PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [USA] Sommer 2010: 9 Wochen Trekking in Alaska mit Packraft: Wrangell St. Elias & Denali



Libertist
08.10.2010, 16:58
Als ich im letzten Jahr im Rahmen meiner dreimonatigen Reise durch die Rocky Mountains in Kanada und den USA auch den Kluane National im Yukon für zwei Wochen lang durchstreifte [Reisebericht] (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?36992-CA-US-81-Tage-Trekking-in-den-Rocky-Mountains), bekam ich Lust auf mehr. Da, wo es keine Wege mehr gibt, wo man kilometerweit von der nächsten Straße, dem nächsten Dorf und dem nächsten Menschen entfernt ist, wo man 200 Kilometer gehen kann, ohne auch nur eine Fußspur zu kreuzen, wo man sich der Gefahr von wilden Tieren und reißenden Flüssen ausgesetzt fühlt und gänzlich auf die eigenen Fähigkeiten, die Ausrüstung und Erfahrung angewiesen ist… da beginnt mein Abenteuer. Aus diesem Grund sollte die große Reise in diesem Jahr nach Alaska gehen, nachdem ich den Juli im Kaukasus verbracht habe [Reisebericht] (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46569-GE-Juli-2010-4-Wochen-Trekking-im-Kaukasus-%28Georgien%29-Kazbek-Besteigung).

Zunächst ein paar Bemerkungen zur Idee und Planung. Beides, die Idee sowie die Planung, entsprang meiner Feder. Mitreisende waren Christian, mit dem ich nun schon öfter unterwegs war und meine Freundin, die nicht noch einmal einen ganzen Sommer auf mich warten wollte und deshalb mitkam.
Beim näheren Beschäftigen mit der Geographie Alaskas wurde meine Aufmerksamkeit schnell auf den Wrangell St. Elias National Park gelenkt: der größte Nationalpark der USA, für dessen Erkunden keine Genehmigungen nötig sind, in dem keine Bear Canisters vorgeschrieben sind, in den man sich für eine Mehrtagestour per Bush-Plane hineinfliegen lassen müsste. Oder anders gesagt: ein Park, der aufgrund seiner Größe, seiner Wildheit und dem Fernbleiben der Touristen-Scharen (wie man sie in der Hauptsaison vom Denali kennt) für mich geradezu prädestiniert ist. Aber was kann man in dem Park machen? Zwei „Gravel Roads“ führen in den Park, beide enden nach ca. 70 Meilen und bieten keine guten Ausgangspunkte für längere Trips. Und sich irgendwo hinfliegen und zwei Wochen später woanders wieder abholen zu lassen, kam mir einerseits zu unkreativ und einfach, andererseits auch zu teuer vor. Nach stundenlangem Studieren der Gegebenheiten in dem Park (eine National Geographic Karte davon bekam ich von meiner Freundin zum Geburtstag geschenkt) kam mir die zündende Idee: warum nicht die Enden beider Straßen verbinden und von Nabesna nach McCarthy marschieren? Naja, es gab einige sehr große Flüsse zu überqueren und die Distanz von geschätzten 320 Kilometern würden wir unter den dort herrschenden Bedingungen nicht in 2 Wochen bewältigen können. Aber vielleicht gab es Lösungen.
Um nicht hetzen zu müssen und nebenbei noch genug Zeit für zwei oder drei Pausentage sowie ein paar Bergbesteigungen zu haben, schätzte ich die benötigte Zeit für die Distanz auf 4 Wochen. Das würde einen „food drop“ nötig machen: zumindest meine Freundin ist ganz sicher nicht in der Lage, Essen für 4 Wochen im <a target="blank" title="Rucksack im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Rucksack">Rucksack</a> zu tragen. Also organisierten wir mit „Wrangell Mountain Air“ eine Essenslieferung per Bush-Flight: wir würden in Anchorage Essen für 2 Wochen zu denen schicken und sie bringen es uns zu einem vereinbarten Ort, so bald wir mit unserer „Custom Message“ des „SPOT GPS Messager“ das entsprechende Signal senden. Bleibt das Problem der Flussquerungen. Übers Internet und einige Weiterleitungen konnte ich Kontakt zu einem Führer dieses Parks aufnehmen, der genau die von mir angedachte Strecke schon mal gelaufen ist. Er wies mich darauf hin, dass das Überqueren einiger Flüsse (insbesondere des Nabesna und Nizina) ohne Boot unmöglich sei! Einige Wochen später gaben wir in Anchorage 3 Alpacka Rafts inklusive Zubehör in Bestellung. Außerdem schrieb der Guide: "I have since walked a continuous ring around the entire Wrangell mountains, as well as many many other adventures in the Park and in other places in Alaska. I will tell you that it is unlikely that anything you've done before will truly prepare you for a trek from Nabesna to McCarthy, and this trip may be much more than you bargained for", was meine Lust auf diese kleine Expedition noch steigerte.
So viel zu dem August-Vorhaben. Vom September erhofften wir uns, dass ein früher erster Schnee die Touristen aus dem Denali blasen würde, so dass wir uns diesen Park auch noch anschauen können. Allerdings war ich mit der Planung für den August in den Wrangells so beschäftigt, dass wir uns darauf einigten, im Denali spontan zu entscheiden, was genau wir machten. Nebenbei musste ich ja noch ein wenig studieren.

Der Plan war also einfach: August im Wrangell St. Elias NP, September im Denali. Hinflug am 1. August, Rückflug am 30. September. Und los geht’s.


http://www.youtube.com/watch?v=I70kIqF8TPA

Wrangell St. Elias NP Part I: Ankunft und Trampen zum Jack Lake (Ausgangspunkt), 3 Tage

Nachdem wir am ganz frühen Morgen des 1. August aus Georgien aufgebrochen sind, landeten wir in Frankfurt zwischen und fanden uns rechtzeitig im Condor Flug nach Anchorage wieder. Eine Dusche gab es zwischen den Reisen nicht, aber für wie viele Wochen der Mensch wirklich ohne Dusche auskommt, sollten wir später in Alaska erst noch erfahren ;-) … Wir flogen also über die vom Packeis noch nicht erlöste Beringsee und landeten in Anchorage. Am selben Tag noch holten wir unsere lang ersehnten Boote ab (wir bezahlten bereits im März, da der Kurs da noch besser stand). Nach einer Nacht in einem Waldstück der weitläufigen Stadt, einem Großeinkauf am nächsten Morgen (wir mussten ja Nahrung für 4 Wochen besorgen!) und einem Sub begannen wir mit dem Trampen in Richtung Slana, Nordseite des Parks. Am selben Tag schafften wir es noch weit aus Anchorage hinaus und schlugen die Zelte an einem Fluss nahe am Highway auf, wo wir den ersten richtigen Alaskaner kennenlernten: einen alleinstehenden älteren Mann, der sich als Jäger in einer abgeschiedenen Hütte 100 Meilen nördlich von Fairbanks weitgehend autark ernährt und nur hin und wieder Geld mit dem Angeln verdient. Am nächsten Tag schafften wir es mit einigen bisher ungewohnten Rides tatsächlich bis zum Jack Lake. Unser Plan war, doch nicht weiter bis zum Straßenende Nabesna (eine frühere Goldmine) zu fahren, sondern schon eher zu beginnen: am Jack Lake wollten wir uns erstmalig mit den Booten vertraut machen, bevor wir wenig später den riesigen Nabesna River zu überqueren hatten. Wir kamen spät am Abend an, ließen uns aber eine erste kurze Testfahrt mit den nigelnagelneuen Packrafts nicht nehmen.

http://www.abload.de/img/img_17784pwo.jpg

http://www.abload.de/img/img_1798bqsa.jpg

http://www.abload.de/img/img_18261qil.jpg

http://www.abload.de/img/img_18350q9r.jpg


Wrangell St. Elias NP Part II: Jack Lake – Nabesna River – Cooper Pass – Chisana, 14 Tage

Am nächsten Morgen paddelten wir über den See, der am Ende in einen breiten, langsam fließenden Bach mündete, welcher wiederum nach vielen Kilometern in den Nabesna fließt. Alles schien prima zu funktionieren. Doch der Bach wurde immer enger und es hingen immer Bäume hinein. An vielen Stellen war das Ufer ausgespült, Bäume lagen im Wasser, unter der Wasseroberfläche oder direkt darüber. Diese Gefahrenstellen waren aufgrund der engen Windungen kaum rechtzeitig zu erkennen: ich bin voraus gefahren und habe es immer geschafft an allen Hindernissen vorbeizupaddeln. Meine Freundin nicht: am späten Nachmittag stieß sie frontal gegen einen Baum: die Strömung drehte sie und ihr Boot in Sekundenschnelle um und sie ging baden. Christian, der hinter ihr war, sich ein Lachen nicht verkneifen konnte und deshalb für einen Moment lang nicht aufpasste, fuhr genau in Eva hinein und ging auch baden. Dann musste ich lachen. Und dann mussten wir alle lachen, weil die Situation einfach zu dämlich war. Einziges echtes Problem war, dass Eva dabei einen ihrer Crocs verlor, was sich bei vielen Flussquerungen der nächsten Wochen als sehr nachteilhaft herausstellte. Wir schlugen an dieser Stelle das Camp auf – genug für einen Tag. Am nächsten Morgen entschieden wir uns, den Bach zu verlassen: einige Stunden Marsch über Tundra und durch dichten Busch brachten und zurück zur Nabesna Road. Glücklicherweise gab es nach nicht allzu langer Zeit wirklich ein Ehepaar, das in die Richtung fuhr und uns mitnahm. Wir besichtigten die verlassene Mine. Es waren noch einige Kilometer bis zum Chisana River und wir versuchten unser Glück erneut im Jack Creek, der inzwischen weiter, aber auch reißender geworden ist. An der ersten größeren Stromschnelle blieb Christian im Strudel hängen. Ich war hinter ihm, stieß ihn hinaus und kam überraschenderweise auch selbst weiter. Eva blieb hängen… und kippte. Mit dem voll beladenen Boot und dem Erfahrungsmangel ist das Packraften wirklich nicht so einfach. Also wieder alles zusammengepackt und zu Fuß durch das weglose Gelände. Am nächsten Tag erreichten wir den riesigen Nabesna River, von dem wir die ersten Ströme zu Fuß durchqueren konnten und irgendwann vor einem breiten und tiefen Hauptstrom standen. Wir waren sehr angespannt: nicht unbedingt wegen der Größe des Flusses, sondern vor allem wegen der enormen Fließgeschwindigkeit und der Kälte des Wassers. Die Moräne des Nabesna-Glaciers war nur zwei oder drei Kilometer entfernt: das Wasser, in das wir fallen könnten, ist also gerade erst geschmolzen und hat ca. ein bis zwei Grad. Lange Rede, kurzer Sinn: wir setzten uns in die Boote und überquerten das Ding. Nichts ist passiert. Der Fluss war nur verdammt schnell: wir legten erst hunderte Meter weiter unten am anderen Ufer an.
In den nächsten drei Tagen gingen wir oft entlang von Flussbetten, durch dichtes Gebüsch und über die zu dem Zeitpunkt sehr nasse Tundra, was ziemlich unangenehm ist. Irgendwann waren wir über der Baumgrenze und alles wurde gut. Camp am Blue Lake, Cooper Pass, Grizzly Bär und Caribous. Auf der anderen Seite gab es dann wieder Wald und den extrem breiten Chisana River, dessen Querung uns drei Stunden und die kältesten Füße ever kostete. Dann kamen wir in Chisana an und waren überrascht, dort tatsächlich Menschen zu treffen, da alles, was hinter dem Nabesna River ist, normalerweise nur mit dem Flugzeug erreicht werden kann. Aber einige Menschen haben eben Flugzeuge ;-) … Wir wurden von einer Community, die aus Jägern und (anderen) Aussteigern besteht, zum Essen eingeladen. Unglaublich, wie diese Menschen das ganze Jahr über völlig abgeschieden von der Zivilisation leben können und doch alles haben, was sie brauchen! Und mehr als das: ihre Tätigkeit als „Hunting Guides“ bringt eine Menge Geld in die Gemeinschaft, so dass sie sich selbst alles einfliegen, was sie zu benötigen meinen. Letztendlich hat es uns dort so gut gefallen, dass wir länger bleiben wollten. Wir hatten ja keinen Termindruck, solange wir unser eigenes Essen nicht verbrauchten, ohne auch die entsprechende Strecke zu gehen. Und der food drop war nicht zeit-, sondern nur ortsgebunden. Soll heißen: solange man uns Essen gab, konnten wir bleiben ;) … Wir bleiben eine Woche. Tagsüber halfen wir beim Feuerholz machen und am Abend aßen wir gut und unterhielten uns mit den Menschen.
Und jetzt die Bilder zu Part II. Alle Flüsse, die zu sehen sind, mussten wir überqueren.

http://www.abload.de/img/img_18534o21.jpg

http://www.abload.de/img/img_1859vtu9.jpg

http://www.abload.de/img/img_1874op35.jpg

http://www.abload.de/img/img_1907htsh.jpg

http://www.abload.de/img/img_1910uqq5.jpg

http://www.abload.de/img/img_1918uqcb.jpg

http://www.abload.de/img/img_1926hrss.jpg

http://www.abload.de/img/img_1934yrft.jpg

http://www.abload.de/img/img_19421tvm.jpg

http://www.abload.de/img/img_1959krm8.jpg

http://www.abload.de/img/img_1964upp7.jpg

http://www.abload.de/img/img_19719tpo.jpg

http://www.abload.de/img/img_1979qplx.jpg

http://www.abload.de/img/img_19823ors.jpg

http://www.abload.de/img/img_1987bqhi.jpg

http://www.abload.de/img/img_2003yogz.jpg

http://www.abload.de/img/img_20159sej.jpg

http://www.abload.de/img/img_20326rte.jpg

http://www.abload.de/img/img_2052dp9w.jpg

http://www.abload.de/img/img_20588qry.jpg

http://www.abload.de/img/img_20887p8r.jpg

http://www.abload.de/img/img_2107ltbe.jpg

http://www.abload.de/img/img_2113to4a.jpg

http://www.abload.de/img/img_2128rrgv.jpg

http://www.abload.de/img/img_21533s5v.jpg


Wrangell St. Elias NP Part III: Chisana – Solo Creek (food drop!) – Upper Skolan Lake, 7 Tage

Nach dem tragischen Abschied in Chisana und dem Versprechen, irgendwann wiederzukommen, folgten wir dem Trail Creek für einige Kilometer. Nach dem Abendessen wollte ich zum Fluss, um den Topf abzuwaschen, den ich dummerweise nur an der Zange ins Wasser hielt. Da die Zange nicht mehr die jüngste war und der Trail Creek (auch Geohenda Creek) an dieser Stelle recht flott unterwegs ist, riss es mir den Topf aus der Hand. Verdammt! In diesem Strom war es aussichtslos den guten Primus-Topf jemals wiederzusehen. Also ging ich am nächsten Tag zurück und bat um einen Topf, den ich, einschließlich passenden Deckels, natürlich sofort bekam. Auch fanden wir nach dem nächsten Tagesmarsch später die versteckte Hütte, die den Jägern in Chisana gehörte und die voll mit gutem Essen ausgestattet war (der Chef der Community beschrieb uns den Weg und lud uns ein, uns in seiner Cabin ganz wie zu Hause zu fühlen). Über den Pass führte ein kleiner Trail, der uns geradewegs zu einer weiteren Hütte führte: der Caribou Cabin, die vom NPS für Wanderer bereitgestellt und gepflegt wird. Sie ist winzig.
Als wir später am Solo Creek ankamen und den kleinen Airstrip fanden, drückten wir auf den entsprechenden Knopf unseres SPOT. Im Übrigen hatten wir gut gerechnet: nach 13 Tagen Fußmarsch (Aufenthalt in Chisana also nicht mit eingerechnet) waren fast alle Reserven verbraucht. Das Flugzeug kam am nächsten Tag mit allem, was wir vorher hingeschickt hatten. Die Rucksäcke waren wieder schwer, es regnete… also weiter geht’s! Unsere Route führte uns nach Südwesten, über den schwierigen Flood Creek, vorbei an der gigantischen Moräne des Russel Glaciers, über den Skolai Pass und entlang des Upper Skolan Lakes, bis wir nach einem sehr langen und anstrengenden Tag unser <a target="blank" title="Zelt im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Zelt">Zelt</a> aufschlugen.

http://www.abload.de/img/img_2176upjj.jpg

http://www.abload.de/img/img_2195cq4q.jpg

http://www.abload.de/img/img_22067orh.jpg

http://www.abload.de/img/img_2211qp0i.jpg

http://www.abload.de/img/img_2243tpf4.jpg

http://www.abload.de/img/img_2252hrzd.jpg

http://www.abload.de/img/img_2267ap5g.jpg

http://www.abload.de/img/img_2277xqa8.jpg

http://www.abload.de/img/img_2285js26.jpg

http://www.abload.de/img/img_2292lq0f.jpg

http://www.abload.de/img/img_2298ut3v.jpg

http://www.abload.de/img/img_2316gq7r.jpg

http://www.abload.de/img/img_2328pqat.jpg

http://www.abload.de/img/img_2345usju.jpg

http://www.abload.de/img/img_2348cp6r.jpg

http://www.abload.de/img/img_2356orsa.jpg

http://www.abload.de/img/img_2361tpxl.jpg

http://www.abload.de/img/img_2372uodz.jpg

http://www.abload.de/img/img_2384zo9m.jpg

http://www.abload.de/img/img_2391jt8b.jpg

http://www.abload.de/img/img_2392yqzl.jpg


Wrangell St. Elias NP Part IV: Goat Trail, Skolai Area – Chitistone Pass – Glacier Creek, 5 Tage

