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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [GE] Juli 2010: 4 Wochen Trekking im Kaukasus (Georgien) + Kazbek-Besteigung



Libertist
07.10.2010, 09:19
So, liebes Forum,

der Sommer ist vorbei und ich bin wieder zu Hause. Eigentlich komme ich gerade von einer neunwöchigen Alaska-Trekkingreise zurück, doch bevor ich darüber schreibe, möchte ich euch von Georgien erzählen. Denn dort habe ich den Juli zugebracht. Immer schön chronologisch vorgehen ;-) …

Prinzipiell werde ich in diesem Bericht nicht ins Detail gehen, sondern nur das Wichtigste erzählen und versuchen, möglichst viele Bilder zu zeigen. Auf alle Nachfragen reagiere ich natürlich gerne.


http://www.youtube.com/watch?v=cC41tosS7cU

Okay, beginnen wir mit der Idee: die eigentliche Jahresreise, in welche ich die meiste Planungszeit sowie das meiste „Herzblut“ steckte, sollte in diesem Jahr nach Alaska gehen. Da ich im letzten Jahr schon drei Monate (Juli, August, September) in Nordamerika unterwegs gewesen bin und mir die Moskito-Saison im Juli nicht ganz so gut gefiel, war klar, den Juli diesen Jahres woanders zu verbringen und erst ab August durch Alaska zu tigern. Nun beginnen meine Semesterferien aber nun mal im Juli – was also kann man da machen? Ich wollte in die Berge; der Flug sollte nicht all zu teuer sein; auf die <a target="blank" title="Alpen im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Alpen">Alpen</a> hatte ich auch aufgrund der völligen Erschlossenheit wenig Lust; Skandinavien habe ich schon einige Sommer lang durchstreift… Nach einigen Stunden vor Google Maps zog ich den Kaukasus näher in Betracht. Die georgische Seite schien mir interessanter zu sein als die russische und die Flüge in die Hauptstadt Tiflis (Tbilisi) waren von Frankfurt aus sehr günstig. Georgien ist ein für uns relativ unbekanntes Land mit wenig Touristen, tollen Bergen und niedrigen Preisen: perfekt für mich. Und so stand die Entscheidung fest. Eva war einverstanden und schon war die Suche beendet. Als ich meiner Mutter davon erzählte, meinte sie, dass eine ihrer Arbeitskolleginnen aus Georgien stammte. Nach kurzem Nachfragen und einem Telefonat nach Tiflis hatten wir den Kontakt zu Paul, dem Bruder der Arbeitskollegin hergestellt und wurden auf unbestimmte Zeit zu ihm nach Hause eingeladen. Das war natürlich fein.

Am 5. Juli flogen wir von Frankfurt über Kiev nach Tiflis, wo Paul uns mit einem Schild mit meinem Namen darauf am Flughafen abholte und uns nach einer kleinen Stadtrundfahrt zu sich nach Hause brachte. Wir fanden uns in einer kleinen Wohnung wieder: Elternschlafzimmer, Kinderschlafzimmer (2 Kinder) und ein kleines Esszimmer. Wir wurden direkt im größte Raum, dem Elternschlafzimmer, untergebracht und konnten uns trotz aller Proteste nicht dagegen erwehren, dass Paul und seine Frau für die nächsten drei Nächte bei den Kindern schlafen würden. Das war die georgische Gastfreundschaft, mit der wir in den kommenden Wochen noch vertrauter werden sollten.
Die nächsten beiden Tage verbrachten wir entweder mit Pauls Familie oder in der Innenstadt - vorzugsweise allerdings nicht auf den Hauptstraßen - und verköstigten uns mit gutem Essen sowie unglaublich billigem Bier bei 42°C im Schatten (nachts sank das Thermometer auf 38°C).

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Das letzte Bild entstand übrigens kurz bevor Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien verlor.
Am 8. Juli fuhr Paul uns zur Busstation „Didube“ in Tiflis, wo wir in den Bus nach Kazbegi stiegen. Hier ein Bild von Didube.

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Angekommen in Kazbegi marschierten wir weiter bis kurz vor den Grenzübergang nach Russland, von wo aus wir eigentlich unseren ersten 12-tägigen Trip starten wollten (Essen dafür kauften wir vorher in Tiflis ein). Die Soldaten dort schickten uns allerdings zurück und verdeutlichten mit den Worten „NO!“ und „SHOOT!“, dass dieses Gebiet aufgrund der Nähe zu Tschetschenien wohl nicht passierbar sei. Also ging es zurück nach Kazbegi und noch ein paar Kilometer weiter südlich in das „Sno-Valley“, von wo aus wir dann wirklich starteten. Auch hier mussten wir eine gründliche Inspizierung und viele Anweisungen vom georgischen Militär über uns ergehen lassen, konnten den Posten jedoch schließlich mit irgendeinem Sonderdokument passieren. Auf dem Feldweg nach Djuta sahen wir einige, teilweise verlassene Dörfer und genossen erneut die georgische Gastfreundschaft. In Djuta endet der Weg: die folgenden 10 Tage verbrachten wir in den unbewohnten Tälern zwischen und um Djuta bzw. Roshka, passierten mehrere Pässe und trafen nur sehr wenige (ausschließlich in der Gegend lebende) Menschen, die auf die selben Pfade angewiesen waren, da viele kleine Dörfer in den Bergen Georgiens nicht durch Straßen verbunden sind und man deshalb viel zu Fuß unterwegs ist.

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Als wir später nach Sno zurückkehrten fanden, wir uns überraschenderweise auf einem richtigen Volksfest wieder. Eine Statue wurde eingeweiht, was einen großen Teil der religiösen Führer des Landes und sogar den Patriarchen selbst in die Berge brachte. Aufgrund meiner Deutschlandfahne am <a target="blank" title="Rucksack im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Rucksack">Rucksack</a> wurde ich von einem Priester namens Mamuka angesprochen, der in Deutschland studierte, jetzt in Tiflis lebt und den Ausflug nach Sno im Rahmen der deutsch-georgischen Freundschaft (eine winzige Organisation mit 13 Mitgliedern aus der Hauptstadt) organisierte. Mit diesen Leuten verbrachten wir den ganzen Tag an verschiedenen Stationen und lernten viel über den Glauben, die Traditionen und die Kultur des Landes.

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Am Abend bauten wir unser <a target="blank" title="Zelt im Outdoorwiki nachschlagen." class="wikilink" href="http://outdoorseiten.net/wiki/Zelt">Zelt</a> in einem kleinen Waldstück in Kazbegi auf, wo wir auf die nächsten extrovertierten Georgier trafen, die einfach zu viel Nahrung (vor allem aber Vodka) bei sich hatten.

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Kazbegi.

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Später stießen Christian, mit dem ich im letzten Jahr schon in Nordamerika war, und meine Schwester zu uns - die beiden sind später als wir nach Georgien geflogen. Gemeinsam machten wir uns auf in ein Tal südwestlich von Kazbegi, von dem wir wussten, dass es nach Südossetien führen würde. Wir hatten nur wenig Zeit, wollten aber zumindest einen Blick hinein werfen. Schon am zweiten Tag unseres Marsches durch dieses Tal standen wir erneut dem georgischen Militär gegenüber, von wir zurückgeschickt wurden. Niemand darf nach Südossetien. Macht aber nichts: wir sind dafür ein wenig in den angrenzenden Bergen umhergestiegen und haben in den Tälern lustige Ziegen beobachtet.

