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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer in uk !!??



Beagle
29.08.2010, 23:38
:nixda:hallo,

bin total unsicher und benötige hilfe. ich gehe im sep. nach schottland ( whw ) und habe auch nartürlich trekkingmesser dabei. jetzt habe ich auf der seite von das außwärtige-amt gelesen wenn messer bei jem. gepäck gefunden werden droht eine sofortige verhaftung und hohe strafen?

wisst ihr was? stimmt das so? oder kann ich als wanderer das mit nehmen?:nixda:

derMac
30.08.2010, 00:10
Der Engländer würde wohl sagen: "It depends (http://www.direct.gov.uk/en/CrimeJusticeAndTheLaw/Typesofcrime/DG_181675)". Aber mit nem "Trekkingmesser" hast du gute Chancen.

Mac

Beagle
30.08.2010, 00:17
hmm? na was versteht man unter trekkingmesser.?? das was ich eben sonst immer dabei habe ( klinge 10 cm )

ich finde nirgendwo im internet eine information:(

derMac
30.08.2010, 00:22
In meinem Link steht die Information, sogar ziemlich offiziell. Und mit einem feststehenden Messer mit 10 cm Klinge hast du gute Chancen eingesperrt zu werden und eine hohe Strafe zu bezahlen. Aber sicher ist das nicht, vll. kommst du auch durch. http://www.smilies.4-user.de/include/Girls/smilie_girl_253.gif

Mac

Beagle
30.08.2010, 00:26
danke dir sehr nett.
na dann muss ich wohl ein kleines messerCHEN mit 7 cm also ein kleines taschen messer mitnehmen. so wie ich das verstanden habe ist bis 7 cm wohl frei!

Stompy
30.08.2010, 00:30
Soweit ich mich erinnere:

Klingenlänge in UK max. 7,5 cm. (Zoll Einfuhr) - Wie genau kontrolliert wird, lasse ich mal dahin gestellt ;-), aber wenn... dann kann...
In der Stadt (public) Messer in den Rucksack, nicht "griffbereit" am Mann - ist verboten.

Auf dem WHW selbst dann, wird das ganze mit Sicherheit entspannter gesehen.
(reason to use)

War jetzt schon öfters in UK, immer mit nem Schweizer Messer = 7,5 cm
Für was braucht man eigentlich mehr?

Beagle
30.08.2010, 00:35
ja hab das jetzt auch gelesen gerade. also ein kleines messer bis 7 cm im rucksack ist erlaubt.:roll: ist zwar ned schäää aber wir wollen ja wandern ( nicht ins kitchen :)

JoKa
30.08.2010, 02:39
Muss das dann ein reines Klappmesser sein oder ist auch eine feststellbare Klinge erlaubt?

swift
30.08.2010, 10:41
Tja, ein Grund mehr nicht in UK Urlaub zu machen. :baetsch:

Stompy
30.08.2010, 10:44
Tja, ein Grund mehr nicht in UK Urlaub zu machen.

Wer meint eine Machete unterwegs zu brauchen... :ignore:

Beagle
30.08.2010, 10:53
guten morgen,

ich wollte keine sau schlachten oder auf ziegen los gehen..... wollte nur nicht extra ein kleines taschenmesser kaufen. da ich wie gesaht ja schon ein sehr gutes habe. aber eben mit 10 cm.:o

danke

Nic
30.08.2010, 17:29
Tja, ein Grund mehr nicht in UK Urlaub zu machen. :baetsch:

Den "Verlust" werden wir verkraften...

MAW82
30.08.2010, 20:15
Ich schildere mal kurz meine, leider negativen, Erfahrungen mit meinem (ehemaligen) Trekkingmesser:

Ich hatte vor einer halben Ewigkeit zur Konfirmation von meinem Onkel ein Messer geschenkt bekommen. Der hatte das Messer selber geschmiedet/angefertigt. War ein sehr schönes und hochwertiges Messer mit einer Klingenlänge von 6,8cm. Das Messer ist mir über die Jahre echt ans Herz gewachsen und war mit vielen Erinnerungen verknüpft. Ich hatte es quasi immer dabei wenn es mal wieder auf Reisen ging.
2008 bin ich dann mit meiner Freundin nach Schottland. Am Eurostar-Terminal in Paris wurde unser Gepäck durchleuchtet. Der Sicherheitsbeamte wollte das Messer kurz sehen und gab es dann aber kurzerhand wieder zurück.
Probleme gab es dann bei der Ausreise in London. Am Eurostar-Terminal wurden unsere Rucksäcke durchsucht und das Messer konfisziert, mit der Begründung das dieses in England nicht erlaubt sei. Ich habe argumentiert, gefleht usw., half alles nichts. Die Beamtin hat das Messer dann in einen großen Plastikbehälter geschmissen, der war schon voll mit allerhand Zeug. Mehr konnte ich dann auch nicht tun, da wir unseren Zug ja nicht verpassen durften.
Das Tragische ereignete sich dann als meine Eltern uns unerwarteter weise am Stuttgarter Hauptbahnhof abholten. Mein Onkel war in der Zeit als wir auf Reisen waren verstorben.
Das ganze hinterlässt heute noch ein Gefühl der Trauer und vor allem Wut auf die Willkür der Behörden.

Mein Rat:
Nimm in Länder mit strikten Regeln nur ein Messer mit welches keinen großen Wert für dich hat und deutlich die Bestimmungen erfüllt.