Die Tage und Nächte wurden kühler. Nach einem schönen Morgen in der Skolan Area brachen wir auf und erreichten irgendwann den Chitistone Pass und stiegen zum Chitistone River ab. Dem kann man leider nicht lange folgen, weil er durch enge Schluchten mit gigantischen Wasserfällen führt. Also ging es rechts hoch und entlang der Bergflanke. Eine ziemlich steile Angelegenheit, die aber viele tolle Aussichten und eine Menge Spaß verspricht. Wir fanden einen hervorragenden Zeltplatz hoch über dem Chitistone, den wir so schnell nicht wieder verlassen wollten. Also nahmen wir uns einen Tag Zeit und stiegen ohne Gepäck einen ganzen Tag weiter hoch und spazierten dann über die Bergkämme. Am nächsten Tag erreichten wir das Tal und schlugen die Zelte direkt am Chitistone auf, den wir am nächsten Morgen überquerten. Der Chitistone River ist ein reißender Strom und später mussten wir einem Guide in McCarthy versprechen, niemandem davon zu erzählen, weil Unerfahrene dann vielleicht leichtsinnig werden könnten. Dieser Fluss hat schon Todesopfer gefordert, aber wir waren einfach zu faul, zurück zum Gletscher zu marschieren und durch die Moräne zu laufen. Ich denke, der Wasserstand war niedrig, als wir da waren.
Weiter ging’s in Richtung Clacier Creek, allerdings nicht, ohne eine Nacht in der Glacier Creek Cabin verbracht zu haben. Diese Cabin hat (wie die meisten) einen eigenen kleinen Airstrip. Die Leute lassen sich dort hinfliegen, starten Tagestouren und werden halt irgendwann wieder abgeholt. Diese und andere Cabins stehen jedem zur Nutzung frei, es gilt das first-come-first-serve – Prinzip.

http://www.abload.de/img/img_2406rt4k.jpg

http://www.abload.de/img/img_2415lo87.jpg

http://www.abload.de/img/img_24265s0e.jpg

http://www.abload.de/img/img_24326okm.jpg

http://www.abload.de/img/img_2441bs8o.jpg

http://www.abload.de/img/img_24497owj.jpg

http://www.abload.de/img/img_2452dqzo.jpg

http://www.abload.de/img/img_24545sis.jpg

http://www.abload.de/img/img_24699ply.jpg

http://www.abload.de/img/img_2472opzl.jpg

http://www.abload.de/img/img_2500gtxl.jpg

http://www.abload.de/img/img_2512gt7w.jpg

http://www.abload.de/img/img_2534qr4h.jpg

http://www.abload.de/img/img_25575o5y.jpg

http://www.abload.de/img/img_2565mox0.jpg

http://www.abload.de/img/img_2581kpfx.jpg

http://www.abload.de/img/img_2591ppff.jpg

http://www.abload.de/img/img_26040re7.jpg

http://www.abload.de/img/img_2612apwo.jpg

http://www.abload.de/img/img_2617dqyz.jpg

http://www.abload.de/img/img_2623xpcf.jpg

http://www.abload.de/img/img_2634wosi.jpg

http://www.abload.de/img/img_24749taz.jpg

http://www.abload.de/img/img_2640zsjx.jpg


Wrangell St. Elias NP Part V: Clacier Creek – Nizina River – McCarthy, 5 Tage

Wir überquerten den Glacier Creek. Dabei wäre ich beinahe ins Wasser gestürzt, weil ein großer Stein, auf den ich trat, unter mir wegrutschte. Das war wirklich haarscharf! Alles wäre um einiges einfacher gewesen, wenn man auf den Grund solcher Ströme blicken könnte. Aber das Wasser dort oben ist nun einmal nicht klar.
Wir gingen weiter entlang des Clacier Creeks, bis er in den Chitistone River mündet. Ab dort ist eine Überquerung unmöglich. Aber wie gern hätte ich dort das Boot aufgeblasen und den Rest des Weges auf dem Wasser verbracht! Nur hatte meine Freundin aufgrund der beiden Unglücke im Jack Creek einfach zu große Angst und ein Kentern im Chitistone oder später im Nizina wäre unvergleichbar gefährlicher gewesen.
Noch ein paar Meter durch den Busch, dann befanden wir uns im riesigen Flussbett des Nizina Rivers. Wieder hab ich den Raft-Vorschlag gebracht, wieder ging es zu Fuß weiter ;) … es wurde windig und kalt. Regen, Hagel. Aber irgendwann mussten wir den Nizina überqueren. Also suchten wir eine geeignete Stelle und kamen dank unserer Rafts erfolgreich und trocken am anderen Ufer an. Meine Freundin packte in der Gewissheit, nie wieder raften zu müssen, überglücklich ihr Alpacka zusammen, welches ich vermutlich demnächst hier im Forum verkaufen werde.
Im Anschluss daran ging es für einige Kilometer durch den Wald, bis wir einen Waldweg fanden, der uns direkt nach McCarthy brachte. McCarthy ist eigentlich der einzige touristische Ort im ganzen Nationalpark. Mit einem Shuttle kann man von da aus in das 5 Kilometer entfernte Kennicott (eine frühere Kupfer-Mine) fahren. Als wir in McCarthy ankamen, fühlten wir uns irgendwie fehl am Platze. Nach über vier Wochen Wildnis und Einsamkeit (mal von Chisana abgesehen) umgab uns nun wieder der Tourismus. Ein paar Leute schienen erfahren zu haben, wo wir gerade herkamen und eine ältere Dame bezeichnete uns als „Local Heros“. Naja, wir wollten lieber raus aus McCarthy und die alten Minengebäude interessierten uns auch nicht sonderlich. Dank der Beschreibung eines Guides fanden wir im Kennicott Glacier eine Eishöhle, die wir gern besichtigten. Nach einer dicken US-Pizza, lustigen Gesprächen mit anderen Reisenden und einer weiteren Nacht in der Nähe des Dorfes verließen wir die Wrangells am 4. September per Hitchhiking auf der McCarthy Road.

http://www.abload.de/img/img_2645bsy3.jpg

http://www.abload.de/img/img_2660gtuw.jpg

http://www.abload.de/img/img_2666zqtq.jpg

http://www.abload.de/img/img_2680ist6.jpg

http://www.abload.de/img/img_26871sjx.jpg

http://www.abload.de/img/img_2697lqcj.jpg

http://www.abload.de/img/img_2702gszi.jpg

http://www.abload.de/img/img_2715wtgv.jpg

http://www.abload.de/img/img_27397pj3.jpg

http://www.abload.de/img/img_27448tyc.jpg

http://www.abload.de/img/img_2760grxe.jpg

http://www.abload.de/img/img_2765hsdg.jpg

http://www.abload.de/img/img_2784mtuy.jpg

http://www.abload.de/img/img_2833jopo.jpg

http://www.abload.de/img/img_2841ativ.jpg

http://www.abload.de/img/img_2846ls9q.jpg

Libertist
08.10.2010, 17:01
Denali National Park, Denali State Park, Fairbanks (verbleibende 26 Tage)


http://www.youtube.com/watch?v=NAmUZgbR8tE

Wir erreichten Glennallen, eine kleine Stadt, aber wahrscheinlich die größte, die wir bis Ende September sehen würden. Also kauften wir dort Nahrung für die verbleibenden Wochen ein. Wir trampten durch den wunderschönen Indian Summer über den Denali Highway bis Denali Park, wo wir mit den Rangern eine anspruchsvolle 21-Tagestour quer durch den Park und darüber hinaus aushandelten.

http://www.abload.de/img/img_2872joka.jpg

http://www.abload.de/img/img_28815o66.jpg

http://www.abload.de/img/img_28962qx2.jpg

http://www.abload.de/img/img_2906ary3.jpg

http://www.abload.de/img/img_2910zssp.jpg

http://www.abload.de/img/img_2923lt0a.jpg

http://www.abload.de/img/img_2937qtm7.jpg

http://www.abload.de/img/img_29455tn4.jpg

http://www.abload.de/img/img_2965krlv.jpg

http://www.abload.de/img/img_2970cpro.jpg

http://www.abload.de/img/img_29969r4b.jpg

http://www.abload.de/img/img_30009rzb.jpg


Im Denali läuft das nicht so, wie im Wrangell St. Elias: hier musste man seine Pläne vorher bekannt geben, die verschiedenen Units buchen, einen Bear Canister mitschleppen und so weiter. Wir arrangierten uns mit dem bürokratischen Aufwand, der nur logische Folge einer starken Frequentierung ist. Die Ranger waren von unserer Idee jedenfalls beeindruckt und halfen uns, die Tour so spannend, wie möglich zu machen: 21 Tage, 5 Pässe, einige Rafting-Passagen. Wir nahmen also den Park-Bus und verbachten die erste Nacht im Denali National Park. Das Wetter war schlecht, die Wettervorhersage noch schlechter. Am nächsten Vormittag (nach 16 Stunden Regen) sahen wir uns einer geschlossenen Wolkendecke gegenüber. Ich spürte ganz leichte Erkältungsanzeichen meinerseits (vielleicht die Zugluft im Bus am Vortag?) und brachte den Vorschlag, die Tour (vor allem aufgrund der Wettervorhersage, die keine Veränderung erwarten ließ) abzubrechen. Darauf hatten meine beiden Mitreisenden natürlich nur gewartet ;) … wir nahmen den Bus und fuhren weiter bis zum Wonder Lake, anschließend zurück zum Park Entrance. Unterwegs gab es eine Menge Tiere zu sehen.
Am nächsten Tag war das Wetter hervorragend und ich krank. So richtig krank: ich verließ das <a target="blank" title="Zelt im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Zelt">Zelt</a> nur einmal, um mir einen Tee zu kochen. Am Tag darauf ging es mir besser, kleine Spaziergänge waren möglich. Und Tiere beobachten geht sowieso immer ;) … Im Denali spazieren gehen erinnert übrigens ein bisschen an einen Zoobesuch.

http://www.abload.de/img/img_30210tcf.jpg

http://www.abload.de/img/img_3038sq7s.jpg

http://www.abload.de/img/img_30470rq6.jpg

http://www.abload.de/img/img_30658tzg.jpg

http://www.abload.de/img/img_3070np93.jpg

http://www.abload.de/img/img_30945tap.jpg

http://www.abload.de/img/img_3096ftn2.jpg

http://www.abload.de/img/img_31166tm9.jpg

http://www.abload.de/img/img_31188tv3.jpg

http://www.abload.de/img/img_3138cpx0.jpg

http://www.abload.de/img/img_31822psr.jpg

http://www.abload.de/img/img_31924ply.jpg


Trotzdem nervte mich das Kranksein, ich war schließlich auf Reise. Also Schluss mit Leiden: am nächsten Morgen trampte ich mit Christian nach Healy, wo wir uns mit den Packrafts in den Nenana River setzten und mal so richtig rafteten, während Eva auf Trails im Park unterwegs war. Das hat so Spaß gemacht! Wir lernten recht schnell mit dem Boot umzugehen und realisierten, wie viel dem kleinen Raft eigentlich zuzutrauen ist. Die Dinger sind einfach unglaublich genial: für nichts in der Welt würde ich mein Packraft aus der Hand geben. Während man sich anfangs bei so richtig hohen Wellen, Stromschnellen, Hindernissen und Verwirbelungen noch unsicher fühlt, kam uns die Rafterei schon nach wenigen Stunden viel routinierter vor, so dass wir am Tag darauf den Nenana von Cantwell bis zum Park Entrance rafteten. Es ist immer noch Class II mit nur zwei leichten Class III Passagen, aber immerhin. So bald es geht, versuche ich ein paar Videos hochzuladen, die uns mit den Packrafts in Aktion zeigen.
Danach bestiegen wir gemeinsam den Mt. Healy, wo wir eine Nacht in Biwaksäcken verbrachten und das erste mal die Nordlichter beobachten konnten.

http://www.abload.de/img/img_32266o7j.jpg

http://www.abload.de/img/img_3240modm.jpg

http://www.abload.de/img/img_3242foct.jpg

http://www.abload.de/img/img_32477rds.jpg

http://www.abload.de/img/img_32608rh6.jpg

http://www.abload.de/img/img_3262ytmd.jpg

http://www.abload.de/img/img_3287wptj.jpg

http://www.abload.de/img/img_3296itlk.jpg

http://www.abload.de/img/img_3302jrxy.jpg

http://www.abload.de/img/img_3308rrc4.jpg


Das Wetter war perfekt und wir entschieden, den Denali National Park vorerst zu verlassen um uns auf den Weg zur Kesugi Ridge (Denali State Park) zu machen. Dort gibt einen guten Trail, den meine Freundin und ich in vier Tagen gehen wollten. Da das Wetter so gut war und man die ganze Zeit beste Sicht auf den Denali (auch Mt. McKinley genannt) hatte, wollte sich Christian mehr Zeit dafür nehmen und ein bisschen entspannen. Kein Problem. Wir legten Ort und Zeit unseres Wiedersehens fest und dann trennten wir uns für eine Weile.
Der Trail über die Kesugi Ridge ist einer der schönsten Pfade, die ich in meinem Leben gegangen bin – und das noch im Indian Summer mit jeder Menge Schwarzbären auf dem Weg. Aber seht selbst.

http://www.abload.de/img/img_33330png.jpg

http://www.abload.de/img/img_33404oyy.jpg

http://www.abload.de/img/img_33451p4a.jpg

http://www.abload.de/img/img_3418zoo8.jpg

http://www.abload.de/img/img_3443bpga.jpg

http://www.abload.de/img/img_3456zsdi.jpg

http://www.abload.de/img/img_3464ds96.jpg

http://www.abload.de/img/img_3474tq0d.jpg

http://www.abload.de/img/img_3476ttj7.jpg

http://www.abload.de/img/img_3478lsm8.jpg

http://www.abload.de/img/img_3500hoh0.jpg

http://www.abload.de/img/img_3509dt3e.jpg

http://www.abload.de/img/img_35230sny.jpg

http://www.abload.de/img/img_35304oyu.jpg

http://www.abload.de/img/img_3559oryu.jpg

http://www.abload.de/img/img_35758tm4.jpg

http://www.abload.de/img/img_3598xq3b.jpg

http://www.abload.de/img/img_3633ztre.jpg

http://www.abload.de/img/img_3644qo7k.jpg

http://www.abload.de/img/img_3675apn4.jpg

http://www.abload.de/img/img_3696ppvs.jpg

http://www.abload.de/img/img_3702gsty.jpg

http://www.abload.de/img/img_3726xpwg.jpg

http://www.abload.de/img/img_3743zqct.jpg


Zurück in der Ranger Station des Denali National Parks buchten Eva und ich einen sechstägigen Trip, der uns von „Savage River“ bis nach Cantwell führen sollte. Es ging durch schöne Täler, die von den vielen Elchen beherrscht zu sein scheinen (überall findet man ihre Trails, ihre Liegestädten und ihre Scheiße) sowie über 2 Pässe, auf denen wohl eher Dall Sheep das Sagen hat. Am letzten Pass, direkt am See, machten wir einen ganzen Tag Pause. Ist ja auch mal nett ;) …

http://www.abload.de/img/img_38058pru.jpg

http://www.abload.de/img/img_3835brix.jpg
hhttp://www.abload.de/img/img_3870nqbe.jpg

http://www.abload.de/img/img_39049sco.jpg

http://www.abload.de/img/img_3949hocw.jpg

http://www.abload.de/img/img_3972mpll.jpg

http://www.abload.de/img/img_3980ppa0.jpg

http://www.abload.de/img/img_3999brys.jpg

http://www.abload.de/img/img_4026ktfs.jpg

http://www.abload.de/img/img_4030yqpo.jpg

http://www.abload.de/img/img_4037ypyo.jpg

http://www.abload.de/img/img_4064iolp.jpg

http://www.abload.de/img/img_4080vs9x.jpg

http://www.abload.de/img/img_40870s0n.jpg

http://www.abload.de/img/img_3841soph.jpg

http://www.abload.de/img/img_4125uo2q.jpg

http://www.abload.de/img/img_4140dro4.jpg

http://www.abload.de/img/img_4153borx.jpg

http://www.abload.de/img/img_4157nst6.jpg

http://www.abload.de/img/img_4173ptxw.jpg

http://www.abload.de/img/img_4208uqwl.jpg


Das Thermometer sank nachts auf -14°C und der Wind ließ uns tagsüber auch nur selten auftauen. Deshalb entschieden wir uns am 24. September, die Gegend zu verlassen und uns in Richtung Fairbanks aufzumachen, von wo aus wir eine knappe Woche später zurückfliegen würden. Eigentlich war ja noch der Stampede Trail geplant: ich hätte gern noch den Teklanika River überquert und den Magic Bus gesehen, in dem Christopher McCandless 1992 starb. Aber abgesehen davon, dass dieser Bus mittlerweile angeblich auch schon zu einem beliebten Touristenziel geworden ist (was mich prinzipiell eher abschreckt) hat uns jemand erzählt, dass die nächsten Nächte noch kälter werden sollten. Im ihrem WM Antelope hätte Eva vielleicht noch Reserven gehabt, aber in meinem MacPac Sanctuary 700 war das Temperaturlimit längst erreicht. In den vergangenen Nächten hatte ich ja schon alle meine Klamotten und das Inlet am Körper, den <a target="blank" title="Schlafsack im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Schlafsack">Schlafsack</a> im <a target="blank" title="Biwaksack im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Biwaksack">Biwaksack</a> und die Lüfter des Zeltes fast ganz geschlossen. Bei -20 würde mich das aber auch nicht mehr schlafen lassen.
Also entscheiden wir in leicht melancholischer Stimmung, die Reise hier zu beenden und uns nach Fairbanks aufzumachen. Dort verbrachten wir die ersten beiden Nächte hinter der Universität im Wald und nutzen tagsüber die Bibliothek bzw. deren Internetzugang. Eva und ich trampten später noch weiter zu den Chena Hot Springs, die ca. 1 ½ Autofahrtsstunden östlich von Fairbanks zu finden sind. Dort badeten wir zwar bis spät am Abend in den wunderbar heißen Quellen, froren nachts aber bei -16°C Tiefsttemperatur.

http://www.abload.de/img/img_4185xour.jpg

http://www.abload.de/img/img_41898sy1.jpg

http://www.abload.de/img/img_4198zops.jpg

http://www.abload.de/img/img_4200vtw6.jpg


Die letzten drei Nächte verbrachten wir bei Privatpersonen in Fairbanks, die wir via Couchsurfing ausfindig machten. Und bevor wir das Ende dieses unglaublichen Sommers realisieren konnten, befanden wir uns schon auf dem Heimflug von Fairbanks nach Frankfurt.

