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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [RO] Unterwegs in den Südkarpaten: Parang, Capatanii und Fagaras



volx-wolf
16.09.2010, 22:55
Land: Rumänien
Reisezeit: Juli/August 2010
Region/Kontinent: Südeuropa

edit: Wer sich den Reisebericht lieber ausdruckt, der sei darauf hingewiesen, dass bei www.karpatenwilli.com der Reisebericht als pdf (http://www.karpatenwilli.com/Suedkarpaten.pdf) hochgeladen ist.

Nach vielen Reisen schreibe ich nun zum ersten Mal einen Reisebericht.
Ich hoffe er gefällt - für kreative und konstruktive Kritik bin ich offen.

Anfahrt
Am 22. Juli diesen Jahres war es endlich wieder soweit: Auf in die Karpaten.
Nachdem ich in den letzten beiden Jahren wegen Kindern und Arbeit nicht nach Rumänien gefahren bin, konnte ich mir nun 16 Tage arbeits- und kinderfrei aushandeln. Auf dieser siebten Tour ins für mich „heilige Land“ konnte ich meinen Bruder W. mit seinen holden 16 Jahren vom Computer weglocken und meinen Freund C. (24) vom Doppelkopf-Stammtisch überreden, mitzufahren.

Erstes Ziel in diesem Jahr war die Stadt Petrosani, von wo aus wir in das Paring-Gebirge wollten, eines der alpineren Karpatengebirge, allerdings nicht sehr groß. Von dort aus wollten wir in das Capatinii-Gebirge überwechseln und dann, soweit noch Zeit ist, zum Fagaras weiterziehen.

Karten für den Fagaras hatte ich noch vom Dimap-Verlag und für das Paring ließ ich sie mir zuschicken. Um dann allerdings festzustellen, dass sie nur die Gegend zwischen Petrosani und der gebirgsquerenden Straße Transalpina umfasst. Für das Capatinii scheinen keine Karten mehr käuflich erwerbbar zu sein. Nach längerer Recherche fand ich jemand, der sich die Mühe gemacht hat, alle Karten, die anno-dazu-mal in der Reihe „Muntii nostri“ erschienen sind, hochauflösend einzuscannen.
Im CopyShop druckten wir nun diese Scans sowohl für das Paring als auch das Capatinii-Gebirge in der Größe A1 sowie bunt und in Farbe aus und ließen sie mit 25µ-starker Folie laminieren. Zum Glück besitze ich einen 80l-Rucksack, in dem die eingerollten Karten neben dem 3-Mann-Zelt einen wunderbar geschützten Platz fanden.
Für das Paring-Gebirge hatten wir nun zwei Karten dabei: Eine aktuelle und eine ~25-jährige, dafür hatte letztere den Vorteil, dass sie die Umgebung bis Curmatura Oltetului umfasst, von wo aus dann die Capatinii-Karte anschloss. Genauso wenig aktuell, dafür aber immerhin überhaupt etwas in den Händen. Leider wurde damals vergessen, eine Maßstabsangabe aufzudrucken.

Die Fahrt war ganz traditionell mit der guten alten Eisenbahn, doch nun in der Luxusvariante „Schlafwagen“. Keine durchwachten Nächte mehr im Sitzwagen, keine Kamikaze-Fahrer von der Mitfahrgelegenheit und erst recht nicht tagelanges Daumenkühlen an der Autobahn.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_1.JPG
Im Schlafwagen nach Rumänien (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16456)

Nach München ging es schnell und zügig mit dem ICE, dort stiegen wir dann in den Schlafwagen nach Bukarest, den wir etwa 17 Stunden später in Simeria wieder verließen. Da wir einiges an Verspätung hatten, konnten wir auch hier erst einen späteren Zug nehmen, so dass wir erst gegen halb elf in Petrosani eintrafen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_2.JPG
Was wollte uns der Schriftkünstler hiermit sagen??? (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16457)

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Transit durch Ungarn ... es ist immer noch flach wie ein Holzbrett (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16458)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_5.JPG
Rumänien aus dem Zugfenster (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16460)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_4.JPG
Erste Berge! (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16459)

Diese Stadt haben wir ohne viel Federlesens schnell wieder verlassen: Der erste Taxifahrer, den wir fragten, bot an, uns für 10,-€ zum Hotel Rusu zu bringen. Dankbar nahmen wir an und schon ging es bergauf und hinein in das Paring. Gegen 23:00 Uhr erreichen wir das Hotel Rusu. Ab hier gilt offiziell dann ein Fahrverbot für Autos und der Weg bergauf ist nur mehr ein Feldweg. Da wir nicht im Hotel nächtigen wollen, aber auch nicht direkt davor unser Zelt aufschlagen wollen, ziehen wir los: Bergan in Richtung Cabana I.E.F.S

Es ist klarer Sternenhimmel, der Vollmond scheint und Thymian & Oregano duften. Die Wegzeichen sind sofort gefunden – endlich wieder auf dem roten Band unterwegs! Ganz klassisch rumänisch geht der Wanderweg auch den kürzesten, d.h. steilsten Weg: Immer unter der Seilbahn entlang. Nach einer Stunden sind stehen wir dann kurz vor der Siedlung, die inzwischen um die Cabana entstanden ist, und stellen das Zelt auf.

1. Tag

Morgens als wir aus dem Zelt klettern, geniessen wir den Ausblick und das Frühstück, dass uns von nun an die nächsten 16 Tage begleiten wird: Milchpulver, Schokomüsli und Kaffee bzw. wahlweise Tee. Ebenso wie auch die folgenden Urlaubstage bereite ich das Frühstück vor, bevor ich die beiden Jungspunde aus den Schlafsäcken bekommen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_6.JPG
Erster Morgen im Paring (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16461)

Frühstücken, Zelt einpacken und dann starten wir zum Paringul Mare, mit 2519 m der höchste Berg des Paring und der dritthöchste Berg Rumäniens. In der Cabana I.E.F.S lassen wir uns noch einmal die Wasserflaschen nachfüllen, dann steigen wir weiter ins Gebirge hinauf.

Leider macht sich nun die Fußsohle meines Bruders bemerkbar, die er sich zwei Tage vorher am Sprungbrett im Freibad aufgeschnitten hat. Nicht tief, dafür aber die komplette Länge zwischen Zehballen und Ferse. Die nächsten drei Tage wird es mit Wunddesinfektionsspay sauber gehalten und mit einer Kompresse und sowie Tape abgedeckt. Tatsächlich verheilt es dann irgendwann. Leider verdirbt es W. damit aber doch etwas die Freude am Wandern.

Der Kollege vom Doko-Stammtisch bemerkt nach einigen hundert Höhenmetern, dass sein Rucksack nicht richtig sitzt. Wir packen um, wir stellen im die Nackengurte enger. Nichts hilft so richtig, es zieht immer mehr im Nacken und schnürt ihm dann irgendwann auch die Schulterblätter ab.
Erst bei diesem Hinweis komme ich darauf, dass er vielleicht seinen Tragegurt lockern sollte, wenn der Rucksack so stramm sitzt. Dies ginge nicht, die hat er doch festgenäht. … Gut, so wird die die Näharbeit wieder rückgängig gemacht und danach ist der Tragekomfort doch um einiges höher.
Warum er diesen Tipp, den es irgendwo im Internet oder bei seinen Buni-Freunden gab, anwendete, ist mir bis heute ein Rätsel. Aber so waren wir um eine Erfahrung reicher: Nähe niemals Deine Rucksacktrageriemen fest!
Dass das Tragesystem eines von Miltec nachgebauten Armeerucksacks nicht wirklich komfortabel ist, begleitet uns aber noch den gesamten Urlaub.

So schufteten wir uns an diesem Tag erst den Cirja (2405 m) hoch, bevor es weiter zum Paring Mare geht. Es ist nun doch schon später am Tage, als eingeplant. Aber die Gesamtfitness der Gruppe kann halt, wenn man nicht in einer Gegend wohnt und vorher nicht gemeinsam unterwegs gewesen ist, erst „on tour“ getestet werden. Kurz vor dem Cirja in der Nähe der Schutzhütte gibt es Mittagessen: Knäckebrot und Speck. Eine Kombination, die sich gut bewährt hat.

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Auf dem Weg zum Paringul Mare (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16462)

Ab diesem Zeitpunkt zieht es leider immer mehr zu und in der Ferne ist auch erstes Gewittergrollen zu hören. So treibe ich meine Wanderkollegen etwas an, da ich keine Lust habe, ein Gewitter-Notbiwak irgendwo auf dem Berg zu machen, sondern gerne noch bis zum Lacul Mindra unterhalb und etwas nord-westlich des Paring Mare kommen möchte. Beliebt mache ich ich damit aber nicht unbedingt.

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Blick zurück (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16463)

Irgendwann stehen wir dann tatsächlich auf dem Berg, geniessen Bananenchips und die Aussicht, soweit es im aufwallenden Nebel möglich ist, bevor es im Eiltempo bergab geht.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_9.JPG
Auf dem Paringul Mare (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16464)

Am Sattel Gruiu ist dann aber endgültig die Puste raus. Den Abstieg von 200m zum See verweigern die beiden Wanderkumpanen, insbesondere da auf dem Sattel schon eine Zeltstelle hergerichtet ist. Mein Hinweis auf die exponierte Lage bei dem aufziehenden Gewitter kommt leider wegen der müden Beine und schmerzenden Füsse kein Gehör.

So erbarme ich mich und steige allein zum See, um Wasser für das Abendessen zu holen. Bei der Gelegenheit wasche ich mich nach der langen Zugfahrt und dem ersten Wandertag ausführlich und horche dabei auf das Donnergrummeln. Oben am Sattel wieder angekommen wird noch Abendessen gekocht, ein paar Runden Skat gespielt und Tee getrunken, danach geht es ins Bett. Zwischenzeitlich begrüßen wir noch zwei andere Wandersleut, die aber noch zum See absteigen.

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Still ruht der See ... Lacul Mindra (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16465)

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Blick vom Lacul Mindra hinauf zum Sattel Gruiul (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16466)

Pünktlich zum Einschlafen legt auch das Gewitter los. Etwa zwei Stunden später gegen 23:00 Uhr halten wir es im Zelt nicht mehr aus. Mittlerweile ist es mehrmals nur einige hunder Meter entfernt in den Paringul Mare eingeschlagen, ebenso in den See unterhalb. Das drei Meter neben unserem Zelt ein eiserner Wegweiser steht, gibt uns auch nicht gerade mehr Sicherheit. Vor lauter Elektrizität in der Luft stehen die Haare zu Berge.

So ziehen wir die Regensachen an und steigen im strömenden Regen, bei kräftigen Gewitterblitzen und Donnergrollen die 200m zum See hinab. Leider habe wir nur eine Taschenlampe im Durcheinander gefunden, so dass der Abstieg etwas länger dauert. Unten angekommen kriechen wir unter die großen Steinbrocken, die durch andere Wetter- und Witterungsereignisse en masse im Tal liegen.
Nach einiger Zeit beginnt W. allerdings aufgrund fehlener Unterbekleidung zu zittern und zu bibern. So klopfe bei den beiden Wandersleut am Zelt an und bitte für ihn um Obdach. Sie rutschen in ihrer Dackelhütte zusammen, geben ihm trockene Kleidung und Unterkunft. C. Und ich ziehen uns wieder unter die Steine zurück. Gegen zwei Uhr sind auch wir dann endgültig durchgeweicht und -gefroren. Das Gewitter ist inzwischen etwas weitergezogen, aber immer noch beeindrucken uns die Blitze und das Donnergrollen runterherum. So holen wir W. aus dem Zelt der beiden rumänischen Ungarn und erhalten zusammen mit ihm noch 300 ml von Opas gutem Selbstgebrannten. Die anderen 200 ml sind schon die Kehlen der drei heruntergflossen, um aufzuwärmen und aufzulockern. Den Gesprächen und Gelächter, das aus dem Zelt erschall, waren die drei aber durchaus gut vergnügt. Nun steigen wir wieder zu unserem Zelt auf und verkriechen uns in unsere Schlafsäcke.

Leider zeigt sich nun, das auch klitzekleine Senken bei Gewittergüssen mit Wasser volllaufen können. Doch zum Glück gibt es außer etwas feuchten Thermarest-Matten, da das Wasser zwischen Unterplane und Zeltboden gelaufen ist, keinen nennenswerten Wasserschäden. Dafür aber ausreichend Schlamm im Vorzelt. Doch das ist uns in diesem Moment erst einmal egal. Eingerollt, auf den Donner gelauscht und eingeschlafen...


Weiter geht es, sobald ich wieder Zeit finde:-?

Gassan
17.09.2010, 00:17
ja sehr schön. Weiter als bis zum Rotenrurmpass bin ich nie gekommen, da les ich gerne was von einer mir neuen Region.

Freu mich schon auf den nächsten Teil.

Zz
17.09.2010, 03:20
Danke, da werden Erinnerungen wach, an die Karpaten/Paring und die Gewitter :bg:.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Dustin
18.09.2010, 17:43
Wunderbarer Reisebericht.
Will mehr:bg:

volx-wolf
18.09.2010, 22:42
Vielen Dank für die Blumen. Dann gebe ich hier einmal die nächsten beiden Tage wieder.


2. Tag
Morgens sieht die Welt wieder in Ordnung aus. W. wird allerdings noch 2 Tage brauchen, um den Gewitter-Schock zu verarbeiten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Parang_2010_13.JPG
Morgendlicher Ausblick: Ach wie schön ist Panama Rumänien (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16611)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Parang_2010_14.JPG
Morgendlicher Ausblick II (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16612)

Während C. noch einmal zum See hinabsteigt, um Trinkwasser zu holen, sich zu waschen und den beiden Ungarn die ausgeliehenen Dinge (außer Opas Bestem, der uns noch bis in den Fagaras begleiten wird) zurückzubringen, b(e)reiten wir beiden anderen Matten und Schlafsäcke zum Trocken aus und das Frühstück vor. Nach Schokomüsli und Kaffee wir das Zelt abgebaut, ein letztes Winken in das Tal und weiter geht es.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Parang_2010_12.JPG
Morgendlicher Blick auf den Lacul Mindra.
(Der rote Fleck ist das Zelt der beiden nächtlichen Helfer) (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16610)

Das heutige Tagesziel ist kürzer gesteckt, da wir zum einen von der dritten kurzen Nacht in Folge nun doch etwas müde sind. Auch der starke Aufstieg des Vortages fordert seinen Tribut. Die Wettervorhersage ist zudem auch nicht die beste. Bis ins Tal des Lacul Cilcescu soll es gehen.

Pünktlich zum Aufbruch zieht dann auch der Nebel auf. Die erste Zeit reißt es immer noch einmal auf. Doch bald laufen wir kontinuierlich in der dicken Suppe und die Aussicht beschränkt sich auf wenige Meter. Irgendwann setzt dann auch ein Nieselregen ein, der bis abends anhält.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Paring_2010_16.JPG
Berge im Nebel I (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16614)

Aber auch wenn das Wetter nicht so mitspielt, wie wir es uns bei der Planung erträumten - es ist wunderbar wieder unterwegs zu sein. Das Laufen tut gut, abseits jeglichen Alltags- und Arbeitsstresses. Ruhe herrscht! Und sobald der Wolkennebel nur ein wenig Sicht erlaubt, sehen wir, in welch wunderbaren Landschaft wir unterwegs sind.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Parang_2010_15.JPG
Berge im Nebel II (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16613)

Aufgrund des Nebels verlieren wir auch zweimal den Weg. Hier, hinter dem Paringul Mare, wo keine Tagestouristen mehr unterwegs sind, ist die Auszeichnung zwar noch ausreichend gut. Aber der Wanderweg hat sich zu einem kleinen Pfad verringert. Den breit ausgetretenen Weg haben wir seit gestern Nachmittag hinter uns gelassen. Ebenso wie auch die anderen Menschen. Gestern gab es noch einige Tagestouristen, zumindest bis zum Cirja. Andere Langstreckentouristen sahen wir außer abends nicht. Heute begegnen unsnur zwei Hirten.

Kurze Tagesstrecke und wenig Verweilpausen, da es im kühl-feuchten Nebel bei geringer Aussicht wenig verlockend ist zu Rasten. So erreichen wir schon gegen 16:00 Uhr unser Tagesziel, den Sattel Piatra Taiata, wo wir den Kammweg verlassen und ins Tal hinabsteigen.

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Blick zum Sattel Piatra Taiata (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16615)

Wir steigen nicht weit in das Tal hinab, sondern bleiben auf Höhe der beiden kleinen, unbenannten Seen. Da die Gegend ziemlich morastig ist, braucht es eine Zeit, bis wir einen Rastplatz finden. Doch dann drohnen wir, einer Burg gleich auf einer kleinen Anhöhe zwischen den Seen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Paring_2010_19.JPG
My home is my castle (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16617)

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Lacul Cilcescu (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16616)

Angenehmerweise beschließt der Regen sich für den Abend zurückzuziehen, so dass wir das Zelt in Ruhe aufbauen können. Und so können wir den Abend in Ruhe und zumindest ohne Feuchtigkeit von oben genießen. Nachts plattert es allerdings wieder kräftig.
Der Abend geht mit Zeltaufbau, ausruhen, essen, einigen Skatrunden und zeitigem zu Bett-Gehen schnell herum.


3. Tag
Der Morgen ist glücklicherweise wieder regenfrei, wenn auch noch immer bewölkt. Aber so können wir wenigstens die Aussicht in diesem wunderschönen, menschenverlassenem Tal beim morgendlichen Müsli geniessen.

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Der Autor beim morgendlichen Kaffee & Müsli (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16618)

Währenddessen laufen unterhalb unsere Anhöhe drei Tagestouristen vorbei und beginnen mit dem Aufstieg zum Sattel Piatra Taiata. Etwa anderthalb Stunden, nachdem wir gepackt haben und selbst wieder auf den Sattel gestiegen sind, kommen die drei uns aus Richtung der Transalpina entgegen. Diese Straße wollen wir heute erreichen und - je nach Wetterlage - queren, um ins Capatanii-Gebirge zu gelangen oder ihr folgend in das Skiresort Rinca abzusteigen.
Die drei Rumänen verblüffen uns nun gleich zweimal.
Zum einen Fragen sie uns, ob wir eine Karte der Gegend besitzen, in die sie gerne einen Blick werfen wollen. Eigentlich wollten sie zum Paringul Mare wandern, hatten aber den Eindruck, dem roten Band in die falsche Richtung gefolgt zu sein. Diese Frage ist schnell beantwortet: JA!
Wie, bitte, kann man ohne Karte aufbrechen? Aber es werden nicht die einzigen sein, die uns in diesem Urlaub um einen Blich auf unsere Karten bitten werden.

Zum anderen fängt der eine nun an, einen unteren Teil seines T-Shirts abzuschneiden. Was bitte schön wird das denn? Die Erklärung wird schnell gegeben: Er hat ein schmerzendes Knie und möchte sich aus dem T-Shirtstreifen einen Stützverband binden. Über unsere Elastikbinde freut er sich sehr, bietet sie seinem schmerzendem Knie doch mehr Halt. Nun muß er allerdings bauchfrei durch das Gebirge laufen. Außer einer Windjacke hat er nicht mehr Bekleidung dabei.

