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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [PL] Bieszczady, September 2010 - ein Wisent, Glühwein und Połoniny



Wookasch
21.11.2010, 17:03
Danke an den Mod ;)
Land: Polen
Reisezeit: September 2010

Es hat mich wieder mal, wie jedes Jahr, nach Bieszczady verschlagen.
Hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?47410-PL-Bieszczady-vier-Jahreszeiten-in-einer-Woche) findet ihr meinen Bericht von der Reise im Oktober 2009.


Ich komme in Cisna an und laufe zur Hütte über dem Dorf. Im Vorfeld habe ich bereits erfahren, dass sich der Besitzer geändert hat - jetzt ist es eine junge Frau, die nach dem Touristik-Studium voll frischer Ideen und Energie ist. Wie es sich vor Ort herausstellt, kennen wir uns bereits von anderen Hütten in Bieszczady, wo wir uns paar Mal begegnet sind und wo sie auch Dia-Vorträge gehalten hat.

Die Hütte ist kaum wieder zu erkennen: innen mit schönem Holz renoviert, die Küche bietet leckere regionale Gerichte. Es gibt sogar Hängematten draussen für ein Nickerchen mit dem Blick auf die Berge.

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Ich lasse meinen Rucksack und besuche wie immer den Friedhof im Dorf - hier findet man alte, vergessene Grabsteine, es versetzt mich immer in eine melancholische Stimmung

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Dann ein weiterer Pflichtbesuch: Siekierezada

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Ich trinke ein Glas Wein vom Faß und laufe dann zurück zur Hütte. Wie immer am ersten Abend ausserhalb der Stadt, bewundere ich den sternevollen Himmel

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Beim Abendessen komme ich ins Gespräch mit zwei Studentinnen, die zum ersten Mal in der Gegend sind. Ich erwähne dabei ein Konzert welches ich besuchen will und welches in 2 Tagen in einem Dorf stattfindet. Wir machen aus, uns dort zu treffen.

Dann wird noch spät in die Nacht zusammen gesungen .

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Irgendwann krieche ich in meinen Schlafsack rein und freue mich auf den nächsten Tag - dann geht es endlich los.

Wookasch
21.11.2010, 17:43
Schönes Wetter am ersten Tag der Wanderung wäre wohl zuviel verlangt von den Karpaten-Geistern.
Der Tag wacht vernebelt und verregnet auf.

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Es ist mir aber sowas von egal ;)

Ich will heute eine lange Strecke zurücklegen, für die man ohne Rucksack bei gutem Wetter ca. 9 Stunden braucht.

Ich breche als erster auf, es erwartet mich ein leerer, schöner Wald

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Einige beschreiben diese Strecke als monoton, für mich ist es sehr schön, ich freue mich über den Nebel der den Wald füllt, viele schöne Pflanzen und Pilze.

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Ab und zu läuft man über Wiesen, von hohen Gräsern bewachsen sind

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Immer wieder treffe ich auch auf Exkremente verschiedener Tiere direkt auf dem Weg - ich bin nicht so der Fachmann ;) und versuche zu raten, was es hinterlassen hat. Bei den richtig großen Exemplaren schwanke ich zwischen Braunbär und Wisent und hoffe den nicht begegnen zu müssen.

Auf einmal treffe ich auf ein einfaches Kreuz im Wald. Auf dem Schild steht es: "unbekannte Soldaten, gefallen 1915".

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Man kann sich vorstellen, wie in diesen Wäldern Partisanen und Soldaten gekämpft haben und gestorben sind.
In Gedanken versunken laufe ich nun weiter, es fängt wieder an zu regnen und ich werde langsam müde.
Plötzlich laufe ich gegen einen Wisent auf. Er hat mich nicht vorher gehört und gerochen (wahrscheinlich wegen dem Regen), ich ihn auch nicht - wir sind beide etwas erschrocken.

