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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [ES] Gr 221- Serra Tramuntana



Yaphi
26.03.2011, 22:45
Hier entsteht der Mallorca –Reisebericht von Vincent und Nicolas. Im Voraus möchte ich schon mal anmerken, dass dieser erste Teil sehr textlastig, der zweite Teil dann eher bildlastig werden wird.

Am Anfang war die Überlegung.
Wenn man im März schon vorlesungsfreie Zeit (das Wort Semesterferien gibt es ja nicht mehr) hat, warum diese nicht nutzen und die guten Wandersachen entstauben?
So fingen wir also an ab Ende 2010 die Planung einer weiteren Tour für März 2011 an. Viele Ziele und Möglichkeiten wurden diskutiert, verworfen, neu aufgenommen und durchexerziert.
Norwegen kam immer wieder ins Gespräch, wurde aber letztendlich in einem Anflug von Realismus verworfen. Wir konzentrierten uns also auf eher südliche Ziele und versuchten an die ganze Sache irgendwie einen Dreh zu bekommen.
Wir checkten die Ryanair Destinationen, die von Bremen angeflogen werden und sortierten Stück für Stück aus- leider zwischenzeitlich alle, sodass wir wieder bei Norwegen landeten.
Dank dieser tollen neuen Weltkarte im Reiseberichtsthread fanden wir dann allerdings die drei oder vier Reiseberichte über den GR 221 auf Mallorca und so langsam nahm der Plan Formen an. Temperatur war okay, Regentage halten sich mir 6-8 im März auch in Grenzen, Wegmarkierung soll okay sein, Wasser ist aufzutreiben, Tagesetappen sind machbar, Flugpreise stimmen, der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist gut ausgebaut.
Nach dem Anschaffen einer Karte über die Serra Tramuntana und dem Einholen einiger Erfahrungen (speziellen Dank hier noch mal an Ixylon,MatthiasK und Trampvan), wurden dann Hin- und Rückflug am 13 bzw. 19 März gebucht und die Route von Valldemossa über Deiá, Sóller und den Cúber bis nach Lluc mit eventueller Bezwingung des Torrent de Pareis gelegt.
In der Woche vor Abflug wurden dann noch mal die genauen Tagesetappenziele gesetzt, das neue Zelt im Auf- und Abbau getestet und die neuen Rucksäcke schon mal Probegepackt.
Und dann ging‘s eigentlich auch schon los, auf einen, wie sich zeigen sollte, sehr abenteuerlichen Trip in für uns noch völlig unbekannte Wandergefilde, inklusive anderer Jahreszeit als wir es gewohnt waren und neuer Umstände, was Gelände, Wasser, etc. betrifft.
Und los geht es am:

Sonntag, 13 März: Bremen- Palma- Valldemossa- ?

