialwart. Das Lager hatte nach Stefans Auffassung noch deutlichen Nachholbedaf. Was mir aber nicht leicht fiel, aufzuholen, da ich noch deutliche Probleme mit der Schulter hatte.. (im November gebrochen, und schlecht verheilt). Ist dann vielleicht nicht ganz so sinnvoll, Kisten mit bis zu 30kg aus über Kopfhöhe zu stemmen.
Aus München haben wir uns 10 Schlafsäcke und Isomatten ausgeliehen, für unsere Rumänischen Gäste, ebenso ein Jurtenrauchdach, da unser altes nur wenige Stunden bevor das Material gepackt wurde, endgültig gerichtet wurde. Dazu noch 4 erstklassige Funkgeräte, und dann ist alles da.
Hägar (der Hänger), den wir schon am Mittwoch gefüttert haben, ist zu klein, und Stefan packt... nennen wir es speziell.. na gut, er muss damit fahren.. Aber ich frage mich schon, wieso ich ein halbes Jahr investiert habe, um Euroboxen zu sammeln, und gleich noch den Inhalt farblich zu sortieren. Nach dem dritten Versuch ist auch endlich Stefan zufrieden, und ich hab den Überblick endgültig verloren. Noch schnell etwas gegessen, und um 10.00 zum Matratzenhorchdienst. Heute Morgen um 3.20 geht schliesslich der Wecker.
Noch schnell alle Reste in den Daypack gestopft, meine Tasche hab ich klugerweise schon in das Auto geschmissen, so hab ich es heute morgen zumindest in diesem Punkt entsdpannter. Katzenwäsche und dann die Funkgeräte auf die Drei Autos verteilt. Mit 80 auf die Autobahn, alle ausser die Fahrer pennen wieder. Bei Passau gab's Frühstück und die Vignette. Jetzt dröhnt Hillsong aus den Boxen, dazwischen nervt der kompetente Schwachsinn aus dem Funkgerät, zumeist von unserer Lieblingslissi.. Das mit der Totmann-Schaltung haben auch noch nicht alle mitbekommen... Sorgt aber zumindest zwischenzeitlich für Ruhe.


16.4.11 - 15.15
Mittagspause am Neusiedler See... Wieso nicht, ist ja auch nett... Schascha, unser Geburtstagkind spendiert Kuchen. heute Morgen hing schon ein nettes Plakat an Hägar.. Gruß von Mutti... "Mach mir die Ente" der schon im Funk der Knaller war, wird jetzt zum Runninggag, denn die die Enten sind hier wirklich zutraulich. Eine von denen könnte glatt das Abendessen werden. Pascal macht sich gleich auf den Weg, durch den ganzen Park, sorgt für Geschmunzel auch bei anderen Gästen. Wem die 16 Chaoten mit ihren Fahrtenhemden nicht auffallen, der sieht Pascal.. Job erledigt, was will man also mehr... ;-)
Das Wetter ist meistens trüb, also ganz angenehm zum Fahren, im Moment haben wir aber Sonnenschein... Gibt's hier einen "Like-Button"? (Später wird sich Herausstellen, dass Pfadfinder sich nichtmehr mit "Gut Pfad" Verabschieden, sondern mit "Gut Facebook" :D)
Das Sitzfleisch wird so langsam auf eine harte Probe gestellt.. es wird ungemütlich, alle werden unruhig.. Seit 10 Minuten sind wir in Ungarn. Vor der Grenze haben wir noch für sensationell günstige 1,51€ den Diesel vollgetankt. Soviel zu den österreichischen Spritpreisen, Freunde..
Ein rumänischer LKW-Fahrer hat uns gleich gebührend begrüßt, mit einem erstklassigen Hupkonzert. Leider nur Einstimmig, an seiner Zweitstimme könnte er noch etwas feilen, aber für's erste mal sei ihm verziehen. Beim nächsten mal erwarten wir aber mehr Engagement. Vielleicht wollte er sich aber auch nur in die engen Lücken in unserem Konvoi drücken? solche niederen Beweggründe wollen wir ihm aber nicht unterstellen, das wäre nicht fair.
Die Funkgeräte sorgen für die dringend benötigte Abweschlung, denn die Musik-CDs gehen zur Neige.