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Normalerweise sind Wisente eher menschenscheu - vorausgesetzt sie werden nicht überrascht. Das Tier ist riesig, es hängt dan Kopf mit den Hörnern in meine Richtung, bewegt sich aber nicht. Ich stelle fest, diesmal wird es nichts bringen mit Lärm machen und sich bewegen. Mache also schnell ein Foto und gehe laaangsaaam zurück. Er steht weiterhin da und beobachtet mich - erst wenn die Bäume ihn bedecken drehe ich um und atme tief durch :grins:

Nicht weit weg von hier gibt es einen Zeltlager, der während der Sommerferien funktioniert (das ist typisch für die Beskiden, wo es mehrere sog. "Studentische Zeltlager" gibt, die von verschiedenen Unis im Sommer aufgestellt werden). Ich war schon mal da und weiß, es gibt dort auch eine Hütte, die man als Notunterkunft das ganze Jahr nutzen kann.
Der Abstieg ist etwas mühsam - es führt normalerweise auf einem sandigen Pfad, der beim Regen jetzt zur Schlammrinne geworden ist.

Endlich komme ich an der Hütte an:
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Zu meiner überraschung treffe ich dort einige Holzfäller und einen Studenten - der soll alles vor dem Winter packen und aufräumen.
Ich bin naß und müde und gehe erstmal in die Hütte - dort gibt es einen Kamin, an dem ich mich erholen möchte. Dort wartet auch die nächste Überraschung auf mich - die zwei Studentinnen sind auch da.

Ich freue mich, sie zu sehen. Wir sitzen am Kaminfeuer und reden, stellen auch unsere Socken und Schuhe zum trocknen auf. Wie es sich später herausstellen wird - keine gute Idee :hahaa:

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Nach einer Weile gehen wir raus - die Holzfäller bereiten ein Lagerfeuer vor. Es ist auch ein Förster erschienen, der frisch gefangene Forellen und gesammelte Pilze mitgebracht hat. Es gibt dazu mehrere Liter Glühwein, der im Topf am Feuer warm gemacht wird.
Ein traumhafter Abend:

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Wir bedanken uns und gehen schlafen (in einem der großen Gruppenzelte, die noch da stehen). Die Party am Lagerfeuer dauert spät in die Nacht - ich schlafe aber trotzdem sofort ein.

Wookasch
21.11.2010, 18:36
Am nächsten Morgen sieht es an der Feuerstelle wie nach einer wilden Studentenparty aus:

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Überall liegen auch alte Munnitionhülsen herum - die können angeblich in den Wäldern überall gefunden werden. Ich denke kurz an das gesterz gesehene Kreuz.

Wir gehen in die Hütte unsere hoffentlich trockenen Sachen abzuholen. Dummerweise hat ein Mädel die Schuhe direkt am Feuer über die Nacht stehen lassen - nun ist die Ferse ganz durchgebrannt. Dagegen sind meine nun löchrigen nagelneuen Smartwool-Socken nicht so tragisch :bang:
Naja, etwas Powertape, einige Meter Strick - und der Schuh hält :grins: Als ein Zeichen der Solidarität klebt sich der Rest von uns ein Stück Tape auf die Gamaschen

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Dann laufen wir (wieder im Nebel) durch den Wald.

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Wir treffen auch weitere Holzfäller, die mit einem Traktor das Holz aus dem Wald transportieren.

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Nach längerer Wanderung sehen wir einen weiteren Militär-Friedhof im Wald

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Der Text auf dem Schild ist sehr schön, ich bin kein guter Übersetzer aber sowas wie:
"Militärfriedhof 1914-1915
das Licht und das Waldrauschen spielen über diesem Grab
die barmherzigen göttlichen Sterne lauschen der tödlichen Stille"

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Wir machen eine Pause, essen schnell eine Kleinigkeit - es geht weiter, wir haben noch einen Langen Weg vor uns und wollen noch zum Konzert um 19 Uhr.
Nach einiger Zeit kommen wir an Jeziorka Duszatyńskie an (Duszatyn Seen) - zwei kleine Seen, die bei einem Bergrutsch entstanden sind. Es ist schön und still hier.
Und vernebelt, natürlich ;)

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Irgendwann verlassen wir den Wald und nähern uns dem Dorf Duszatyn (es besteht nur aus wenigen Häusern).
Kurz davor sehen wir die von den Holzfällern benutzte Traktors, die zwischen wilden Apfelbäumen stehen. Mit Hilfe eines Stocks und meiner tollen Wurftechnik können wir unsere Vitamin-Vorräte füllen ;-)

