PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 4 - Technischer Humbug



Becks
02.03.2011, 17:33
Technischer Humbug

Wer sich mit Fotografie etwas intensiver beschäftigt, wird früher oder später mit Înformationn über technische Details überschüttet. In dem Thread sollen ein paar weiterführende Dinge erläutert werden.





Teil 1 - Sensoren

Bildqualität
Der Bildsensor einer Kamera beeinflusst neben dem Objektiv entscheidend die finale Bildqualität. Die Anzahl der Pixel auf dem Sensor sagt dabei aus, aus wieviel Bildpunkten das finale Bild aufgebaut ist. Bei gleichbleibender Sensorgrösse bedeutet eine Erhöhung der Pixelzahl somit zunächst einmal rein theoretisch eine Erhöhung der Details, welche abgebildet werden können. Ein Bild wird durch die Erhöhung der Pixeldichte in ein immer feineres Raster unterteilt und so in immer feinere Details aufgelöst.

Vergleicht man nun einmal z.B. Die Canon Ixus 105 und die Nikon D90 miteinander, so entdeckt man, dass beide über eine Auflösung von 12 Megapixel verfügen. Beide sind sich daher auf den ersten Blick eigentlich ebenbürtig und man fragt sich: "Warum dann DSLR, abgesehen von der Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln?"

Die Antwort lautet: "Es ist der Sensor, da liegt der Hund begraben". Eine D90 verfügt über einen Sensor im APS-C Format, die Ixus setzt auf einen 1/2.3" Chip, bei dem sich die gleiche Pixelmenge auf rund 7.5% der Fläche des Sendosr der D90 befinden. Die reine Pixelzahl ist nämlich reine Augenwischerei, es kommen eine ganze Menge Faktoren dazu.

Eine Erhöhung der Pixeldichte bedeutet, dass die einzelnen lichtempfindlichen Elemente immer kleiner werden. Somit bekommen sie auch immer weniger Licht ab. Greift man auf den Vergleich mit Kübeln (aus dem ersten Teil des Workshops) zurück, so entspricht jedes lichtempfindliche Element einem Kübel. Verteile ich dann auf der Fläche, wo diese Kübel stehen, eine festgelegte Menge Wasser (= Licht), so endet je nach Anzahl der Kübel auf dieser Fläche mehr oder weniger Wasser in jedem von diesen.
Dies bedeutet, dass die Elektronik bei einem entsprechend geringeren Füllstand einen "Kübel" als gefüllt, sprich einen Pixel als belichtet betrachten muss. Alternativ dazu muss die Lichtmenge erhöht werden, damit die einzelnen Sensorteile mehr davon abbekommen. das Absenken des Füllstands, ab der Kübel als gefüllt betrachtet wird, entspricht einer Erhöhung des ISO-Werts.
Damit folgt: je höher die Pixeldichte, desto lichtunempfinldicher ist der Sensor. Je kleiner der Sensor (bei gleicher Anzahl Megapixel), desto stärker rauscht das Bild bei gleichem ISO-Wert.
Dies führt zu einem Dilemma. Zwar erhöht man die theoretische Auflösung, indem man die Pixeldichte erhöht, die Kamera muss jedoch das stärkere Bildrauschen herausrechnen und zerstört dabei wieder Details. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo eine Erhöhung der Pixeldichte lediglich zu einer Abnahme der Bildqualität führt.
Das Bild mit den Kübeln und deren Grösse erklärt ein weiteres Problem. Kleinere Kübel sind schneller gefüllt, d.h. der Unterschied zwischen "leer" und "voll" ist geringer als bei grossen Kübeln. Diese Differenz entspricht dem, was man unter Dynamik versteht. Je höher die Dynamik eines Sensosrs, desto grösser ist der Unterschied zwischen dem, was der Sensor in einem Bild als unbelichtet (schwarz, leer) bzw. voll belichtet (weiss, voll) betrachtet. Ein kleiner Sensor hat eine geringere Dynamik als ein grosser Sensor. Dies sieht man in den Bildern daran, dass bei einer Komapktkamera sehr schnell Bildteile entweder überbelichtet sind oder im Dunkeln die Details verschwinden. In den dunklen Bereichen zeigt sich dann besonders schnell das Bildrauschen, denn hier tritt das Grundrauschen besonders schnell auf.