Ganz kurzes Fazit von mir: Alaska ist ein wundervolles Land. Unvorstellbar weit, vielfältig, wild und rau. Wer das Abenteuer liebt und zu ein paar Entbehrungen bereit ist, kann da oben die genialsten Expeditionen durchführen – am besten allerdings mit einem Packraft ;-) ... Mich zumindest hat Alaska wirklich gefesselt: im Moment deutet alles darauf hin, dass ich im nächsten Sommer wieder 9 Wochen in diesem Land bin. Die Idee muss noch reifen, aber es soll eine kleine Expedition werden, die in, durch und entlang der Brooks-Range verläuft und in der Beringsee endet. Aber bis das geplant ist und feststeht fließt noch viel Wasser den Yukon runter :D …

Danke fürs Lesen. Kommentare sind wie immer gern gesehen und Nachfragen werden umgehend beantwortet.

BubiBohnensack
08.10.2010, 17:23
Ok, das ist krass. Dagegen verblassen 99,9% aller anderen Reisen hier...

volx-wolf
08.10.2010, 17:31
Ich will auch wieder Student sein und im Sommer vernünftig lange Urlaub machen zu können, ohne an den freien Tagen für Ostern, Weihnachten oder Verwandtenbesuche knapsen zu müssen. *schnief*

Na ja, immerhin habe ich meine Zeit damals auch intensiv genutzt ;-)

MatthiasK
08.10.2010, 17:38
ganz ganz groß!
freu mich schon nacher alles lesen zu können.
schau mal bei andy skurka (www.andrewskurka.com) vorbei vielleicht kannst du dir eine inspiration holen für nächstes jahr.
ich will auch ein packraft :)

Libertist
08.10.2010, 18:15
schau mal bei andy skurka (www.andrewskurka.com) vorbei vielleicht kannst du dir eine inspiration holen für nächstes jahr.
ich will auch ein packraft :)

Unglaubliche Leistung. Aber ganz ehrlich: "average of 27 miles per day" ist nicht meine Wellenlänge - meine Touren haben eine andere Zielsetzung. Trotzdem hab ich Respekt davor: werde mich demnächst noch mal genauer damit auseinandersetzen. Danke für den Link.

Christoph_
08.10.2010, 18:15
Wow, sehr toller Bericht!
Mit dem Thema Packraft muss ich mich wohl mal befassen, solch eine Art des Reisen muss ich noch mal ausprobieren.

heron
08.10.2010, 18:59
Bin atemlos und sprachlos ob der sensationell schönen Bilder!
Will auch da hin! :grins:
Packraft hab ich schon eins!

Eine Frage zu den Trails die man auf vielen deiner Bilder sieht - sieht das bear/gametrails oder "richtige"?

MatthiasK
08.10.2010, 19:11
Unglaubliche Leistung. Aber ganz ehrlich: "average of 27 miles per day" ist nicht meine Wellenlänge - meine Touren haben eine andere Zielsetzung. Trotzdem hab ich Respekt davor: werde mich demnächst noch mal genauer damit auseinandersetzen. Danke für den Link.

Mein ich auch gar nicht sondern eher wegen Routen inspiration!

So fertig gelesen, ich bin begeistert!
Wie wars mit den mosquitoes?

Guy Threepwood
08.10.2010, 19:14
WOW! Was für eine Tour. Hab ich WOW schon gesagt?

Libertist
08.10.2010, 19:16
Bin atemlos und sprachlos ob der sensationell schönen Bilder!
Will auch da hin! :grins:
Packraft hab ich schon eins!

Eine Frage zu den Trails die man auf vielen deiner Bilder sieht - sieht das bear/gametrails oder "richtige"?

Danke, heron. :p

Abgesehen vom "Kesugi Trail", der über die Kesugi Ridge im Denali State Park führt, gab es keine Trails. Aber in Alaska sind so viele Tiere unterwegs, das man oft meint, auf einem Trail zu laufen. Anhand der vielen Kreuzungen und "Trailsauflösungen" erkennt man dann, das es sich um Wildpfade handelt. Ein bisschen Trail gab es am "Goat Trail", zumindest führt ein Pfad die Bergflanke entlang. Sieht man auch auf den Bildern. Ohne diesen Trail (zum Beispiel im neunten Bild vom Part IV) könnte man leicht die Orientierung verlieren.

Libertist
08.10.2010, 19:17
Wie wars mit den mosquitoes?

Gabs nur ganz am Anfang, war aber erträglich. Ab August kann man Nordamerika wieder bereisen ;-) ...

Sector
08.10.2010, 20:35
Solche Berichte sollten verboten werde...ich dreh durch :bg:

kennst du schon?
http://www.tetongravity.com/forums/showthread.php?t=169211&highlight=wrangell

Ehemaliger
08.10.2010, 21:17
Vielen Dank für den schönen Bericht (wobei der andere auch gut war), der mich auf diverse Ideen bringt... ;)

Ich habe folgende Fragen:

1. Wieviel kg habt Ihr ca. geschleppt? Konntet Ihr die 35kg von Wildniswanderer (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46354-CA-Zu-Fu%DF-und-im-Packraft-durch-die-Wildnis-des-kanadischen-Yukon-Territory ) deutlich unterbieten?

2. Welchen genauen Packraft Typ habt Ihr verwendet?

3. War Denali letztlich schöner als Wrangell?

Libertist
08.10.2010, 21:49
Solche Berichte sollten verboten werde...ich dreh durch :bg:

kennst du schon?
http://www.tetongravity.com/forums/showthread.php?t=169211&highlight=wrangell

Ja, kenn ich schon. Diese Route hab ich auch in Betracht gezogen, nur ist sie um einiges kostenintensiver: man muss in den Park geflogen UND abgeholt werden. Dazu ein Food Drop. Und letztendlich dann ein größeres Raft oder pesser ein Kanu...



Vielen Dank für den schönen Bericht (wobei der andere auch gut war), der mich auf diverse Ideen bringt... ;)

Ich habe folgende Fragen:

1. Wieviel kg habt Ihr ca. geschleppt? Konntet Ihr die 35kg von Wildniswanderer (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46354-CA-Zu-Fu%DF-und-im-Packraft-durch-die-Wildnis-des-kanadischen-Yukon-Territory ) deutlich unterbieten?

2. Welchen genauen Packraft Typ habt Ihr verwendet?

3. War Denali letztlich schöner als Wrangell?

1. Eva konnte, ich nicht. Da ich dem Rücken der Dame keine 30 kg zumuten konnte, hab ich eben ein bisschen mehr genommen. Mit vollem Proviant (also nur am Anfang) wog mein Rucksack so zwischen 35 und 38 kg. Ich hatte aber auch das große HB Kaitum 3 dabei, ebenso Biwaksack und andere Luxusgegenstände.

2. Eva besitzt das "Yukon Yak", Christian und ich das "Denali Llama".

3. Das ist eine sehr schwierige Frage. "Schöner" im wörtlichen Sinn - vielleicht, ja. Das kann aber auch an den Farben und somit an der Jahreszeit gelegen haben. Prinzipiell stand in den Wrangells eher das Abenteuer und die Herausforderung im Vordergrund, während es im Denali vielleicht wirklich "schöner" war. Wenn du allerdings nach "Gefallen" bzw. "Präferenz" gefragt hättest... naja, ich bin wohl eher der Wrangell-Typ! ;-)
Die Kombination war es einfach, was diesen Sommer ausmachte. So hatte ich es ja auch angedacht.

Menelaos
09.10.2010, 01:29
Ziemlich genialer Trip den Ihr da abgezogen habt - genau nach meinem Stil. :-) Diese Böötchen scheinen ja derzeit der echte Renner zu sein. Das werd ich mir definitiv mal genauer anschauen.

Besten Dank für den Bericht! Hammer!

paddel
09.10.2010, 08:39
Wie sagt man so schön: Ganz großes Kino!

SuperBericht und klasse Bilder, besonders das Format macht doch einiges her. Das mittlerweile übliche 3:4 ist nicht wirklich ästhetisch.

Libertist
09.10.2010, 08:55
Wie sagt man so schön: Ganz großes Kino!

SuperBericht und klasse Bilder, besonders das Foramt macht doch einiges her. Das mittlerweile übliche 3:4 ist nicht wirklich ästhetisch.

Das Breitbild-Format passt einfach haargenau auf meinen 23" Widescreen Bildschirm ;-) ...

fjellstorm
09.10.2010, 09:17
Ganz ganz große Klasse wirklich!!! 5sterne
Der Inbegriff eines epischen Abenteuers. Alaska muss wirklich ein Traum sein. Ich stehe schon in den Startlöchern..:bg:
Und die Bilder sind einfach nur ein Traum!! Well done!
Gibts eigentlich Bilder vom Nordlicht??


..aber es soll eine kleine Expedition werden, die in, durch und entlang der Brooks-Range verläuft und in der Beringsee endet.
..interessant, neulich bein durchstöbern dieses (http://www.aktrekking.com/Brooks.html) Berichts kam mir eine ähnliche Idee...

Libertist
09.10.2010, 09:22
Und die Bilder sind einfach nur ein Traum!! Well done!
Gibts eigentlich Bilder vom Nordlicht??

Ja, aber die sind einfach nur schwarz. :bg: Entweder macht meine Kamera das nicht mit oder ich habe keine Ahnung, wie es geht. Vielleicht beides. ;-)

fjellstorm
09.10.2010, 09:26
Ja, aber die sind einfach nur schwarz. :bg: Entweder macht meine Kamera das nicht mit oder ich habe keine Ahnung, wie es geht. Vielleicht beides. ;-)
Darüber können wir uns demnächst näher unterhalten..;-)

Wildniswanderer
09.10.2010, 09:46
Hi Libertist,

ein toller Bericht, nach dessen Lektüre ich am liebsten sofort wieder aufbrechen würde...

Ihr habt auch viel mehr Glück mit dem Beobachten von Tieren als ich gehabt, was mich mit Neid erfüllt:(

Was hattet ihr denn für eine Kamera dabei? Viele der Bilder finde ich sehr schön.

Welchen der beiden Bootstypen die ihr dabei hattet, fandest du denn besser?

Bis dann

Gerald

Libertist
09.10.2010, 09:56
Hi Libertist,

ein toller Bericht, nach dessen Lektüre ich am liebsten sofort wieder aufbrechen würde...

Ihr habt auch viel mehr Glück mit dem Beobachten von Tieren als ich gehabt, was mich mit Neid erfüllt:(

Was hattet ihr denn für eine Kamera dabei? Viele der Bilder finde ich sehr schön.

Welchen der beiden Bootstypen die ihr dabei hattet, fandest du denn besser?

Bis dann

Gerald


Hallo Gerald,

meine Kamera ist eine Canon Powershot SX20 IS. Blöd ist nur, dass ich kein Stativ dabei hatte: die Bildqualität lässt bei stärkerem Zoom doch stark nach. Werde bei der nächsten Tour versuchen, mir das entsprechende Gewinde auf den Trekkingstock zu montieren. Dann hab ich wenigstens ein bisschen "Stativ" ;-) ...
Zu der Alpacka-Frage: das ist schwierig zu sagen, die Bootstypen sind ja, bis auf die Größe, identisch. In mein Denali Llama hab ich wunderbar reingepasst, es war sogar noch etwas Platz. Vermutlich würde mir auch das Yukon Yak reichen, aber bei einem Rucksackgewicht von 30kg+ vorn auf dem Boot geschnallt, ist mir das größere Boot doch lieber. Anyway: ich hab mich noch nie in das Yukon Yak gesetzt. Für meine Freundin war es jedenfalls perfekt - zumindest, was die Größe angeht :bg: ...

Edit: Welches Alpacka hast du?

Gassan
09.10.2010, 10:17
Weißt du was du mir mit so einem Reisebreicht antust?
Demnächst fängt mein Studium an wo ich in eine nervige Großstadt, mit nervigen Menschen muss, und auf nervige Blätter und nervige Bildschirme starren muss...AAAARRGGHH. Erst der Wildnisswanderer und jetzt du.

Solche Überhammerultrageilen Reiseberichte und ich bin hier gefangen:(:(

Aber wirklich spitze. Ich will mir nachher Zeit nehmen das alles zu lesen.

Nur ne kleine Frage, Wenn dir das zu nahe tritt sorry. Aber ich hab gelesen du bist Student. Wie schaffst du es denn solche Reisen, erst Kaukasus, jetzt Alaska zu machen, jetzt finanziell aber auch zeitlich gesehen??

Wildniswanderer
09.10.2010, 10:19
Ich habe auch das Yukon Yak. Obwohl ich 1,83 bin, reicht es mir eigentlich von der Größe aus. Wie geschrieben, mit dem Rucksack vorne, musste ich das Gewicht aber schon ganz gut ausbalancieren.

Libertist
09.10.2010, 11:04
Weißt du was du mir mit so einem Reisebreicht antust?
Demnächst fängt mein Studium an wo ich in eine nervige Großstadt, mit nervigen Menschen muss, und auf nervige Blätter und nervige Bildschirme starren muss...AAAARRGGHH. Erst der Wildnisswanderer und jetzt du.

Solche Überhammerultrageilen Reiseberichte und ich bin hier gefangen:(:(

Aber wirklich spitze. Ich will mir nachher Zeit nehmen das alles zu lesen.

Nur ne kleine Frage, Wenn dir das zu nahe tritt sorry. Aber ich hab gelesen du bist Student. Wie schaffst du es denn solche Reisen, erst Kaukasus, jetzt Alaska zu machen, jetzt finanziell aber auch zeitlich gesehen??


Hey Gassan, oh, Verzeihung... das wollte ich nicht. :baetsch:

Zur Geld- und Zeitfrage. Ich bin Student, ja. Ich bekomme Bafög und lebe hier in Wien sehr sparsam. Günstige Wohnung, kaum Party und so weiter... Im Prinzip gebe ich kaum Geld für andere Dinge aus, als für Ausrüstung und Flüge - vor allem für Ausrüstung! :bg:
Und was die Zeit angeht, naja, ich bin halt Student: 3 Monate Semesterferien im Sommer, die auch dementsprechend ausgenutzt werden. Natürlich komme ich im Studium nicht ganz so schnell voran, wie so manch anderer - aber das muss ich auch gar nicht. Im Gegenteil: so lange ich Student bin, kann ich das machen, was ich jetzt eben mache... und warum sollte ich mich damit beeilen?
In diesem Semester belege ich beispielsweise nur eine einizige Veranstaltung und muss noch 2 Klausuren schreiben, bevor ich mein Grundstudium abschließe. Das wird ein ziemlich lockeres Semester: demnächst fällt diese eine Veranstaltung beispielsweise 2x in Folge aus (Nationalfeiertag in Österreich & Allerseelen), so dass ich 2 Wochen und 6 Tage lang frei habe. In dieser Zeit hab ich sozusagen einen kleinen "Nebenjob": ich kaufe in Deutschland ein (deutsches!) Auto und fahre es von da aus über Griechenland und Türkei nach Georgien, wo ich es teurer verkaufen kann. Man muss beim Geldverdienen eben etwas kreativ sein :p ...

peter-hoehle
09.10.2010, 11:53
Nachdem ich diesen Reisebericht förmlich aufgesogen habe
muss ich erst mal meine Gedanken sortieren und dem Liberist
ein paar Sterne geben.
5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne
Für so einen Reisebicht Worte des Dankes zu finden ist schwierig.
Einfach spitzenmäßig-und zwar der ganze Bericht.
Nicht zu vergessen der Bericht vom Georgien-Trip!!!(genau davor)

Gruß Peter

malibu
09.10.2010, 12:00
Mit dem Bericht nimmst du doch allen die Lust selbst einen zu schreiben :bg:

Einfach klasse! 5sterne


Gruß
Simon

Gassan
09.10.2010, 13:05
@Libertist
Wenn ich das so sehe kann das Studentleben mir vielleicht auch noch die eine oder andere spaßige tour bescheren, denn Partys und teuren Firlefanz kann ich mir auch sparen. Danke das macht Mut. :)

Was würdest du rückblickend sagen hat dir mehr Spaß gemacht? Georgien oder Alaska?

andrea2
09.10.2010, 13:23
Vielen Dank für diesen super genialen Bericht und die wunderschönen Fotos. So kann man wenigstens virtuell eine Region kennen lernen, die man selber wohl nicht erreichen wird.

Die Wrangell Mountains und noch viel mehr die Brooks Range sind einer meiner Träume, seitdem wir in Alaska waren. Eine solche Tour wird aber wohl immer ein Traum bleiben, da ich mich nie überwinden werden kann, solche Flüsse zu durchwaten, geschweige denn in so ein Boot zu setzen. Mein zweites Problem sind die Bären, ich mache mir schon ins Hemd wenn ich nur weiß, es könnte welche geben.

Hast du nicht noch ein paar mehr Fotos?;-)


Mit dem Bericht nimmst du doch allen die Lust selbst einen zu schreiben :bg:

Simon

In der Tat, das hatte ich mir auch schon gedacht. Ich schreibsel noch an meinem Bericht von diesem Sommer in Norwegen/Schweden rum, aber das kommt mir ja nun vor wie Kinderkram. :bg:

DeLiebe
09.10.2010, 13:28
Wirklich ein starker Bericht: 5sterne
Beri den ganzen Tiersichtungen scheint es ja fast ein Zoo zu sein. Bin echt neidisch.

Das Furten sieht auf einigen Bildern nicht so einfach aus bei dem Wasserstand und der Strömung...

Viel Spaß beim Planen der nächsten Tour!

Jochen

Libertist
09.10.2010, 14:01
Was würdest du rückblickend sagen hat dir mehr Spaß gemacht? Georgien oder Alaska?