Zur extrem unchristlichen Zeit von 5:30 Uhr klingelt an diesem Morgen der Wecker.
Schlaftrunken werden noch schnell die letzten Sachen in den Rucksack geworfen und schon geht es um kurz nach sechs Richtung Flughafen Bremen. Unser Flug nach Palma geht bereits um 7:10 Uhr und trotzdem herrscht auf dem Flughafen in Bremen ein extremes Gewusel, da an diesem Sonntagmorgen 3 Maschinen nahezu gleichzeitig in verschiedene Richtungen abheben.
Es heißt also Warten am Check-in, Warten an der Sicherheitskontrolle, Warten beim Boarding. Aber die Vorfreude auf den Trip ist da und die Leute von Ryanair lassen sich ja auch immer etwas zur allgemeinen Erheiterung einfallen. Heute ist das Handgepäck einer Frau zu groß, sodass sie einen Fahrradhelm auspackt, damit sie den Koffer in diesen Ryanairkoffergrößentestkäfig quetschen kann. Den Helm will sie unter dem Arm mit ins Flugzeug nehmen, aber nicht mit der überkorrekten Ryanair-Mitarbeiterin, schließlich ist nur ein Handgepäckstück erlaubt, sie müsse den Helm schon als Kleidungsstück tragen.
Schließlich werden wir zügig geboardet, da die meisten schon in der Maschine sind und dürfen übers Rollfeld zum Flieger gehen. Zielstrebig gehe ich nach rechts, wo die Maschine nach Oslo immer steht und werde prompt zurückgepfiffen mit dem Hinweis, dass das nicht die nach Palma wäre, sondern nach irgendwo im Baltikum. Gut also dann halt die andere.
Vincent schnürt sich unterdessen erstmal die Schuhe neu, die an der Sicherheitskontrolle vorher ausgezogen werden mussten und wird ebenfalls prompt angeschnauzt „Wollen sie auch nach Mallorca gehen?“ „Nein, ich wollte fliegen“ „ Aber dann schnüren sie ihre Schuhe im Flugzeug, das hebt gleich ab“ Na dann… Mit seiner Antwort, dass er sich die Schuhe erst zu mache und notfalls zum Flugzeug renne, war sie außerdem auch nicht zufrieden. Manchen kann man‘s halt nicht recht machen.
Trotzdem fliegen wir dann nach Palma, kommen mühelos und recht zügig zu unserem Gepäck und fahren mit dem Bus Richtung Plaza de España. Dort fragen wir an der Touriinfo, wo wir denn Gas für unseren Kocher kaufen könnten. Leider spricht man hier weder Englisch oder Deutsch noch scheinen uns unsere geringen Spanischkenntnisse weiterzubringen. Mallorqui beherrschen wir wiederum nicht. Also schnappen wir uns einfach einen Stadtplan und laufen zur nächsten Tanke - erfolglos. Wir entscheiden uns den Gaskauf auf Valldemossa zu verschieben und wollen mit dem 11:30 Uhr Bus ebendort hinfahren. Dieser fährt allerdings wiederum nur im Sommer, der nächste erst 13:30. So erkunden wir Palma und sitzen auf dem Plaza de España in der Sonne, nebenst einer Gruppe Einheimischer die sich unter anderem über patatas und ihre Zubereitung in aller Welt unterhalten.
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Brauch auf Mallorca scheint es zu sein, bei größeren Gebäuden Preis und Dauer öffentich aufzuführen.
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Für einen unterirdischen Bahnhof ganz ordentlich, oder ? Könnte sich ein schwäbischer Planer noch was von abschauen….
Schließlich geht’s mit dem Bus nach Valldemossa, eine sehr schöne, aber auch extrem touristische Stadt in den Bergen mit wirklich schönen Terrassen rundherum.
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Wir halten uns aber nicht länger auf, versuchen hier Gas zu bekommen - wiederum erfolglos - und gehen schließlich ohne los, morgen ist ja auch noch ein Tag und wir haben auch so genug Trockenfutter mit, um ein paar Tage über die Runden zu kommen.
Zunächst haben wir Schwierigkeiten den Einstieg in den Weg zu finden, nach kurzer Suche und zwei freundlichen Spaniern, die uns aus dem Auto den Weg zeigen, geht es dann aber endgültig los. Bei bestem Wetter schlängelt sich der Weg anfangs durch ein größeres Waldgebiet die Berge um Valldemossa hinauf. Das Wetter ist richtig gut, fast schon zu warm außerhalb des Schatten und der Weg gut markiert, ausgebaut und klar erkennbar, sodass entsprechend viele Tagesläufer unterwegs sind, die eine Runde um Valldemossa wandern.
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.Recht flott geht es bergan und schon haben wir die Masse der Leute hinter uns gelassen, inklusive einer Gruppe einheimischer Pfadfinderkinder, die lautstark eine große Waldwiese besetzt halten und denen wir beinah im Laufschritt entfliehen. Oberhalb der Bäume bietet sich dann wiederum ein sehr schöner Blick auf das Meer, der direkt mit einer Pause und Sonnetanken zelebriert wird. http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_08803.JPG
Wir passieren zwei Ruinen, eine sieht irgendwie nach Festung, eine eher nach Kirche aus, http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_09081.JPG http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/IMG_09171.JPG
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lassen beide links liegen und kommen auf einen sehr schönen, aber auch sehr windigen Grat, von dem aus wir unser Tagesetappenziel Deiá schon sehen können.
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Hier kommen uns zwei Spanierinnen entgegen, die ebenfalls den Weg nach Deiá gesucht, aber nicht gefunden haben. Wir sind uns dank unserer Karte aber sicher, dass wir den Weg finden und sonst haben wir ja noch ein Zelt dabei im Gegensatz zu den beiden. Weiter geht’s über den Gratweg immer Richtung Deiá, wir passieren immer wieder Steinmännchen und sogar zwei Schriftzüge, die uns den Weg weisen. Zwar wird es langsam dunkel, aber wir sind ja auch schon fast da.
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Dachten wir zumindest.
Denn jetzt stehen wir an einer Steilklippe von der ein Seil baumelt, hier ist also schon mal jemand runtergegangen, aber mit Rucksack? no way. Wir schauen uns um, aber irgendwie sind auch keine Markierungen, Steinmännchen oder gar ein Weg zu erkennen. Wir entscheiden uns weiter nach Osten in ein Flussbett abzusteigen, das uns die letzten Meter nach Deiá bringen könnte. Aber falsch gedacht, auch durch dieses Tal geht es nicht weiter, wir unternehmen noch einen letzten Versuch indem wir eine Anhöhe erklimmen, aber auch von hier ist kein Weg zu erkennen, geschweige denn irgendwelches Gelände, wo so ein Weg sein könnte. Da wir in der einbrechenden Dunkelheit auch kaum noch das Gelände ausmachen können, entscheiden wir uns die Nacht hier zu verbringen, auch und vorallem mangels Alternative. Allerdings lässt sich weit und breit kein Platz entdecken, auf dem man das Zelt aufstellen könnte- verdammter Mist, na gut, wir legen einfach unsere Isomatten auf das Schilfgras, das zwischen steinen wächst und versuchen zu schlafen.
Mit mäßigem Erfolg, seehr mäßigem Erfolg. Aber irgendwie wollen 12 Stunden Dunkelheit ja überbrückt werden. Schließlich finde ich auf dem extrem abschüssigen und steinigen Boden doch noch eine relativ angenehme Position und bilde mir ein, kurz weggenickt zu sein. Beim Blick auf die Handyuhr stelle ich fest, dass auch wirklich über 5 vergangen sind… allerdings Minuten und nicht Stunden - das wird eine lange Nacht werden.
Irgendwie ist die ganze Situation suboptimal, ich liege mit der Isomatte auf zwei ziemlich großen Steinen, wenn ich mich aber zur Seite rolle, rutsche ich den Abhang hinunter, dazu schlägt mit dieses blöde Gras in der Dunkelheit hinterhältig ins Gesicht und lacht dabei bzw. lachen tut der Wind, aber das Gras freut sich garantiert innerlich diebisch, mir jedes Mal, wenn ich gerade wegnicken will, ins Gesicht zu klatschen. Blödes Zeug.
Schließlich habe ich mich mit der Gesamtsituation angefreundet, es ist zwar windig bis stürmisch und kühl, aber immerhin liegt man unter sternenklarem Himmel.
Als die Stunde nun aber 3.00 Uhr schlägt, wird es schlimmer. Vincent, der in seiner stehend-liegend-Haltung zwar nicht den Hang runter rutscht, aber auch nicht schläft, murmelt etwas von Regen. In der nun pechschwarzen Nacht bleibt uns nicht viel übrig als das Nachtlager abzubrechen. Komischerweise bin ich mehr genervt als beunruhigt. Schnell werden die Matten zusammengerollt, die Schuhe angezogen und die Regenjacken übergestreift. Ich stopfe mir meinen Schlafsack unter die Jacke, mangels Zeit zum Zusammenrollen, lege mich auf zwei Steine ziehe die Beine an und versuche mich mit dem Regencape meines Rucksacks zu schützen, der dadurch schutzlos im Gras liegt. Vincent versucht es anders, setzt sich hin und schützt die eine Seite mit dem eingepackten Rucksack, den Rest etwas mit der Regenjacke. Helfen tut beides wenig, denn es regnet nicht.
Es gießt und zwar wie aus Eimern, dazu kommt noch der böige Wind, eine ziemlich unangenehme Mischung aus nass, kalt und überhaupt scheiße. Vincent hatte innerlich schon beschlossen, dass es die schlimmste Nacht jemals für ihn war, als etwas später, ich denke wohl so gegen 4.00 Uhr dazu noch ein Gewitter über unsere Köpfe hinweg zieht. Jetzt wird’s richtig heftig. Denn durch das Gewitter nimmt der Regen nochmals zu, der Wind ebenso und mit dem Donner und Krachen über unseren Köpfen entwickelt sich eine sehr ernste Situation, die wir in den nächsten knapp zwei Stunden versuchen auszusitzen. Zum Glück waren wir schon etwas ins Tal abgestiegen, sodass uns keine direkte Gefahr durch Blitze drohte. Nach drei unglaublich langen, fast endlosen Stunden hört dann der Regen auf, der Wind allerdings mitnichten. Bilanz gegen 6:00 Uhr morgens: Komplett nass, dem Wind ausgesetzt, kein Tageslicht um von da wegzukommen, noch nichts Warmes gegessen auf der Tour und kein Schlaf. Außerdem durch das verkrampfte Sitzen extrem wackelig auf den Beinen. Diese Nacht war auf jeden Fall die längste meines Lebens und eine Situation, die ich nie wieder erleben möchte. Von 6 bis ca. halb 8 sitzen wir noch klatschnass und frierend im böigen Wind und warten, dass es endlich hell genug ist, um zurückzuwandern.
Als wir endlich wieder auf dem Weg sind, fängt es natürlich wieder an zu regnen und der Wind nimmt eher zu als ab. So kommt es, dass wir über den Grat bei gefühlten Orkanböen und waagerechtem Regen taumeln und dabei höllisch achtgeben müssen nicht von selbigem heruntergepustet zu werden. Gegessen habe ich übringens wieder nichts, es war mir so flau im Magen, dass ich befürchte, ich hätte mich übergeben müssen, hätte ich es getan. Wider Erwarten überleben wir auch den zweiten Teil unseres Höllenrittes zurück nach Valldemossa, wo wir nach schneller Wanderung ohne Pause bereits gegen 11:00 Uhr ankommen. Wir entscheiden uns den Bus nach Soller zu nehmen und dort irgendwo, wo es warm und trocken ist abzusteigen. Zwar ist das Wetter in Valldemossa geradezu verhöhnend gut, aber meine Sachen sind komplett durchweicht, sogar mein Kameraobjektiv ist nass (die Kamera und das Objektiv haben es allerdings unbeschadet überstanden- zum Glück).
Der Bus kommt schließlich auch und wir steigen ein, bloß erstmal weg hier, Türen zu und weg…