Zudem greifen weiterere Effekte in das Endbild ein. Je kleiner die einzelnen Bildelemente sind, desto exakter muss die Optik sein, um das Licht gezielt auf die einzelnen Bildelemente zu lenken. Dieser Präzision ist jedoch Grenzen gesetzt. Zu dem mechanischen Problem kommt der physikalische Effekt der Lichtbeugung hinzu. Ab einer gewissen Blendenöffnung sinkt die Detailgetreuigkeit ab, da durch die Lichtbeugung Streueffekte auftreten, welche die Bildqualität mindern. Je kleiner der Bildsensor bzw. Je höher die Pixeldichte nun ist, desto früher tritt dieser Effekt auf.

Ein weiterer Effekt betrifft die Optik und das Gehäuse. Grosse Bildsensoren lassen sich rein physikalisch nicht in ähnlich kleine Gehäuse bauen wie kleine Sensoren. Ausserdem benötigen grosse Sensoren grosse Objektive mit viel Glas, welche entsprechend schwer und teuer sind. Tja, und der Sensor selbst kostet auch Geld, und auch hier gilt: je grösser, desto teurer.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/sensor.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=24681&title=sensor&cat=500)
Übliche Sensoren, deren Abmessungen (mm) und Fläche (mm2)

Betrachtet man nun einmal die Abbildung mit den üblichen Sensorgrössen, so ist es nicht verwunderlich, warum mit einer DSLR rein technisch gesehen bessere Bilder erzeugt werden können als mit einer Kompakt- oder gar Handykamera. Solange bei bestem Tageslicht fotografiert wird, fallen die Defizite des kleinen Sensors nicht all zu sehr auf. Sobald jedoch bei ungünstigen Lichtbedingungen Bilder geschossen werden, kommt der kleine Sensor sehr schnell an seine Grenzen.

Fazit: eine KAmera mit grossem Sensor erzeugt schon aufgrund der phsyikalischen Gesetze technisch bessere Aufnahmen als eine Kompaktkamera, auf Kosten von Grösse und Gewicht. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Ein sehr interessanter Link dazu ist 6MPixel (http://6mpixel.org/?page_id=94). Die Fachleute dort gehen davon aus, dass bei etwa 3µm Pixelgrösse der Bereich erreicht wird, ab dem die Physik der Technik einen Strich durch die Rechnung macht. Bei den gebräuchlichen APS-C Sensoren (DSLR) liegt die Grenze bei 37 MP, bei den kleinen Kompakten mit dem üblichen 1/2.3"-Sensor ist bei 3 MP bereits Schluss.



Crop

Dank der unterschiedlichen Sensorgrössen am Markt herrscht mittlerweile ein Durcheinander, wenn es um die Angaben zur Brennweite eines Objektivs oder einer Aufnahme geht. Dies hat folgenden Hintergrund. Tauscht man unter Beibehaltung des Objektivs den Sensor aus, so ändert sich der Ausschnitt von dem Licht, welcher auf dem Sensor landet und das Bild ergibt.



http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/sensor2.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=24706&title=sensor2&cat=500)
Im Bild wurde der grosse Sensor (links) verkleinert (rechts), die Brennweite des Objektivs jedoch beinehalten (rote Linie). Der Ausschnitt aus der Umgebung (grün), welcher abgebildet wird, wird kleiner.


Dieses Ausschneiden wird als Cropfaktor bezeichnet. Ein APS-C Sensor hat z.B. gegenüber dem klassischen Kleinbild einen Cropfaktor von 1.5. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50mm an einer Kamera mit einem Sensor im KB-Format besitzt an einer Kamera mit APS-C Sensor eine Brennweite von 75mm.
Um dem Wirrwar etwas Einhalt zu gebieten werden daher auf den Objektiven die Brennweiten in Bezug auf das KB-Format angegeben und es obligt dem Benutzer, diese Werte auf seine Kamera umzurechnen. Dies hat durchaus einen praktischen Hintergrund, denn je nach Vorlieben bei der Fotografie werden Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten eingesetzt. Aus einem Ultraweitwinkel mit 10mm Brennweite wird dann an einer Cropkamera schnell 15 oder 20mm, und aus einem leichten Tele mit 100mm eins mit 150 bzw. 200mm Brennweite. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Nutzbarkeit.



