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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : No-Name/Billig Teleskop-Stöcke



puck73
19.05.2004, 21:40
Da ja doch des öftern schon nach der Tauglichkeit von Teleskopstöcken gefragt wurde, möchte ich hier mal einen kurzen "Erfahrungsbericht" reinstellen.
Gegenstand: Teleskopstöcke mit Dämpfung im Griff von Plus für 19,99 Euro
Gewicht: ca. 700 g, also nicht gerade wenig.
Die Dämpfung fand ich recht ungeschickt, da sich der Griff immer wieder gedreht hat, und damit die Dämpfung an bzw. abgestellt hat.
Die Stahlspitze fand ich nicht schlechter als die Vidiaspitze die in anderen Stöcken verbaut werden, wäre aber nicht auszutauschen gewesen.
Haltbarkeit: unter aller Sau! Bin gestern damit im Zahmen Kaiser unterwegs gewesen, und es kam wie es kommen musste, an einer recht steilen Passage ist mir der talseitige Stock weggeknickt, und ich bin ca. 5-6 m den Abhang runtergestürzt. Bis auf ein paar Prellungen, Schnitte und Kratzer ist nichts passiert, hätte aber anders ausgesehen, wenn kein Schnee dagewesen wäre.

Ich für meinen Teil werde in Zukunft lieber etwas mehr investieren, und mir Stöcke von einem namhaften Hersteller holen.

Zumindest hat mir Plus das Geld wieder zurückerstattet. Aber auch nur, weil ich den Kassenzettel noch hatte.

Snuffy
20.05.2004, 01:52
Sicher das der Kassenzettel entscheident war? Immerhin sind solche Artikel dann exklisiv nur dort erhaeltich.

Ist der Stock gebrochen(geknickt) oder wie soll ich das verstehen. Wenn ja bei normaler Belastung von oben?

Snuffy

downunder
20.05.2004, 08:53
Das deckt sich ja mit Tests von Leki. Dabei ist herausgekommen, dass die billigen Stöcke nicht etwa 100kg oder mehr halten wie es bei Leki angeblich der Fall ist, sondern teilweise schon bei 25kg knicken. Ist doch irgendwie erschreckend...

Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass jeder auf den Trend-Wander-Zug aufspringt, aber dann sollen Aldi und Co. doch lieber bei Artikeln bleiben, die keine Sicherheitskomponente beinhalten. Ich will nicht wissen wieviele Turnschuhwanderer sich solche Stöcke zulegen und dann einfach mal auf die höchsten Berge steigen in der Gewissheit, einen sicheren Stock vor sich her zu tragen...

puck73
20.05.2004, 11:30
Der Stock ist nicht gebrochen, sondern "nur" verbogen. Hatte einen schönen 45 Grad Winkel ergeben. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, dass ich mir beim Abknicken des Stockes vielleicht noch die scharfe Knickkante sonstwo hätte reinrammen können ... *schauder*
Ist passiert, als ich mich beim Bergabgehen draumit abgestützt hatte. Sicher nicht ganz exakt von oben, aber halt so, wie man einen Stock halt zum stützen benutzt.
Ich selber wiege ca 80-85 kg, aber ich denke nicht, dass ich es irgendwie geschafft hätte, das gesamte Gewicht auf den Stock zu legen, also würde mich das mit den 25 kg nicht wirklich wundern.
Jetzt hoffe ich mal, dass mir das mit meinen nächsten Stöcken (ja, es werden Leki) nicht passieren wird.

Und, ja, ohne Kassenzettel wäre nichts zu machen gewesen, egal wie exclusiv der Artikel ist.

Steffen Schwientek
22.05.2004, 15:03
Mir wurde bislang noch in keinem Outdoorladen erlaubt, einen wirklichen Belastungstest mit Stöcken zu machen.
Sorry, aber für mich kämen Stöcke nur bei Flußüberquerungen in Frage. Und dann muß ein Stock schon mal einiges aushalten.