entenpower
27.03.2011, 11:13
oha, das klingt ja hart. kein gas, kein essen, kein schlaf... oha oha.
bin sehr auf die fortsetzung gespannt, besonders wo ihr euer gas kriegt :)

ihr hattet ja mit 5:30uhr aufstehen und 7:10uhr abflug ein seeehr straffes programm, kommt mir irgendwie bekannt vor :D (hab erst einmal einen flug verpasst, den rückflug aus australien...)

MatthiasK
27.03.2011, 11:33
Hey! Nach Deja gehts am großen Steinhaufen links hinunter! :ignore:
Den Bildern nach zu urteilen hättet ihr noch ein Stück weiter am Grat entlang laufen müssen..

Freu mich schon auf die Vortsetzung!

vinne90
27.03.2011, 13:42
Hey! Nach Deja gehts am großen Steinhaufen links hinunter! :ignore:
Den Bildern nach zu urteilen hättet ihr noch ein Stück weiter am Grat entlang laufen müssen..

Sowas haben wir dann auch später:( in Lluc gehört ... naja hinterher ist man immer schlauer und mit etwas Glück wird das keinem mehr passieren, der sich hier im Forum auf eine Mallorca-Tour vorbereitet hat.

Gwenny
27.03.2011, 14:20
Ohje, da hat es euch aber wirklich übel erwischt :(
Am nächsten Tag durch den Wald absteigen wäre bei euch nicht gegangen? Oder war es zu steil/felsig... wobei, damit wäre es sicherlich noch nicht vorbei gewesen.

Schöne Fotos, bei toller Sicht! Insbesondere an die letzten beiden Motive kann ich mich jedoch nicht erinnern, meine ebenfalls etwas seltener begangene Variante nach Deia ist schon etwas eher links abgezweigt (irgendwo bei der "Kirche") :bg:

Ich bin schon auf den Rest gespannt!

vinne90
27.03.2011, 14:43
Ohje, da hat es euch aber wirklich übel erwischt :(
Am nächsten Tag durch den Wald absteigen wäre bei euch nicht gegangen? Oder war es zu steil/felsig... wobei, damit wäre es sicherlich noch nicht vorbei gewesen.


Wäre vielleicht gegangen, aber wir hatten echt keine Lust mehr nochmal nach dem Weg zu suchen, außerdem haben wir dann beschlossen, möglichst schnell nach Sollér zu kommen, um Gas aufzutreiben, denn wir waren uns nicht sicher in Deiá welches zu finden.

barkas1980
27.03.2011, 14:45
Sehr schön, der Bericht.
Vor fast 10 Jahren ist uns das genau gleich passiert, auch zuerst den Abzweig links verpasst und auf dem Bergrücken ne halbe Stunde weitergelaufen, bis es uns zu blöd wurde und das GPS mit Kartenabgleich darauf schliessen lies, dass wir falsch sein müssen. Sind dann wieder fast ne Stunde aufgestiegen, bis wir den richtigen Abstieg hatten. Hab sogar noch ein analoges Bild vom Abzweig (Digicams steckten da in den Kinderschuhen - so 1,3MP ;-) )...
:hahaa:
Nun ja - was einen nicht umbringt...

Juno234
27.03.2011, 17:57
Ich kenne diesen berüchtigten Abzweig auch :motz: Den Anfang am Gratweg hatte ich zwar noch gefunden, ging dann aber geradeaus bis zur Steilkante. Zusammen bin ich dann mit zwei anderen Wanderern herumgeirrt, bis wir den richtigen Weg endlich gefunden haben.

Im Prinzip ganz einfach, wenn man es weiß: Vom Gratweg nach links und kurz danach (150 m?) nochmals links. Guter Weg an den Felsen entlang abwärts.

Yaphi
27.03.2011, 21:20
Ich bin einigermaßen froh, dass wir nicht die einzig Dummen auf dieser Welt waren, die den falschen Weg gewählt haben ;)

@barkas: das Bild vom richtigen Abzweig würde ich sonst sehr gerne nochmal sehen :D
@ entenpower: wir hatten das auch recht eng alles geplant, ca. 10 Minuten nach unserer Gepäckaufgabe wurde der Schalter dann auch dicht gemacht, einen größeren Stau hätten wir uns nicht leisten können ;)
P.S: wie kann man einen Australienrückflug verpassen :D ( kannst auch per pn antworten, sonst wirds zu offtopic)

@ alle: nächster Teil kommt bis zum WE.

