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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Holzgaskocher aus einem Ofenrohr



equipman
04.02.2011, 13:56
Gesamtgewicht : 280 g

Durchmesser : 100 mm

Höhe : 200 mm

Material : Rauchrohr, Stahlblech (f. das innere Sieb), Popnieten.

Herstellungszeit : ca. 30 Min.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Vollansicht.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Luftl_cher.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Innenansicht_v_unten_2.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Innenansicht_v_unten_1.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Innenansicht_v_oben_2.jpg

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/47/medium/Innenansicht_v_oben_1.jpg

Lodjur
05.02.2011, 09:53
Hi, schön gemacht aber Begrifflich nicht ganz richtig. Das ist ein klassischer Hobo, kein Holzgaskocher. Wenn die Blindnieten aus Alu sind könnte es mit der Zeit da ein Problem geben. In dem Bereich kann man den Hobo uner Umständen bis zur hellen Rotglut bringen. Da bröselt es dir das Alu weg.
CU Bernd

equipman
05.02.2011, 19:59
Danke für deinen Hinweis, ist korrigiert. Wo liegt d. Unterschied zw. einem Hobo u. einem Holzgaskocher ? Bisher dachte ich das wären 2 versch. Begriffe für eine Sache.

nredrew
05.02.2011, 21:35
...
Wo liegt d. Unterschied zw. einem Hobo u. einem Holzgaskocher? Bisher dachte ich das wären 2 versch. Begriffe für eine Sache.
Es gibt nur einen Unterschied, und zwar im sozio-kulturell-sprachlichen.
Hobo war die Bezeichnung für amerikanische Wanderarbeiter, die aus Konservendosen gebastelte kleine tragbare Holzkocher als erste verwendeten.
Die Bezeichnung Holzgaskocher ist ein "weisser Schimmel", denn: Bei jedem Feuer, auch beim offenen Lagerfeuer, ist es nicht das Holz das brennt, sondern die frei werdenden Holzgase. Es waren ebenfalls die Amis, die den eher irreführenden Begriff "wood gas stove" (also dt. "Holzgaskocher") erfunden haben, und vorzugsweise für Trekking-Holzkocher mit Doppelwandkonstruktion verwenden, die zusätzlich zur Primärverbrennungsluft erwärmte Sekundarverbrennungsluft aufweisen. Der Begriff "Holzgaskocher" macht aber wenig Sinn.
Die Urmenschen und Pfahlbauer kannten das Feuer auch schon ...
Gruss
Martin

Harry
05.02.2011, 21:49
ok , Da ist etwas wahres dran. Beim Holzvergaserkocher verbrennt halt das Holz nicht direkt, Sondern das Holzgas im Brennraum mit vorgewärmter Sekundärluft.

Dazu nehme ich eine Industrieverpackungsdose mit Deckel, ähnlich Farbdose 750 ml und eine Delikatessbohnendose mit unten nach innen gebörtelten Falz. Passt perfekt. Dazu noch ein paar schöne Löcher.
Dann sieht man das Holz selber nicht brennen.
jedoch die Jets nach innen lodern.
aber alles Spielkram zum Rotglühenden, nicht Rucksackfähigen 30 l Hobo:bg:

nredrew
05.02.2011, 22:06
...
aber alles Spielkram zum Rotglühenden, nicht Rucksackfähigen 30 l Hobo:bg:
Hi Harry,
aber zumindest ist Dein 30 l Holzkocher leiser und leichter als der von Becks einmal vergestellte BVB (Benzinvergaserbrenner) aus CH-Armeebeständen.;-)
Gruss
Martin

markrü
06.02.2011, 11:26
Es gibt nur einen Unterschied, und zwar im sozio-kulturell-sprachlichen.(...)
Da hast Du etwas entscheidendes übersehen, fürchte ich! Es gibt da doch einen wichtigen Unterschied... :oldman:

Holzvergaserkocher sind so aufgebaut, dass das Brennmaterial in einem (sauerstoffarmen) Raum erhitzt wird und dadurch das Holzgas erzeugt wird. Anschließend wird das Holzgas in einem sauerstoffreichen Brennraum verbrannt. Der Sauerstoff wird idealerweise vorgeheizt und im Überschuß zugeführt. Die räumliche Trennung von Vergasung und Verbrennung ist also das Kennzeichen eines Holzvergaserkochers im Vergleich zu einem Lagerfeuer oder einem 'einfachen' Hoboofen. Dieser ist aber in den kleinen Varianten (z.B. Bushbuddy) manchmal nicht so gut zu sehen.