Von daher wäre ich mit einer Aussage: "Teurere Stöcke halten mehr aus" sehr vorsichtig

Steffen

Dominik
22.05.2004, 15:23
Das finde ich allerdings schon ziehmlich heftig (hab vorher von den Tests nichts gewusst).
Ich würde "Plus" einen Brief schreiben und sie auffordern die Stöcke als "unggeignet für Bergwanderungen!" o.ä. zu kennzeichnen.

Gruß
Dom

puck73
22.05.2004, 18:16
Gute Idee. Bin mal gespannt ob ich ne Reaktion (ausser dem Autoresponder) drauf bekomme!

ogi
22.05.2004, 22:29
Mir wurde bislang noch in keinem Outdoorladen erlaubt, einen wirklichen Belastungstest mit Stöcken zu machen.
Sorry, aber für mich kämen Stöcke nur bei Flußüberquerungen in Frage. Und dann muß ein Stock schon mal einiges aushalten.

Von daher wäre ich mit einer Aussage: "Teurere Stöcke halten mehr aus" sehr vorsichtig

Steffen

Stimmt, mir sind auch schon teure Markenstöcke ( Leki ) zerbrochen. Allerdings nach längerem Einsatz.
Teleskopstöcke halten bauartbedingt einfach nicht viel aus, daß sollte jeder wissen. Zweiteilige sind schon wesentlich besser als Dreiteilige.
Wirklich haltbare Stöcke würden das dreifache wiegen, so einfach ist das.
Das Hauptargument für teurere Stöcke sind eigentlich nur die meist besseren Griffe und evt. bessere Verschlußsysteme (GripOn). Belastbarer sind sie aber nicht.

Hawe
23.05.2004, 09:22
>Belastbarer sind sie aber nicht

Das timmt so natürlich nicht: sie sind schon deutlich haltbarer, dazu gibt es diverse Tests zwar unter Laborbedingunge, aber trotzdem gültig.
Klar geht alles kaputt, wenn es ausgiebig genutzt und belastet wird. Fragt sich nur: wie schnell, und "wann".
>Mir wurde bislang noch in keinem Outdoorladen erlaubt, einen wirklichen Belastungstest mit Stöcken zu machen

Ich glaube nicht, dass der Vergleich zu sehr hinkt: welcher Autohändler erlaubt Euch denn, selber einen Crashtest mit seinen Wagen zu machen, weil ihr denen des TÜV oder der Industrie nicht traut...

Und warum sollte Plus oder wer sonst von den Billig-Schrott-Anbietern auf die Stöcke schreiben müssen "Nicht für Bergtouren geeinget" ? Sind wir jetzt schon so bräsig im Kopf wie die Amis, denen per Aufkleber auf der Mikrowelle beigebogen werden muss, diese nicht zum Trocknen gewaschener Haustiere zu nutzen ? Ist doch irgendwie völlig einsichtig, dass Ausrüstung, die derart viel billiger als "Fachware" ist, nicht vergleichbar sein kann. Selbst den "Markenfaktor" schon berücksichtigt.

Lästerliche Grüsse
Hawe

Becks
23.05.2004, 11:19
Ich hab über Stöcke schon mal einen Test gefunden (Alpin ? Outdoor ? k.a.). Dort wurden gnadenlos Stöcke belastet bis sie aufgaben. Die renomierten Hersteller (Leki, Komperdell) hatten allesamt Stöcke die wirklich auch bei einem Schlag mit 100 kg Belastung sich nicht zusammenschoben oder wegknickten.

Meine alten Leki jedenfalls haben bisher alle mitgemacht - inklusive 3 Wochen Korsika wo ich mit 30 kg Gepäck unterwegs war. Da sie jetzt doch langsam aufgerieben sind hab ich einneues Paar geholt. Wieder dreiteilige Stöcke von Leki aber dieses Mal aus versehn (Ebay halt) mit Schnellverschluß im unteren Segment (Segment wird per Kugel arretiert ).
Sobald etwas Geld da ist wird der Mist sofort ersetzt, ich will einen Drehverschluß.