Die beiden Reisen sind schwierig zu vergleichen, weil es dabei etwas unterschiedliche Zislstellungen gab. Klar ging es in beiden Fällen um das Naturerlebnis, aber im Kaukasus lag die Präferenz eher auf dem Bergsteigen und dem Kennenlernen einer neuen Kultur, während in Alaska das Abenteuer und die Wildnis im Vordergrund stand. Könnte ich nur eine der beiden Reisen machen, würde es mich mehr nach Alaska ziehen, weil das Abenteuer für mich immer noch der größte Reiz ist. Aber ein wenig Abwechslung tut immer gut ;-) ...



Hast du nicht noch ein paar mehr Fotos?;-)

Das ist jetzt nicht ernst gemeint, oder? Nach dem letzten Sommer hab ich anfangs nur eine Hand voll Fotos hochgeladen; da kam diese Frage dann verständlicherweise öfter. Aber diesmal...? :o

andrea2
09.10.2010, 15:23
Das ist jetzt nicht ernst gemeint, oder? Nach dem letzten Sommer hab ich anfangs nur eine Hand voll Fotos hochgeladen; da kam diese Frage dann verständlicherweise öfter. Aber diesmal...? :o

Ähmmm.. doch,schon ...

Ich könnte mir noch viel, viel mehr Bilder von so einer tollen Tour ansehen. ;-)

Libertist
09.10.2010, 16:27
Ähmmm.. doch,schon ...

Ich könnte mir noch viel, viel mehr Bilder von so einer tollen Tour ansehen. ;-)

Hm, also ich habe noch mehr Bilder, ja. Wenn du etwas von einer ganz bestimmten Gegend oder einem ganz bestimmten Vieh sehen möchtest, könnte ich auch noch was hochladen. Aber einfach so "mehr Bilder" ist schwierig, weil ich dann nicht weiß, wo ich anfangen soll.

MatthiasK
09.10.2010, 16:37
MEHR BILDER!
von Landschaften :)

Libertist
09.10.2010, 16:46
MEHR BILDER!
von Landschaften :)

:bg::bg::bg:

Nix da. Wer von allem einfach nur MEHR sehen will, der reist bitte selbst nach Alaska. :ignore:

Ich dachte, 170 Bilder in einem Bericht seien schon akzeptabel.

peter-hoehle
09.10.2010, 16:57
Wer von allem einfach nur MEHR sehen will, der reist bitte selbst nach Alaska.Ich dachte, 170 Bilder in einem Bericht seien schon akzeptabel.

Da gebe ich dir vollkommen Recht.

Gruß Peter

andrea2
09.10.2010, 17:41
Ich dachte, 170 Bilder in einem Bericht seien schon akzeptabel.

170 Bilder?? - ich sag nichts mehr :ignore:
Danke, dass du dir die Arbeit gemacht hast, die alle hochzuladen.

Trotzdem wenn du noch das eine oder andere Bild aus den Wrangell Mountains hast, dass du uns nicht vorenthalten möchtest.....

Libertist
10.10.2010, 11:16
Trotzdem wenn du noch das eine oder andere Bild aus den Wrangell Mountains hast, dass du uns nicht vorenthalten möchtest.....


Okay. Hier Christian auf dem Weg zum Cooper Pass.

http://www.bilder-hosting.de/img/U05UM.jpg


Die kleine Caribou Cabin.

http://www.bilder-hosting.de/img/U06C7.jpg


Flood Creek und Moräne des Russell Claciers im Hintergrund.

http://www.bilder-hosting.de/img/U06EQ.jpg


Skolai Pass.

http://www.bilder-hosting.de/img/U091K.jpg


Chitistone Pass.

http://www.bilder-hosting.de/img/U0BHU.jpg


Blick auf den Chitistone Clacier.

http://www.bilder-hosting.de/img/U0BUM.jpg

Snorri
10.10.2010, 11:36
Danke für diesen unglaublichen Reisebericht, das ist nicht Kino das ist IMAX!!!
Muss ja wirklich eine wunderschöne Gegend dort oben sein und all die Tiere die du gesehen hast unglaublich!
Da hat man fast keine Lust mehr einen eigenen Reisebericht von Norwegen rein zu stellen :roll:
Eine Frage habe ich noch, was für ein Rucksack hast du, mit dem sich 35 Kilo angenehm tragen lassen? Bei den meisten Rucksackmodellen ist ja irgendwo über 25 Kilos die Traglast überschritten.

Grüsse Snorri

P.S. DIe Geldverdienungsmethoden sind ja auch echt einfallsreich hehe...

Libertist
10.10.2010, 13:15
Eine Frage habe ich noch, was für ein Rucksack hast du, mit dem sich 35 Kilo angenehm tragen lassen? Bei den meisten Rucksackmodellen ist ja irgendwo über 25 Kilos die Traglast überschritten.

Ich nutze den Lowe Alpin Expedition 75+20. Das Teil wiegt allein schon 3,3 Kilo, ist aber wirklich robust, hält also einiges aus. Ich weiß nicht, wo der "offizielle" Gewichtsbereich dieses Rucksacks liegt, aber meine Ausrüstung hat er gut verkraftet (obgleich der Ausdruck "angenehm tragen lassen" bei 35 Kilo und mehr vielleicht nicht mehr so vollkommen zutreffend ist :bg:).

Mr.Sunrise
10.10.2010, 13:58
Wow - ich bin einfach nur sprachlos!

Ein wahnsinns Reisebericht und dazu noch absolut geniale Bilder!
Da bricht beim lesen nur noch das Fernweh aus.

Besten Dank für diesen großartigen Bericht.

Gruß,
Daniel

andrea2
10.10.2010, 14:16
Danke für die Bilder. :D

Würdest du sagen, dass eher die Flüsse oder die Pässe die Knackpunkte der Tour durch die Wrangell Mountains sind? Ich hab zwar eine grobe Karte im Netz gefunden auf der ich die Tour in etwa nachvollziehen kann, aber nichts genaueres. Gibt es da eine Seite?

Libertist
10.10.2010, 14:55
Danke für die Bilder. :D

Würdest du sagen, dass eher die Flüsse oder die Pässe die Knackpunkte der Tour durch die Wrangell Mountains sind? Ich hab zwar eine grobe Karte im Netz gefunden auf der ich die Tour in etwa nachvollziehen kann, aber nichts genaueres. Gibt es da eine Seite?

Was meinst du mit "Knackpunkte"? Am gefährlichsten waren eindeutig die Flussüberquerungen. Anstrengend waren vor allem die "Bushwacking"-Passagen (durch dichte Vegetation, nasse Tundra...). Die Pässe waren eigentlich kein Problem: ist man einmal über der Baum- und Buschgrenze, läuft es sich relativ unbeschwert. Ich meine, die Höhenmeter muss man natürlich überwinden, aber das ist in jedem Gebirge der Welt so. Die besondere Herausforderung in Alaska ist halt das weglose, oftmals sehr dicht zugewachsene Gelände. Trekking in diesen Breiten bedeutet, in Flussbetten oder über der Vegetationsgrenze zu gehen - was dazwischen liegt ist nach einigen Stunden sehr ermüdend, lässt sich aber nicht immer vermeiden. Und das sieht dann halt so aus:

http://www.bilder-hosting.de/img/U0HZ6.jpg


Die Route kannst du relativ leicht nachvollziehen, indem du bei Google Maps einfach nach die entsprechenden "Orte" suchst:

Slana; Nabesna; Cooper Creek; Blue Lake; Chisana; Solo creek; Upper Skolai Lake, Chitistone Pass; Glacier Creek; McCarthy.

Im Zweifel einfach überall ein "Alaska" anhägen, dann findest du das schon.

andrea2
10.10.2010, 22:09
Am gefährlichsten waren eindeutig die Flussüberquerungen.

Das hab ich befürchtet, klang ja auch schon aus dem Bericht heraus. :(
Wohl doch nichts für einen Angsthasen wie mich.

Auf Google hab ich die wichtigsten Punkte der Route schon gefunden. Es wäre nur noch schöner richtige Karten zu haben wie es z.B für Schweden und Norwegen gibt. Da hat man ja jede Wanderkarte online und kann so wunderbar planen.

Es war auf jeden Fall eine tolle Tour, ich beneide euch darum. Nutz die Zeit, in der du noch jung bist und soviel Zeit hast, solche Urlaube zu machen.

Libertist
10.10.2010, 22:36
Nutz die Zeit, in der du noch jung bist und soviel Zeit hast, solche Urlaube zu machen.

Ich geb mein bestes! :bg:

Übrigens: Das Raft meiner Freundin ist soeben in der Bucht gestrandet.

sol
11.10.2010, 11:00
Genial!
Danke für diesen sehr schönen Bericht.

Kudos dass du solche Touren durchziehst und richtige "Wilderness" erleben konntest.

Mika Hautamaeki
11.10.2010, 21:43
Moin, die Tour ist ja de absolute Hammer!
Genau davon träum ich schon seit Jahren. 5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne
Leider konnte ich nur ca. 3/4 aller Bilder sehen, weil Firefox nicht alles anzeigen will, da sind große weiße Flecken im Fenster, also wie ne Alskakarte von vor 300 Jahren. Hat jemand ne Idee warum?

NilsL
12.10.2010, 14:48
@Mika: mit meinem Firefox kann ich alle Bilder sehen

großartiger Bericht: beeindruckende Bilder und super geschrieben :o

Sapbattu
13.10.2010, 10:11
Moin, die Tour ist ja de absolute Hammer!
Genau davon träum ich schon seit Jahren. 5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne5sterne
Leider konnte ich nur ca. 3/4 aller Bilder sehen, weil Firefox nicht alles anzeigen will, da sind große weiße Flecken im Fenster, also wie ne Alskakarte von vor 300 Jahren. Hat jemand ne Idee warum?

schonmal versucht einfach die seite neu zu laden? manchmal läd der nicht sofort beim ersten mal alle bilder richtig/vollständig.

Mika Hautamaeki
14.10.2010, 13:33
Ja, das Problem hat sich geklärt. Mein alter Rechner kann die Datenmengen nicht verarbeiten. Auffe Maloche läuft es. danke!

Coenig
14.10.2010, 16:31
Irre. Meine 2 Monate diesen Sommer auf Grønland waren auch nicht schlecht. Aber wenn ich solche Berichte sehe, weiss ich warum Alaska ganz weit oben auf meiner unendlich langen Liste von zukünftigen Reisen steht.

Diese Farben...

alptraum
15.10.2010, 21:50
Hallihallo,

bin zufällig auf diesen megacoolen bericht gestoßen!
meine hochachtung!!
war das eine oder andere mal in dieser ecke von ak unterwegs, zuletzt im mai mit schi...(wrangel mountains)
während dieser reise hab ich mir auch dann auch entlich bei amh ein alpackaraft geholt.

extremcooles teil!!
war unter anderem letzes we damit ein wenig unterwegs. hat mega spaß gemacht, obwohl, die spritzdecke muß ich noch ein wenig verbessern...und ein trockenanzug wär was feines ;-)

für nächstes jahr denke ich auch an eine packraft tour. mal schaun was wird.

ev. der jago...der mündet in die beaufort sea...

schöne grüße,
gerhard
anbei zwie bilder von meinem packraft:

Sapmi
25.10.2010, 17:32
Vielen Dank für den tollen Bericht und die Bildband-verdächtigen Fotos! :D

Was habt Ihr denn so pro Kopf für den Flug nach Anchorage (und zurück) bezahlt? Muss man sicher extrem früh buchen, um noch bezahlbare Preise zu kriegen, oder?

Libertist
28.10.2010, 17:38
Vielen Dank für den tollen Bericht und die Bildband-verdächtigen Fotos! :D

Was habt Ihr denn so pro Kopf für den Flug nach Anchorage (und zurück) bezahlt? Muss man sicher extrem früh buchen, um noch bezahlbare Preise zu kriegen, oder?


Für die beiden Flüge Frankfurt - Anchorage und Fairbanks - Frankfurt (beides Direktflüge mit Condor) haben wir 793,05 Euro bezahlt. Im Januar gebucht ;-) ...

Viele Grüße aus Istanbul.

Ditschi
28.10.2010, 19:58
Hallo,
für diesen Reisebericht und alle anderen in dieser Rubrik: dafür bin ich im Forum!!
Ich genieße sie alle, finde die Bilder phantastisch und träume am PC und im Bett danach.
Leider ist mein heutiges Outdoorleben dagegen vergleichsweise beschaulich. Sind nicht mehr die Jüngsten....
Ob ich neidisch bin?
Ja, eigentlich doch ein bißchen, oder vielleicht genauer gesagt: ...und wie!
Gruß Ditschi

Antracis
31.10.2010, 10:38
Absolut hammermäßiger Bericht. Steht jetzt auch auf meiner Liste. Müssen ja nicht 9 Wochen sein, 3 Wochen "Feldzeit" sind ja sicher auch nett.

Was mich als Schisshasen doch etwas interessiert: Die Flüsse sind sicher haarig, aber wie war es mit den Bären ? Allen Statistiken zum Trotz wird mir bei den Bildern doch mulmig, gerade auch die Kombi Mutter und Junge. Habt ihr da spezielle Vorsichtsmaßnahmen getroffen oder war das alles weit genug weg ? (Wie viele 100 Meter ist weit genug für einen Grizzly :bg: )
Soweit ich mich erinnere hattest Du ja den Park glaube ich gerade ausgewählt, weil man keine Bärentonnen mitschleppen muß ect. ?

lg und nochmal Danke für den coolen Bericht.
Sascha

Nammalakuru
31.10.2010, 11:15
Hab vorher nur mal die Bilder überflogen - jetzt aber mal ganz inhaliert.
Krasse Tour! Würd ich mir tendenziell nicht zutrauen. Aber bei diesen Bildern werd ich mir das vielleicht noch anders überlegen :grins:

Von mir auch nochmal herzlichen Dank für diesen großartigen Bericht! Kino!

Beste Grüße,
Nam

Dominik
31.10.2010, 13:03
Traumhafte Landschaft und traumhafte Bilder.
Ihr müsst wirklich großartige Erfahrungen gemacht haben!

Abenteuer pur :-)
Dom

shizuka
04.11.2010, 20:54
WAHNSINNSBERICHT!! Ich bin total begeistert! Danke für den Bericht und die tollen Fotos! (170? Kam mir gar nicht so vor ;-) )

Aber ich würde mich gern Antracis anschliessen, was mich auch brennend interessiert, ist die Bärenfrage!!



Was mich als Schisshasen doch etwas interessiert: Die Flüsse sind sicher haarig, aber wie war es mit den Bären ? Allen Statistiken zum Trotz wird mir bei den Bildern doch mulmig, gerade auch die Kombi Mutter und Junge. Habt ihr da spezielle Vorsichtsmaßnahmen getroffen oder war das alles weit genug weg ? (Wie viele 100 Meter ist weit genug für einen Grizzly :bg: )
Soweit ich mich erinnere hattest Du ja den Park glaube ich gerade ausgewählt, weil man keine Bärentonnen mitschleppen muß ect. ?
a

War dieser Abschnitt der Tour geführt? Wie nah ward Ihr dran? Wie habt Ihr Euch verhalten (drauflosgerannt seid Ihr nicht, das ist ja klar), hattet Ihr keine ANGST???

Ich bin echt beeindruckt von der Tour!!

Gruß,

shizuka

Jere
05.11.2010, 19:07
Ein wirklich sehr genialer Trip und Reisebericht!
Mir fehlen die Worte! Da kommt richtig Sehnsucht auf.
Und erst die Bilder....:bg:
Danke dass ihr mich ein Stück daran teilhaben lasst!
Viele Grüße Jere

mastersergeant
05.11.2010, 19:39
Saugeile Tour.

Als ich damals in Mc Carthy war, musste man sich noch mit ner Gondel am Seil übern Fluss ziehen und es waren maximal fünf andere Wanderer unterwegs - keine "Touris".

Jetzt ham die da ne Brücke.
Schade dass sich das geändert hat, aber für Amis ist Outdoor, wenn man mit nem 4*4 Pick up irgendwo hinfährt (dazu gehört wohl auch der Mc Drive;-)).

Hammer Bericht und viel Spass beim Ausplanen der nächsten Tour.

Mein Neid ist euch gewiss.... Gruß Stef

Libertist
06.11.2010, 11:24
Was mich als Schisshasen doch etwas interessiert: Die Flüsse sind sicher haarig, aber wie war es mit den Bären ? Allen Statistiken zum Trotz wird mir bei den Bildern doch mulmig, gerade auch die Kombi Mutter und Junge. Habt ihr da spezielle Vorsichtsmaßnahmen getroffen oder war das alles weit genug weg ? (Wie viele 100 Meter ist weit genug für einen Grizzly :bg: )
Soweit ich mich erinnere hattest Du ja den Park glaube ich gerade ausgewählt, weil man keine Bärentonnen mitschleppen muß ect. ?
Sascha

Vorsichtsmaßnahmen, hmm... Naja, das Übliche halt. Wir hatten ein "Bear Spray" dabei, mussten es aber nie einsetzen. Bären bekommt man sowieso nur bei Gegenwind vor die Linse - so bald sie Menschen wittern sind sie in der Regel weg. Prinzipiell sind die Viehcher wirklich nicht daran interessiert, einem Menschen zu schaden. Also, keine Angst haben! Nur auf's Essen muss man ein wenig achten. ;-)



War dieser Abschnitt der Tour geführt? Wie nah ward Ihr dran? Wie habt Ihr Euch verhalten (drauflosgerannt seid Ihr nicht, das ist ja klar), hattet Ihr keine ANGST???

