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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [RO] Kleine Runde über das Ciucasgebirges



Gassan
04.03.2011, 20:31
Jahr: 2009

Reisezeit: Sommer

Kontinent: Südosteuropa

Da ich noch einige fotos auf meinem PC gefunden habe dacht ich mir noch einen Reisebericht zu schreiben.

Nachdem wir hier schon einige tolle Berichte übers Fagaras hatten und mein letzter Bericht euch eher in die Wälder und Schluchten der Karpaten entführt hat gehts heute nach oben. Nicht ganz so hoch wie das Fagaras aber doch immerhin 1954m.

2009 waren wir schon auf dem Fagaras und diversen anderen Gebirgen. eigentlich wollten wir nix mehr Gebirgstechnisch machen, aber ein bekannter von meinem Vater der zurzeit in Brasov war wollte auch noch was unternehmen und da das Wetter so Grandios war und wir noch n paar Tage Zeit hatten, dachten wir uns n wenig auf das Ciucasgebirge zu gehen. (Ja es gibt eine gleichnahmige Biermarke:D)

Das Ciucas gehört zu den vor allem im Ausland weniger bekannten Gebirgsmassiven und ist weniger begangen als Fagaras und co.
Es liegt auch deutlich abgeschiedener als die anderen Gebirge mitten im Karpatenbogen.
Bekannt ist es vor allem für seine einzigartigen vom Winde geformten Konglomerattürme.

Wie gesagt ist es recht schwer ohne Auto zum Gebirge zu gelangen. Wir entschieden uns mit einem Bus bis nach Sacele zu fahren und zu gucken was wir dort finden.
An der Endstation erfuhren wir das es tatsächlich noch einen weiteren Bus gab. Wärend wir auf diesen warteten tranken wir Bier und wurden von zigeunerkindern belagert. Nix neues, man muss bloß auf seine Sachen aufpassen.
Der nächste Bus setzt uns irgendwo in der Pampa an der letzten Haltestelle aus. Also mussten wir die DNA1 zu Fuß trampen.
Bald kam jedoch ein Trucker der uns bis zum Bratoceapass mitnahm.
Ein andermal mussten wir die Strecke auch zu Fuß gehen.
Vom Bratoceapass gehts links noch in ein kleines Wäldchen bald ist man aber schon auf der Wiese unterwegs. Von jetzt an wird auch so gut wie kein Wald mehr kommen.

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Hier gibts noch einen Blick auf die weit entfernten Baiuluiberge

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Nach kurzer Zeit kommen bereits die ersten für dieses Gebirge bekannten Felsformationen.
Der heutige Tag war sehr heiß und auf dem Hochkamm gibt es keine einzige Quelle. Zwar ist der Kamm nicht allzulang aber man sollte dennoch mit seinem Wasser aufpassen. Dies sollten wir auch noch am zweiten Tag zu spüren bekommen ;)

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Irgendwann verloren wir die Markierung aus den Augen an dieser Stelle ist sie sehr alt. Das ist aber nicht weiter schlimm. Das Gelände ist nicht sehr schwer und wenn man oben auf dem Kamm bleibt kommt man früher oder später wieder auf den Weg.

Wir folgten also dem Kamm und aßen uns voll mit den Unmengen an Heidelbeeren und Merisoare(Preiselbeeren) die dort wuchsen. Witzigerweise konnten wir vorher auch Menschen beim sammeln von höchstwahrscheinlich auch Heidel und Preiselbeeren auf dem gegenüberliegenden Grohotisgebirge beobachten.

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Blick auf die Spitze und recht davon die "Tigaile" (Pfannen)

Der Freund meines Vaters begann schon die ersten Zeichen von Schwäche zu zeigen. Jahrelang nur im Büro sitzen und dann unvorbereitet losziehen zeigte jetzt sein Wirkung.
wir kamen den großen Felsmassiven immer näher.

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Dieser Felsen heißt Goliath

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Ein Paradies für Phallussuchende ;)

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Blick in den Karpatenbogen

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Der Aufstieg auf die Spitze war recht einfach (ausser für den Freund unseres Vaters) von dort hatte man einen Prima rundumblick.

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rechts sieht man Intorsura Buzaului

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Hier befinden wir uns in den "Tigaile". Den Namen haben sie nicht wegen der Form bekommen sondern weil sich im Sommer öfters Leute dort zum Sonnen hingelegt haben und einen schlimmen Sonnenbrand bekamen weil die Steine wie reflektoren wirken.

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Nicht ganz gut getroffen aber das Edelweiß müsste man erkennen

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Felsformation Babele la Sfat

Vom Ciucas gingen wir runter zur Hütte "Muntele Rosu". Das war noch ein ganzes Stück Wegmarsch.
An unserem ersten Tag sind wir niemandem begegnet. Dieses Gebirge vermittelt einem eine ganz besondere Nuance der Einsamkeit.
Nach einiger Zeit kamen wir zu unserer ersten Quelle in einem Talkessel.
Die Cabana Muntele Rosu ist weniger eine Hütte als fast schon ein Hotel wo die ganzen Neureichen Bukarester hinkommen um zu behaupten sie waren in den Bergen. Wenns nach mir ging hätten wir nicht dort übernachtet, aber unser Sorgenkind wollte unbedingt.

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Cabana "Muntele Rosu". Diese grausigen roten Blechdächer sidn jetzt Mode in ganz rumänien geworden.

wir schlugen unsere Zelte auf der Wiese vor der Hütte auf und bestellten uns in der Hütte was zu essen. Die Gastronomie ist sehr gut, das muss man sagen, neben allerlei Wildspezialitäten gibts dort auch Bär zu essen.
Nach dem essen machten wir noch Grundlos ein Feuer und guckten uns die Sterne an.
Einige verwilderte Hunde trieben sich dort in der Gegend rum.
Wir gaben ihnen zu essen, sie sollten uns morgen den ganzen Tag folgen.

