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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IE] Dingle Way im März



Dethix
10.04.2011, 11:46
Anfang März habe ich mich zusammen mit Hannes auf den Dingle Way begeben. Eine weitere, durch das Forum überhaupt erst ermöglichte Tour. Hier nun ein paar Worte und Bilder dazu.

Von Hamburg ging es mit dem Flieger nach Dublin und per Zug weiter nach Tralee. Und hier beginnt unsere eigentliche Reise. In den folgenden 10 Tagen sollen wir also knapp 180km über die Dingle Halbinsel latschen. So weit so gut. Aber wo bekommen wir jetzt Spiritus für unseren Kocher her? Und was heißt Spiritus noch mal auf Englisch?!? :o Und wieso sprechen die Iren eigentlich so schnell und unverständlich?
Nach etlichen Kilometern in Tralee und recht erfolglos was den Spiritus betrifft, quartieren wir uns für die erste Nacht auf dem Woodlands Park Campingplatz (http://www.kingdomcamping.com/) im Ort ein. Die sehr nette Besitzerin hat uns auch noch um 21 Uhr empfangen und für unschlagbare 3€ pro Person auf dem völlig verlassenen Campingplatz untergebracht. Die erste Nacht im Zelt war recht kühl und so wirklich eingespielt waren wir auch noch nicht. So zog sich das Zusammenpacken der Ausrüstung doch etwas hin und wir starteten somit relativ spät. Noch schnell bei der nächsten Apotheke vorbei (denn die verkaufen Spiritus :motz:) und ab auf den Weg.

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Wir hatten uns im Vorfeld nur grob Gedanken um unsere Unterbringen gemacht und nur einige Anschriften von B&B´s oder Hostels rausgesucht. So kamen wir dann schon im Dunkeln in Camp an der Tankstelle an, um uns nach einer Unterkunft für die Nacht zu erkundigen. Spätestens hier haben wir bemerkt, wie hilfsbereit und freundlich die Iren doch sind. Ruck zuck wurde zum Hörer gegriffen und John angerufen. Dieser holte uns kurz darauf mit dem Auto ab und brachte und in sein B&B, das Camp Junction House (http://www.campjunctionhouse.com/). Eine Übernachtung in diesem kann ich wirklich jedem nur empfehlen. Alles tiptop und John ist wirklich sehr nett. Er hat uns auch gleich für den Rückweg angeboten uns direkt nach Tralee zu fahren und somit die erste/letzte Etappe die man doppelt laufen muss, zu überspringen.

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Ähnlich lief es auch an anderen Tagen ab. Wenn ein B&B noch geschlossen war, wurde eben kurzerhand beim nächsten angefragt ob noch Platz für uns frei wäre. Aber leider führte diese "Spontanität" auch zu einigen Extra Kilometern die wir laufen mussten. Und da diese üblicherweise am Ende des Tages anfielen, war das z.T. sehr anstrengend und frustrierend. Dafür war die heiße Dusche und das bequeme Bett, in das man anschließend fallen konnte, umso schöner.

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Ja, es gab auch ein "paar" Schafe :grins:

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Die einheimische Fauna war aber durchaus Artenreich. Mal abgesehen von bereits erwähnten Schafen gab es auch Pferde....

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Palmen!! Es gibt dort tatsächlich Palmen! Und auch sonst war die Vegetation schon wesentlich weiter als im kalten Deutschland.

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Einen Abstecher zum Inch Beach ist wirklich eine Empfehlung wert. Ein endlos langer Sandstrand an dem man sich in Ruhe sein Mittagessen kochen kann. Sogar einige Surfer haben ihr Glück in den Wellen versucht.