16.4.11 - 19.00
Kurze Pause für einen Snack abseits der Autobahn gemacht, es sind wohl nurnoch 200km bis Arad.. eigentlich wollten wir ja schon um 20.00 Uhr da sein. Also eigentlich jetzt, denn in Rumänien gehen die Uhren anders (auch das werden wir noch kennenlernen). dort ist es bereits 20.00. Es folgt eine Odyssee, den Weg zur Autobahn zurück zu finden, denn Stefans Abkürzungen sind legendär, anschliessend steckt der T4 mit dem Hänger beim Wenden im Sand fest. Nach einigen Umwegen und Sackgassen sind wir wieder auf der Autobahn.
Die Funkgeräte versüßen die Zeit, auch wenn die Arschbacken schon schmerzen, es werden Pfadilieder durch den Äther gebrüllt.


16.4.11 - 23.15
Wir sind endlich in Rumänien, Hallejulia. Wir haben den Alptraum der ungarischen Straßen und ihrer chaotischen Fahrer Hinter uns gelassen. Wenn sich ein Reisebus zwischen zwei Stoßstangen presst, wird einem schon anders Zumute. Nach 19h Fahrt ist die Stimmung gedämpft. Der Funkverkehr wird nurnoch für das notwendigste genutzt, aber wenigstens arbeiten wieder alle mit! Die ersten beiden Akkus haben wir Vorsichtshalber nachgeladen, es ist wohl nochetwa eine halbe Stunde Fahrt, bis wir bei Christi ankommen. Wird aber auch langsam Zeit..


16.4.11 - 1.30
Pünktlich um 12.00 Ortszeit sind wir bei Christi in Arad angekommen. Es erwartet uns ein wirklich nettes Ehepaar, (man erinnere sich, wir waren für 8.00 Ortszeit angemeldet, und sind 17 Personen), die uns noch mit einem verspätetem, aber leckerem Abendessen und anschliessend mit sehr leckeren, sebstgemachten Krapfen verwöhnen. Mit Händen und Füßen, sowie etwas eingerostetem Englisch verstehen wir uns vorzüglich haben eine Menge Spaß.
Das Wasser beim Zähneputzen stinkt brutal nach faulen Eiern. Eklig. (Heute wissen wir, dass unter Arad eine Menge heisser Quellen zu finden sind, und der Eiergeruch vom Schwefel kommt).






Sonntag, 17.4.11 – 8.00
Fußbodenheizung beim Schlafen. Und dann schnarcht Homer morgens auch noch wie ein skandinavischer Nordelch in der Brunftzeit. Ganz großes Kino. Canadische Holzfäller wirken dagegen wie Barbie, besonders wenn Chris 'der Bär' mit einstimmt. Den werd ich übrigens kein zweites Mal mit einem Schlückchen Wasser wecken. Meine Herren, den Namen hat er nicht umsonst bekommen, ich dachte glatt, ich werde das Frühstück. Zurück zum Thema. Wenn das Inlett auch noch nach Keller müffelt, und das Kopfkissen aus einer gerollten Jeans zu klein ist, sind das nicht wirklich perfekte Bedingungen. Na was soll's, machen wir das Beste draus. Das ist unser Job, das können wir! Wer's nicht kann, lernt es bei uns Recht schnell! Noch schnell mit faule-Eier-Wasser und Outdoorseife rasiert. Eklige Mischung. Aber wir sind schliesslich auf einem 3-Sterne-Ride in Rumänien und nicht in einem 3-Sterne-Hotel. Also, was soll das Gejammer hier?.
Bin gespannt auf Cristis Gemeinde. Er hat uns gestern Abend auch noch Videos vom Lobpreis gezeigt. Trotz aller Sprachbarrieren denke ich, man kann sich dort wohlfühlen. Es ist im sehr traditionell und katholisch geprägten Rumänien eine eher aufgeweckte und junge Gemeinde. Bin Gespannt. Jetzt gibt’s aber Erstmal Frühstück. Bis Gleich!
In der Zwischenzeit gabs jetzt ein lecker Frühstück und ein knackiges Frühgebet, der Tag kann also kommen. Manche Gesicher sagen zwar etwas anderes, aber das wird geflissentlich ignoriert. Die sollen doch gefälligst früher ins Bett gehen. Also wirklich. In einer halben Stunde geht’s zum Gottesdienst, heute Abend um 6. Uhr nochmal, dazwischen steht die Dusche offen. Endlich nichtmehr Muffeln. Ich glaube, Cristi macht das nicht nur aus reiner Gastfreundschaft... hehe
Ich Nachhineine gesehen war die Fahrt lang, anstrengend aber lustig. Frust kam eigentlich nur auf, als wir mitten in der rumänischen Pampa, kurz vor dem Nirgendwo, von uns getrennt wurde, und per Funk nicht erreichbar war. Als Lissi anschliessend im Funk mit blöden Fragen glänzte (Mitunter ihre Spezialität) und uns die Infos nicht rausückte, stand das Stimmungsbarometer zwischenzeitlich kurz auf Sturm. War aber eher wie ein Sommergewitter. Kurz und Kräftig, und hinterher ist die Luft wieder sauber.
Wenn Pascal ihr Gläschen leergemacht hat, auf welche Art auch immer, haben endlich alle Gefrühstückt, und es kann losgehen.