Nachts war wahrscheinlich ein Bär im Wald weiter unten weil die Hunde am durchdrehen waren.

Muntele Rosu welcher eigentlich auch am nächsten Tag dran sein sollte haben wir nicht mehr bestiegen weil die Wehwehchen unseres Mitwanderers immer schlimmer wurden. Also ging es zurück. wir wollten vom Ciucas zu mt. Tesla absteigen und in Babarunca rauskommen.
Wie bereits gesagt haben wir jetzt drei Hunde die uns folgten gehabt. Das Wetter war noch heißer als gestern.
Wir mussten wirklich mit unseren Wasservorräten haushalten.
Die nächste Quelle würde erst bei mt. Tesla auf uns warten.

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Die drei folgten uns auf Schritt udn Tritt.

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Wieder Goliath. an ihm muss man vorbei wenn man absteigen will.

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es wurde unerträglich heiß, Wo wir durch mussten ist der Berg wie ein Kessel geformt und staut die Gluthitze.
Unser Freund hatte natürlich schon Sonnenbrand weil er nicht nur untrainiert sondern auch weiß war wie ein Laken und die Sonnencreme vergessen hatte.

Unser Wasser ging uns aus, noch bevor wir zum Abstieg kamen. Jetzt mussten wir wohl eine Weile abstinent sein.
Die Quelle, eigentlich eine erbärmliche Viehtränke, kam uns wie Ambrosia vor. Frisch gestärkt stiegen wir nun weiter durch urige Laubwälder ab.
Etwas sehr großes flüchtete im dickicht vor uns. Es ist nicht so schlecht die Hunde dabei zu haben in solchen Ecken.
Mit Ach und Krach kriegten wir unseren Freund zur Straße geschleppt der kurz vorm zusammenbrechen war und steckten ihn in das nächstbeste Auto das anhielt, welches für uns leider keinen Platz mehr hatte.
Nachdem wir die Hunde mit Mühe verjagt haben, sind wi die Straße entlang um irgendwann doch mal ein Auto zu finden das uns mitnahm. Hätten wir keines gefunden hätten wir wohl zelten müssen.
Spät am Abend kamen wir sehr müde aber glücklich zu hause an.

Nun dies war ein Bericht von einer kleinen aber feinen Tour. Ich hoff es hat euch gefallen Diese Ecke der Karpaten hat etwas ganz besonderes. Sehr einsam und abgeschieden und wenig begangen.

Atze1407
04.03.2011, 20:41
Wenn auch kurz, so erweckste doch das Fernweh.;-)

Schöne Ecke und Fotos.

Danke

Gruß
Atze

Vegareve
04.03.2011, 21:16
Tolle Fotos, Gassan! Ich war da noch nie und so bald komme ich dahin auch nicht, aber trotzdem danke für die Bilder.

Cattlechaser
04.03.2011, 21:16
Tolle Bilder. Ich bekomme gerade Lust auf Sommer und Berge!

Gassan
04.03.2011, 21:37
Tolle Fotos, Gassan! Ich war da noch nie und so bald komme ich dahin auch nicht, aber trotzdem danke für die Bilder.

Ja die Gegend ist toll. Weiter als bis zum Muntele Rosu bin ich bisher auch nicht vorgedrungen. Aber wenn alles klappt möcht ich dieses Jahr von dort über mti. Siriu, Penteleu und Vrancei gehen. Riesiges weitläufiges Gebiet und selbst in Rumänien so gut wie nicht bekannt.
Das wird ein Abenteuer:cool:

Canyoncrawler
06.03.2011, 11:40
Hallo Gassan,

danke für Deinen Bericht. Von dem Gebirge hatte ich noch nie was gehört und musste erst mal die Karte bemühen. :grins:

Tolle Landschaft mit den Konglomerattürmen.

Einsam und wenig begangen klingt ganz nach unserem Geschmack. Die Ecke werde ich mir mal merken. ;-)

Gassan
06.03.2011, 12:10
Also ich war paarmal drauf. Letztes mal trafen wir wie gesagt auf niemanden, aber auch sonst bleibt es so höchstens bei 2-3 Wandergruppen am Tag.

chrischian
07.03.2011, 10:37
Schöner (kurzer) Bericht. :)


wir schlugen unsere Zelte auf der Wiese vor der Hütte auf und bestellten uns in der Hütte was zu essen.

Ist das normal, dass man sein Zelt vor dem Hütte aufbauen darf?

volx-wolf
07.03.2011, 10:40
Ja.
In der Regel kostenlos, ab und zu muß man einen kleinen Obulus zahlen (~1 bis 2€/Zelt).

@Gassan:
Schöner Bericht, da bekomme ich richtig Lust, sofort wieder loszustarten!
Ich war selbst auch noch nicht in der Ecke, würde es aber gerne mal, wenn es Familie & Arbeit zulassen.

Gassan
07.03.2011, 10:46
Schöner (kurzer) Bericht. :)



Ist das normal, dass man sein Zelt vor dem Hütte aufbauen darf?

Du kannst dein Zelt praktisch überall aufbauen wo dir das gefällt. Wir wollten eigentlich ursprünglich auch etwas abgeschiredener Zelten aber unsere kleine Prinzessin wollte unbedingt zur Hütte.

Skysurfer
16.03.2011, 13:00
Netter Bericht! Ich hoffe die Prinzessin liest nicht mit...

Gassan
16.03.2011, 13:58
Kann kein deutsch von daher kein Problem :grins: