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Torres
24.09.2010, 22:08
Land: FR
Reisezeit: September 2010

Route des Grandes Alpes, Cote d`Azur, Jura

Reisezeitraum: 09.09. – 24.09.2010
Route des Grand Alpes: 11.-15.09.2010
Geotag: Anfangspunkt der Route des Grandes Alpes (Thonon-Le-Bains)

Vorbemerkung:
Wer glaubt, dass ich die Route des Grandes Alpes zu Fuß (GR 56, hoher Schwierigkeitsgrad, kein Training), mit dem Fahrrad (Teile sind Bestandteil der Tour de France) oder zumindest mit dem Motorrad absolviert habe, der irrt. Nein, ich war ganz schnöde mit dem Auto unterwegs (als Camper sozusagen, was für eine Schande?). Aber ein enges Zeitfenster nach einem arbeitsreichen Sommer und meine Höhenangst ließen mich auf Nummer sicher gehen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, den erwartet eine Reise durch überwältigenden Natur, die ich „Fest der Sinne“ getauft habe.
Die Idee zu dieser Reise entstand, weil ich wieder Südfrankreichs Côte d´ Azur als Reiseziel wählte, um das Ende des Sommers ein wenig heraus zu zögern. Da mir im letzten Jahr die Route Napoleon empfohlen worden, ich mit dem Motorrad aufgrund der Wetterbedingungen aber Abstand genommen hatte, recherchierte ich im Internet, aber die Ergebnisse waren unbefriedigend. Eine Änderung des Suchbegriffes ergab dann den Treffer Route des Grandes Alpes und ich war sofort Feuer und Flamme. Ich hatte von dieser Route noch nie etwas gehört. Die AlternativIdee, diese Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen, scheiterte an der fehlenden Anbindung. Also dann eben mit Auto.
Die meisten Fotos sind aus dem Autos heraus erstanden, teilweise während der Fahrt, so dass einige Abstriche zu machen sind. Ein Dank an meine Freundin, die mehrere Fotos professionell bearbeitet hat.

Die Route des Grandes Alpes:
Die Idee, eine Straße durch die Alpen zu führen, entstand bereits Ende des 19. Jhs., um das Radwandern zu fördern. 1909 wurde das Projekt auf Intitiative León Auschers, des Vizepräsidenten des Touring Club de France, begonnen. 1913 wurden die ersten Teilstücke freigegeben. 1937 wurde der Col d´Iseran geöffnet, mit 2770 m Höhe der höchste befahrbare Pass. 1995 wurde die Route vollendet.
Die Route des Grandes Alpes führt vom Genfer See (frz. Lac Leman) bis zur Côte d´Azur nach Menton. Sie ist ungefähr 700 km lang, überquert 16 Hochalpenpässe und es werden Höhenunterschiede von 15700 m überwunden. In einigen Quellen wird als Endpunkt der Route Nizza angegeben, dies entspricht jedoch nicht der ursprünglichen Routenführung. Zur Verwirrung trägt bei, dass es Nebenstrecken gibt, die ebenfalls nicht zur Originalroute gehören, in einigen Karten jedoch als Teilstrecke angegeben werden. Ich habe mich – bis auf einen Irrtum - an die originale Streckenführung gehalten.
Die Route des Grandes Alpes ist von Juni bis zum 15. Oktober befahrbar. Sie gilt als Königin der Alpenrouten.

http://www.grande-traversee-alpes.com/ich-reise/auf-dem-strassenweg/la-route-des-grandes-alpes.html

Torres
24.09.2010, 22:08
Anreise

Zwei Tag vor Urlaubsbeginn bekomme ich eine Erkältung. Zwar kann ich mich zur Arbeit schleppen, aber an meinem ersten Urlaubstag muss ich mich doch erst einmal auskurieren. So fällt die Entscheidung für das Auto leichter. Ich packe meinen Rucksack für eine Trekkingtour, stelle das Fahrrad ins Auto, und da ich Platz haben, packe ich noch Winterreserven, ein Badehandtuch und viel zu viele Lebensmittel ein und mache es mir dann mit Hustentee im Bett gemütlich. Den nächsten Tag bin ich noch angeschlagen, ich gehe noch einmal die Ausrüstung durch, nein ich habe alles, aber Im letzten Moment packe ich noch das Gimle als Zweitzelt ein, vielleicht ist ein bißchen Komfort nicht schlecht. Schnell bin ich auf der Autobahn, ich durchquere Deutschland, hinter Baden-Baden ist aufgrund von Staus kein Weiterkommen mehr und so schlage ich mein Nachtlager auf einem Campingplatz bei Bühl auf. Hustend und schniefend genieße ich den Ausblick auf einen See, Wohnmobilisten schicken ihre Kinder gegen 21.00 Uhr auf den Spielplatz spielen, die LkW sind zu hören, aber ich schlafe gut – endlich Urlaub.

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Den nächsten Tag fahre ich Richtung Schweiz, mache aber einen Umweg über Kandern, um in Feuerbach meinen Lieblingswein zu kaufen.

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Dann bin ich auch schon an der Schweizer Grenze, der Grenzbeamte schaut böse und korrekt, „wo wollen Sie hin?“. Ich frage nach der Vignette, er leitet mich zu einem netten jungen Mann, der mich auf Schwyzerdütsch auf einen Parkplatz und zum Nebengebäude lotst, da sein Computer nicht startbereit ist. Er grinst, als ich ihn sofort verstehe. Kaum habe ich geparkt, denke ich an den Rotwein: „Wieviel haben Sie denn dabei?“, fragt er in lupenreinem Hochdeutsch.. „Zwölf Liter“. „Na, das ist ja eine Menge“ – er grinst noch mehr – „na, wenn Sie ihn nicht in der Schweiz verkaufen wollen, dann sag ich nichts dazu“ – er grins wieder. Ich erwerbe die Vignette bei einem emotionslosen Schalterbeamten und durchquere die Schweiz per Autobahn. Als ich kurz vor dem Genfer See bin, stockt mir der Atem – hinter einer Kurve ist vor mir eine dichte, graue Wolkenwand, unterhalt schimmert es bläulich. Ich erschrecke zutiefst – sollte ich meinen Urlaub in Schlechtwetter verbringen? Dann fällt der Groschen – es sind die Berge und unten schimmert der Genfer See. Ich schäme mich, so ist das, wenn man aus dem Flachland kommt. Dann öffnet sich vor mir das großartige Panorama des Genfer Sees, ich fahre durch Montreux und mache die ersten Bilder.

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Ich werde um den Genfer See herumgelenkt, hier spricht man Französisch, ein schwerer Unfall zwischen Landmaschine und Auto führt zu einer Straßensperre, ich frage auf französisch nach der Ausweichroute und bin begeistert, dass der Polizist mich versteht und ich ihn. Eigentlich spreche ich gar kein Französisch. Aber irgendwie komme ich klar.
Auf der anderen Seite des Sees ein Stau und plötzlich bin ich unvermittelt am Grenzübergang und schon bin ich in Frankreich.

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Die Straße schlängelt sich am Lac Leman entlang, so heißt der Genfer See in Frankreich, Urlaubsstimmung kommt auf

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Bald geht es nach Thonon-le-Bains, meinem Startpunkt und als ich die Ortschaft erreiche sehe ich plötzlich ein Hinweisschild, das mein Herz hüpfen lässt und ich fahre gleich hin – ja wohin wohl – Zelte gucken natürlich....

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Mein Navi findet einen Campingplatz, er ist in der Nähe des Sees, aber leider sehr groß und die Zeltwiese nicht sehr gemütlich. Der Boden ist uneben, an der schönsten Stelle liegt Hundekot, naja, für eine Nacht wird es reichen. Ich nehme mein Fahrrad und erkunde das nächstegelegene Wäldchen, meine Beine freuen sich über die gewohnte Betätigung und schon ist meine Erkältung viel besser. Ein Sportplatz und das Schloss Ripaille liegen an meinem Weg.

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Dann bin ich auch schon am Lac Leman und genieße die Aussicht auf den See.

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Ich fahre einen steilen Berg Richtung Innenstadt, aber wieder werde ich müde, die Erkältung ist noch nicht vorbei. Ich passiere einen geparkten Mercedes mit laufendem Motor, eine Dame mit Burka kühlt sich ab. Welch ein Leben! Bei angenehmen 21 Grad radele ich weiter, dem Campingplatz entgegen.

Torres
24.09.2010, 22:09
Erster Tag: Thonon-les-Bains bis Lanslebourg

Das Abenteuer beginnt. Mein Navi findet problemlos die richtige Straße und ich biege auf die D 902 ein. Die Straße windet sich romantisch durch die Landschaft, die ersten Bergansichten begeistern mich und eine schön gelegene Kirche lockt mich aus dem Auto.