17.4.11 – 12.30
Also vom rumänischen Lobpreis kann ich sagen, dass er gigantisch ist. Viele Lieder erkannten wir an der Melodie und konnte auf Englisch oder Deutsch mitsingen. Während der Predit schlugen die Sprachbarriere und Müdigkeit mit vereinten Kräften zu, und überrumpelten mich – kurz, ich bin eingeschlafen. Natürlich nicht gerade angenehm, als Ehrengast in der zweiten Reihe einzuknacken. Aber was will man machen. Hinterher gabs den dringend benötigten Diesel (Was wir noch nicht wussten, es war der letzte mit Zucker, den haben wir mal wieder (die Korsika-Teilnehmer erinnern sich) vergessen. Schöne Grüße auch an Pascal, die am Freitag noch damit rumgespielt hat!), und supergeniale Gemeinde-Shirts von TNF. Cristi, unser Gastgeber hat gerade eben auf der Rückfahrt noch Kuchen organisiert, aber ich glaube fast, die Dusche wird begehrter sein.


17.4.11 – 17.30
Wir sitzen wieder in der Gemeinde in Arad, warten auf den Abendgottesdienst. Hab ich schon erwähnt, dass in Rumänien die Uhren wohl anders laufen? Man beginnt nicht zur perfekten Uhrzeit, sondern wenn alle da sind, und jemand die Initiative ergreift. In Deutschland schwer vorstellbar. Stefan soll predigen, er sitzt gerade neben mir und macht sich seine letzten Notizen. Ich bin ekligerweise immer noch ungeduscht, da manche Damen die 5min-Zeitvorgabe nicht ganz ernst nehmen können, und sich lieber noch ein zweites mal die Haare waschen. Müssen ja schliesslich Tiptop sein, morgen geht’s in die freie Wildbahn, und stört bei uns sowieso niemand, ob sie auch noch geglättet sind, oder nicht. (Dann hätte wohl ich ihr den Kopf gewaschen, aber auf eine andere Methode, als sie) Dusche also auf heute abend verschoben. Peter und ich haben uns noch eine Flasche Mineralwasser aus dem Auto geholt, und freuen uns an dem kleinen Luxus.


17.4.11 – 23.00
Nach dem Abendgottesdienst, infolgedessen wir auch eineige gute Gespräche mit den Rumänen hatten, lud uns Christi zu einem Italiener auf Schnitzel ein. Irgendwie ein wenig Grotesk, in Rumäninen auf deutsches Essen eingeladen zu werden. In Rumänien scheint es üblich zu sein, dass Frauen und Kinder bei Gesellschaften an einem eigenen, von den Männern getrennten Tisch sitzen?
Peter hat sage und schreibe 6 Schnitzel weggedrückt, den Vegetarieren und kleineren Mädels, mit denen wir uns den Tisch teilten sei Dank.
Die heiß ersehnte Dusche hab ich auch endlich bekommen. Ein königliches Gefühl.





Montag, 18.4.1 - 8.30
Heute soll es also losgehen. Von Aufbruchstimmung ist noch nichts zu spüren - Der Chef schläft wohl noch genüsslich, von den Mädes ist -erstaunlicherweise- ebenfalls nichts zu hören und zu sehen. Die Jungs dagegen sitzen auf ihren gepackten taschen und warten - wie bestellt und nicht abgeholt. Monika, Cristis Frau steht allerdings schon in der Küche und bereitet das Frühstück vor, es riecht nach Rühreiern.
Generell werden wir von Cristi und Monika äusserst gastfreundlich Empfangen und vorzüglich bewirtet. Man merkt hier schon einen Unterschied in den Kulturen, hier ist es eine Ehre, einen Gast zu bekommen. (Später Erfahren wir, dass Cristi Streit mit einigen seiner Gemeindemitglieder hatte, weil diese auch etwas von "den Gästen" (also uns) abhaben wollten. Cristi hat aber vehemennt darauf beharrt, dass die deutschen seine Gäste sind. Sehr angenehm, nicht getrennt zu sein.)
Mal sehen, wie es Weitergeht - ich bin gespannt.