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Wir laufen durch Duszatyn durch und weiter durch Preluki - eine Siedlung mit ca. 10 Einwohnern. An einem der Häuser erblicken wir ein Schild: "hausgemachte Pierogi".
Das kommt wie gerufen, wir haben nämlich Hunger und keine Lust jetzt den ganzen Kochkrempel auszupacken. Ein sehr, sehr sympatischer Mann lädt uns ein: für 2,50€ pro Person können wir von ihm, seiner Frau und seinen Kindern gemachte Pierogi haben, als Getränk gibt's selbstgemachten Waldbeerensaft.

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Wir unterhalten uns mit unserem Gastgäber - er erzählt uns von seiner Familie und warum er beschlossen hat, die Stadt zu verlassen und hier zu leben.
Er rät uns auch, nicht den geplanten Weg zu nehmen sondern den Berg umzugehen - wegen Regen soll der Wanderweg kaum begehbar sein. Wir bedanken uns und beschließen trotzdem bei der geplanten Route zu bleiben.
Die nächsten 2 Stunden kann man kurz als "eine Schlammschlacht" beschreiben - der gößste Match, den ich erlebt habe :bg: Aber es hat eigentlich Spaß gemacht :bg:

Wir schaffen es bis zum Hotel, wo das Konzert stattfinden soll. Alle sind gut angezogen und riechen auch nicht schlecht - im Gegenteil zu uns :grins: Wir versuchen möglichst wenig Schlamm reinzubringen ;) und nutzen dann noch die Zeit um uns an einem Waschbecken in ordnung zu bringen.
Nach dem schönen Konzert gibt es ein Buffet - es gibt leckeres Essen und auch viel Kuchen. Während wir unsere Mägen mit den Leckereien füllen werden wir flüsternd von dem Hotelbesitzer nach Einladungen gefragt - wir haben natürlich keine. Es stellt sich heraus, dass wir unbewusst an einer geschlossenen Veranstaltung Teilnehmen :baetsch: Da wir aber eh schon fast fertig waren, entschuldigen wir uns und verlassen das Hotel.
Daraus lernt man, dass man weit mit einem selbstvewussten Auftreten kommen kann - keiner traut sich zu fragen. Jedenfalls solange man nicht am Tisch sitzt :grins:


Draussen regnet es in Stömen. Keiner hat jetzt Lust auf ein Zelt, wir laufen also zu einer Jugendherberge, die es in dem Dorf gibt. Hier erfahre ich auch, dass die Mädels sehr wenig Geld haben und immer die günstigste Option zur übernachtung wählen, um möglichst lange in Bieszczady bleiben zu können.
Der Wirt informiert uns: ein Bett im Zimmer kostet 7,5€, wenn wir auf dem Boden im Essraum schlafen dann 4€. Die Hütte verfügt auch über eine überdachte Terrasse: dort können wir uns auch hinlegen wenn wir wollen - kostenlos. Die Entscheidung ist schnell getroffen, schließlich sind wir hier um die frische Luft und den geräusch des Regens zu genießen ;-)
Lustigerweise finden wir auf der Terrasse eine ausklappbare Couchgarnitur :o
Die Mädels nutzen diese, ich bleibe bei meiner lieben Matte.

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Es tropft zwar etwas durch, wir sind aber in super Laune.
Wir hoffen morgen auf einen trockenen Tag...

Wookasch
21.11.2010, 19:00
Ich wache auf, die Welt ist naß und laut.
"Scheiße, es regnet immer noch".

Wir wollen abwarten, aber einfach so herumzusitzen mach auch keinen Sinn.
Wir beschließen dann uns im Dorf eine orthodoxe Kirche anzuschauen. Die alte, über 200 Jahre alte ist leider 2006 abgebrannt - jetzt ist sie angeblich wiederaufgebaut.