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Ich fahre an den Gorges du Pont Diable vorbei, doch es ist dort so menschenleer und kühl, dass ich auf eine Wanderung verzichte. Noch mache ich keine Fotos der Ortsschilder, erst am zweiten Tag werde ich professioneller, um die Orientierung zu behalten.
Die Strecke wird immer schöner, das erste Mal denke ich: „Welch ein Fest der Sinne“ und bedauere angesichts der ebenmäßigen, geschwungenen Kurven, mein Motorrad nicht dabei zu haben. Vor einem Wäldchen mit einer langgezogenen Kurve muss ich eine Vollbremsung machen – vor mir ist ein Pferdefuhrwerk, das ungerührt im Schneckentempo die Strecke versperrt. Mit dem Warnblinker warne ich den nachfolgenden Verkehr, nach gefühlten Stunden kann ich überholen, muss dann aber unbedingt das Fuhrwerk fotografieren.

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Den Kurvenstrecken folgen malerische Orte, deren Namen ich nicht mehr weiß. In Cluses folge ich meiner Frankreichkarte und fahre auf der als Fortsetzung markierten Strecke im Tal entlang, erst viel später sehe ich, dass die Route des Grandes Alpes über den Col de la Combière und den Col des Aravis führt..

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Immerhin finde ich in in Sallanches einen kleinen Laden, in dem ich das beste Brathühnchen kaufe, das ich je gegessen habe und außerdem Käse aus der Region. Der Verkäufer spricht kein Deutsch, ich wenig Französisch, trotzdem verstehen wir uns irgendwie. Desto mehr ich kaufe, desto mehr zittert er, ist es das Alter oder die Freude, Umsatz zu machen? Ich weiß es nicht. Auf dem Parkplatz probiere ich ein Hühnerbein – es schmeckt köstlich, aber so richtiger Hunger stellt sich nicht ein. Ich mache ein Foto von dem Geschäft, kurz darauf läuft er aufgeregt mit meinem 50 Euro-Schein über die Straße. Ich stelle mir vor, dass seine Frau krank im Bett liegt und er ihr das Geld bringt. Oder dass er damit seine Mietrückstände zahlt. Ich hatte schon immer zuviel Phantasie.

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Etwas weiter an der Talstrecke sehe ich den ersten schneebedeckten Gipfel und bin beeindruckt. Vielleicht ist es der Mt Bouet, ich weiß es nicht. Ich nähere mich dem Mt. Blanc Massiv, doch sehen kann ich ihn nicht, da hätte ich die andere Strecke über die Pässe fahren müssen. Da ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ärgert es mich nicht, hinterher schon ein bißchen.

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Nun werden die Berge an den Seiten höher und die Straßen steiler, die Strecke ist fast menschenleer, nur selten sind Häuser zu sehen.

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Ein Gipfel mit einem weißen Fleck fasziniert mich, seinen Namen kenne ich nicht.

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Immer wieder tauchen Radfahrer vor mir auf, sie fahren auf abfallenden Strecken um die 50 km/h, die Straße windet sich romantisch vor sich hin, es geht ständig auf und ab.

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Ich entdecke, dass die Straße tatsächlich eigene Spuren für Radfahrer aufweist.

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Nun geht es steiler bergan, doch noch bin ich zu beeindruckt von der Landschaft, um Bilder der Hinweisschilder zu machen.

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Möglicherweise handelt es sich hier um das Massif de Beaufort , am Pte de la Grande Casse 3852 m hoch.

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In Ste Foy – Tarentaise komme ich endlich auf die kluge Idee, die Ortsschilder zu fotografieren und steuere den Wagen Richtung Val d´ Ísere.


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Als ich einen Tunnel durchfahre, zucke ich zusammen, als neben mir ein tiefes Blau erstrahlt, von der Schönheit der Landschaft fast geblendet, mache ich bei voller Fahrt Fotos.


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Hinter dem Tunnel ist ein Parkplatz, ich fotografiere nun richtig, es ist der Lac du Chevril.

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Ein Motorradfahrer aus Deutschland ist auf dem Weg zum GR 20, ich frage ihn nach Wildschweinen und ob er jemals einen Reisebericht veröffentlich hat, doch es ist (leider) nicht tah. Das Gespräch entwickelt sich ungewollt zu einem Männer-Konkurrenz-Gespräch – er hat ne BMW, ich auch, er hat einen spannenden Job, ich auch, er hat ein Hilleberg Nallo, ich Helsport und zum Nallo fällt mir spontan „Kondensproblem“ ein. Wir wünschen uns gute Fahrt, irgendwie froh, uns nicht wieder zu sehen.
Ich fahre durch Val d`Isere und bin so geschockt von den Häusern. Möglicherweise sieht das im Winter ja nett aus, im Sommer sieht es aus wie eine Gewalttat an der Natur. Aber das ist schnell vergessen, denn ich nähere mich dem Col d´Iseran, mit 2770 m dem höchsten Pass der Strecke.

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Die Strecke ist sehr eng, es wird schwierig Fotos zu machen, viele Motorradfahrer sind unterwegs und überholen riskant. Meine Erkältung wird schlimmer, ich huste tief und geräuschvoll, meine Nase läuft und mein Kopf fühlt sich wie ein Ballon an, als hätte ich Fieber, doch die Stirn ist kalt. Außerdem fühlt sich mein Magen flau an, ein bei mir sehr ungewohntes Phänomen, aber die Kurven sind schön zu fahren und die Landschaft ist ein Traum. Ich denke an mein Motorrad, bin aber froh, im Auto zu sitzen, in dem körperlichen Zustand würde ich ungern einen Pass fahren.

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Die Passstraße dreht sich höher und höher und meine Höhenangst setzt ein. Rechts neben mir geht es ungefiltert den Berg hinab, eine psychologisch hilfreiche Begrenzung aus Holz oder Stein fehlt. Eine Gruppe Motorradfahrer kommt mir entgegen, der letzte nimmt die Kurve zu weit, schon habe ich gebremst und stehe. Fast zu spät sieht er mich, weicht in letzter Sekunde aus, während ich ihn schon über meine Motorhaube in den Abgrund stürzen sehe. Das hat mir gerade noch gefehlt. Mein Herz rast, ich schleiche weiter nach oben, auf dem Motorrad hätte ich jetzt keine Chance mehr. Der Boden schwankt und ich gebrauche den letzten Rest an Energie, um ein Foto der Seilbahnstation zu machen.

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So langsam schwant mir, dass es vielleicht die Höhe ist, die mir Schwierigkeiten bereitet. Ich dachte immer, ich wäre ein schlechter Motorradfahrer und hätte deshalb bei engen Kurven oder in den Bergen Probleme. Und nun stelle ich mich mit dem Auto fast genau so an, verkrampfe, schleiche um die Kurven und bekomme bei jeder Linkskurve am Abgrund Panikattacken. Endlich macht die Straße eine Schleife, der Berg ist jetzt rechts neben mir, meine Panik legt sich etwas. Ein kleiner Parkstreifen am Rande lässt mich anhalten und ich schaffe es, endlich das ersehnte Foto zu machen.

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Vor mir sehe ich ein Zelt, ich kann mich eines Grinsens nicht erwehren und mache ein Foto fürs Forum.

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Dann bin ich oben auf dem Pass, es ist lausig kalt, noch weiß ich nicht, dass dies eines der höchsten befahrbaren Pässe ist und der höchste der Strecke.

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Ich suche eine Toilette, doch die ist defekt, wortreich erklärt mir eine temperamentvolle Französin, dass die Wasserversorgung derzeit nicht funktioniert, es liegt an der Höhe. Sie bittet mich hinter den Tresen, zeigt mir, dass sie nur mit einem Wasserkanister hantiert und empfiehlt mir, hinter das Nebengebäude zu pinkeln. Ich verzichte, so dringend ist es nicht. Ich überlege, ein wenig zu wandern, aber mir geht es nicht gut, ich habe weiterhin das Gefühl, ich habe Grippe und mein Husten ist noch stärker geworden. Also fahre ich langsam den Berg hinab und finde einen Platz, wo ich die Serpentinen fotografieren kann.

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Kaum geht es weiter nach unten, geht es mir etwas besser, ein Paraglider schwebt den Hang hinab.

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Am Fuß des Passes ist die Landschaft flach und trostlos und die Campingplätze an der Straße sind noch trostloser. Ich fahre wieder durch ein Wintersportdorf und sehe hinter Lanslebourg plötzlich ein Schild „Camping“. Neben der Straße blitzen zwei nagelneue Wohnwagen auf, am Bach stehen zwei junge Leute, die Einfahrt zum Campingplatz es sieht nach Idylle aus, auch wenn diese Fotos in der Morgensonne entstanden sind.

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Der Campingplatz ist unkonventionell, es sind nur wenige Leute dort. Die Holländern mit dem Wohnwagen zeigen mir den besten Platz und ich stelle mein Zelt auf.

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Die jungen Leute sind Briten und mit dem Landrover da.

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Später kommt noch ein deutscher Landroverfahrer, er ist unterwegs, um in Italien durch die Berge und Schotterpisten zu heizen. Er baut ein altes Hilleberg Nammatj 3 auf.