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Im Anschluss daran stand die Besteigung des Kazbek – mein erster 5000er - auf dem Programm, für den sich allerdings nur Christian und ich begeistern konnten, da sich ja auch HIER (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?39422-Kasbek-im-Juli-2010-besteigen-wer-kommt-mit) niemand gefunden hat. Die Mädchen würden also nicht mit auf den Gipfel kommen. In Kazbegi holten wir einige Informationen ein: ein Führer für zwei Personen sollte 450 Euro kosten. Da wir unsere Alpin-Ausrüstung (Steigeisen, Pickel, Gurt, Seil und Karabiner) dabei hatten, entschieden wir, nach einer weiteren Nacht hinter der „Sameba“ (die berühmte Kirche über Kazbegi) einfach mal hoch zum Basecamp zu gehen und zu schauen, ob wir uns mit irgendjemandem zusammentun können. Das Basecamp, eine frühere meteorologische Station, liegt auf 3600 Meter. Bis dahin wollten unsere Frauen mitkommen. Also ging es hinauf. In der Station zu übernachten hätte uns 15 Lari pro Nacht und Nase gekostet: wir entschieden uns also trotz des heftigen Windes für die Zelte. Auf dem Weg nach oben trafen wir den Franzosen Ben, der passenderweise nach einer Seilschaft Ausschau hielt und im Bergsteigen schon mehr Erfahrung vorweisen konnte, als wir. Wir würden den Gipfel also zu dritt besteigen. Nach der ersten Nacht im Camp akklimatisierten wir uns bei leichtem Gehen über den Gletscher; auch um am nächsten Morgen im Dunkeln zu wissen, wo es hingehen soll.

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Dann der Gipfeltag. Wir starteten um 3.30 Uhr und das Wetter war perfekt… bis zu dem Zeitpunkt, als wir die Spitze des Berges erreichten. Trotzdem hat uns der Kazbek sehr viel Spaß gemacht. Probleme gab es eigentlich keine, obwohl die letzten Höhenmeter sehr steil waren (45°, stellenweise 50° wurde uns in Kazbegi erzählt).

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Am folgenden Tag stiegen wir ab und verbrachten eine weitere Nacht vor der Kirche Sameba, die ein Wahrzeichen Georgiens darstellt. Das folgende Bild ist eines meiner Lieblingsbilder: es zeigt die Kirche im Schatten des Kazbek vor dem Hintergrund des Gebirgszuges, der ein paar Kilometer weiter nördlich Georgien von Russland trennt.

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Das Ende der Reise kam näher. Noch ein paar Bier in Kazbegi, eine weitere Tageswanderung in einem Tal nah am Krisengebiet Tschetschenien (das Militär ließ uns passieren, verbot allerdings strengstens, Fotos vom Gebirgszug der nördlichen Talseite zu machen; dort hätten sie Snipers stationiert) und schließlich ging es im Bus zurück nach Tiflis
Am Flughafen angekommen mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass unser Flug um sechs Stunden vorverlegt wurde und wir ihn gerade verpasst hatten. Nach langem Verhandeln mit Ukraine Airlines mussten die Damen und Herren einsehen, dass es sich um einen Fehler ihrerseits handelte und wir tatsächlich nicht benachrichtigt wurden. Wir bekamen einen neuen Flug: als Konsequenz verbrachten wir zwei Nächte hinter dem Flughafengebäude und drei von uns (nämlich Christian, Eva und ich) hatten die Angst im Nacken, zu spät in Frankfurt anzukommen. Denn durch die Änderungen blieben uns genau 50 Minuten Zeit zum Umsteigen in unseren Flieger nach Alaska. Letztendlich hatten wir keine Probleme: unser Gepäck wurde direkt durchgecheckt und der Flug nach Anchorage hatte 4 Stunden Verspätung.

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Jetzt ist Oktober. Angesichts dessen, was ich in den letzten beiden Monaten in Alaska erlebte, ist mir Georgien schon gar nicht mehr so präsent. Aber ich kann und muss dieses Land als hervorragendes Reiseziel deklarieren, welches durch wunderschöne und vergleichsweise unberührte Natur, hohe Berge, durch die Gastfreundschaft der Menschen, niedrige Preise, gute Reisebedingungen und den für Vorderasien so typischen Charakter besticht, so dass es in Zukunft sicher noch eine Menge Abenteurer, Individualreisende und Neugierige in diese Gegend ziehen wird. Ich selbst werde am 20. Oktober mit dem Auto zu einem kleinen Roadtrip von Deutschland nach Georgien aufbrechen, wo ich es gut verkaufen kann. Meinen Rückflug von Tiflis nach München habe ich gestern Abend für den 8. November gebucht: 148 Euro.

Kommentare sind wie immer gerne gesehen, Fragen versuche ich umgehend zu beantworten.

Fortsetzung: Reisebericht Alaska (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46604-USA-Summer-2010-9-Wochen-Trekking-in-Alaska-mit-Packraft-Wrangell-St.-Elias-amp-Denali)

volx-wolf
07.10.2010, 09:49
Ganz großes Kino - danke schön für den Bericht!!!!

peter-hoehle
07.10.2010, 11:19
Ganz großes Kino - danke schön für den Bericht!!!!

Dem kann ich mich nur anschließen.
Reiseberichte aus abgelegenen Gebieten
sind immer etwas besonderes.
:popcorn: :popcorn: :popcorn:

Gruß Peter

vinne90
07.10.2010, 12:29
Super Bericht! Finde es erstaunlich, dass ihr euch immer wieder in die militärischen Gebiete vorgewagt habt. Konntet ihr denn Georgisch (?) und Russisch bzw könnte man sich auch mit Englisch in Georgien durchschlagen?
Gruß,
Vincent

Libertist
07.10.2010, 13:29
Super Bericht! Finde es erstaunlich, dass ihr euch immer wieder in die militärischen Gebiete vorgewagt habt. Konntet ihr denn Georgisch (?) und Russisch bzw könnte man sich auch mit Englisch in Georgien durchschlagen?
Gruß,
Vincent

Nö, keiner konnte ein Wort georgisch oder russisch. Aber viele Georgier sprechen ein wenig Englisch, manche sogar etwas Deutsch. Ansonsten blieb immer die Körpersprache, die spricht ja bekanntlich jeder ;-) ...

MatthiasK
07.10.2010, 22:11
Gratulation zum 5000er!
Interessanter Bericht, freu mich schon auf die Alaska Fortsetzung. :D

Libertist
07.10.2010, 22:38
Gratulation zum 5000er!
Interessanter Bericht, freu mich schon auf die Alaska Fortsetzung. :D

Ich arbeite daran ;-) ...

Yaphi
08.10.2010, 00:19
Sehr interessanter Bericht.
Super geschrieben und gute Fotos wie ich finde.
Die eher unbekannten Reiseziele haben immer nochmal ihren besonderen Reiz ;-)

entropie
08.10.2010, 02:34
Geile bilder. Hätte gerne mehr einzelheiten gehabt ;)

Danke!

Gibts das in gross? das ist einfach wunderbär:
http://www.bilder-hosting.de/img/TN7EO.jpg

Libertist
08.10.2010, 08:36
Geile bilder. Hätte gerne mehr einzelheiten gehabt ;)

Danke!

Gibts das in gross? das ist einfach wunderbär:
http://www.bilder-hosting.de/img/TN7EO.jpg


Ja, das Bild gibt es in groß. Wenn du willst schicke ich es dir per eMail.
Mehr Einzehlheiten - zu einer bestimmten Gegend oder generell? Ich bin nicht schreibfaul, aber du musst mir schon sagen, was du wissen möchtest ;-) ... Ich war in diesem Sommer 89 Tage am Stück unterwegs: da kann ich einfach nicht jedes Detail beschreiben, tut mir leid.

NeverSummer
08.10.2010, 13:03
:popcorn::popcorn::popcorn:

jetzt warte ich auf Alaska, auch wenn ich die Bilder von FB schon kenne!

Guy Threepwood
08.10.2010, 16:30
Eine schöne Tour im Kaukasus und dann direkt weiter. Bin beeindruckt und warte auf die 8000km entfernte Fortsetzung.

Libertist
08.10.2010, 17:09
Fortsetzung online.

trekkster
08.10.2010, 18:09
Hammer Bilder! Da muss ich nächstes jahr auch hin denn ich bevorzuge dieselben kriterien günstig, wenig touristen und schöne landschaft.