Hier kann man das schreckliche Feuer 2006 sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=rWScrW_4HGY

Auf dem Weg zur Kirche hört es auf zu regnen.
Wir bewundern das neue Gebäude, welches eine genaue Kopie der alten ist.
Diese Kirchen sind Typisch für den Osten. Manchmal sind sie verlassen und verfallen einfach, die meisten werden aber benutzt und gepflegt. Jede hat eine interessante Geschichte zu erzählen, sie sind meistens sehr schön gelegen (meistens auf einem Hügel, umkreist von alten Bäumen). Ich versuche bei jeder Gelegenheit mir welche anzuschauen. So versteht man die Kultur und die Geschichte besser, kann auch der Mentalität der Menschen näher kommen.
Diesmal habe ich auch ein Buch dabei, ein Reiseführer über die orthodoxen Kirchen in Bieszczady.

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Die Tür ist zu.
Wir finden im Dorf aber den Pop, der bereit ist uns über die Kirche zu erzählen und uns auch reinzulassen. Es ist noch nicht alles fertig, aber trotzdem schon beeindrückend. Die östlichen Kirchen sind immer so schön - prachtvoll aber auf eine einfache, ländliche Art!

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Ich bin so beeindruckt dass ich beschließe, den Tag für Besichtigung der Kirchen in der gegend zu Nutzen. Das Wetter ist eh nicht so toll.
Wir verabschieden uns, ich hole meinen Rucksack und laufe vom Dorf zu Dorf.

in Turzańsk, XIX Jh.,
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eine schönes altes Haus in Turzańsk
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in Rzepedź Wieś, erbaut 1824
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Szczawne, erbaut 1888
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Am Abend beschließe ich mit dem Bus wieder nach Cisna zu fahren - ich habe wieder Lust auf Hüttenstimmung. Dort angekommen muss ich laut lachen - die Mädels sind auch da. Wir verbringen wieder einen schönen Abend mit Bier und Gitarre.

Wookasch
21.11.2010, 19:19
Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht besonders toll, aber zumindest trocken.

Ich habe vor, erstmal eine Reise mit einer Wald-Einsenbahn zu machen (diese Dauert ca. 1,5h) und dann den weiteren Tag je anch Wetterlage zu planen.

Die Bahn kommt - ich steige aber nicht ein.
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Es ist Samstag und die Bahn ist voll mit Familien und Touristen. Ich laufe einige Kilometer auf der Straße, wenn ein Auto kommt strecke ich meine Hand mit Daumen hoch aus - ohne Erfolg. Es fängt wieder an zu regnen, ich setze mich resigniert auf dem Rucksack am Straßenrand und will mir einen Tee machen. Und auf einmal hält ein Auto von slebst an - ein jugnes Ehepaar fährt genau in das Dorf, wo ich hin will. :wohoo:
Es stellt sich auch heraus, dass wir aus der gleichen Stadt kommen - so ein Zufall.

Ich steige in Wetlina aus - und wie durch ein Wunder, der Himmel wird klar und blau und die Sonne kommt raus. Sofort weiß ich - heute laufe ich die Połonina Wetlińska!

Nun lasse ich euch mit den Bildern alleine ;)

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Auf einem der Gipfel:

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Chatka Puchatka - die am höchsten gelegene Hütte in Bieszczady
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Nun geht es runter ins Tal mit dem Blick auf Polonina Carynska, die ich morgen laufen will:

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Unter am Parkplatz steht, wie in der Saison hier üblich, ein privater Kleibus - den nehme ich und lasse mich auf einen Paß einige Kilometer weiter weg bringen (kostenpunkt 2,50€). Von dort laufe ich zu einer Hütte. Gerade als ich an einem warmen Suppenteller sitze, kommen die mir inzwischen so gut bekannten Studentinnen rein. Wieder:o

Diesmal schlafe ich nicht so gut - in meinem 8-Bett-Zimmer schnarcht jemand so laut, dass (wie ich am nöchsten Morgen erfahre) es sogar die Leute hören, die neben der Hütte zelten. :ignore:

Wookasch
21.11.2010, 19:27
Heute steht eine meiner lieblingsstrecken an: Połonina Caryńska.