Mein Husten verschlechtert sich immer stärker und ich bin hundemüde, um 18.00 Uhr bekomme ich Schüttelfrost, ziehe meine Winter-Icebreaker an und krieche mit letzter Kraft ins Bett. Verdammt, bloß kein Fieber, denke ich, aber meine Stirn ist kalt. Ich schlafe ein, wache aber gegen 10 Uhr wieder auf, mein Kopf fühlt sich immer noch an, als hätte ich Fieber. Ich versuche eine Selbstdiagnose und da kommt mir endlich die Erleuchtung. Ich erinnere mich an Motorradfreizeiten im Schwarzwald und in den Vogesen, wo ich jedes Mal am dritten Tag ohne Vorwarnung abends zusammen geklappt bin. Ich dachte anfangs, die Anstrengung des ungewohnten Kurvenfahrens wäre zu groß gewesen oder die Hitze im Tal zu stark. Nun fühle ich mich wieder genau so, ohne Motorrad, mit Klimaanlage im Auto: Ich werde höhenkrank. Und das schon bei geringer Höhe. Gegen 2 Uhr entledige ich mich der Reste meiner Magensäure, aber nun, da ich weiß, was es ist, geht es mir schon viel besser.

Torres
24.09.2010, 22:10
Zweiter Tag: Lanslebourg bis Barcelonette

Der zweite Tag beginnt harmlos, die Straße windet sich durch Hügel und Täler, ich vermute, dass ich das Schönste der Strecke hinter mir habe. Rechts taucht ein burgähnliches Gebilde auf.

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Ein Schild weist auf das Centre d`Interprétation du Patrimoine Fortifié hin. Von vorne entpuppt sich das Ganze als imposante Anlage, doch was es genau ist, ist mir unklar.

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In Modane dominiert die Eisenbahn die Stadt, ich mache für Pfadfinder ein Foto von der Bahn

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Die Straße bewegt sich auf St. Michel de Maurienne zu.

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Wäre ich die Hauptstraße weitergefahren, wäre ich nach ein paar Kilometern nach St. Jean de Maurienne gekommen und erst später erfahre ich, dass es dort ein Museum zu einem ODS-relevanten Thema gibt: In Albiez le Vieux, einem kleinen Dorf vor St. Jean de Maurienne hat 1890 Joseph Opinel im Alter von 18 Jahren ein Klappmesser erfunden. Bereits 1896 wurden 60 Messer pro Tag gefertigt und 1909 die Marke registriert. Bis heute ist die Firma in Familienbesitz, es werden ca. 5 Millionen Messer pro Jahr hergestellt. Ich hatte übrigens auch ein Opinel dabei. Doch noch weiß ich nichts von dem Museum und so biege ich erwartungsvoll Richtung Passstraße zum Col de Galibier ab. Ein Flüsschen bildet den Anfang einer neuen Passstraße.


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Die Straße ist wunderschön, wieder denke ich an das Fest der Sinne. Ich habe morgens kaum etwas gegessen, daher geht es mir besser, außerdem bin ich jetzt sensibilisiert und fahre langsamer. Viele Radfahrer fahren die Route, sie schlängelt sich gleichförmig den Berg hinauf, es kommen mir ungezählte Motorradfahrer entgegen.

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In einer Serpentine sehe ich die einzige Person, die mit normalem Fahrrad und Gepäck die Route des Grandes Alpes fährt, es ist eine Frau, sie schaut entschuldigend lächelnd zu mir und als ich vorbei bin, steigt sie ab. Ob sie wohl durchgehalten hat?
Jack, den ich später an der Côte d´Azur treffe, belehrt mich, dass man den Col du Galibier nur mit einem leichten Fahrrad, großen Rädern und geringem Körpergewicht fahren kann. Mein Fahrrad wäre dafür nicht geeignet, diagnostiziert er, nachdem er es angehoben hat. Mein Körpergewicht thematisiert er in britischer Zurückhaltung nicht. Er selbst ist den Col du Galibier mehrfach gefahren und noch heute fährt er in hohem Alter auf hohem Niveau Rennrad.

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Schon bald wird das Panorama immer eindrucksvoller, im Tal die Straße, die ich soeben aus Richtung Modane gekommen

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Ab und zu kommen noch einzelne Siedlungen, dann beginnt die Auffahrt zum Pass. Immer mehr Radfahrer finden sich auf der Strecke, die scheinbar mühelos die Steigung bewältigen.

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Nun kann ich mich kaum satt sehen. In langsamer Geschwindigkeit, teilweise nur mit Tempo 30, um meinen Magen zu schonen, folge ich der Passstraße, es ist wenig Verkehr und es gibt viele Ausweichflächen, an denen man die nachfolgenden Autos vorbei lassen kann.

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Vor allem fasziniert mich das Geröll unter den Felsen, es sieht so glatt aus wie eine Fläche.

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An einer kleinen Ausweichstelle parke ich hinter einem Ehepaar aus dem Saarland, der Mann steht auf der Straße und fotografiert, auch ich fotografiere das Tal und den Verlauf der Straße und wir kommen ins Gespräch. Als sie mich wenig später überholen, hupen sie und winken mir fröhlich zu. Ein Liegerad schwingt sich elegant den Pass hinauf, aber als ich das Foto machen kann, steigt der Fahrer gerade ab.

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Die Landschaft wird immer beeindruckender, die Saarländer erzählen später, er sei der schönste Pass überhaupt.

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Ein Berg gibt Rauchzeichen, tatsächlich ist es eine kecke Wolke, die genau über ihm steht.

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Immer höher steigt die Passstraße und die Landschaft wird rauher.

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In einer Fermenterie kurz vor dem Gipfel kaufe ich Beaufort Käse bei einem Ehepaar, die Stimmung ist beklemmend, zwei Menschen, die auf Gedeih und Verderben aneinander gekettet sind.

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Nach dem ich den Käse probiert habe, bereue ich, nicht mehr gekauft zu haben, er schmeckt wundervoll. Aber ich esse nur wenig davon, damit mein Magen ruhig bleibt.Dann ist der Pass in greifbarer Nähe, ich wähle die Straße statt des Tunnels, um den Gipfel zu sehen.

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Schließlich bin ich oben und mir verschlägt es den Atem. Ich vergesse alle Höhenkrankheit und genieße. Der Col du Galibier – Traum aller Radfahrer, Bestandteil der Tour de France und wunderschön.

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Ein französischer Radfahrer mittleren Alters erklärt uns, welche Berge zu sehen sind. Die meisten Namen vergesse ich sofort wieder, obwohl die Saarländer übersetzen. Barre des Ecrins meine ich gehört zu haben. Ich merke mir nur, dass die Bergspitze ganz recht „Finger Gottes“ genannt wird. Und dann zeigt er auf die andere Seite und nun sehe ich doch noch den Mont Blanc, zumindest die Spitze.

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Am Rande der südlichen Berge betrachte ich fasziniert die Serpentinen.

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Im letzten Moment erinnere ich mich daran, das Schild zu fotografieren, gar nicht so leicht, denn Trauben von Motorradfahrern machen ihr persönliches Beweisfoto.

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Etwas tiefer ein Stein, die Inschrift verstehe ich nicht, aber es muss etwas mit Radfahren zu tun haben. Ich fahre auf die Berge zu, am liebsten würde ich alle zwei Meter anhalten und fotografieren. Meine Höhenkrankheit ist zwar spürbar, aber völlig vergessen.

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Dann holt mich die Realität der Täler wieder ein, ich tanke, bewundere aus der Ferne die Burganlage von Briancon

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Und suche den richtigen Weg, denn mein Navi lenkt mich auf die Hauptstraße. Ich muss wenden, werde durch den Ort gelenkt und finde ihn sehr ansprechend.

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Und schon geht es weiter zum Col de L´Ízoard. Zunächst halte ich ihn für weniger spektakulär als den Galibier. Doch auch er ist wunderschön.

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Er ist 2360 m hoch, hier dominieren jedoch die Motorradfahrer. Dann geht es faszinierend weiter.

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Am Wegesrand ein Gedenkstein für Fausto Coppi und Louison Bobet.

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Ungebildet wie ich bin, denke ich zunächst, es sind Journalisten, die vielleicht beim Bergsteigen ums Leben gekommen sind (lecteurs de l´equipe), tja, Bildungslücken sind grausam. Coppi war ein italienischer Radrennfahrer, der zweimal die Tour de France gewonnen hat und als „Meister der Meister“ gilt. Er starb mit 40 Jahren an Malaria, angeblich wurde sie zu spät erkannt, aber als ich später Jack gegenüber feststellte, dass dies wohl noch eine Generation ohne Doping war Jack konstatierte, , dass er gestorben sei, weil er jahrelang so voll gepumpt mit Medikamenten war, dass keine Medizin mehr gegen Malaria half. Bobet war ein Franzose, der als erster drei Mal hintereinander die Tour de France gewonnen hat, auch er - aber wohl unwissentlich - zeitweise gedopt. Als ich Jack ein historisches Filmplakat von einem Film über Bobet zeige, nickt er andächtig und murmelt etwas wie – „den muss man kennen“.

Und weiter geht es ins Tal, nun prägen wieder Bäume und Flüsse die Landschaft.

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Dann nähere ich mich Guillestre und frage bei der Tourist Information nach dem Weg, sie schickt mich auf die Parallelroute und versteht mein Anliegen nicht, vermutlich kennt sie die Route gar nicht richtig. Ich vertraue lieber den Schildern. Viel Zeit, die letzten Eindrücke zu verarbeiten, bleibt nicht, denn jetzt geht es Richtung Col de Var´s. Immer höher schraubt sich die Bergstraße mit einem gigantischen Ausblick auf Guillestre.