Das Bild mit den Steinruinen in den Bergen insbesondere der Turm da sehen echt klasse aus. Erinnert mich irgwie an Herr der Ringe, einfach genial die Landschaft.

so und jetzt gehts nach google infos über georgien und flüge abchecken:cool:

Libertist
08.10.2010, 18:20
so und jetzt gehts nach google infos über georgien und flüge abchecken:cool:

Ich suche noch einen Mitreisenden für meinen Roadtrip nach Georgien, Start ist der 19. Oktober :ignore: ...

trekkster
08.10.2010, 20:16
Ich suche noch einen Mitreisenden für meinen Roadtrip nach Georgien, Start ist der 19. Oktober :ignore: ...

shit ich hab am 4.10 ein ba-studium begonnen, hab frei zwischen weihnachten und neujahr und dann 25 uralubstage für 2011. ich werd im sommer ne tour machen das georgien kostet ca. 360€ für Hin- und Rückflug. wie siehts mit der währung aus? tauscht man so 130-150€ dann reicht das Geld dort für ~ 3 Wochen? Nahrung kann man ja auch ein wenig mitnehmen und "wild zelten" ist in zivilisierter weise kein problem?

Libertist
08.10.2010, 21:31
shit ich hab am 4.10 ein ba-studium begonnen, hab frei zwischen weihnachten und neujahr und dann 25 uralubstage für 2011. ich werd im sommer ne tour machen das georgien kostet ca. 360€ für Hin- und Rückflug. wie siehts mit der währung aus? tauscht man so 130-150€ dann reicht das Geld dort für ~ 3 Wochen? Nahrung kann man ja auch ein wenig mitnehmen und "wild zelten" ist in zivilisierter weise kein problem?

Wir haben zu zweit in 4 Wochen 200 Euro verbraucht. Müsli-Riegel haben wir aus Deutschland mitgenommen, den Rest in Georgien gekauft. "Wild Zelten in zivilisierter Weise"...? Was meinst du damit? Wir haben für Unterkünfte jedenfalls keinen Cent bezahlt. Das Bier kostet durchschnittlich umgerechnet 25 Cent. Ähnlich niedrig sind die Lebensmittel- und Restaurantpreise.

Libertist
12.10.2010, 22:48
Oh, das wichtigste Bild habe ich ja noch gar nicht gepostet: ein ODS-Aufnäher auf dem Kazbek.

http://www.bilder-hosting.de/img/U6DJ6.jpg

Vegareve
13.10.2010, 09:15
Wie war denn der Kazbek technisch? Einfach nur nach oben durch den Schnee latschen oder gabs auch etwas schwierigeres als die Höhe an sich? Gratulation zu deinen Reisen (wäre schön, so viel Zeit wie Du zu haben).

Sapbattu
13.10.2010, 09:40
herzlichen glückwunsch zum berg und einer sehr schönen tour :cool:

was mich mal interessieren würde ist der georgische umgang mit alkohol.

in den berichten aus dem altai oder anderen russischen gebieten gab es anscheinend öfter mal probleme mit ziemlich besoffenen jugendlichen/erwachsenen. wie hast du das auf deinem trip erlebt?

gruß
jan

Libertist
13.10.2010, 10:09
Wie war denn der Kazbek technisch? Einfach nur nach oben durch den Schnee latschen oder gabs auch etwas schwierigeres als die Höhe an sich? Gratulation zu deinen Reisen (wäre schön, so viel Zeit wie Du zu haben).

Der Kazbek ist ein einfacher 5000er. Technisch ganz und gar nicht anspruchsvoll. Man läuft die ganze Zeit über den zugeschneiten Gletscher nach oben. Die letzten ca. 200 Höhenmeter sind ziemlich steil (stellenweise zwischen 45 und 50 Grad Steigung), ansonsten gibt es eigentlich keine großen Schwierigkeiten.



herzlichen glückwunsch zum berg und einer sehr schönen tour :cool:

was mich mal interessieren würde ist der georgische umgang mit alkohol.

in den berichten aus dem altai oder anderen russischen gebieten gab es anscheinend öfter mal probleme mit ziemlich besoffenen jugendlichen/erwachsenen. wie hast du das auf deinem trip erlebt?

gruß
jan

Alkohol wird überall getrunken, das beginnt oft schon früh am Morgen. Während man in Tbilisi vorrangig auf Bier und Wein trifft, werden diese Getränke von Vodka abgelöst, je näher man der russischen Grenze kommt. Allerdings gab es nicht die geringsten Probleme mit alkoholisierten Menschen: im Gegenteil. Das Sprechen von Toasts (was in Georgien sehr eng mit dem Trinken von Alkohol verbunden ist) hat eine gewisse Tradition, die auch ziemlich ernst genommen wird. Es erscheint eher wie ein Ritual, als sinnloses Gesaufe. Dementsprechend oft wird man auch eingeladen, mitzutrinken. Das Verhalten der Georgier im alkoholisierten Zustand ist - unserer Erfahrung nach - sehr anständig und höchtens ein wenig "lustiger" :bg: ...

Libertist
14.10.2010, 18:29
Ich hab mal ein kleines Video zusammengeschnitten. Zu sehen sind Aufnahmen von dem Tag, an dem wir nach unserer ersten 12-Tagestour zurück in Sno waren, die restliche Zeit mit "Vater Mamuka" verbrachten und am Abend noch auf Georgier in Feierstimmung trafen. Die Originalaufnahmen haben recht gute HD-Qualität. Nachdem ich aber den Windows Movie Maker bediente (hab vorher noch nie ein Video geschnitten bzw. bearbeitet) sieht das alles nicht mehr ganz so toll aus. Vor allem ist aus dem schönen 16:9 ein 4:3 geworden. Aber egal. Wer möchte, kann es sich ja mal anschauen.

Video (http://www.file-upload.net/download-2890218/Georgian_Culture.wmv.html)

Edit: Video läuft nicht mehr! :(

Libertist
05.02.2011, 17:23
So, auch hier wieder alle Bilder neu hochgeladen... jetzt fehlt nur noch der Alaska-Bericht! :gaehn:

Wookasch
24.02.2011, 18:10
Erstmal: 5sterne für den tollen Bericht und Fotos!

Ich hätte einige Fragen an dich:

- wie habt ihr euch mit den Leuten verständigt, auf Russich? Soweit ich weiß sind die Marshrutkas nur auf Georgisch beschriftet?

- welche Karten habt Ihr benutzt? Ich habe die "Caucasus" von GiziMap in 1:1.000.000 und "Kaukasus" 1:700 000 von Freytag u. Berndt

- welche Kamera & Objektive schleppst du immer mit?

Ich fliege im Mai für 2,5 Wochen nach Georgien, um alleine das tolle Land zu erkunden :D

Libertist
28.02.2011, 10:28
wie habt ihr euch mit den Leuten verständigt, auf Russich? Soweit ich weiß sind die Marshrutkas nur auf Georgisch beschriftet?

Ich spreche weder ein Wort russisch, noch reorgisch; meinen Mitreisenden geht es genauso. Aber wie überall auf der Welt, kann man sich schon irgendwie verständigen. Manche Einheimischen sprechen ein paar Brocken Englisch, andere einige Wörter Deutsch und die Kommunikation mit Händen und Füßen funktioniert stets hervorragend. Wer Russisch spricht, hat es in Georgien natürlich sehr leicht.



welche Karten habt Ihr benutzt? Ich habe die "Caucasus" von GiziMap in 1:1.000.000 und "Kaukasus" 1:700 000 von Freytag u. Berndt

Von der Gegend östlich von Kazbegi habe ich auch bei Freytag & Berndt keine Karte gefunden. Google-Maps Ausdrucke (Höhenprofil bzw. Terrain) haben gereicht. Richtige Karten hatten wir also nicht dabei.



welche Kamera & Objektive schleppst du immer mit?