Die Mädels haben eine andere Route geplant, wir trennen uns also wieder.
Noch das letzte "gemeinsame" Foto:

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Das Wetter ist fantastisch, ich genieße die weiten Ausblicke:

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In Ustrzyki angekommen, schlage ich mein Zelt auf einem Campingplatz auf:

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Morgen will ich mit leichtem Rucksack die Bukowe Berdo laufen - eine Polonina, die ich noch nie gesehen habe.

Wookasch
21.11.2010, 19:37
Ich wache früh auf und stelle fest - das schöne Wetter ist vorbei :motz::grrr::bang:

Naja, dadurch werde ich hoffentlich wenige Leute unterwegs treffen.
Die ersten Stunden sind einfach zu beschreiben - bergauf durch den Wald :D

Oben angekommen werde ich vom Wind und Wolken begrüßt. Man sieht nicht viel

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Bukowe Berdo gefällt mir sehr, es zeichnet sich durch viele Felsblöcke aus, die aus dem Gras herausragen.

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Wookasch
21.11.2010, 19:43
Am nächsten Tag reise ich ab.
Diesmal dauert die Fahrt noch länger als sonst - an einem unbewachten Bahnübergang wird ein PKW von unserem Zug erfasst.

Glücklicherweise gibt es keine Opfer, aber unser Zug muss geräumt werden. Wir stehen nun alle im Regen mitten im Nirgendwo.

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Ich verbringe mehrere Stunden mit dem Warten auf Ersatz- und Anschlußzüge, statt einer direkten Fahrt ergibt sich dann eine stressige Anschlusssuche. Ich darf dabei die kuriosität der Polnischen Bahn erleben - die bereits gekauften Tickets werden nicht anerkannt - es herrscht ein leichter Chaos.
Ich versuche einem Deutschen und einem Koreaner, die mit großen Augen um sich schauen ;), alles zu erklären und zu helfen.

Völlig fertig komme ich spät in der Nacht in Poznan an, wo meine Reise erstmal endet.

KONIEC

chrischian
21.11.2010, 21:08
Die Tour ist mindestens genauso schön, wie die von 2009. Einen GPS-Track hast Du nicht zufällig?

Christian

walkingalone
22.11.2010, 07:53
Hallo Wookasch,

bei Deinem Bericht und vor allem bei den Fotos "geht mir das Herz auf"! Vielen Dank dafür, dass Du mein Fernweh mal wieder förderst. :D

ceb
22.11.2010, 13:41
bei Deinem Bericht und vor allem bei den Fotos "geht mir das Herz auf"! Vielen Dank dafür, dass Du mein Fernweh mal wieder förderst. :D

geht mir genauso! dankeschön für den bericht, Wookasch

equipman
22.11.2010, 13:48
Vielen Dank für den super Bericht, das wäre eine Ecke für mich, deshalb ...
-Welches Kartenmaterial hast du benutzt ? / Gibt es markierte Wanderwege ?
-In welchen Abständen kann man Verpflegung auffüllen ?

Wookasch
22.11.2010, 17:59
Die Tour ist mindestens genauso schön, wie die von 2009. Einen GPS-Track hast Du nicht zufällig?

Nein, leider nicht - ich besitze kein GPS.
Ich könnte aber die koordinaten einiger Orte raussuchen die ich hier erwähnt habe, falls du interessiert bist.

Sehr gute Seite (http://gps.bieszczady.pl/trasy.htm), wo du links auf eine Tour klicken kannst und dann ale Details angezeigt bekommst.
Unten links im Menü unter "Trasy - 01-20" und "Waypointy dla tras" kannst du dann die Daten herunterladen.

Hier (http://www.bieszczady.pl/?newsID=3891) gibt es eine Liste einige Orte, Gipfel, Pässe und wichtiger Objekte




Vielen Dank für den super Bericht, das wäre eine Ecke für mich, deshalb ...
-Welches Kartenmaterial hast du benutzt ? / Gibt es markierte Wanderwege ?

- Wanderwege - es gibt viele Markierte, die in Polen mit verschiedenen Farben im Gelände sehr gut markiert sind (schon fast zu gut). Im Nationalpark darf man nur auf den Markierten wegen unterwegs sein.