Gruß

Michi

Leitwolf
30.08.2010, 21:15
Moin! Ich war letztes in Jahr in England (Essex). Generell Gilt mit kleinen Klappmesser (Schweizer) oder auch Multitool (diese bilden von der Feststehenden klinge eine ausnahmen da sie Werkzeug sind) bist Du auf der Sicheren Seite.
Nun Zur Theorie:
Feststehende Messer (Dazugehören auch arretierbare Messer wie das Opinel!) dürfen nur Personen ü18 getragen werden, das ergab unsere Recherche und auch nur bis zur Bestimmten Klingen länge (also Dürfte ein Jugendlicher kein Brotmesser führen :ignore:.
Nun ja nun zur Praxis: Wir warmen im Gillway Park, (der eine oder andere wird von diesem Zeltplatz evtl schon mal gehört haben) und einer der Staffs hat auf unserem Gelände ein Opinell gefunden, und mir klar zu verstehen gegeben das dieses Messer in GB verboten ist und tatsächlich dazuführen kann eingesperrt zu werden, ob sich das jetzt nur auf Personen unter 18 bezog kann ich nicht sagen, (weil ich so perplex war hab ich nicht weiter nachgefragt) aber da er ja mit mir gesprochen hat denke ich schon. Ich habe das Fundstück an mich genommen und versprochen es unter Verschluss zu halten dann meinter er wäre schon ok da wir ja nicht in der Öffentlichkeit waren.

Das Kuriose: Bei dem Messer War die Arretierung defekt, das Messer konnte nicht festgestellt werden, aber das war egal denn Bauart bedingt konnte man es mal, auch wenn es jetzt nur noch wie ein Schweizermesser ist.

Fazit:
Passe auf wie sichtbar Messer getragen werden
Passe auf Wo Du bist (In London Kritischer als im Wald denke ich, obwohl da die strafen für alles möglich an den Eingängen zu den Wäldern hängen und IMENS sind!)
Es kommt drauf an wer dich "erwischt"
Ich Würde in England nur ein Schweizer Messer oder mein Viktorinox mitnehmen, das reicht und zur not nen Normales Küchenmesser mit ins Topfset.

Gruß Leitwolf

bmwboxer
30.08.2010, 21:52
Ich bin mit einer Schottin verheiratet - soviel zu meinem Praxisbezug. In Glasgow ist noch vor Verkehrsunfällen die Todesursache Nr.1 "Knifestabbing" bei männlichen Jugendlichen unter 25. Ein Messer zu tragen und kein Angler oder Jäger zu sein ist nicht angebracht. In Glasgow nicht, in London nicht, auf dem Land nicht - auch beim Hiken. Die Polizei versteht da überhaupt keinen Spass. Mit einem nicht feststehenden Messer à la kleines Victorinox kommst du wahrscheinlich durch. Alles andere würde ich daheim lassen. Wir sind den Cateran Trail auch ohne durchgekommen.

Lies mal das hier http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/scotland/8566140.stm
dann lässt du deines daheim!

Beagle
31.08.2010, 01:22
danke für die viele tipps. :)

ich nehme nur ein schweizer taschenmeser...die roten zum einklappen .
so wichtig ist das messer nun auch wieder nicht :bg:

Komtur
31.08.2010, 09:02
Einfach mal hier im Forum suchen, darüber wurde schon vielfach geschrieben.

Erlaubt sind Klappmesser mit einer nicht-arretierbaren Klinge und einer Klingenlänge von weniger als 7,5cm.
Und dies nur dann, wenn nicht im direkten Zugriff.

Also beim Wandern im Rucksack. (Auf dem Zeltplatz darf man es natürlich rausholen und seinen Käse damit schneiden).


Wer so ein kleines Messer in der Stadt in der Hasentasche trägt kann schon ein Problem bekommen. Mit einem verbotenen Messer bekommt man die Probleme mit Sicherheit.

Natürlich gelten Letherman etc. als Werkzeuge, trotzdem darf deren Klingenlänge nicht über 7,5cm liegen und es gibt daher eine Extra-UK-Version, die den Gesetzen dort entspricht.
Auch bei Leathermans ist man dort strenger geworden, da vor 3 oder 4 Jahren eine junge Frau vergewaltigt und mit einem Leatherman getötet wurde.


Ausserdem: Ich wundere mich immer wieder, was so manche mit Riesen-Survivalmessern dort vor haben. Man ist dort wohl einsam unterwegs, aber nicht in der Wildnis, so das man Bäume fällen oder Speere bauen müsste um Wildschweine zu erlegen.
Ein Klappmesser mit 5cm Klinge reicht schon vollkommen aus.

.

Rollo
31.08.2010, 10:52
Wenn ich in GB ein Brotmesser (oder sogar nur ein normales Besteck) im Haushaltswarenhandel kaufe, wie transportiere ich das nach Hause?
Brauch ich dafür eine Gehnemigung? Sicherheitstransport? Nur von zertifizierten Logistik Unternhemen? :ignore:

Was mache ich wenn ich umziehe? Wie transportiere ich dann meinen Küchenausstattung? :(

Die spinnen, die Briten! (Ok, nicht nur die :bg:)

derMac
31.08.2010, 11:21
Ausserdem: Ich wundere mich immer wieder, was so manche mit Riesen-Survivalmessern dort vor haben. Man ist dort wohl einsam unterwegs, aber nicht in der Wildnis, so das man Bäume fällen oder Speere bauen müsste um Wildschweine zu erlegen.
Ein Klappmesser mit 5cm Klinge reicht schon vollkommen aus.
Mit einem Messer mit 5 cm Klingenlänge kann man z.B. nicht wirklich Brot schneiden. Aber in England ist das auch egal, die wissen ja eh nicht was Brot ist.