Yaphi
02.04.2011, 09:59
Mit dem Bus geht es also von Valldemossa Richtung Sollér unter anderem über Deiá, das wirklich ganz nett aussieht und wo wir eigentlich auch gestern ankommen wollten…
Dabei stellen wir fest, dass der Bus hier vor engen Kurven, in denen er die Fahrbahn schneidet laut hupt und dann anscheinend automatisch Vorfahrt erhält.
Eigentlich ganz praktisch das Ganze, wenn auch nicht unriskant, so müssen mehrfach Autos zurücksetzen um den Bus durchzulassen, auf der serpentinenartigen Straße nicht immer einfach.
In Sollér versuchen wir unser Glück zunächst an der nächsten Tanke - wiederum gibt’s kein Gas -, danach geht’s weiter zur Touri-info an der wir uns einen Stadtplan besorgen, in den der freundliche Herr uns auch gleich einen Supermarkt und einen Laden, wo es Gas geben soll einzeichnet. Da aber Siesta ist, haben die Läden nicht auf und wir überlegen stattdessen, wo unser Nachtquartier sein soll.
Das Refugi de Muleta kommt uns in den Sinn, da dieses aber am Hafen und damit in schier unerreichbarer Ferne ist, lassen wir uns die Adresse einer günstigen Unterkunft geben und stehen 3 Minuten später vor der Casa Magarita, vor der die Besitzerin gerade ihre Putzwasser in den Gulli schüttet.
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Etwas zweifelnd gucken wir in das sehr familiär anmutende Haus, werden aber von der Besitzerin direkt gefragt, ob wir eine Unterkunft suchen und entscheiden uns beim Preis von 33,- € für das DZ nicht lange zu überlegen. Uns wird ein Zimmer im ersten Stock zugewiesen, mit Gemeinschaftsbad und- Dusche und wir sind heilfroh, endlich irgendwo unsere Sachen aufhängen zu können und uns keine Sorgen wegen der kommenden Nacht machen zu müssen. Es heißt erstmal im sehr weichen Bett entspannen und alle Lasten des vorangegangenen Tage kurzzeitig zu vergessen.
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Aber es muss ja immer weitergehen und meine Müdigkeit aus dem Bus verfliegt langsam, als wir unser 20 Meter Seil kreuz und quer durchs Zimmer spannen und alle Sachen, inklusive Schlafsäcken und Isomatten zum Trocknen im Zimmer bzw. aus dem Fenster gehängt werden. Nachdem die Sachen gewaschen und wir geduscht sind, machen wir uns wiederum auf den Weg in und durch die Stadt. Wir finden den Laden, der Gaskartuschen führen soll, laufen einmal durch die Regale und stellen fest, dass es keine Kartusche gibt.
Ich setze mein in der Universität erworbenes Fachwissen ein und frage einfach mal freundlich nach und siehe da, es gibt die guten Campingaz C 206- Kartuschen sehr wohl, allerdings nur im Hinterzimmer. Glücklich über unseren Fund verlassen wir den Laden und schlendern noch etwas durch die Stadt, kaufen uns ein Eis und bewundern die Massen an Orangen und Zitronenbäumen, die hier in jedem zweiten Garten stehen.
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Irgendwie echt schön und sehr mediterran das ganze, auch die Architektur, die Gassen und das leicht Heruntergekommende sind typisch, im Sonnenschein und bei angenehmen Temperaturen einfach sehr nett und aufbauend.
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Nach der Stadterkundung weihen wir dann unsere Kartusche in einem kleinen Park am Bahnhof ein und kochen uns unser erstes warmes Essen der Tour, nach fast 36 Stunden auf Mallorca, bzw. in meinem Fall über 48 Stunden nach der letzten warmen Mahlzeit…
Es folgt noch ein kurzes Topfwaschen und dann geht es zurück in die Casa Magarita, wir verstauen die wenigen bereits trockenen Sachen wieder in den Rucksäcken und freuen uns noch über das künstliche Licht, das ein Lesen auch nach 20:00 Uhr ermöglicht.
Mir fallen aber dann recht schnell die Augen zu und ich bin heilfroh in einem warmen Bett zu liegen und mir keine Sorgen über das Wetter draußen machen zu müssen.
Morgen geht’s dann weiter zum Cúber-Stausee, wir sind also quasi voll im Zeitplan, auch wenn uns natürlich die Deía- Sóller Etappe fehlt.

entenpower
05.04.2011, 13:01
Bei diesen vielen Orangen hätte ich mich nicht zurückhalten können :bg:

Ab dem Cuba-Stausee kenn ich mich wieder aus, also husch husch :-P

Gwenny
05.04.2011, 13:14
Cuba-Stausee? Da wachsen doch die Zigarrenbäume, von deren Früchten durfte ich irgendwo hinter Lluc kosten :bg:

Soller bei blauem Himmel, schön :)
Viel habt ihr bei der Deia-Soller-Etappe nicht verpasst. Obwohl, der frisch gepresste Orangensaft an der Finca Son Mico war schon äußerst lecker...

entenpower
05.04.2011, 13:23
Ja, echt überraschend wie vielfältig Mallorca ist :D

quasinitro
07.04.2011, 08:42
Deine unbeschwerte Art zu schreiben,macht echt Spaß!

Eine Insel bleibt eine Insel und abseits der Massen hat man doch meistens seine Ruhe.
Sehr schön. Lass dir nicht so viel Zeit für die Fortsetzung...

Atze1407
07.04.2011, 08:47
Danke für den schönen Bericht.

Gruß
Atze1407

Yaphi
07.04.2011, 22:11
Danke, danke für die viele positive Resonanz :)
Da ist man gleich viel motivierter ;)