- Karten: die beste die ich kenne (und ich besitze einige) ist die vom Verlag "Ruthenus"; die laminierte Version kostet ca. 4€

http://ruthenus.pl/main.php?podstr=sklep_opis&id_produktu=46

Die ist auf den ersten Blick etwas überfüllt - sie beinhaltet viele regional (oft nicht mehr) benutzte historische Namen der Landschaftsteile, Orte usw.

Falls du interesse hast kann ich beim nächsten Besuch in Polen dir eine Kaufen und die dann aus Berlin schicken.


Hier (http://www.bieszczady.net.pl/mapabieszczadywysokie.php) kann man eine andere Karte dieses Verlags sich anschauen (der südliche Teil von Bieszczady, sog. Hohe Bieszczady)

Hier gibt es weitere Karten online - finde ich nicht so bequem, aber evtl. bringt das was

Ost-Bieszczady (Ukraine) (http://www.bieszczady.net.pl/mapawschodnie.php)


Westteil der Polnischen Bieszczady (http://www.twojebieszczady.pl/mapa-on/biesz1.php)

Ostteil (http://www.twojebieszczady.pl/mapa-on/biesz2.php)

noch eine Karte (http://www.twojebieszczady.pl/mapa-on/biesz4.php
)



-In welchen Abständen kann man Verpflegung auffüllen ?

guckst du hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?47410-PL-Bieszczady-vier-Jahreszeiten-in-einer-Woche&p=756481&viewfull=1#post756481) ;)

chrischian
22.11.2010, 18:14
Nein, leider nicht - ich besitze kein GPS.
Ich könnte aber die koordinaten einiger Orte raussuchen die ich hier erwähnt habe, falls du interessiert bist.

Sehr gute Seite (http://gps.bieszczady.pl/trasy.htm), wo du links auf eine Tour klicken kannst und dann ale Details angezeigt bekommst.
Unten links im Menü unter "Trasy - 01-20" und "Waypointy dla tras" kannst du dann die Daten herunterladen.

Hier (http://www.bieszczady.pl/?newsID=3891) gibt es eine Liste einige Orte, Gipfel, Pässe und wichtiger Objekte



Danke, das reicht fürs erste :)

MartinP
22.11.2010, 19:00
Hi,

vielen Dank für den Bieszczady Bericht!

Als kleine Inspiration ein Foto der Karte der Ski-Langlauf
Strecken in Wetlina/Bieszczady.http://farm4.static.flickr.com/3115/2555837252_ae3ce8f792_z.jpg (http://www.flickr.com/photos/papemartin/2555837252/sizes/l/in/set-72157605464553445/)
Das Bild ist schon von 2005. Da Ski-LL hier populär geworden ist, gibt es
da sicher schon viel mehr jetzt.
Hoffe, das ich diesen Winter es dorthin schaffe (ist auch von Warschau aus
eine Tagesreise...).

Grüße - Martin

equipman
22.11.2010, 20:46
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


- Karten: die beste die ich kenne (und ich besitze einige) ist die vom Verlag "Ruthenus"; die laminierte Version kostet ca. 4€
Falls du interesse hast kann ich beim nächsten Besuch in Polen dir eine Kaufen und die dann aus Berlin schicken.
Das wäre natürlich erste Sahne. Laminiert (sind die noch faltbar ?) in 1.50.000 (pro Karte 4 € ?) wäre super. Wieviel Karten sind nötig, um den ganzen Nationalpark abzudecken ?

chrischian
23.11.2010, 07:30
Das Bild ist schon von 2005. Da Ski-LL hier populär geworden ist, gibt es
da sicher schon viel mehr jetzt.

Das ist ja ein interessanter Gedanke. Wookasch, weißt Du wie es da im Winter aussieht? Die Frage ist auch, ob die Hütten offen haben. Oft ist es so, das in der Nebensaison viele Hütten geschlossen sind.

chrischian
03.03.2011, 09:49
Passend zur Jahreszeit gibt es auf zeit.de einen interessanten Artikel (http://www.zeit.de/2011/08/Polen-Schneeschuhwandern) zum Bieszczady-Nationalpark.