Mac, der dieses "wozu brauche ich ein Messer" nicht mehr hören kann

bmwboxer
31.08.2010, 12:21
Wenn ich in GB ein Brotmesser (oder sogar nur ein normales Besteck) im Haushaltswarenhandel kaufe, wie transportiere ich das nach Hause?
Brauch ich dafür eine Gehnemigung? Sicherheitstransport? Nur von zertifizierten Logistik Unternhemen? :ignore:

Was mache ich wenn ich umziehe? Wie transportiere ich dann meinen Küchenausstattung? :(

Die spinnen, die Briten! (Ok, nicht nur die :bg:)


Zynismus hilft hier nicht weiter. Glaub mir: Die können schon unterscheiden ob du umziehst, beim einkaufen bist oder abends den Bouncer vor dem Pub abstechen willst.

Komtur
31.08.2010, 12:34
Mit einem Messer mit 5 cm Klingenlänge kann man z.B. nicht wirklich Brot schneiden. Aber in England ist das auch egal, die wissen ja eh nicht was Brot ist.

Mac, der dieses "wozu brauche ich ein Messer" nicht mehr hören kann


Oh ja, mit einer 5mm dicken, gerade geschliffenen Hunter-Klinge kann man ja auch sooo gut Brot schneiden.
Dieses Argument ist ja wohl vollkommen lächerlich.


In UK ist auch das tragen von Brotmessern Outdoor verboten.
bread knife robber (http://www.harrowtimes.co.uk/news/4858293.Bread_knife_robber_jailed_indefinitely/)

Bezüglich "Klappmesser":
"According to the policeman who lectures our new students at the start of each year, it is not legal to carry any form of knife, even a pen knife if the searching officer decides you are intending to use it as an offensive weapon.

Apparently that is entirely up to them to decide. Basically he said if you're a young man caught with one at a random metal detector on the tube you'll probably get done, unless for example you're carrying a backpack clanking with pans and a tent and have a convincing story about going camping."


Vielleicht ist es auch nur Übung? Zumindest kann ich vor dem Zelt, auf der Wiese mit einem 7,5cm Messer Brot schneiden. Auch wenn es nicht zu 100% exakt gleich dick ist.


Dirk, dem das rumgejammer a la "Ich brauche aber immer mein Rambomesser" auf den Sack geht

;-)

khyal
31.08.2010, 12:41
Mit einem Messer mit 5 cm Klingenlänge kann man z.B. nicht wirklich Brot schneiden...

Da dachte ich spontan auch dran, dazu kommt, wenn man, wie ich, haeufig mit frischen Gemuese kocht, dann braucht man auch ne vernueftige Klingenlaenge, wenn man nicht erst am naechsten Morgen mit dem Schnibbeln fertig sein will...wobei ich auf Reisen mein Kochmesser meist beim Kochzeug / den Lebensmitteln und nicht im "direkten Zugriff" habe...

Gruss

Khyal

Grauwolf
31.08.2010, 12:48
Sorry Komtur,
aber nur weil man ein Feststehendes Messer mit einer Klingenlänge über 7 cm hat, und dies gerne mit auf Fahrt nimmt, muss es kein Rambomesser sein.

Mein altes Takelmesser hat eine Klingenlänge von ca. 13 cm.
Die Breite des Klingenrückens schätze ich mal auf einen mm oder weniger.
Damit kannman in der Tat hervoragend Brot schneiden. (habe zwar zuhause ein Brotmesser, nutze es aber so gut wie nie)
Und wenn ich mit dem Takelmesser wirlich jemand erstechen wollte, muss ich wirklich aufpassen: wenn ich nämlich eine Rippe des Opfers treffen sollte, ist aufgrund des Griffs die Gefahr groß, das ich abrutsche und mir selbst in die Hand schneide.

Fazit: nicht jedes großes Fahrtenmesser über 10 cm ist ein Old Shatterhand Bowie Messer mit dem man Problemlos auch nem Büffel das Genick durchsäbeln kann. Und wer mit dem Begriff Takelömesser nichts anfangen kann: wird bei Globi als Matrosenmesser oder so angeboten.

Aber mal Back on Topic:
Generell würde ich niemals ein feststehendes oder arretierbares Messer mit nach England nehmen. Wir hatten mit den Pfadis damals das Glück, das uns erlaubt wurde die Opinels in den Rucksack zu tun. Aber das ist nun auch schon gut und gerne 17-18 Jahre her, und auf so verständnisvolle Polizisten würde ich nicht hoffen.

Gruß
Martin

Torres
31.08.2010, 12:52
Danke für die Info, das wusste ich noch nicht. Jetzt muss ich mal ausmessen.

Immer wieder erstaunlich, welche Unmutsäußerungen Regeln in diesem Forum hervorrufen. :o Übrigens: Auch in Hamburg St.Pauli sind Messer tabu und zwar alle - Waffentrageverbot. Und das gilt auch für BROTMESSER!, Küchenmesser, Schweizer Messer etc. solange sie nicht (original)verpackt im Rucksack oder Koffer transportiert werden.

derMac
31.08.2010, 13:24
Oh ja, mit einer 5mm dicken, gerade geschliffenen Hunter-Klinge kann man ja auch sooo gut Brot schneiden.
Dieses Argument ist ja wohl vollkommen lächerlich.
Stimmt, das ist lächerlich. Aber das war nicht mein Argument, das hast du dir einfach nur ausgedacht. :roll:


Dirk, dem das rumgejammer a la "Ich brauche aber immer mein Rambomesser" auf den Sack geht
Niemand hat hier so rumgejammert, du scheinst da Halluzinationen zu haben.

Mac

Rollo
31.08.2010, 13:25
Wie ziehen die Leute in St. Pauli dann um? Mit 'original verpackt' wird es vielleicht schwierig nach 20 Jahren.

Interessiert mich wirklich!