Tiefenschärfe
Mit dem gleichen Faktor, wie sich der Crop ändert, ändert sich auch der Bereich, in dem ein Bild bei gleicher Blende scharf abgebildet wird. Bei einer Kamera mit Cropfaktor 2 ist auch die Tiefenschärfe doppelt so hoch wie bei einer mit Faktor 1. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass gerade im Portraitbereich mit Kleinbild- bzw. Vollformatkameras gearbeitet wird, da mit einer möglichst gerinegn Schärfentiefe der Fokus auf die Person gelenkt wird. Anders sieht es wieder im Makrobereich aus, wo auf eine möglichst hohe Schärfentiefe geachtet werden muss, da diese eh verschwindend klein ist. Damit erklärt sich auch das Phänomän, dass Landschaftsaufnahmen mit einer Kompaktkamera schon bei offener Blende oftmals im gesamten Bereich scharf sind.



Zusammenfassung
- kleine Sensoren benötigen weniger Platz, die Kameras könnene kompakter gebaut werden.
- Auch die Objektive sind kleiner, leichter und billiger, wenn kleine Sensoren verbaut werden.
- Kleine Sensoren sind billiger in der Herstellung
- Die maximal sinnvolle Pixelanzahl ist bei kleinen Sensoren viel kleiner und bei den gängigen Kameras längst überschritten.
- Kleinere Sensoren bedeuten eine geringere Dynamik und somit eher unrettbar über- bzw. unterbelichtete Bilder
- Kleinere Sensoren bedeuten ein grösseres Bildrauschen und somit einen geringeren sinnvoll nutzbaren ISO-Bereich
- Kleinere Sensoren neigen eher zu Abbildungsfehler, da beim Bau der Objektive weniger Toleranz vorhanden ist.
- Kleinere Sensoren besitzen einen höheren Cropfaktor, sprich die effektive Brennweite eines Objektivs wird vergrössert, wenn ein kleinerer Sensor eingesetzt wird.
- Kleinere Sensoren besitzen eine höhere Tiefenschärfe. Gut für Landschaft, schlecht für Portraits.


Alex

peter-hoehle
03.03.2011, 10:54
@ Becks

Schön anschaulich beschrieben,auch für Laien.
Der Link von dir ist hier im Forum schon mal
aufgetaucht bei einer Kamerasuche.
(es war ein Beitrag von Martin Hülle)

Gruß Peter

Becks
03.03.2011, 14:28
Hoi,
den Link hab ich damals wohl übersehen. Ist mir nur irgendwann mal über den Weg gelaufen, keine Ahnung wonach ich da wieder gesucht habe.

Jetzt hab ich noch Crop und Tiefenschärfe angehängt.

Alex

And
03.03.2011, 14:48
Schön geschrieben und erklärt das alles, aber folgendes ist leider noch nicht ganz richtig:


Ein Objektiv mit einer Brennweite von 50mm an einer Kamera mit einem Sensor im KB-Format besitzt an einer Kamera mit APS-C Sensor eine Brennweite von 75mm.
Um dem Wirrwar etwas Einhalt zu gebieten werden daher auf den Objektiven die Brennweiten in Bezug auf das KB-Format angegeben und es obligt dem Benutzer, diese Werte auf seine Kamera umzurechnen.

Die Brennweite ist eine physikalische Größe einer Linse, bzw hier von einem Objektiv. Das heißt also ein Objektiv hat eine feste Brennweite, egal an welche Kamera es geschraubt ist. Das einzige was sich durch die Sensorgröße ändert ist der Bildwinkel.
An einer APS-C hat ein 50mm Objektiv also immernoch 50mm, durch die kleinere Größe des Sensors hat man jedoch nur einen Bildwinkel, der dem eines 75mm Objektivs an einer KB Kamera entspricht. Auch die Bezeichnung auf den Objektiven ist also exakt, und nicht in Bezug auf ein Sensorformat zu sehen.

Der Vollständigkeit halber sollte man vielleicht noch sagen, dass Nikon APS-C nicht gleich Canon APS-C (crop faktor 1,6) ist, und es dadurch nochmal ein wenig undurchsichtiger wird.

Ich hoffe Verbesserungsvorschläge sind auch hier direkt angebracht!

Gruß, David

Becks
03.03.2011, 15:31
Hoi,
klar ändert sich die Brennweite eigentlich nicht (siehe auch Bild), aber es ist einfacher in Brennweiten zu rechnen und diese quasi in das äquivalente KB-Format umzuformatieren, anstelle zu Brennweite den jeweiligen Bildwinkel anzugeben.