Sehr deutlich kann man das Prinzip übrigens bei den Holzvergaserautomobilen aus der Kriegszeit sehen... Mit einem Hobo wären die nicht weit gekommen.

Nachtrag: www.holzgas.ch (http://www.holzgas.ch/594/636.html)

2. Nachtrag:
Die Bezeichnung Holzgaskocher ist ein "weisser Schimmel", denn: Bei jedem Feuer, auch beim offenen Lagerfeuer, ist es nicht das Holz das brennt, sondern die frei werdenden Holzgase. Es waren ebenfalls die Amis, die den eher irreführenden Begriff "wood gas stove" (also dt. "Holzgaskocher") erfunden haben, und vorzugsweise für Trekking-Holzkocher mit Doppelwandkonstruktion verwenden, die zusätzlich zur Primärverbrennungsluft erwärmte Sekundarverbrennungsluft aufweisen. Der Begriff "Holzgaskocher" macht aber wenig Sinn.
Sorry, Du hast das Prinzip einfach nicht verstanden...


Gruß,
Markus

nredrew
06.02.2011, 12:04
@markrü
Hier ist von kleinen tragbaren Holzkochern die Rede. Selbstverständlich gibt es Holzvergaser die mittels der Pyrolyse das Holz in einem separaten Kessel vergasen, und die so erzeugten Holzgase in einem Motor oder in einem Gasbrenner verbrennen. Das sind aber vom Aufbau her technisch komplexe Systeme, nicht vergleichbar mit den kleinen tragbaren Holzkochern. equipman hat ja nur nach dem Unterschied zwischen der Bezeichnung Hobo und Holzgaskocher gefragt, und er lag ja richtig in der Vermutung, dass beide Begriffe bei diesen kleinen tragbaren Brennern ein und dasselbe bezeichnen.

markrü
06.02.2011, 12:37
equipman hat ja nur nach dem Unterschied zwischen der Bezeichnung Hobo und Holzgaskocher gefragt, und er lag ja richtig in der Vermutung, dass beide Begriffe bei diesen kleinen tragbaren Brennern ein und dasselbe bezeichnen.
Das sehe ich überhaupt nicht so. Bei den kleinen Outdoorkochern ist das Prinzip bauartbedingt oft nicht so sauber ausgeprägt sichtbar. Auch werden sie manchmal 'falsch' benutzt. Aber sieh Dir mal z.B. den Bushbuddy an - Das ist ein Holzgaskocher! Das Prinzip 'Vergasung und Verbrennung in unterschiedlichen Räumen bzw. Zonen' ist hier gut zu sehen. Bei einem einfachen Hobo ist das nun einmal nicht so.

Nebenbei: Das wird aber bei einigen Vorstellungen von Bastelprojekten (Youtube) auch gern verwechselt...

Siehe auch: Backpackinglight.co.uk -> etwas runterscrollen -> Bushcooker (http://www.backpackinglight.co.uk/page117.asp)

Markus

Lodjur
09.02.2011, 20:05
Hi, auch wenn es inzwischen ja beantwortet ist. Ich sehe das genau so wie Markus.
Es ist einfach nicht das gleiche! der Hobo ist schlicht und einfach nur ein Kaminabschnitt in dem das Feuer direkt brennt. Der Holzgaskocher ist da schon etwas "komplizierter" aufgebaut. Ob das in dem kleinen Maßstab immer wirklich so viel bringt sei dahingestellt. Auch ein kleiner Hobo ala Künzi der auch nur in der Werbung des Herstellers einen Kamineffekt hat brennt trotzdem ordentlich und nutzt das Holz sehr effektiv. Wird das Teil höher kommt auch echter Kamineffekt zum tragen. Dann ist es wirklich machbar in die Glut bzw. ins Feuer auch fast nasses Holz einzubringen, das zieht der dann ruckzuck trocken und weg. Als sinnvolle Grösse bei noch transportablen Abmessungen hat sich eine Grösse von 15/30 D x H erwiesen. Leichte Abweichungen nat. eingeschlossen also auch 16,17 x 33,35 oder so. Das Verhältnis ist aber ziemlich optimal.