Sich bloß zu verlassen auf: 'Wird schon keiner merken' kann's ja nicht sein. Wo ergibt sich aus den Gesetzen die entsprechnde Ausnahme? Wo unterscheidet sich Grauwolfs (oder auch mein) Takelmesser vom Brotmesser in der Küchenschublade/Umzugskarton/Wohnmobilschublade/Küchenbeutel im Rucksack?

Komtur
31.08.2010, 15:52
Sorry Komtur,
aber nur weil man ein Feststehendes Messer mit einer Klingenlänge über 7 cm hat, und dies gerne mit auf Fahrt nimmt, muss es kein Rambomesser sein.

Das ist mir schon klar. ;-)

Nur wenn Argumente kommen wie "Ich kann mein Brot dann nicht schneiden" ....

Extra für Schottland habe ich ein Klapp-Messer mit 7,5 cm Klinge und Wellenschliff - damit kann man herovrragend Brot, Gemüse und Fleisch schneiden.



Stimmt, das ist lächerlich. Aber das war nicht mein Argument, das hast du dir einfach nur ausgedacht. :roll:

... klar. Daran denke ich bei dem Argument "Brot". ;-)



Niemand hat hier so rumgejammert, du scheinst da Halluzinationen zu haben.

Bleib mal locker.
Das:

Mac, der dieses "wozu brauche ich ein Messer" nicht mehr hören kann
hört sich für mich wie rumjammern an.

Ich kann es halt nicht mehr hören, wenn alle möglichen Argumente vorgebracht werden, um ein möglichst großes und scharfes Messer zu rechtfertigen.
Man wird doch wohl mal 10km von der Zivilisation entfernt für 1 oder 2 Wochen mit einem kleinen Messer auskommen. Oder ist es dort überlebenswichtig?


Das eigenartige ist ja, dass ein "Deutscher" nach Schottland fährt und dann ein "großes" Messer benötigt, die Schotten selbst aber seit vielen Jahren mit kleinen Messern durch die Highlands stapfen und kein Problem damit haben.
Sie schälen damit Kartoffeln, zerteilen ein Angus-Steak und schnibbeln Gemüse ... alles mit weniger als 7,5cm Klingenlänge.


Einfach mal zum nachdenken ;-)


.

Homer
31.08.2010, 15:56
die Schotten selbst aber seit vielen Jahren mit kleinen Messern durch die Highlands stapfen und kein Problem damit haben.
Sie schälen damit Kartoffeln, zerteilen ein Angus-Steak und schnibbeln Gemüse ... .

die schotten sind auch hart gesotten...:bg:
ich kenne einige, die würden das black angus auch mit nem teelöffel schachten...
zur not auch ohne:ignore:

derMac
31.08.2010, 16:01
...ein möglichst großes und scharfes Messer...
http://www.smilies.4-user.de/include/Girls/smilie_girl_004.gif

Grauwolf
31.08.2010, 16:41
Das eigenartige ist ja, dass ein "Deutscher" nach Schottland fährt und dann ein "großes" Messer benötigt, die Schotten selbst aber seit vielen Jahren mit kleinen Messern durch die Highlands stapfen und kein Problem damit haben.

Liegt wahrscheinlich daran, das die dort kein gscheites Brot kennen. :bg:
Ne, mal ehrlich, ich lass mein Takelmesser mittlerweile auch zuhause, gerade weil ich den Stress vermeiden will. Aber komisch finde ich es halt schon. Ander Länder andere Sitten halt.
Ich hoffe das es in Deutschland nicht auch soweit kommt. Bin doch bekennender Opinel Fan.

bmwboxer
31.08.2010, 17:47
und was bitteschön hat Opinel mit Messer zu tun.... ;)

Pfad-Finder
31.08.2010, 19:23
Die Messerpraxis im Mai/Juni 2010 in schottischen Hostel-Selbstversorgerküchen:

Hostel A, in einer mittelgroßen Stadt in den Highlands: Hinweis, dass Messer für den Küchenbedarf an der Rezeption erhältlich sind.

Hostel B, ebenfalls in einer mittelgroßen Stadt, dto. Highlands: Verschiedene Messer mit bis zu ~20 cm Klingenlänge hängen in der Küche offen zugänglich herum. Auch die Eingeborenen müssen eben mal einen Salatkopf zerteilen.

Mein Fazit: Einfach mal den gesunden Menschenverstand einschalten und überlegen, wo es vor dem Hintergrund von "Knife crime" und einschlägiger Gesetzgebung klug bzw. unklug sein könnte, mit einem wie auch immer gearteten Messer in welcher Zugriffsnähe rumzulaufen. In Glasgow würde ich auch ein kleines Victorinox tief im Rucksack verbuddeln, auf Cape Wrath habe ich keine Bedenken, es außen am Rucksack festzuklipsen.

Pfad-Finder

markrü
31.08.2010, 19:42
Jetzt muß ich mich ja mal outen:

Ich war schon mehrmals kurz davor, mir ein klappbares Brotmesser zu kaufen. Der Grund, wieso es immer noch beim Händler liegt, ist, dass ich die Klinge (ca. 10cm) für ein Brotmesser zu klein finde... :ignore:

Dazu muss ich vielleicht noch sagen, dass ich gerne outdoors selbst Brot backe. das kann dann schonmal etwas - ähh - fester sein.