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Ein französischer Autofahrer hindert mich am Fotografieren während der Fahrt, er hat es eilig, ich lasse ihn vorbei. Ein Foto vom Col mache ich nicht, scheinbar bin ich mit den Gedanken woanders.

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Dann wieder faszinierende Gesteinsformationen und langsam rolle ich ins Tal.

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Auf der Suche nach einem Campingplatz in Barcelonette schickt mich mein Outdoornavi in die Pampa und hält massiv an einem geschlossenen Campingplatz fest. Ich holpere über Feldwege und Anwohnerstraßen, egal, was ich tue, es findet einen Weg zu dem Platz, den ich nicht will. Schließlich folge ich den Camping-Schildern, der erste Platz ist schön, hat aber an diesem Tag geschlossen, der nächste ist wunderbar französisch und man zeltet in einem Obstgarten, also lasse ich mich nieder, die Fotos vom Platz mache ich wieder am nächsten Morgen.

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Die Besitzerin jammert, dass Camper so wenig Geld haben und die Zeiten schlecht sind, nachher kommen aber noch ein paar Motorradfahrer mit ihren Zelten und sie ist zufriedener. Ich entscheide mich, meine angegriffene Gesundheit nicht durch Verkühlung zu strapazieren und baue das Gimle unter einem Apfelbaum auf. Welch ein Palast!

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Dannn setze mich in die Abendsonne und esse vorsichtig etwas Hühnerbrust. Diese Nacht schlafe ich tief und fest und das Gimle hält wunderbar warm.

Torres
24.09.2010, 22:10
Dritter Tag: Barcelonette bis St. Martin du Vesubie

Die spektakulärsten Teile der Route glaube ich hinter mir zu haben, fast bin ich ein wenig enttäuscht, als ich die gefälligen kleinen Straßen Richtung Col de la Cayolle einschlage. Es ist bitterkalt morgens, die Sonne blendet und ich fahre durch blühende Landschaft und felsige schmale Straßen weiter. Ich weiß noch nicht, dass dieser Tag der Höhepunkt meiner Tour sein wird.

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Die Landschaft wird weich, Wasserfälle und kleine Dörfer säumen den Weg.

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An einem Viadukt plätschert ein Wasserfall, ich halte an, um zu fotografieren. Ich stehe zu nah an der Mitte, ein Auto rauscht heran, ich ziehe den Wagen schnell nach rechts, es ist ein Hamburger, wir lächeln uns an und grüßen uns.

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Dann nähere ich mich St. Laurent. Ein wunderschöner Ort, menschenleer, ein Hotel mit Restaurant lädt zum Verweilen ein. Hier könnte ich mir vorstellen, Urlaub zu machen.

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Ein Hahn dominiert den Ort, er stolziert herum und kräht selbstbewusst, es ist klar, dass er hier der Chef ist. Ich mache spontan ein Foto vom Hahn, ohne zu erkennen, dass dieses Foto Details aufweist.

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Dann noch ein Blick auf die Kirche und weiter geht es Richtung Col de la Cayolle. Die Straße zum Col de Cayolle führt durch faszinierende Gesteinsformationen, in der Höhe liegt über allem eine bräunliche Färbung, ich kann mich nicht satt sehen an den Farben und Formen.

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Der Col de la Cayolle gehört zum Parc National du Mercantour und daher sind einige ODS beliebte Aktivitäten verboten.

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Eine Bergkuh steht genau an der Straße und glotzt mich an, doch bevor ich richtig schöne Fotos machen kann, kommt leider ein Auto von hinten und ich muss weiter fahren. Vorher bedanke ich bedanke ich mich noch für den leckeren Käse, den sie und ihre Artgenossen produzieren.

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Die Straße verläuft jetzt über mehrere Viadukte, welche eine Baukunst.

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Dann wird es ebener, man warnt vor verbotenen Aktivitäten und ich sehe das erste Mal einen Wegweiser für den GR 56

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Kurz vor dem Pass eine Schutzhütte, die dem Wanderer ein Dach über dem Kopf bietet. Dann geht es die letzten Meter die Passstraße hinauf und schon ist er erreicht.

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Hier finde ich das erste Mal Hinweise und Informationen über die Route des Grandes Alpes und tatsächlich ist das Ende in Menton und nicht in Nizza. Dann sehe ich, dass auf dem GR 56 zwischen Camping und biwakieren differenziert wird, es gibt also ein eng gefasstes Jedermannsrecht.

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Es ist gerade einmal kurz nach halb elf, der Pass gefällt mir gut, mein Husten ist zwar besorgniserregend und die Höhe merke ich auch, aber eigentlich geht es mir den Umständen entsprechend gut. Neben mir auf dem Parkplatz packt eine Gruppe ihre Wanderstöcke aus und nimmt den Weg in die Berge in Angriff. Ich vertrete mir ein wenig die Beine, die Grillen zirpen merkwürdig, erst zirpen sie, dann kommt ein fauchender Laut, ich versuche eine zu fotografieren, nach mehreren Anläufen klappt es.

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Ich stehe noch ein bisschen herum und dann denke ich, wozu habe ich denn Wanderstöcke mit, ich kann ja mal testen, ob ich den Weg bis zur Kurve hoch komme. Normalerweise geht mir an Steigungen schnell die Puste aus, aber man kanns ja mal probieren. Ich hole die Stöcke aus dem Auto, und stapfe den Hügel Richtung Col de la Petit Cayolle hoch. Erstaunlicherweise komme ich den Hügel gut hoch, gleich ein Foto von der Landschaft machen und dann entscheide ich, weiter zu gehen. Ich habe kein Wasser dabei, aber ich gehe ja sowieso nur noch ein paar Meter.

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Gleich darauf wird mein Husten schlimmer, mein Herz schlägt schneller, ich muss anhalten. Vor mir ist die Gruppe, auch sie halten immer wieder an, ich brauche mich also nicht zu schämen. Mir wird wieder schlecht, aber ein wenig geht bestimmt noch, ich fotografiere erst einmal einen Stein.

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Bevor ich um eine Kurve biege mache ich noch schnell ein Foto der Schutzhütte, dann blicke ich auf den steinigen, geröllbedeckten Weg und stelle fest, dass meine Schuhe trittsicher sind. Dass sie dies noch erleben dürfen, ich freue mich für sie. Das einzige Gebirge, da sie bisher kennenlernen durften, waren die Steinlandschaften in den einschlägigen Outdoorschuhgeschäften.
Langsam, Schritt für Schritt mit vielen Pausen geht es höher, die Steine leuchten, ich nehme jede einzelne Blume wahr. Ich denke an Harrys Leitsatz: Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du wirklich gewesen. Er hat Recht. Dann sehe ich Tiere herum hüpfen, sind das wirklich Murmeltiere? Ich habe noch nie welche gesehen. Das erste Foto wird nichts, dann erwische ich eins.

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Steinig schlängelt sich der Weg, ich kämpfe mit meiner Höhenkrankheit. Mein Herz schlägt bis zum Hals, mein Kopf fühlt sich wieder ballonhaft an, aber die Beine treiben mich weiter.

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Nun erscheint vor mir ein kleiner See, eigentlich eher ein Tümpel, er sieht schmutzig braun aus und scheint eine Tränke zu sein. Ich habe es geschafft, einen See zu erreichen, nun kann ich umkehren.

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Ich schaue den Berg hinauf und denke, wo wird der Weg wohl jetzt entlang gehen? Es ist nichts zu sehen. Was wohl hinter diesem Berg ist? Mich packt die Neugier, nur ein paar Schritte weiter, mal sehen, wie der Tümpel von oben aussieht.

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Plötzlich höre ich laute Diskogeräusche, Technoparty. Das kann nicht sein, hier gibt es keinen Strom, wo kommt das Geräusch her? Es ist mein Herzschlag, sofort bleibe ich stehen und setze mich kurz. Ich muss umdrehen, es geht nicht. Kaum habe ich das gedacht, bin ich wieder auf den Beinen und gehe viel langsamer als vorher weiter. Ich schimpfe mit mir selbst, aber irgendetwas in mir will diesen Berg hinauf, koste es, was es wolle. Und plötzlich verstehe ich es. Den Wunsch, in die Berge zu gehen - den Wunsch, den Gipfel zu erklimmen - die Veränderung der Psyche, die den Tod herbei führen kann – die Halluzinationen, die im Film Nanga Parbat wohl am eindrucksvollsten vorgeführt werden – die Unfähigkeit, Körper und Geist zu beherrschen – die Unfähigkeit kurz vor dem Ziel auf zu hören. Es ist ein Sog, der höher und höher zieht, als wolle der Mensch Gott näher sein.
Wieder gehe ich ein paar Schritte, dann wieder die Disco. Zitternd setze ich mich auf einen Stein, es ist vorbei. Von unten kommt schnellen Schrittes ein Franzose den Berg hinauf, seine rote Jacke leuchtet weit. Das ist die Gelegenheit, den Weg zu sehen, ohne ihn selbst zu laufen. Wo wird der Weg über den Gipfel führen?