15. März: Sollér- Biniariax- Cúber Stausee:

Relativ zeitig geht es am nächsten Morgen weiter. Nach einem leckeren Müslifrühstück
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packen wir unsere getrockneten Habseligkeiten zusammen und bereits um 10:30 Uhr (für uns relativ früh) geht es weiter in Richtung des Dorfes mit dem unaussprechbaren Namen Biniaraix (ich weiß bis heute nicht wie man es aussprechen soll, das sei jedem nach seinem eigenen Gutdünken überlassen).
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Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen geht es also das kleine Stück von Soller nach Biniaraix.
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(Unklare Verkehrsregelung, wer darf fahren, wenn man nicht hupen darf?)
Der Weg verläuft über eine Straße vorbei an weiteren Orangenplantagen bis zu einem kleinen Waschhaus, an dem der Ernst des Lebens beginnt. Von hier geht es freundliche 800 Höhenmeter bis zum Pass Coll de L´Ofre bergauf.
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Wir folgen einem alten Pilgerweg zum Kloster Lluc, was zwangsläufig zu der Frage führt, was für sadistische Tendenzen die mallorquinischen Mönche haben mögen…
Die Geschehnisse der nächsten knapp 3,5 Stunden sind schnell erzählt: Wir gehen bergan.
Dann queren wir einen Bach.
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Gehen weiter bergan.
Queren wiederum den Bach.
Und gehen bergan.
Irgendwann machen wir dann noch mal Pause und kochen leckere Nudeln mit Bolognese und werden auch prompt von einem deutschen Ehepaar angesprochen, die uns irgendwie als Deutsche identifiziert hatten. Eventuell hat das Pauli-Shirt, das ich trug, uns irgendwie verraten oder die Knorrtüte, wer weiß…
Insgesamt kann man für die Etappe bis zum Grat sagen, dass sie wirklich sehr, sehr schön ist, der Weg ist 1a ausgebaut
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, die Terrassen und der super Ausblick durch die Schlucht geben eine ganze Reihe guter Fotomotive
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sowie das Wasser, das aus Hähnen am Weg zu bekommen ist (einer von diesen funktionierte allerdings nicht, natürlich der Letzte …) und dann in einer kleinen Rinne am Weg fließt, bietet immer wieder eine willkommene Erfrischung.
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Allerdings muss man auch sagen, dass die Etappe mit Rucksack richtig richtig fies in die Unterschenkel geht, weil der Weg kaum mal geradeaus oder gar abwärts führt, wie wir das bei „ natürlichen“ Wanderwegen in Norwegen kennengelernt haben, sondern stets bergan. Man fühlt sich etwas wie der gute Sisyphos beim Steine bergauf schieben…
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Belohnt wird man für die Mühen aber stets mit neuen, tollen Ausblicken über das Tal.
Den haben allerdings die cleveren Tagestouris, die sich mit dem Bus zum Stausee haben hochfahren lassen und dann einfach runterlaufen auch, aber unverdient ist es bestimmt gar nicht so schön. Hoffe ich, irgendwie muss man sich ja motivieren ;)
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Schließlich kämpfen wir uns noch durch ein kleines Waldstück und einen letzten Anstieg hinauf und stehen so ca. 4-4,5 Stunden nach unserem Aufbruch in Sollér auf der Passhöhe Coll de L´Ofre, von hier können wir den Cúber deutlich vor uns ausmachen und das Tagesziel, das irgendwo davor liegen soll, ist greifbar nahe.
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Nach kurzem Verweilen geht es dann schnellen Schrittes den Weg runter Richtung Stausee, während hinter uns dicke Wolken aufziehen
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- irgendwie schon das gewohnte Bild, trotzdem nicht schön. Wir passieren links und rechts Weiden, Wiesen und Felder, die sich aber zum Zelten aus vielerlei Gründen nicht anbieten. Die meisten hängen mit dem felsigen Untergrund oder den Bewohnern des Tales (vier Beine, weißes Fell) zusammen bzw. deren Exkrementen.
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So gehen wir und gehen wir, bis wir schließlich vor der Hütte am Ufer des Sees stehen und ratlos in die Runde schauen.
Da aber niemand in der Hütte nächtigen zu wollen scheint und wir aufgrund der Wolkenberge hinter uns auch nicht motiviert sind weiterzulaufen, entscheiden wir uns unseren neuen, grünen Palast zum ersten Mal auf dieser Reise aufzuschlagen und zwar genau an der Hütte bzw. zwischen Hütte und angebautem Tisch. Vermutlich rechtlich bedenklich, aber da ja eh niemand da ist und die Wolken schon auf Kopfhöhe hängen, entschließen wir uns das Zelt trotzdem aufzubauen.
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Pünktlich zum ersten Regen steht das Ganze dann, benötigt aber noch eine Abspannung
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und so sitzen wir den Regen unter dem Dach der Hütte aus und warten auf eine Pause im Regen, in der wir dann schnell noch mit Steinen und an allem, was wir finden unsere Abspannleinen befestigen und das Zelt einräumen. Gekocht werden muss dann allerdings auf Verdacht im Dunkeln, was mangels Licht zwar nicht ganz einfach ist, aber letztendlich erstaunlicherweise unfallfrei funktioniert.
Schnell noch die letzten nassen Sachen zum Trocknen nach draußen gehangen und dann geht’s bei wieder mal sehr starken Wind (eine der wenigen wirklich Konstanten auf unserem Trip, den Wind sind wir eigentlich nie losgeworden) in unser top-abgespanntes Zelt.
Durch die Luftmassen, die immer wieder auf unser Zelt gedrückt werden, herrscht zwar eine bedrohliche Geräuschkulisse, aber insgesamt scheint das Abspannsystem zu funktionieren, eigentlich sollte nichts dran passieren können…

Gwenny
07.04.2011, 22:39
Ah, so sieht also der See aus :motz::bg:
Ist euch auch der riesige Haufen an herumliegenden Mountainbikes an einem der Gehöfte aufgefallen. Irgendeine Vermutung? Saß da ein schwarz-weißer Hund auf der zwei Meter hohen Mauer?

mariodejaneiro
07.04.2011, 22:52
es wird zeit , dass ich los komme ;)noch irgendwelche besonderen Tipps für mich :hahaa::hahaa:

vinne90
08.04.2011, 13:52
Ist euch auch der riesige Haufen an herumliegenden Mountainbikes an einem der Gehöfte aufgefallen. Irgendeine Vermutung? Saß da ein schwarz-weißer Hund auf der zwei Meter hohen Mauer?

mmhm, also entweder war ich vom Anstieg noch fertig oder von der Angst mal wieder in den Regen zu kommen so abgelenkt, dass ich weder das eine noch das andere gesehen habe. So könnte ich auch nur raten, was man dort oben denn mit Mountainbikes macht...

MatthiasK
08.04.2011, 15:50
Am Stausee gibt es lediglich eine sehr kleine Steinhütte, Gehöft und geschweite gleich mehrere muss es wohl wo anders geben.

fe
08.04.2011, 16:00
es wird zeit , dass ich los komme ;)noch irgendwelche besonderen Tipps für mich :hahaa::hahaa:

Abstecher zur Sa Foradada ;) der Weg von Deia zur Straße hoch, zeigt das Dorf von seiner schönsten Seite. Die Kirche auf dem Hügel, eingekesselt von steilen Felsmassiven. Mit der richtigen Lichtstimmung traumhaft. Und auf der Spitze der Halbinsel kann man die Steilküste der Tramuntana mal von der anderen Seite begutachten. Baden geht hier sogar auch ;)
Reisebericht folgt...