Geführt...?? Nee, nee. Das haben wir allein gemacht. :cool:
Die "naheste" Bärenbegegnung hatten wir auf der Kesugi Ridge mit einer süßen Schwarzbär-Familie. Da uns der Wind ins Gesicht bließ und die Bärlis mit Fressen beschäftigt waren, konnten sie sich uns bis auf ca. 30 Meter nähern, ohne uns zu bemerken. Wir haben sie ungefähr eine halbe Stunde aus dieser Entfernung beobachtet - dementsprechend viele Fotos und Videos sind in dieser Zeit entstanden ;-) ... Wären sie uns noch näher gekommen, hätten wir uns visuell und akustisch bemerkbar gemacht, so dass sie davon laufen (was letztendlich auch passiert ist). Würde man die Bären zu nah heranlassen und dann aus 5 Metern plötzlich hinter dem Gebüsch auftauchen, liefe man Gefahr, sie zu erschrecken. Und das wäre nicht so gut - vor allem dann nicht, wenn es sich um eine Mutter mit Jungen handelt! :bg:
Anyway, Angst hatten wir keine. Im Gegenteil: es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass diese Bären dort oben in Alaska wirklich noch "wild" sind; das heißt, ihren natürlichen Instinkten folgen. Das bedeutet, dass sie scheu sind und verschwinden, so bald sie Menschen wittern. Wenn man diese Erfahrung einige Male gemacht hat, verliert man die Angst und kann das Beobachten bzw. Fotografieren der Tiere genießen. Anders sieht es bei den Bären aus, die sich schon zu sehr an die Menschen gewöhnt haben und bewusst in der Nähe von Städten leben, weil sie dort "leichtere Beute" finden. Die können gefährlich werden... aber ich hatte noch nie Probleme mit Bären.

Libertist
06.11.2010, 11:26
Saugeile Tour.

Als ich damals in Mc Carthy war, musste man sich noch mit ner Gondel am Seil übern Fluss ziehen und es waren maximal fünf andere Wanderer unterwegs - keine "Touris".

Jetzt ham die da ne Brücke.
Schade dass sich das geändert hat, aber für Amis ist Outdoor, wenn man mit nem 4*4 Pick up irgendwo hinfährt (dazu gehört wohl auch der Mc Drive;-)).

Hammer Bericht und viel Spass beim Ausplanen der nächsten Tour.

Mein Neid ist euch gewiss.... Gruß Stef


Interessant, das wusste ich gar nicht. Wann warst du denn in McCarthy und was hast du dort gemacht?

Libertist
06.11.2010, 12:27
Jetzt fällt mir erstmal auf, dass im Titel ja "Summer" statt "Sommer" steht. Hab auf der Reise wohl zu viel Englisch gesprochen. Hm, ich selbst kann das nicht ändern, oder? Vielleicht opfert sich ja mal ein Moderator... wäre nett.

thefly
06.11.2010, 12:37
Jetzt fällt mir erstmal auf, dass im Titel ja "Summer" statt "Sommer" steht. Hab auf der Reise wohl zu viel Englisch gesprochen. Hm, ich selbst kann das nicht ändern, oder? Vielleicht opfert sich ja mal ein Moderator... wäre nett.

aber sicher doch ;-)

Libertist
06.11.2010, 12:40
aber sicher doch ;-)

Danke!

mastersergeant
06.11.2010, 14:32
Interessant, das wusste ich gar nicht. Wann warst du denn in McCarthy und was hast du dort gemacht?

Hm tja was macht man da ???? ;-)

Waren noch im letzten Jahrtausend da. Bevors zwei Wochen den Yukon (BigSalmon/Yukon) im Kanu runter ging standen noch zwo Wochen Alaska aufm Plan.

Die allerdings mit nem 4*4, weil 1. McCarthy inkl. Mine und Gletscher (zu Fuß ! Kein Shuttle!!!) 2. Kenaihalbinsel zum Lachse angeln (Bis wir alle Schuppen hatten, die ham gebissen wie Sau) 3. Fairbanks (auch mal in der Uni vorbeigeschaut) 4. Top of the world highway 5. Dawson (exakt 100Jahre nach dem großen Goldrausch). 6.(und wichtigstens) Whitehorse-PizzaHut ALL YOU CAN EAT (Die nächsten 2Wo
gabs ja nur Fisch ausm Fluss und Nudeln/Reis :()
Gruß Stef

Libertist
06.11.2010, 15:42
Hm tja was macht man da ???? ;-)

Naja, ich dachte, du hättest dir den Wrangell St. Elias NP etwas genauer angesehen. McCarthy an sich ist ja ganz nett - aber das Eigentliche ist ja die Wildnis rund herum. Oder nicht?

Libertist
06.11.2010, 17:22
Ich habe vor einiger Zeit eine PN bekommen, die ich hier im Reisebericht beantworten möchte, weil es vielleicht noch andere interessiert.


...Darf ich nach den Kosten fragen? Nur ganz grob... Was kostet zum Beispiel so eine Tour im Denali NP? Und was hat euer Trip insgesamt wohl gekostet?
Ich habe mich noch nicht mit Alaska beschäftigt, deshalb jetzt diese wahrscheinlich dummen Fragen, aber ich wüsste gerne, ob ich mir so eine Reise direkt aus dem Kopf schlagen kann oder wie lange ich dafür sparen müsste...
Danke!!!
Viele Grüße,
...

Tja, die Kostenfrage. Eines steht schon mal fest: niemals einfach so "aus dem Kopf schlagen"...!! Der ganze Spaß ist nämlich nicht so teuer. Das Buchen der "Units" im Denali kostet gar nichts. Wenn eine Reise durch Alaska übermäßig teuer wäre, könnte ich sie mir - als Student, übrigens - auch nicht leisten. De facto braucht man nur Geld für Flug und Verpflegung. Für Hin- und Rückflug haben wir genau 793,05 Euro bezahlt, Essen ca. 100 Euro pro Monat und der Food Drop 150 Dollar pro Person. Transport funktioniert per Hitchhiking - dafür muss man also kein Geld ausgeben. Wenn du sparsam lebst und langfristig planst, kannst du also für 1500 Euro eine 2-monatige Trekking-Reise durch Alaska erleben.

So viel zu den eigentlichen Reisekosten. Das wahre Problem ist natürlich die Ausrüstung ;-) ... Ich trage über 4000 Euro mit mir herum (und natürlich werden es jedes Jahr mehr :bg:). Selbstverständlich kann man auch da sparen, aber... naja...

Wenn du wirklich vorhast, so eine Reise zu planen, kannst du dich mit Fragen jedenfalls gerne an mich wenden. Ich kann dir auch mal meine Packliste schicken, wenn du magst.

Viele Grüße aus Tbilisi!

mastersergeant
06.11.2010, 18:16
Naja, ich dachte, du hättest dir den Wrangell St. Elias NP etwas genauer angesehen. McCarthy an sich ist ja ganz nett - aber das Eigentliche ist ja die Wildnis rund herum. Oder nicht?

Klaro, aber dafür braucht man ja vieel Zeit und wir hatten die für den Yukon verplant

alle Ecken die wir in Alaska und auch Kanada sahen wären ein paar Wochen Wert gewesen. Auch die "überrannten Parks" wie Jasper/Banff und der Mount Robson um nur einige zu nennen.
Aber wenn "nur" vier wochen möglich sind.......
wenn es möglich gewesen wäre, hätten wir wie Du schon die nächste Tour geplant, kaum angekommen.
aber wer weiss, ......

Gruß stef

Wookasch
06.11.2010, 19:22
Ich bin sprachlos, mir fehlen einfach die Superlativen, um deinen Trip (und den Bericht) zu loben.
Hut ab!

http://user.cs.tu-berlin.de/~madeksza/gg/na_kolana.gif

Von dir inspiriert fange ich jetzt ernsthaft über eine Alaska-Tour in ca. 2 Jahren nachzudenken.





Ich kann dir auch mal meine Packliste schicken, wenn du magst.

Es wäre nett, wenn du sie direkt hier ins Forum stellen könntest!
Daraus ergeben sich bestimmt weitere Fragen ;)

alptraum
08.11.2010, 21:10
hallo Libertist,

..ich hatte schon meine begeisterung bzgl. eurer tour geäussert und tu das am besten gleich nochmal!

eine frage aber zu abgebildeten hütte:

..."Weiter ging’s in Richtung Clacier Creek, allerdings nicht, ohne eine Nacht in der Glacier Creek Cabin verbracht zu haben. Diese Cabin hat (wie die meisten) einen eigenen kleinen Airstrip"...

...ist das nicht die neue peavine cabin anstatt der glacier creek cabin, in der ihr übernachtet habt?
die glacier creek cabin ist meines wissens älterer bauart und von dichtem wald umgeben.

Libertist
08.11.2010, 23:34
hallo Libertist,

..ich hatte schon meine begeisterung bzgl. eurer tour geäussert und tu das am besten gleich nochmal!

eine frage aber zu abgebildeten hütte:

..."Weiter ging’s in Richtung Clacier Creek, allerdings nicht, ohne eine Nacht in der Glacier Creek Cabin verbracht zu haben. Diese Cabin hat (wie die meisten) einen eigenen kleinen Airstrip"...

...ist das nicht die neue peavine cabin anstatt der glacier creek cabin, in der ihr übernachtet habt?
die glacier creek cabin ist meines wissens älterer bauart und von dichtem wald umgeben.


Wir haben in beiden übernachtet. Aber stimmt: die abgebildete Hütte ist die Peavine. Du warst also auch schon dort...??

Die Packliste poste ich morgen. Bin gerade erst aus Tbilisi zurück in Wien angekommen. Müde...!!

alptraum
09.11.2010, 08:47
buon jour!

..ja ich war letzten mai mit schi dort.
wir wollten auf den mount bona gehen und haben gut eine woche schlechtwetter und schneesturm in der peavine abgesessen. coole gegend.
nur der bona hat sich in der ganzen zeit kein einziges mal gezeigt...

naja, die gegend ist vom wetter nicht immer bevorzugt, irgendwoher müssen die großen gletscher ja kommen;-)

hast du schon eine idee wohin in die brooks range es dich nächsten sommer zieht?
ich war einmal ein paar wochen am wild lake (nord östlich von bettles) und in den umliegenden bergen. faszinierende gegend. nocheinmal eine nummer abgelegener als in den wrangels.
das war noch die zeit vor packraft und light weight gear.

ich denke ebenso über eine packrafttour nächsten sommer in der brooks range nach.

shizuka
09.11.2010, 13:30
@Libertist: vielen Dank für Deine Antwort zur "Bärenfrage"! Das klingt ECHT gut! Ist mit Sicherheit eine tolle Erfahrung!

Viele Grüsse,

shizuka

Libertist
09.11.2010, 18:22
hast du schon eine idee wohin in die brooks range es dich nächsten sommer zieht?

Ja, ich hab eine Idee für die Brooks Range. Es soll vom Atigun Pass entlang des Hauptkamms bis zu den Quellen des Hulahula Rivers gehen und von dort aus mit dem Raft in die Beringsee. Aber das ist noch kein Plan, sondern eher eine "Vision" - ich muss erst schauen, ob das wirklich möglich ist. Wären halt noch mal einige Kilometer mehr ;-) ...

Im Anhang ist jetzt auch die Packliste für den Alaska-Trip zu finden. Bis auf das Fleece, das Alpin-Zeugs und das Primus-Besteck war alles dabei.

alptraum
09.11.2010, 20:26
phoa, respekt, respekt, vom hulahula bis zur beeringsee sind´s wirklich einige kilometer meer...
willst du da echt mit dem packraft die ganze arctic ocean coast entlangpaddeln??

mamamia, dort können im sommer die eisbären sehr ungut werden. die weißen spielen vom hungerpotential auch in einer anderen liega als die braunen...ein bekannter hatte in der nähe von kaktovik einen im vorzelt...

Libertist
09.11.2010, 21:01
phoa, respekt, respekt, vom hulahula bis zur beeringsee sind´s wirklich einige kilometer meer...
willst du da echt mit dem packraft die ganze arctic ocean coast entlangpaddeln??

mamamia, dort können im sommer die eisbären sehr ungut werden. die weißen spielen vom hungerpotential auch in einer anderen liega als die braunen...ein bekannter hatte in der nähe von kaktovik einen im vorzelt...

Also erstmal: das Streckenproblem der Tour liegt nicht beim Hulahula - von den Quellen bis zum Meer kann man es schon in einer Woche schaffen. Bei der Strecke vom Atigun Pass durch die Berge bis zum Hulahula sieht es da schon ganz anders aus. Dafür plane ich ungefähr drei Wochen.
Und von der Mündung des Hulahula bis nach Kaktovik sind es nur ein paar Kilometer. Ob ich die an der Küste entlangpaddel oder zu Fuß gehe, kann vor Ort entschieden werden.

Wie ich mit den Eisbären umzugehen habe, weiß ich noch nicht. Das ist einer der Punkte, die noch zu klären sind. Im Vorzelt möchte ich sie jedenfalls nicht haben! :o

alptraum
09.11.2010, 21:41
ok, I see...
du hattest beringsee geschrieben, meintest aber die beaufortsee, stimmts?
dachte schon du willst die küste entlang zur beringsee.
dann is ja alles halb so schlimm...

und wegen der bären: soetwas ähnliches habe ich immer in spitzbergen verwendet

http://icebearalarm.com/index.html

Libertist
09.11.2010, 22:57
ok, I see...
du hattest beringsee geschrieben, meintest aber die beaufortsee, stimmts?

Verdammt, ja, stimmt natürlich! Siehst du, die Idee steckt eben noch in den Kinderschuhen! :bg:

Danke für den Link. Ich werde mich demnächst damit auseinandersetzen. Aber hast du es wirklich verwendet oder nur dabei gehabt?

alptraum
10.11.2010, 09:28
..naja, bis zum sommer ist ja noch ein wenig zeit ;-)

@trip wire: wir haben dameals ein ähnliches, von mir gebautes system verwendet. eine auslösung durch habe ich jedoch noch nicht erlebt. mein kollege schon...
siehe:
http://www.philipp-schaudy.net/spitzbergen_2000.html

Libertist
09.12.2010, 17:58
haette da noch ne frage zu dem packraft aus dem diesjaehrigen nordamerika trip. du schreibst:
"Einige Wochen später gaben wir in Anchorage 3 Alpacka Rafts inklusive Zubehör in Bestellung."
wo hast du die den bestellt?

Die haben wir bei Alaska Mountaineering & Hiking (http://www.alaskamountaineering.com/) bestellt. Beim Hersteller selbst gibt es übrigens gerade einen 10% discount.

sommerfugl
12.12.2010, 22:32
Ich kann zwar eigentlich nur all die Kommentare vor mir wiederholen, aber trotzdem: Phantastischer Bericht, großartige Tour und mundwässrigmachende Bilder, die das sehnsüchtige Herz höher schlagen lassen...

Beneidenswert die Studenten, die ihre Ferien für so etwas nutzen können!

Mortias
14.12.2010, 00:58
Auch von mir große Anerkennung für diesen tollen Reisebericht. Sehr beeindruckende Bilder. Da bin ich sicherlich nicht der einzige, der ein bisschen neidisch wird... :D

Da ich nächstes Jahr für nächstes Jahr auch ne Alaska Reise plane (eigentlich Gates of the Arctic N.P., aber nach diesem Bericht eventuell doch Wrangell St. Elias ;-)) hätte ich auch nochmal paar Fragen.

1. Bezüglich Bären. Hab mehrmals gelesen, dass man mindestens 100 m vom Zelt entfernt kochen soll. Habt ihr das auch bei Regen und Kälte gemacht? Bei meinen bisherigen Lappland Touren konnte ich bei schlechtem Wetter einfach gemütlich im Zelteingang kochen. Aber wenn dann Bären in der Nähe sind...:(

2. Habt Ihr das Wasser vorher gefiltert, bzw. gekocht? Hab gelesen, dass man es tuen soll, da Giardien Parasiten im Wasser sein könnten. In Lappland habe ich das Wasser immer bedenkenlos ohne Aufbereitung trinken können und eigentlich sollte das Wasser in Alaska ähnlich sauber sein.

3. Was für Karten hattet ihr mit? Hab mich bezüglich Karten schonmal etwas informiert, und festgestellt, dass es einmal Karten im 1:250 000 Format und dann nochmal detailiertere karten im 1:63 000 Maßstab gibt. Das Problem bei den 1:63 000 karten ist, dass sie nur jeweils einen sehr kleinen Bereich abdecken. Sprich man sich bei ner längeren Tour mit entsprechend vielen Karten zumüllen muss. Oder haben manchmal auch die größeren 1:250 000 Karten gereicht. Oder gabs sogar noch Karten in einem anderen Maßstab.

Viele Grüße,
Matthias

Mortias
14.12.2010, 13:24
Da fällt mir grad noch ne weitere Frage ein. Musstet ihr die Lage des magnetischen Nordpols bei der Navigation mit dem Kompass mit einbeziehen? Soweit ich das überblicke, liegt dieser ja im Nordosten Kanadas. Macht das dann schon einen merkbaren Unterschied zwischen aufm Kompass angezeigter und tatsächlicher Richtung?

Libertist
14.12.2010, 15:46
Auch von mir große Anerkennung für diesen tollen Reisebericht. Sehr beeindruckende Bilder. Da bin ich sicherlich nicht der einzige, der ein bisschen neidisch wird... :D

Da ich nächstes Jahr für nächstes Jahr auch ne Alaska Reise plane (eigentlich Gates of the Arctic N.P., aber nach diesem Bericht eventuell doch Wrangell St. Elias ;-)) hätte ich auch nochmal paar Fragen.

1. Bezüglich Bären. Hab mehrmals gelesen, dass man mindestens 100 m vom Zelt entfernt kochen soll. Habt ihr das auch bei Regen und Kälte gemacht? Bei meinen bisherigen Lappland Touren konnte ich bei schlechtem Wetter einfach gemütlich im Zelteingang kochen. Aber wenn dann Bären in der Nähe sind...:(

2. Habt Ihr das Wasser vorher gefiltert, bzw. gekocht? Hab gelesen, dass man es tuen soll, da Giardien Parasiten im Wasser sein könnten. In Lappland habe ich das Wasser immer bedenkenlos ohne Aufbereitung trinken können und eigentlich sollte das Wasser in Alaska ähnlich sauber sein.