Sicherlich nicht sehr angenehm, denn inzwischen ist es wieder zugezogen und der Nieselregen hat wieder eingesetzt. Wir lassen sie auf dem Sattel zurück, wandern weiter und haben sie wegen des Nebels bald aus den Augen verloren. Hoffentlich haben sie sich entschieden, wieder abzusteigen und auf den Paringul Mare zu verzichten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Paring_2010_21.JPG
Rückblick ins Tal - auf der Anhöhe mittig im Bild haben wir gezeltet (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16619)

Für uns wird der Tag auch immer ungemütlicher. Der Regen setzt kaum noch aus, dafür bekommen wir auch noch Wind. Die als grandios beschriebene Aussicht auf dem Satea Mare (2365 m) entfällt: Die 10 m kommen nicht in die Wertung.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Paring_2010_22.JPG
Der Nebel vor dem Regen danach (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/16620)

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Transalpina. Inzwischen strömt der Regen und so entscheiden wir uns, nach Rinca abzusteigen. Erst einmal geht es aber noch einmal bergauf zu Urdele (2228 m), danach stetig bergab. Mitterweile sind wir auch durchgeweicht. Die Schuhe haben die Wasserdichtigkeit durch das stundenlange Laufen im nassen Gras schon länger aufgegeben.

Wegen des strömenden Regens packe ich die Kamera auch nicht mehr aus. Zu sehen gibt es sowieso wenig. Im Regen wird das Gehen auch zur meditativen Angelegenheit, bei der sich jeder in sich selbst zurückzieht und wir so vor uns hin trotten.

Unsere Hoffnung, auf der Straße eine Mitfahrgelegenheit zu finden, zerschlägt sich mit der Zeit. Es gibt zwar einigen Verkehr, doch der besteht vorrangig aus Baustellen-LKWs. Die Transaplina wird asphaltiert. Nur noch wenige hundert Meter sind Schotterstraße. Die Bilder, die wir uns vorab bei Google Earth anschauten sind, obwohl nur ein oder zwei Jahre alt, kräftig überholt.

Als wir Rinca dann erreichen, wissen wir auch, warum so wenig sonstiger Verkehr unterwegs war: Die Straße war wegen der Bauarbeiten (eigentlich) gesperrt.

Auch Rinca hat sich gegenüber den Erwartungen, die ich aufgrund der Karte aus den 80ern hatte, deutlich vergrößert. Es sind viele, viele Neubauten entstanden, anscheinend wurde/wird Rinca zum Wintersportort entwickelt.

Wir sind klatternass und müde. Die letzten Stunden sind wir sehr zügig und fast ohne Pause gewandert. So stoppen wir am ersten Hotel am Dorfeingang. Nagelneu gebaut und den Eindruck erweckend, dass wir es uns eigentlich nicht leisten möchten. So gehe ich erst einmal alleine ins Hotel. Um die Lage zu checken und die Inhaber nicht sofort zu erschrecken.
Ein älterer Herr empfängt mich, der gebrochen Englisch spricht. Ich frage nach einem Zimmer für drei Leute.
Er zweigt mir ein Doppelzimmer: Alles funkelt noch wie frisch ausgepackt, es gibt Dusche, heißes Wasser, Heizung und TV. Das Zimmer soll 100 Lei pro Nacht (~ 25,-€) kosten.
Pro Person?
Nein, insgesamt.

Als ich noch einmal nach einem Zimmer für drei Menschen frage, möchte er wissen, wie alt wir denn sind. Zwei Erwachsene und ein Teenager. Ja, dann könnten wir doch auch zu drittt in dem Doppelbet schlafen, in dem wir uns z.B. für quer hinein legen.
Für 100 Lei?
Ja!
Abgemacht!

Als wir dann zu dritt ins das Hotel stampfen, werden wir trotz, dass wir vor Wasser und Schlamm triefen und de "Teenager" sich als ein nicht gerade kleiner und/oder hagerer Kerl entpuppt, freundlichst empfangen.
Regenjacken, -hosen und Überzüge werden in den Heizungskeller zum trocknen gebracht. Die Schuhe mögen wir aber bitte an der Eingangstür ausziehen, zum Zimmer tragen und dort, ebenso wie die Rucksäcke auf dem Balkon lagern.

Es ist wunderbar. Dieser freundliche Empfang, das warme Zimmer und die nun folgende heiße Dusche. Danach werden unsere feuchten Sachen im Zimmer drappiert, damit sie wieder trocknen.
Leider waren meine Hinweise beim Packen, dass alles im Rucksack nochmals in Plastiktüten verpackt werden soll, nicht richtig angekommen („Ja, aber der Schlafsack hat doch schon eine Hülle“ - dito für Matte und diverses Klamotten), so dass es einiges zu trocknen gibt.

Anschließend geht es ins hauseigene Restaurant. Außer uns ist nur noch eine Familie mit zwei kleinen Kindern im Hotel anwesend. Ob sie nun aber Gäste sind oder zur Besitzerfamilie gehören, erschließt sich uns nicht ganz.

Frittierte Kartoffelspalten, Schnitzel, Krautsalat und Bier – frisch, kräftigend und es ist kein Essen aus der Tüte. Wir sind's zufrieden und zahlen dafür auch 90,- Lei. Irgendwie müssen wir den Zimmerpreis ja wieder ausgleichen.


Auf dem Zimmer gibt es dann den obligatorischen Abendskat, diesmal mit Beschallung durch rumänische und ukrainische Musiksender.

Schlafen!
(Der "Teenager" w. muß allerdings im Schlafsack auf den Boden:)

Zz
20.09.2010, 04:50
Leider waren all die Karten von Rumänien Gold - STAUB und ich kann Deinen Reisen nur noch in meinem Kopf folgen, danke!

volx-wolf
20.09.2010, 08:40
Wenn Du meine Route auf der Karte verfolgen willst, so wirf doch einmal die Google Bildersuche mit dem Stichwort "Paring" bzw. "Capatinii"/"Capatanii" an. Das dürften auch in etwa die Karten sein, die Du damals hattest (z.B. die Karten bei Landstreicher (http://www.land-streicher.de/muntii_nostri_dateien/muntii_paring_klein.jpg)).
Und dann sind wir immer dem Roten Band gefolgt.
Zumindest war es der Plan, bis wir in das Capatinii kamen. Dazu aber bald mehr & ausführlich.

Alexandra
20.09.2010, 16:42
Ein schöner Bericht. Die Bilder erinnern mich an die Bergwelt der Hohen Tauern in Österreich: solche Kare und Seen gibt es auch dort. In Rumänien bin ich leider noch nicht gewesen.

Viele liebe Grüße,

Alex

Zz
21.09.2010, 15:13
Hallo volx-wolf, ich habe mal auf den Karten link geklickt und die Seilbahn gefunden, danke. Die einzige Erinnerung ist die Seilbahn....denn ich war auf dem Weg nach Petosani und die Leute hatten mir unterwegs gesagt, dann und dann fährt die letzte Bahn, die habe ich auch noch bekommen. Ich war der letzte und einzige Gast. Auf ca. der halben Strecke ruckelte die Seilbahn plötzlich und das war es dann auch, Feierabend, Stromausfall?? Die Fahrt war zu Ende und ich richtete mich auch schon auf eine Nacht in der Höhe ein, neben mir saß mein Rucksack. Zum Glück ging es irgendwann weiter und ich weiß nicht mehr, wo ich am Erdboden geschlafen habe.
Wanderkarten hatte ich keine, dafür die mündliche Ermunterung von drei Rumänen am Lacul Cindrel. Ich bin von Platinis übers Cindrel, Lotru, Paring einfach geradeaus nach Petrosani gelaufen. Den Weg habe ich mir ganz genau eingeprägt. Später hatte ich eine richtig gute Papierkarte vom Paring, wie gesagt hatte...Es gibt aber noch einige russische Blätter von anderen Ecken, falls Du mal Bedarf hast. So, ich freue mich auf das weiterlesen Deines Berichtes, Z

Dustin
23.09.2010, 17:21
Weiterschreiben:grrr:
Sofort:bg:

volx-wolf
23.09.2010, 23:05
Danke für die aufmunternden Worte. Dann mache ich auch gerne mal weiter...

4. Tag
Pausetag.
Zum einen müssen die Sachen trocknen, zum anderen regnet es draußen in Strömen. Bei so einem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür.
Obwohl: Die rumänischen Hunde kommen gar nicht erst ins Haus.

Wir verbringen den Tag mit ausschlafen, Skat spielen, quatschen und essen. Nebenbei erkunden wir die ukrainischen und rumänischen Musikcharts in dem wir alle sechs Musiksender hoch- und runter zappen.

Abends geht es wieder ins hauseigene Restaurant. Da die Auswahl sowieso nur zwischen Schweine- und Geflüpgelschnitzel mit fritierten Kartoffeln und Krautsalat besteht, bestellen wir uns wieder das Gericht vom Vorabend.
Allerdings ist heute der Hausvater nicht anwesend, so dass wir mit der Hausmutter (75 Jahre) ins Gespräch kommen. Da sie allerdings kein Englisch spricht, haben wir viel Spaß beim gegenseitigen Gesten erraten.

Jedenfalls schließt sie uns so sehr ins Herz, dass sie für jeden von uns zwei große Eierkuchen backt und dick mit Blaubeermarmeladen bestreicht. Zudem beharrt sie darauf, dass diese ein Geschenk sind und auf keinen Fall bezahlt werden sollen.

Kassiert wird heute von der Köchin (Tochter?) und so können wir doch ein kleines Trinkgeld loswerden. Gestern scheiterte es an dem Hausherren, der uns deutlich darauf hinwies, dass er kein Angestellter sei, sondern Besitzer des Hotels. Wir seien seine Gäste und Trinkgeld sei unangemessen. Auch gut. Heute Abend freut sich die Köchin über das kleine Zubrot. Und Oma ist sowieso begeistert von uns.

In den Abendnachrichten, die wir im Restaurantfernseher verfolgen, sehen wir, dass es wieder einmal Überschwemmungen in Rumänien gibt. Der Wetterbericht gibt glücklicherweise aus, dass es besser werden soll. Was uns auch noch einmal bestätigt wird.

Wir packen soweit wie es möglich ist, wollen wir am nächsten Tag doch zeitig aufbrechen, um soweit wie möglich zu kommen, bevor der nachmittägliche Regen einsetzt. Danach gibt es wieder rumänische Charts und Skat, dann geht’s ins Bett.


5. Tag
Wir stehen zeitig auf, packen die restlichen Dinge ein und genehmigen uns wieder einmal Schokomüsli aus dem Blechnapf. Danach verabschieden wir uns von den beiden Frauen. Die Hausmutter versichert uns noch einmal, dass der Regen aufhört, wünscht uns viel Glück und hat für jeden auch noch einen Schmatzer auf die Wange parat. So freundlich verabschiedet, geht es fröhlich beschwingt hinaus zur Tür.

Erst einmal heißt es, wieder bis auf den Pass aufzusteigen. Je höher wir kommen, desto deutlicher wird, dass das Tief der vorhergehenden Tage noch nicht völlig aus den Bergen verschwunden ist. Wir sehen schon von unten, dass die Gipfel noch in den Wolken liegen. Mit jeden Höhenmeter nimmt auch der Wind zu. Gleichzeitig weht er aber auch die Wolken hinweg, so dass wir eine herrliche Aussicht bekommen und feststellen können, was wir zwei Tage zuvor im Regenwetter alles nicht sehen konnten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_23.JPG
Neu erbaute Transalpina (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17051)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_24.JPG
Blick zurück auf Rinca und W. beim Luft holen.
as gelbe Haus vorne rechts war unser Hotel "Cabana Rinca". (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17052)

Wir folgen der Transalpina bis auf den Kamm. Dort zweigt dann wieder das Rote Band in Richtung Osten ab. Die Berge sind zunehmend weniger alpin, wie auch die Karte es ausgezeichnet. Das Carpatanii ist dann mit etwa 1800 bis 2000 m und geschwungenen, grünen Bergrücken eher ein Mittelgebirge. Zudem sind hier der Karte nach und auch den Bildern auf Google Earth zufolge, sehr viele Schäfer unterwegs, was breitere Pfade und Wege auf dem Kamm zur Folge hat.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_capatanii_2010_25.JPG
Auf, auf in Richtung Capatinii (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17053)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_capatanii_2010_26.JPG
Blick zurück in Richtung Transalpina (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17054)

Außerdem sind nun keine große Aufstiege mehr vor uns. Jeder nächste Gipfel wird nun nicht mehr höher als der vorherrige sein. Wir kommen gut vorwärts und rechnen damit, unser anvisiertes Tagesziel, die große Schäferei Curmatura Oltetului zu erreichen.

Unterwegs treffen wir mehrere Schäfer mit ihren Herden. Einziges Problem ist, dass uns seit dem Abschied vom Hotel vier Hunde folgen. Sie lassen sich nicht verjagen, ziehen aber die Hirtenhunde an. Zum Glück halten sie soviel Abstand zu uns, dass wir von den Hirtenhunden nicht beachtet werden und ruhig unseren Weg gehen könne. Auch rufen die Schäfer schnell die Hunde zurück.

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Blickfang Schafherde (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17055)


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Was für Aussichten! (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17057)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_28.JPG
Auf breiten Wegen läuft es sich leicht (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17056)

Im Laufe des Tages wird der Wind aber immer stärker und auch die Wolkendichte erhöht sich stark. Gegen Mittag scheint wieder starker Regen aufzuziehen, so dass wir das Außenzelt aufstellen und darin rasten. Eigentlich wollen wir darin abwettern, aber der Regen lässt auf sich warten.

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Ausblick genießen... (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17058)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumanien_Capatanii_2010_30.JPG
...dann senken sich Wolken auf die Häupter... (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17061)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_32.JPG
...und es zieht kräftig zu. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17059)





So verpacken wir nach einer Stunde das Zelt und ziehen weiter. Der Wind ist aber mittlerweile so stark, dass wir den direkten Aufstieg auf den Micaia, der sehr steil ist und direkt an einem steilen Abhang erfolgt vermeiden wollen. Durch den Wind den Tritt zu verlieren und dann den Abhang hinunter zu segeln, ist uns doch zu riskant.

Laut der Karte sollen der Hirtenweg später in einen anderen Weg münden, der dann wieder auf den Roten-Band-Wanderweg kommt. Soweit die Theorie. Leider liegen doch mindestens 25 Jahre zwischen Kartenentstehung und heutiger Realität. Der zweite Hirtenweg kommt und kommt nicht. Als dann klar ist, dass unsere Karte an Aktualität eingebüßt hat, steigen wir „von hinten“ auf den Micaia (2170 m). Oben ist die Sicht nun auf weniger als 5 Meter eingeschränkt und der Wind wandelt sich zum Sturm.
Aufrecht zu gehen wird schwierig, wir müssen uns richtig in den Wind legen, um vorwärts zu kommen. Zwei Lerchen, die wir aufscheuchen, werden schon bei einer Flughöhe von 30 cm abgetrieben und verweht.

Nach langem Suchen finden wir eine rote Markierung, aber leider keine zweite, die uns zeigt, wo der Abstieg wäre. Wir suchen und suchen. Immer entlang des steilen Abhang, der meistens eine Steilwand ist. Aber es gibt keinen Weg, der gangbar erscheint. Bis wir wieder dort stehen, von wo wir aufgestiegen sind. Also wieder zurück auf den Gipfel und eine zweiter Versuch. Der Regen, der einsetzt, macht die Suche auch nicht leichter. Auf der Karte scheint die Lösng so nahe zu liegen, hier oben im Regen und Sturm ist sie weit weg.

Auf einen dritten Versuch verzichten wir. Vor allem W. fehlt inzwischen die Kraft, noch länger herumzustiefeln. So stiegen wir wieder auf bekanntem Wege ab.
Hundert Höhenmeter weiter unten ist der Sturm dann wieder abgeflaut. Unten suche ich einen Weg um den Berg herum. Aber es gibt nichts, dass ich den Jungs bei diesem Wetter, um dieser Zeit und ihrer fehlenden Kraft zumuten will. Leider gibt es auch keine wirklich gerade Stelle für das Zelt und vor allen Dingen besitzen wir nur noch einen halben Liter Wasser und haben keine Quelle.

Wir gehen in dorthin, wo wir vorher einen Hirten mit seiner Herde im Wald verschwinden sahen. Am Waldrand haben sie meistens ihre Nachtpferche und Hütten. Dort wird es auf jeden Fall Wasser geben und vielleicht auch eine gerade Stelle zum Zelten. Ich brüte noch einmal über der Karte, dann sehe ich eine Lösung, denn auf den Berg bekomme ich die Jungs nicht mehr: Die Hirtenhütten sind aber zur Versorgung meistens per Weg ins Tal verbunden. So frage ich die Schäfer, die gerade beim Melken sind. Tatsächlich, es gibt eine Weg hinunter, der dann auf den Weg nach Malaia führt. Die Hüttenumgebung ist allerdings so von achselhohem Ampfer umwuchert und durch den Regen und die Schafe sehr verschlammt und zugesch..., dass wir beschliessen, hinabzusteigen und uns weiter unten einen Schlafplatz zu suchen.

Die Entscheidung, eine Etappe säter noch einmal in das Capatinii aufzusteigen oder aber schon in den Fagaras weiterzuziehen, wird auf den nächsten Tag verschoben. Nun gibt es auch etliche Quellen, so dass wir uns satt trinken können und auch gleich noch einen späten Nachmittagssnack zu uns nehmen.

Unterhalb der Hütte ist wieder einmal Kahlschlaggegen. So etwas habe ich schon verschiedenen Gebirgen in Rumänien gesehen. Die jährlichen zwei bis drei größeren Überschwemmungen wundern mich nicht. Ich frage mich nur, wieviel Tote es noch geben muß, bis die rumänische Regierung vernünftige Abholz- und Nachpflanzungenregelungen erläßt bzw. diese entsprechend umsetzt und kontrolliert.

Wir rutschen den Weg hinunter, der nun zum Holzrücken dient und mehr als knöchelhoch aus Schlamm besteht. Dreimal furten wir auf unserem Weg hinab den gleichen Bach. Er ist zum Glück nicht tiefer als einen halben Meter, aber aufgrund des Regens sehr, sehr schnell. Wir finden aber immer Stellen, an denen wir uns Trittsteine legen können, so dass wir ohne nasse Hosen hinüber kommen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_33.JPG
Auf schlammigen Wegen bergab (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17060)

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir dann den Forstweg im Tal am westlichen Ende des Lacul Petrimanu. Neben den Holzstapeln machen wir ein kurze Verschnaufpause. In diesem Moment kommt ein großer leerer Holztransporter daher. Wir nutzen die Chance und fragen, ob er denn tatsächlich heute noch in Richtung Malaia fährt und er Platz für uns hätte. Die Antwort fällt positiv aus. Allerdings sollen wir uns noch drei Stunden gedulden, denn muss beladen werden.

So entzünden wir ein Feuer und kochen Kaffee. Gegen halb elf sind dann sowohl der Transporter als auch der Hänger (über-)laden. Unsere Rucksäcke werden zwischen Verladekran und Holzstämme geklemmt, wir selbst dürfen aber in die Fahrerkabine. Der Beifahrer, C. und ich quetschen uns auf die Liege. W. darf luxuriös auf dem Beifahrersitz thronen. Damit es nicht zu sehr verschlammt, haben wir unsere Wanderstiefel ausgezogen, was aber der Fahrerkabine eine interessante Duftnote gibt.