Markus

renntier
31.08.2010, 22:34
Kleiner Tipp vom Renntier:

In England kann man auch geschnitten Brot kaufen... :grins:

Nun noch kurz zum eigentlichen Thema. Als wir vor 2 Jahren auf dem WHW waren, hat man uns bei der Einreise ein komplett neues Wenger Swiss Army Knife angenommen, weil die Klinge zu groß war. Darüber hinaus haben wir satte 5 Stunden am Flughafen verbracht. Am Ende wurde zum Glück keine Anzeige erstattet und wir sind noch einmal mit einem blauen Auge und einem fehlenden Messer davongekommen. Ich würde jedem raten gar kein Messer mit nach GB zu nehmen. Für unsere nächste Schottland Tour haben wir uns vorsichtshalber schon mal die hier gekauft:

http://www.victorinox.com/product/1/100/1001/0.6163

dvi
31.08.2010, 22:56
Man wird doch wohl mal 10km von der Zivilisation entfernt für 1 oder 2 Wochen mit einem kleinen Messer auskommen. Oder ist es dort überlebenswichtig?
Naja, das Problem ist halt "klein". Mein Victorinox Taschenmesser würde ich sehr wohl als klein bezeichnen, aber dank 8 cm Klinge wäre es in UK verboten. Noch dazu ist es feststellbar. Aber jetzt Brote, Semmeln oder sonstwas mit einer kleineren Klinge schneiden zu müssen fände ich sehr nervig. Klar, Alternative ist halt: keine Semmeln essen...

Aber ja, zum Brote schneiden ist es, vor allem aufgrund des Wellenschliffs, deutlich besser geeignet als ein 13 cm Fällkniven S1 :grins:

lina
01.09.2010, 00:02
Englische Semmeln aufschneiden geht eh nicht :bg: Besser: Oben und unten umfassen, dann einmal kurz ziehen. Das Packmaß ist hingegen genial und die Polsterwirkung auch :ignore:

Magua
01.09.2010, 10:40
Ich finds immer wieder komisch das Ray Mears & Co mit ihren Bushcraft Klingen rumlaufen dürfen, ich aber nicht mit einem besseren Zahnstocher über die Grenze komme, um denen Gesellschaft zu leisten... Wie machen das Messermacher, oder Verkäufer die mit ihrer Rolle einreisen wollen?

Darf ich denn mit einem Spyderco UK Pen Knife in der Hosentasche nach dem Check-Out rumlaufen - auch in London - wenn ich als legal reason nicht gerade "knife-stabbing" angebe? So wie ich das verstanden habe nicht mal mit dieser Klinge...

JoKa
02.09.2010, 02:07
Ich finds immer wieder komisch das Ray Mears & Co mit ihren Bushcraft Klingen rumlaufen dürfen

Ja, hat mich auch schon gewundert beim Lesen dieses Themas :)
Vielleicht sorgt ein Kamerateam für mehr Toleranz bei den Cops ;)

Torres
02.09.2010, 09:51
Wie ziehen die Leute in St. Pauli dann um?

http://www.hamburg.de/waffenverbotsgebiet-np/.

An Wochenenden und Feiertagen gibt es außerdem ein Glasflaschenverbot

bmwboxer
02.09.2010, 12:46
Ja, hat mich auch schon gewundert beim Lesen dieses Themas :)
Vielleicht sorgt ein Kamerateam für mehr Toleranz bei den Cops ;)

Toleranz? Ich glaube du hast die Tragweite des Messerproblems in GB noch nicht ganz erfasst. Mit Toleranz hat die Sache leider nicht funktioniert.

samsons_fox
16.10.2010, 11:13
Kleiner Tipp vom Renntier:

In England kann man auch geschnitten Brot kaufen... :grins:

Nun noch kurz zum eigentlichen Thema. Als wir vor 2 Jahren auf dem WHW waren, hat man uns bei der Einreise ein komplett neues Wenger Swiss Army Knife angenommen, weil die Klinge zu groß war. Darüber hinaus haben wir satte 5 Stunden am Flughafen verbracht. Am Ende wurde zum Glück keine Anzeige erstattet und wir sind noch einmal mit einem blauen Auge und einem fehlenden Messer davongekommen. Ich würde jedem raten gar kein Messer mit nach GB zu nehmen. Für unsere nächste Schottland Tour haben wir uns vorsichtshalber schon mal die hier gekauft:

http://www.victorinox.com/product/1/100/1001/0.6163

hallo renntier !

hatte das victorinox forester auf meiner schottland tour dabei, was etwa die selbe klingenlänge hat wie das army. ist ja gott sei dank nochmals gut gegangen hätte mir auch nie gedacht damit schwierigkeiten zu bekommen.
hatte mich noch darüber am WHW mit 2 wanderegfährten aus DE unterhalten, die die neueste bundeswehr version dabei hatten.
werd bei solchen dingen in zukunft wohl vorsichtiger sein.
grüsse aus AT und danke für den beitrag

harry

Chouchen
17.10.2010, 16:37
(Es passt nur so halb, weil es um Messer in Dänemark geht, ich möchte aber dafür nicht unbedingt einen eigenen thread aufmachen.)
Also, ich bin gerade über folgende Meldung gestolpert:

"Cowboy spared jail for knife-throwing antics

A knife-slinging Danish cowboy has been spared jail after failing to read the small print on his weapon’s licence.
The Western High Court found Martin Boas Dahl from Funen guilty of contravening weapons laws when he performed at the Blafjord Country Festival last year dressed in full cowboy gear, complete with a knife in his belt.
Mr Dahl had applied for, and received, a weapons licence before embarking on his knife-throwing routine, but failed to notice that the blade was only permitted to be kept at home for decorative purposes.
A lower court found Mr Dahl guilty of carrying a knife and sentenced him to a seven-day stint behind bars. However, the High Court this week upheld the guilty verdict but overruled the week-long jail term.
Denmark’s strict weapons laws were first introduced in 2008 in a bid to quell the country’s growing knife crime problem." (http://www.icenews.is/index.php/2010/10/16/cowboy-spared-jail-for-knife-throwing-antics/)
:o

Kurzform: Ein dänischer "Cowboy" wurde zu einer Woche Gefängnis verurteilt, weil er bei einem Country-Festival sein Messer am Gürtel trug. Er besaß dafür zwar eine gültige Lizenz, hatte aber übersehen, dass diese ihn nur berechtigt, das Messer zu Hause für dekorative Zwecke zu haben.