Eine Canon Powershot SX20 IS, also wahrscheinlich nicht das, was du erwartest hast. Naja, irgendwann kommt vielleicht auch mal was Hochwertigeres ;-) ...



Ich fliege im Mai für 2,5 Wochen nach Georgien, um alleine das tolle Land zu erkunden :D

Super, ich wünsche dir viel Spaß und tolle Erfahrungen. Wohin genau soll die Reise denn gehen?

smeagolvomloh
28.02.2011, 20:18
5sterne

@Libertist
Die Reiseberichte lese ich nur, wenn ich ein wenig Zeit am Abend habe. Dadurch entgehen mir natürlich viele "Perlen" des hiesigen Forums. Warum bin ich erst jetzt auf diesen Reisebericht aufmerksam geworden?

5sterne

Dieser Bericht ist mal wieder so ein typisches Beispiel dafür, dass man einfach seine Träume verwirklichen sollte.

Vielen Dank!

Libertist
28.02.2011, 20:42
Dieser Bericht ist mal wieder so ein typisches Beispiel dafür, dass man einfach seine Träume verwirklichen sollte.

Vielen Dank!

Freut mich sehr, dass du das schreibst. Diese "Botschaft" möchte ich nämlich mit meinen Berichten hier auch gerne signalisieren.

Wookasch
01.03.2011, 12:56
Wer Russisch spricht, hat es in Georgien natürlich sehr leicht.

Schön dass es bei euch auch ohne geklappt hat, da bin ich erleichtert.
Als Pole verstehe ich etwas Russisch und will bis Mai auch Georgisch zumindest lesen können.


Eine Canon Powershot SX20 IS, also wahrscheinlich nicht das, was du erwartest hast.

Mich hat einfach interessiert, wie man so viel Ausrüstung (inkl. Seil, Steigeisen etc.) und ggf. eine DSLR schleppen kann :bg: Und die Fotos von deinen Reisen sind wirklich fantastisch.



Super, ich wünsche dir viel Spaß und tolle Erfahrungen. Wohin genau soll die Reise denn gehen?

Es wird eher keine Trekkingreise sein, ich möchte das Land und die Leute kennenlernen, die alten Kloster besuchen, den Wein und den selbstgebrannten Schnaps chacha geniessen :grins: Bin also ohne Zelt unterwegs (Unterkunft bei Einheimischen)

Grober Plan ist Tbilisi & Mtskheta > Kazbegi > David Gareja > Vardzia > Batumi > Mestia
In Svaneti (Mestia, Ushguli) möchte ich etwas länger bleiben. Dann vllt. noch ein Ausflug nach Armenien (Genozid-Mahnmal in Yerewan, Khor Virap).
Ich werde mich aber an die Transportmöglichkeiten anpassen können. Mal schauen.

Als MUSS sehe ich Svaneti und Kazbegi mit Georgian Military Road, der Rest wird sich spontan ergeben.

Noch als Tip: man kann nach Georgien direkt aus Warschau fliegen mit LOT (Polnische Nationalfluggesellschaft). Es gibt fast jeden Mittwoch eine Aktion "Crazy Wednesday", wo man sehr günstig Flüge nach Osten kriegt (ehem. SJ). Die Aktion ist auch über die deutsche Seite verfügbar.
Ich habe für Hin- und Rückflug 140€ bezahlt :baetsch: Und nach Warschau kommt man aus Berlin direkt in 6h mit EuroCity für 22€ (wenn man rechtzeitig bucht).

Naniko77
06.05.2011, 17:48
@ Libertist,

hey, freut mich, dass du von meinem Heimatland (Geo.) so begeistert bist und dort viel erlebt hast. Wollte dich fragen, ob du auf deiner Georgienreise auch in Swanetien warst?!

Gruß,
Nana

Libertist
07.05.2011, 02:46
@ Libertist,

hey, freut mich, dass du von meinem Heimatland (Geo.) so begeistert bist und dort viel erlebt hast. Wollte dich fragen, ob du auf deiner Georgienreise auch in Swanetien warst?!

Gruß,
Nana

Nein, in der Gegend war ich noch nicht, hab aber bereits einiges davon gehört ;-) ... Wenn ich das nächste Mal in Georgien bin, werde ich dort wahrscheinlich mal vorbeischauen. Woher stammst du?

Naniko77
07.05.2011, 13:48
hey,

ich komme aus Gori. Obwohl ich dort aufgewachsen bin, kenne ich Swanetien noch nicht. Früher war Swanetien ein unsicherer Ort und selbst wir Georgier hatten Angst nach Swanetien zu reisen, aber seit letzen Jahren gehen immer mehr Touristen (+ Georgier) hin und es soll dort sehr sicher sein. Kein anderer Ort in Georgien ist wilder und schöner als Swanetien! Wanderwege in Swanetien wurden seit 2005 mit Unterstützung von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Tbilissi/Georgien zusammen mit der Nichtregierungsorganisation "Georgische Vereinigung von Bergaktivisten (GUMA)" markiert. Diese erstellten auch ein umfangreiches Programm für Touristen. Hier findest du alle Infos über Unterkünfte + Bergführer+Routenvorschläge (relativ günstig) in Swanetien: http://svanetitrekking.ge/deu/index.htm. Im September werde ich wieder in Deutschland sein und werde dann ein Bericht über Swanetien schreiben.

Libertist
30.05.2011, 13:20
Ich beantworte mal eine Anfrage, die ich per PN bekommen habe, hier im entsprechenden Threat. Es gibt vielleicht noch andere, die sich dafür interessieren könnten.



Hallo Libertist,

Wir werden Anfang Juli privat nach Georgien fliegen und haben uns den Kasbek als Tourenziel ausgesucht.
Kannst du uns bei der Planung helfen? (Habe deine Beiträge von 2010 gelesen)

a) Kannst du uns eine preiswerte Unterkunft in Stepanzminda (Kasbegi) empfehlen.
b) Wo können wir Kartenmaterial kaufen? (leihen)
c) was ist neben der "normalen" Gletscherausrüstung notwendig - Seil (oder geht dies auszuleihen) - Kompass (oder ist die Wegmarkierung ausreichend)
d) Wie zerklüftet ist der Gletscher, sieht man die Spalten und wie steil ist er?
e) Ist auch eine Felskletterei dabei (UIAA-Schwierigkeit ???)
f) Zur Akklimatisation wollen wir auf die alte Wetterstation. Müssen wir die Übernachtung anmelden? Gibt es Wasser, Strom, Essen, muss man einen Schlafsack, Kocher dabei haben?
g) Ist die Stromversorgung 220 V, braucht man einen Adapter?
h) Muss man ab Wetterstation einen Bergführer nehmen?
i) Wie lang ist der Aufstieg zum Gipfel ab Wetterstation?
j) Empfiehl uns zwei Touren zur Akklimatisation ab der Wetterstation.

Danke für deine Hinweise sagt
...