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In Dingle haben wir einen Tag Pause eingelegt und uns im Rainbow Hostel einquartiert. Den freien Tag haben wir für eine geführte Kayaktour in der Dingle Bucht genutzt. Dabei haben wir natürlich auch Fungi gesehen. Schon recht imposant so ein "kleiner" Delfin :-) Vor allem wenn man im wackligen Kajak neben ihm sitzt.
Dingle ist ein wirklich hübscher Ort und verfügt sogar über ein Subway Fast Food Restaurant, die wohl günstigste Möglichkeit in Irland satt zu werden ;-)

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Auch so mancher "reißende Strom" muss überquert werden :D

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Kühe gibt es natürlich auch.

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Schlamm gab es trotz des super Wetters auch ein wenig. Wäre ja auch langweilig wenn nicht :-)

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Die zwei Etappen entlang des Slea Head Drives sind das eigentlich Highlight auf dem Dingle Way. Steilküste und ein grandioser Ausblick auf die vorgelagerten Inseln. Leider läuft man auch hier wieder ein gutes Stück auf der Straße. Insgesamt war der Asphalt Anteil recht hoch, die Straßen allerdings größtenteils wenig befahren. In den Sommermonaten kann das aber durchaus anders aussehen.

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Sand ist auf der zweiten Hälfte des Dingle Ways der wohl häufigste Untergrund auf dem man läuft.

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Und ja, das An Bothar Pub & Guesthouse (http://www.botharpub.com) ist tatsächlich die letzte Unterkunft vor dem Pass am Mt. Brandon. Eine weitere schmerzliche Erfahrung die wir machen mussten, denn auch dort sind wir mal wieder gute 2 km über Ziel hinausgeschossen und mussten diese wieder zurück laufen.

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Wie sie sehen, sehen sie nix. Ausgerechnet an dem Tag, an dem es über den Mt. Brandon ging, hatten wir das erste mal schlechtes Wetter.

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Fazit:
Wer endlose Strände liebt und auf diesen Kilometer abreißen möchte, der sollte am Besten noch heute ein Flugticket buchen. Es gibt durchaus Etappen, da verbringt man 80% des Tages auf dem Sandstrand. Das war uns irgendwann zu blöd und haben unsere Route etwas angepasst und zum Teil Abschnitte links liegen lassen. Sand ist Sand ist Sand ist Sand. Und mit einer steifen Briese von Vorne wird der auch nicht besser ;-)
Zusammenfassend kann man sagen, die Dingle Halbinsel ist ein großer Bauernhof. Man findet wirklich jegliche Art von Tieren dort: Schafe mit roten Punkten, Schafe mit grünen Punkten, Schafe mit blauen Punkten, schwarze Schafe, Ziegen, Esel, Pferde, Kühe und Hunde jeglicher Größe und Gemütslage. Die einen haben uns schon freudig erwartet und uns ein Stück auf dem Weg begleitet, die anderen waren kurz davor uns in Stücke zu reißen (nein ich übertreibe nicht), weil wir ihr Grundstück auf der Straße davor passieren mussten.
Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Jede Menge Sonne und nur 3 Tage Regen sind eine recht ordentliche Bilanz für einen 2 wöchigen Urlaub in Irland. Da hatte ich mit schlechterem Wetter gerechnet. Und auch, dass ich Sonnencreme benötigen würde, war mir im Vorfeld nicht ganz bewusst. Nun gut, dann hatte ich halt dieses Jahr schon Anfang März meinen ersten Sonnenbrand :-)

Noch ein paar Hinweise für alle Nachahmer:
1. Lasst Zelt und Schlafsack zuhause. Es gibt jede Menge Hostels und B&Bs die man nutzen sollte. Man spart sich Gewicht und die Möglichkeit auf dem Weg zu Zelten ist eher beschränkt. Vor allem wenn man sich an die vorgegebenen Etappen hält, landet man jeden Abend in einer Ortschaft in der es mit dem Zelten eigentlich unmöglich ist.
2. Wenn ihr mit einem Spirituskocher unterwegs seid, geht in Tralee in eine Apotheke und kauft euch dort das Brennmaterial. Wir haben keinen Supermarkt oder Tankstelle gefunden, die das Zeug verkauft.
3. Die Autos fahren auf der falschen Seite und es dauert so seine Zeit, bis man raus hat zu welcher Seite man schauen muss, bevor man eine Straße überquert ;-)

P.S: Ich weiss, dass die Bearbeitung der Fotos sehr extrem ist. Mir gefällt es aber, daher müsst ihr es nun auch ertragen :P

Atze1407
10.04.2011, 13:01
Hallo Dethix,
sehr interssante Tour die ihr da gemacht habt, ein feiner Bericht und die Fotos sind auch gelungen, verbessern kann man immer.