Der Forstweg ist ausgesprochen schmal, links geht es steil hinunter in den See, rechts sind steile Felswände. Gespannt warten wir, wie der große LKW samt Anhänger diesen Weg fahren will. Bis zu dem Zeitpunkt, wo sich Fahrer und Beifahrer mehrmals und kräftig bekreuzigen, waren wir noch relaxed, denn immerhin fahren sie den Weg täglich. Nun schlucken wir doch.

Dann geht es los – im Schritttempo. Immer wieder schiebt sich die Fahrerkabine weit über den Abgrund hinaus, damit der Bogen für die nächste Rechtskurve weit genug ist, damit auch der Anhänger folgen kann. Zudem ist es seit einer Stunde auch schon stockdunkel und es nieselt noch immer. Die vielen, nicht gerade kleinen, Schlaglöcher bringen den Transporter zusätzlich immer wieder kräftig ins schaukeln. Die Schwingungen sind beeindruckend. Während für uns dies Aufregung ausreichend ist, schaltet der Beifahrer die Innenbeleuchtung an, um zusammen mit dem Fahrer – immer wenn er einen Blick frei hat – die Papiere für die Holzlieferungen des Tages durchzusehen.

Glücklicherweise wird der Weg nach und nach besser. Ab der Staumauer ist er dann auch, mehr schlecht als recht, befestigt und ab Ciungetu asphaltiert.
Als dann die kleine Straße auf die DN 7a mündet, wird gestoppt. Der Fahrer muss nach Malaia, der Beifahrer hat seinen Jeep hier stehen, denn wer wohnt in Voineasa.

Unterkunft in Malaia? Ja, es gibt wohl Pensionen, die sind nun aber zu. Immerhin ist es schon nach Mitternacht. In Voineasa gibt es aber ein Hotel, dass uns noch aufnehmen könnte. Er würde uns auch hinfahren.
Gut, bevor wir ein Risiko eingehen. Wir sind schrecklich müde und haben wenig Lust im Dunklen und im Nieselregen, dass Zelt noch aufbauen zu müssen.

Es gibt ein großes Danke an den LKW-Fahrer, dann quetschen wir uns mit den Rucksäcken in den Jeep. Denn leider ist der Kofferraum schon voll. Unterwegs wird fleissig telefoniert. Dann fährt er uns tatsächlich nicht nur bis nach Voineasa sondern noch bergauf bis vor das Hotel. Damit ist es aber mit der Gastfreundschaft noch nicht zu Ende. Die Telefonate dienten dazu, die Rezeption auf unsere Ankunft vorzubereiten. Er checkt uns ein und bringt uns noch bis aufs Zimmer.

Die Gastfreundschaft der Rumänien ist doch immer wieder überraschend. Was bringt einen Holztransporteur dazu, drei wildfremde Männer nachts durch die Gegend zu fahren, ins Hotel zu bringen und ihnen beim Einchecken zu helfen? Er geht erst wieder, als er sieht, dass wir nun vernünftig untergebracht sind. Immerhin ist es nun fast 1:00 Uhr!
Auch das leckere Eierkuchen-Geschenk des Vortages ist so ein Beispiel.

Der Preis beträgt nun 130,-Lei, dafür gibt es aber auch drei Betten. Das Hotel ist ein riesiger Komplex aus Ceausescu-Zeiten, seitdem wurde augenscheinlich auch nicht mehr renoviert. Es ist zwar sauber, dafür aber wirklich absolut zerschlissen. Warmes Wasser gibt es auch nicht. So duschen C. und ich eben kalt. Dann geht es schnell ins Bett - morgen ist ein neuer Tag.

So, ich gehe jetzt auch schlafen. Weiter geht's, wenn ich wieder zeit finde.

volx-wolf
24.09.2010, 08:47
Wer auf die Karte schauen will, auch zum Capatinii gibt es bei Landstreicher eine Karte: klick (http://www.land-streicher.de/muntii_nostri_dateien/muntii_capatinii_klein.jpg).

volx-wolf
24.09.2010, 09:06
Noch eine Anmerkung zur Schreibweise der Gebirge:

Es gibt sie jeweils in verschiedenen Schreibweisen:

Căpățânii – Căpăţânei - Căpățînii

Parîng - Parâng

Der Laut â wird im Rumänischen aber genauso ausgesprochen wie î.
In etwa wie eine Mischung aus ü und ie.
Die Unterschiede in der Schreibweise liegen irgendwo tiefen Sprachhistorie (hier auf Seite 8 (http://www.sprachensteckbriefe.at/fileadmin/sprachensteckbriefe/pdf/Sprachensteckbrief_Rumaenisch.pdf), oder hier, allerdings wirkt es wie aus Babelfish übersetzt (http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/de/Romanian_alphabet#.C3.8E_and_.C3.82)). Auf jeden Fall werden beide Buchstaben, insbesondere wenn man noch auf altes Kartenmaterial zurückgreift, parallel verwendet.

Im Deutschen hat sich dadurch allerdings sowohl die Schreibweise Parang als auch Paring bzw. Capatanii und Capatinii eingebürgert.
Wobei erstere dann zu einer falschen Aussprache des Gebirgsnamens verleidet. Deswegen habe ich nun auch, soweit möglich in meinem Beitrag alle Namen auf Paring und Capatinii abgeändert. Im Titel geht es leider nicht mehr (oder ein Mod übernimmt ?!?).

Gassan
24.09.2010, 09:37
[OT]

Unterhalb der Hütte ist wieder einmal Kahlschlaggegen. So etwas habe ich schon verschiedenen Gebirgen in Rumänien gesehen. Die jährlichen zwei bis drei größeren Überschwemmungen wundern mich nicht. Ich frage mich nur, wieviel Tote es noch geben muß, bis die rumänische Regierung vernünftige Abholz- und Nachpflanzungenregelungen erläßt bzw. diese entsprechend umsetzt und kontrolliert.



Ja den selben scheiss machen sie auch am Lacul Pecineagu, zwischen Fagaras und muntii Iezeru-papusa.
Ein ganzer Hang, komplett kahl.
Und solang korrupte Geldgeile Verbrecher im Land das sagen haben wird sich das nicht ändern.

Interessanterweise scheint sich das aber auf einige Gebiete mehr zu konzentrieren als auf andere. Die Muntii Persanii aus meinem Reiserbericht sind halbwegs davon verschont. Auch wenn im Zeidner Wald ebenfalls ein Kahlschlag gemacht wurde. Jedoch recht klein. Aber vielleicht kommts ja auch noch dort hin.

volx-wolf
24.09.2010, 09:52
Es waren im Capatinii noch relativ kleine Flächen. Aber mit der Zeit wird es wohl zunehmen.

Die schlimmsten Kahlschläge, die sich über mehrere Bergrücken erstreckten, habe ich im Rodna-Gebirge gesehen.

Gassan
24.09.2010, 10:13
Es waren im Capatinii noch relativ kleine Flächen. Aber mit der Zeit wird es wohl zunehmen.

Die schlimmsten Kahlschläge, die sich über mehrere Bergrücken erstreckten, habe ich im Rodna-Gebirge gesehen.

Und da kannste sicher sein, das sind nicht irgendwelche Bauern die ein bischen Holz fürs zum bauen und zum verkaufen abholzen. Das sind alles global operierende Multis, die ins Land strömen weil sich die korrupten Sesselfurzer gut dafür haben bezahlen lassen.

ungefiedeterzweibeiner
24.09.2010, 19:35
Schöner Bericht über eine schöne Tour.
Die schlimmsten Abholzungen die ich gesehen habe, waren in den Bergen an der Grenze zur Ukraine. Rumänien ist wirklich ein Naturschatz, fragt sich nur wie lange. Pläne für ein Atomkraftwerk in Siebenbürgen gibt es, Pläne für Autobahnen durch.....
Auf der Transalpin war ich letztes Jahr unterwegs, allerdings bereift. Soll angeblich ein alter Römerpfad sein, der von den Deutschen im 2. Weltkrieg ausgebaut wurde.

http://www.abload.de/img/xx34rz56drcw2.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=xx34rz56drcw2.jpg)

Dieses Jahr soll die Transalpin schon zu 50% asphaltiert sein.
Gruß Roland

volx-wolf
28.09.2010, 22:42
Sorry, für die lange Wartezeit. Komme leider nicht jeden Abend zum Schreiben. Vielen Dank für die Kommentare und viel Spaß beim Weiterlesen

6. Tag
Ich träume wunderbar von reißenden Gebirgsbächen. Laut und wild. Irgendwann erwache ich, und stelle fest, dass das wilde Rauschen aus dem Bad kommt. Als ich nachsehe, stelle ich fest, dass das heiße Wasser in Strömen läuft. Das Bad gleicht mittlerweile schon einem türkischen Hammām. In der Nacht hatten wir wohl den Heiß-Wasserhahn offen gelassen, als nicht herauskam. Nun läuft es kräftig. Ich drehe ab und lege mich wieder hin, es ist erst halb acht. Nach dem gestrigen Tag müssen wir nicht übermäßig früh aufstehen.

Gegen acht Uhr kann ich nicht mehr schlafen. Die Gedanken, wie wir nun weitermachen wollen, kreisen mir im Kopf. Gestern Abend war Konsens, dass wir gleich in den Fagaras weiter ziehen und nicht noch einmal in das Capatinii aufsteigen.
Hierfür sind wir mit unserem jetzigen Aufenthaltsort, Voineasa, auch etwas weit ab. Aber wie kommen wir von Voineasa nach Brezoi, wo wir Essen nachkaufen und mit dem Zug weiter in Richtung Fagaras fahren wollten?
Sicherlich, es gibt die Straße DN 7a, die beide Orte miteinander verbindet. Aber wie oft am Tag fahren wohl Busse? Ich beschließe, erst einmal an der Rezeption nachzufragen. Es ergibt sich, dass nach 9:00 ein Bus direkt vom Hotel in Voineasa nach Brezoi fährt (unterwegs von Tirgu Jiu nach Sibiu).

So wecke ich die beiden Jungs. Nach meiner Erzählung freut sich W. auf ein warme Dusche. Leider hat die Hotelleitung das heiße Wasser schon wieder abgestellt. Es bleibt ihm ebenfalls, nur kalt zu duschen.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Capatanii_2010_34.JPG
Blick vom Hotelbalkon (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17748)

Auf das Frühstück im Hotel wird verzichtet. Draußen kaufen wir uns frische Brötchen, Wurst und Coca-Cola, genießen die warme Sonne, die heute vom fast blauen Himmel scheint und essen auf einer Parkbank.

Der Kleinbus kommt und bringt uns in anderthalb Stunden nach Brezoi. Das erwartete Dorf entpuppt sich als kleine Stadt. Aufgrund der Karte hatte ich weniger erwartet. In einem der drei Supermärkte im Ort, der das gesamte mitteleuropäische Warenprogramm führt, kaufen wir einige Brote und Brotaufstriche. Frühstück und Abendbrot für die kommende Woche haben wir noch in den Rucksäcken. In der Planung waren wir davon ausgegangen, dass es hier weniger zum Einkaufen gibt, weshalb wir ausreichend Proviant für die 14 Tage im Gebirge dabei haben wollten. Abzüglich von etwas Brot und Schmierage, die in Rumänien im noch so kleinen Dorfkonsum erhältlich ist. Nun gut, so haben wir wohl nun einige Kilogramm mehr als notwendig durch die ersten Berge geschleppt.

Anschließend wandern wir die drei Kilometer zum Bahnhof Lotru, der der Bahnhof für Brezoi und Umgebung ist. Die Stichstrecke der Bahn nach Brezoi hinein war nie für den Personennahverkehr ausgebaut und ist mittlerweile sowieso stillgelegt.

Das Wandern in der Mittagssonne verlangt uns einigen Schweiß ab.
Auf dem Bahnhof erfahren wir dann, dass die Bahnauskunft der Deutschen Bahn richtig ist. Der nächste Zug in Richtung Norden mit Halt in Valea Marului, von wo aus wir in den Fagaras starten wollen, fährt erst gegen 17:00 Uhr. Zurück in den Ort möchte aber niemand von uns laufen. Die nächsten Stunden verbringen wir auf dem Bahnhof. Halten die Füße in die Sonne, quatschen und relaxen.

Der Zug trifft pünktlich ein und bummelt anschließend gemütlich das Olttal hinauf.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rum_nien_Capatanii_2010_35.JPG
Unsere Bummelbahn das Olttal hinauf nach Valea Marului (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17747)

Kurz nach 18:00 Uhr steigen wir in Valea Marului aus.
Vor drei Jahren war ich überrascht, nun weiß ich, dass uns hier nichts und niemand erwartet. Außer dem Streckenwärterhäuschen gibt es rundherum keine menschliche Behausung. Die Fernstraße, die durch das Olttal führt, ist jenseits des Flusses und nicht zu erreichen, da es keine Brücke gibt.

Wir gehen den inzwischen ziemlich zugewachsenen Feldweg in Richtung Norden einige hundert Meter entlang. Dort, wo er etwas breiter ist und eine Kurve beschreibt, ist ausreichend Platz für unser Zelt. Morgen beginnt hier der direkte Aufstieg in Richtung Westen in den Fagaras. Außerdem fließt hier noch ein kleines Bächlein. Das Wasser enthält reichlich Trübstoffe, aber zum Abwaschen reicht es. Trinkwasser haben wir reichlich vom Bahnhof Lotru mitgebracht.

Nachdem Zeltaufbau wird ein kleines Lagerfeuer entzündet, auf dem das erste Rührei aus dem Trockenei gebraten wird, dass wir dabei haben. Dazu gibt es frischen Pfefferminztee von der Minze, die am Bachlauf in Unmengen und hüfthoch wächst.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_36.JPG
So wird aus Trockenei auf dem Lagerfeuer Rührei (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17749)

Dann etwas Skat im Lagerfeuerschein, so haben wir einen sehr romantischen Abend am Fuße des Fagaras. Nur die Stechfliegen stören etwas, aber mit Autan lassen sie sich halbwegs abhalten.
Das Zelt ist glücklicherweise ungezieferfrei.

7. Tag
Es geht hinauf. Der Aufstieg vom Bahnhalt Valea Marului hinauf in den Fagaras ist anstrengend, beginnt er doch bei etwa 360 m. Auch ist der Wanderweg nicht mehr markiert und die Dimap-Karte zeigt die Gegend nur bis zu einem Punkt, der weiter östlich liegt (am Abzeig vom Kamm nach Turnu Rosu), als bis dahin, wo wir heute gehen wollen.

Zum Glück kenne ich die Gegend noch von vor drei Jahren. Damals war der Pfad etwas mehr begangen und mit orangen Plastikstreifen in den Bäumen markiert, von denen wir aber in diesem Jahr so gut wie keinen mehr finden. Wir steigen die Wiese in Richtung Westen hinauf, die gleich rechter Hand hinter unserem Zeltplatz beginnt. Erst entlang eines alten Stacheldrahtes, dann kommt man auf einen Waldweg oberhalb eines Steinbruches. Dieser führt wieder in den Wald.
Im großen und ganzen muss eigentlich immer nur den Bergrücken bergauf gefolgt und hinaufgestiegen werden.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_37.JPG
Blick zurück auf den Bahnhalt Valea Marului (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17750)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_38.JPG
Durch unwegsame Wälder.
Links am Baum ist eine der wenigen Wegauszeichnungen (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17751)

Nach einiger Zeit kommt man aus dem Wald und über eine Wiese, die einmal das Nachtquartier für einen Schäfer mit seinen Schafen gewesen ist. Leider ist diese Fläche schon lange nicht mehr bewirtschaftet, so dass man nun durch achselhohen Ampfer und Brennessel wandern muss. Erste Brombeerranken machen sich schon bemerkbar.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_39.JPG
Schäfers Wiesen.
Dies gingen sich noch problemlos und waren wegen zweier Motorrad-Crossfahrer, die vor uns unterwegs waren, leicht zu sehen (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17752)

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Aufstieg über verlassene Wiesen (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17753)

Dann geht es wieder in den Wald und auf den nächsten Bergrücken. Hier im Wald gibt es eine Senke, in die hinabgestiegen werden muss.
Wer wissen will, ob er die richtige Senke hinabgestiegen ist, schau, ob er diese wunderschönen Tulpen an den Buchen findet.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_41.JPG
Tulpen im Buchenwald (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17754)


Es folgt wieder ein steiler Aufstieg, dann geht es wieder hinaus aus dem Wald. Hier gibt es wieder eine verlassene Hirtenhütte, die etwas entfernt und rechter Hand des Wanderweges liegt. Nahe dabei ist eine Quelle, so dass auch für ausreichend Trinkwasser gesorgt ist.

Gegen halb vier erreichen wir das Domizil, dass als heutige Tagesetappe auserkoren war. Die Hütte wird aufgeräumt (Wer in aller Welt schleppt Bockwurstgläser und volle Geschirrspülmittelflaschen auf den Berg. Und vor allem: Wer lässt sie dort dann herumliegen?).

Wir sind geschafft vom Aufstieg. Insbesondere W., dem eine alte Kriegsverletzung im linken Knie wieder etwas zu schaffen macht. C. hat seit dem schnellen Abstieg nach Rinca im strömenden Regen in seinen nassen Bundeswehrstiefeln Blutblasen unter einigen Zehnägeln, die das Wandern nicht unbedingt versüßen. Glücklicherweise verleiden sie es ihm aber auch nicht so sehr, dass er nicht weitergehen möchte. Gleiches trifft auf W. zu.
Dafür ist das Unterwegs-Sein und diese Gegend viel, viel zu schön.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_42.JPG
Müde? Jaaaa!
Dennoch schafft es W. noch, uns einen Pfad von der Hütte zu Quelle durch den Ampfer zu schlagen. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17755)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_45.JPG
Ausblick von der Schäferhütte.
Rechter Hand der Kamm mit dem Wanderweg. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17758)

Auch der rumänische Wetterfrosch lag mit seiner Prognose richtig. Nicht nur gestern im Tal herrschte eitel Sonnenschein, sondern auch heute den gesamten Tag lang. Wenn man sich von hier oben aus umschaut, dann weiß man wieder ganz genau, warum man sich diese elendige Plackerei vom Bahnhof hier herauf angetan hat. Dafür ist man unterwegs, die anderen Erscheinungen gehören mit dazu. Ohne Regen wäre die Sonne nicht zu genießen.

Anschließend entzünden wir ein Feuer auf der Feuerstelle und braten wieder Rührei, wollen wir die das Trockenei doch nicht weiter durch das Gebirge schleppen, immerhin gibt es noch ausreichend vom guten Drytech Real. Dazu gibt es wieder Polenta in Milch und mit vielen schönen Kräutern gekocht, frischen Pfefferminztee und einen traumhaften Abendhimmel. Es ist menschenleer und wir sind weit oben in den Bergen mit einem traumhaften Ausblick.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_43.JPG
Die Hütte wird beheizt (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17756)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_44.JPG
Unser Nachtdomizil. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17757)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_46.JPG
Kochen auf offenem Feuer.
Der ganze Müll auf dem Tisch stammt nicht von uns! (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17759)

Abends nutze ich die Chance, um mir den Schweiß vom Vortag und dem heutigen Aufstieg abzuwaschen. Wer weiß, wann wir wieder einen Zeltplatz haben, an dem wir alleine sind. Immerhin sind wir nun im Fagaras.