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Trittsicher setzt der Franzose Schritt um Schritt, tatsächlich, da ist ein gezackter Weg an der Wand, an zwei Stellen stutzt er kurz, dann ist er fast am Gipfel, stutzt noch einmal – und ist weg.
Das kann ich auch. Ich setze mich wieder in Bewegung. Konzentriert setze ich auch ich Schritt um Schritt, ich gehe unendlich langsam, aber nun kenne ich den Weg. Mein Blick ist auf den Weg gerichtet, nicht, dass mich meine Höhenangst verunsichert. Eine Biegung, ein Stein liegt im Weg, hier hat der Franzose das erste Mal gestutzt. So weit bin ich schon? Das ging besser als ich dachte. Am Weg blühen Glockenblumen, die werden mir Glück bringen. Der Weg ist steil und voller Geröll, aber meine Stiefel rutschen nicht ein einziges Mal, vorsichtig setze ich die Trekkingstöcke, na nu, wieder eine Kurve, ich bin schon viel weiter, als ich dachte. Wieder eine kurze Pause, jetzt ist es nicht mehr weit, der Weg ist steil, aber der Gipfel ist nah und dann weiß ich, warum der Franzose gestutzt hat – denn ich stutze nun auch:

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Auf dem Col befindet sich eine Frau, die Pause macht, sie versperrt ein wenig den Weg und die Aussicht und daher setzt sie sich, als ich komme. Sie spricht ein wenig Englisch und erzählt mir, dass sie noch zum Lac d`Allos will, dem höchstgelegensten natürlichen See. Er liegt in 2200 m Höhe.
Der Franzose ist links weiter gelaufen, ich spiele mit dem Gedanken, rechts weiter zu laufen, aber ich bin weiter gekommen als ich dachte, nicht übermütig werden. Der Anblick von Wasser lässt mich scheinbar klarer denken.

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Er jetzt sehe ich, dass ich auf einem Col bin, es gibt einen Stein. Ich bin auf dem Col de la Petit Cayolle, in 2639 m Höhe. Wow, ich denke an Becks und Harry, für die ist das ein Klacks, aber ich bin mächtig stolz. Ich Flachlandei habe einen Col bestiegen. Glück pur. Ein elsässisches Ehepaar kommt auf den Col, er spricht deutsch und hat die gleichen Probleme wie ich mit der Höhe, obwohl er erfahren ist. Sie laufen Richtung Col d´Allos weiter, ich hätte Lust ihnen zu folgen, aber ich will nicht übertreiben, denn ich weiß nicht, ob meine Kondition überhaupt für den Abstieg reicht. Außerdem zeigen sich in der Ferne Gewitterwolken und ich habe kein Wasser dabei, so weit wollte ich ja gar nicht gehen.
So laufe ich wieder zurück, der Abstieg ist völlig unproblematisch, schnellen Schrittes gehe ich den Berg hinunter, mit jedem Meter stabilisiert sich mein Zustand. Nun kann ich auch Details fotografieren, ich bin völlig entspannt und genieße den Weg durch die Natur.

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Der letzte Blick zu „meinem“ Col, wie kurz die Strecke plötzlich ist. Ich probiere Wasser aus einem klaren, fließenden Gebirgsbach, aber es schmeckt enttäuschend und ein brackig, vielleicht kommt es vom kleinen Tümpel herunter. Zwei Wanderer, einer davon äußerst übergewichtig, machen Rast ein paar Meter vom Weg entfernt im Naturschutzgebiet. Als ich vorbei komme, winken sie. Dann sehe ich von oben den Parkplatz und freue m ich über den Anblick meines Autos.

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Am Auto ist mir wieder schlecht, ich warte ein paar Minuten und rede mit einem Holländer, der gerade die Fahrräder auslädt. Ich überlege, ob ich diese Wanderung wohl auch unternommen hätte, wenn ich in Gesellschaft gewesen wäre. Alleine reisen bedeutet eben auch, flexibel zu sein und seinen eigenen Instinkten zu folgen. Dann verlasse ich den Col und fahre – immer noch erstaunt über mich selbst – weiter und erreiche schließlich Entraunes.

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Das Wetter ist nun zweigeteilt, während ich in der Sonne unterwegs bin, zeigt sich am Rande eine Unwetterfront und begleitet mich die weitere Strecke.

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Die Straße ist wunderschön, die Kurven sind ebenmäßig, kleine Tunnel führen die Straße unter den Berghängen durch.

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Ein Stein sieht aus der Ferne wie ein Stier aus, ich fotografiere ihn aus der Nähe, nun sieht er leider wie ein Stein aus.

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Mein Navi bekommt seine lustigen Minuten. Es befiehlt mir mehrmals „bitte wenden“, kennt aber jeden Feldweg: "Halten sie sich links". Auf der einen Seite der Straße sind dicke Wolken zu sehen, aber weiterhin fahre ich durch die Sonne.
Kurz vor dem Col de Valberg ist eine Aussichtsplattform, eine Reisegruppe lauscht den Erläuterungen der Führerin. Auf der Aussichtplattform ist eine Grafik, welche die Berge erklärt, aber irgendwie sehen die auf der Zeichnung ganz anders aus, ich finde meinen Col nicht wieder. Irgendwo hier muss er sein.

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Ich fotografiere das Panorama von links nach rechts.

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Dann nutze ich eine Wasserpumpe am Straßenrand und fülle meine Vorräte auf. Kurz darauf bin ich auf dem Col de Valberg und in Valberg. Ich suche eine Bäckerei, aber alles hat zu. Ein Souvenirladen hat dagegen geöffnet, ich frage nach einem Buch zur Route des Grandes Alpes und tatsächlich – ich erwerbe einen Guide Gallimand. Endlich sehe ich die offizielle Routenführung, er ist zwar auf französisch, aber ich verstehe die wesentlichen Dinge und bereue ein wenig, ihn nicht vorher erworben zu haben. Andererseits hätte ich dann gewusst, was mich erwartet und das hätte dem Abenteuer doch etwas Würze und Unvoreingenommenheit genommen.

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Die Straße führt über Roubion und Saint-Sauveur-sur-Tinée Richtung Col Saint-Martini, dahinter liegt St. Martin de Vesubie, wo ich übernachten will. Ich fahre über den Col de la Couillole, auch er ist wie der Col de Valberg in meiner Karte nicht eingezeichnet

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Ich bewundere Roubion oder besser die Menschen, die dort leben, was muss es für ein Gefühl sein, wenn man aus dem Fenster etwas fallen lässt und es metertief am Felsen landet.

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Die Straße wird nun wieder unspektakulärer und windet sich den Berg hinab, nun wird es sicherlich keine bemerkenswerten Erlebnisse mehr geben. Doch als ich um die Kurve fahre, sehe ich, dass sich das Felsgestein verändert hat – es leuchtet lila und überall auf der Straße ist lilafarbener Staub.

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Die Straße schlängelt sich wieder an der Felswand entlang, sie ist schmal, aber wunderbar zu fahren.

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Ein Auto fährt keck auf mich auf, ich lasse es überholen und es zeigt mir den Weg. Wenn ich will, bin auch ich schnell. Macht das Spaß, Kurven zu fahren, während sich kühler Wolkennebel über die Berge legt.

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Dann kommt wieder ein Col, der nicht eingezeichnet ist, der Col Saint Martin.

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Das Gebiet um den Col herum ist trostlos, es ist der hässlichste Col von allen. Ich bin jetzt kurz vor St. Martin de Vesubie und genieße die letzten Kurven und Ausblicke.

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Und schon bin ich kurz vor St. Martin de Vesubie, ein Teil des Ortes liegt auf einen Hügel.

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Ich finde den Campingplatz, den Lina empfohlen hat, sofort. Er liegt in einem verwunschenen Zaubergarten voller Obstbäumen und Blumen.

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Eine nette Dame weist mir den Weg zum meinem Platz, ich fahre einen Weg hinunter – und in der Kurve stockt mir der Atem. Vor mir liegt ein schlafender Riese in der Sonne, ein Familienzelt wie ich es noch nie gesehen habe.

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Ich starre dieses Zelt an, mache das Foto und in dem Moment sagt meine innere Stimme „Femund Familiy“. Ich bin verblüfft, ich kenne das Zelt nicht und habe mich nie dafür interessiert, wie komme ich darauf? Ich vollende die Kurve, ja, Helsport steht drauf. Nachdenklich fahre ich weiter, die nette Dame lacht, weil ich so lange brauche. Unkonzentriert baue ich mein Zelt auf, das muss ich genau wissen. Ich erinnere mich daran, wie ich vor langer Zeit an einem extrem stürmischen Tag aus meiner Apsis schaute und auf der gegenüberliegenden Seite das ebenmäßigste Zelt sah, das ich je gesehen hatte. Keine Falte, nichts regte sich, als würde ein laues Lüftchen über den Platz ziehen und meine innere Stimme sagte „Staika“. Im nächsten Moment wunderte ich über mich selbst – ich hatte das Zelt einmal in einem Prospekt gesehen, aber mich nicht dafür interessiert. Es war ein Staika. Sollte ich diesmal wieder Recht haben?
Kaum bin ich fertig, mein Gimle auf knochentrockenem, geneigtem Boden auf zu bauen schleiche ich mich an das Zelt heran, die Besitzer sind zurück gekommen, das ist gut. Der Belgier schaut erstaunt auf, als ich auf ihn zu komme und ihn französisch nach dem Zelt frage, Er versteht mich nicht, aber er spricht deutsch. Könnten mir Sie mir sagen, was das für ein Zelt ist? Er schaut noch erstaunter. „Ein Helsport Femund 4-6, das nutzen wir schon lange“. Dann zeigt er es mir. Ich vergesse, zu fragen, wie er das Zelt findet.

