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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann ein Rucksack zu groß sein?



Bibo
10.10.2010, 19:38
Hallo zusammen,

vielleicht klingt diese Frage für Profis etwas seltsam. Aber als Anfänger weiß ich kaum einzuschätzen, wie groß ein Rucksack sein sollte.
Ich möchte nicht bei der zweiten oder dritten Tour schon einen neuen Rucksack kaufen müssen, bloß weil ich den ersten zu klein gekauft habe.

Ich habe mich also bei Rucksäcken um die 80l umgesehen, wobei jemand aus meinem Freundeskreis, der sich ein bisschen besser auskennt, schon schmunzeln musste, das sei ja ziemlich groß. Daher meine (zusammenhängenden) Fragen:

-Kann ein Rucksack zu groß sein? Wenn er auf meine Rückenlänge passt, dann ist doch alles okay, oder nicht? Ich bin immerhin knapp 1,90m.

-Wer sagt denn, dass ich den auch bis an den Rand voll packe? Irgendwie hab ich lieber etwas Reserve. Wenn der Rucksack 10 Liter mehr fassen könnte, aber nicht vollgepackt ist, sollte das doch keinen Unterschied machen, oder doch?. (Außer dem minimal anderen Gewicht des Rucksacks selbst, aber das sind bei meinem momentanen Favoritenmodell 280g Unterschied zur nächst kleineren Variante)


Grüße
Dominik

kuroiya
10.10.2010, 19:45
Kommt natürlich schon ein wenig drauf an, wofür du den Rucksack benutzen möchtest. Für Touren <= 5 Tage wär sowas auf alle Fälle zu gross. Wenn du viel Hüttentouren unternimmst, ist er ebenfalls einiges zu gross.

Aber vielleicht beschreibst du ja erstmal selbst, wozu du den Rucksack nutzen möchtest?

Gruss,
Dani

Lotta
10.10.2010, 20:00
Hallo Dominik,
zu groß ist natürlich besser als zu klein, aber birgt auch die Gefahr, dass man dazu tendiert zuviel mitzunehmen.

Wie groß ein Rucksack sein muss, hängt zum einen von der Länge und Autarkie deiner geplanten Touren (entsprechend mehr oder weniger Brennstoff und Nahrung), als auch deiner vorhandenen/geplanten Ausrüstung ab.
Da du groß bist, wirst du einen entsprechend großen Schlafsack, Matte und Kleidung benötigen.

Wenn du bereits die Volumenfresser (Schlafsack, Zelt, Matte, Regenzeug) besitzt, würde ich dir empfehlen, alle Tourgegenstände in eine Sporttasche zu packen und mal den örtlichen Outdoorhändler aufzusuchen. Dort hast du die Möglichkeit Rucksäcke verschiedener Volumina Probe zu packen, so siehst du schon in etwa, welche Größe die Richtige ist (wenn du einige Gegenstände noch nicht hast, gibt's beim Händler ja ebenfalls geeignete Probepackstücke)

Mein Rucksack ist ein 45-Liter-Rucksack: mit Wasser, Nahrung und dem ganzen anderen Gerödel recht knapp. Ich habe mich damals für den Rucksack entschieden, da er mir am besten passte. Die restliche Ausrüstung habe ich entsprechend volumenorientiert kaufen müssen (empfinde ich jetzt nicht als Nachteil, ist aber aufwendig). Packen ist immer noch ein Tetris-Spiel, längere autarke Touren kann ich mit dem Rucksack auch nicht unternehmen.

Ich würde dir (ohne jetzt genauere Details zu kennen) zu einem 65-Liter Rucksack raten. Für Touren im Sommerhalbjahr solltest du dort die Ausrüstung und Nahrung gut unterbringen können, ohne extrem auf das Packvolumen deiner Ausrüstungsgegenstände achten zu müssen.


Liebe Grüße
Lotta

Bibo
10.10.2010, 20:02
Aber vielleicht beschreibst du ja erstmal selbst, wozu du den Rucksack nutzen möchtest?