3. Was für Karten hattet ihr mit? Hab mich bezüglich Karten schonmal etwas informiert, und festgestellt, dass es einmal Karten im 1:250 000 Format und dann nochmal detailiertere karten im 1:63 000 Maßstab gibt. Das Problem bei den 1:63 000 karten ist, dass sie nur jeweils einen sehr kleinen Bereich abdecken. Sprich man sich bei ner längeren Tour mit entsprechend vielen Karten zumüllen muss. Oder haben manchmal auch die größeren 1:250 000 Karten gereicht. Oder gabs sogar noch Karten in einem anderen Maßstab.

Viele Grüße,
Matthias

Hallo Matthias,

danke für das Lob. Zu deinen Fragen:

1. Im Opimalfall kocht man zumindest in einiger Entfernung vom Zelt und vor allem so, dass der Wind den Essensgeruch nicht Richtung Zelt, sondern davon weg weht. Wir achteten schon darauf, nicht zu nah am Zelt zu kochen, aber so streng sahen wir das auch nicht. Einmal wurde auch im Zelt gekocht ;-) ... Hängt immer ein wenig davon ab, in welcher Gegend man sich aufhält, wie viele Bärenspuren sichtbar sind und so weiter. Wenn du ganz sicher gehen willst, kochst du circa 60 Meter vom Zelt entfernt (windabgewandte Richtung) und verstaust deinen gesamten Proviant inklusive allem, was riecht, ebenso weit weg - allerdings nicht an der Kochstelle. Wie gesagt, so genau haben wir das nie genommen. Wenn du allerdings noch nie in Bärenland warst, solltest du dir ein paar genauere Informationen einholen, bevor du dich in den Wrangells aussetzen lässt. ;-)

2. Ja, alle reden von Giardien und wie gefährlich diese sind. Ich war schon in vielen Gebirgen unterwegs und habe in meinem Leben noch keinen Schluck gefilterten Wassers getrunken.

3. Unsere Karte vom Wrangell St- Elias NP hat einen Maßstab von 1:375.000, die vom Denali 1:225.000. Beide sind von National Geographic. Natürlich gibt es auch die detaillierteren USGS Karten, aber von denen hätten wir einfach zu viele gebraucht ;-) ... Die NG Karten waren für uns völlig ausreichend. Da es in der Gegend keine Trails gibt, muss man sich den "Weg" sowieso selbst suchen - es reicht mir also zu wissen, dass ich im richtigen Tal bin. Verstehst du, was ich meine?



Da fällt mir grad noch ne weitere Frage ein. Musstet ihr die Lage des magnetischen Nordpols bei der Navigation mit dem Kompass mit einbeziehen? Soweit ich das überblicke, liegt dieser ja im Nordosten Kanadas. Macht das dann schon einen merkbaren Unterschied zwischen aufm Kompass angezeigter und tatsächlicher Richtung?

Wir hatten keinen richtigen Kompass dabei, ab und zu hab ich mal einen Blick auf den integrierten Kompass meiner Suunto geworfen. Ich weiß immer ungefähr wo Norden ist und in welche Richtung ich muss, vor allem dann, wenn ich von großen Gebirgszügen mit markanten Gletschern und breiten Flussläufen umgeben bin. Insofern war eine so genaue Peilung nie nötig. Mit deiner Frage müsstest du dich also an jemand anderen wenden - allerdings glaube ich kaum, dass du in den Wrangells große Koordinationsprobleme bekommen wirst ;-) ...


Halte mich doch bitte mal bzgl. deiner Alaska-Planung auf dem Laufenden. 2011 wollte ich eigentlich auch in den Gates of the Arctic NP, habe mich nach einigen Recherchen aber für etwas Größeres östlich vom Atigun Pass entschieden (Arctic Wildlife Refuge). Bin mit der Vorbereitung auch schon relativ weit. Ich wünsche dir viel Spaß beim Planen und falls du wirklich in die Wrangells willst, kannst du dich natürlich weiterhin mit Fragen an mich wenden.


Edit: Ich sehe, du hast hier in meinem Bericht deine ersten beiden Beiträge erstellt. Na dann... willkommen im Forum! :cool:

Mortias
15.12.2010, 00:08
Hi Liberstist, erstmal vielen Dank für die sehr ausführlichen Antworten. War sehr hilfreich.
Gerade was das Trinkwasser angeht kann ich mir vorstellen, dass sind die Amis extrem vorsichtig sind. Nach dem Motto "Lieber ausführlich warnen, bevor ich im Nachhinein von jemanden verklagt wurde der tatsächlich mal Giardien bekommen hat". Gibt ja so manche seltsame Gerichtsentscheidungen in den USA :D

Was die Karten angeht verstehe ich sehr gut was Du meinst. Wenn ich durch Täler gehe reicht mir eigentlich auch ne Karte mit großen Maßstab. Nur wenn kritische Bachüberquerungen oder Bergbesteigungen anstehen, finde ich eine Karte mit kleinerem Maßstab schon hilfreich.


Für meine Alaksatour bin ich mit der Planung sicherlich noch nicht so weit wie Du. Im Moment bin ich halt am Informationen sammeln und hab mir erstmal von National Geographic die 1:400 000 Karte besorgt. Ich muss jetzt mal schauen, wo man denn gut langlaufen kann. Aber grob plane ich erstmal den Alatna River von Süden Richtung Norden zu folgen. Dabei ist auf jedenfall ein Abstecher zu den Arrigetch Peaks Pflicht. Ob ich dann Richtung Westen zum Mount Igikpak und weiter durch die Schwatka Mountains gehe oder mich stattdessen Richtung Nordwesten zum Chandler Lake oder zum Anaktuvuk Pass durchschlage weiss ich noch nicht.
Aber was hat für dich denn gegen den Gates of the Arctic N.P. gesprochen?

Eine Unsicherheit bei der ganzen Tourenplanung ist für mich noch, ob aus meinem Freundeskreis jemand mitkommt. Weil ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob es sehr sinnvoll ist das erste Mal in Alaska gleich alleine unterwegs zu sein. Bin zwar diesen Spätsommer für 12 Tage alleine querfeldein durch Lappland gelatscht, aber gerade wegen den Bären und weil Alaska einfach nochmal ne Spur wilder ist, müsste ich mir sehr stark überlegen, ob ich auch alleine losziehen würde. Satellitentelefon und Bärenspray wäre natürlich schon dabei.

Hab mir auch bei National Geographic mal die Karte vom Wrangells St. Elias N.P. bestellt (nachdem ich Deinen Bericht gelesen habe, vorher hatte ich den gar nicht auf der Rechnung ;-) ) und bin mal gespannt, was da so tourenmäßig möglich ist. Also zeitmäßig peile ich so 10-20 Tage an. Allerdings als reine Wandertour und nicht noch mit Packraft so wie Du. Deswegen muss ich mal gucken, ob sowas im Wrangell möglich ist oder ob da zuviele große Flüsse sind. Und über Gletscher will ich auch nicht gehen. Dafür fehlt mir einfach die Erfahrung und die Ausrüstung.



Edit: Ich sehe, du hast hier in meinem Bericht deine ersten beiden Beiträge erstellt. Na dann... willkommen im Forum! :cool:

Ja vielen Dank. Hab eigentlich schon seit längerem im Forum gerne Reiseberichte gelesen und mir gedacht, dass es eigentlich Zeit wird mich anzumelden um auch mal nen eigenen Bericht von meiner letzten Tour zu schreiben. Naja, bisher blieb es leider bei dem Vorsatz, aber vielleicht wirds ja nochmal was... :grins:

Libertist
15.12.2010, 15:22
Nur wenn kritische Bachüberquerungen oder Bergbesteigungen anstehen, finde ich eine Karte mit kleinerem Maßstab schon hilfreich.

Naja, bei anspruchsvollen Flussquerungen in den Wrangells musst du sowieso improvisieren. Jedes Flussbett ändert sich jedes Jahr - diesbezüglich gibt es keine genauen Karten. Wo man im letzten Jahr noch furten konnte, kann jetzt eine Engstelle sein. Da muss man den Flusslauf einfach ablaufen und nach einer geeigneten Stelle Ausschau halten.



Aber was hat für dich denn gegen den Gates of the Arctic N.P. gesprochen?

Eigentlich nichts Bestimmtes. Ich wollte halt mal etwas Längeres machen; etwas richtig Herausforderndes. Hab erst geplant, vom Atigun Pass nach Westen zu gehen und dann irgendwann in Bettles zu landen. Allerdings liegt dieses Dorf doch schon relativ tief im Busch und ich mag doch die dichte Vegetation nicht so ;-) ... Als mir Kaktovik auffiel - das Dorf am Polarmeer, das nicht wie Prudhoe Bay von Ölfirmen übersäht ist - schien mir dieses Ziel perfekt. Drei Wochen Fußmarsch durch die Berge, 2 Wochen Raften auf dem Hulahula und Küstentrekking, Linienflug zurück nach Fairbanks... ganz passabel, wie ich finde. Aber ich gehe davon aus, dass ich mir die Gegend westlich vom Dalton Highway auch irgendwann noch anschaue.



Hab mir auch bei National Geographic mal die Karte vom Wrangells St. Elias N.P. bestellt (nachdem ich Deinen Bericht gelesen habe, vorher hatte ich den gar nicht auf der Rechnung ;-) ) und bin mal gespannt, was da so tourenmäßig möglich ist. Also zeitmäßig peile ich so 10-20 Tage an. Allerdings als reine Wandertour und nicht noch mit Packraft so wie Du. Deswegen muss ich mal gucken, ob sowas im Wrangell möglich ist oder ob da zuviele große Flüsse sind. Und über Gletscher will ich auch nicht gehen. Dafür fehlt mir einfach die Erfahrung und die Ausrüstung.

Wenn du eine 10-20 Tage Tour machen möchtest, wirst du wahrscheinlich nicht um einen Fly-In Service herumkommen, schätze ich. Typische Anlaufstationen für Touren sind halt die Nabesna- und die McCarthy Road. Aber in beiden Fällen kann man bestensfalls zu einer 5 oder 6- Tagestour aufbrechen, schätze ich. Da du weder den Nizina, noch den Nabesna River ohne Raft überqueren kannst, wirds bei größeren Sachen schwierig. Mit Fly-In ist natürlich alles möglich... "Wrangell Mountain Air" käme dafür in Frage.
Du kannst deine Ideen dann gern hier posten, vielleicht kann ich helfen.



...um auch mal nen eigenen Bericht von meiner letzten Tour zu schreiben.

Ich bin gespannt! :popcorn:

Mortias
16.12.2010, 01:06
Ich wollte halt mal etwas Längeres machen; etwas richtig Herausforderndes.


Als ob Gates of the Arctic N.P. nicht auch richtig herausfordernd wäre. :D
Aber hab mal geschaut wo Du langwillst. Sieht ja sehr reizvoll aus. Gerade der Hulahula River führt ja am Mount Chamberlin und den anderen höchsten Bergen der Brooks Range vorbei. Sicherlich ein lohnenswertes Erlebnis.
Nimmst Du dann den gesamten Proviant mit oder machst Du wieder nen Food Drop per Flugzeug? Meiner Erfahrung ist so bei 14 Tagen Proviant so langsam die Gewichtsobergrenze erreicht. Also wie Du das bei Deiner letzten Tour noch mit zusätzlichem Packraft geschultert hast ist schon krass. Macht denn Deiner Erfahrung die Rucksackgröße auch einen wesentlichen Unterschied auf den Tragekomfort? Hab bisher nen 65+20l Rucksack benutzt. Is halt die Frage ob sich dasselbe Gewicht mit nem größeren Rucksack deutlich angenehmer schultern lässt.




Da du weder den Nizina, noch den Nabesna River ohne Raft überqueren kannst, wirds bei größeren Sachen schwierig.


Danke, das ist schonmal eine sehr gute Information. Generell kann ich mir einen Toureneinstieg via Fly-In sehr gut vorstellen, in der Brooks Range ist es ja auch kaum anders möglich (außer vielleicht am Dalton Highway zu trampen). Genaue Tourenüberlegungen zum Wrangell kann ich mir leider noch nicht machen, da ich die NG Karte vom Park erst vor ner Woche bestellt habe und die Lieferung ziemlich lange dauert. Als ich die Karte vom Gates of the Arctic N.P. bei Alaska Geographic bestellt habe, musste ich über 2 Monate warten, bis sie endlich ankam. Keine Ahnung, warum die sooo lange gebraucht hat. :motz:




Du kannst deine Ideen dann gern hier posten, vielleicht kann ich helfen.


Danke, ich werde sicherlich darauf zurückkommen.



Ich bin gespannt!


Wahrscheinlich werd ich erst so über Weihnachten dazu kommen meinen Bericht zu schreiben (wenn ich endlich Urlaub habe). Aber es schadet nicht, ruhig ein bisschen Druck zu machen, damit ich endlich mal zu Potte komme. :cool:
Aber als Vorgeschmack hier schonmal ein Bild (Blick aufs Ahkka Massiv). Ach ja, wie kann ich son Bild statt als Miniaturansicht gleich in normaler Größe hochladen?

Libertist
18.12.2010, 15:42
Nimmst Du dann den gesamten Proviant mit oder machst Du wieder nen Food Drop per Flugzeug? Meiner Erfahrung ist so bei 14 Tagen Proviant so langsam die Gewichtsobergrenze erreicht. Also wie Du das bei Deiner letzten Tour noch mit zusätzlichem Packraft geschultert hast ist schon krass. Macht denn Deiner Erfahrung die Rucksackgröße auch einen wesentlichen Unterschied auf den Tragekomfort? Hab bisher nen 65+20l Rucksack benutzt. Is halt die Frage ob sich dasselbe Gewicht mit nem größeren Rucksack deutlich angenehmer schultern lässt.

Bzgl. Rucksackgröße kann ich leider nicht mit Vergleichen dienen. Mein Lowe Alpin Expedition 75+20 leistete mir bisher jedenfalls schon einige treue Dienste. Zu Beginn der Wrangell-Tour war sein Potential mit Proviant für zwei Wochen und Raft-Ausrüstung komplett ausgeschöpft, ließ sich aber noch ganz gut tragen. Vor dem Kauf dieses Rucksacks habe ich alle mir bekannten Modelle probegetragen und kam mit dem TFX 7 Tragesytem am besten klar. Das Teil ist mit 3,3 kg Eigengewicht zwar recht schwer, dafür aber auch entsprechend robust - ich muss mir um aufgehende Nähte, reißende Schlaufen oder Ähnliches keine Sorgen machen.
Für die kommende Alaska-Reise werde ich ich zunächst mal Proviant für 22 oder 23 Tage im Rucksack haben. Wenn ich am Hulahula angekommen bin, sollte dort ein Flugzeug landen, das die komplette Raft-Ausrüstung und Nahrung für die verbleibenden 2 Wochen bringt. Für die ersten drei Wochen Fußmarsch habe ich also kein Raft dabei, dafür mehr Proviant. Immer fleißig essen, dann wirds leichter! :bg:



Genaue Tourenüberlegungen zum Wrangell kann ich mir leider noch nicht machen, da ich die NG Karte vom Park erst vor ner Woche bestellt habe und die Lieferung ziemlich lange dauert. Als ich die Karte vom Gates of the Arctic N.P. bei Alaska Geographic bestellt habe, musste ich über 2 Monate warten, bis sie endlich ankam. Keine Ahnung, warum die sooo lange gebraucht hat. :motz:

Die Karten sollte es auch bei Amazon geben... meine National Geographic Karten von Alaska kamen innerhalb weniger Tage an. :ignore:

Mortias
19.12.2010, 22:21
Bzgl. Rucksackgröße kann ich leider nicht mit Vergleichen dienen. Mein Lowe Alpin Expedition 75+20 leistete mir bisher jedenfalls schon einige treue Dienste. Zu Beginn der Wrangell-Tour war sein Potential mit Proviant für zwei Wochen und Raft-Ausrüstung komplett ausgeschöpft, ließ sich aber noch ganz gut tragen. Vor dem Kauf dieses Rucksacks habe ich alle mir bekannten Modelle probegetragen und kam mit dem TFX 7 Tragesytem am besten klar. Das Teil ist mit 3,3 kg Eigengewicht zwar recht schwer, dafür aber auch entsprechend robust - ich muss mir um aufgehende Nähte, reißende Schlaufen oder Ähnliches keine Sorgen machen.


Also ich benutzte bei meinen Touren immer einen Lowe Alpin Cerre Torre 65+20 l. Der hat aber auch ein Eigentgewicht von etwas über 3 kg. Ist aber ein sehr robuster und zufälliger Rucksack. Nur bei so 28 kg Gewicht (entspricht Proviant für ca. 2 Wochen) ist halt die Packgrenze ziemlich ausgereizt. Und dann wird auch der Rucksack schon sehr unbequem zu schleppen. Deswegen überlege ich halt mir für nächstes Jahr einen etwas größeren Rucksack zu holen. Aber ich denk mal, da werd ich mich auch nochmal bei Globetrotter ausführlich zu beraten lassen.


Für die kommende Alaska-Reise werde ich ich zunächst mal Proviant für 22 oder 23 Tage im Rucksack haben.


Mit was für einem Gewicht rechnest Du denn dann? Mein Problem ist beim Probviant immer, dass ich in der Wildnis so extrem hungrig bin und deshalb viel essen muss. Kenn es von anderen, dass sie beim Wandern eher weniger essen. Das wirkt sich dann antürlich positiv auf die Menge des mitgenommenen Proviants aus. :D



Die Karten sollte es auch bei Amazon geben... meine National Geographic Karten von Alaska kamen innerhalb weniger Tage an. :ignore:

Ah gut zu wissen für die Zukunft. Nur leider habe ich meine Wrangell Karte jetzt schon bestellt. Hoffentlich muss ich nur nicht wieder 2 Monate warten. :(

Mortias
20.12.2010, 00:29
Ach ja, noch was. Wo bestellst Du Dir eigentlich die passenden Karten für Deine kommende Tour? Bzw. wenn Du schon bestellt hast, weisst Du wo ich gutes Kartenmaterial bekommen kann. Für ne genaue Tourenplanung ist mir meine NG Map vom Gates of the Arctic N.P. doch etwas zu grob vom Maßstab.
Hab bisher mal auf der Seite von USGS geguckt, aber die dort angebotenen Karten sind zum Teil schon älter als 30 Jahre. Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es keine aktuelleren Karten geben soll.