Danke dafür.

Gruß
Jürgen

Sapbattu
10.04.2011, 13:15
P.S: Ich weiss, dass die Bearbeitung der Fotos sehr extrem ist. Mir gefällt es aber, daher müsst ihr es nun auch ertragen :P

:baetsch: ich mag sie trotzdem :baetsch:

schöner bericht...die tour scheint anfängertauglich?

Dethix
10.04.2011, 13:28
die ist definitiv anfängertauglich. da man immer in der nähe kleinerer ortschaften oder zumindest straßen ist, ist ein ausstieg theoretisch jederzeit möglich.
und konditionstechnisch geht es zwar doch mehr hoch und runter als ich erwartet habe, aber das sollte auch kein problem für ungeübte sein.

Rhodan76
10.04.2011, 13:44
Sehr schön - endlich ein (Foto-)Bericht über Dingle auf ODS. Hab den Dingle-Way immer verworfen wegen des hohen Wege-Anteils am Strand. Nicht ganz ungerechtfertig wie man sieht...

Aber schön ist es natürlich trotzdem dort - geile Fotos, so wie sie sind!

winnetoux
10.04.2011, 13:58
Mich stört da eher der viele Asphalt. Mir tat irgendwann das Knie an einer Stelle weh, wo es noch nie wehgetan hat und schließlich konnte ich nur noch humpeln. Da haben wir immer die Strandpassagen gemocht (möglichst bei Ebbe, macht die Kurve kleiner ;-), außerdem ist der Sand doch recht hart. Aber wegen Knie und knapper Zeit Inch Beach nicht mehr erreicht. :( - aber mir fällt ein: einmal sind wir auch geflüchtet - der Wind inkl. prasselndem Regen-Sandstrahlen von vorn war einfach zu heftig.

Was anfängertauglich betrifft: ewiges Latschen am Straßenrand ist irgendwie auch nicht das Wandern, das ich mir vorstellen würde für die erste mehrtägige Tour, teils sehr ermüdend. Umgekehrt ist Mt. Brandon dann bei schlechtem Wetter ein ziemlicher Kontrast.
Und John, ja, der ist nett aber auch ziemlich geschäftssinnig. You should go there and there ... wir sind trotzdem andersrum gegangen.
Ansonsten hat Finnegan's Hostel in Tralee noch sehr viel Charme, old building, angelottert, halbwegs sauber, leicht exzentrischer Maître.
Und die Schafe mit roten Punkten, das sind doch die verstrahlten, oder? :ignore::grins:

Zwimon
11.04.2011, 09:42
Schöner Bericht und coole Fotos, macht richtig Laune auf Irland ;-)

Sternenstaub
11.04.2011, 11:31
ja, Dingle fehlt mir auch noch in meiner Sammlung, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.
Feiner Bericht und JA, Palmen hat es überall im Süden Irlands.

Dethix
11.04.2011, 11:53
Noch ein kleiner Nachtrag zum Wetter. Ich hatte im Vorfeld echt bedenken was das angeht. Auch erntete ich einige merkwürdige Blicke wenn ich erwähnte, dass ich Anfang März nach Irland wollte. Allerdings habe ich vorher Klimatabellen studiert und sie sollten recht behalten :-)
Sicherlich hatten wir schon total Glück mit dem vielen Sonnenschein, aber auch von den Temperaturen war es echt ok. Die eine oder andere Nacht war zwar schon recht kühl und im einstelligen Bereich, aber sonst nicht weiter schlimm.