Hallo,

eine Besteigung des Kazbek lohnt sich, gute Idee! Hier die Antworten auf deine Fragen:

a) Nein. Wir haben in einem kleinen Waldstück gleich hinter der Brücke (nah am Ortsausgang Richtung russiche Grenze) gezeltet. Das stört dort niemanden. Es gibt in dem Dorf aber auch private Unterkünfte, die natürlich nicht viel Geld kosten. Darum müsst ihr euch vorher nicht kümmern: Angebote bekommt ihr, sobald ihr aus dem Bus von Tiflis aussteigt. Man wirbt auch auf dem Marktplatz und so. Keine Sorge.

b) Eine Karte für die Kazbek-Besteigung gibt es im "Mountaineering Club" (oder so ähnlich) in Kazbegi. Dort kann man auch einen Führer organisieren, sich über das Wetter informieren und so weiter. Eigentlich braucht man gar keine Karte, der richtige Weg ist relativ offensichtlich, obwohl es keine eigentliche Wegmarkierung gibt.

c) Ausrüstung könnt ihr euch ebenfalls in der Einrichtung in Kazbegi ausleihen. Notwendig sind Steigeisen, Gurt, Seil, Karabiner, Eispickel (letzteres wohl nicht unbedingt, ist aber ratsam).

d) Spalten in der Moränenlandschaft sind offensichtlich, stellen also keine großen Probleme dar. Weiter oben versteckt sich der Gletscher unter einer dicken Schneedecke, da braucht ihr euch dann keine Sorgen mehr machen. Im Juli dürfte auch eine deutliche Fußspur durch den Schnee führen, der ihr einfach folgen könnt.

e) Nein, keine Felskletterei.

f) Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wasser kommt vom Gletscher (kann man sich also draußen holen), Strom gibt es für 3 Stunden am Abend, Essen gibt es wenig und für relativ viel Geld (ich empfehle eigene Nahrungsmittel mit hoch zu bringen), Schlafsäcke müsst ihr eigene haben, Kocher werden gff. zur Verfügung gestellt, glaube ich. Genau weiß ich es nicht, da ich selber draußen im Zelt geschlafen und mich selbst versorgt habe. Mein Tipp lautet eher: bringt alles selbst mit und betrachtet die Wetterstation nur als Schlafgelegenheit.

g) Gute Frage, wir hatten keine aufladbaren Geräte dabei. Ich gehe stark davon aus, dass du keinen Adapter brauchst, aber Informationen dazu findest du sicher auch im Internet.

h) Nein. Kann man aber. Es sind immer ein paar Bergführer oben, die man anheuern kann, wenn man sich kurzfristig überlegt, dass dies vielleicht sinnvoll sei. Mein Tipp: geht ohne Bergführer, solange ihr nicht vollkommen unerfahren seid und das Wetter gut ist. Bei schlechtem Wetter (Gipfel in den Wolken) solltet ihr warten oder einen Führer nehmen.

i) 5 bis 6 Stunden.

j) Etwa 200 Höhenmeter über der Station liegt eine kleine provisorische Plastik-Kapelle, die einen Besuch wert ist. Ansonsten würde ich am Tag vor der Gipfelbesteigung einen Gang über das Moränenfeld am Gletscher unternehmen - den selben Weg den ihr am nächsten Morgen im Dunkeln gehen müsst. Dann habt ihr diesen etwas gefährlichen Teil des Weges schon mal gesehen. Es gibt auch einen nahen Gipfel (etwas über 4000m), den man von der Station aus erreichen kann. Allerdings habe ich mich darum nicht gekümmert. Informationen zu alledem gibts auf der Wetterstation in Hülle und Fülle, macht euch also keine zu großen Gedanken darüber.

Ich hoffe, das hilft erstmal. Bei weiteren Fragen kannst du dich gern wieder hier melden.

steffen63
31.05.2011, 12:55
Danke Gabriel,

das waren beruhigende Antworten.
Vielleicht noch eine letzte Frage.
Mit welchen Transportmitteln seid ihr in Georgien gereist?

Tschüss sagt
Steffen

Libertist
01.06.2011, 14:16
Mit welchen Transportmitteln seid ihr in Georgien gereist?

Mit Bussen ("Minibussi"). Von der großen Busstation in Tiflis ("Didube") kommst du überall hin im Land. Ansonsten sind wir auch getrampt, alles kein Problem.

Reichhi
01.06.2011, 23:46
Kommt das Video wieder?

Hab es nicht gesehen ;(

Libertist
02.06.2011, 01:23
Kommt das Video wieder?

Ja, ich werde hier noch mal ein neues Video posten. Aus hompage-technischen Gründen allerdings erst im Oktober, sorry.

herihaa
05.06.2011, 11:40
Danke für den Bericht.
Sehr interessant.
Was schönste Bergregionen Georgiens angeht..
hier kann ich fürs Trekking Svaneti und Tusheti empfehlen.
Falls jemand Hilfe bei Gasthaussuche oder Routenplanung benötigt , empfehle ich www.georgiano.de einfach Ihre Frage stellen.
Übrigens, hier bekommt man auch Kartenmaterial für Kazbek und Umgebung.

steffen63
06.06.2011, 11:54
Hallo Libertist,

doch noch eine Frage. Wie kamst du mit dem Geld zuurecht?
Alles in Lari oder auch Euro oder US-Dollar?
Wird auf Märkten bzw. bei Privatunterkünften gehandelt oder sind es Festpreise?

Tschüss sagt
Steffen

Libertist
06.06.2011, 13:58
Hallo Libertist,

doch noch eine Frage. Wie kamst du mit dem Geld zuurecht?
Alles in Lari oder auch Euro oder US-Dollar?
Wird auf Märkten bzw. bei Privatunterkünften gehandelt oder sind es Festpreise?

Tschüss sagt
Steffen


Hallo Steffen. Zum Geld: wir haben alles in Lari bezahlt, damit bekommst du sicher immer die besten Preise. Ich glaube, damals in Tiflis 150 Lari abgehoben zu haben: das reichte mir für 4 Wochen.
Auf Märkten, bei Taxi-Fahrten und bei Unterkünften kannst du sicher handeln, auch wenn dir erstmal Festpreise genannt werden. Ob das im jeweiligen Fall sinnvoll ist, musst du dann selbst entscheiden: als ich für 0,50 Lari (25 Cent) ein Brot vom Bäcker geholt hab, kam es mir nicht in den Sinn, zu handeln :bg: ... Aber bei einer Taxifahrt erkundigte ich mich vorher schon nach dem Preis und diskutierte dann ein wenig.

Viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung.

Felltier
10.07.2011, 15:33
Hallo Libertist,

da wir auf Grund der politischen Lage dieses Jahr vom Elbrus abgekommen sind und nun auch auf den Kazbek wollen, hätte ich noch eine Frage:

Wir wollen per Zelt unterwegs sein.
Wie sieht es denn mit Zelten auf Höhe der Meteo aus?
Wir überlegen, zusätzlich nochmal höher zu schlafen. Gibt es da so auf ~ 4400 m auf dem Weg (wohl auf dem Gletscher) aus Deiner Erinnerung geeignete Plätze?

Danke!

Viele Grüße
FT

Libertist
11.07.2011, 07:59
Hallo Libertist,

da wir auf Grund der politischen Lage dieses Jahr vom Elbrus abgekommen sind und nun auch auf den Kazbek wollen, hätte ich noch eine Frage:

Wir wollen per Zelt unterwegs sein.
Wie sieht es denn mit Zelten auf Höhe der Meteo aus?
Wir überlegen, zusätzlich nochmal höher zu schlafen. Gibt es da so auf ~ 4400 m auf dem Weg (wohl auf dem Gletscher) aus Deiner Erinnerung geeignete Plätze?

Danke!

Viele Grüße
FT


Bin selber gerade unterwegs und antworte deshalb nur ganz kurz: Zelten an der Meteo-Station ist kein Problem, haben wir auch gemacht (kostet ein paar Lari, glaube ich). Auf dem Gletscher kann man auch gut uebernachten, besonders gegen Ende, kurz vor dem eigentlichen Anstieg. Wenn ich den Kazbek noch mal besteigen sollte, schlage ich mein Zelt auf dem Sattel in etwa 4800 Meter Hoehe auf. Kein Problem, wenn ihr ein ordentliches Zelt habt.

Viele Gruesse aus Leh (morgen geht zum Lungser Kangri :cool:).

Felltier
11.07.2012, 19:11
Hallo zusammen,

da vielleicht noch jemand Infos aus diesem Thread holt:

Wir haben letzten Sommer auf etwa 4200m nochmal übernachtet.
Der "Zeltplatz" liegt wunderschön in einem flachen Stück des Gletschers, ist dazu relativ geschützt (Die Gewitter, die über uns drübergingen, hat das nicht gestört).