C. folgt meinem Beispiel. Es ist mittlerweile schon nach neun Uhr und es dämmert stark. Während er nun so, wie Adam ihn erschuf in Bachnähe steht und sich abspült, schallt vom Wanderweg ein Ruf hinüber: „Hallo, gibt es da Wasser?“. Er hatte die beiden Gestalten kurz vorher entdeckt und sich ein Handtuch um die Hüfte geschlungen. Die Frage wird rufend bejaht.

Kurze Zeit später haben sich R. und S. aus München zu uns durch den Ampfer hindurch geschlagen. Sie freuen sich wahnsinnig über das Wasser. Die beiden sind erst gegen 16:00 Uhr mit dem Zug aus Sibiu in Valea Marului eingetroffen und hatten, wegen des fehlenden Kartenausschnittes und mangelnder Kenntnis der Gegend nicht ausreichend Wasser dabei.

Nachdem sie sich satt getrunken haben, schlagen sie ihre Zelte auf dem Kamm neben dem Wanderweg auf. Zu uns in die Hütte ans Feuer wollen sie aber nicht kommen.

So rollen wir nun zu später Stunde unsere Schlafsäcke in der Hütte aus und schauen durch die Lücken in Wand und Dächer in den Sternenhimmel.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_47.JPG
Abendstimmung (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17760)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_48.JPG
Nächtlicher Blick ins Tal. (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/17761)

Zz
05.10.2010, 12:23
Hallo volx-wolf und Gassan, hier ein Radio Tip für Euch: am Samstag den 30. Oktober um 11.05 Uhr im Deutschlandfunk Gesichter Europas: Kahlschlag im Karpatenland, Rumänien holzt seine Wälder ab. Mit Reportagen von Keno Verseck
PS Vorgestern kam auch gerade eine Ansichtskarte aus Rumänien, die alte Wassertal - Eisenbahn fährt wieder. Sie ist ja ursprünglich auch zum Abtransport des geschlagenen Holzes gedacht, aber trotzdem immer wieder ein Erlebnis.
Hey volx-wolf , bitte das Weiterschreiben nicht vergessen, ich brauche das für meine Wanderung im Kopf :bg: Die Bilder entstehen darin wieder, wenn ich Deinen Zeilen, Schritten folge. Danke.

Gassan
05.10.2010, 12:37
Hallo volx-wolf und Gassan, hier ein Radio Tip für Euch: am Samstag den 30. Oktober um 11.05 Uhr im Deutschlandfunk Gesichter Europas: Kahlschlag im Karpatenland, Rumänien holzt seine Wälder ab. Mit Reportagen von Keno Verseck
PS Vorgestern kam auch gerade eine Ansichtskarte aus Rumänien, die alte Wassertal - Eisenbahn fährt wieder. Sie ist ja ursprünglich auch zum Abtransport des geschlagenen Holzes gedacht, aber trotzdem immer wieder ein Erlebnis.

Deutschlandfunk? Welche Frequenz ist das, ich höre eigentlich nie Radio

Zz
05.10.2010, 12:53
Buna Ziua Gassan, die Frequenzen sind örtlich verschieden, je nach dem an welchem ort Du Dich in Deutschland befindest. Kann ich Dir aber auch zur Not bei Helfen und raus suchen. Man kann den Sender auch übers Internet hören und viele Sendungen später übers Internet nach hören, falls man sie verpassen sollte. Jedenfalls hört sich der Beitrag sehr aktuell an, leider. Gruß Z

volx-wolf
05.10.2010, 13:20
Danke für die positive Rückmeldung.
Ja, ich will auch weiter schreiben, aber gerade ist abends dann doch immer noch etwas anderes zu tun (z.B: Pflaumen und Birnen einkochen ;-) ).
Ich vergesse Euch aber nicht.
Auch für mich ist es wie ein zweiter Urlaub, die Reise beim Schreiben noch einmal Revue passieren zu lassen.

Danke auch für den Radiotipp! Werde ich mir auf jeden Fall anhören.

@gassan: Hier (http://www.dradio.de/) ist die Homepage von D-Radio und D-Funk. Dort in der rechten Spalte sind auch die Links zu den Streams der Sender. Kannst also bequem per Internet hören.

volx-wolf
05.10.2010, 13:25
Hier noch einmal die Sendungsbeschreibung:

Deutschlandfunk, Samstag, 30.Oktober, 11.05 - 12.00 Uhr

"Gesichter Europas - Kahlschlag im Karpatenland
Rumänien holzt seine Wälder ab"


Immer wieder stehen ganze Landesteile unter Wasser, sind zehntausende Menschen auf der Flucht vor den Fluten und Schlammlawinen.
Wenn der Sturzregen vorbei ist, trocknen die Böden wieder aus - dann ruiniert die Dürre die Ernte.

Felder versteppen, die Existenz vieler Bauern ist gefährdet.
Rumänien leidet immer mehr unter den drastischen Folgen des immer extremeren Wetters.
Schuld daran ist aber weniger der Klimawandel als die Umweltpolitik: Das Land lässt seine Wälder abholzen.
In den letzten Jahren, so schätzen Experten des Bukarester Umweltministeriums, wurden 800000 Hektar Wald gerodet, davon rund 350000 illegal.
Besonders dramatisch ist die Lage in den einst waldreichen Karpaten im Osten und Norden Rumäniens - wie klaffende Wunden wirken dort riesige Flächen, die frisch abgeholzt wurden.

Vielerorts haben Schlammlawinen und Erdrutsche große Schäden angerichtet.
In den Dörfern stehen Dutzende Sägewerke, eine ganze 'Holzmafia' ist in den letzten Jahren entstanden.

Was ist geblieben von dem volkstümlichen Sprichwort, dass 'der Rumäne des Waldes Bruder' sei?

Danke, Zz, für den Hinweis!

ungefiedeterzweibeiner
05.10.2010, 13:49
Danke für den Radio-Tipp.

Zz
05.10.2010, 13:59
Ich wollte natürlich nicht drängeln, war natürlich eher lustig gemeint. Birnen und Pflaumen, ganz wichtig, ich müßte mich auch darum kümmern, wegen dem Schnapps.

volx-wolf
05.10.2010, 14:08
Na, das eingekochte Obst ist für die Kinderlein.

Brennen kann ich leider nicht (mangels Technik und Wissen), aber ein/zwei Obstweine setze ich jedes Jahr an.

Gassan
05.10.2010, 15:49
Vielen dank für die Tips, werd mir das aufjedenfall anhören. Ich hab mit meiner "glorreichen" Heimat abgeschlossen. Das Land zerstört sich von innen. Ich werd wohl einige Jahre einen Bogen drum machen. Hab zuviel Scheisse gesehen.

ungefiedeterzweibeiner
05.10.2010, 17:02
Ich werde wieder hinfahren. Habe zuviel Schönheit gesehen.
Bin aber auch immer nur für ein paar Wochen da.
Gruß Roland

volx-wolf
08.10.2010, 22:20
8. Tag
Morgens geht es zeitig raus, wollen wir doch heute bis zum Lacul Avrig wandern. Es liegen viele Höhenmeter und Kilometer vor uns.
Das Wetter zeigt sich zum Tagesbeginn aber wieder von seiner besten Seite. Die Nacht unterm Sternenhimmel war zwar romantisch, für die Mücken boten wir aber einen Mitternachssnack an. Die losen, klappernden Blechplatten auf dem Dach haben zusätzlich die Romantik etwas geschmälert. Summa summarum haben wir ein kleines Schlafdefizit. Egal, gesättigt und wohlgemut starten wir.

An den Zelten von R. und J. legen wir einen kurzen Stopp ein und leihen uns eine Pinzette, um die Reste einer Zecke unter W.s Knie , die wir gestern nur teils heraus bekamen, richtig zu entfernen. Die beiden wollen den Tag ruhig angehen. So verabschieden wir uns und ziehen los.


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An der Waldgrenze 1


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An der Waldgrenze 2


Der Wanderweg führt wieder – typisch rumänisch - direkt und schnörkelos bergan. Ein letztes Mal wandern wir im Wald, bevor wir auf genau 1600 m am Pietrelor die Waldgrenze hinter uns lassen. Außerdem befinden wir uns nun in einer Gegend, die auch auf der Karte verzeichnet ist.
Oberhalb der Waldgrenze ist die Aussicht genial.

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Blick zurück beim Aufstieg zum Pietrelor


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Der Empfang auf dem Fagaras-Hauptkamm


Ab dem Abzweig nach Sebesu de Jos ist der Weg auch ausgezeichnet. Er wäre jedoch nicht mehr zu verfehlen, ist er nun doch gründlich und sehr breit ausgetreten und außerdem, leider, von ausreichend Müll markiert. Ein leidiges Thema, dass uns nun hin und wieder auch die Tour etwas vermiest. Ich verstehe die Menschen einfach nicht, die ihren Müll nicht bis zum nächsten Mülleimer tragen können...

Unter uns sind wir zwar weiterhin, doch wissen wir nun immer Menschen um uns. Seien es die beiden Holländer, die einmal vor und einmal hinter uns wandern, seien es andere Wanderer, die wir aus der Ferne erspähen oder die Hirten. Jedes Seitental ist von einer anderen Schafherde okkupiert und den dazugehörigen Schäfern und Hunden. Wir haben ein paar freundliche Kontakte.


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Hat jemand diese Schafe mit Lemmingen gekreuzt?


Verwundert sind wir, als wir zwei Schäfer treffen, die nicht so wirken, als würden sie ihre Rente aufbessern oder kurz davor stehen, welche zu beziehen. Diese beiden sind erst Ende zwanzig/Anfang dreißig und außerdem – das erste Mal, dass es mir passiert – spricht einer von ihnen (gebrochen) Deutsch: „Ich Arbeit Bottrop!“ Ah ja. Warum er es nun allerdings vorzieht, wieder Schafe zu weiden, bleibt mir ein Rätsel. Schöner ist die Arbeit ganz sicher, doch der Verdienst dürfte doch um einiges geringer ausfallen.


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Der Weg ist nicht mehr zu verfehlen...


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...und gibt grandiose Aussichten frei.


Am Nachmittag kommen wieder Wolken auf und auch der Wind pfeift uns wieder kräftig um die Ohren. Doch wir trotzen dem Wind, immerhin regnet es nicht.
Dafür macht W. sein Knie zu schaffen. Er erhält eine Stützbandage, die das Weiterwandern angenehmer macht.

Irgendwann erreichen wir den Suru (2283 m) und ersteigen ihn sogar noch, zwar schon deutlich langsamer als wir am Morgen unterwegs waren, aber nun können wir oberhalb des breit ausgetretenen Weges einem kleineren Pfad bis zum Fuße des Budislavu (2343 m) folgen.

Während C. und W. etwas länger pausieren, setzte ich mich schon ab und wandere schon voraus zum Avrig-See (Freck-See); habe ich doch vom letzten Mal noch in Erinnerung, wie eng es dort am Abend mit Zeltplätzen wurde. So erreiche ich den See nach dem steilen Abstieg als dritter Zeltplatzanwärter und kann uns ein wunderbares Plätzchen direkt am See aussuchen. Bis die beiden anderen eintreffen, steht das Zelt dann auch schon.
Das vorausgehen war eine gute Entscheidung, ist es abends dann zwar nicht sehr voll, doch acht Zelte sind hier für die Nacht versammelt. Immerhin ist Hochsaison im Fagaras.


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Blick hinab zum Avrig-See


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Diesen Weg werden sie kommen - Blick den Abstieg zum Avrigsee hinauf.


Nachdem wir am Morgen unser restliches Eipulver und auch, bis auf eine Reserveportion, die Polenta an R. und J. verschenkten, um die Rucksäcke zu erleichtern, ist ab heute Drytech Real angesagt. Im Sonderangebot gab es nur die Varianten „Nudeln Bolognese“, „Wolfsfisch Risotto“ und „Chili Con Carne“. Diese wird es nun abwechselnd an den Abenden der nächsten Woche geben.

Am Abend klart es wieder auf, so dass wir noch einen schönen Ausblick auf das Avrig-Tal erhalten, während wir essen, waschen und unseren Abendskat spielen.


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Abendstimmung am Avrigsee



9. Tag

Weiter geht es. Wieweit, dass wissen wir noch nicht. Die beiden Aufstiegstage haben dem Knie von W. zugesetzt. Aber jetzt schon wieder abzusteigen, wo wir gerade erst richtig auf dem Kamm angekommen sind, widerstrebt allen von uns. So sehen wir einen Abstieg zur Negiou-Hütte und einen Pausetag zur Regeneration als gute Lösung an.


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Morgennebel


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Aufstieg aus dem Tal des Avrigsees im Nebel 1


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Aufstieg aus dem Tal des Avrigsees im Nebel 2


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Ab Ende des Tales wird es hell!


So wandern wir über den Garbova (2188 m) und den Scara (2306 m), bevor wir mittags an der Schutzhütte im Scara-Sattel den Kammweg verlassen und dem blauen Kreuz folgend zur Negiou-Hütte hinabsteigen. Zur Entscheidung beigetragen hat auch, dass es wieder kräftig zugezogen hat und wir wieder im Nebel mit 5 m Sichtweite unterwegs waren.


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Von Norden stauen sich die Wolken am Scara-Gipfel...

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...während nach Süden der Blick frei ist.


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Blick zurück auf den Garbova.


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Rückblick vom Scara.


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Scara-Kamm: Diese Suppe kam dann auch auf den Kamm...während wir in sie hinabstiegen. Linkerhand und mittig im Bild ist die Schutzhütte auf dem Scara-Kamm zu erkennen.

Nachdem wir einige Höhenmeter hinabgestiegen sind, haben wir die Wolkengrenze hinter uns gelassen und sehen wenigstens wieder etwas. Der Weg war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht die beste Wahl. Ja, er ist gut ausgezeichnet und führt durch eine schöne Landschaft. Aber leider ist er bis dato noch nicht abgeweidet.

Das Gras steht hüfthoch und ist aufgrund des Nebels & Nieselregens klitschnass. Wir sind es auch bald, nachdem wir einige Zeit in diesen Wiesen gewandert sind. Trotz der Regenkleidung – die Grashalme massieren das Wasser wunderbar durch die Kleidung. Die Laune wird dadurch auf jeden Fall nicht angehoben und so kommen wir am Nachmittag nass wie die Pudel und mit wenig fröhlicher Laune an der Negiouhütte an.


Zimmer gibt es glücklicherweise noch, denn zum Zeltaufbau haben wir keine Lust. Die Hüttenwirte sind so freundlich, uns ein Sechs-Bett-Zimmer zu vermieten, in dass sie außer uns aber niemanden einquartieren. Der Preis ist dennoch am Sechs-Bett-Zimmer orientiert (27 Lei pro Person (?)) und nicht am Drei-Bett-Zimmer. Sehr zuvorkommend.

Wir hängen unsere Wanderklamotten zum Trocknen (alles andere ist zum Glück trocken geblieben) auf und legen uns zu einem Spätnachmittagsschlaf nieder.
Dann kaufen wir uns jeder eine heiße (!) Dusche, seit dem Hotel in Rinca die erste.

Abends gönnen wir uns dann das Tagesgericht der Hütte und für jeden ein Bier. Gemütlich ist es ja hier. Abends klart es dann wiederum auf und der Negiou ist in seiner ganze Pracht und in der Abendsonne zu bewundern. Traumhaft!!!

Atze1407
08.10.2010, 22:35
Schöner Bericht, bekomme Fernweh.

Gruß
Atze 1407

Gassan
08.10.2010, 22:50
Hehe, ihr habt am Lacul Avrig exakt an der selben Stelle gezeltet wie wir vor einem Jahr:bg:

volx-wolf
08.10.2010, 23:19
Kann sein, aber auf dem Photo ist das Zelt der Holländer. :-)

Wir hatten ein 3 Personenzelt dabei. Ich fand nur von deren Zelt schöner als unseres, weshalb ich es reingenommen habe.

Zz
03.11.2010, 13:07
Immer noch sehr schön zu lesen und die Bilder zu sehen, aber es war doch nicht Schluß an der Cabana Negoi oder etwa doch wegen dem blöden Knie? Also bitte weiter schreiben, in aller Ruhe natürlich.
Auf der (meist Nord-) Seite die Wolken und freie sonnige Sicht nach Süden, bis irgendwann die ganze Suppe rüberschwabt..., kann mich gut daran erinnern. Auch all die Namen, Zelten am Frecker See und riesige rostige Konservendoseberge, den Sebstgebrannten, die rutschige Nacht alle in einer Ecke des Zeltes am Scara Sattel oder bei Regen im Refugia Scara. Wo ist bloß die ewig alte blasse Kopie von der Fagaraskarte abgelieben die mir Hansi geschickt hatte?
Na ich warte geduldig bis Du weiterschreibst und ich bei einem großen Pott kaffee weiter lesen darf, danke.

Werner Hohn
27.01.2011, 13:19
Reiseberichte aus den Südkarpaten - den Karpaten überhaupt - häufen sich im Forum nicht eben. Weiterschreiben wäre prima.

Das hat man davon. :baetsch:

Werner

volx-wolf
27.01.2011, 13:25
Ich hatte mich jetzt schon mal wieder hingesetzt und etwas weitergeschrieben, aber noch nicht hochgeladen. Im Dezember häufte sich die Arbeit - Jahresend- und Schlußberichte etc., so dass ich abends keine Lust mehr auf PC hatte. Und in den letzten Woche musste ich erst einmal abarbeiten, was sonst noch liegengeblieben ist. Reiseberichtschreiben ist absolutes Hobby und dann muss auch noch Zeit und Muse da sein;-)

volx-wolf
07.02.2011, 20:59
10. Tag
Wir schlafen bequem in den Betten, so bequem, dass C. und W. auch gegen 08:00 Uhr noch nicht wach sind.
Mich hält aber nichts mehr im Bett: Draußen ist herrliches Wetter und ich beschließe, die beiden Schlafmützen im Bett zu belassen und alleine auf den Negiou zu wandern.

Am Vorabend hatten wir beschlossen, erst einmal einen Pausentag auf der Negiou-Hütte einzulegen und W.s Knie ein Chance zu Erholung zu geben. C. ist von seinen BW-Wanderstiefeln und dem dazugehörigen Rucksack ebenfalls geschafft. Zwei seiner Zehnägel sind nun schon tiefblau, so dass er ebenfalls einen Pausetag einer Tageswanderung vorzieht.

Falls wir am nächsten Tag weiterwandern wollten, so hat mein Tagesausflug auch den Vorteil, dass ich mir die Route via Strunga Ciobanului (Schäferscharte) zurück zum Roten Band und dem Kammwanderweg ohne großes Gepäck anschauen kann. Einen Überstieg über den Negiou wollen wir, falls es weitergeht, mit großem Gepäck und zugunsten W.s Knie vermeiden.

So wandere ich kurz nach 09:00 Uhr mit leichtem Gepäck und frohen Mutes in einem herrlichen Sommermorgen los.

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Blick zurück auf die Negiou-Hütte

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Ausblick kurz vor der Schäferscharte

Ich folge erst dem Blauen Dreieck und später dem Roten Kreuz. Nach einiger Zeit hole ich kurz vor der Strunga Ciobanului eine österreichische Reisegruppe ein, die eine Hüttenwanderung unternehmen und heute bis Balea Lac wandern wollen. Sie sind mit zwei „alten Hasen“ und einem rumänischen Wanderführer unterwegs, die mir in der nächsten Zeit viel über den Fagaras erzählen.