Zumindest lese ich das immer so in den ganzen Foren, dass die Leute so reden.

Ist übrigens auch einfacher bei der Abschätzung der maximalen Belichtungszeit für Freihandbilder (1 / brennweite in Sekunden). Da ist die "effektive Brennweite" (KB-Brennweite mal Cropfaktor) einfacher verrechenbar als Winkel und Brennweite.

Dass die Sensoren untereinander auch noch etwas unterscheidlich sind habe ich bewusst unter den Tisch gekehrt, denn der Unterschied in der Quali eines APC-S mit 1.6er Crop von einem mit 1.5 ist nicht weltbewegend, der Unterschied zu Komapktknipsen dagegen schon. Und darauf legt dieser Thread eigentlich wert: "was ändert sich, wenn ich von Vollformat auf APS-C oder Kompaktkamera wechsel?"

Alex

Becks
03.03.2011, 15:44
Ich hoffe Verbesserungsvorschläge sind auch hier direkt angebracht!


Klar, denn bislang hatte ich so den Eindruck, dass dieses Unterforum exklusiv für mich erstellt wurde. :cool:

And
03.03.2011, 19:09
... es ist einfacher in Brennweiten zu rechnen und diese quasi in das äquivalente KB-Format umzuformatieren...

In der Praxis mache ich das natürlich auch so. Ich glaube die obige Formulierung hat mich daher auch nur als Physiker gestört ;-)

Ehemaliger
09.03.2011, 21:52
Ich würde folgenden Satz noch ändern:

"Fazit: eine DSLR mit grossem Sensor erzeugt schon aufgrund der phsyikalischen Gesetze technisch bessere Aufnahmen als eine Kompaktkamera, auf Kosten von Grösse und Gewicht. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern."

Und zwar wie folgt:

"Fazit: eine Kamera mit grossem Sensor (DSLR oder spiegellose Systemkamera) erzeugt schon aufgrund der physikalischen Gesetze technisch bessere Aufnahmen als eine Kompaktkamera mit kleinem Sensor, auf Kosten von Grösse und Gewicht. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Allerdings sind moderne, spiegellose Systemkameras deutlich kompakter als herkömmliche DSLRs (ohne dabei Abstriche bei der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen) und damit speziell für Outdooraktivitäten interessant."

krupp
10.03.2011, 02:56
"...Allerdings sind moderne, spiegellose Systemkameras deutlich kompakter als herkömmliche DSLRs (ohne dabei Abstriche bei der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen) und damit speziell für Outdooraktivitäten interessant."

wenn du auf diese neuen atm gehypten spiegellosen Systemkameras
ein größeres objektiv draufschraubst, ist es aber mit der kompaktheit schnell
wieder vorbei. ;-)

Becks
10.03.2011, 08:47
Nun,
eigentlich will ich jetzt keinen Kameratyp irgendwie als ideal herausstellen oder bevorzugen. Es geht mir lediglich um die Gegenüberstellung technischer Daten, hier: Was ändert sich im Verhalten einer Kamera, wenn sich der Sensor ändert. Das Fazit, also die Entscheidung, was einem wichtiger ist, will ich jedem selber überlassen.

Auch diese Systemkameras haben Nachteile. Ohne die Objektive (wie bei den DSLRs) bringt der Sensor nichts, und damit ist ein Raumvorteil weg. Und ein Live-Display ist nicht in jeder Situation geeignet. Versuch mal, damit bei strahlendem Sonnenschein auf einem Gletscher Bilder zu machen, während Du selber eine Sonnenbrille aufgesetzt hast.

Aber auch das sind eben lediglich persönliche Präferenzen .

Alex

Clouseu
10.03.2011, 10:29
Dazu hatte ich mal Vergleichsaufnahmen gemacht, leider schon etwas älter von 2004
mit einer Nikon D-100 mit DX Chip und einem Professionellem Sinar Digitalback mit Mittelformatchip, beide mit ca. 6 Millionen Pixel.

Wenn man die Aufnahmen bei voller Auflösung (100%) am Bildschirm betrachtet fällt einem ein deutlicher Qualitätsunterschied in der Detailwiedergabe auf.