Von dort ist man vor den ganzen Leuten von der Meteo-Station auf dem Gipfel.
Wir hatten den Gipfel dann für uns allein, die ersten kamen uns entgegen, da waren wir schon wieder im Abstieg.

Der Platz ist nur zu empfehlen, letztes Jahr waren schon ältere Zeltspuren da.
Bei Bedarf kann ich auch noch die Koordinaten raussuchen.

Ein Hinweis noch: Gerade der Bereich davor (nach der Steinschlagzone bis zum "Campingplatz") ist mit ziemlich derben Spalten bestückt. Man sieht nicht viel davon, aber in der einen großen, die bei uns offen war, hätte man locker (hochkant) mehr als einen Reisebus geparkt...



Schöne Grüße
FT

longtrek
15.02.2013, 00:51
Hi Libertist,

auch zweieinhalb Jahre später ist Dein Report noch klasse und super aktuell... ;)

Ich hatte mich für dieses Jahr entschlossen ein bischen im georgischen Kaukasus zu wandern, einschließlich Kasbek. Wenn ich sage 'ich', dann heisst es evtl. ich allein, so ich keinen Ersatz für meine wahrscheinlich diesjährig unabkömmliche Reisebegleitung finde. Für diesen Fall würde ich (auch wenns weh tut) sicher auf einen Bergführer zurückgreifen wollen, sollte sich keine Seilschaft finden. Du hast geschrieben, in Kasbegi kann man Bergführer "anheuern". War das einfach oder musstet Ihr ewig suchen?

Geplant waren insgesamt 3 Wochen, wobei ich wohl die meiste Zeit im Norden bleiben würde. Ich bin grad am Sichten der einschlägigen Webseiten, Karten etc... Aber eine Frage ist sicher schon mal wichtig. Kannst Du Dich noch an die Orte erinnern, in denen Proviant nachladbar war? Oder habt Ihr Euch komplett in Tblisi eingedeckt? Alles über 1 Woche wird halt schwer auf dem Buckel, wenn auch nicht unmöglich. Wasser ist offensichtlich kein Problem...

Danke schon mal im Voraus!
Torsten

EulerIdentity
19.02.2013, 16:11
auch zweieinhalb Jahre später ist Dein Report noch klasse und super aktuell... ;)

Dem Kommentar und der Frage schließe ich mich an, da ich in diesem Sommer Gleiches vorhabe.

bierathlet
24.02.2013, 21:43
Hi Libertist,

auch zweieinhalb Jahre später ist Dein Report noch klasse und super aktuell... ;)

Ich hatte mich für dieses Jahr entschlossen ein bischen im georgischen Kaukasus zu wandern, einschließlich Kasbek. Wenn ich sage 'ich', dann heisst es evtl. ich allein, so ich keinen Ersatz für meine wahrscheinlich diesjährig unabkömmliche Reisebegleitung finde. Für diesen Fall würde ich (auch wenns weh tut) sicher auf einen Bergführer zurückgreifen wollen, sollte sich keine Seilschaft finden. Du hast geschrieben, in Kasbegi kann man Bergführer "anheuern". War das einfach oder musstet Ihr ewig suchen?

In Kazbegi gibt es eine Agentur: Mountain Travel Agency (direkt am Markt, auf dem die Marshrutkas aus Tbilisi ankommen). Falls du kein Equipment hast, kannst du da alles leihen, Kartuschen kaufen und einen Führer buchen. Führer sind relativ teuer, ca. 350-400 €. Am Markt sind auch ein Haufen Geschäfte, in denen man sich mit Proviant eindecken kann.

Du kannst auch dein Glück auf der Meteo-Station versuchen und andere fragen, ob sie dich mitnehmen. In der Saison sind da immer genug Leute unterwegs. Wir waren letztes Jahr Ende September oben. Uns hatte auch ein Pole gefragt, ob wir ihn mitnehmen. Wir waren den Tag dann zu dritt die einzigen auf dem Gipfel.:cool:

Falls du noch Fragen hast, auch zu Swanetien, gern!

Grüße Markus

longtrek
27.02.2013, 00:59
In Kazbegi gibt es eine Agentur: Mountain Travel Agency (direkt am Markt, auf dem die Marshrutkas aus Tbilisi ankommen). Falls du kein Equipment hast, kannst du da alles leihen, Kartuschen kaufen und einen Führer buchen. Führer sind relativ teuer, ca. 350-400 €. Am Markt sind auch ein Haufen Geschäfte, in denen man sich mit Proviant eindecken kann.

Du kannst auch dein Glück auf der Meteo-Station versuchen und andere fragen, ob sie dich mitnehmen. In der Saison sind da immer genug Leute unterwegs. Wir waren letztes Jahr Ende September oben. Uns hatte auch ein Pole gefragt, ob wir ihn mitnehmen. Wir waren den Tag dann zu dritt die einzigen auf dem Gipfel.:cool:

Falls du noch Fragen hast, auch zu Swanetien, gern!

Grüße Markus

Danke, Markus. Das ist durchaus ein Lichtblick. Der Idealfall wäre sicherlich die Option zwischen Seilschaft suchen oder Führer buchen. Geh ich da einfach in die Agency und sag' ich nehm einen Führer, ein Paar Thermoschnürsenkel und wenns geht für übermorgen früh ? Am Ende wären die Kosten für den Führer grad noch so unterhalb der Schmerzgrenze. Wie schwierig - mal abgesehen von der Konditionsfrage - sind Auf- und Abstieg?

Ja, zu Swanetien hätt ich sicher auch noch Fragen. Hab mir zusätzlich grad diesen und die Kartensätze für Chewsuretien (50.000er) bestellt. Geplant hatte ich insgesamt zwei Touren. Die erste wäre im Kasbek-Gebiet, die zweite dann entweder Swanetien oder ohne großes Umsetzen Chewsuretien.

Für die zweite Tour hatte ich in etwa eine (unterbrechungsfreie) Woche im Sinn. Kriegt man da was rundes in Swanetien hin? Sicher kämen da die üblichen Kandidaten in Frage... Lentheki, Mestia, Ushguli... Man müsste also einen Pass über den Svanetis-Rücken zwischen Lentekhi und dem nördlich gelegenen Inguri-Tal auftun. Gibts da was oder müsste man von Lentekhi aus dem Fahrweg nach Osten und dann Norden und schließlich Westen nach Ushguli folgen? Ich freu mich schon auf die 50.000er Trekking-Karten :bg:

Je nachdem, wo und wie lange die zweite Tour stattfindet, würden sich noch ein paar möglichst wanderfreie Erholungstage mit Sightseeing anschliessen (historische Hotspots). Auch lecker Fisch am Schwarzen Meer essen wäre herrlich... :roll:


Grüße, Torsten

<-- UPDATE 27.02.13 -->
Bis auf Blatt 8 der 50.000er Geoland-Karten hab ich mittlerweile alle erhalten. Das Wegenetz scheint in Swanetien ein bischen dichter zu sein. Über den Svaneti-Rücken gibts lt. Blatt 9 drei Pässe, wobei der mittlere Weg (östlich vom Gletscher am Lasuli) eine Lücke im oberen Lashisghele-Tal aufweist. Kennt evtl. jemand diese Strecke?

Welche Strecken und Haltepunkte sind in Swanetien nachdrücklich empfehlenswert? Lohnt es sich evtl. bereits südlich der Höhe von Lentheki loszulaufen?

Eine Alternative wäre m.E. auch eine Tour in Chewsuretien - entweder vor oder nach dem Kasbek. Wenn vorher, dann z.B. mit Anfangspunkt in Barisakho, in nordöstlicher Richtung, über Shatili und Guro, in westlicher Richtung bis Kasbegi....

Weitere Vorschläge/Hinweise...?

longtrek
27.02.2013, 01:12
Dem Kommentar und der Frage schließe ich mich an, da ich in diesem Sommer Gleiches vorhabe.