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Schäferscharte voraus (inkl. österreichischer Wandergruppe)

An der Strunga Ciobanului habe ich Zeit, etwas zu rasten, während die Gruppe die Schäferscharte durchsteigt. Danach steige ich hindurch: Ohne große Rucksäcke macht die Kraxelei richtig Spaß!

Aber auch mit den großen Rucksäcken dürfte es nächstentags zu schaffen sein, auch wenn es sich weiter oben ziemlich verengt - was mit sich mit der Breite meiner Lastenkraxe eventuell nicht verträgt. Doch das werde ich sehen, wenn es soweit kommen sollte.

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Durch diese schmale Gasse muss er kommen - Blick zurück in die Strunga Ciobanului

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Erweiterter Rückblick

Den Abstieg von der Schäferscharte bleibe ich noch hinter der Gruppe.
Doch dann verabschiede ich mich und ziehe alleine und zügig weiter. Nun sind auch wieder Wolken aufgezogen, die der Felslandschaft südlich der Schäferscharte einen mordoresken Charakter verleihen.

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Unheimliche Gegend...

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...zum Glück ohne Golum

In einer sehr gespenstischen Umgebung verzehre ich meine Mittagsmahlzeit und beobachte dabei von unten – soweit es die Wolkenlücken zulassen – die Teufelsscharte (Strunga Dracului). Sie sieht beeindruckend aus!

Vor allem bemerke ich aber, wie sich unten und oben der Verkehr staut. Da ich ungern längere Zeit warten möchte bis ich hinaufsteigen kann, beschliesse ich, über die/den Damenscharte/-kamin (Strunga Doamnei) zu wandern.
Kurze Zeit später vereinigt sich die Wegmarkierung "Rote Kreuz" mit dem "Roten Band" und ich bin nun wieder auf dem Hauptkamm und wende mich west- und bergaufwärtes. Nach kurzer Zeit stoße ich auf den Abzweig des Gelben Bandes, das den "Umweg" via Damenscharte zum Negiou markiert, dem ich folge.

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Einstieg in die Strunga Doamnei

Der Aufstieg klappt problemlos. Der kleine Umweg macht mir gegenüber der Warterei an der Strunga Dracului und der längeren Kraxelei ebendort, nichts aus.

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Immer wieder zwischendrin: Wunderschöne Aussichten I

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Wunderschöne Aussichten II

Bald bin ich wieder auf dem Roten Band und steige weiter Richtung Negiou auf. Am Einstieg zum Teufelskamin werfe einen kurzen Blick hinein und wende ich mich dann wieder in Richtung Tagesziel.

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Da stehen sie an am Teufelskamin

Um halb eins erreiche ich den Negiou-Gipfel und kurze Zeit verabschiedet sich auch die Reisegruppe, die sich bei meiner Ankunft dort aufhielt.

Nun habe ich tatsächlich den Gipfel für gute 20 Minuten für mich alleine!
Seit ich mich wieder auf dem Kammwanderweg befinde, habe ich dn Eindruck, das ich andere Menschen so häufig treffe wie in jeder x-beliebigen Einkaufsmeile.

Doch nun ist Ruhe! Die Wolkendecke ist auch nicht allzudicht, so dass ich immer wieder wunderbare Ausblicke auf die umliegenen Berge und Täler habe.

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Gipfelkreuz

Als dann die nächste Reisegruppe den Gipfel bestiegen hat, mache ich mich wieder auf den Weg; möchte ich doch auch nicht zu spät in der Hütte zurück sein.
Ich steige westwärts ab, da ich dann über das Blaue Band wieder auf den Weg in Richtung Negiou-Hütte kommen kann.

Beim Abstieg vom Gipfel treffe ich auf R. und ihren Vater. Die Wiedersehensfreude ist groß. Wir unterhalten uns etwas. Sie wollen heute nur noch zum Calcun-See und morgen weiter zum Balea Lac. Ich wünsche ihnen viel Erfolg und steige weiter ab.

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Aufstieg zum Negiou wenn der Wandersmann von Westen kommt

An der Abzweigung zum Blauen Dreieck treffe ich dann die Entscheidung, doch noch ins Kirchendach (Custura Saratii) einsteigen und dann hinter dem Serbota-Gipfel wie via Blaues Band zur Negiou-Hütte zu wandern.
Eine Entscheidung, die ich dann doch noch bereuen werde.

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Auf dem Weg in Richtung Kirchendach

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Im Kirchendach bevor ich die Kamera wegpackte und mich nur noch auf den Weg konzentrierte.

Anfangs macht die Kraxelei im Kirchendach Spaß – es geht erst einmal abwärts, doch wird es von Schritt zu Schritt anspruchvoller. Insbesondere da ich ansonsten nicht klettere und auch nicht absolut höhenfest und schwindelfrei bin.
Ich bin sehr froh darüber, nur einen Tagesrucksack dabei zu haben. Wie es Menschen schaffen, diese Strecke mit einem richtigen Wanderrucksack zu durchsteigen, ist mir ein Rätsel.

Am tiefsten Punkt des Custura Saratii treffe ich die Entscheidung, dem Roten Band nicht auf den Scara-Gipfel zu folgen, sonden - da sich Wanderroute gerade an der Nordseite des Grates befindet - direkt und querfeldein zur Negiou-Hütte hinabzusteigen.
Bitte, liebe Leserin und lieber Leser, folgt dieser meiner Wanderroute nicht!

Nun steige ich nämlich durch ein Geröllfeld mit teils menschengroßen, losen Steinblöcken. Es dauert lange, bis ich meinen Weg finde und ich bin froh, keine größeren Steine oder gar eine Lawine ausgelöst zu haben.
Zwischendurch sind die Wolken so dicht zugezogen, dass die Orientierung schwierig ist. Gerade dann, wenn ich auf einmal an Abgründen stehe, wo ich zuerst nicht weiß, wo entlang es weitergehen könnte.
Also bitte: Nicht nachmachen!

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Blick zurück auf den allerletzten Ausläufer des Geröllfeldes

Irgendwann bin ich heraus aus dem Feld. Ich folge dann Schafpfaden, die mich dann nach einiger Zeit auch auf den ausgeschilderten Blauen Dreieck-Weg führen, den ich ursprünglich nehmen wollte.
Wer mit großen Wanderrucksäcken vom Scara-Gipfel zum Negiou-Gipfel möchte, sollte entweder südwärts von Scara-Gipfel in das Tal absteigen (Gelbes Band) und dort dem Blauen Band wieder bergauf zum Kammwanderweg folgen. Oder den Umweg über die Negiou-Hütte (Blaues Kreuz oder Blaues Band) machen. Oder aber sehr höhen-, tritt- und schwindelfest sein, wenn er in das Custura Saratii einsteigt.

Nachdem ich dann den Wanderweg wieder unter den Füssen hatte, dauert es auch nicht mehr lange, bis ich gegen fünf Uhr wieder in der Cabana ein- und meine Wanderkameraden wieder traf.
Diese freuten sich, mich wohlbehalten und munter zu sehen und nun nicht mehr Offiziersskat spielen zu müssen. Ihrem körperlichen Befinden hatte der Pausetag gut getan.

Wir könnten uns noch einmal ein Essen vom Hüttenwirt. Dann nutzen die Wärme und Beleuchtung in der Gaststube, um unsere allabendliche Skatrunde gemütlich zu gestalten und genossen den grandiosen Ausblick von der Hütte in Richtung Kamm.

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Abendlicher Ausblick in schwarz-weiß

Der Beschluss stand auch fest: Wir wollen uns am nächsten Tag in Richtung Balea Lac auf den Weg machen!

volx-wolf
08.02.2011, 20:52
11. Tag
Heute sind die Knie von W. und die Zehen von C. zumindest soweit wieder hergestellt, dass sie eine Weiterwanderung für möglich halten.
So brechen wir zeitig auf, haben wir als Fernziel doch den Gemsensee (Lacul Capra) im gleichnamigen Sattel oberhalb des Transfagaras und dem Balea-See.
Wie ich schon am Vortag alleine vorausgegangen war, so sind wir nun in Richtung Schäferscharte unterwegs. Mit den Rucksäcken dauert es länger als so leicht bepackt wie ich es am Vortag war, aber wir sind frohen Mutes. Der Himmel zeigt nur einige kleine Wolken und so sind wir im strahlendem Sonnenschein unterwegs.

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Unterwegs mit morgendlicher Frische

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Wortlos schön

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Und immer wieder einmal ein Blick zurück...

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...und auch nach Westen

Vor der Strunga Ciobanului (~2300 m) machen wir eine kurze Rast und verstauen die Wanderstöcke. Währenddessen beobachten wir ein kleine Herde von Gemsen auf dem Schneefeld nebenan. Bisher habe ich sie im Fagaras noch nie beobachten können!

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Schäferscharte voraus - im großen & ganzen

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Schäferscharte voraus - im besonderen und genauem

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Gemsen!

Dann geht es in die Scharte. Zuerst steigt W. auf, der den leichtesten Rucksack hat und außerdem am trittsichersten und höhenfestenstens von uns ist.

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W. beim Aufstieg in der Schäferscharte

Als zweites folge ich. Es geht zwar mühsamer mit dem großen Rucksack, aber es ist machbar. Doch dann, kurz vor dem höchsten Punkt bleibe ich mit dem Rucksack stecken. Die Scharte ist doch zu eng, muss man sich kurz vor dem „Gipfel“ durch einen schmalen Kamin zwischen der Wand und einem großen Gesteinsblock zwängen.

Was nun? W. steht einen Meter über mir und sieht mein Dilemma. Er setzt seinen Rucksack ab. Dann gibt er mir die Anweisung, ein Stück hinabzurutschen, den Rucksack zu entkeilen und mit viel Schwung oberhalb der Gesteinskante zu wuchten. Das Vorhaben gelingt mir tatsächlich.
Dann spüre ich, wie W. meinen Rucksack am Gestell der Lastenkraxe anpackt und ihn samt mir zu sich hinaufzieht. Geschafft!

Als letztes steigt nun auch C. in den Kamin. Auch er schafft es problemlos nach oben, während ich mich schon wieder an den Abstieg mache. Auf der Südseite ist zwar keine Kraxelei notwendig, doch geht es steil bergab auf einen Kiesel-Geröllfeld.

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W. kurz vor dem Abstieg

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W. im Abstieg

Jedem Fussaufsetzen geht ein vorsichtiges Testen auf mögliches Abrutschen voraus, so dass der Abstieg länger dauert als der Abstieg.

Diese Problematik war mir am Vortag gar nicht richtig aufgefallen, war ich hier doch leicht beschwingt wie ein junger Gamsbock in großen Schritten hinabgesprungen.
Nach 40 Minuten haben wir den Durchstieg geschafft und sind unten angekommen.

Es gibt eine kleine Pause und wir können uns zur Feier des Durchstiegs der Schäferscharte eine Schokolade. Hernach geht es weiter auf dem Roten Kreuz und im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein - wobei es kaum Stöcke, dafür aber um so mehr Steine gibt.

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Fern-Sehen südlich der Strunga Ciobanului...

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_96.JPG
.... heute ohne Wolken & Nebel (den Laitel im Blickfeld)

Die Wanderstöcke haben wir noch gar nicht wieder ausgepackt; muss doch immer wieder die eine oder andere größere Stufe oder ein Gesteinsblock erklommen oder hinabgestiegen werden. So geht es, bis wir wieder auf den Kammwanderweg stossen.
Nun ist es auch bis zum Lacul Caltun nicht mehr weit.

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Über Steine ... und noch mehr Steine

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Kurz vor dem Lacul Caltun

Es ist aber nun auch deutlich anzumerken, dass wir in jenem Teil des Fagaras sind, der zu den am stärksten begangenen gehört.
Viele Tagestouristen kommen uns mit leichtem Gepäck entgegen, die einen Tagesausflug vom Balea Lac zum Negiou machen. So säumt auch wieder verstärkt Müll unseren Weg und am Lacul Caltun können wir ganze Anhäufungen davon bewundern.

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Lacul Caltun von oben herab (und dem aitel dahinter)

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Vom Lacul Caltun zurückschauend

Nach dem kurzen Abstieg zum Caltun-See (2135 m) geht es dann wieder bergauf zum Laitel (2390 m), wobei hier die letzten Meter eine ziemliche Herausforderung darstellen.
So gibt es oben eine längere Pause und wieder einen kleinen Snack, während wir die grandiose Aus- und Rundumsicht genießen, die uns der fast wolkenlose Himmel beschert.

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Rückblick zum Lacul Caltun und den Gipfel Caltun

Der Absteig ist dann leichter bewältigt, als es von oben aussah. Diejenigen, die uns entgegenkommen, sind aber auch kräftig am kraxeln und schnaufen.
Bald darauf sind wir an einem Felsstück, dass zusätzlich mit einem Drahtseil gesichert ist. Es ist sehr angenehm, nicht nur den Fels zum anhalten zu haben. Ansonsten stellt diese Kraxelstelle aber auch keine größere Herausforderung dar.

Wir ziehen weiter, es geht sich ganz gut, auch wenn es immer einmal wieder bergauf und bergab gehen und wir somit einiges an Höhenmetern sammeln.

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Grat-Wanderung

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Viel Weg voraus!

Im Laufe des nachmittgas wird das Tempo dann entsprechend etwas langsamer und die kurzen Verschnaufoausen häufiger, doch liegen wir noch gut in der Zeit.

Irgendwann kommt dann auch der Transfagaras und der Balea-See mit seiner Ansammlung an Hüten, Hotels und Verkaufsständen in Sicht. Bald sind wir dann auch am ersten Abzweig (Blaues Band), der vom Hauptkamm hinab zum Balea führt. Wir beschließen jedoch, nicht hinabzusteigen – uns die Höhenmeter zu sparen und am Gemsensee zu zelten.

Wir übersteigen den Paltinu-Gipfel (2399m) und wandern weiter in Richtung Gemsen-See. Überraschenderweise zieht sich der Weg jetzt doch ganz schön. Auch wenn der Ausblick schön und das wandern auf dem schmalen Kamm weiterhin spaß machen. Aber es liegt doch schon ein langes Stück Weg hinter und noch einige Schritte vor uns.

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Lacul Balea von oben - Es ist jede Menge los dort unten!

Es ist nun schon später Nachmittag, die Füsse werden schwerer und so gibt es noch einmal eine längere Pause ziemlich genau oberhalb des Tunneleingangs von Transfagaras.

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Auf dem Kamm oberhalb von Lacul Balea und dem Transfagaras

Dann wird gegen 18:00 Uhr der letzte größere Aufstieg des Tages hinauf zum Iezeruloi-Gipfel (2417 m) in Angriff genommen.

Morgens wäre uns der Höhenunterschied nicht so großartig vorgekommen, doch nun sind wir doch schon etwas länger unterwegs. Hinab zum Lacul Capra geht es dann zügig.

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Blick zum Lacul Capra (Gemsen-See) vom Paltinului-Gipfel

Herum um den See: Und tatsächlich, die beiden orangen Zelte, die ich von oben ausgemacht hatte, gehören W. und ihrem Vater. Wir freuen uns über das Wiedersehen.

Wir bauen schnell unser Zelt auf, dann wird Essen gekocht und anschließend sitzen wir in einem wunderschönen klarem Gebirgs-Sommerabend und klönen mit R. & J. W. rafft sich noch einmal auf, rührt Milchpulver an und serviert uns eine Schoko-Paradiescreme! Na, wenn das mal kein paradiesischer Abend ist.

Auch wenn uns die Füsse summen, sind wir einig, uns am nächsten Tag auf den Weg zur Podragu-Hütte zu machen. Sie liegt auch nicht allzuweit entfernt, so dass es einen Ausgleich zum heutigen langen Tag geben wird.

Allerdings liegen morgen auch die „Drei Schritte des Tode“ ("La trei pasi de moarte) vor uns!

Ab morgen kenne ich dann aber auch wieder die Strecke - der heutige Abschnitt zwischen Lacul Caltun und Lacul Capra waren für mich eine Erstbegehung - genau das Stück, welches mir fehlte, um den kompletten Kamm zu kennen.

chrischian
08.02.2011, 21:49
Toller Bericht! :) Ich war 1989 im Retezat-Gebirge. Lang ist es her :(

Die rumänischen Karpaten wären viel eher was für Karliene und Rhodan76 (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?49522-%28CH%29-Wandern-in-der-Schweiz-%28keine-Bergexpedition-%29-%29). Aber die müssen ja unbedingt in die Schweiz.

Rhodan76
08.02.2011, 22:15
...von wollen kann ja keine Rede sein :ignore:

volx-wolf
09.02.2011, 08:45
...von wollen kann ja keine Rede sein :ignore:

Bei den Anforderungen von Euch beiden, wie es im verlinkten Thread beschrieben ist, wären Rodna-Gebirge in Nord-Rumänien oder das Capatanii (und vlt. auch Lotrul oder Cindrel) wirklich eine Option ;-)
Fagaras wäre wohl zu viel Kletterei und zu steil, wenn ich Karlienes Anforderungen richtig verstehe.

chrischian
09.02.2011, 08:56
Fagaras wäre wohl zu viel Kletterei und zu steil, wenn ich Karlienes Anforderungen richtig verstehe.

Klettern ist sicher nicht das Problem. ;-) Sie will bloß keine hochalpine Tour machen.

volx-wolf
07.03.2011, 21:20
12. Tag
Wir genießen einen traumhaften Morgen und brechen kurz vor R. & J. auf, die uns wenig später folgen wollen. Das Tagesziel ist die Cabana Podragu, damit ist die heutige Strecke nicht so lang wie gestern, dafür aber mit einigen Kraxelstellen versehen.


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Rückblick zum Gemsensee...


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...und ein Blick voraus.


Vom Gemsensee aus geht es vorbei am gleichnamigem Gipfel Capra (2494 m), den wir aber nicht besteigen sondern südlich umgehen.



Wenige Minuten später ist erst einmal Pause. Uns kommt eine Schafherde auf dem Wanderweg entgegen. Obwohl viele von ihnen auch – ebenso wie unsere Wanderwegmarkierung – einen roten Streifen tragen, ist dennoch vorerst kein vorbeikommen. So drücken wir uns Schaf für Schaf durch die Herde. Die Tiere wissen aber auch nicht so richtig, wohin mit sich: Von vorne die Wanderer von hinten der treibende Hirte und irgendwo weiter oben noch ein rufender Hirte.
Irgendwann ist es geschafft und der Weg wieder frei. Dann geht es zügig weiter.

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Die laufende Wanderwegmarkierung "Rotes Band"


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Da gehen sie dahin - Schulterblick einige Zeit später.


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Gleiches Motiv ohne störende Schafherde und ein Zeitchen später.


Einige Zeit später sind wir am Drachenfenster (Fereastra Zmeilor), dem typischen Fotomotiv auf dieser Strecke. Deswegen gibt es von mir an dieser Stelle kein Foto davon ;-)

Ein wenig später steht dann eine Gemse auf dem Wanderweg und ist so sehr im Blaubeer-Pflücken vertieft, dass sie sich lange Zeit von uns nicht stören lässt. Wir pausieren und beobachten das Tier.
Damit geben wir auch R. & J. die Chance, die nun aufgeholt haben, die Gemse zu beobachten.
Doch dann wollen wir doch weitergehen und wandern langsam auf die Gemse zu, bis sie doch beschließt, einen direkten Körperkontakt mit uns zu vermeiden und sich auf und davon macht.