18.4.11 - 11.30
Es geht los - Endlich!
Der Hühnerhaufen gackert und wuselt um die Autos und Hägar. Es herrscht akute Aufbruchsstimmung, und ein paar scheinen nebenher noch durchzudrehen und den Kopf zu verlieren. So chaotisch geht es ja nichtmal zu, wenn wir den Hänger packen.
Alles Gepäck wird wieder chaotisch auf die Autos verteilt. (Eigentlich sieht es noch schlimmer aus, als ich es beschreibe, aber mit einem geschulten Blick erkennt man in dem ganzen Durcheinander durchaus den Ansatz eines System. Naja, vielleicht kann man ihn erahnen.) DAnn müssen wir feststellen, das Hägar sehr anhänglich ist. er hat akute Trennungsängste und wird deswegen fürsorglich an Stefans Auto festgemacht. Nicht, dass der arme Angst bekommt, er müsse allein dableiben. Jetzt schnell Schuhe anziehen, Haare machen, Toilette besuchen, Lidstrich kontrollieren, mit der Freundin rumgackern, Lieder singen aund andere NErven - bitte alles gleichzeitig. Dabei aber nicht den Überblick verlieren. Währe jetzt reichlich unpassend. "Hää" - "Egal".
Wir gehen jetzt noch eben Lebensmittel einkaufen, anschliessend gehts los, vermutlich müssen wir auch noch Holz schlagen. Es geht los!


18.4.11 - 15.30
Wir sind endlich auf der Wiese. Wie jedes Jahr ist es schwer, sich hier ein Camp vorstellen zu können. Aber dieses Jahr ist es noch ein bischen schwieriger. Wieviele Kinder kommen wohl, woher kommt das Holz, wie machen wir das mit dem Wasser?.
Nach unseren Kriterien währe der Platz durchgefallen, es ist nicht wirklich eben, stellenweise sehr Sumpfig, es gibt kein Wasser in der Nähe, nur einen kleinen Bach, durch den wir auf der Herfahrt schon durchfahren mussten. Die ersten Sträucher finden sich auch schon.
Aber was soll das Gejammer? Wir werden uns auf die Begebenheiten einstellen müssen, mit ihnen leben und das beste Rausholen. Während dem großen Beratungspalaver gibts erstmal was zu Futtern. Der Bauer ist gerade auf dem Weg, unsere Kanister zu holen. Also wenn das Wasser auch so eiert, wirds ungemütlich.





Dienstag, 19.4.11 - 7.30
Milch und Kaffeewasser stehen auf dem Benzinkocher. die meisten Ranger irren noch schlaftrunken über den Platz. es herrscht orientierungslose, heisere Müdigkeit. Vorcamp, wir kommen! Zeit, für einen guten Kaffee. (Noch glauben wir, der Zucker sei lediglich in einer der unteren Kisten, und taucht bis heute Mittag auf - denkste)
Die Necht war frisch und klar, aber im WM Antelope von der Freundin super angenehm kuschelig. Gestern haben die Jungs mit Stefan nur wenige Stangen Holz schlagen können, bevor der Oberförster auftaucht, und uns erklärt, dass wir momentan keine einzige Stange Holz im Wald schneiden dürfen. Unschöne Sache, könnte uns etwas zurückwerfen. Währenddessen haben iPeter, eva, meine Wenigkeit und die Mädels uns an die Großjurte und Materialjurte gemacht, und gleich drei Mitarbeiterkothen aufgestelllt. Praktischerweise haben wir spontan noch die Innenstangen mitgenommen, und können die verwenden. Spart uns gleich mal 6 Stangen Holz.
Die Spontane Ratlosigkeit wurde anschliessend aggressiv mit einer kräftigen Portion Kreativität, Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit und einer Prise Humor konstruktiv bekämpft. Die Küchenjurte ist gestrichen, die Mitarbeiterkothen stehen mit Innenstange, es wird eine "Donnerkothe" geben, keine Teamclaims geben (Alles sehr ungewohnt, aber eben den Begebenheiten agepasst.)
Gestern wurde noch bis 19.00 Rangeklotzt Es stehen schon die Material- und zentrale Großjurte und drei Mitarbeiterkothen. Eigentlich ja ein schlechter Schnitt für ein Vorcamp. Aber wir sind nur wenoge Leiter, und viele junge Pfadranger, und jede Entscheidung muss abgestimmt und getroffen werden. das kostet trotz aller Funkgeräte doch Zeit.