Am Abend bauen Holländer ein weißes Baumwollzelt auf. Das Zelt steht wie eine Burg und meine innere Stimme sagt: De Waard. Ich habe noch nie ein De Waard gesehen, aber wieder bin ich mir sicher. Natürlich ist es ein De Waard, es ist dreißig Jahre alt, hat schon viel mitgemacht, aber es ist sehr schwer, seufzt die Besitzerin.

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Ich zahle für zwei Nächte, ich muss mich einen Tag lang ausruhen und kaufe in einer Bäckerei Vollkornbaguette und Kuchen. Ich schlafe aber unruhig, da der Fluß in der Nacht gewaltig rauscht.

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Torres
24.09.2010, 22:10
Vierter Tag: La Madone de Fenestre


Nach einem kleinen Frühstück beschließe ich, die Umgebung zu erkunden. Mein Husten ist wieder erheblich schlechter geworden und ich fühle mich schwach, aber ein wenig will ich ja sehen. Daher fahre ich zu einer der Sehenswürdigkeiten der Umgebung, La Madone de Fenestre, die auch vom GR 52 berührt wird.
Die Strecke führt wieder kurvenreich auf ca 1900 m und wieder setzt meine Höhenkrankheit ein. Mein Kopf wird fiebrig, mir wird schlecht, verdammt, langsam sollte ich doch die Höhe gewöhnt sein. Als ich oben ankomme, fällt mir jeder Schritt schwer, eigentlich wollte ich wandern gehen, aber mein Kreislauf macht Schwierigkeiten. Der kleine Ort mit seiner Wallfahrtskirche liegt idyllisch und viele Wanderer sind unterwegs.

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Ich betrete die Kirche, ich bin alleine, so kann ich heimlich ein paar Fotos machen. Die Madonna ist Teil eines Altarbildes und steht hinter Glas, am Eingang steht eine Kopie, vermutlich wird diese bei den Umzügen verwendet.

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Die Kirche ist wunderschön, an den Wänden hängen Dankestafeln.

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Am Fuße des Dorfes liegt eine Käserei, der Weg ist steinig, eine alte Dame benutzt ihn als Spazierweg. Ich erwerbe frischen Tome, der Bauer scherzt: Ist hier ein Reisebus, denn soeben ist eine Kundin mit einem großen Packen aus dem Kühlraum gekommen und er will eigentlich mit seinem Helfer essen.

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Ich fahre wieder zurück, mit ist weiterhin schwindlig. Ich lege mich in mein Zelt, lese in der Sonne und versuche meinem Körper Ruhe zu gönnen.

Torres
24.09.2010, 22:11
Fünfter Tag: St. Martin du Vesubie – Menton,
anschließend über Monaco nach Antheór

Heute ist der letzte Tag meiner Route des Grandes Alpes, heute werde ich Menton erreichen. Fast bin ich ein wenig traurig, andererseits kann ein wenig Flachland meiner Gesundheit nur gut tun.
Nocheinmal schaue ich auf das Dorf über St. Martin de Vesubie, dann geht es Richtung Menton.

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Die Strecke schlängelt sich dahin, es riecht nach Herbst, ein wenig Wehmut kommt auf.

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Ein Gedenkstein weckt meine Aufmerksamkeit, was hier wohl passiert ist?

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Dann kommt wieder ein Col, der Col de Turini. Strahlend liegt er in der Sonne, ein wunderbarer Platz, der zum Verweilen einlädt.

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Weiter geht es durch waldreiches Land, die Strecke ist schön, aber unspektakulär.

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Mitten in der Einsamkeit das Hinweisschild zu einem Campingplatz, es gefällt mir und ich fotografiere es.

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Ich fahre durch Moulinet, die Häuser sind bunt und französisch.

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Kurz hinter Moulinet ein Bauwerk, das mich fasziniert. Sollte es hier doch noch etwas zu sehen geben?

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Ich komme näher, aber was es ist, erschließt sich mir nicht. Vielleicht ein Wachturm einer mittelalterlichen Anlage?

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Ein Auto kommt von hinten, ich kann nicht anhalten und fahre weiter. Erst der Blick aus dem Tal zeigt mir, dass es eine Kirche ist, N.D. ist die Abkürzung für Notre Dame ist. Es ist Gebetsort, der hoch oben auf dem Berg thront und über das Viadukt zu Fuß zu erreichen ist. Hinter der Kurve wird die Straße serpentinenreich und eng, eine Mauer aus weißen Steinen befriedet die Felsen. Es sind Autos unterwegs und ein viel zu großes Wohhmobil ächzt um die Kurven. So kann ich die Kirche nur noch von weitem fotografieren, winzig klein sitzt sie zwischen den Bergen.

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Noch einmal befinde ich mich auf einer Bergstraße

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Dann sehe ich die ersten Palmen.

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Ich erreiche Sospel, die Nähe zur italienischen Grenze ist klar zu erkennen.

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Noch ein letzter Col erwartet mich, es geht eine freundliche Waldstraße entlang.

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Dann geht es auch schon zügig Richtung Menton. Zwischen den Bergen zeigt sich ein bläulicher Schimmer, ich brauche etwas, um zu sehen, dass es das Meer ist.

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Der Verkehr ist nun stärker, ich kann nur noch schlecht fotografieren und Haltebuchten gibt es keine mehr.

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Die Viadukte faszinieren mich, aber der Verkehr ist stark, fotografieren aus dem Auto heraus wird immer stärker zum Glücksspiel.

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Noch ein Bergdorf.

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Um 11.47 Uhr erreiche ich Menton.

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Die Route des Grandes Alpes ist beendet.



Menton kenne ich aus dem letzten Jahr. Der Verkehr ist wieder die Hölle, die italienischen Stil fahrenden Mopedfahrer rücksichtslos und anstrengend. Aber jetzt kenne ich den Weg und im Auto fühlt man sich geschützter als auf dem Motorrad, so komme ich gut voran. Ich fotografiere die Palmen und freue mich über das Ligurische Meer, was für ein Kontrast.

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Nun geht es die Küstenroute Richtung Antheór, zu dem Campingplatz, an dem ich im letzten Jahr schon war. Monaco schimmert in der Ferne

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Ich beschließe mich zu bilden. Am Grimaldi Forum fahre ich ins Parkhaus, es wird mich 4,20 € kosten, das ist billiger als in Hamburg. Dann laufe ich am Wasser entlang.

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Das Casino in Monte Carlo tut es mir an – der Traum aller Glücksspieler und Gangster. Leider ist Gegenlicht, so dass ich tricksen muss, um Fotos schießen zu können.

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Ich laufe am Hafen entlang Richtung Palast und sinniere, was die Reichen und Schönen wohl dazu bringt, soviel Geld für diese kleinen Wohnungen auszugeben. Mein Zelt ist mir lieber. Aber Steuern sparen zu können, ist natürlich ein schwerwiegendes Argument. Und sie sind hier unter sich, vielleicht würde ich auch anders denken, wenn mir eine der Yachten im Hafen gehören würden. Es zeugt vom Geschäftssinn der Familie Grimaldi, Geschäftstüchtigkeit und Stil perfekt und harmonisch zu verbinden.

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Zwischendrin blitzt das alte Monaco auf, aber man muss schon genau hinschauen.

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Ich finde das Bild zum Zelt

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und ein interessantes Schild, es gibt wohl Dinge, die nicht selbstverständlich sind.

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Der Palast ist von ruhender Schönheit und an der Mauer bietet sich ein atemberaubender Blick über Monaco.

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Ich eile durch eine Seitenstraße in Richtung Museum.

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Auf die Besichtigung des ozeanografischen Museums verzichte ich jedoch, obwohl es interessant zu sein scheint, denn es sind viele Touristen vor dem Gebäude. Überhaupt gibt es viele Museen und Foren in Monaco, aber dafür müsste ich mir einen ganzen Tag Zeit nehmen. Ein anderens Mal. Auch den Park Fürst Rainiers erkunde ich nicht, ich habe noch eine lange Fahrt vor mir. Prinzessin Gracia ist allgegenwärtig, sie scheint wirklich der Segen für das Fürstentum gewesen zu sein. Viele Touristen lassen sich an den Schautafeln mit ihr fotografieren.