@Equipman
noch ein Tipp, die Zinnen an deinem Hobo sind recht empfindlich gegen verbiegen wenn das Rohr erstmal geglüht hat. Einfach Abhilfe und das Ganze wird sehr stabil...du nimmst einen 1.5 - 2 cm Abschnitt des Rohres und biegst die Zinnen leicht nach innen. Mit der einer Zange versuchen die etwas entsprechend zu verformen. Dann den Ring über die Zinnen schieben und mit je einer Edelstahl Blindniete sichern. So ergibt sich eine stabile Topfauflage und durch die Fenster kannst du immer noch gut Holz nachlegen. Noch besser brennt es wenn du noch ein leichtes Kreuz aus so 1.5 mm Blech aufsteckst und nochmals so 2 cm den Abstand des Topfbodens erhöhst. Dann brennt der Hobo mit noch besserem Durchzug und neigt deutlich weniger zum qualmen. Einfach mal austesten. Zum Anfang und testen kannst du ja 2 alte V Profil Hä(e)ringe auflegen und als Topfstand nutzen.

CU Bernd

equipman
09.02.2011, 21:09
Super, vielen Dank für die Infos u. Tips euch allen. Samstag ist die nächste Bastelstunde :bg:.

ursstotz
18.02.2011, 02:44
Das sehe ich überhaupt nicht so. Bei den kleinen Outdoorkochern ist das Prinzip bauartbedingt oft nicht so sauber ausgeprägt sichtbar. Auch werden sie manchmal 'falsch' benutzt. Aber sieh Dir mal z.B. den Bushbuddy an - Das ist ein Holzgaskocher! Das Prinzip 'Vergasung und Verbrennung in unterschiedlichen Räumen bzw. Zonen' ist hier gut zu sehen. Bei einem einfachen Hobo ist das nun einmal nicht so.[...]

Hier ein Bild des BushBuddy, worauf man recht gut das Prinzip der Vergasung erkennt:

http://typedef.ch/images/outdoorseiten_Holzgaskocher_aus_einem_Ofenrohr_BushBuddy.jpg

Das Holzgas kommt aus den seitlichen Löchern heraus, und verbrennt.

Gruss
Urs

Harry
18.02.2011, 11:21
Hier ein Bild des BushBuddy, worauf man recht gut das Prinzip der Vergasung erkennt:


Das Holzgas kommt aus den seitlichen Löchern heraus, und verbrennt.

Gruss
Urs
Stimmt nicht ganz.
das bei der Pyrolyse entstehende Gas steigt auf und verbrennt erst, mit der durch die oberen seitlich einströmenden sekundären vorgewärmten Brennluft.
Mal sehen wo das Bastelfoto vom Büchsenkumpel ist.

markrü
21.02.2011, 06:32
Stimmt nicht ganz.
das bei der Pyrolyse entstehende Gas steigt auf und verbrennt erst, mit der durch die oberen seitlich einströmenden sekundären vorgewärmten Brennluft.
Genauso isses! Dann sind wir uns jetzt alle einig? ... :grins:
Markus

ostseesegler
21.02.2011, 07:53
Genauso isses! Dann sind wir uns jetzt alle einig? ... :grins:
Markus

:popcorn:

...und? Ist es beim offenen Feuer oder beim Hobo-Ofen anders?

Gibt es denn irgendwelche Effizienzvorteile bei der räumlichen Trennung von Pyrolyse und Sauerstoffzufuhr und gar der vorgewärmten selbigen?

Gruß Hans

Homer
21.02.2011, 08:10
ja, gibt es - sonst würde man sich die arbeit wohl kaum machen;-)

markrü
21.02.2011, 16:22
...und? Ist es beim offenen Feuer oder beim Hobo-Ofen anders? An welcher Stelle hattest Du bei Deinem letzten Lagerfeuer die Zuführung für die vorgewärmte Sekundärluft genau angebracht? :steuermann:


Gibt es denn irgendwelche Effizienzvorteile bei der räumlichen Trennung von Pyrolyse und Sauerstoffzufuhr und gar der vorgewärmten selbigen?
Die Verbrennung ist im Idealfall z.B. vollständiger und ruhiger. Auf z.B. 500°C vorgewärmte Luft entzieht dem Verbrennungsvorgang weniger Energie als z.B. -376°C kalte Luft. Ob es unbedingt Effizienzvorteile sind, die im Outdoorbetrieb für dieses Prinzip sprechen, mag jeder für sich entscheiden... ;-)

Wie bereits gesagt: Im kleinen Maßstab wird das Prinzip nicht sooo deutlich und die Grenzen verwischen deshalb schnell. Die Aussage 'Hoboöfchen und Holzgaskocher seien im Grunde das Gleiche' fand ich dann aber doch etwas zu vereinfacht dargestellt.
Nichtsdestotrotz ist das Thema ein spannendes Experimentierfeld für Hobonauten.