Ich weiss jetzt nicht wie Du unterwegs sein wirst, aber man könnte sich unter Umständen ja zufällig in Kabegi zwecks gemeinsamen Aufstiegs treffen...?

Grüße, Torsten

EulerIdentity
28.02.2013, 11:26
Ich weiss jetzt nicht wie Du unterwegs sein wirst, aber man könnte sich unter Umständen ja zufällig in Kabegi zwecks gemeinsamen Aufstiegs treffen...?


Hallo Torsten,

das ist durchaus denkbar! Ich werde während der ersten drei Augustwochen mit drei weiteren Leuten in Georgien sein. Wir haben ebenfalls Kazbegi und Svaneti geplant, allerdings ist bis dato noch nicht ganz klar, ob alle eine Kazbek-Besteigung angehen wollen (ich jedoch unbedingt ;-)). Von daher wäre ich sogar erfreut, mich mit weiteren Leuten/Gruppen zusammenzutun. Schick mir also gern eine Nachricht!


Falls du noch Fragen hast, auch zu Swanetien, gern!

Hallo Markus,

kannst du mir sagen, wie das mit der Brennstoffversorgung in Georgien generell aussieht? Kann man in Tiflis und anderen Orten Gaskartuschen bekommen? Ich finde ziemlich gegensätzliche Aussagen im Internet und mit dem falschen Kocher dazustehen wäre auch nicht so toll. Danke Dir!

Grüße, Eric

simurgh
28.02.2013, 13:18
Man müsste also einen Pass über den Svanetis-Rücken zwischen Lentekhi und dem nördlich gelegenen Inguri-Tal auftun. Gibts da was oder müsste man von Lentekhi aus dem Fahrweg nach Osten und dann Norden und schließlich Westen nach Ushguli folgen? Ich freu mich schon auf die 50.000er Trekking-Karten :bg:

<-- UPDATE 27.02.13 -->
Bis auf Blatt 8 der 50.000er Geoland-Karten hab ich mittlerweile alle erhalten. Das Wegenetz scheint in Swanetien ein bischen dichter zu sein. Über den Svaneti-Rücken gibts lt. Blatt 9 drei Pässe, wobei der mittlere Weg (östlich vom Gletscher am Lasuli) eine Lücke im oberen Lashisghele-Tal aufweist. Kennt evtl. jemand diese Strecke?
Konkrete Infos kann ich Euch zwar dazu nicht geben, aber Euch auf die Online-Karte von Geoland hinweisen, falls Ihr diese noch nicht kennt. Vielleicht hilft das bei der Recherche? Man kann dort schön zwischen den alten russischen (http://www.mygeorgia.ge/Default.aspx?map=SOVIET_TOPO&target=42.6092557812607,42.9080046978088,8&session=2cff38d7-3da1-4e89-a00f-e544d3fb8c15&culture=en-US) und neuen georgischen Karte (http://www.mygeorgia.ge/Default.aspx?map=Cmp_Geoland_physical&target=42.6092557812379,42.9080046977794,8&session=2cff38d7-3da1-4e89-a00f-e544d3fb8c15&culture=en-US)n und Satellitenbild (http://www.mygeorgia.ge/Default.aspx?map=Cmp_Google_Geoland_Roads&target=42.6092557812379,42.9080046977794,9&session=2cff38d7-3da1-4e89-a00f-e544d3fb8c15&culture=en-US) wechseln.

bierathlet
28.02.2013, 19:45
Hallo Markus,

kannst du mir sagen, wie das mit der Brennstoffversorgung in Georgien generell aussieht? Kann man in Tiflis und anderen Orten Gaskartuschen bekommen? Ich finde ziemlich gegensätzliche Aussagen im Internet und mit dem falschen Kocher dazustehen wäre auch nicht so toll. Danke Dir!

Grüße, Eric

Kartuschen hab ich nur in Kazbegi bei Mountain Travel Agency gesehen, vorher allerdings auch nicht danach gesucht. Wie die jetzt heißen, weiß ich nicht. Wir hatten einen Eta Trail und da haben die gepasst (von Primus, ca. 17 € das Teil). Auf der Meteo-Station stehen ein Haufen angefangene Kartuschen, verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

Grüße Markus

bierathlet
01.03.2013, 16:04
Danke, Markus. Das ist durchaus ein Lichtblick. Der Idealfall wäre sicherlich die Option zwischen Seilschaft suchen oder Führer buchen. Geh ich da einfach in die Agency und sag' ich nehm einen Führer, ein Paar Thermoschnürsenkel und wenns geht für übermorgen früh ? Am Ende wären die Kosten für den Führer grad noch so unterhalb der Schmerzgrenze. Wie schwierig - mal abgesehen von der Konditionsfrage - sind Auf- und Abstieg?

Du kannst auch schon von Deutschland aus einen Führer buchen, z. B. über georgiano.de (http://www.georgiano.de/georgien/Georgien_Reisen/Kazbek_Besteigung.html). MTA hat eine Facebook-Seite (http://www.facebook.com/pages/Mountain-Travel-Agency-Kazbegi-MTA/133407056710316). Wenn du ein bisschen Erfahrung hast, kannst du dir den Führer sparen. Die Tour ist nicht wirklich schwer. Man startet gegen 3.00 Uhr. Das erste Stück gehts durch ein Geröllfeld an einer Felswand vorbei (ich hab jetzt keine Karte hier und kann es nur allgemein beschreiben). Der Weg ist mit Steinmännlein markiert, im Dunkeln aber nicht ganz leicht zu finden. Am Besten ihr checkt das einen Tag vorher. Macht sich zur Akklimatisierung ganz gut. Nachdem ihr an der Felswand vorbei seid, gehts auf den Gletscher und über einen gut ausgetretenen Pfad spaltenfrei bis zum Gipfel. Die letzten Meter sind etwas steiler (45-50 Grad). Beim Abstieg kann man da auch zweimal abseilen. Auf dem Rückweg bleibt ihr auf dem Gletscher, weil es von der Felswand dann ordentlich Steine runterhagelt. Da gibts dann auch ein paar Spalten. Wir waren um 13.30 Uhr wieder auf der Station. Die Station war bei uns mit ein, zwei Georgiern besetzt, die konnten aber kaum ein Wort Englisch und waren für Tipps nicht hilfreich. Übernachten kann man auf Pritschen (25 Lari/Nacht), auf dem Fußboden (20 Lari) oder vor der Station zelten (10 Lari). Gekocht und gegessen wird in der Küche. Fließend Wasser gibts vom Gletscher direkt neben der Station (nachmittags und abends, morgens ist es gefroren).


Geplant hatte ich insgesamt zwei Touren. Die erste wäre im Kasbek-Gebiet, die zweite dann entweder Swanetien oder ohne großes Umsetzen Chewsuretien.

Für die zweite Tour hatte ich in etwa eine (unterbrechungsfreie) Woche im Sinn. Kriegt man da was rundes in Swanetien hin?

In Swanetien haben wir den Klassiker gemacht, vom Mazeri nach Ushguli:

Erst ein paar Tage in Mazeri gewandert. Als "Basislager" kann ich das Grand Hotel Ushba (http://www.grandhotelushba.com/DE) empfehlen. Touren zum Ushba Gletscher und zur Bali Range.

Dann:

Mazeri - Mestia, 16 km, Tour schlecht ausgeschildert aber schön und lang, Übernachtung Villa Mestia (Pension, 60 Lari p. P.)
Mestia - Lakhiri, 12 km, Übernachtung bei Beso Ioseliani (super gastfreundliche Familie mitten im Dorf, 40 Lari p. P.)
Lakhiri - Adishi, 15 km, Übernachtung Guesthouse Ia Avoliani (50 Lari p. P.). Im Dorf gibt es drei sehenswerte Kirchen, die uns die Tochter aus dem Guesthouse gezeigt hat (sind ansonsten verschlossen). Am nächsten Tag müsst ihr einen Fluss queren. Dafür empfiehlt es sich ein Pferd zu mieten, bietet auch das Guesthouse an (50 Lari bis zum Fluss)
Adishi - Iprari, 15 km, Übernachtung Guesthouse neben der Kirche, sehr schön (50 Lari p. P.)
Iprari - Ushguli, 10 km, Übernachtung Guesthouse Rati & Ani, sehr kleine und hellhörige Zimmer, dafür aber super Aussicht auf die Berge (50 Lari p. P.)