Libertist
20.12.2010, 18:28
Mit was für einem Gewicht rechnest Du denn dann?

Ich habe etwas zwischen 750 und 800 Gramm Nahrung pro Tag dabei. Damit komme ich auf ungefähr 2800 Kalorien, was meinen Energiebedarf offensichtlich nicht ganz abdeckt - ich verliere auf solchen Touren natürlich Gewicht. Aber ist das ist nicht so schlimm ;-) ...



Ach ja, noch was. Wo bestellst Du Dir eigentlich die passenden Karten für Deine kommende Tour? Bzw. wenn Du schon bestellt hast, weisst Du wo ich gutes Kartenmaterial bekommen kann. Für ne genaue Tourenplanung ist mir meine NG Map vom Gates of the Arctic N.P. doch etwas zu grob vom Maßstab.
Hab bisher mal auf der Seite von USGS geguckt, aber die dort angebotenen Karten sind zum Teil schon älter als 30 Jahre. Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es keine aktuelleren Karten geben soll.

Zu den USGS Karten kann ich dir nichts sagen. Ich hab bisher immer NG Karten verwendet. Für die Brooks Range bastel ich mir meine eigenen Karten zusammen. Ich lade mir HIER (http://www.digital-topo-maps.com/) die entsprechenden Teile als Bilder herunter, bastel sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm in mühsamer Kleinarbeit zusammen und werde die (ziemlich große) Datei dann irgendwo als A1 oder sogar A0 ausdrucken. Habe mit dem Drucken aber noch keine Erfahrungen. Es gibt da online ja die verschiedensten Formate, Materialien (ich werde es wahrscheinlich mal mit "Poster" versuchen) und Preise. Ich werde mich Anfang Januar wieder damit beschäftigen. Die erste Karte habe ich jedenfalls schon erstellt und als 35 MB großes Bild auf meinem Rechner gespeichert. :cool:

martin boehm
20.12.2010, 19:06
Hallo Libertist,

eine wirklich supergelungeneabsolutetopaktion!dasistechtderknüller :o 5sterne
Bin voll beeindruckt und freue mich schon auf Deinen nächsten Bericht :bg: .

Viele Grüße und weiterhin tolle Touren wünscht,
Martin

showmetheworld
20.12.2010, 23:23
Hammer!!!
Absoluter Hammer!!!

Viele Grüße und fette Touren weiterhin!!
Stefan

Libertist
21.12.2010, 14:43
Vielen Dank euch beiden. Die nächsten Berichte werden nicht lang auf sich warten lassen. :cool:

Mortias
22.12.2010, 02:50
Danke für den Tip mit dem Karten selber zusammenstellen. Werde es mal ausprobieren. Glaube nur, dass das Ausdrucken im Copy Shop leider auch nicht ganz so billig werden wird.

Libertist
25.12.2010, 18:41
Glaube nur, dass das Ausdrucken im Copy Shop leider auch nicht ganz so billig werden wird.

Die günstigsten Angebote hab ich HIER (http://www.fotos24.net/) gefunden. Würde die Karten in 60x90 drucken, denke ich... lass mich bitte wissen, wenn du etwas Günstigeres findest. ;-)

Mortias
30.12.2010, 22:40
Oh die sind echt günstig. Hab selber noch gar nicht nach Angeboten geschaut, da ich erstmal die Karte zusammenstellen muss. Wollte dafür als Programm Corel Draw nehmen (was ich leider nur auf meinem Uni Rechner habe). Kennst du da sonst noch ein gutes Programm?
Und ich überlege noch, welches Papiermaterial am geeignetesten ist. Immerhin muss man das Poster ja vernünftig wie ne Karte zusammenfalten können. Die National Geographic Karten sind ja auch nicht aus normalem Papier, sondern aus nem wasserdichten Material.

smeagolvomloh
02.01.2011, 15:05
Warum bin auf diesen Reisebericht erst jetzt gestoßen?

Ganz toller Bericht und ganz tolle Bilder.

Ansonsten sitze ich hier gerade mit runter hängendem Kiefer und mir fehlen einfach die Worte!

10 von 5 möglichen Sternen!
5sterne 5sterne

Dekkert
03.01.2011, 11:34
Wahnsinnsbericht! Vielen Dank dafür.

Ne kleine Frage am Rande: wisst ihr, was das für ein graues Zelt Zelt ist, was man auf zwei der Bildern sieht?

Gruß

Libertist
03.01.2011, 11:47
Ne kleine Frage am Rande: wisst ihr, was das für ein graues Zelt Zelt ist, was man auf zwei der Bildern sieht?

Ja, das weiß ich zufällig! :bg: Das ist ein Tarptent Scarp 1 mit "crossing poles". Wir waren ja mit zwei Zelten unterwegs: Eva und ich schliefen im Kaitum 3, Christian in seinem Tarptent.

Dekkert
03.01.2011, 11:59
Ok, hatt ich doch richtig vermutet. Danke.

Hablo
06.01.2011, 11:01
Diese Reise ist so beneidenswert. Am Bericht haben mich nur die vielen englischen Ausdrücke gestört.
Jetzt hab ich voll Lust, mir auch so ein Rucksackboot zuzulegen :) .
Aber da muss man ja schon einiges hinlegen, um so ein Boot wie deines zu bekommen :(

Libertist
06.02.2011, 04:01
So, da auch in diesem Bericht alle Bilder verschwunden waren, habe ich sie neu hochgeladen und verlinkt. Mühsame Angelegenheit...

Gute Nacht. :sleep:

Chemiker
06.02.2011, 05:59
Danke für die Mühe, der Reisebericht ist es echt wert :)

BennyBear
23.10.2011, 23:20
Hallo!

Deine Berichte sind wahnsinnig inspirierend, daher hoffe ich du wärst so nett und beantwortest mir einige Fragen:
1.) Welches packraft hast du genau, wo hast du es gekauft und wieviel hat es gekostet? Und sind die Dinger wirklich wildwassergeeignet - insbesondere der Rumpf wenn er über Felsen schrammt!?
2.) Bist du bei deinen Nordamerika Touren immer querfeldein gegangen oder hast du dich an sichtbare Routen gehalten zum navigieren (ihr hattet wohl kein gps dabei!?)?
3.) Wie hast du die genauen Routen in der Wildnis geplant, mit google earth!? und woher wusstest du das die route dann auch wirklich begehbar ist? Ich hatte dieses Jahr das Problem für meine 3 wochentour im Sarek NP in Schweden, dass ich die route anhand der satellitenbilder und fotos auf google earth plante, dort sah es aus wie baumloses fjäll, vor ort stellte sich heraus es war ein schier undurchdringlicher wald in dem gesammten tal...

Vielen Dank für deine Antwort im Vorraus!

Viele Grüße,
Benny

Libertist
24.10.2011, 00:44
Hallo Benny,

willkommen im Forum! Natürlich beantworte ich deine Fragen.

1. Ich hab das Denali Llama und bin mit der Größe des Rafts auch sehr zufrieden. Mein Boot muss eben nicht nur mich (184 cm Körpergröße) transportieren, sondern zusätzlich schon auch mal einen 30kg+ Rucksack. Zur Stabilität: überragend! Ich bin mit meinem Packraft wirklich schon auf so manchem Stein aufgesetzt, war mehrmals bei Niedrigwasser unterwegs. Die Unterseite meines Bootes sieht trotzdem noch absolut jungfräulich aus. Am Anfang denkt man bei jedem Aufsetzer (die man übrigens teilweise recht hart unter dem Allerwertesten spürt) immer noch: Verdammt, jetzt hab ich sicher ein Leck! Mit der Zeit verliert man diese Sensibilität; das Teil ist wirklich stabil. Erst gestern bin ich mit MatthiasK von der Salza wiedergekommen. Wir haben ein Video gedreht: ich im grünen Boot, er im gelben. Schau's dir mal an (LINK (http://vimeo.com/30977716)), du siehst gegen Ende, wie Matthias einen Felsen rammt. Das tut dem Raft gar nichts. Weitere (teilweise wesentlich extremere!) Videos findest du zuhauf auf Youtube.
Ich hab mein Raft bei AMH in Anchorage für 990 Dollar exklusive Paddel und Gepäcksystem gekauft. Zu Weihnachten gibts bei Alpacka immer eine kleine Aktion, bei der du 10% sparen kannst. Am besten schlägst du bei der Gelegenheit gleich zu ;-) ... Im Frühjahr (Ostern?) wird es eine mehrtägige Forums-Packrafttour geben, bei der du dich uns gleich anschließen könntest. Ort und Zeit wird noch besprochen, ich werde in der Weihnachtszeit mal einen Thread dazu eröffnen. Umso mehr Leute dabei sind, desto lustiger. Und jeder kann was lernen. Also bestellen! :cool:

2. Dem Bericht von 2009 kannst du entnehmen, dass wir damals größtenteils auf Trails unterwegs waren (außer oben im Yukon). In Alaska dann fast ausschließlich off-trail (außer Kesugi Ridge). Da oben gibts kaum längere Wege und für mich persönlich liegt im Durchqueren von weglosem Gelände auch ein ganz besonderer Reiz. Ehrlich gesagt habe ich inzwischen gar keine Lust mehr, auf Wegen unterwegs zu sein. Aber das kann jeder sehen, wie er will. Ist in meinem Fall nur eine persönliche Präferenz. Ein GPS hab ich noch nie verwendet.

3. Für die Ideengewinnung nutze ich meistens Google Earth, ja. Um ehrlich zu sein gibt es Wochen, in denen ich täglich einige Stunden mit dem Programm zubringe! :bg: Sobald es eine konkrete Idee gibt, schaue ich mich im Internet nach Karten um, was mich letztendlich entweder zu National Geographic Maps (im Falle eines Nationalparks) oder zu USGS führt. Ich bin allerdings auch schon mit Ausdrucken des Google Maps - Höhenprofils ins weglose Gelände losgezogen, wenn es kein Kartenmaterial gibt. Das war im Kaukasus! :bg:
Zum Thema Terrain und Vegetation: Höhenlinien, Farbe der Landschaft auf Google Earth, Vegetations-Kennzeichnung auf topographischen Karten, Bilder, Erscheinungsbild von Flüssen (wichtig fürs Raften)... das alles sehe ich mir beim Planen einer Route genau an. Mittlerweile kenne ich einige Gegenden und Vegetations-Unterschiede innerhalb Alaskas, so dass ich zumindest für diesen Teil Nordamerikas bereits ein Gefühl entwickeln konnte. Meistens kann ich beim Blick auf eine topographische Karte relativ schnell sagen, ob es sich bei einem Abschnitt eher um mühsames Bushwacking handelt, oder ob man da auf festem Boden mit guten Aussichten auf breite Game-Trails unterwegs sein wird. Das alles hängt eben davon ab, wie viel Erfahrung man in dem Bereich hat und was man sich selbst zutraut. Prinzipiell gilt natürlich: beim Off-Trail Hiking weiß man nie mit 100%iger Sicherheit, was auf einen zukommt, deshalb ist viel Flexibilität gefragt. Mehr Reservetage einplanen, bei kritischen Stellen (beispielsweise schwierige Fluss- oder Gletscherüberquerung) schon im Vorhinein eine Alternative überlegen und so weiter...
Wenn man noch nie auf einem Off-Trail-Hike war, wird die Planung einer solchen Tour anfangs schwierig sein. Selbst wenn man ein klares Bild davon hat, wie es in der Gegend ausschaut, braucht es eine gewisse Erfahrung, um sagen zu können, wie schnell man in der entsprechenden Vegetation bzw. in dem entsprechenden Terrain voran kommt. Es gab schon Tage, an denen ich durchschnittlich einen Kilometer pro Stunde gegangen bin. Um das einschätzen zu können, kann man sich zwar schon an ein paar Richtlinien halten, letztendlich ist es aber die eigene Erfahrung und (vor allem!) das Wissen um die eigene Leistungsfähigkeit, die dich eine auf deine Vorstellungen angepasste Route entwickeln lässt. Trotzdem möchte ich dir Mut machen, schließlich scheinst du ja schon einiges unternommen zu haben. Wenn du dich für Alaska interessierst, dann such mal ein paar Ideen zusammen, beschäftige dich mit den Karten, die du irgendwo im Netz findest und dann beginne mit der Planung der einzelnen Etappen. Du wirst dich vielleicht mal über- oder unterschätzen, das ist okay. Und wenn du willst, kann ich über deine Touren-Idee mal drüber schauen. Du kannst unter der Rubrik "Reisevorbereitung" auch ein neues Thema eröffnen und Fragen zu einer bestimmten Route stellen - hier im Forum gibt es eine Menge kompetente Leute.

Ich hoffe, das hilft erstmal.

BennyBear
02.11.2011, 21:32
Hallo Libertist - du hattest recht, es hat doch funktioniert (ich hatte anfangs etwas schwierigkeiten mich hier zurechtzufinden, aber ich denke jetzt klappt es^^)

Vielen Dank für die ausführliche Antwort - das hat schon echt geholfen!

Bezüglich dem Packraft für 990 Dollar frage ich mich halt nur wie du die einfuhr am zoll (bzw die kosten) umgangen hast? Hast du einfach behauptet das packraft schon bei der ausreise nach alaska besessen zu haben und es nun wieder mit zurück gebracht zu haben? Denn ich könnte mir vorstellen das die sagen: Das Packraft hast du in Alaska gekauft und jetzt schlagen wir erstmal einfuhrsteuer drauf, was wohl nicht allzu wenig sein dürfte bei dem preis...

Und danke für die Einladung zur Packrafttour - aber leider habe ich zur zeit nicht genug geld über für ein raft - wird wohl eher nächstes weihnachten werden =) - aber dann gerne!

Mein Hauptproblem ist folgendes:
Ich habe vor mit einem Freund nochmal eine 2 - 3 wöchige Trekkingtour durch die Wildnis zu unternehmen (wenn möglich abseits der trails, da ich es damit ebenso halte wie du und den besonderen reiz des anspruchsvollen geländes suche, aber dennoch würden wir gerne vermeiden ein gebiet auszuwählen in dem es fast nur wald gibt und man kaum voran kommt - für unsere lappland tour dieses jahr haben wir wie du beschrieben hast ebenfalls wochen und stunden damit verbracht den sarek NP bei google earth zu studieren und uns anhand der vielen fotos etc ein bild von der gegend zu machen - der eindruck war schließlich das es sich überwiegend um baumloses fjäll handelt, vor ort merkten wir aber dann doch das es ein extrem dichter wald war der sich wirklich überall befand auch die berghänge weit hinauf - das würden wir gern vermeiden nächstesmal und gerade alaska (ich war ja 2009 in kanada) wird wohl wie kanada über sehr verbreitete (nadel) waldgebiete verfügen und daher probleme bereiten...
Aber wenn ich deine fotos so betrachte sind doch die meisten davon auf recht übersichtlichem gelände entstanden und das gelände sieht gut gangbar aus...

Übrigens: Wie war es mit Moskitos (gab es welche? Wie viele? was hast du dagegen unternommen? wann warst du in alaska unterwegs-monat? Gibt es bestimmte regionen die man diesbezüglich meiden sollte?) denn in Schweden war es im juli dieses jahr unerträglich - man konte gar nichts machen weder essen, noch die kamera auspacken oder auch nur stehenbleiben um zu rasten - die viehcher waren überall und zu millionen... das würden wir ebenfalls sehr gerne nicht wiederholen^^

Vielen Dank!!!

Lg Benny

Libertist
02.11.2011, 21:59
Bezüglich dem Packraft für 990 Dollar frage ich mich halt nur wie du die einfuhr am zoll (bzw die kosten) umgangen hast? Hast du einfach behauptet das packraft schon bei der ausreise nach alaska besessen zu haben und es nun wieder mit zurück gebracht zu haben?

Du bekommst von mir bestimmt keine Anleitung zum Warenschmuggel! :bg: Wie auch immer, es passiert recht selten, dass man am Flughafen mal seinen Rucksack auspacken muss. Ich denke, als Trekkingreisender hast du damit sowieso kein so großes Problem, schließlich wirst du ja viele Ausrüstungsgegenstände ausländischer Hersteller dabei haben. Wenn die Beamten dir das Raft ankreiden, dann könnten sie das theoretisch mit jedem anderen Gegenstand auch tun. Davon abgesehen ahnt keiner, dass dieses Gummiboot 1000 Euro gekostet hat. Im Zweifel hast du es beim Walmart für 29 USD gekauft - das nimmt dir doch jeder ab, der sich mit dem Kram nicht auskennt.



...und gerade alaska (ich war ja 2009 in kanada) wird wohl wie kanada über sehr verbreitete (nadel) waldgebiete verfügen und daher probleme bereiten...

Je nachdem, in welcher Höhenlage und wo in Alaska du dich befindest. In der Alaska Range hast du ab 900 Höhenmetern eigentlich kaum noch Baum- oder Strauchwerk. In den südlichen Chugach Mountains hingegen schon. Und in der Brooks Range gibt es überhaupt keine Bäume... man kann das also nicht so pauschal sagen. Prinzipiell wirst du in Alaska jedenfalls keine Probleme damit haben, eine mehrwöchige Trekking-Tour zu planen, ohne gegen Vegetation kämpfen zu müssen.



Wie war es mit Moskitos (gab es welche? Wie viele? was hast du dagegen unternommen? wann warst du in alaska unterwegs-monat? Gibt es bestimmte regionen die man diesbezüglich meiden sollte?)