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Die Stelle "La trei pasi de moarte“ ist der Felsbrocken in der Mitte des Bildes.


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Vorher mussten wir uns jedoch mit dieser Gemse auseinandersetzen.


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So dicht bin ich noch nie herangekommen.

Nun sind wir auch schon an der Kraxelstelle "La trei pasi de moarte“ („Drei Schritte des Todes“). Doch heute sind wir ausgeruht und frisch, so dass die Stelle keine größeren Probleme bereitet. Das letzte Mal sind wir hier abends vorbeigekommen und brauchten doch einige (Überwindungs-)Zeit für die Stelle.

Wer sich eine derartige Kraxelei mit Rucksack nicht zutraut, kann auch kurz vorher auf einen mit Blauem Kreuz markierten Wanderweg abbiegen, der diese Stelle umgeht und direkt zur Cabana Podragu führt (zumindest lt. Karte – selbst gegangen bin ich ihn noch nicht).
Gedenkkreuze an verunglückte Wanderer sieht man entlang des Kammweges ausreichend, also bitte bei Bedenken nicht zögern, andere (Um-)Wege zu wählen.


Wir schaffen es alle fünf über die Stelle und dann geht es weiter. Inzwischen ist am Horizont ein regelmässiges Grollen zu hören. Das gute Wetter der letzten beiden Tage fordert nun wohl seinen Tribut. Noch ist es aber weit entfernt, so dass wir nicht zu Schutzhütte Fereastra absteigen, sondern weitergehen.


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Keine Gemse, sondern W. beim Überstieg der ersten Stelle.


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Teil zwei wird in Angriff genommen...


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...und bewältigt.


Die Option, irgendwo in tiefere Lagen abzusteigen und das Zelt aufzubauen, um das Gewitter abzuwarten, halten wir uns aber offen. Auf ein Gewittererlebnis direkt auf dem Kamm hat keiner von uns Lust. Insbesondere W. nicht, dem die Nacht im Paring-Gebirge noch gut in Erinnerung ist.

Gegen Mittag ist es dann soweit: Das Gewitter hat uns nun doch fast eingeholt und wir beschließen, ins Tal abzusteigen. Auf Schafpfaden geht es bergab, sie sind allerdings ziemlich steil und rutschig, so dass J. sich leider das Knie verzerrt.
Auch C. rutscht einmal ab, kann sich aber noch abfangen, allerdings hat er nun auch kleinere Schürfwunden.

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Gewittriges Wetter.

W. und ich eilen voraus und beginnen schon einmal mit dem Zeltaufbau. Wie schön, dass unser Drei-Mann-Zelt so geräumig ist und das Außenzelt auch alleine aufzubauen ist.
So sitzen wir bald zu fünft darin und spielen Mau-Mau, während draußen ein kräftiges Gebirgs-Sommergewitter sich austobt.
Später kochen wir noch Polenta, die wir mit Fisch aus der Dose und Fischcreme aus der Tube essen. Irgendwie ist es eine gemütliche Zeit. Wenn es nicht dunkel ist, sieht man die Blitze nicht so und außerdem sind wir tief genug, so dass wir uns auch nicht all zuviele Gedanken machen.

Etwa vier Stunden später sind wir wieder unterwegs und kraxeln quer-bergein den Hang hinauf zum Kamm und dem Wanderweg.
Dieser verläuft nun direkt auf der Kammspitze, so dass nun sehr wenig Platz nach links & rechts ist. Schwierig gestaltet sich das Laufen etwas durch die Pfützen und den Schlamm, der nun nach dem Regen auf dem Pfad sind. Allerdings herrscht wieder bestes Wetter.
Das hier eben ein kräftiges Sommergewitter tobte, ist nicht mehr zu merken.


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Der Wanderweg auf dem Kamm nach dem Gewitterguss.

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Die Berge dampfen.


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Ein Blick zurück: Vom Plateau in der Mitte des Bildes, das der Wanderweg überquert, sind wir hinab ins Tal gekraxelt, dass nun zu Füssen des Fotografen liegt.


Wir übersteigen den Mircii-Gipfel (2461 m), dann steigen wir auch schon in das Tal und zum See Podul Giurgiuliu (2270 m) hinab.

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Den Mircii im Blick.

Dieses ist zu durchqueren, bevor es wieder hinauf auf den Kamm geht, wo der Podragu-Sattel (2307 m) ist, von wo aus der Abstieg zu Podragu-Hütte (2136 m) beginnt.

Doch erst einmal bin ich verwundert, dass der See so frei liegt. Vor fünf Jahren war zwar der See zu sehen, doch alles rund umher war mit einem großen Schneefeld bedeckt. Dabei waren wir damals sogar später im Jahr unterwegs. Ist es damals oder heute nur eine jahreszeitliche Erscheinung (gewesen) oder eine dauerhafte Entwicklung?

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Der See Podul Giurgiuliu vom Mircii aus gesehen.

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Ausblick vom Mircii-Gipfel.

Am See gibt es noch einmal eine kurze Snack-Pause, dann nehmen wir das letzte Stück Weg in Angriff. Zusammen mit R. & J. zu wandern macht Spaß, so gibt es neue Themen, über die wir uns unterwegs unterhalten können.

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Blick zum Podul Giurgiuliu vom Podragu-Sattel aus.

An der Podragu-Hütte müssen wir einige Zeit suchen, bis wir einen Platz zum Zelten finden. Es sind zum einen viele andere Wanderer/Zelter unterwegs und außerdem wollen wir auch nicht im Schlamm zelten. Doch es findet sich noch ein Platz, sowohl für uns als auch für unsere bayrischen Wanderkollegen.

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Die Cabana Podragu I


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Die Cabana Podrag II - eine der (oder die?) älteste Hütte im Fagaras (Baujahr 1885)

Danach treffen wir uns in der Podraguhütte zum Abendessen. Sowohl die Vorsuppe als auch die Hauptspeise bestellen wir uns alle zweimal (ebenso das Bier): zum ersten vor Hunger, zum zweiten, da das frisch gekochte Essen gegenüber dem Tütenessen doch besser schmeckt und drittens weil das gemeinsame Sitzen & Quatschen in einer warmen Stube so angenehm ist.

Erst als es draußen finster wird und auch im Gastraum kaum noch etwas zu sehen ist, gehen wir zu unseren Zelten zurück.

Morgen steht dann der Moldoveanu auf dem Programm!

volx-wolf
09.03.2011, 21:54
13. Tag
Ein schöner Tag steht an: Auf zum Moldoveanu und dann bis etwa zum Fereastra Mare a Sambatei (Großes Fenster) als Tagesziel. Wir verabschieden uns von R. & J., welche einen geruhsamen Morgen machen wollen und dann nur bis zur Schutzhütte unterhalb des Moldoveanu bzw. bis zum Lacul Valea Rea, ebenda, wandern wollen.


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Ein Teil der Eselherde an der Cabana Podragu.


Allerdings ist das absolut sonnige Wetter nun passé, so dass wir (wieder einmal) dicht unter den Wolken unterwegs sind. Wenigstens laufen wir noch nicht direkt im Nebel, es regnet nicht und hin- und wieder gibt es auch grandiose Fernsichten. Eigentlich noch ein recht angenehmes Wanderwetter.


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Wieder auf dem Kammweg.


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Rückblick zum Sattel Podragu, von wo der Pfad zur Cabana Podragu vom Kamm abzweigt.

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Snackpause mit Blick auf das wolkenverhüllte Tageshighlight.


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Ausblick nach Norden - hier fällt das Gebirge schnell und steil ab.


Bis zum Fuße des Moldoveanu ist es nicht weit, so dass wir am späten Vormittag dort eintreffen. Hier machen wir eine Pause und nehmen unser zweites Frühstück ein. Endlich habe ich auch wieder einmal Handyempfang, der in den letzten drei Tagen nicht gegeben war. Aber ich wollte auch nicht soviel testen, um den Akku, der ohnehin schwach ist, zu schonen.
Nun erhalten wir auch wieder Infos von daheim. Eine etwas kryptische Meldung lautet: „Haben unseren Urlaub abgebrochen [unsere Eltern waren zeitgleich zur Radtour in Estland]. Auto mit Totalschaden. A. geht es gut.“ Irgendetwas war passiert, aber was genau? Mit einem mulmigen Gefühl gingen wir weiter.
Noch wissen wir also nichts genaues, spekulieren bringt auch nichts und anscheinend ist auch nur das Auto hinüber. Leider ist der Akku sehr schwach, so dass ich nur eine SMS verschicken kann, alles weitere wird sich dann später klären (müssen).
Nachdem Urlaub haben wir dann erfahren, dass unser Bruder A. von der Straße abkam, sich mehrmals überschlug aber außer einigen Schnittwunden und Prellungen keine weiteren Schäden davon trug. Da müssen an diesem Morgen mehrere Schutzengel bei ihm gewesen sein.


Nun gilt es für uns erst einmal den Moldoveanu in Angriff zu nehmen. W. und ich machen uns einen Spass daraus, den Gipfel hinauf zu eilen. Ohne größere Pause sind wir in einer guten halben Stunde auf dem Nebengipfel Vistea Mare (2527 m) angekommen. Hier warten wir darauf, dass auch C. hinauf kommt


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Kurzer Blick nach unten während des Aufstiegs auf den Moldoveanu.


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Kurz unterhalb des Vistea Mare, dem Nebengipfel des Moldoveanu.


C. leidet immer mehr an den nicht richtig passenden BW-Stiefeln. So hat er auch keine Lust, den Abstecher zum Moldoveanu (2544 m) mitzumachen, sondern möchte lieber mit unseren Rucksäcken zusammen warten, bis W. und ich das obligatorische Gipfelphoto in der Kamera haben. So machen nur wir beide den Abstecher zum höchsten Gipfel der Karpaten, bevor es dann wieder hinab geht. Die wenigen hundert Meter sind schnell gelaufen, vor allem da wir nun ohne Rucksäcke, wie die jungen Gazellen springen können.


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Auf dem Weg zwischen Vistea Mare und Moldoveanu.


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Endlich: Das Gipfelkreuz.


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Aussicht von ganz oben.


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Dort wird unser Weg weiterführen - gut zu erkennen die Schutzhütte.



An der Schutzhütte Portita Vistei setzen wir uns dann in den Windschatten und Sonnenschein und nehmen ein verspätetes Mittagessen ein. Nach der ausführlichen Pause geht es nun weiter. Allerdings ist nun etwas der Wurm drin. Nach einiger Zeit merkt nämlich W. das der zügige Auf- und Abstieg am Moldoveanu zwar viel Spaß gemacht, aber seinem Knie alles andere als zuträglich gewesen ist. Und C. hat ja sowieso Zeh- und Rückenrobleme. So sind beide nun etwas in ihrer Wanderfreude gehemmt.


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Beim Abstieg in Richtung Schutzhütte Portita Vistei


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Mittagspause und Blick zurück zum Vistea Mare und Moldoveanu (linkerhand), unterhalb der Lacul Valea Rea.


Am Nachmittag zieht dann ziemlich zügig wieder einmal ein Gewitter auf, so dass wir beschließen, nicht weiter zuwandern, sondern ein günstig gelegenes und gut zu erreichendes Tal nutzen, um schon gegen 16:00 Uhr unser Zelt aufzustellen. Es war auch wieder einmal nicht zu zeitig, denn sobald wir im Zelt liegen, geht ein kräftiges Hagelschauer los, der die Umgebung weiß einfärbt.

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Nachmittags: Die Wolken werden dichter und dunkler, das Grollen nimmt zu.


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Trotzdem sind die Aussichten immer wieder überwältigend.

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In diesem Tal (südlich des Galbenele-Gipfels (2458 m), allerdings sehr viel weiter oben zelteten wir dann notgedrungen.


Da erst zwei Stunden später das Wetter aufklart, wird nicht mehr weiter gewandert. Nachdem wir nun so zu einem unverhofftem Mittagsschlaf gekommen sind, nutzen wir die Zeit, um uns endlich wieder einmal ausführlich zu waschen. Danach dann das übliche Programm vom warmen Abendmahl und einer abendlichen Skatrunde.
Dann zeitig (weiter) schlafen!

Gassan
09.03.2011, 23:04
Zu welcher Zeit (Datum) wart ihr auf dem Moldoveanu?

Ihr scheint ein paar Tage vor uns angekommen zu sein. Als wir oben waren hatten wir 4 Tage nur strahlenden Sonnenschein ;)

volx-wolf
10.03.2011, 08:46
Wenn ich es jetzt richtig überschlagen habe, müsste es der 05. August 2010 gewesen sein.
Falls es Dir auf den Tag (und die Uhrzeit) genau draufankommt, müsste ich zuhause noch in die Exif-Daten der Originalfotos schauen.

Ich dachte, Ihr wart 2009 im Fagaras unterwegs?

Gassan
10.03.2011, 09:54
Ja wir sind ca. eine Woche später drauf gewesen zur Zeit der Perseidenschauer (Mörderschauspiel btw.)

Wir waren sowohl 2009 als auch 2010. 09 von West nach Ost, 10 von Ost nach West.
Auf dem letzten Bild, ist wenn man etwas weiter links gucken würde ein kleiner See nicht wahr?

volx-wolf
12.03.2011, 21:38
14. Tag
Der Ofen ist aus!
Es herrscht diesiges, nebliges Wetter und ein scharfer Wind weht.
W. & C. sind beide endgültig aus dem Rennen: Der eine wegen seinem Knie und der andere wegen seiner Zehen. Sie plädieren beide für einen Abstieg via Cabana Sambata.
Bis nach Zarnesti wollen und können sie nicht mehr, obwohl wir morgen Nachmittag (oder Abend) dort ankommen müssten.
Ein Anreiz ist auch nicht mehr vorhanden und richtig überzeugen kann und will ich sie nicht. Denn mit zwei „gehbehinderten“ weiterzulaufen bringt weder die richtige Wanderfreude und birgt möglicherweise auch Gefahren. Letztlich zählt bei solchen Unternehmungen auch immer das schwächste Glied – sowohl am Körper als auch in der Gruppe.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_144.JPG
Seltsam, im Nebel zu wandern!//Einsam ist jeder Busch und Stein,//Kein Baum sieht den anderen,//Jeder ist allein. (H.Hesse)

So steht der Entschluss fest, am Großen Fenster den Abschied vom Fagaras zu nehmen und den endgültigen Abstieg zu beginnen.
Schade! So gibt auch mein vierter Besuch im Fagaras mir nicht die Möglichkeit, den Kamm einmal komplett zu bewandern. Nun gut, wenigstens habe ich nun alle Teilabschnitte mindestens einmal gesehen. Den Rest der Strecke habe ich vor fünf Jahren schon einmal gesehen.

Bis zum Fereastra Mare a Sambatei (2191 m) braucht es noch etwas Zeit. Die Fußlahmheit und das unangenehme Wetter fordern ihren Tribut.

Der Abstieg selbst geht dann sehr zügig vonstatten. Bergab läuft es sich naturgemäß schneller und außerdem haben wir nach wenigen Höhenmetern auch die Wolkendecke und den scharfen Wind über uns gelassen. Schritt für Schritt wird es nun schnell wärmer.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_145.JPG
Rückblick zum Großen und Kleinen Fenster auf dem Fagaras Kamm (linker bzw. rechter Sattel).

An der Sambata-Hütte machen wir Mittag, bevor es dann weiter hinab geht. Mittlerweile ist es schon richtig warm. Wir merken nun wieder, dass wir uns jahreszeitlich doch im Hochsommer befinden.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_146.JPG
Cabana Sambata (1401 m) in mittäglicher Ruhe.


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Abstieg entlang des Baches und durch die Wälder

Am Klosterkomplex Sambata wechseln wir die Klamotten. Zum Glück haben wir uns gestern gewaschen, so dass wir uns getrauen, zu trampen.
W. erbringt im übrigen den Beweis, dass man durchaus 14 Tage in einer Adidas-Jogginghose wandern kann. Für die Stadt traut er sich nun aber doch, seine von den Eltern gestiftete nagelneue JW-Trekkinghose anzuziehen. Gottseidank – der Geruch war nicht mehr auszuhalten ;-)

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_148.JPG
Rückblick zum Fagaras; im Vordergrund die Ansiedlung um den Touristikkomplex Samabat (670 m) und das Kloster Brancoveanu

Wir haben tatsächlich Glück: Nach einiger Zeit hält ein Auto. Obwohl sie in ihrem Golf schon zu dritt sitzen, nehmen sie uns und die großen Rucksäcke bis nach Sambata de Jos mit.
Von hier aus laufen wir die 2km entlang der Fernstraße nach Voila, wo wir uns mit kaltem Bier versorgen und dann den Nachmittag im Schatten auf dem Bahnhof verbringen, um auf den spätnachmittaglichen Bummelzug nach Kronstadt/Brasov zu warten.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Rumaenien_Fagaras_2010_149.JPG
Bei der Einfahrt nach Brasov


In Kronstadt angekommen, muss ich erst einmal feststellen, dass fünf Jahre doch eine lange, lange Zeit sind und viel Veränderung mit sich bringen.
Schon bei der Einfahrt in die Stadt stelle ich fest, dass sich die Grundfläche der Stadt verdoppelt haben muss, so lange ziehen sich die neu erbauten Gewerbegebiete mit all den Super-/Handwerker und sonstigen Märkten, die wir auch aus Deutschland kennen.

Als nächstes Stelle ich fest, dass die Straßenbahn, die die erste Etappe zum Campingplatz gewesen ist, nicht mehr existiert. Huch!?! Nun gut, den dafür eingerichteten Bus ausfindig zu machen, stellt keine so große Herausforderung dar, auch wenn meine Irritation erst einmal groß gewesen ist.

Bald kommen wir auf dem Campingplatz an. Er ist zwar sehr gut befüllt, doch ein Plätzchen für uns findet sich noch. Wir genießen die warmen Duschen und danach das Abendbrot mit reichlich frischem Obst, dass wir zwischendurch noch einkauften.
Nun haben wir noch zwei Tage für Sight-Seeing. So kann ich den Jungs wenigstens noch etwas Kultur zeigen und wir dem vorzeitigem Abstieg etwas abgewinnen.



15.-17. Tag
Die nächsten beiden Tage nutzen wir, um die Innenstadt von Kronstadt/Brasov anzuschauen.
Außerdem unternehmen wir am 15. Tag noch Ausflüge zu den Kirchenburgen nach Tartlau/Prejmer und Honigberg /Harman, was sich mit den Kleinbussen wunderbar und einfach machen lässt.
Am 16. Tag sind wir dann mit der Bahn noch nach Rosenau/Rasnov gefahren, um die dortige Bauernburg anzuschauen.
Wer schon Kronstadt ist, sollte für diese Orte auf jeden Fall noch Zeit einplanen. Es lohnt sich!

Am 17. Tag heißt es dann früh packen, denn der Zug mit dem Kurswagen Bukarest-Brasov-Budapest-München verlässt um 8:30 Uhr den Bahnhof.

Natürlich muss nun noch einmal Murphys Gesetz gelten: In der Nacht geht ein mächtiges Gewitter nieder, was den Campingplatz in eine Schlammwüste verwandelt und uns zwingt, dass klatschnass und verschlammt Zelt in aller Herrgottsfrühe und im Stockfinsteren einzupacken.
Nichtsdestrotz sind wir pünktlich am Bahnhof – allerdings hat der Zug dann eine knappe Stunde Verspätung.