Gruß,
Markus

Harry
21.02.2011, 16:51
so siehts aus.

Nur fehlt mir momentan die Bau-Spielwiese für so schöne Nudelgarkochgeräte.

der Picogrill wartet immer noch auf einen Nachbau:ignore:

ostseesegler
21.02.2011, 18:00
An welcher Stelle hattest Du bei Deinem letzten Lagerfeuer die Zuführung für die vorgewärmte Sekundärluft genau angebracht? :steuermann:

Markus

Genau in Luv, wo sonst :o.

wenn mir einer weismachen will, daß ein "Holzgaskocher" bemerkbar besser sein Werk verrichtet als ein Hobokocher, wäre eine Begründung schon das mindeste. Ich bin nämlich kein Mann des Glaubens :cool:

Gruß Hans

markrü
22.02.2011, 07:15
(...) wenn mir einer weismachen will, daß ein "Holzgaskocher" bemerkbar besser sein Werk verrichtet als ein Hobokocher, wäre eine Begründung schon das mindeste. Ich bin nämlich kein Mann des Glaubens :cool:

Hallo Hans,
ob in der Praxis (= 'bemerkbar') besser oder schlechter war hier nicht Gegenstand der Betrachtung. Es ging nur um die Unterscheidung zweier Prinzipien und derer Vor- und Nachteile! -> Äpfel sind nicht gleich Birnen, können aber trotzdem lecker schmecken...

Diejenigen, die es auch nicht glauben wollten, haben sich einen gebastelt (oder gekauft :motz:) und ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Meine Erfahrungen mit meinem Holzvergaserbastelprojekt sind: 'Das Prinzip funktioniert unter guten Bedingungen gut, ist mir aber auf Tour und mit nassem Holz zu anfällig'. Unterwegs nehme ich lieber einen Hobo mit, das ist robuster.

So. Nu isses raus!

Ich werde meinen Doktortitel im Holzvergaserverwenden künftig nicht mehr führen... ...handwerkliche Fehler ..... war überarbeitet ... trotzdem guter Hobonaut ... blabla.... :grins:

Gruß,
Markus

ostseesegler
22.02.2011, 16:20
Meine Erfahrungen mit meinem Holzvergaserbastelprojekt sind: 'Das Prinzip funktioniert unter guten Bedingungen gut, ist mir aber auf Tour und mit nassem Holz zu anfällig'. Unterwegs nehme ich lieber einen Hobo mit, das ist robuster.
Ich werde meinen Doktortitel im Holzvergaserverwenden künftig nicht mehr führen... ...handwerkliche Fehler ..... war überarbeitet ... trotzdem guter Hobonaut ... blabla.... :grins:

Gruß,
Markus

Imho hapert es an 2 Problemen bei den Outdoorkochern, dem Ingangsetzen bei suboptimalen Brennstoffen und der Schwierigkeit die Leistung herunterzuregeln, zumal wenn die Topfhöhe über der Hitze vorgegeben ist.

Daß die simplere Konstruktion mit Problembrennstoffen besser zurechtkommt ist ja gut zu wissen, leichter ist sie ja auch noch.

Das Regelungsproblem umgehe ich zur Zeit noch indem ich nur wässrige Lösungen heißmache - und das dann gleich mit dem Kelly Kettle.

Hat schon mal jemand zu backen versucht mit solchen Kochern? Meine Dinkelbrötchen vermisse ich unterwegs schon :(.

Gruß Hans

markrü
22.02.2011, 17:06
Naja, Outdoorkochen oder Backen auf dem Holzfeuer ist auch eine 'andere Liga' als Tütensuppen auf dem Gaskocher heißzumachen. Mit dem Kelly Kettle hast Du ja schon mit dem Problem schlechten Brennmaterials Erfahrungen machen können... ;-)

Zum Regulieren: Entweder den Abstand zur Wärmequelle variieren (weiter weg geht immer, näher ran oft nicht). Dazu kann man sich Ablagemöglichkeiten schaffen (z.B. mit aufrecht stehenden Häringen). Am Besten mit einem möglichst guten Glutbett kochen (-> Geht mit Grillkohle sehr gut!).