19.4.11 - gefühlt 15.00
Die Donnerkothe (ein echtes Kunstwerk) steht, der Waschplatz und die Pissrine auch. Genauso wie der Apellplatz samt Fahnenmast und Feuerstelle. Die Sickergrube ist auch schon fertig. Peter und Lissi haben am Bach eine tiefe Stelle entdeckt (verdächtig, sollten die beiden nicht eigentlich Arbeiten, anstatt romantisch am Bach spazieren zu gehen), die sich zum Baden eignen soll.
Stefan hat Schascha und mir das kleinere Jungsteam anvertraut, Janne und Eva die Mädels. Die macht gleichzeitig den Campwart. Bin ich eigentlich ganz Dankbar drum, dass ich das nicht machen muss, neben Material und "Mädchen für alles". Seit etwa 1.5h wollten die rumänischen Kinder+Leiter da sein. Ich glaube, die rumänen haben nicht nur eine andere Zeit (+1h), sondern auch ein anderes Zeitgefühl.
Nach dem Aufbau sah das Innenleben der Materialjurte aus wie Kraut und Rüben. Das üben wir wohl nochmal? Eigentlich kann man ja von PR schon erwarten, dass sie fragen,w enn sie etwas nicht finden, oder wenigstens die Kisten wieder zurückstellen.
Jetzt machen gerade alle Pause, singen, schreiben Tagebuch oder fläzen in der Sonne. Have a break, have a Kitkat!


19.4.11 - 9.45
Raubtierfütterung. Es gibt Spaghetti Bolognese. Nach gefühlt 3 Stunden und 15 Versuchen steht dann doch mal die Kothe. Ernüchternd für einen Materialwart, der in der gleichen Zeit zwei Jurten aufstellen kann. Mit Schascha alleine hätten wir etwa 25-30min gebraucht. Aber rumänische Kundschafter wollen auch mit einbezogen werden, und dann wuselt alles, und alles möchte auf Englisch erklärt werden.
Die Jungs sind alle fit und begeistert, aber ziemlich aufgedreht. Eigentlich normal, in dem Alter, oder? Schascha war heute Nachmittag noch mit den Jungs auf den umliegenden Hügeln zum toben und anschliessend kicken. Es war trotzdem schwierig, die Ruhe zu geniessen, da die Schlafsäcke noch ausgeteilt werden mussten. Schlussendlich ist es gut, dass nicht soviele Kinder gekommen sind, da ihnen gesagt wurde, sie müssten sich nicht um Schlafsäcke oder Isomatten kümmern, wir würden alles mitbringen.
Die Jungs sind echt eine Herausforderung.


19.4.11 - 22.30
Ruhe...... sollte zumindest herrschen, denn die Meute - Sie sind jetzt die Löwen - sollte eigentlich schon schlafen. Man hört noch Stimmen, aber das finde ich für den ersten Tag noch völlig okay. Sie haben viel neues erlebt und gesehen, das muss nunmal verarbeitet werden. Für eine Kothe solange zu brauchen, ist für mich eine komische Erfahrung. Mit 4 kleinen Jungs Zähneputzen zu gehen, ist ziemlich ungewohnt. Normalerweise sehen sich Leiter und Kinder bei uns nicht am Waschplatz, da sich die Aufsteh- und Bettgehzeiten nicht überschneiden. Aber es macht total Spaß und ist Superspannend. So wie alles andere, mit dem Team. Wenn unsere KD auch so wären, hätten wir ein Paradies.. :-D