Grund:
Ist das obere Segment nicht sauber verschraubt schiebt sich der Stock zusammen. Dabei wird der Arretierungsmechanismus mit der Kugel ebenfalls gelöst - der Stock geht also nicht um 10 oder 20 cm zusammen sondern gleich mal auf die minimale Größe. Schrott.
Was mich auch nervt: ich kann das untere Segment nur komplett ausgefahren benutzen. Hatte aber schon ein paar Mal so steilen Sulzschnee daß ich gerne die Stöcke nur ganz wenig verlängert benutzt habe (als Eispickelersatz). Das ist mit den neuen Dingern nicht möglich.
Wird daher lapidar ersetzt.

Sehr gut finde ich allerdings der verlängerte Griff an den Stöcken. So kann ich die Griffhöhe ziemlich muskelschonend varriieren - ist vor allem bei Hangquerungen mit Skiern / Schneeschuhen sehr angenehm.


Alex

Hawe
26.05.2004, 11:10
Wen´s interessiert: bin zufällig auf den Ausdruck eines TÜV-Bayern-Test zu Trekkingstöcken gestossen, der einges an Info zu Billig vs. Markenstöcke liefert

http://www.sackundpack.de/shop/Leki/stocktest.shtml

Ist ziemlich aufschlussreich ! Bin mal gespannt auf die angekündigten weiteren Erläuterungen -so kann ich mir zwar einiges herausinterpretieren, mich würde aber mehr interessieren.
Gibt es zu diesem Test auch einen Link zum TÜV ? Frage an die Surf- und Finde-Könige...
Gruss hawe[/img]

Corton
26.05.2004, 13:24
http://www.sackundpack.de/shop/Leki/stocktest.shtml
:shock:

Alles (incl. Komperdell) außer Leki ist Kernschrott? Ich werde in Zukunft wohl besser keine Tschibo Trekkingstöcke mehr verschenken... :roll:

Corton

tsfc
26.05.2004, 13:24
vom Alpenverein gibt es einen Testbericht. Meine zwar, hier im Forum schon einmal einen Link dazu gesehen zu haben, aber hier (http://www.alpenverein.de/amicaro/database/pdf/pdf995.pdf) ist er dann eben noch einmal ....

T.

Hawe
26.05.2004, 14:47
Danke tsfc
der Test ist ja mit ausführlicheren Erläuterungen noch verständlicher. Die Aussage scheint die gleiche zu sein.
In diesem Test sehe ich jetzt nur Markenstöcke, und dabei schneidet die neue Generation von Leki auf den ersten und zweiten Blick immer als Beste ab.
Komperdell weigerte sich sogar, an einem Test teilzunehmen...ts ts ts
Weiss denn jemand, ob deren angekündigte neue Stöcke inzwischen auf dem Markt sind ?
Wenn ja, werden sie ja noch nicht getestet worden sein.
Oh, und anderes Problem: wollte mir den DAV-Test ausdrucken, mein Drucker spinnt aber beim Druck der pdf-datei. Hat jemen eine Quelle zu diesem Artikel in "normalem" Format ?
Hawe

Flachlandtiroler
26.05.2004, 14:52
Ob es da wohl auch eine Untersuchung eines österrreichischen Alpen- oder Überwachungsvereins gibt? :roll:
"Black Diamant" ist eigentlich nicht als Schleuderware verschrien und Leki wahrscheinlich der einzige bayrische Anbieter im Testfeld...

daywalker
26.05.2004, 15:28
Hi !


ich kann das untere Segment nur komplett ausgefahren benutzen. Hatte aber schon ein paar Mal so steilen Sulzschnee daß ich gerne die Stöcke nur ganz wenig verlängert benutzt habe (als Eispickelersatz). Das ist mit den neuen Dingern nicht möglich.


Leki gibt auf seiner Website an, dass nur volle Stabilität gegeben ist, wenn das untere Segment vollständig ausgefahren ist.

http://www.leki.de/html/content.php?lang=de&folder=20&dataentry=8

Viele Grüsse

Carsten