Hannes hatte auch nach 2-3 Tagen Probleme mit den Knien. Ob das am hohen Asphaltanteil lag, weiss ich allerdings nicht.

winnetoux
11.04.2011, 12:26
Hannes hatte auch nach 2-3 Tagen Probleme mit den Knien. Ob das am hohen Asphaltanteil lag, weiss ich allerdings nicht.
Mir ist kein anderer Grund eingefallen. Weichere Schuhe sind da zumindest ausreichend, hatte auch nicht die festesten Wanderstiefel mit.
Will deinen Bericht nicht entern, bin selbst zu faul, wettermäßig hatten wir relativ viel Regen, aber es wechselt ja. ;-) Die Bergkuppen waren teilweise angeschneit nach unserem regenreichen Ankunftstag :bg: und später auf dem Weg am Mt. Brandon vorbei sanken die Wolken immer tiefer mit der Höhe, bis der Regen schließlich schneeig war. So Ende März/Anf. April. Ist also alles drin, glaub ich. ;-) John meinte, als wir tropfnass reinstolperten und gerade so dem Höhepunkt des horizontal rain entkamen, Mai wäre gut, Juni, das hört man wohl allgemein von Irland. Aber neuerdings folgt dem Winter anscheinend erstmal Sommer. Hatte bei der Reisevorbereitung einige Tage vorher auch viel von unnachahmlichem Sonnenschein gelesen, der ungewöhnlicherweise gerade herrsche. Demnach ist Anf. März wohl wirklich nicht schlecht.

Sabine38
19.10.2011, 12:16
Von der Bearbeitung her erinnern mich die Fotos ein bisschen an Ilustrationen aus den 80ern. Mir persönlich an der einen oder anderen Stelle etwas zu viel Verfremdung, insgesamt aber sehr schön!

Das mit den komischen Blicken kenne ich... Meine Kollegen hatten auch einen Wettpot aufgemacht wie sehr ich wohl fluche wenn ich wieder komme. Es gab nur einen der dagegen gestimmt hat... Der hat mir von seinem Gewinn dann direkt mal ein Bier ausgegeben! :bg:

kristofer
19.10.2011, 18:06
Schön - hätte auch gar nicht gedacht, dass es im März in Irland schon so gutes Wetter geben könnte. Aber vielleicht sorgt auch die Nachbearbeitung der Bilder für einen besseren Eindruck - ich mag's jedenfalls!

Chris1984
30.08.2012, 18:46
Hey Cooler Bericht, hilft mir auch grad bei meiner Planung (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?65785-%DCbernachtungs-Zeltvorschl%E4ge-f%FCr-den-Dingle-Way&p=1068886#post1068886):)

Eventuell liest ja hier noch einer mit der mir diese Fragen beantworten kann:

- Wasser kann man hoffentlich in den doerfen auffuellen bzw nachkaufen, da ich keinen Filter dabei habe und somit das Wasser in der Natur nicht in Frage kommt wegen der Gefahr von toten Tieren.
- Wo bekomm ich Gaskartuschen fuer meinen Trangia Kocher her? Gibt es da was in Camp? Im Flugzeug darf man die ja nicht haben. Was waere sonst die erste Moeglichkeiet an solche zu kommen?


Cheers
Chris

Dethix
30.08.2012, 21:08
Moin, also wir haben uns immer ausreichend Wasser morgens eingepackt, was dann in der Regel auch für den ganzen Tag gereicht hat. Allerdings waren wir auch nicht im Hochsommer unterwegs (ok, warm war es manchmal trotzdem :D).
Von Camp selber haben wir nicht viel gesehen, allerdings bezweifle ich, dass du dort Gaskartuschen bekommen wirst. Könnte höchstens was an der Tankstelle im Ort geben. Ansonsten würde ich Tralee empfehlen. Die ist die Auswahl schon größer, auch wenn wir mit dem Spiritus so unsere Probleme hatten....

Abt
31.08.2012, 09:55
Wo sind die Fotos nun hin?