Yaphi
11.04.2011, 20:16
Am nächsten Tag werde ich irgendwann zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr wach.
Die gute Nachricht, das Zelt steht noch und es scheint sich auch nichts gelöst zu haben, die schlechte Nachricht, es weht weiterhin ein recht starker Wind und draußen ist es doch ziemlich ungemütlich feucht/kühl.
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Darum bleiben wir erstmal noch etwas im Zelt liegen und warten, dass die Sonne das Tal etwas aufwärmt. Über das Glockenspiel der Schafe legt sich allerdings unverhofft das Geräusch eines sich nähernden Autos. Ein Blick aus dem Zelt bestätigt einen sich nähernden Pick Up, der auch prompt zu der kleinen Hütte abbiegt, na super.
Wir entschließen uns zum Rückzug und werden in den nächsten ca. 15 Minuten (gefühlt deutlich länger) Zeuge, wie zwei oder drei Männer, das war schwierig auszumachen, sich auf dem Gelände der Hütte bewegen und anscheinend arbeiten. Als das Auto sich schließlich entfernt und wir uns aus dem Zelt trauen, bemerken wir, dass die Männer die Mülltonnen der Hütte geleert haben und die Bank mit rot-weißen Band abgesperrt haben, an unserem Zelt scheinen sie sich nicht allzu sehr gestört zu haben. Es taucht auch in der Zeit, die wir noch an der Hütte verbringen zum Essen, Sachen packen etc. keine örtliche Polizei auf, um uns auf die Finger zu hauen.
Gegen 10:30 Uhr schließlich machen wir uns auf den Weg auf die andere Seite des Stausees.
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Das ist in einer halben Stunde auch gut möglich, da die Ausmaße des Sees doch recht genügsam sind. Eigentlich war für heute geplant Richtung Puig de Massanella aufzubrechen und dort am Fuße des Berges das Lager aufzuschlagen, um ihn am nächsten Tag zu bezwingen. Nach einem kurzen Gespräch mit einem polnischen Pärchen, die vom Refugi Tossals Verds 3 Stunden zum Cúber gelaufen sind und einem vergleichenden Blick auf das Höhenprofil der Strecke Richtung Massanella blasen wir die zu erwartende 4-4,5 Stunden Tour mit Blick auf den Himmel ab, der Regen für den Rest des Tages verspricht.
Stattdessen hoffen wir einen Bus nach Lluc zu bekommen, da die einzige Straße von Soller nach Lluc und allgemein in den Norden der Insel über den Cúber führt und es dort eine Bushaltestelle gibt. Doch ein Bauarbeiter, der eher wenig begeistert die Touris und Radfahrer mit seinem Schild an der Baustelle vorbei lenkt, sagt uns, dass wahrscheinlich kein Bus fahren wird (oder gab’s nur Verständigungsprobleme ?) Wie dem auch sei, laufen wir erstmal runter zum Gorg Blau und versuchen per Hitchhike zum Kloster in Lluc zu kommen. Die Straße ist an diesem Mittwochmorgen sehr gering frequentiert und da es bereits zu nieseln anfängt, kundet Vincent schon mal das Gelände nach Unterstellmöglichkeiten aus, während ich an der Straße warte. Die ersten zwei Autos fahren einfach vorbei, der dritte Fahrer signalisiert uns, dass er leider voll sei, schade eigentlich, der Mann sah so aus, als ob er uns vielleicht mitgenommen hätte. Um unsere Sachen vor dem Niesel zu schützen ziehen wir schon mal die Regencapes über die Rucksäcke und unsere Jacken an. Diese Kombination sollte doch ausdrücken „Hallo, wir sind zwei harmlose Wanderer, die hier im Regen stehen und gerne wegwollen“. Das nächste Auto ist ein alter, etwas rostiger Transporter mit zwei jungen Männern. Die Beiden gucken und fahren weiter, nur um 20 Meter weiter eine Vollbremsung einzulegen und rückwärts zurückzukommen. Yes, denke ich mir und mit einem Lächeln gehen wir zu dem Wagen hin. Mit Händen und Füßen können wir den beiden klar machen, dass wir zum Kloster Lluc wollen und 1 Minute später sitzen wir auf der Rückbank des Gefährts und jagen die etwas abenteuerliche Straße vom Stausee runter entlang.
Aus der Konversation ergibt sich, dass die beiden auf dem Weg nach Palma sind, aus der Kleidung und dem Gefährt würde ich schließen, dass die beiden wohl Handwerker oder so sind. Wir schauen uns mehr oder weniger entspannt (die Fahrkünste des Fahrers sowie die Funktionalität des Gefährts waren eher fragwürdig) die teilweise sehr spektakuläre Landschaft jenseits der Strecke an und sind einfach froh, nicht draußen im mittlerweile recht heftigen Regen zu laufen. Gegen 14:00 Uhr haben wir dann schließlich im Refugi Son Amer bei Lluc eingecheckt und dürfen dort zu zweit im 4-Bettzimmer übernachten.
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Wir lassen den restlichen Tag entspannt angehen, duschen und trocknen unsere restlichen Sachen, wodurch sich durch die Heizungswärme und die entstehende Luftfeuchtigkeit ein subtropisches Biotop ergibt.
Als der Regen schließlich mal nachlässt, kochen wir vor dem Refugi noch was zu Essen und unterhalten uns beim Essen mit zwei deutschen Wanderern, die hier ebenfalls übernachten.
Abends laufen wir dann noch einmal zum Kloster runter, stellen aber fest, dass die Touristinfo bereits um 16:00 Uhr schließt.
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(Weg zum Kloster)

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(Dieses Foto entstand am nächsten Tag, an dem gutes Wetter war)
Da es mal wieder regnet, treten wir den Rückzug an und lassen den Rest des Tages gemütlich bei Essen und Lesen ausklingen, nachdem wir noch Pläne für den nächsten Tag geschmiedet haben.

mariodejaneiro
11.04.2011, 21:04
moin moin
habt ihr das refugi dort reserviert???
ich erwarte besseres wetter...momentan siehst noch gut aus..aber bei meinem glück..letzten touren..wintereinbruch in rumänien ..noch ma wintereinbruch im april in schottland..erwarte ich eigentlich schnee ;)

Yaphi
11.04.2011, 21:27
Nein, wir hatten das Refugi nicht reserviert und es war auch nicht allzu voll.
Weiß natürlich nicht wie es im April aussieht, aber ich hatte das Gefühl, dass das Refugi ziemlich viele Plätze hatte.
Wir hätten uns sonst auf den Campingplatz vom Kloster verkrümelt, der ist kostenlos ;)

Aralanes
13.04.2011, 12:25
moin moin
habt ihr das refugi dort reserviert???
ich erwarte besseres wetter...momentan siehst noch gut aus..aber bei meinem glück..letzten touren..wintereinbruch in rumänien ..noch ma wintereinbruch im april in schottland..erwarte ich eigentlich schnee ;)

Moin,

bei uns war es an einem Abend voll. Wenn man hinter dem Refugi weiter geht kommt aber nach ca. 10min ein kleines Waldstück. Da haben wir direkt am Weg gezeltet.