Die nächsten 22 Stunden im Liegewagen nach München geben uns gut Zeit, den Urlaub noch einmal Revue passieren zu lassen und uns von den körperlichen Strapazen zu erholen. Leider gibt es diesen Kurswagen (zur Zeit?) nicht mehr. Schade – er war eine wunderbare Reisemöglichkeit, um sich auf einen Wanderurlaub einzustimmen bzw. von einem gelungenem Urlaub Abschied zu nehmen.

Die letzten Stunden im ICE vergehen dann fast wie im Fluge, so dass wir pünktlich zum Mittag nach 17 Tage wieder daheim einkehren.


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Ich danke all' denen, die hier mehr oder weniger ausführlich gelesen haben, den Kommentatoren und vor allem jenen, die die Geduld hatten, den Reisebericht so Häppchenweise zu lesen. Leider ging es nicht schneller, da es neben Familie und Arbeit dann jener Stunden bedarf, in denen ich noch Kraft und Muse hatte, um zu schreiben, Bilder zu sortieren und zu bearbeiten.

Danke ganz besonders auch an meine beiden Mitreisenden, die sich ohne Erfahrung und Landeskenntnisse getrauten, mit mir mitzukommen und die Freuden und Ärgernisse von Hochgebirgswandern mit mir zu teilen!!

Gassan
12.03.2011, 21:54
Ja toll, meine Stadt, da freut sich das Herz :D

Sehr schöner Bericht.
Der Abstieg war das einzig sinnvolle.
Ich persönlich finde diese steilen Auf bzw. abstiege an der Nordseite auch interessanter als den langwierigen und nicht so spektakulären abstieg über den Hauptkamm zu/von Plaiu Foii.
Ein sehr schöner Aufstieg ist auch, direkt von Moldoveanu über das Valea Vistea mare.
In dem Wunderbaren kristallklaren Bergbach haben wir uns hereingeschmissen weil wir fast den Hitzetod starben. Einfahc nur göttlich :D

Und ja es ist voll mit Praktiker, Carrefour und Kauflands in der Peripherie von Brasov.


Interessanterweise sieht man ziemlich wenig Kundschaft drinnen. Die Wirtschaftskrise hat schon ihre Spuren hinterlassen. Auch sind etliche Luxusvillen entstanden die nun halbfertig in der Landschaft stehen.

volx-wolf
14.03.2011, 09:50
Ja wir sind ca. eine Woche später drauf gewesen zur Zeit der Perseidenschauer (Mörderschauspiel btw.)

Wir waren sowohl 2009 als auch 2010. 09 von West nach Ost, 10 von Ost nach West.
Auf dem letzten Bild, ist wenn man etwas weiter links gucken würde ein kleiner See nicht wahr?

Sorry, Frage übersehen: Der "See" (große Pfütze) ist zu sehen - im unteren Drittel des Bildes und ganz links.

Sicher mögen die Abstiege gen Norden spektakulärer sein, aber schön wäre es schon gewesen, einmal komplett den Kamm abzulaufen.
Oder wenigstens bis zur (ehemaligen) Cabana Urlea zu kommen. Nun gut, ging halt nicht anders. Und die beiden Tage in Kronstadt waren ja auch schön und der Abstieg auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

etak
27.07.2011, 14:59
danke für den schönen bericht.
da werden erinnerungen wach.
1999 sind wir einen ähnlichen weg gegangen.
hier der uralte reisebericht:
http://www.reise-nach-rumaenien.de/Reisebericht-der-SchweigerWG-durch-die-Karpaten.htm

volx-wolf
01.08.2011, 09:48
hihi, den Reisebericht kenne ich sogar schon.
Schön, wie sich dann alles wieder trifft. ;-)

Abt
01.08.2011, 10:54
Danke für den schönen Bericht.
Bei dem Sauwetter hätte mich's nicht so lange dort oben gehalten.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Kopie_von_Kopieren_2_von_Scan_0118.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=63921&title=jk&cat=500)

Die alte Dakerstraße von Sugag bis Rinca über den Urdele-Pass ( eine alte Aufnahme aus dem Jahre 1981) bin ich vor Jahren einmal mit Motorrad getrampt da kein Auto kam, wir sind dreimal umgefallen. Da wird Ebs wohl bald mit mir rüberwollen.
Später bin ich auch den Kamm entlang. Der Berg Micaia (2170m) im Capatiina ist mir kein Begriff mehr; - bist du sicher auch wegen der Höhe? Finde den auch nicht auf der Karte.
Es ist schade, dass ihr die Buila/Vinatorita wegen dem Wetter nicht mehr machen konntet.Da steigt das Capatiina noch mal an und wird felsig und alpin.

volx-wolf
01.08.2011, 11:08
Danke auch für die Rückmeldung. Schön dass es noch ein paar Rumänienfans gibt und sich nicht alles nur um Skandinavien dreht ;-)

Es ist auf jeden Fall weiterhin im Kopf, das Capatanii noch einmal in Angriff zu nehmen. Nur damals hatten wir an diesem Tag, kurz gesagt, einfach die Nase voll.

Die Transalpina dürfte nun vollständig asphaltiert sein, so dass es sich dort ganz gut radeln dürfte ... abgesehen von den Höhenmetern, aber dass scheint ja gewollt ;-)

Zum Micaia, auf der verlinkten Karte ist er drauf ... inkl. Höhenmetern.


Wenn Du meine Route auf der Karte verfolgen willst, so wirf doch einmal die Google Bildersuche mit dem Stichwort "Paring" bzw. "Capatinii"/"Capatanii" an. Das dürften auch in etwa die Karten sein, die Du damals hattest (z.B. die Karten bei Landstreicher (http://www.land-streicher.de/muntii_nostri_dateien/muntii_paring_klein.jpg)).
Und dann sind wir immer dem Roten Band gefolgt.
Zumindest war es der Plan, bis wir in das Capatinii kamen. Dazu aber bald mehr & ausführlich.

Abt
01.08.2011, 14:15
Hallo,ich schreibe gleich wieder zurück.
Heut is Rechn(er)tag.
Ich suche dann noch mal auf der Karte nach dem Berg.
Kann mit meinem Augenlicht oder aber meinem Getränk zusammen hängen.Halb so wild.
Offenbar muss ich schon wieder eine Originalaufnahme des Ur-Urdele in den Safe schließen.
Solange alle von hier zur Haardangervidda fahren, ist die Welt doch in Ordnung. Falls R.doch in Mode kommt, weiche ich nach Bulgarien aus....Was ich natürlich an sich und überhaupt niemanden weiterempfehlen kann...

Abt
01.08.2011, 15:01
einfache Klärung-
auf der Original-Capatiina-Karte (Muntii Nostre Nr. 15) gehts links im Westen vom Cumatura Oltetului bis Brezoi/Calimanesti im Osten und der Micaia liegt noch weiter westlich. Ist auf meiner Karte nicht mehr drauf.Ob das zum Capatiina-Geb. oder zum Paring-Geb. gehört, weiß ich nicht. Auf deiner verlinkten Karte habe ich den Berg gefunden.

volx-wolf
01.08.2011, 22:09
Deine Karte ist diese Karte (http://www.land-streicher.de/muntii_nostri_dateien/muntii_capatinii_klein.jpg), oder? Es ist auch jene, die wir uns ausdruckten und dabei hatten.
So richtig habe ich auch nicht herausbekommen, wo Paring anfängt und Capatanii aufhört (oder andersherum).
Möglichweise ist meine Interpretation der Karten und damit auch dieser Threadtitel falsch und wir waren überhaupt nicht im Capatanii - hatten es nur als Etappenziel.

Und ja, es ist die letzten zehn Jahre, soweit kann ich leider bzgl. Rumänien aus eigener Erfahrung nur zurückblicken, wahnsinnig viel im Umbruch im Lande.
Heb' die alten Fotos gut auf ;-)

Abt
01.08.2011, 23:26
Deine Karte ist diese Karte (http://www.land-streicher.de/muntii_nostri_dateien/muntii_capatinii_klein.jpg), oder? Es ist auch jene, die wir uns ausdruckten und dabei hatten.
So richtig habe ich auch nicht herausbekommen, wo Paring anfängt und Capatanii aufhört (oder andersherum).
Möglichweise ist meine Interpretation der Karten und damit auch dieser Threadtitel falsch und wir waren überhaupt nicht im Capatanii - hatten es nur als Etappenziel. ;-)

Genau, das denke ich. Du hast ja den Weg dort ewig gesucht, vielleicht mal mit der einen und dann mit der anderen Karte.
Ich habe den Curmatura Oltetului (auch) erst für den Urdele-Pass gehalten. Ist aber nur ein Gedanke von mir.
Bei deinen Fagaraschbilden ist mir wieder ein Schauer den Rücken runter.Genau so hat unser Wetter auch ausgesehen damals.
Wir sind aber jedes mal diese Wahnsinnsabstiege runter zu den Hütten.Früh wieder rauf. Dann der Kamm. Das war die Säge an sich.Dazu immer dieses räudige Wetter, kein Brot (1977) und unseren "Juwel" hatte ich schon beim Erstversuch des Aufheizens in eine Erdölfackel verwandelt, aus der periodisch eine halbmeter hohe, rauchende Feuersäule empor schoss und die Töpfe schwarz "veredelte". Zu mindest standen wir immer im Blickpunkt des allgemeinen Interesses. Den Kocher haben wir dann ohne Reue an der Surulhütte verschenkt, nachdem alle Versuche einer Reparatur gescheitert waren.Waldfeuer haben wir bald aus dem FF beherrscht. Die Tour durch das Fagarasch haben wir übrigens von Ost nach West gemacht.

volx-wolf
14.08.2011, 20:19
Ich habe per PM ein paar Fragen zum Paring und Capatanii erhalten, die ich mal an dieser Stelle hier beantworte, damit auch andere etwas davon haben:


Wie gut ist Wasser verfügbar? - Gerade bei Viehwirtschaft bietet sich ja ein Filter an (wäre das erste Mal für mich mit Filter unterwegs...)
Wasser ist ausreichend vorhanden. Filter habe ich noch nie benutzt.
Nach Möglichkeit immer das Wasser soweit wie möglich direkt am Wasseraqustritt entnommen. Für Zweifelsfälle habe ich immer ein paar Tabletten Micro Pur Forte dabei.



Was war der schönste Teil? - werden bei 10 Tagen Wanderzeit kaum Parang, Capatanii und Fagaras komplett schaffen -> Wird evtl auf Parang und Capatanii herauslaufen mit Option Fagaras teilweise.
In 10 Tagen definitiv nicht alle drei Gebirge. Ich denke eher entweder nur Paring + Capatanii oder nur Fagaras (+ evtl. Königsstein).
Bedenkt, dass es auch mal Pausetage wegen schlechten Wetters geben kann. Dass man sich unter Umständen verläuft oder aber langsamer vorankommt, weil jemand ein malades Knie hat..
Am schönsten fand ich letztes Jahr das Paring: Alpin, aber nur wenig begangen.
Fagaras ist sehr schön, aber zumindest im August sind (mir persönlich) dort zuviel Leute unterwegs. Vom Capatanii haben wir ja nur den Beginn gesehen, kann ich mir aber auch sehr schön vorstellen.


Deshalb auch zum Vorankommen: Bin aus den Pyrenäen 15-20km pro Tag gewöhnt im mittelalpinen Teil. Gibt es viele Geröllfelder, etc- die aus 15km-Tagen 8km-Tage machen?
Strecken-Kilometer kann ich schlecht einschätzen. Ist immer abhängig vom Gelände, Wetter und Kondition. In etwa kommt es aber wohl so hin. Damit beantwortet sich aber auch Deine Frage von oben: Alle drei Gebirge komplett dürften mind. um die 250 km sein, was dann 12 - 16 Wandertage beansprucht (kommt mit unseren letztjährigen Erfahrungen hin).
Und Ihr müsst dann ja noch wieder zum Auto zurückfahren, wenn Ihr nicht doch komplett im Zug anreist.



Noch zu Bären+Wölfen: Deine einschätzung? - Die volle Bärennummer mit keine riechende Kleidung, etc. oder einfach Nahrung außerhalb des Zeltes verpackt aufbewahren?
Habe ich noch nie gemacht. Und auch noch nie einen Wolf oder Bären gesehen, noch nicht einmal von Ferne.



Kennst Du die Unterscheide zwischen Sommer und Spätsommer dort bezüglich Wetter, Gewitter, etc? - Habe bisher Temperaturen von 35 Tagsüber bis 2° nachts angenommen...
So warm wird es dort oben bestimmt nicht. In den allerersten Septembertagen habe ich aber auf deutlich unter 2000 m (Cabana Sambeta) schon Frost gehabt.
Berichte von kräftigen Schneefall Mitte September gibt es auch. Sicherlich kein alljährliches Phänomen, aber im Kopf haben sollte man es auch.
Handschuhe, Mütze etc. gehören jedenfalls mit ins Gepäck!




Würde am liebsten von Petrosani bis Brezoi und von Ciineni bis Simbata des Sus laufen---
Halte ich für ambitioniert. Ich bin mir auch nicht sicher, inwieweit von Cainenii bis zum Kamm der Weg überhaupt (noch) ausgezeichnet ist. Könnt in einige Irrungen & Wirrungen ausarten.
Zeitlich auch knapp, da Ihr ja eher nur 9 Tage reine Wanderzeit haben. Alternativ vielleicht ab und zu vom Capatanii-Kamm absteigen und die verschiedenen Klöster am Südhang des Gebirges besuchen? (siehe auch (http://www.karpatenwilli.com/reise53.htm))

pfadfinder
15.08.2011, 00:54
Vielen Dank für die Antworten nochmal!
Der tolle Bericht lässt auf ab und zu besseres Wetter und eine herrliche Tour hoffen.
Wir werden die Nahrung dennoch außerhalb des Zeltes lagern in einem Kanusack - wie ich es gewohnt bin, sicher ist sicher.
Interessant ist auch Deine Umgehung des Strunga Draculi (Teufelskamm?), man nimmt von West nach Ost gehend die nördliche parallele Route und trifft dann hinter dem Niguoi und dem Teufelskamm wieder auf den Weg nach zur Ref. Caltun, ja?!

Schade, dass wir nciht so viel Zeit haben wie ihr, wir müssen uns dann zwischen stärker begangenem Weg mit hochalpinen Anteilen im Fagaras und der Route durch Parang und Capatanii entscheiden - vielleicht kann ich ja einen hübschen Bericht zur bisher "unbekannten" Route im Capatanii liefern;)

Liebe Grüße - Pfadi

Ps.: Habe per Geodreieck eine geschätzte Strecke von 162km Wanderung ermittelt zwischen Petrosani und Sambata, wenn man in Petrosani an der Cabana anfängt und den Zug zwischen Capatanii und Fagaras nimmt. Bin gespannt, wie die Gruppe über die Route diesen Herbst abstimmt...

volx-wolf
15.08.2011, 08:27
Versucht nicht auf "Teufel komm raus" irgendeine bestimmte Strecke zu schaffen.
Klappt sowieso nicht! Irgendetwas ist immer.
Kilometer messen funktioniert zwar, aber damit hast (1.) die Höhenmeter nicht mit dabei und (2.) die vielen, vielen Schlängeleien, die man im Gebirge läuft und damit die Luftlinie schnell einmal verdoppeln.

Deine Frage zum Fagaras ist mir noch nicht ganz verständlich:
Man kann zur Cabana Negiou absteigen (von Westen kommend gibt es zwei, drei Varianten - spätestens am Sebota sollte es geschehen) und dann von dort aus via Hirtenkamin (Strunga Ciobanului) zum Caltunsee. Damit umgeht man sowohl das Kirchendach als auch den Negiou inkl. Teufels- und Damenkamin.
Oder man kann das Kirchendach (Custura Saratii) südlich umgehen, dann vom Serbota nicht ins Kirchendach einsteigen, sondern in der Geröllrinne etwas südlich davon absteigen und dann wieder (noch vor dem Negiou) aufsteigen. Abstieg ist irgendeine alte gelbe Markierung, hochwärts gibt es dann etwas blaues (oder rotes? - habe gerade keine Karte hier). Auf dem Kamm (Cleopatra-Sattel) trifft man wieder auf das Rote Band, mit dem man dann auf den Negiou steigt.

Vom Negiou aus kann man den Teufelskamin (Strunga Dracului südlich umgehen, indem man die Damenkamin (Strunga Doamnei) nimmt (Gelbe Markierung), die dann wieder auf dem Roten Band mündet, wo es dann zum Caltun geht.

PS: Auf (Bild-)Berichte des Capatanii freu ich mich!

volx-wolf
15.08.2011, 09:10
Versucht nicht auf "Teufel komm raus" irgendeine bestimmte Strecke zu schaffen.
Klappt sowieso nicht! Irgendetwas ist immer.
Kilometer messen funktioniert zwar, aber damit hast (1.) die Höhenmeter nicht mit dabei und (2.) die vielen, vielen Schlängeleien, die man im Gebirge läuft und damit die Luftlinie schnell einmal verdoppeln.

Deine Frage zum Fagaras ist mir noch nicht ganz verständlich:
Man kann zur Cabana Negiou absteigen (von Westen kommend gibt es zwei, drei Varianten - spätestens am Sebota sollte es geschehen) und dann von dort aus via Hirtenkamin (Strunga Ciobanului) zum Caltunsee. Damit umgeht man sowohl das Kirchendach als auch den Negiou inkl. Teufels- und Damenkamin.
Oder man kann das Kirchendach (Custura Saratii) südlich umgehen, dann vom Serbota nicht ins Kirchendach einsteigen, sondern in der Geröllrinne etwas südlich davon absteigen und dann wieder (noch vor dem Negiou) aufsteigen. Abstieg ist irgendeine alte gelbe Markierung, hochwärts gibt es dann etwas blaues (oder rotes? - habe gerade keine Karte hier). Auf dem Kamm (Cleopatra-Sattel) trifft man wieder auf das Rote Band, mit dem man dann auf den Negiou steigt.

Vom Negiou aus kann man den Teufelskamin (Strunga Dracului südlich umgehen, indem man die Damenkamin (Strunga Doamnei) nimmt (Gelbe Markierung), die dann wieder auf dem Roten Band mündet, wo es dann zum Caltun geht.

PS: Auf (Bild-)Berichte des Capatanii freu ich mich!

PPS: Hier ist die Strecke von Caineni bis zum Kamm beschrieben - kann mich aber nicht erinnern am Fedelesului irgendeine Auszeichnung gesehen zu haben. (http://www.welcometoromania.ro/Fagaras/Fagaras_Cainenii_Chica_Fedelesului_r.htm)

Abt
15.08.2011, 10:18
Volx-wolf, bist du schon über das "Kirchendach" (Saratakamm)?
Denn meiner Ansicht nach war das für einigermaßen Geübte machbar.
Die Strunga Dracului ist in jedem Jahr mehr ausgewaschen, so dass ich heute dazu nichts aktuelles sagen kann.Auf die Breite des Gepäcks achten.Für die Strungas empfehle ich Lederhandschuhe wegen der Verletzungsgefahr an den Kabeln und Ketten.Stück Reepschnur für Baustellen zum Rucksack herunterlassen oder nachholen.Wir haben damals die Doppeltour von der Bilea zur Surul-Hütte gemacht , weil wir die Schnauze voll vom Wetter hatten.da wäre ein Abstieg nicht in Frage gekommen, von der Zeit her.Aber Hast ist absolut falsch.
Vom Capatiina-Kamm erwarte man nicht allzu viel.Grasland ist mir in Erinnerung und ein umgefallener Wald.
Die Buila fetzt und ist schroff.

volx-wolf
15.08.2011, 10:35
Volx-wolf, bist du schon über das "Kirchendach" (Saratakamm)?


siehe hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46093-RO-Unterwegs-in-den-S%FCdkarpaten-Parang-Capatanii-und-Fagaras&p=794203&viewfull=1#post794203)
Und nein, da es teils Anfänger sind, möchte ich nicht dazu raten.
Jeder der es machen möchte, sollte trittsicher, höhensicher und ausgeruht sein.
Für mich ist es - insbesondere mit Rucksack - definitiv nichts, wie ich letztes Jahr (ohne Rucksack) festgestellt habe.
Aber man kann sich am Sebota ja den Einstieg anschauen und dann selbst entscheiden.