Zuallererst soll es in Richtung Bohusleden gehen. Danach gerne Touren in Irland oder Südengland.
Wie gesagt, bei dem ganzen Zeug, was man sich anschaffen muss, will ich nicht auch noch doppelt kaufen. Ein bisschen Reserve schadet nicht, aber ich will auch nicht grundsätzlich mit einem 2/3 gefüllten Rucksack rumlaufen.

Mitgenommen werden soll im großen und ganzen Folgendes: Klamotten, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kochset, Wasserfilter, Trinksystem 3l, Nahrungsmittel. Ich hatte zuerst an 7-8 Tage für die erste Tour gedacht.
Achja: wir wären zu zweit, man könnte also Sachen aufteilen, ich möchte meiner Freundin aber nicht zu viel Gewicht zumuten. Sie soll hauptsächlich ihre "eigenen" Sachen tragen, also Klamotten und Schlafequipment. Vielleicht noch die Zeltstangen. Aber Essen und sowas wollte ich übernehmen.

Fjaellraev
10.10.2010, 20:02
Zu gross kann ein Rucksack, bei passender Rückenlänge, eigentlich aus zwei Hauptgründen sein:
Er lässt sich nicht mehr so verschliessen und mittels Kompressionsriemen verkleinern dass der Inhalt fixiert wird. Einfach unangenehm wenn das Zeug sich nicht stillhält. Stellt sich aber eher bei halbvoll und weniger ein.
Man nimmt mehr mit als man eigentlich will. Es passt ja noch rein und wäre ganz praktisch. ;-) Der Rucksack wird dadurch einfach verdammt schwer... Gerade als "Anfänger" ist da die Verlockung gross.

Ein eher zu kleiner Rucksack hat den Nachteil dass man immer sehr gut packen muss und nicht spontan was rausnimmt. (65l plus Seitentaschen muss bei mir für 3 Wochen (Auch ohne Proviantnachkauf) reichen - Der nächste Rucksack (Irgendwann in den nächsten 20 Jahren...) wird wohl eine Nummer grösser)

Gruss
Henning

kuroiya
10.10.2010, 21:20
Hi Dominik,

für deine geplanten Touren denke ich, ist ein 65l-Rucksack schon ausreichend - aber wie es bereits erwähnt wurde, ist es immer besser, es gleich mit deiner restlichen Ausrüstung zu probieren, ob sie in den Rucksack passt. Falls es am Anfang einer Tour etwas knapp mit dem Platz wird, gibt es meist Gegenstände (z.B. Isomatte, Aussenzelt + Gestänge) die gut aussen am Rucksack fixiert werden können. Dann musst du nur gucken, dass du eine Regenhülle hast, die gross genug ist, um alles abzudecken.

Wenn dir der grössere Rucksack besser passt, dann nimm den - aber du kannst dich ruhig auch bei den 65-er Modellen rumgucken, ob du was Angenehmeres findest. Viel weiter runter würd ich nicht gehen, sonst kommst du schnell in den Bereich, wo du Probleme bekommst, sobald du mal doch 2 Wochen weggehen willst oder bei anderen Ausrüstungsteilen umrüsten musst.

Gruss,
Dani

Bibo
10.10.2010, 21:25
Hi Dominik,

für deine geplanten Touren denke ich, ist ein 65l-Rucksack schon ausreichend - aber wie es bereits erwähnt wurde, ist es immer besser, es gleich mit deiner restlichen Ausrüstung zu probieren, ob sie in den Rucksack passt. Falls es am Anfang einer Tour etwas knapp mit dem Platz wird, gibt es meist Gegenstände (z.B. Isomatte, Aussenzelt + Gestänge) die gut aussen am Rucksack fixiert werden können. Dann musst du nur gucken, dass du eine Regenhülle hast, die gross genug ist, um alles abzudecken.