Haben dann Tags darauf in der Hütte geschlafen. Der Wirt hat gesagt er bekommt immer kurz vor 10 morgens ne Übersicht wie voll es wird. Dann kann da anrufen und das klar machen, selbst wenn man nicht reserviert hat.

Gruß
Hendrik

Gwenny
13.04.2011, 12:36
Auch beim Rifugi Can Boi in Deia und beim Refugi Tossal Verds gab es (Anfang März) keine Probleme, wenn man nicht vorgebucht hatte.

entenpower
13.04.2011, 16:34
Ihr hattet ja echt kein Glück mit dem Wetter. Der Puig Massanella wäre ein wirklich schöner Berg mit noch viel schönerer Aussicht gewesen ;) . Sogar mit Wasserreservoir kurz unter dem Gipfel und im Winter genug Schnee zum Schneemann bauen :D

Yaphi
22.04.2011, 12:26
Es folgt der vorletzte volle Tag:

Gegen 8:30 Uhr am nächsten Tag fangen wir dann an diese Pläne in die Tat umzusetzen.
Wir schließen uns der allgemeinen Aufbruchstimmung im Refugi an und machen uns mit Sack und Pack auf den Weg runter zum Kloster.
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Das Wetter ist brillant, etwas diesig zwar, aber man sieht doch, dass es ein relativ wolkenloser und sonniger Tag werden soll.
Bevor es aber auf große Tour geht, machen wir einen Abstecher zur Touristeninfo im Kloster.
Auch hier wird die englische Sprache sehr sparsam verwendet, aber wir bekommen immerhin raus, dass der Campingplatz umsonst ist und checken deshalb direkt für die letzten beiden Nächte ein. Wir suchen uns auf dem terrassenartigen Zeltplatz einen geeigneten Platz
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, stellen das Zelt auf und machen uns nach dem Frühstück mit leichtem Gepäck auf den Weg zu unserem Tagesziel dem Puig Tomir, der mit 1103 Metern der nördlichste Tausender ist und bei gutem Wetter Blick bis Menorca bieten soll.
Mittlerweile ist es 11:00 Uhr und zu unserer Überraschung finden wir den Einstieg zum Weg, der uns zunächst an den Fuß des Tomir führt, recht mühelos. Das erste Stück bis zur Mineralwasserquelle Binifaldo ist ziemlich unspannend, es geht auf einem Waldweg und später auf der Straße entlang immer Richtung Berg.
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Die Mineralwasserquelle selbst darf man nicht benutzen, ein Stück unterhalb des Geländes gibt es aber einen Wasserhahn aus dem auch gutes Wasser kommt.
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Vor dem großen Gipfelsturm stärken wir uns dann noch einmal mit einem warmen Mittagessen und füllen unsere Wasserflaschen auf, bevor es den an den ersten Anstieg geht.
Der Weg führt uns dann zunächst durch ein Waldstück bergan, bis wir das Geröllfeld,
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welches wir aus der Ferne schon gesehen haben, erreichen und überqueren müssen.
Das letzte größere Hindernis stellt dann eine kleine Kletterpassage dar
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, die aber auch mit Gepäck gut zu machen ist, die letzten paar hundert Meter geht es dann noch den, hier oben doch sehr dem Wind ausgesetzten, Pfad entlang. Als Schutz vor dem Wind ziehen wir unsere Jacken über und setzen die Kapuzen auf, wodurch das Windproblem zwar gelindert wird, es aber auch sehr heiß wird, denn die Sonne hat doch deutlich an Kraft zugelegt.
Schließlich erreichen wir die Gipfelsäule
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und stellen fest, dass a) hier oben hinter der Säule gar kein Wind mehr geht, b) wir auf dem Berg noch keinen anderen Menschen gesehen haben und auch von der anderen Seite niemand kommt und c) die Sicht allerdings sehr eingeschränkt ist.
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Per Auge geht es noch einigermaßen, die Kameras kämpfen hingegen doch deutlich um Konturen und Kontraste.
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Trotzdem knipsen wir natürlich was das Zeug hält und genießen den Lohn für unsere Mühen, bevor es dann wieder an den Abstieg geht.
Die Geschichte des Abstieges ist nicht besonders spektakulär, wir lassen uns Zeit, gehen einen etwas anderen Weg als hin und kommen schließlich gegen Abend wieder am Zeltplatz an, wo wir uns entscheiden noch einen Abstecher zum Kloster zu machen.
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Wir erkunden das Gelände und die Gebäude des Klosters
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und freuen uns, dass wir Tageslicht und Sonnenschein haben, machen Fotos bei Sonnenuntergang von der Umgebung und später noch von der Kapelle.
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Schließlich verschwinden wir mit Sonnenuntergang (also gegen 19:00-20:00 Uhr) im Zelt, mit dem Plan morgen noch mal mit dem Bus irgendwo hinzufahren, wo es schön ist.

Gwenny
25.04.2011, 22:56
Der Weg führt uns dann zunächst durch ein Waldstück bergan, bis wir das Geröllfeld,
welches wir aus der Ferne schon gesehen haben, erreichen und überqueren müssen.


Überqueren? Du meinst so von links nach rechts, oder andersherum? Das würde einiges erklären. Wir sind das Geröllfeld von oben nach unten komplett heruntergelaufen/gerutscht und haben den Pfad nicht wiedergefunden. Dafür standen wir total eingestaubt unten und haben uns gefragt, wie masochistisch man sein muss, um sich da hochzuwühlen... :bg:

Das Geröllfeld ist aber nicht auf dem Foto, oder? War so ein langes, schmales in einer Rinne, das unten im Wald endet...