Nikon D-100
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/Nikon_D100.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=25133&title=nikon-d-100&cat=500)


Sinar Digitalback
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/Sinar.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=25134&title=sinar-digitalback&cat=500)

Jaerven
10.03.2011, 12:40
Wenn man die Aufnahmen bei voller Auflösung (100%) am Bildschirm betrachtet fällt einem ein deutlicher Qualitätsunterschied in der Detailwiedergabe auf.

:grins:
Das fällt schon bei den KB- Formaten deutlich auf.
Dieser Vergleich hier ist natürlich niederschmetternd...

Hoaxus
10.03.2011, 18:11
Naja, der Vergleich von Clouseu hinkt auch irgendwo. Bei der D-100 wurde die Aufnahme mit F 22 gemacht und dazu 1/125 Sekunden.
Ich kenne kein DX/APS-C/KB-Objektiv, welches bei F22 noch 100% scharf abbildet. Die beste Leistung erzielen die meisten im Bereich F5.6-11. Dazu kommt noch dass durch die Belichtungszeit bestimmt auch die ISO hochgesetzt wurde, was aber leider nicht in den EXIFs des Bildes steht. Das erklärt dann warum das Bild so krieselig ist. Und die interne Software geht dann natürlich nochmal mit dem Weichzeichner drüber um das Rauschen etwas zu entfernen.
Beim größeren Mittelformat-Sensor war sicherlich die ISO einiges niedriger.
Ganz abgesehen davon, dass hier im Haus mit Kunstlicht fotografiert wurde. Nimm mal ein Foto draußen bei Sonnenschein auf, und der unterscheid ist nichtmehr so drastisch.

Meine 2 ¢.

Ehemaliger
10.03.2011, 21:05
Die spiegellosen Systemkameras haben definitiv Nachteile: i.d.R. langsamerer Autofokus, man muss Pencake Objektive verwenden (um den Gewichts-/Grössenvorteil ausnutzen zu können), die Batterielaufzeit ist geringer usw. Aber für wen machen solche Kameras Sinn, wenn nicht für uns Outdoorleute?

P.S.: Der elektronische Aufstecksucher der Olympus PENs ist dem Sucher einer APS-C DSLR in vielen Bereichen überlegen. Es ist außerdem sehr leicht und löst das Problem mit der Sonne.

Clouseu
10.03.2011, 21:20
Naja, der Vergleich von Clouseu hinkt auch irgendwo. Bei der D-100 wurde die Aufnahme mit F 22 gemacht und dazu 1/125 Sekunden.
Ich kenne kein DX/APS-C/KB-Objektiv, welches bei F22 noch 100% scharf abbildet. Die beste Leistung erzielen die meisten im Bereich F5.6-11. Dazu kommt noch dass durch die Belichtungszeit bestimmt auch die ISO hochgesetzt wurde, was aber leider nicht in den EXIFs des Bildes steht. Das erklärt dann warum das Bild so krieselig ist. Und die interne Software geht dann natürlich nochmal mit dem Weichzeichner drüber um das Rauschen etwas zu entfernen.
Beim größeren Mittelformat-Sensor war sicherlich die ISO einiges niedriger.
Ganz abgesehen davon, dass hier im Haus mit Kunstlicht fotografiert wurde. Nimm mal ein Foto draußen bei Sonnenschein auf, und der unterscheid ist nichtmehr so drastisch.

Meine 2 ¢.

Der Vergleich hinkt kein bischen, die Aufnahmen wurden im Studio mit einer Studioblitzanlage gemacht (absolut gleiche Lichtbedingungen) bei der Nikon war ISO 200 eingestellt, weiter konnte man sie bei dem Modell nicht reduzieren, bei der Sinar habe ich sie dann ebenfalls auf ISO 200 eingestellt.
Blende 22 mußte sein da die Blitzanlage schon ganz runtergeregelt war, aber auch eine weiter geöffnete Blende hätte bei weitem keinen derartigen Qualitätsgewinn
gebracht.

Anmerken muß man jedoch das die D-100 ja schon ein älteres Modell ist und
neuere gute DSLRs auch mit DX-Chip mittlerweile deutlich sauberere Aufnahmen machen, die Qualität von Digitalbacks erreichen allerdings nur Digitalbacks! ;-)

Hoaxus
10.03.2011, 23:09
Trotzdem ist F22 für den Outdoorfotographen einfach realitätsfremd. Ich hab noch niemanden auf meinen Touren getroffen der ne ganze Blitzanlage mitgeschleppt hat.