Ich habe keine Ahnung, ab welcher Klingenlänge es in DK Beschränkungen gibt, werde mich aber tunlichst vor der nächsten Reise kundig machen.

smeagolvomloh
17.10.2010, 17:17
Messer in Dänemark ist ein ganz spezielles Thema. Die Gesetzgebung in Dänemark ist diesbezüglich sehr restriktiv. Wenn man bedenkt, dass Dänemark ein typisches Transitland für Liebhaber der skandinavischen Landschaften ist, sollte man sich mit dem Thema "Messer in Dänemark" auf jeden Fall beschäftigen.

Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Bericht gelesen, demnach es selbst Polizisten untersagt ist, ein stinknormales Klappmesser zu führen (die Quelle finde ich aber gerade nicht im Netz).

Im Messermagazin gab es mal eine schöne Zusammenfassung zu den Gesetzgebungen in den europäischen Ländern. Die Online-Version finde ich aber ebenfalls gerade nicht. Aus der runtergeladenen Version habe ich mal die Aussage zusammen kopiert:

Dänemark:

In Dänemark gilt für öffentliche Plätze
und den Raum des eigenen Autos ein
Verbot für Klappmesser, die einhändig
zu öffnen sind und sich feststellen lassen,
unabhängig von der Klingenlänge
oder -form. Das gleiche Verbot gilt für
feststehende Messer. Grundsätzlich verboten
sind Messer mit automatischen
Öffnungsmechanismen, Butterflymesser,
Wurfmesser, Stockdolche und Dolche.
Erlaubt sind lediglich Klappmesser
mit maximal sieben Zentimetern Klingenlänge,
die nicht feststellbar sind.
Ausnahmen für die Berufsausübung, für
den Gebrauch bei der Jagd, beim Angeln
oder sportlicher Betätigung sind
möglich. In diesen Fällen können auch
Klappmesser mit feststellbarer Klinge
und feststehende Messer mit einer Klingenlänge
bis zu zwölf Zentimeter bei
sich geführt werden. Es gilt jedoch der
Ermessensspielraum der dänischen Beamten.
Auch in Dänemark gilt somit der
Grundsatz des „legal reason“.
Messer sind so zu transportieren,
dass man keinen direkten Zugriff darauf
hat, das heißt im Auto im Kofferraum
verpackt, ansonsten unzugänglich
in einem Etui, das sich in einer Tasche
befindet.

Diese Zusammenfassung ist aber bestimmt schon 2 Jahre alt - muss also nicht der aktuellen Gesetzeslage in Dänemark entsprechen.

Generell würde ich in Dänemark "sehr vorsichtig" sein und selbst ein popeliges schweizer Taschenmesser ganz tief im Rucksack verstauen.

Lightfoot
18.10.2010, 15:27
Das ist m.E. immer noch gültig. Weil sich an den Gesetzen eigentlich nicht viel ändern muß, ob in Dänemark oder den Niederlanden oder UK. Das englische Gesetz, welches das Führen jedweden Gegenstands zu Verteidigungszwecken verbietet, stammt z.B. schon aus dem Jahre 1953. Das Prinzip dieser ganzen Gesetze ist relativ ähnlich: man ist der Willkür des jeweiligen Beamten ausgeliefert, ob das Führen des Messers/Gegenstands legal ist oder nicht (das nennt sich juristisch vornehm "Ermessen", allerdings ist das Ermessen in diesen Ländern diesbezüglich sehr sehr frei). Die Folge ist große Rechtsunsicherheit.

Mit der Novelle zum WaffG 2008 hat Deutschland sich auch ein Stück weit in diese Richtung bewegt, was § 42a WaffG angeht. Traurig. Wie krampfhaft anekdotisch solche Gesetze übrigens oft zustandekommen, sieht man darin, daß im UK Leathermans auf die böse Liste kamen, nachdem jemand damit umgebracht wurde. Wieder war das Leben ein ganzes Stück sicherer geworden. :roll: Trotz des totalen Waffenführverbots im UK lebt man dort allerdings recht gefährlich, betreffend Gewaltkriminalität (auch mit Messern) in Europa bewegt sich UK an der Spitze. Die Bösen wollen sich einfach nicht an das Verbot halten.

Ditschi
18.10.2010, 19:35
Das ist m.E. immer noch gültig. Weil sich an den Gesetzen eigentlich nicht viel ändern muß, ob in Dänemark oder den Niederlanden oder UK. Das englische Gesetz, welches das Führen jedweden Gegenstands zu Verteidigungszwecken verbietet, stammt z.B. schon aus dem Jahre 1953. Das Prinzip dieser ganzen Gesetze ist relativ ähnlich: man ist der Willkür des jeweiligen Beamten ausgeliefert, ob das Führen des Messers/Gegenstands legal ist oder nicht (das nennt sich juristisch vornehm "Ermessen", allerdings ist das Ermessen in diesen Ländern diesbezüglich sehr sehr frei). Die Folge ist große Rechtsunsicherheit.