Yaphi
25.04.2011, 23:03
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Das ist das Feld von oben, man muss nicht das Ding runter, sondern der Weg führt von hier dann nach links und an der Felswand zu dem Wäldchen und dann da runter ;)

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Nochmal von unten, man kann den Weg sehr gut erkennen, der orange, der da schräg links rüberführt.

Gwenny
25.04.2011, 23:18
Also da sind wir definitiv nicht vorbeigekommen :bg:
Ich vermute, wir sind eine Rinne weiter nördlich, also hinter dieser Felsrippe abgestiegen - unser anschließender Weg querwaldein senkrecht zu den Höhenlinien führte zumindest zum Parkplatz bei diesem Bildungszentrum.

Die Kletterstelle hatten wir auch, ich vermute mal, die Herren sind dann stur weiter geradeaus gelaufen. Ich hätte nicht als letzte gehen sollen. Das muss ich noch klären... :hahaa:)

Habt ihr etwas weiter oben noch Fotos gemacht? Noch vor der Kletterstelle (von eurem Anstieg aus gesehen)..

Yaphi
26.04.2011, 10:06
Diese beiden sind noch vor dem Anstieg, etwas weiter auf dem Geröllfeld.
Die Kletterstelle haben wir nicht von unten fotografiert.
Hinter den beiden Fotos kam dann noch eine Stelle, wo man zwischen zwei kleineren Gipfeln durchmusste.

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Gwenny
27.04.2011, 21:50
Hmm, könnte fast sein, dass das Geröllfeld auf dem oberen der beiden Fotos unseres war. Britische Hosenbodenfetzen habt ihr wahrscheinlich nicht gefunden ;-)

Yaphi
04.05.2011, 19:37
Am nächsten Morgen geht es motiviert Richtung Touristinfo, um etwas über die aktuellen Busfahrpläne herauszufinden. Als Ziele schweben uns Sa Calobra oder Port Pollenca vor.
Die Dame in der Info macht uns aber recht schnell klar, dass heute, da noch Wintersaison ist, überhaupt nur ein Bus fährt, der nach Palma.
Da wir allerdings schon morgen zum Rückflug nach Palma müssen, reizt uns diese Alternative eher gar nicht und wir überlegen, ob es eine andere Alternative gibt, um zur Küste zu kommen, denn bisher haben wir das Meer nur aus mindestens 200 Metern Höhe und einem halben Kilometer Entfernung gesehen.
Doch es lässt sich einfach nichts machen und da uns Hitchhiking etwas zu riskant ist, entscheiden wir die Umgebung des Klosters zu durchstreifen, unser Plan B.
Dieser sieht vor in das Tal hinter dem Kloster zu gehen und mal zu schauen, was es dort noch Schönes gibt.
Wir wandern also hinter dem Kreuz, das über dem Kloster thront, den Berg hinab.
Ca. 15 Minuten später stehen wir wieder vor dem Kloster, der Weg hinter dem Kloster entpuppte sich als Rundweg, der nahtlos wieder am Kloster endet.
Wir schmieden in Windeseile einen Plan C, dieser sieht vor, dass wir einen der in der Karte eingezeichneten Wege laufen und so noch zwei der Sehenswürdigkeiten auf unserer Karte mitnehmen.
Sehenswürdigkeit Nummer 1 erreichen wir nach kurzer Zeit, Es Camell, wie wir feststellen eine Felsformation, die wie ein Kamel aussieht.
Hätte man eventuell drauf kommen können…
Wir klettern etwas auf dem guten Tier herum und kochen uns Essen zu seinen Füßen.
Insgesamt betrachtet hat das Kamel eine ganz nette Aussicht auf das Tal von Lluc und das Refugi Son Amer.
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Nächstes und letztes Ziel sind die Cova de sa Cometa des Morts, wie wir vermuten eine Höhle, zumindest glauben wir, dass Cova Höhle heißt.
Schließlich stehen wir nach unspektakulärer Wanderung vor einem wirklich netten Karstgebiet, das sich schon auf den ersten Blick gut zum Klettern eignet.
Die Höhle, wenn es denn eine gibt, finden wir allerdings nicht.
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Stattdessen laufen wir kreuz und quer durch das Gebiet und klettern auf den Felsen hin und her, immer auf der Suche nach dem höchsten Punkt oder dem besten Ausblick.
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Des Kletterns müde machen wir uns deutlich später auf den Rückweg Richtung Lluc, wo wir die örtlichen Duschen des Campingplatzes aufsuchen möchten.
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Auf dem Zeltplatz erleben wir eine Überraschung, der Platz ist rappeldicke voll, die unteren Ebenen sind quasi komplett befüllt und überall sitzen die Leute vor ihren Zelten und verbrennen das Holz, dass der Campingplatz freundlicherweise stellt.
Wir schlagen uns zum Zelt durch und machen uns anschließend auf den Weg zum Duschen.
Wie sich herausstellt ist das Wasser Grundwasser und hat damit ca. die Temperatur von Trockeneis. Der Vorteil ist man empfindet danach keine Kälte mehr und hat das Gefühl die Sonne wäre wärmend.
Die folgende Nacht wird leider sehr unruhig und schlaflos, denn eine Horde jugendlicher Einheimischer entscheidet sich den gesamten Campingplatz sowie weite Teile der Insel mit ihrer Anwesenheit zu beglücken und durch lautstarken Gesang keinen Schlaf zuzulassen.
Gegen halb 4 verschwinden aber auch diese in ihr Zelt und endlich können wir zumindest noch etwas Schlaf finden, denn um halb 9 klingelt der Wecker und wir beginnen mit dem Abbau des Zeltes, bevor wir den Bus nach Palma nehmen.
Die sehr lang dauernde Fahrt führt uns einmal durchs Inselinnere und auf diese Weise lernen wir noch die eine oder andere Ecke von Mallorca kennen.
Die Serpentinen von Lluc bis runter nach Selva zählen dabei sicherlich zu den Highlights, auch wenn man bei den selbstmörderischen Radfahrern, die hier immer wieder plötzlich vor dem Bus auftauchen, schon das eine oder andere Mal den Atem anhält, aber auch der Rest der Fahrt vermittelt einen guten Eindruck der mallorquinischen Landschaft.
In Palma schlagen wir die restliche Zeit tot, indem wir einen der vielen örtlichen Burgerkings besuchen, noch etwas die Stadt erkunden und schließlich auf einer Rasenfläche, unweit der Kathedrale in der Sonne liegen und noch einmal unter teilweise schwer überraschten Blicken Essen kochen.
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Der Rest ist Routine: Check-In, Warten, Fliegen, nach Hause.