Prinzipiell ist klar, dass größere Sensoren bessere Bilder liefern können. Aber wenn es für einen Outdoorer hier um die Entscheidung geht was er mitnimmt, dann ist dein Vergleich oben schon sehr irreführend. Lass uns doch mal Macroaufnahmen machen, dann siegen die Kameras mit kleinerem Sensor ;)

Was ich eigentlich damit sagen wollte: Wenn man hier Vergleiche anstellt und postet, dann doch bitte realitätsbezogen auf uns Outdoorer, und nicht aufs Studio oder sonstige Sonderfälle.

krupp
11.03.2011, 01:39
der vorteil der systemkameras liegt evt im fehlenden spiegel.
ich hatte mal aufgeschnappt das die mechanik des spiegels anfällig ist
stösse und vibrationen (zb fahrad, bike, oder wenn ich mal wieder mitm meim
smart über kinderkopfgroßes kopfsteinpflaster hopple)
meine canon ( "nur" eine kleine 350d ) funktioniert allerdings immernoch prima,
(und ich behandle die leider auch nicht wie ein rohes ei)
daher weiss ich nicht ob da was dran ist.

evt auch ein fall für technischen humbug? :o

Clouseu
11.03.2011, 08:24
Trotzdem ist F22 für den Outdoorfotographen einfach realitätsfremd. Ich hab noch niemanden auf meinen Touren getroffen der ne ganze Blitzanlage mitgeschleppt hat.



ich schon :bg:




Prinzipiell ist klar, dass größere Sensoren bessere Bilder liefern können. Aber wenn es für einen Outdoorer hier um die Entscheidung geht was er mitnimmt, dann ist dein Vergleich oben schon sehr irreführend.


Es ging darum den Unterschied zwischem großen und kleineren Chips zu verbildlichen (darum gehts eigendlich in diesem Treat) und da ist es völlig Wumpe ob die Aufnahmen im Studio oder unterm Busch in Timbuktu gemacht wurden, der Qualitätsunterschied bleibt der gleiche.
Im Studio hat man halt ideale Bedingungen für so einen Test da gleichbleibende Bedingungen herrschen, Draußen nicht!


Lass uns doch mal Macroaufnahmen machen, dann siegen die Kameras mit kleinerem Sensor ;)



warum sollte das so sein??

Jaerven
11.03.2011, 09:41
P.S.: Der elektronische Aufstecksucher der Olympus PENs ist dem Sucher einer APS-C DSLR in vielen Bereichen überlegen. Es ist außerdem sehr leicht und löst das Problem mit der Sonne.

:o

Genau deshalb bin ich wieder zurück zur DSLR.
Diese elektronischen Sucher finde ich Grottenschlecht. Ob PEN, Panasonic...
Und ich hatte da grössere Probleme mit der Sonne.
Auch die Bilder kamen leider nicht an die einer DSLR ran. Die mit meiner alten 300D waren besser als die der MFT ;-)

Becks
11.03.2011, 11:58
Moin,
dann wollen wir mal ein paar Kommentare / Fragen kurz durchkauen...

- Macroaufnahmen
Wie schon im Text oben erwähnt verändert sich der Bereich, in dem bei einer vorgegebenen Blende das Bild scharf ist, abhängig von der Sensorgrösse. Kleinerer Sensor bedeutet höhere Tiefenschärfe. Damit sind Vollformatkameras gegenüber den Crop-Kameras in der Hinsicht benachteiligt, da die Tiefenschärfe bei Makroaufnahmen eh schon sehr gering ist. Aber ob das plus an Tiefenschärfe das Minus in der Bildqualität ausgleicht, oder der zweite Faktor (Lichtstärke), welcher bei Makroaufnahmen auch wichtig ist, das Ganze nicht wieder ausgleicht, das lasse ich mal dahingestellt.

- Spiegel als Schwachpunkt
Müsste man mal sehen, ob da schon jemand Probleme deswegen bekommen hat. Mir zumindest ist da noch nichts dazu aufgefallen, und meine D80 hat auch schon einige ruppige Situationen mitgemacht. Ich vermute eher, dass da so manches Objektiv einige ruppige Schubser übel nehmen könnte.