Mit der Novelle zum WaffG 2008 hat Deutschland sich auch ein Stück weit in diese Richtung bewegt, was § 42a WaffG angeht. Traurig. Wie krampfhaft anekdotisch solche Gesetze übrigens oft zustandekommen, sieht man darin, daß im UK Leathermans auf die böse Liste kamen, nachdem jemand damit umgebracht wurde. Wieder war das Leben ein ganzes Stück sicherer geworden. :roll: Trotz des totalen Waffenführverbots im UK lebt man dort allerdings recht gefährlich, betreffend Gewaltkriminalität (auch mit Messern) in Europa bewegt sich UK an der Spitze. Die Bösen wollen sich einfach nicht an das Verbot halten.

Hallo lightfoot,
Deine grundsätzliche Argumentation gegen die Verschärfung des Waffenrechts ist immer wieder anzutreffen, und sie ist falsch.
Man kann den Beweis der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit eines Strafgesetzes im Allgemeinen und den Beweis der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit eines Verbotes im Besonderen nie mit den Taten belegen, die trotz des Verbotes begangen werden. Man kann den Beweis nur führen mit den Taten, die wegen des Verbotes nicht begangen werden. Dunkelfeldforschung ist eine ganz schwierige Materie. Eine Hilfe bietet eine seriöse Kriminalstatistik. Mit der läßt sich die Wirksamkeit von Gesetzen aber auch nicht eindeutig belegen, weil da auch andere Komponenten einfließen wie Veränderung der Sozialstrukturen usw..
Ich lasse von Kriminologie die Finger, seit ich weiß, wie schwierig sie ist.
Aber diese einfache Formel: "Verbot unwirksam, weil ja trotzdem Taten begangen werden unter Mißachtung des Verbotes" ist populistisch und nicht haltbar.
Wer da zuverlässige Antworten geben will, muß sich ganz tief in die Materie eingraben.
Mir ist das zu schwierig.
Gruß Ditschi

Ditschi
18.10.2010, 20:16
Hallo,
nur zur Ergänzung: meine Meinung zur Vermeidung populistischer Thesen geht natürlich in beide Richtungen.
Wenn da morgen einer kommt und schreibt, die Verschärfung des Waffenrechtes zeige eindeutig positive Wirkung, würde ich ihn genauso fragen, wie er zu dieser Erkenntnis kommt und ob er sie mir belegen kann. Da die Fachleute und Professoren in Kriminologie selbst heftig streiten, denke ich, daß wir den Beweis der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der Verbote hier im Forum nicht werden führen können.
Als gesetzestreue Bürger haben wir hier bei uns und im Ausland die Gesetze zu achten.
Wir dürfen uns ärgern und verbal abreagieren.
Aber von kriminologischen Beweisführungen würde zumindest ich die Finger lassen.
Gruß Ditschi

Lightfoot
19.10.2010, 14:11
Ich habe im Schwerpunkt Kriminologie studiert und weiß, wie schwierig das Feld wissenschaftlich zu erfassen ist. ;-)

Ganz simpel gesagt verspricht jedoch ein Verbot des Führens von Waffen, daß diese Waffen nicht oder weniger angewandt werden können. Da kaum jemand so blöd sein wird zu glauben, ein zu einer Straftat Entschlossener werde von dieser absehen, weil es verboten ist, die für die Straftat nötige Waffe mit sich zu führen, zielt das Führverbot zunächst mal auf die Verhinderung von Affekttaten, im weiteren aber, und das kritisiere ich, auf die Ideologie einer allgemeinen Risikominimierung bei Auseinandersetzungen. Gewaltanwendung durch einzelne wird zu recht kritisch gesehen, aber teilweise im Rahmen einer Fehlinterpretation des staatlichen Gewaltmonopols (einer sehr positiven Entwicklung) zu kritisch. Das Selbstverteidigungsrecht steht daher immer in Gefahr, aufgrund von Erwägungen der Ruhe und Ordnung indirekt ausgehöhlt zu werden. Man stelle sich übrigens mal vor, was dem armen Dominik Brunner passiert wäre, wenn er nicht gestorben wäre, sondern die beiden Jugendlichen mit einem Messer verletzt hätte, er wäre von der gleichen Presse niedergemacht worden, die ihn jetzt als Helden hochgejubelt hat. Daher werden dem Bürger systematisch die Mittel entzogen, in UK besonders krass und offensichtlich, welche wirksame Selbstverteidigung möglich machen.

Man erreicht begrüßenswerterweise dadurch in zahlreichen Fällen, daß Konflikte durch Waffeneinsatz nicht eskalieren, aber in zahlreichen Fällen eben auch, daß Opfer hilflos krimineller Gewalt ausgeliefert sind (für die USA wird geschätzt, je nach Quelle, daß zwischen 300000 und 2 Millionen Straftaten jedes Jahr durch bewaffnete Bürger verhindert werden). Welchen Weg ein Land einschlägt, ist eine ideologische und politische Frage, die die Mehrheit entscheidet. Man muß nur mal die Waffengesetze in den USA vergleichen, dort hat man alles von extrem liberal bis sehr streng. Die jeweiligen Auswirkungen sind, wie Du zu recht sagst, umstritten. Ich denke, man kann bei aller gebotenen Vorsicht sagen, daß Bundesstaaten, die vermehrt CCPs austellen, jedenfalls keinen Anstieg, sondern eher einen gewissen Rückgang schwerer Gewaltkriminalität zu verzeichnen haben. Eine direkte Verbindung kann man nicht nachweisen, man kann nur spekulieren.

Grundsätzlich ist Kriminalität mit sozialer und psychosozialer Beschaffenheit der Gesellschaft verknüpft, nicht so sehr mit den jeweiligen Waffengesetzen. Gewisse Wirkungen haben Waffengesetze aber schon. Man kann sich das jedenfalls rational nachvollziehbar einbilden. So ist es in Deutschland erschwert, an Schußwaffen zu gelangen, geschweige denn, welche zu tragen. Das dürfte dazu beitragen, daß Schußwaffen bei der Gewaltkriminalität eine untergeordnete Rolle spielen. Wieso Schußwaffen auch in der Schweiz und Österreich trotz liberaler Waffengesetze eine (noch) geringe(re) Rolle spielen, kann ich allerdings nicht so recht erklären, aber das lassen wir mal.