Zurück nach Mestia mit dem Jeep, 200 Lari/Jeep.

Empfehlen kann ich noch den Nachtzug von Tbilisi nach Zugdidi (von da gehts dann mit Marshrutka nach Mestia). Der Zug kostet nur 7 Lari p. P. und ist ein echtes "Abenteuer". Von Mestia sind wir zurück nach Tbilisi mit dem Flugzeug. Der Flug ist auch ein echtes Erlebnis, in einer 15-sitzigen Maschine geht es direkt an der Bergkette entlang, Kosten 75 Lari p. P. Die Inlandsflüge kann man online reservieren, muss man dann aber spätestens 1 Tag vorher vor Ort buchen. E-Mail hab ich gerade nicht zur Hand, die Airline heißt Kenn Borek Air (http://upper-svaneti.blogspot.de/2010/12/queen-tamar-airport-in-mestia-flight.html).

Grüße Markus

Feelx
10.03.2013, 16:50
Hallo, finde den Bericht echt schön und die Fotos waren auch sehr reizvoll. Wusste gar nicht das es in Georgien soooo schön sein kann. Steht jetzt auch auf meiner Reiseliste... gleich unter, warte..Kanada, Patagonien, Neuseeland, Grönland, Island, Skandinavien, Chile, Antarktis, ...., Georgien da war noch Platz :)
Grüße

Libertist
10.03.2013, 18:00
Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte, war verreist... aber anscheinend wurden ja bereits alle Fragen geklärt. :cool:

shoppe
14.03.2013, 14:19
Ich kann mich allen nur anschließen und dir für deinen Bericht danken! Super schöne Bilder!

Ich werde mit einem Kumpel über Ostern auch in Georgien sein. Wahrscheinlich fahren wir auch mit der Marshrutka nach Kazbegi bzw. Stepantsminda, um von dort aus eine Tour im Nationalpark zu starten.
Meinst du wir werden ohne Schneeschuhe Ende März/Anfang April da Probleme bekommen? Wie sieht es mit tierischen Begleitern während der Tour aus (Wölfe, Bären, etc.)?

Vielen Dank schonmal für deine Infos :-)

Sebastian

Libertist
14.03.2013, 14:30
Meinst du wir werden ohne Schneeschuhe Ende März/Anfang April da Probleme bekommen? Wie sieht es mit tierischen Begleitern während der Tour aus (Wölfe, Bären, etc.)?

Georgien scheint ja immer beliebter zu werden, freut mich. Und ja, ich glaube schon, dass im März/April noch Schnee in den Bergen liegt; kommt halt darauf an, in welchen Höhenlagen ihr euch bewegt. Aber das Klima im Gebirge unterscheidet sich nicht so stark von dem in den Alpen - daran kannst du dich vielleicht etwas orientieren. ;-)

Bären und Wölfe habe ich keine gesehen. Leider.

shoppe
14.03.2013, 15:45
Wir sind auch der Meinung, dass noch Schnee liegen wird - sind Schneeschuhe dann ein Muss? Wenn ja, könnte man diese doch notfalls in der Mountain Travel Agency (weiter oben erwähnt) in Kazbegi ausleihen, oder?

Libertist
14.03.2013, 15:59
Wir sind auch der Meinung, dass noch Schnee liegen wird - sind Schneeschuhe dann ein Muss?

Tja, wie soll man diese Frage beantworten!? :bg: Man kommt auch bei 50 cm Neuschnee noch irgendwie voran - also, nein, ein Muss sind sie nicht. Schneeschuhe erleichtern das Gehen bei viel Schnee... leider kann ich dir auch nicht prophezeien, wieviel Schnee zur Zeit eurer Reise tatsächlich liegen wird. Und ich weiß auch nicht, ob man sich vor Ort Schneeschuhe ausleihen kann.

An euer Stelle würde ich Schneeschuhe mitnehmen und falls ihr sie dann doch nicht braucht, lagert ihr die Dinger irgendwo in Kazbegi zwischen.

Flachlandtiroler
14.03.2013, 16:28
Wahrscheinlich fahren wir auch mit der Marshrutka nach Kazbegi bzw. Stepantsminda, um von dort aus eine Tour im Nationalpark zu starten.
Meinst du wir werden ohne Schneeschuhe Ende März/Anfang April da Probleme bekommen?

Wie hoch hinaus wird es denn gehen? Sonnenseite oder Nordexposition?

bierathlet
15.03.2013, 20:47
Wie sieht es mit tierischen Begleitern während der Tour aus (Wölfe, Bären, etc.)?

Begleiter hast du ganz schnell: Einfach den umherstreunenden Hunden was zu fressen geben! Wir hatten in Mazeri an zwei Abenden unsere Hasenbrote an einen Hund verfüttert. Der hat uns dann fast bis Ushguli "verfolgt", lag vielleicht auch daran, dass es unterwegs noch den ein oder anderen Snack gab. Zeitweise hatten wir zwei Hunde, in den Ortschaften auch mal vier, fünf Hunde im Schlepptau. Die Hunde haben dort mitunter eine imposante Größe und sehen furchteinflößend aus, angegriffen, nicht mal angeknurrt hat uns aber keiner. Das wird dir mit Bären und Wölfen auch nicht passieren. Die sind so selten und scheu, dass sie nicht mal der Mensch zu sehen bekommt.

Der Weiße hat auf den Namen "Ushba" gehört, natürlich nur mit Wurst in der Hand. ;-)

http://s14.directupload.net/images/130315/frzlqpyl.jpg (http://www.directupload.net)

http://s14.directupload.net/images/130315/x49n9mhg.jpg (http://www.directupload.net)

shoppe
17.03.2013, 14:34
An euer Stelle würde ich Schneeschuhe mitnehmen und falls ihr sie dann doch nicht braucht, lagert ihr die Dinger irgendwo in Kazbegi zwischen.
Danke für deine Einschätzung, aber wir belassen es jetzt dabei und nehmen keine mit.


Wie hoch hinaus wird es denn gehen? Sonnenseite oder Nordexposition?
Ich habe noch nicht ganz genau nachgeschaut, aber ich denke, dass wir vielleicht auf 2500-2800m kommen werden. Deine zweite Frage bezieht sich vermutlich auf's Bergsteigen - das haben wir aber nicht vor ;-) Aber was bitte ist eine "Nordexposition? ;-)



Der Weiße hat auf den Namen "Ushba" gehört, natürlich nur mit Wurst in der Hand. ;-)

Danke für deine Infos! Wenn wir welche treffen, versuche ich es auch mal mit dem Namen ;-)

longtrek
14.04.2013, 21:45
Hallo Torsten,

das ist durchaus denkbar! Ich werde während der ersten drei Augustwochen mit drei weiteren Leuten in Georgien sein. Wir haben ebenfalls Kazbegi und Svaneti geplant, allerdings ist bis dato noch nicht ganz klar, ob alle eine Kazbek-Besteigung angehen wollen (ich jedoch unbedingt ;-)). Von daher wäre ich sogar erfreut, mich mit weiteren Leuten/Gruppen zusammenzutun. Schick mir also gern eine Nachricht!



Hi Eric,

sorry, dass ich ein bischen abstinent war. Bei mir ändern sich grad Job und Wohnort. Erst der nächste Sommer wird wieder meiner sein. Bin gespannt auf Eure Erfahrungen etc. Ich drück Euch auf jeden Fall schon mal die Daumen für gutes Wetter am Kasbek und ne schöne Reise insgesamt.

Grüße, Torsten