- Aufstecksucher etc.
Darum gings hier nicht sondern lediglich um die Sensoren und deren Einfluss auf die Bildqualität. Kann man gerne als weiteren Unterpunkt im Thread aufnehmen. Allerdings frage ich mich, wo dann der Vorteil der Systemkameras noch besteht, wenn sie für die volle Funktionalität mit soviel Zusatzgeräten ergänzt werden müssen, dass letztendlich der Vorteil des Gewichts wieder flöten geht.

Alex

morit.z
11.03.2011, 12:18
- Spiegel als Schwachpunkt
Müsste man mal sehen, ob da schon jemand Probleme deswegen bekommen hat. Mir zumindest ist da noch nichts dazu aufgefallen, und meine D80 hat auch schon einige ruppige Situationen mitgemacht. Ich vermute eher, dass da so manches Objektiv einige ruppige Schubser übel nehmen könnte.


IMHO macht eher der Verschluss einen Abgang bevor der Spiegel versagt. Ein Spiegel benötigt eben mehr Platz, aber beim Verschluss sind die Spiegellosen dann doch wieder gleich (hab' noch keine Erfahrung mit Spiegellosen sammeln können - außerdem fehlt da das "tscha-klack" von einem Spiegel ;-) )

Clouseu
11.03.2011, 13:16
Moin,
dann wollen wir mal ein paar Kommentare / Fragen kurz durchkauen...

- Macroaufnahmen
Wie schon im Text oben erwähnt verändert sich der Bereich, in dem bei einer vorgegebenen Blende das Bild scharf ist, abhängig von der Sensorgrösse. Kleinerer Sensor bedeutet höhere Tiefenschärfe. Damit sind Vollformatkameras gegenüber den Crop-Kameras in der Hinsicht benachteiligt, da die Tiefenschärfe bei Makroaufnahmen eh schon sehr gering ist. Aber ob das plus an Tiefenschärfe das Minus in der Bildqualität ausgleicht, oder der zweite Faktor (Lichtstärke), welcher bei Makroaufnahmen auch wichtig ist, das Ganze nicht wieder ausgleicht, das lasse ich mal dahingestellt.

Alex

Im Studio überhaupt kein Problem, es ist noch nicht sooooo lange her da wurden noch 13 x 18 cm Dias gemacht, da ist ein Mittelformatchip winzig gegen (aber das hat jetzt wirklich nichts mehr mit Outdoor zu tun, deshalb halt ich jetzt die :ignore:)
Auf der grünen Wiese mit Blumen die sich im Wind bewegen ist da eine DSLR sicherlich die bessere Wahl.



ich hatte mal aufgeschnappt das die mechanik des spiegels anfällig ist
stösse und vibrationen (zb fahrad, bike, oder wenn ich mal wieder mitm meim
smart über kinderkopfgroßes kopfsteinpflaster hopple)
meine canon ( "nur" eine kleine 350d ) funktioniert allerdings immernoch prima,
(und ich behandle die leider auch nicht wie ein rohes ei)
daher weiss ich nicht ob da was dran ist.


Da kann ich nur Becks bestätigen, die Nikons sind verdammt robust,
von Schäden mit der Spiegelmechanik habe ich auch noch nichts gehört,
wohingegen ich meine antike kleine Canon PS S-50 neulich durch einen
sanften Stoss geschrottet habe.

Becks
11.03.2011, 16:29
Höhm,
vielleicht kann mal wer was zu Kameratypen schreiben. Also nur grob. DSLR (Vollformat,Crop), Handycam, Kompaktkamera, Systemkamera - und ganz grob die Merkmale, Vor- und Nachteile?

Alex

Ehemaliger
11.03.2011, 21:38
"Allerdings frage ich mich, wo dann der Vorteil der Systemkameras noch besteht, wenn sie für die volle Funktionalität mit soviel Zusatzgeräten ergänzt werden müssen, dass letztendlich der Vorteil des Gewichts wieder flöten geht."

Der Aufstecksucher wiegt 30g. Gerade nachgewogen. Mit Schutzkappe ein paar Gramm mehr.

"Diese elektronischen Sucher finde ich Grottenschlecht. Ob PEN, Panasonic...
Und ich hatte da grössere Probleme mit der Sonne."