Das Problem in UK ist doch scheinbar, daß die Kriminalität mit Messern durch ein Führverbot dauerhaft nicht beeinflußt wird. Es wird vor allem von bestimmten Jugendbanden mit bestimmtem Hintergrund eingesetzt, die sich ziemlich wenig um Führverbote scheren. Andere würden wohl auch bei einer großzügigeren Führregel nicht sofort Mißbrauch betreiben, z.B. Wanderer. Anders als Du denke ich schon, daß man deduktiv anhand rationaler Spekulation und (!) induktiv anhand der Statistiken gewisse Aussagen über Wirkungen von Verboten treffen können muß. Ansonsten müßte jedenfalls nach unserer Verfassung, die die allgemeine Handlungsfreiheit schützt, ein Verbot gegenüber der freien Betätigung zurücktreten. Extrem hohe Anforderungen an den Nachweis würde ich gar nicht stellen.

Noch eine persönliche Anmerkung: was mich an der Regel im UK empört, ist nicht das Messerführverbot, sondern das völlige explizite Verbot jeder Möglichkeit, irgendeinen Gegenstand zur Verteidigung zu führen, z.B. ein Pfefferspray oder einen simplen Kubotan. Ich betrachte das als menschenverachtend, denn es nimmt dem körperlich nicht herausragenden Nichtschläger jede wirkliche Möglichkeit, sein Leben und das seiner Angehörigen selbst mit Mitteln, die keine bleibenden oder extrem negativen Folgen bei den Angreifern zurücklassen, zu schützen. Ich glaube außerdem fest daran, daß die britische Gesellschaft nicht im kriminellen Chaos versinken würde, wenn man das Führen von Pfeffersprays o.ä. erlauben würde.

Ditschi
19.10.2010, 14:34
Hallo,
Respekt, lighfoot, das hört sich ganz anders an. Ich selbst habe nur ein paar Semester Kriminilogie gehört und kurz überlegt, ob ich es zum Wahlfach mache, es aber dann doch gelassen. Ich habe aber lang genug zugehört, um zu wissen, daß es da keine einfachen Antworten gibt. Ich bin im Waffenrecht in einem anderen thread auf eine einzelne Frage eingegangen, habe mich eingelesen, Kommentare gewälzt und die Gesetzgebungsprotokolle studiert. Danach wollte ich selbst wissen, welche Auswirkungen Waffenverbote auf die Kriminalstatistiken haben und fing an, im Internet zu forschen. Ich habe entnervt aufgegeben, weil selbst von Fachleuten völlig widersprüchliche Ansichten vertreten werden und offenbar jeder eine eigene Statistik hat. Die Waffenlobby genau wie die Gegner manipulieren die öffentliche Meinung und bezahlen ihre eigenen Gutachter und Fachleute. Es ist für einen Laien fast unmöglich, herauszufinden, was wertfreie neutrale Wissenschaft ist und was Meinungsmache.
Ich werde mich aber weiterhin gegen populistische Behauptungen wenden, denn wenn die ernstzunehmende Wissenschaft der Kriminologie mir keine eindeutigen Ergebnisse liefern kann, kann es der Stammtisch erst recht nicht.
Gruß Ditschi

cast
19.10.2010, 15:21
Das Problem in UK ist doch scheinbar, daß die Kriminalität mit Messern durch ein Führverbot dauerhaft nicht beeinflußt wird.

Schön diplomatisch ausgedrückt, dazu passt das Verbot privater Kurzwaffen in UK nach Dunblane.
Ergebnis, seitdem steigende Zahl Verbrechen mit Schusswaffen Ob und wie die Verbindung ist wird schwer nachweisbar, nur sieht man halt das eine und das andere.

Die meisten Verbote, egal welche gibts übrigens in Diktaturen.
Demokratien leben vom Vertrauen in ihre Bürger.

Was wir mittlerweile im Waffenrecht in Deutschland erleben ist eine Versammlung der Gutmenschen, die die Menschheit vor dem Schlechten in der Welt bewahren wollen in dem sie Freiheiten einschränken.
Wenn überhaupt ist das Demokratur.

Ditschi
19.10.2010, 17:32
Schön diplomatisch ausgedrückt, dazu passt das Verbot privater Kurzwaffen in UK nach Dunblane.
Ergebnis, seitdem steigende Zahl Verbrechen mit Schusswaffen Ob und wie die Verbindung ist wird schwer nachweisbar, nur sieht man halt das eine und das andere.

Die meisten Verbote, egal welche gibts übrigens in Diktaturen.
Demokratien leben vom Vertrauen in ihre Bürger.

Was wir mittlerweile im Waffenrecht in Deutschland erleben ist eine Versammlung der Gutmenschen, die die Menschheit vor dem Schlechten in der Welt bewahren wollen in dem sie Freiheiten einschränken.
Wenn überhaupt ist das Demokratur.

Hallo,
daß Waffenverbote zu steigender Kriminalität führen, hat wirklich noch niemand behautet. Sie sind oft Reaktion auf eine steigende Kriminalität aus anderen Gründen.
Ob sie dann die aus anderen Gründen steigende Kriminalität aufhalten oder beeinflussen, ist die Frage, die es zu beantworten gilt. In einem Punkt sind sich zum Glück die Fachleute einig: der beste Schutz gegen Kriminalität ist soziale Gerechtigkeit.
Gruß Ditschi