Zum Geschirr: Mit dünnen Alutöpfen oder 0,3mm dicken :hahaa: Alu-'Pfannen' geht vieles deutlich weniger gut auf dem Feuer als mit Gußeisen (z.B. Dutch Oven) oder Stahl (z.B. Muurikka).

Aber das wird dann schon eine andere Geschichte ... ;-)

Gruß,
Markus

https://lh4.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/TAKqtUqUhFI/AAAAAAAAPGw/638jxcwzCio/s144/Wda%20%20%2020100514%20-%20183934%20%20%20Godi.JPG https://lh4.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/TCOOLjlWMUI/AAAAAAAAOFU/SO0cNxdlfTA/s144/DSCF2027.JPG https://lh3.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/TCOOO3tMS-I/AAAAAAAAOFg/rupsE7r3fxs/s144/DSCF2032.JPG https://lh3.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/TCOf0O77ZjI/AAAAAAAAOZE/wOQZ0LFGb_U/s144/DSCF2551.JPG https://lh5.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/SIH_rWuem0I/AAAAAAAADPk/lGtHUc51Htw/s144/080704%20Brda%2009.03.09.JPG https://lh3.googleusercontent.com/_qDiNbWEIv1w/SIH-g-umC4I/AAAAAAAADF0/7EU8JLFBjFY/s144/080626%20Brda%2008.26.28.JPG

Homer
22.02.2011, 17:28
Hat schon mal jemand zu backen versucht mit solchen Kochern? Meine Dinkelbrötchen vermisse ich unterwegs schon :(.

Gruß Hans

es gibt hier irgendwo einen ,,brot backen mit dem trangia"-thread - das klappt ganz gut

Schattenparker
22.02.2011, 21:44
Verzeihung. Ich bin nicht auf Streit aus. Aber das Thema liegt mir schon seit langem quer und hier rollen sich mir endgültig die Fußnägel auf:




Gibt es denn irgendwelche Effizienzvorteile bei der räumlichen Trennung von Pyrolyse und Sauerstoffzufuhr und gar der vorgewärmten selbigen?

Die Verbrennung ist im Idealfall z.B. vollständiger und ruhiger. Auf z.B. 500°C vorgewärmte Luft entzieht dem Verbrennungsvorgang weniger Energie als z.B. -376°C kalte Luft.

Das ist einfach - nochmal Verzeihung - grober Unfug.

1. beruht das Holzvergaserprinzip auf UNvollständiger Verbrennung. Dem Brennstoff Holz wird zuwenig Luft für eine vollständige Verbrennung zugeführt, nur so kann das brennbare Holzgas entstehen und in einer anderen Zone verbrannt werden. Kann mir jemand erklären, wie das Funktionsprinzip der UNvollständigen Verbrennung zu einer vollständigeren Verbrennung als im Normalfall führen soll?

2. Ob die Luft kalt hinzutritt und direkt in der Verbrennungszone erwärmt wird ODER ob sie von der - aus der Verbrennungszone abgeleiteten - Wärme vorher schon vorgewärmt wird, bleibt sich schlussendlich gleich. Die zur Vorwärmung benutzte Wärme stammt ja auch von der Verbrennung, der sie vorher entzogen wurde. Die Bilanz bleibt immer gleich, das gebieten die Gesetze der Thermodynamik. Anderenfalls müsste irgendwo Energie aus dem Nichts erzeugt werden, was die Energieprobleme der Menscheit lösen würde.

Das Holzvergaserprinzip wird bei Öfen wie dem BushBuddy tatsächlich in winzigem Maßstab funktionieren. Meiner Einschätzung nach resultiert daraus aber eher ein Nachteil: Durch die Verlagerung der Verbrennunszone nach oben, zu den Sekundärluftöffnungen, verlängert sich die Flamme, was entweder eine höhere Anbringung es Topfes erfordert (=höhere Wärmeverluste bei auch nur geringstem Wind) oder eine verstärkte Rußbildung am Topf bewirkt.