Surul-Hüte steht schon lange nicht mehr, Urlea-Hütte seit Jahren verlassen und gammelt vor sich hin.

Abt
15.08.2011, 11:44
siehe hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46093-RO-Unterwegs-in-den-S%FCdkarpaten-Parang-Capatanii-und-Fagaras&p=794203&viewfull=1#post794203)
Und nein, da es teils Anfänger sind, möchte ich nicht dazu raten.
Jeder der es machen möchte, sollte trittsicher, höhensicher und ausgeruht sein.
Für mich ist es - insbesondere mit Rucksack - definitiv nichts, wie ich letztes Jahr (ohne Rucksack) festgestellt habe.
Aber man kann sich am Sebota ja den Einstieg anschauen und dann selbst entscheiden.

Surul-Hüte steht schon lange nicht mehr, Urlea-Hütte seit Jahren verlassen und gammelt vor sich hin.

Danke für die (für mich)News.Bin nicht jedes Jahr dort vor Ort.
Wir sollten hier mal eine aktuelle Hütteneinschätzug der Regionen machen auch für andere, damit die Touren besser zu planen sind.
Toilette/Bad/Sanitär, Bettqualität,Angebot an Essen,Neubauten,
Besonderheiten.
Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen in pukto Qualität gemacht.

pfadfinder
15.08.2011, 15:08
Versucht nicht auf "Teufel komm raus" irgendeine bestimmte Strecke zu schaffen.


Keine Sorge, versucht keiner - aber es ist schon schön eine Route zu haben, von der man weiß, dass sie mehr oder weniger im Bereich des Realistischen liegt. Und wenn ich mir noch weitere Bilder der Faragas-Kraxelei anschaue, werden eher 8 als 15 Tageskilometer wahrscheinlich-




Deine Frage zum Fagaras ist mir noch nicht ganz verständlich [...]

Vom Negiou aus kann man den Teufelskamin (Strunga Dracului südlich umgehen, indem man die Damenkamin (Strunga Doamnei) nimmt (Gelbe Markierung*), die dann wieder auf dem Roten Band mündet, wo es dann zum Caltun geht.

Hast eine perfekte Antwort gegeben ;)
Mir war nur nicht klar, dass ich die Geröllrinne runter muss, um das Kirchendach zu umgehen und dass ich am östlichen Negoui-Ende wirklich nach Süden absteigen kann, um Strunga Draculi zu umgehen.
*Außerdem sieht man in meiner Karte nur ein blaues Band von Süden über VF. Podeanu kommend, das hinter?! Strunga Draculi und über Strunga Doamnei?! auf das rote Band zur Ref. Caltun führt.

Mal sehen, ob wir uns die Kraxelei geben oder die Parang-Version wählen; wenn Schnee Mitte September fallen sollte, fällt die Entscheidung leichter ;-)


Vom Capatiina-Kamm erwarte man nicht allzu viel. Grasland ist mir in Erinnerung und ein umgefallener Wald.


Es muss ja nichts hochalpines sein, aber der Kommentar klingt ziemlich demotivierend, danke für die Warnung, mal schauen...vielleicht lassen wir wirklich einfach das Wetter entscheiden.


LG - Lenny

volx-wolf
15.08.2011, 15:34
Es muss ja nichts hochalpines sein, aber der Kommentar klingt ziemlich demotivierend, danke für die Warnung, mal schauen...vielleicht lassen wir wirklich einfach das Wetter entscheiden.
LG - Lenny

Och, ich finde nicht, dass es langweilig aussieht klick (http://www.karpatenwilli.com/foto36.htm)

Schnee im Paring kann aber ebenfalls unangenehm werden
Immerhin ist es ähnlich hoch, wenn auch weniger alpin.
Schneefall im Paring kannst Du hier schauen: klick (http://www.jurnalul.ro/webcam/parang-48.html) und hier (http://www.jurnalul.ro/webcam/parang-48.html#267); dürfte auf etwa 1800 m liegen.

Auf selbiger HP sind auch zwei Webcams für den Fagaras (Balea Lac und Transfagaras) - alles so auf knapp 2000m

Bestell Dir doch beim Dimap-Verlag alle Karten die Du brauchst, dann kannst Du besser planen.

Abt
16.08.2011, 08:02
Moutainmaps/Mapsofbalkan - der Händler in Deutschland ist etwas preiswerter

volx-wolf
16.08.2011, 08:16
Nö, die Karten an sich sind teurer.
Nur der Versand ist günstiger. ;-)

pfadfinder
16.08.2011, 09:01
Habe bisher nur Karten gefunden, die 1:70 oder 60000 waren,Parang habe ich einen ordentlichen Maßstab (1:50000)) gefunden. Welche habt ihr die verwendet? - Habter nen Tipp für Königstein?
Bestelle mir dann die gesamte Region...

LG

volx-wolf
16.08.2011, 09:16
Wie gesagt, ich bin immer mit den Karten vom Dimap-Verlag unterwegs.
Die Fagaras ist 1:60.000 (diese (http://dimap.hu/index_eng.php?apps=details_en&m=9&id=74)), dass reicht aber aus. Und schon darauf ist etwas vom Westende des Fagaras "abgeschnitten".
Achtung auch mit der Karte vom Paring: Die geht nur bis zur Straße Transfagaras.
Die alte Paring-Karte (1:100.00) geht bis zur Curmatura Oltetului. Dort setzt dann auch die alte Capatanii-Karte (ohne angegebenen Maßstab- dürfte aber ebenfalls 100k sein) an (eine neue gibt es nicht). Deswegen hatten wir uns zusätzlich zur aktuellen Paring-Karte auch die alte ausgedruckt.
Wie geschrieben, Versand beim dimap ist 10,-€, dafür versichert und als Express - heute bestellt - übermorgen da. Erst per PayPal überweisen, wenn die Bestell-Email kam!

Abt
16.08.2011, 13:28
Habe bisher nur Karten gefunden, die 1:70 oder 60000 waren,Parang habe ich einen ordentlichen Maßstab (1:50000)) gefunden. Welche habt ihr die verwendet? - Habter nen Tipp für Königstein?
Bestelle mir dann die gesamte Region...

LG

Du kannst bei Moutainmaps anrufen, die Karte selber kenne ich nicht.Hatte kaum etwas besseres und es ging auch.
Aber am Königstein kannst du dich kaum verlaufen. Nur Wasser mitnehmen muss man reichlich. Ist sehr wetterexponiert!
Bin vier mal rüber.

Abt
17.08.2011, 12:50
Hallo Pfadfinder,
Zarnesti (Sarnescht gesprochen) ist die Stadt davor.Versucht mal etwas vom großen Gepäck unten zu lassen, zB.in einer Pension in Zarnesti abstellen/zelten. Pension Adler in Zarnesti war 2003 eine gute Adresse, die können deutsch.Das Hotel Plaiul Foii ist ziemlich teuer. Auf den Königstein auch nur bei gutem Wetter hoch,Wetterbericht hören Ist dann aber eine super Tour. Ob ihr den ganzen Kamm an einem Tage schafft,kann ich nicht beurteilen, ist aber möglich. Eventuell eine "Rückbringe" vorher vereinbaren und mit Handi unterwegs Zeit präzisieren.Oben stehen nur ganz kleine Biwakschachteln zur Verfügung! Denkt an sonnenschutz!
Schöne Tour

pfadfinder
17.08.2011, 12:55
Du kannst bei Moutainmaps anrufen.

War bisher zu blöd, eine Nummer zu finden.:p

@Königstein: Werden gleich nach dem höchsten Berg des Königssteingebirges weiter nach Westen laufen bis in das Fagaras hinein. Pensionen sind nciht geplant, zelten ist doch kein Problem, oder?

LG

Abt
17.08.2011, 13:04
.

Abt
17.08.2011, 13:26
Das wilde zelten ist allgemein in Rumänien kein Thema, aber dort...?
2003 war der Nationalpark Piatra Craiului im Aufbau,der Stand heute ist mir unbekannt.Es verändert sich ja alles wahnsinnig schnell dort.Ich geh ganz einfach davon aus, dass es die Möglichkeit zum zelten unten gibt. Oben wegen Gefährdung bei Gewitter ist es nicht ratsam. Kann natürlich bei Willi und unseren Freunden anfragen.
Daher wäre dein aktueller Bericht hier mal super. Meine "Erfahrungen" oder was ich dafür halte, sind leider oft AsbachUralt und oft nicht mehr aktuell.
Wollt ihr dann den ganzen FagaraschKamm machen????
über Rudaritza-Cumatura Zirneii - Vf. Dara usw? Na, Hut ab, wenn Ihrs schafft.

Schmetterlings Bericht steht ja hier weiter vorne.

Vegareve
17.08.2011, 13:30
Habter nen Tipp für Königstein?

LG

Naja, kommt darauf an. Eine Überschreitung ist ganz hübsch, übernachten an der Hütte Curmatura, dann Nordgrat bis La Om und dann runter auf die sogenannten "Lanturi" (Ketten) bis Plaiul Foii. Geht aber gut ohne viel Gepäck. Wenn ihr das gesamte Gepäck dabei habt, dann eher Rundgang von Plaiul Foii und wieder runter oder eben von der anderen Seite (wobei ich mir nicht sicher bin, ob man von La Om, das ist die Mitte des Grates und die höchste Spitze, wieder runter nach Curmatura kann und der ganze Grat in einem Tag ist auch ziemlich schwierig).
Abgesehen von dem klassischen Weg auf dem Grat und ein paar Abstiegswege ist das Gebirge eher schlecht bis gar nicht markiert, also nichts improvisieren! Es haben sich schon richtige Kenner dort verirrt und die Abgründe sind tief :bg:. Ansonsten, mein lieblings Berg in den Karpaten :p.

Ah: zelten in Königstein geht gut bei Plaiul Foii und auch bei der Hütte Curmatura (es gitb auch ein paar Notbiwakschachtel), wild im Wald ist eher heikel, Bärgefahr! Geklaut wurde auch schon mal....Auch wenn ihr bei Curmatura zeltet, Essen eher nicht im Zelt lassen sondern etwas abseits auf den Bäumen hängen, ist sicherer.

Abt
17.08.2011, 13:36
Cabana Cumatura ist 1400m hoch gelegen, sind also nur noch knappe 1000 m Anstieg. Paar Ketten und Kabelstellen sind auch drin. Also das mit vollem Gepäck... na ja.
Das mit den Esswaren halte ich für übertrieben, bestenfalls werden die von umsichtigen "Tigani" nachts eingesammelt. Grizzlys gibt es dort nicht.

Ja einverstanden, Liebe Mods vielleicht könnt Ihr es rüberschaufeln?

volx-wolf
17.08.2011, 13:41
Wieso kommt Ihr jetzt auf Königsstein und Begehung des Fagaras von Osten aus?

Sehr ausführlich ist es alles jedenfalls hier (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?37307-RO-Auf-rotem-Band-durch-die-Karpaten) beschrieben.
Sollte dann aber vlt. in einen neuen Thread, denn Königsstein hat mit Paring etc. nichts zu tun.

pfadfinder
17.08.2011, 23:40
Jap - hat mit dem Reisebericht auch nichts zu tun, hast recht.
Werde dort unten bestimmt öfter wandern gehen in den nächsten Jahren, die Gruppe hat sich für Parang und Capatanii bei Schneefall entschieden und Königstein mit direktem Übergang zum gesamten Kammdurchlauf des Faragas bei stabiler Wetterlage zu Tourbeginn. Sollten wir nicht den ganzen Kamm+Königstein schaffen in 9Tagen plus 1-2Reservetagen, steigen wir vorher aus dem Kamm aus. Haben uns gedacht, dass die steilsten Dinger bei Ost-West-Richtung zum Schluss kommen wenn die Rucksäcke 6kg weniger wiegen:p

LG

Abt
18.08.2011, 06:13
" die Gruppe hat sich für Parang und Capatanii bei Schneefall entschieden und Königstein mit direktem Übergang zum gesamten Kammdurchlauf des Faragas bei stabiler Wetterlage zu Tourbeginn. Sollten wir nicht den ganzen Kamm+Königstein schaffen in 9Tagen "

Ach Pfadfinder, mich biegt es vor lachen...
aber eine Frage, seid Ihr mit Kindern unterwegs?
vielleicht macht ihr dann lieber ne Kultur-Variante,gibt ja viel zu sehen.Wann fahrt Ihr denn?
schönes Wetter

volx-wolf
18.08.2011, 07:52
" die Gruppe hat sich für Parang und Capatanii bei Schneefall entschieden und Königstein mit direktem Übergang zum gesamten Kammdurchlauf des Faragas bei stabiler Wetterlage zu Tourbeginn. Sollten wir nicht den ganzen Kamm+Königstein schaffen in 9Tagen "

Ach Pfadfinder, mich biegt es vor lachen...
aber eine Frage, seid Ihr mit Kindern unterwegs?
vielleicht macht ihr dann lieber ne Kultur-Variante,gibt ja viel zu sehen.Wann fahrt Ihr denn?
schönes Wetter

Warum so hochnäsig?
Finde an der Entscheidung nichts auszusetzen, außer dass ich mir auch Paring bei (stärkerem) Schneefall überlegen würde. Aber umdrehen geht dort ja problemlos.
Lieber mit Reserven planen und sich freuen, wenn's ein Kilometer mehr wird als die Rettung aktivieren zu müssen.

Abt
18.08.2011, 10:28
Warum so hochnäsig?
Finde an der Entscheidung nichts auszusetzen, außer dass ich mir auch Paring bei (stärkerem) Schneefall überlegen würde. Aber umdrehen geht dort ja problemlos.
Lieber mit Reserven planen und sich freuen, wenn's ein Kilometer mehr wird als die Rettung aktivieren zu müssen.

Hochnäsig? wie kommst du darauf. Aussitzen und warten bis Schnee weg ist.
Ziehe mich aber von der Disskusion zurück.

volx-wolf
18.08.2011, 11:07
Hochnäsig? wie kommst du darauf. Aussitzen und warten bis Schnee weg ist.
Ziehe mich aber von der Disskusion zurück.

Warum im Zelt rumsitzen, wenn Alternativen möglich sind und dies von vornherein per Wetterbericht entschieden werden kann? Bei nur 9 Tagen Wanderzeit besser.

Abt
18.08.2011, 13:20
Mir macht es ja doch Spass mit dir zu disskutieren.
Aber oben aussitzen schrieb ich ja nun nicht.Die Alternative zwischen den zwei benachbarten Gebirgen fand ich lustig.Wie die Wahl zwischen Pest und Colera. Wenn Schneefall ist oder war rate ich zur KulturTour. Da bieten sich ne Menge Möglichkeiten.Wenn das Wetter von der Siebenbürger Seite kommt, also runter nach Oltenien. Polovragi/Horezu/Govora/Cozia/Calimanesti. Das sind alte Klöster am Südrand. liegen aber auch paar km auseinander. Cozia kann man auch als Ausgangsort zu einem neuen Fagarasch-Angriff nehmen und da gibts auch ein feines kleines Gebirge.Das liegt im Olttal an der Eisenbahnstrecke.
Im Siebenbürgener Raum bieten sich natürlich auch paar Objekte an, aber die sollten erreichbar sein, so dass Pfadfinder schnell vor Ort ist. Sibiu ist direkt verbunden und liegt im Norden.
Zugfahren innerhalb Rumäniens ist sehr preiswert.

pfadfinder
18.08.2011, 17:52
Also was ich von Capataniikamm gesehen habe scheint auch bei Schnee machbar zu sein. Und mit Parang meinte ich eigentlich eine Rückroute vom Capatanii nach Petrosani unter 2000m.
Sind keine Kids dabei, aber mit fetten Rucksäcken habe ich null Bock da oben im Schnee zu sitzen und unter Zeitdruck zu geraten, gerade wo MEINE Freundin nicht mitkommt ;-)

Interessant fände ich noch zu erfahren was ihr so für das Laminieren und den Druck bezahlt habt.
LG

volx-wolf
19.08.2011, 12:38
Also was ich von Capataniikamm gesehen habe scheint auch bei Schnee machbar zu sein. Und mit Parang meinte ich eigentlich eine Rückroute vom Capatanii nach Petrosani unter 2000m.
Sind keine Kids dabei, aber mit fetten Rucksäcken habe ich null Bock da oben im Schnee zu sitzen und unter Zeitdruck zu geraten, gerade wo MEINE Freundin nicht mitkommt ;-)

Interessant fände ich noch zu erfahren was ihr so für das Laminieren und den Druck bezahlt habt.
LG

Ausgeschildert im Paring ist nur der Hauptkammweg, der über 2000m liegt und die diversen Zu-/Abstiege. Aber es sollte sich auf jeden Fall eine interessante Route finden lassen!

Farbiger Ausdruck auf A1 und laminieren hat uns 25,-€/Karte gekostet (weiteres siehe den Thread "Karten laminieren").



Wenn das Wetter von der Siebenbürger Seite kommt, also runter nach Oltenien. Polovragi/Horezu/Govora/Cozia/Calimanesti. Das sind alte Klöster am Südrand.

schrieb ich doch schon:

Zeitlich auch knapp, da Ihr ja eher nur 9 Tage reine Wanderzeit haben. Alternativ vielleicht ab und zu vom Capatanii-Kamm absteigen und die verschiedenen Klöster am Südhang des Gebirges besuchen? (siehe auch (http://www.karpatenwilli.com/reise53.htm))


PS @Alibotusch: Mit Aussitzen wird hier im Forum schon i.d.R. das Abwettern im Zelt gemeint. Fällt mir schon schwer, aus Deinen paar (Halb-)Sätzen in den verschiedenen Postings herauszulesen, was Du jetzt wohl meinst...

Abt
19.08.2011, 13:56
Aussitzen ist für mich das Abwarten und Zeit möglichst sinnvoll überbrücken.Ich meine nicht das loslaufen auf Teufel kravallo in den Schnee hinaus bei unsichtigen Wetter.
Die Zeit eben mit Kultur ausfüllen.Darin unterscheiden sich unsere Bergfahrten anscheinend grundsätzlich.Das OltTal hat etwas zu bieten
an Kirchen, Klöstern und ist gut zu erreichen.
ich bin etwas bei Pfadfinder an der Reihenfolge vom Paring ->Capatiina ins stolpern gekommen.

volx-wolf
02.10.2011, 18:02
Wer sich den Reisebericht lieber ausdruckt, der sei darauf hingewiesen, dass bei www.karpatenwilli.com der Reisebericht als pdf (http://www.karpatenwilli.com/Suedkarpaten.pdf) hochgeladen ist.