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Ich eile zurück und werde auf einem Fußgängerüberweg fast von einer Frau überfahren. Im letzten Moment bremst sie, das war knapp und sie guckt geschockt. Ich zeige streng auf den Zebrastreifen, sie schaut schuldbewusst, ich nehme die Entschuldigung an und passe besser auf. In Monaco zu sterben kommt mir nicht erstrebenswert vor, auch wenn mir das Ambiente gar nicht so schlecht gefällt. Es ist eine wunderschöne Hafenstadt und wenn man ehrlich ist, fügen sich die Hochhäuser sehr harmonisch ins Stadtbild ein.

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Das Meer ist selbst an den Hauptstraßen Monacos wunderbar klar, es wird Zeit, zum Campingplatz zu kommen. Ich fahre die Küstenroute entlang, an Nizza vorbei und mache während der Fahrt Fotos.

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Richtung Antibes denke ich von Ferne, ein Kreuzfahrtschiff zu sehen, es ist ein Hotel. Da hat Monaco doch etwas mehr Stil. Nun sind Antibes und Juan le Pins nicht weit.

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Immer wieder sind Staus, ein Motorradfahrer oder ein Rollerfahrer ist auf einer zentralen Kreuzung verunglückt, der ganze Durchgangsverkehr muss umgeleitet werden. Nach anstrengender Fahrt erreiche ich endlich den Campingplatz in Antheór.

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Tatsächlich bekomme ich einen Platz – das ist nicht selbstverständlich, denn in der Saison ist er immer voll - und da ich das zweite Mal bin, darf ich sogar Ansprüche stellen und bekomme einen Platz, der mir gut gefällt – er ist im oberen Bereich bei den Engländern aus dem letzten Jahr. Sie erkennen mich sofort wieder und es gibt ein großes Hallo. Ich nehme wieder das Gimle, es ist einfach geräumiger und ich kann mich besser ausbreiten. Außerdem muss ich es nicht je nach Temperatur hoch- und runterspannen - am Tag mache ich die Moskitotüren zur Durchlüftung auf, in der Nacht mache ich sie zu und alles ist gut. Vor allem ist das Außenmaterial schön dunkel, so dass die campingplatztypische Festtagsbeleuchtung nicht ins Innere dringt. In der Nacht entschließen sich ein paar alkoholisierte Jugendliche aus der Umgebung, den Swimming-Pool mit der Anwesenheit zu beglücken, das stört den Schlaf aller, denn erst um 5 Uhr ziehen sie wieder ab.


Ab dem 6. Tag: Antheór

Den nächsten Tag ist es etwas bewölkt, aber auf dem Platz ist immer etwas los. Die beiden britischen Ehepaare sind gut drauf, schließlich kennt man sich ja jetzt schon besser. Wir machen wunderbaren Blödsinn, wir haben den gleichen Humor und Jack erzählt mir von seinen Fahrradtouren zum Col de Galibier.

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Am nächsten Tag kommt mein Kumpel vom letzten Jahr mit dem Motorrad angereist, es ist Zufall, wir waren nicht verabredet. Er kennt wiederum ein deutsches Mädel, das in der hinteren Reihe campiert. Den nächsten Tag kochen wir gemeinsam, es kommt ein ODS-feeling auf.

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John bringt mir ein heißes alkoholisches Getränk gegen meinen Husten, denn der ganze Platz leidet mit mir. Ich speie fast Feuer als ich daran nippe und er lacht sich kaputt, schwört aber darauf, dass dieses Getränke jede Erkältung vernichtet. Ich glaube ihm. Ein Rentner aus Florida kommt mit völlig unpassender Ausrüstung auf den Platz, er will campen, weil ihm seine Europareise langsam zu teuer wird und hat sich Anfängersachen andrehen lassen. Ich baue ihm das Zelt auf, er ist froh, dass er mal mit jemandem reden kann, kaum jemand verstand auf seiner Tour Englisch (auch in Deutschland nicht!) und schenkt dem halben Platz Pfirsiche und Weintrauben, die man ihm angedreht hat. Er wollte nur eigentlich nur einen Pfirsich kaufen, aber er aufgrund der Sprachprobleme keine Chance und schon hatte er eine Kiste im Auto. Er ist stolz auf sein neues Luftbett, er pumpt es mit einem elektrischen Gerät auf, das an den Zigarettenanzünder gesteckt wird. Ich bin fasziniert und geschockt zugleich. Meine Vorbehalte behalte ich für mich, erstens quietschen die Dinger und zweitens isolieren sie nicht. In der Nacht friert er erbärmlich, es sind zwar 20 Grad in der Nacht, aber der Boden ist kalt. „Ich bin aus Florida, ich bin das nicht gewöhnt,“ sagt er immer. Ich empfehle ihm amerikanischen Produkte zu kaufen, aber es wird wohl sein letzter Campingurlaub sein. John findet - neugierig wie er ist heraus -, dass der Amerikaner geschieden ist und Geld hat und will das Mädel mit ihm verkuppeln, findet aber keinen Widerhall.

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Zwischendrin ist dann immer großes Kino, weil die großen Wohnmobile nicht auf den Platz passen – sie sind zu lang. Ein Brite bringt sein Teil sensationell sicher um die Kurve, aber ein deutsches Ehepaar braucht fast eine halbe Stunde, bis es auf dem Platz steht. Zwischendrin knirscht es dann immer etwas und der halbe Platz gibt Kommandos. Ein deutsches Ehepaar besichtigt den Platz und ist genervt über die französischen Stecker an der Côte d´Azur. Ich denke mir meinen Teil. Als sich die Frau beschwert, dass sie auf den Campingplätzen überall keinen Empfang habe, kann ich das Maul nicht halten. Ich empfehle der Frau, schiwmmen zu gehen oder sich um ihren Mann zu kümmern. Der grinst, sie findet das gar nicht lustig. Sie kommen nicht wieder, aber das liegt nicht an mir. Unten ist kein Platz mehr und oben passen sie nicht drauf. Ein Franzose fährt auf den Platz, fährt wieder weg, kommt wieder, fährt wieder weg, kommt wieder. Auch er hat keinen Fernsehempfang. Der halbe Platz lacht. Dann entscheidet er sich, zu bleiben, er steht fast hinter mir und fällt am Morgen fast vom Stuhl, als ich den hinteren Eingang öffne, um nach der Morgensonne zu schauen. Damit hat er nicht gerechnet.

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Wir stehen dagegen auf einem Teil des Platzes, auf den nur Zelte, Wohnwagen und Kleinbusse passen, so dass wir viel Platz haben und nicht so eng zusammen rücken müssen, wie die Wohnmobilisten. Am dritten Tag endecke ich, dass die Küstenroute gar nicht so steil und schwer zu fahren ist, wie ich dachte. Das erste Mal seit einer Woche schwinge ich mich auf mein Fahrrad und freue mich, am Meer entlang zu fahren und die Schiffe in Agay zu bewundern.

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Das Wetter ist schön und ich überlege, bis Montag zu bleiben. Doch Montag morgen packt es mich, lieber für die Rückfahrt etwas Luft haben und ich fahre Richtung Norden. Bei Bresse suche ich einen Campingplatz mit meinem Outdoornavi, es schickt mich endlos durch traumhafte Landschaften, dann finde ich den Campingplatz und sehe eine völlig verwahrloste Schwimmbadrutsche, das kann es nicht sein, oder? Der Campingplatz hat zu, also die ganze Strecke wieder zurück. Der nächste Platz ist wunderhübsch, aber hat seit 4 Tagen geschlossen. Kurzerhand geben ich Gas und fahre über 100 km nach Arbois, das Städtchen wollte ich sowieso noch einmal besuchen und aus dem letzten Jahr weiß ich, dass der Campingplatz geöffnet ist. Ich finde meinen alten Platz wieder und eine halbe Stunde später schlafe ich tief und fest.

Torres
24.09.2010, 22:11
Von Arbois zum Mont Poupet, Jura

Am Morgen geben Sonne, Bäume und Blätter ein wunderschönes Farbeispiel und ich überlege, noch einen Tag in Arbois zu bleiben. Leider passt das nicht in meinen Zeitplan. Ich zahle an der Rezeption und erfahre, dass dies der letzte Campingplatz der Region ist, der noch auf hat. Der junge Mann hinter dem Tresen ist fast ein wenig stolz darauf, kann er auch. Daher also die vielen Durchreisenden, der Platz ist abends ziemlich gut besucht gewesen. Der junge Mann empfiehlt mir, Arbois zu besichtigen, ich könne am dem Tag so lange bleiben, wie ich will, es sei ja keine Hauptsaison. Tolles Angebot, er zeigt mir noch den Schleichweg ins Dorf und Arbois zeigt sich von seiner schönen, dörflichen Seite.

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Der zentrale Platz ist mit Girlanden geschmückt, es gibt erstaunliche Lichteffekte, wenn man darunter steht. Gestern in der Dunkelheit waren viele Touristen unterwegs und der Ort sah heimelig aus, nun ist es etwas ruhiger, aber immer noch schön. Ich kaufe Käse der Region, kann einer Chocolaterie (gegr. 1900) nicht wiederstehen (Schokotörtchen) und finde eine gute Bäckerei.