Das sehe ich alles ähnlich. Aber die Kernfrage hat noch keiner angetastet. Gibt es tatsächliche Nachteile im Sinne des Tragekomforts, wenn ich einen großen Rucksack nehme?
Die Gefahr, dass ich zu viel mitnehme, ist natürlich gegeben. Aber ich finde es irgendwie sinnvoller, sich eine Gewichtsgrenze, statt einer Volumengrenze zu setzen.
Und bevor ich jetzt anfange alles außen dran zu knoten, stelle ich es mir komfortabler vor, wenn das meiste reinpasst. (Außer dem Zelt natürlich :-)).

kuroiya
10.10.2010, 21:40
Nachteile sind grösseres Gewicht und möglicherweise schlechtere Rückenlüftung: es ist wahrscheinlich, dass durch den grösseren Rucksack auch einen grösseren Teil deines Rückens abgedeckt ist. Bei den Lüftungssystemen macht es wohl sonst keinen so grossen Unterschied, ob du n 65l oder n 80l- Rucksack hast - ich denk, man merkt bei beiden nicht wirklich was davon.
Das könnte anders sein, wenn du deine 7 Sachen in einen 45-50l Rucksack quetschen kannst, da gibt es ja diverse Lüftungssysteme. Ich möchte noch anmerken, dass wenn du dann irgendwie n kleinen Rucksack, kleines Packvolumen aber grösseres Packgewicht als Kombo hast, das ganze schnell unangenehm zu tragen wird (kleinere Rucksäcke sind oft nicht so dolle gepolstert in der Hüftgegend).

Ergo: in dem Volumenbereich, den du anstrebst, sollte der einzige Nachteil ein paar Gramm mehr Tragegewicht sein - und du wirst für kürzere Touren wahrscheinlich dann lieber einen zweiten Rucksack nehmen, während du wohl ein bischen Luft für etwas längere Touren hast.

Ich hoffe, das konnte deine Frage beantworten.

Gruss,
Dani

Sapbattu
10.10.2010, 21:58
die größte frage ist, wie volumenlastig deine ausrüstung ist. tendenziell ist 65+X schon eine gute größe. allerdings kann das auch ein wenig wenig sein gerade dann wenn du für mehrere tage dazu kommen.

nur kurz meine anregung

JoBi
12.10.2010, 23:31
Mitgenommen werden soll im großen und ganzen Folgendes: Klamotten, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kochset, Wasserfilter, Trinksystem 3l, Nahrungsmittel. Ich hatte zuerst an 7-8 Tage für die erste Tour gedacht.



Für diese Packsachen habe ich meinen Rucksack auch konzipiert und mich für den Deuter Aircontact pro 60 + 15 (60 Liter + 15 Liter) entschieden.
Die Variante 50 + 15 wäre auch ausreichend gewesen, aber ich wollte noch etwas Spielraum offenhalten.

Gruß
JoBi

Roene
13.10.2010, 01:30
Um deine Frage zu beantworten: Nein!

Selbst meinen 90 Liter Rucksack kann ich weit genug komprimieren, dass ich ihn für eine Tagestour (z.B. vom Zelt aus) nutzen kann. Das ganze sieht dann vielleicht ein bisschen komisch aus, der Tragekomfort ist aber gewohnt sehr gut.

Ich habe auch mein Zelt im Rucksack, da jedes Teil, was außen hängt den Tragekomfort verschlechtert. Denn entweder zieht der Rucksack zu sehr nach hinten oder er wird zu kopflastig.

Kaufe dir daher einen gut zu komprimierenden, nicht zu schweren 70+ Liter Rucksack (z.B. Osprey Aether (http://www.ospreypacks.com/Packs/2010AetherSeriesMens/Aether70/)) und du wirst glücklich ;-). Willst du später auch mal alleine für 2-3 Wochen los, das Klima ist kühl und du hast ein "bisschen" Fotoausrüstung dabei, dann darf der Sack auch eine Nummer größer sein. Außerdem ist es doch schön, wenn noch Platz für Brot, Käse und eine Flasche Rotwein ist.

Gruß, Roene