19.4.11 - 23.30
Gedanken und Gefühle soll man ja bekanntlich Rauslassen. Aber wohin? Den Stammleiter anmotzen? Die beiden anderen, die selbst nichts dafür können?
Der "Mädchen-für-alles"-Job ist weg, und irgendwie doch nicht. Isomatten und Schlafsäcke soll ich ausgeben, Feuer, Benzingeräte und alles andere machen Chris und Benni. Materialwart bin ich aber trotzdem noch. Komische Mischung. Vorallem,w eil sich die meisten in den Kisten nicht auskennen, nichtmal Schascha oder Peter, die schon wirklich häufig im Lager sind.
Nichts gegen Chris und Benni, aber von Lampen und Kochern haben die beiden doch keinen blassen Dunst. Chris ist Quereinsteiger, und hatte sowas wirklich noch nicht in der Hand ( Dafür kann er auch nichts) und Benni hat bisher auch nicht mit Interesse für unsere Werkzeuge und Materialien geglänzt. Keiner der beiden kann eine Lampe sauber anmachen, geschweige denn Nachfüllen. (Selbst wenn, ohne zu wissen, wo der Trichter und das Benzin liegen, sowieso für'n Arsch.) Die findem im Materialzelt noch nichtmal den Benzinkanister.
Klingt jetzt vielleicht beleidigt, aber es tut einem Materialwart einfach in der Seele weh, wenn man mit ansehen muss, wie frisch gereinigte und reparierte Benzinlampen verhunzt werden. Vor allem, wenn man weiß, an wem hinterher der Job hängenbleiben wird, wenn es darum geht, das Zeug zu Putzen.
Was soll ich bitte machen, wenn Stefan mir aufträgt, Benzinlampen und Feuerstarter zu besorgen, mir aber dann anhören darf, ich soll mich gefälligst um "mein" Team kümmern. Drum gerissen hab ich mich ja wohl nicht. Der einzigste, der sich noch ein bischen im Materialzelt auskennt, ist Schascha,e r hat's eingeräumt. Der leitet aber mit mir das Team, alle anderen sehen eh blos bunte Kisten, die es gilt, großflächig auszuräumen und ins Chaos zu stürzen. Ja, ich bin gefrustet. Ja, ich hab einen Tiefpunkt. Und um dem Gejammer noch die Spitze aufzustzen, fehlt mir meine Freundin..
Geh jetzt ne Runde beten, dann in den Schlafsack!


19.4.11 - 0.00
Irgendwie schon ein netter Anblick, die 4 Rabauken so friedlich schlafend zu sehen. Sie halten sich auch kein bisschen an die Isomatten, sondern schlafen bunt gemixt auf einem Haufen. Den Schlaf werd ich mir jetzt auch gönnen, denn heut Nacht soll ich Benni aufwecken, für einen kurzen Toilettengang. Außerdem ist meine Stimme völlig am Ende, Schlucken ist einfach nur schmerzhaft, meine Platte im rechten Schlüsselbein meldet sich, und mein Rücken ist völlig verspannt. Klingt so, als könnte ich ein bisschen "Gute Besserung" vertragen. Hallo Tiefpunkt. Deswegen kuschel ich mich jetzt in den Schlafsack meiner Freundin!




Genug für den Moment.

Flachzange
29.04.2011, 17:54
Spannende Anreise, gerne und zügig mehr ;-)

Vegareve
29.04.2011, 18:51
wieder klugscheissmodus.....bitte Christi ohne H, das liest sich wie Jesu.....in Rumänien ist es immer Cristian, Cristiana.

Nachtrag: Rumänien besteht zu 86% aus bekennenden Orthodoxen:bg:, so viel zu katholisch geprägtem Land. Und jetzt bin ich weg und verspreche, Dich nicht mehr zu nerven;-).

Bodenanker
29.04.2011, 22:32
Sonntag mit rein!

Bodenanker
02.05.2011, 00:07
Montag mit rein, und den 'Anfang vom Dienstag. dEr wird etwas länger, aber ich brauch ein Bett!

smeagolvomloh
03.05.2011, 22:24
Schöner Bericht!

(Mit ein paar Bildern wärs natürlich noch schöner.)

Bodenanker
04.05.2011, 12:24
Die hab ich immernochnicht bekommen.. :roll:

volx-wolf
16.05.2011, 11:47
Schöner Bericht ... aber wann geht es weiter????

Bodenanker
24.05.2011, 22:02
Dauert noch ein Weilchen.. Hier steppt der Bär. Bin von 6.30 bis 22.30 auf Achse!

Leitwolf
01.09.2011, 20:01
Darf man noch auf eine Fortsetzung hoffen wenn sich der Bär wieder beruhigt hat?