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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [RO] Durch die Urwälder der Karpaten



Gassan
17.08.2010, 00:09
Land: [RO]
Reisezeit: Juni-August
Region/Kontinent: Osteuropa

Hallo Leute
So dann will ich auch mal meinen ersten Tourbericht schreiben.

Diesen Sommer habe ich bei meiner Großmutter in meiner alten Heimat Kronstadt verbracht, wo ich eine gefühlte LKW Ladung Erde schippte und nen alten Nussbaum zu Feuerholzverarbeitete. Auch sonst blieb mir die Arbeit und Familienpflichtbesuch mit ungeheuren Mengen an rumänischen Speisen und Spirituosen (dies mal nicht zu meinem Leidwesen ;-) )nicht erspart.
Nebenbei hatte ich aber noch genug Zeit mich in rumänischer Geschichte weiterzubilden und für einige sehr schöne Touren und Aufenthalte in der Natur.
Auch wenn das Wetter zum großen Teil eine absolute Katastrophe war.
Die besten Sachen will ich für mich behalten, aber einige wirklich schöne Stücke hab ich doch entschlossen euch zu zeigen, garniert mit ein klein wenig Kulturgeschichte.

Erste Tour: von der Schwarzburg zum Zeidner Berg.

Mein Ziel ist der Zeidner Berg (rum. magura codlei) der imposant aus dem Burzenland ragt und auf dessen Hängen sich ein urtümlicher Wald erstreckt, sowie die Ruinen der Schwarzburg.
Von Kronstadt aus fuhr ich mit dem öffentlichen Nahverkehr in den Stadtteil Bartolomeu, welcher nach dem ältesten Gebäude der Stadt, der Bartholomäuskirche, welche kurz vor oder nach dem großen Mongolensturm von 1241 erbaut wurde. Dort befindet sich auch der große Busbahnhof von wo die typischen Minibusse nach Zeiden fahren. Für eine ungeheure Summe von 3 Lei, Umgerechnet kein Euro bin ich durch das flache Burzenland nach Zeiden gefahren.
Zeiden, rumänisch Codlea, ungarisch Feketehalom, ist ein typisches sachsisches Burzenländer Städtchen am Fuße des Zeidner Berges welches im Zentrum von der Wehrkirche mit den gewaltigen Mauern dominiert wird. Der Kirchturm ist der einzige im ganzen Burzenland welcher nicht mit dem Kirchengebäude verbunden ist.

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Der Kirchturm der Evangelischen Wehrkirche in Zeiden

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Teil der Burgmauer die die Kirche umgibt

Von hier aus ging ich noch kurz zum Friedhof. Hier sind Hauptsächlich deutsche, aber auch ungarn und Rumänen begraben. Auch meine Urgroßeltern liegen hier, denn die Familie meines Vaters kommt aus Zeiden. Die Gräber auf dem Friedhof erzählen alle ihr eigenen Geschichten und sagen etwas über die jüngere Geschichte Zeidens aus. Von hier aus geht es weiter an typisch Siebenbürgischen Häusern zum "Bergelchen" einem kleinen Hügel wo man nochmal einen Blick auf Zeiden werfen kann bevor man in den Wald geht.

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typisch siebenbürgische Häuser

Hier beginnt ein schöner Buchenmischwald mit gemütlicher Steigung. Interessanterweise sind die Buchen hin diesem Teil der Karpaten ab einer gewissen Höhe mit weißen Flechten besetzt, was ihre Rinde weiß erscheinen lässt. Dem roten Dreieck folgend ging ich so durch die Wälder und sammelte auch noch ne Menge Bitterlinge. Am Fuß des Zeidner Berges verändert sich der Wald schlagartig. Die Bäume werden größer, älter und der ganze Wald uriger. Von hier folgt man nun dem blauen Dreieck nach links in Richtung Burgau, direkt am Fuße des Zeidener Berges entlang.
Die Burgau ist eine schöne Wildblumenwiese, wo im Frühjahr unmengen an Bärlauch wächst. selbst Ende Juni fand ich hier noch was und garnierte mein Pausenbrot damit.