Der Panasonicsucher ist auch schlecht. Der Olympus bzw. Epson Sucher ist hingegen besser fürs manuelle Fokussieren geeignet als ein APS-C Sucher, da der elektr. Sucher (i) hochauflösend ist, (ii) eine Lupenfunktion unterstützt und (iii) die Tiefenschärfe deutlich besser erkennen lässt als die Abblendtaste an einer DSLR. Wie man mit dem Sucher bei Sonne Probleme haben kann, verstehe ich noch nicht. Oder meinst Du ohne Sucher?

Roene
12.03.2011, 00:10
Trotzdem ist F22 für den Outdoorfotographen einfach realitätsfremd.

Naja, ich kenne den ein oder anderen der ein Stativ am Rucksack baumeln hat und sei es ein sehr kleines oder ein Bohnensack. Dann ist f22 ganz nah an der Realität, entweder wegen der Tiefenschärfe oder bei Langzeitbelichtungen.

Sensorgröße: Allein schon der Unterschied zwischen FX und DX bei Nikon ist erkennbar.

Gruß, Roene.

Jaerven
12.03.2011, 00:17
da der elektr. Sucher (i) hochauflösend ist,
Aber nicht hochauflösender als mein Auge ;-)
Und was die Fokussierungsgeschwindigkeit angeht, nun ja, auch manuell seh ich da keinen wirklichen Vorteil.
Das Gewicht im Verhältnis zum Ergebnis ist gut. Aber irgendwie nicht gut genug.

Ehemaliger
13.03.2011, 12:41
Dass die Fokusgeschwindigkeit oft noch einer der Hauptnachteile von Systemkameras mit Kontrast AF ist, hatte ich ja schon gesagt. Für Landschaftsaufnahmen ist das nicht wichtig. Wenn aber gerade mal kurz ein Elch aus dem Gebüsch schaut, mag es anders aussehen. Aber den erwischt man ohnehin nicht mit Pencake Objektiven mit kurzer Brennweite.

Die reine Bildqualität ist hingegen mit Sicherheit nicht schlechter als bei der doch schon recht alten Nikon D300(s).

Schlage noch einen weiteren Punkt für das Thema "technischer Humbug" vor. Und zwar die Rauschunterdrückung. Es wird zunehmend (teilweise sogar im RAW Modus) massive Rauschunterdrückung angewandt, die Details glatt bügelt und dadurch zerstört. Das ist meiner Meinung nach nicht gut, da es dem Fotografen dann nicht möglich ist, selektiv zu entrauschen (z.B. nur im Himmel). Die Lightroom PlugIns, die es für selektives Entrauschen gibt, sind den kamerainternen Algorithmen weit überlegen. Besonders schlimm ist die massive Rauschunterdrückung bei Kompakten, die nur den .jpg Mode anbieten und bei denen die Stärke der Rauschunterdrückung nicht einstellbar ist. So werden im Prinzip sehr interessante Kameras mehr oder wenig "unbrauchbar" gemacht.

Jaerven
13.03.2011, 15:52
Die reine Bildqualität ist hingegen mit Sicherheit nicht schlechter als bei der doch schon recht alten Nikon D300(s).
Ich fand die Bildqualität der GF1 nicht besser als die der "uralten" Canon 300D :bg:

Ehemaliger
13.03.2011, 16:47
Das ist ja auch die Systemkamera mit der schlechtesten Bildqualität. Meine Olympus E-PL1 macht eher bessere Bilder als meine frühere Canon 450D.

Jaerven
13.03.2011, 17:43
Das ist ja auch die Systemkamera mit der schlechtesten Bildqualität. Meine Olympus E-PL1 macht eher bessere Bilder als meine frühere Canon 450D.
In JPG ja, aber ich bevorzuge RAW, da war die GF1 besser, ich habs extra getestet.
Ist aber Geschichte, bin "back home" bei DSLR und wieder glücklich. :grins:
Wenn die ein kleines Bisschen grösser wären und einen grösseren Sensor hätten, ja dann...aber sowas heisst immer noch Leica.

danobaja
04.06.2017, 09:24
Klar, denn bislang hatte ich so den Eindruck, dass dieses Unterforum exklusiv für mich erstellt wurde. :cool:

ich glaube das täuscht du dich. es lesen viele, nur leute wie ich, die sich einlesen, die haben nicht viel zum Thema beizutragen. das gilt für mich (noch?) für alle deine beiträge in diesem Forum.
danke für deine mühe!
danobaja