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Ich wandere langsam zum Campingplatz zurück, kaufe noch Ziegenkäse in einer Käserei - man kann durch eine Scheibe beim Käsen zuschauen - und knicke ohne Grund mit dem Fuß um. Mein Schuh hält das Gelenk, aber ich denke nur "Mist". Das gibt bestimmt wieder eine nette Bänderdehnung. So etwas Das passiert mir nur, wenn ich Ruhe brauche, also ist die Wanderung für heute gestrichen. Ich frühstücke gemütlich auf meiner Parzelle, die meisten Camper sind weiter gezogen und bewundere die herbstliche Färbung des Waldes. Dann entscheide ich mich, noch ein wenig mit dem Auto herum zu fahren und finde auf der Karte Salin-Les-Bains als besonders sehenswürdig. Als ich auf den Ort zu rolle, sehe ich eine Festung am Hang, auf einem anderen Berg ist ein Kreuz, der Ort liegt im Tal und die goldene Kuppel weckt meine Aufmerksamkeit.

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Im Ort ist viel Verkehr, ich sehe, dass die Kuppel zu einem Salzmuseum gehört, aber da ich so schlecht laufen kann, fahre ich weiter. Sehe irgendein Hinweisschild, biege intuitiv ab und schon geht es den Berg hinauf. Naja, denke ich, mal sehen, wo mich der Weg hinführt und stelle das Handy aus, wieder ist es eine schöne Kurvenstrecke, die mich immer weiter hinauf führt. Ich sehe ein Richtungsschild zum Mont Poupet und hoffe, dass es vielleicht der Berg mit dem Kreuz ist. Majestätisch klingt der Name ja. Weitere Hinweisschilder helfen bei der Orientierung, dann bin ich am Cote Belon, aber weder der Berg noch dieser Platz ist auf meiner Karte eingezeichnet und das Navi gibt auch keine Informationen.

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Kurz hinter dem Schild ist ein Parkplatz, als ich das Denkmal sehe, halte ich an und mache ein Foto. Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich, wie es immer passiert, wenn ich in Frankreich auf Spuren des dt.-französischen Krieges oder des 1. und 2. Weltkrieges stoße, obwohl ich die Aufschrift nicht verstehe.

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Ich stelle fest, dass der Parkplatz nicht der höchste Punkt ist, die Straße ist geteert, ich fahre weiter. Oben ist ein Picknickareal mit einem Hinweisschild, zwei Frankzosen machen Mittag, aber einen Gipfel sehe ich nicht. Ein kleiner Felsen ist zu sehen, aber ich bin von meinen Cols verwöhnt. Welch eine Enttäuschung.

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Ich fahre die Straße weiter und an der höchsten Stelle der Straße stoße ich auf Funktürme. Das kann es doch nicht sein, oder? Dafür bin ich doch nicht so lange gefahren! Ich treffe einen Wanderer aus der Umgebung, er ist schon älter und läuft schief und krumm, aber bringt eine unglaubliche Geschwindigkeit mit. Ich frage ihn, ob hier ein Gipfel ist, nein, television. Ich frage, ob es dort weiter geht, er erzählt etwas von Paraglidern, die dort ihren Startpunkt haben. Er ist sehr mitteilsam und spricht schnell, aber vieles verstehe ich nicht.

Ich fahre zurück zum Pichnickareal, etwas enttäuscht, lungere ein bißchen rum und sehe endlich das richtige Schild. Es ist der Berg mit dem Kreuz!

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Ich gehe vorsichtig die kleinen, steilen Treppen zum Gipfel hinauf, die mir ohne Hinweisschild nicht aufgefallen wären. Ich laufe langsam, um mein schmerzendes Fußgelenk nicht über zu strapazieren. Ich fühle mich, wie in einem kleinen Märchenwald, es wird vor Eulen gewarnt und viele verwilderte Pflanzen sind am Wegesrand.

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Und dann bin ich oben und da ist das Kreuz.

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Beeindruckt schaue ich die riesige Stahlkonstruktion an, ich finde solche Anblicke immer ergreifend. Auch wenn ich nicht aktiv religiös bin, so fühle ich in dem Moment mit meinen Vorfahren, für die das Kreuz mehr als ein Symbol war und bei den schweren Lebensbedingungen Hoffnung und Schutz bot. Dann realisiere ich den Stahl, ich hatte natürlich naiv gedacht, es wäre (noch) aus Holz, aber dann würde es weder den Wetterbedingungen trotzen, noch wäre es so weithin sichtbar.

Dann erst nehme ich die weitere Umgebung war. Der Gipfel bietet einen wunderschönen Ausblick über das Tal auf Berge und der humpelnde Wanderer wird mir später erzählen, dass man an schönen Tagen von dort den Mont Blanc sehen kann. So schließt sich der Kreis meiner Reise.

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Zurück geht es durch den Märchenwald und dann schaue ich mir die Schautafeln noch einmal genau an.

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Und dann schaue ich mir die Schautafel noch einmal an. Tatsächlich, Pasteur, den wir heute nur noch von der pasteurisierten Milch her kennen, hat in dieser Gegend gelebt und geforscht. Er hatte in Arbois sein Haus und seine Forschungsstätte und hat seine Experimente u.a. auf dem Mont Poupet und dem Mont Blanc durchgeführt und seine Statue steht in Arbois. Ich bin an einem in mehrfacher Hinsicht historischen Ort gelandet.

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Als ich zurückfahre, läuft der Wanderer bereits auf der Höhe des Cote Belon, ich halte an und erzähle ihm, dass ich den Berg gefunden habe. Er strahlt und frag nach dem Kreuz, ich bejahe, er strahlt wieder durch seine Zahnlücken und erzählt mit einem erneuten Wortschwall vom Mont Blanc und fragt, ob ich ihn gesehen habe. Er ist enttäuscht, als ich nein sage, brummelt wieder etwas vor sich hin und fragt dann noch, ob ich aus Deutschland bin. Ich sage ja und er freut sich, warum auch immer. Wir winken uns zum Abschied und ich fahre weiter. Die Straße ist nun ebenmäßig und wenig spektakulär, ich werde von meinem Navi durch den Wald gelenkt, dann sehe ich von oben eine Kirche mit Friedhof, ich bin in Ivrey.

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Der Ort ist wunderhübsch und ordentlich, ich überlege, ob das Jura mal deutsch war. Wunderschöne Blumen schmücken die Häuser

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und als ich den Stein mit den Fahnen sehe schalte ich nicht und denke eher an Fußball als an Krieg. Erst als ich ganz nahe bin, weiß ich, was es ist und wieder stellt sich das Gefühl der Bedrückung ein.

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Mein Vater wird später wertfrei sagen: "Das können die Franzosen gut" und damit hat er als historisch Interessierter und Bewohner der Grenzregion gar nicht so ungerecht.
Ein Traktor stört mich beim Entziffern der Inschrift, ich mache noch schnell ein großformatigeres Foto, dann muss ich den Weg frei machen. Eine kurvige, schöne Straße führt mich zur Bundesstraße Richtung Besancon.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/k-IMG_1382.JPG (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17570)

Am Abend besuche ich endlich meine Eltern, um meine Sünde aus dem letzten Jahr aus zu bügeln, als ich einfach vorbei gefahren bin. Dann noch ein kleines ODS Treffen auf dem Weg und dann geht es wieder in die Heimat.

blauloke
25.09.2010, 10:55
Schöne Fotos einer faszinierenden Landschaft.
Bin schon auf die Fortsetzung deines Berichts gespannt.

Sternenstaub
25.09.2010, 12:17
Die Route Napoleon ist eine sehr schöne und sehr alte Strecke. Unter diesem Oberbegriff bin ich sie vor über 30 Jahren gefahren.
Die allwissende Müllhalde hat da immerhin gute 10 Seiten zu dem Begriff, also ganz so erfolglos hätte die Suche nicht sein dürfen ;)

Mit Sicherheit eine lohnende Strecke. Landschaftlich hat man da wirklich alles dabei.

SabineBade
25.09.2010, 12:54
Hi,

Die Burg an Tag 2 zwischen Lanslebourg und Modane ist übrigens die Barrière d'Esseillon. Die aus fünf Festungsbauten bestehende Anlage, die wie ein riesiges tibetanisches Kloster wirkt, wurde zwischen 1819 und 1834, als die Maurienne wie ganz Savoyen noch zum Königreich Piemont-Sardinien gehörte, als Sperranlage errichtet. (Finanziert übrigens aus französischen Reparationszahlungen nach dem Sturz Napoleons.)

Gruß
Sabine

Torres
25.09.2010, 19:59
Danke für die Infromation. Das Hochladen der Bilder war soviel Arbeit, dass ich keine Zeit hatte, zu recherchieren. Uff, fertig. Der restliche Text fogt die Tage.

lina
26.09.2010, 00:22
Klasse, vielen Dank! Freu mich schon auf Teil 6! :D

Torres
26.09.2010, 16:01
So, mein Reisebericht ist fertig. Viel Spaß beim Lesen.

bergzwerg61
26.09.2010, 16:15
Vor allem fasziniert mich das Geröll unter den Felsen, es sieht so glatt aus wie eine Fläche.

...das sieht nur aus der Ferne so aus, wenn Du da lang gehen willst, bemerkst Du schnell den Unterschied ;-)

Schöner Bericht, gefällt mir. 5sterne