Davon abgesehen glaube ich durchaus, dass diese Öfen besser brennen können, als einfache Hobos. Das liegt an der Doppelwandkonstruktion. Die bewirkt einerseits einen verminderten Wärmeverlust durch Abstrahlung, andererseits wird die Wärme, welche sonst von der Wand des Hobos an die Umgebungsluft abgegeben wird, in die Verbrennung zurückgeführt. Eine geschlossene Luftschicht als Wärmedämmung hätte in etwa dieselbe Wirkung. Der Verbrennung wird in der Bilanz weniger Wärme entzogen, als in einem einwandigen Hobo, das ist der ganze Trick.

Noch ein Gedanke dazu:
Das Einzige, was die Pyrolyse des Brennstoffes bewirkt, ist die Verbrennungswärme. Je dichter die gesamte Verbrennungszone am Brennstoff, desto vollständiger und schneller die Pyrolyse und desto geringer die Wirkung von Störeinflüssen, wie etwa feuchtes Holz. Daher das etwas divenhafte Verhalten der Holzvergaser-Hobos bei nicht optimalen Bedingungen. Ein Teil der Verbrennung wird in eine vom Brennstoff entfernte Zone verlagert und trägt nur noch sehr wenig zur Pyrolyse bei.

Ich überlege ja auch schon länger, mir nach dem IKEA-Hobo auch mal so einen doppelwandigen Brenner zu bauen. Der bekäme dann die "Sekundärluft"öffnungen aber sehr weit unten, so dass die "Sekundärluft" noch in die primäre Verbrennungszone zutreten würde.

markrü
23.02.2011, 07:04
(...) 1. beruht das Holzvergaserprinzip auf UNvollständiger Verbrennung. Dem Brennstoff Holz wird zuwenig Luft für eine vollständige Verbrennung zugeführt, nur so kann das brennbare Holzgas entstehen und in einer anderen Zone verbrannt werden. Kann mir jemand erklären, wie das Funktionsprinzip der UNvollständigen Verbrennung zu einer vollständigeren Verbrennung als im Normalfall führen soll?
(...)
Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen (siehe Post#7): In einer sauerstoffARMEN Zone wird bei einem idealen Holzvergaserofen das Holz vergast. In einer nachfolgenden sauerstoffREICHEN Zone wird das Holzgas (vollständiger, weil idealerweise mit SauerstoffÜBERSCHUSS und vorgewärmt) verbrannt.



(...) 2. Ob die Luft kalt hinzutritt und direkt in der Verbrennungszone erwärmt wird ODER ob sie von der - aus der Verbrennungszone abgeleiteten - Wärme vorher schon vorgewärmt wird, bleibt sich schlussendlich gleich. Die zur Vorwärmung benutzte Wärme stammt ja auch von der Verbrennung, der sie vorher entzogen wurde. Die Bilanz bleibt immer gleich, das gebieten die Gesetze der Thermodynamik. Anderenfalls müsste irgendwo Energie aus dem Nichts erzeugt werden, was die Energieprobleme der Menscheit lösen würde.(...)
Zur Vorwärmung wird diejenige Wärme verwendet, die ansonsten 'nutzlos' seitlich abgestrahlt werden würde... Ob das im Bushbuddy-Maßstab eine praktische Rolle spielt oder eher die Isolation durch die Doppelwand, sei dahingestellt.



(...) Ich überlege ja auch schon länger, mir nach dem IKEA-Hobo auch mal so einen doppelwandigen Brenner zu bauen. Der bekäme dann die "Sekundärluft"öffnungen aber sehr weit unten, so dass die "Sekundärluft" noch in die primäre Verbrennungszone zutreten würde.(...)
Das dürfte relativ schwierig sein, da die aktive Zuführung - wenn nicht durch einen Ventilator (z.B. http://www.woodgas-stove.com/) - eigentlich nur durch Konvektion erfolgen kann. Und die geht von unten nach oben. Wenn man die Luft dann der primären Verbrennung zuführt, ist es per Definition wieder Primärluft (glaube ich)... ;-)
Lass Dich trotzdem nicht abhalten: Hobobasteln ist super! :bg:


Es geht mir überhaupt nicht darum, das Holzvergaserofenprinzip zu verteidigen oder dessen Nachteile schönzureden! Ich wollte lediglich der sehr gewagten Aussage, der Unterschied zwischen diesem und dem Hoboofenprinzip läge ausschließlich im 'sozio-kulturell-sprachlichen' Bereich, deutlich widersprechen.

Ich glaube, dazu ist jetzt aber auch erstmal alles gesagt... :kapituliere:

Gruß,
Markus