Juni und Juli ist Moskito-Hochsaison, wenn du in dieser Zeit in Alaska sein willst, solltest du zumindest die niederen Lagen meiden. In der Alaska Range über 3000 Fuß dürfte es keine Probleme geben. Ab August sind die Moskitos dann - insofern sie überhaupt noch da sind - vernachlässigbar. Die Nächte werden dann wieder kühler; entweder sind die Viehcher ganz verschwunden oder (in niederen Lagen) ertragbar.
In den vergangenen beiden Sommern war ich ab 1. August bzw. 26. Juli in Alaska, nächstes Jahr verbringe ich zusätzlich allerdings auch den Juli dort oben.

BennyBear
02.11.2011, 23:28
"Du bekommst von mir bestimmt keine Anleitung zum Warenschmuggel! " --> Verflixt, du hast mich durchschaut...^^ Du meinst also man sollte es einfach darauf ankommen lassen und hoffen das der Zoll über dieses neue phänomen noch nicht informiert ist - denke du hast recht, die chancen stehen nicht schlecht!

Vielen Dank für die Moskito und Wald Tips - die sind sehr hilfreich!

Bis demnächst!

Libertist
02.11.2011, 23:45
Du meinst also man sollte es einfach darauf ankommen lassen...

Nein, solange wir die Sache in einem öffentlichen Internetforum diskutieren, gebe ich dir natürlich den Rat, Boot und Rechnung beim Zoll vorzulegen. :roll:

BennyBear
02.11.2011, 23:53
:bg:
alles klar - werde ich natürlich tun! :grins:

Deine Größenangabe ist natürlich spitze für das alpacka raft - ich bin 185cm, dann wird mir das ja auch super passen!
Ich hätte womöglich noch eine Frage die mir gerade in den sinn kommt - bezüglich der vorräte für unterwegs - ich hatte in schweden travellunch (kennst du ja sicher, solche eingeschweißten sachen) die waren zwar echt praktisch, leicht und geruchsfest verpackt (tiere) aber länger als 5 tage kann man das nicht essen, da bekommt man magenprobleme - was hast du bei 2 wochen touren an verpflegung dabei?

Libertist
03.11.2011, 00:14
Deine Größenangabe ist natürlich spitze für das alpacka raft - ich bin 185cm, dann wird mir das ja auch super passen!

Jawoll, das Denali Llama ist das Raft deiner Wahl.



...ich hatte in schweden travellunch (kennst du ja sicher, solche eingeschweißten sachen) die waren zwar echt praktisch, leicht und geruchsfest verpackt (tiere) aber länger als 5 tage kann man das nicht essen, da bekommt man magenprobleme - was hast du bei 2 wochen touren an verpflegung dabei?

Wenn dir die Trekkingmahlzeiten schon nicht abwechslungsreich genug sind, wirst du mit meinem Essen erst recht Probleme bekommen. Ich esse täglich dasselbe: egal, ob auf einem 5-Tagestrip oder in 10 Wochen Alaska.

Morgens: Milchpulver mit Wasser zu Milch anrühren, dazu Müsli.
Tagsüber: Müsli-Riegel
Abends: Wasser kochen, 1 oder 2 Brühwürfel reinwerfen (diese Suppenwürfel mit Rind-, Geflügel- oder Gemüsegeschmack) und dann Spaghetti in den Topf. Ich nehme genau so viel Wasser, dass dieses, wenn die Spaghetti fertig sind, verkocht ist. Dann bleiben sozusagen die reinen Nudeln mit irgendeinem Geschmack (je nachdem, welche Suppenwürfel ich genommen habe). Man könnte auch sagen: Nudelsuppe ohne Suppe.

Und bevor du fragst: nein, mir hängt dieses Essen nicht schon nach der dritten Woche zum Hals raus. Im letzten Sommer hatte ich dieses Nudelgericht fast 90 Abende in Folge (in diesem Sommer gab es zwischendurch ein paar Gourmet-Gerichte bei meinen Gastgebern in Palmer, AK) und ich habe mich stets darauf gefreut. :bg:

Diese Art der Ernährung ist übrigens nicht nur kalorienreich, sondern auch noch vergleichsweise günstig. Mit circa 7 USD pro Tag bist du dabei ;-) ...

heron
03.11.2011, 08:09
Morgens: Milchpulver mit Wasser zu Milch anrühren, dazu Müsli.
Tagsüber: Müsli-Riegel
Abends: Wasser kochen, 1 oder 2 Brühwürfel reinwerfen (diese Suppenwürfel mit Rind-, Geflügel- oder Gemüsegeschmack) und dann Spaghetti in den Topf. Ich nehme genau so viel Wasser, dass dieses, wenn die Spaghetti fertig sind, verkocht ist. Dann bleiben sozusagen die reinen Nudeln mit irgendeinem Geschmack (je nachdem, welche Suppenwürfel ich genommen habe). Man könnte auch sagen: Nudelsuppe ohne Suppe.

Und bevor du fragst: nein, mir hängt dieses Essen nicht schon nach der dritten Woche zum Hals raus. Im letzten Sommer hatte ich dieses Nudelgericht fast 90 Abende in Folge (in diesem Sommer gab es zwischendurch ein paar Gourmet-Gerichte bei meinen Gastgebern in Palmer, AK) und ich habe mich stets darauf gefreut. :bg:

Diese Art der Ernährung ist übrigens nicht nur kalorienreich, sondern auch noch vergleichsweise günstig. Mit circa 7 USD pro Tag bist du dabei ;-) ...

Wo bleibt denn das Eiweiss? :o
Und das Fett? :o :o
Es geht ja nicht nur um Geschmack, mit irgendwas muss ich meinen Körper ja heizen!

Libertist
03.11.2011, 11:47
Wo bleibt denn das Eiweiss? :o
Und das Fett? :o :o
Es geht ja nicht nur um Geschmack, mit irgendwas muss ich meinen Körper ja heizen!

Naja, meine Nahrung enthält pro Tag etwa 60 bis 70 Gramm Eiweiß. Das ist nicht übertrieben viel, scheint aber zu reichen. Und Fett? Darauf konnte ich bisher eigentlich immer verzichten, dafür gibts viel Energie durch die süßen Müsli-Riegel!

berniehh
03.11.2011, 13:26
Und Fett? Darauf konnte ich bisher eigentlich immer verzichten, dafür gibts viel Energie durch die süßen Müsli-Riegel!
aber mehr wie 400 bis 450 Kalorien pro 100 gramm können die ja nicht haben:roll:
Nudeln haben zwar reichlich Kohlenhydrate, aber mit ca. 350 Kalorien pro 100 g Trockenprodukt sind sie auch nicht besonders kalorienreich.
Richtige Kalorienbomben wie z.B. Nüsse, Schokolade, Butter usw scheinen in deinem Speiseplan ja zu fehlen.
Mit wieviele Kalorien rechnest du denn pro Tag und wieviel Gramm Nahrung schleppst du pro Tag mit?

Libertist
03.11.2011, 13:54
aber mehr wie 400 bis 450 Kalorien pro 100 gramm können die ja nicht haben:roll:
Nudeln haben zwar reichlich Kohlenhydrate, aber mit ca. 350 Kalorien pro 100 g Trockenprodukt sind sie auch nicht besonders kalorienreich.
Richtige Kalorienbomben wie z.B. Nüsse, Schokolade, Butter usw scheinen in deinem Speiseplan ja zu fehlen.
Mit wieviele Kalorien rechnest du denn pro Tag und wieviel Gramm Nahrung schleppst du pro Tag mit?

Ich habe etwa 800 Gramm Nahrung pro Tag dabei, die versorgen mich mit circa 2700 Kalorien. Meinen Bedarf schätze ich auf 3500 Kalorien pro Tag. Deshalb nehme ich im Sommer ja auch immer ein paar Kilo ab, aber das ist okay und in meinen Speiseplan einkalkuliert.

Mit puren Nüssen habe ich es mal probiert, aber die kann ich nach ein paar Tagen wirklich nicht mehr sehen. Mein Müsli enthält in der Regel Nüsse. Und mit Müsli-Riegel meine ich eigentlich jede Art von Riegeln, in Amerika bevorzuge ich die "Chocolate Covered Granola Bars", ich hatte als Ergänzung auch schon die kleinen Mars und Snickers ("Fun Size") dabei.

Edit: 800 Gramm pro Tag ist aber schon das Maximum. Sagen wir mal, ich habe zwischen 700 und 800 Gramm dabei.

Flussapfel
08.11.2011, 20:01
Echt super Bericht danke für die Bilder :o
Hoffe so eine Tour auch mal machen zu können.

Mal ne Frage: Wie teuer ist so eine Reise ca. ? oder kann man das im nachhinein nicht mehr so genau sagen? Und wie machst du das als Student sowohl von der Zeit als auch vom budget? (falls es dir zu persönslich ist, bitte Frage übersehen :ignore: )

Flussapfel

Libertist
08.11.2011, 20:10
Mal ne Frage: Wie teuer ist so eine Reise ca. ? oder kann man das im nachhinein nicht mehr so genau sagen? Und wie machst du das als Student sowohl von der Zeit als auch vom budget? (falls es dir zu persönslich ist, bitte Frage übersehen :ignore: )

Nein, ist mir nicht zu persönlich. Aber schau bitte selbst mal nach, ich meine diese Fragen bereits irgendwo hier im Thread beantwortet zu haben. Weiß selbst nicht mehr, wo. Ich fürchte, da wirst du dich jetzt mal durcharbeiten müssen :hahaa: ...

Nachfragen dann einfach noch mal hier posten. Danke.

Flussapfel
08.11.2011, 20:20
Danke für die schnelle Antwort. Hab den Post gefunden. Hätte ich teurer geschätzt.. natürlich kommt noch die Ausrüstung dazu :bg:
Gut zu wissen das man sowas auch als nicht "millionär" machen kann ;-) (wahrscheinlich kam dieses Vorurteil aus "Into the Wild " :ignore: )

Libertist
08.11.2011, 20:29
Hätte ich teurer geschätzt... Gut zu wissen das man sowas auch als nicht "millionär" machen kann...

Das zu vermitteln ist übrigens eine der Hauptmotivationen dafür, dass ich meine Berichte hier überhaupt reinstelle.

Bergtroll
08.06.2012, 08:40
Noch eine Frage, die mir bei meiner Vorbereitung aufgefallen ist: Wenn man das Ganze in die umgekehrte Richtung (also von McCarthy nach Nabesna) läuft ... kann man Geohenda Creek und Copper Creek zumindest teilweise raften? Ich habe mir einige Bilder im Netz angeschaut, konnte es damit aber auch nicht richtig einschätzen (zumal ich ja so gut wie keine Packraft-Erfahrung habe).

P.S.: Bei meiner Netzsuche ist mir auch aufgefallen, dass ein bekannter Packrafter offenbar noch immer den Streckenrekord für die Route Nabesna-McCarthy hält (auf der ja mehrfach der Alaska Mountain Wilderness Classic stattfand). Und zwar Roman Dial.

"2002 Nabesna-McCarthy 150 miles 2 d 4 h 23 m Roman Dial"

Ein anderer Teilnehmer des Rennens hatte wohl mal versucht, von Nabesna erstmal direkt möglichst hoch die Berge rauf zu gehen, um dann nach McCarthy mit einem Paraglider zu fliegen. Das hatte dann aber wohl aus irgendwelchen Gründen über 5 Tage gedauert ; )

http://classicreport.blogspot.de/2009/07/2005-race-report.html

Libertist
08.06.2012, 19:30
Wenn man das Ganze in die umgekehrte Richtung (also von McCarthy nach Nabesna) läuft ... kann man Geohenda Creek und Copper Creek zumindest teilweise raften? Ich habe mir einige Bilder im Netz angeschaut, konnte es damit aber auch nicht richtig einschätzen (zumal ich ja so gut wie keine Packraft-Erfahrung habe).

Aus Zeitgründen nur eine kurze Antwort: Als wir da waren hätte man keinen der beiden Flüsse raften können. Eher unwahrscheinlich, dass es dir anders gehen wird.

Bergtroll
08.06.2012, 20:01
Danke. Evt. mache ich dann den White River ab Solocreek.

Libertist
11.06.2012, 17:17
Videos sind jetzt online.


http://www.youtube.com/watch?v=I70kIqF8TPA



http://www.youtube.com/watch?v=NAmUZgbR8tE


Ich hab noch einige andere Reiseberichte mit Videos aktualisiert, darunter auch Kaukasus 2010 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46569-GE-Juli-2010-4-Wochen-Trekking-im-Kaukasus-%28Georgien%29-Kazbek-Besteigung&p=736883&viewfull=1#post736883) und Alaska 2011 (1/3) (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56829-USA-Alaska-2011-%281-3%29-Talkeetna-Mountains&p=925439&viewfull=1#post925439) - die beiden werde ich nicht extra hochholen.

Website auch online.

Bergtroll
11.06.2012, 21:44
Vielen Dank für das gute Video. Ich hoffe, ich darf Dich nochmal mit 2 Fragen belämmern ;)

1.
Ich habe ein Guidebook und kenne den Weg von der Glacier Creek Landing Area zum Skolai Pass (= Goat Trail). Viele laufen nicht von McCarthy los, sondern lassen sich nach Skolai fliegen und beim Glacier Creek wieder abholen. Wie läuft man am besten von McCarthy zum Glacier Creek? Zuerst die McCarthy Road zur Brücke über den Nizina, dann durchs Flussbett auf der rechten Seite (flussaufwärts gesehen)?

2.
Ich habe den Eindruck, dass die Gegend von Nabesna bis Solo Creek vielleicht nicht ganz so spannend/interessant ist wie die Gegend ab Skolai. Falls das stimmt, überlege ich mir ab Solo Creek den White River nach Kanada zu nehmen. Der ist zwar an 1-2 Canyonstellen zu schwer (da muss ich halt umtragen), soll aber landschaftlich spekatukläre Ausblicke bieten. Außerdem hätte ich dann vielleicht noch für einen weiteren Kurztrip (z.B. Denali) Zeit. Macht die Überlegung Sinn oder ist gerade die Strecke von Solo Creek bis Nabesna etwas, was ich auf keinen Fall verpassen will?

1000 Dank.

Libertist
12.06.2012, 00:04
1.
Ich habe ein Guidebook und kenne den Weg von der Glacier Creek Landing Area zum Skolai Pass (= Goat Trail). Viele laufen nicht von McCarthy los, sondern lassen sich nach Skolai fliegen und beim Glacier Creek wieder abholen. Wie läuft man am besten von McCarthy zum Glacier Creek? Zuerst die McCarthy Road zur Brücke über den Nizina, dann durchs Flussbett auf der rechten Seite (flussaufwärts gesehen)?

Von McCarthy aus führt ein Weg durch den Wald weiter. Dieser trifft etwa 10 km (Luftlinie) südöstlich von McCarthy auf den Nizina River, dort kannst du den Fluss mit dem Raft überqueren oder am gleichen Ufer entlang Richtung Chitistone River laufen und irgendwann später queren - wie's dir am besten gefällt. Du musst halt dem Tal folgen. Vor zwei Jahren ließ es sich am südlichen Flussufer besser laufen, als am nördlichen. Eine Brücke über den Nizina gibt's nicht mehr.



2.
Ich habe den Eindruck, dass die Gegend von Nabesna bis Solo Creek vielleicht nicht ganz so spannend/interessant ist wie die Gegend ab Skolai. Falls das stimmt, überlege ich mir ab Solo Creek den White River nach Kanada zu nehmen. Der ist zwar an 1-2 Canyonstellen zu schwer (da muss ich halt umtragen), soll aber landschaftlich spekatukläre Ausblicke bieten. Außerdem hätte ich dann vielleicht noch für einen weiteren Kurztrip (z.B. Denali) Zeit. Macht die Überlegung Sinn oder ist gerade die Strecke von Solo Creek bis Nabesna etwas, was ich auf keinen Fall verpassen will?

Hm, das schönste Stück auf der gesamten Tour liegt sicher südwestlich des Solo Creeks. Aber Cooper Pass (Blue Lake) ist auch toll, das würde ich nicht weglassen. Etwas mühsam ist die Etappe von Solo Creek bis Chisana: halt eher flach und teilweise schwer zu gehen. Aber dafür hast du einen tollen Ausblick über die ganze Weite.

Ich würde dir nicht raten, schon am White River abzuzweigen. Erstens sorgt das nur für weiteren administrativen Aufwand (Grenzüberschreitung ohne Grenzposten --> das musst du organisieren). Zweitens verpasst du einige schöne Ecken im Park. Drittens ist die Tour dadurch nur halb so lang und wahrscheinlich auch nur halb so spannend. Ich zumindest würde ich immer lieber 1 größere Tour unternehmen wollen, als 2 kleinere.

Am besten ist allerdings: 2 große Touren. Also häng' noch ein paar freie Wochen mehr dran. :bg:

DocBrown
12.06.2012, 20:54
wow ! einfach nur wow!
hut ab, starke leistung und unglaublich gute fotos... da hammer.

Dima
14.06.2012, 21:48
Ja, wirklich sehr beeindruckend.

Daddyoffive
11.12.2013, 14:42
Boah, sehr geil!

Roccabird
04.06.2015, 01:09
Als allererstes, genialer Bericht! Ich freue mich schon auf mein W&T in Kanada :)

Mal eine Frage, welchen Bivi nutzt du? ist der Borealis Bivi noch aktuell?

Unabhängig von der ersten Frage, würdest du eine Kaufempfehlung aussprechen?

LG

Libertist
04.06.2015, 16:29
Damals war ich mit dem ME Borealis Bivi unterwegs. Das Teil ist bei mir aber seit Jahren nicht mehr zum Einsatz gekommen... verstaubt jetzt hier im Regal. Wenn ich einen Biwaksack bräuchte, würde ich mir wahrscheinlich das gleiche Modell wieder kaufen (wobei ich mich nicht mit aktuelleren Konkurrenzprodukten beschäftigt habe - damals war es halt das für mich sinnvollste Modell am Markt).

Wie sinnvoll ein Biwaksack im Allgemeinen ist, sei mal dahingestellt. Am ehesten vielleicht noch als Notunterkunft, die man immer (ggf. zusätzlich) dabei hat. Dafür ist der Borealis allerdings zu schwer.