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Die Burgau

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Den kleinen Kerl fand ich am Wiesensaum

folgt man dem Weg hier geradeaus kommt man durch einen kleinen Hain zu einem traumhaften Grundstück. Der Besitzer kam auf mich zu und lud mich zu einer selbstgemachten Ţuică ein und ließ mich Erdbeeren und Himbeeren aus seinem großen Garten essen. Er erzählte von den Wölfen im Winter die bis Runter zum Hof kommen. Aber irgendetwas stimmte mit dem Typen nicht nur nicht was. Sein Geld, verdiente er so wie er sagte mit der Produktion von Schnaps den er aus seinen eigenen Pflaumen und Früchten auf dem großen Grundstück herstellt.
Er bat mir sogar einen Teil des Grundstücks zum Kauf an.
So mitten im Gespräch erwähnte er nur beiläufig als ob es nix wäre, dass er ein Ex- Colonel der Securitate war. :o
Oha dachte ich mir. Wen der Typ wohl alles unter die Erde gebracht hatte um an dieses Grundstück zu kommen... wen er wohl überhaupt alles unter die Erde gebracht hatte in seiner aktiven Zeit.
Freundlich aber bestimmt verabschiedete ich mich und suchte das weite.Was für eine Begegnung... Der Teufel saß hier im Paradies.


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Traumhaftes Grundstück mit Zwielichtigem Besitzer

Wieder zurück an der Burgau folgte ich ihr jetzt nach oben auf dem Weg zur Schwarzburg.
Direkt am Eingang des Waldes begrüßte mich eine riesige Eiche

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Der Wald ist hier schon deutlich wilder. Nach einem kurzen Stück kommt man an eine Weggabelung, links gehts es hoch auf den Ritterfelsen, rechts auf den Zeidener Berg und geradeaus auf das wunderschöne Hinterland des Zeidener Berges.
Ich entschied mich nach links zu gehen und auf den Ritterfelsen zu kraxeln, schlieslich wollte ich zur Schwarzburgruine.
Auf dem Ritterfelsen hat man eine tolle Aussicht auf die Rückseite des Zeidener Berges und das Dorf auf der Hinterseite genannt Holbav.
Man sagt sich es sei das Flächenmäßig größte Dorf der Welt.
Ob das stimmt kann ich nicht bestätigen. Fakt ist dass Brasov locker zweimal in die Fläche von Holbav hereinpasst.
Holbav ist ein Verbund aus etlichen verstreut liegenden Höfen in einer traumhaften Kulisse. Viele Häuser liegen wirklich am Arsch der Welt und sind nur über Feldwege zu erreichen. Aber wenn ich mal Reich werde, dann kauf ich mir dort ein Haus.

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Blick auf die Rückseite des Zeidner Bergs

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Blick auf die verstreuten Höfe von Holbav

Nach dem ich den schönen Anblick genossen hatte und mich darüber geärgert habe, dass ich mein Brot nicht hier gegessen habe weil hier soviel wilde Möhre wächst schlug ich mich den Kamm entlang. Einen Weg gibt es hier schon lang nicht mehr Wenn man nicht weiß dass die Schwarzburg da irgendwo liegen muss, würde man vermutlich an ihr vorbeilaufen. Dem Kamm folgend und mich von Walderdbeeren ernährend erkannte ich dass mein Plan vielleicht oben auf dem Zeidner Berg zu übernachten wohl doch nicht so klug war, bei der Menge an Bärenspuren.

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Weg zur Schwarzburg

Von der Burg ist ausser ein paar spärlichen Mauerresten kaum noch etwas übrig. Das Zentrum bildet ein aus dem Fels gehauner Runder Raum, welcher von einer alten Holzkonstruktion mit ner zerissener Plastikfolie geschützt wird. Keine Ahnung ob das mal Archäologen da angebracht haben. Jedenfalls sind sowohl Interesse, als auch Wissen um diese Ruine kaum noch vorhanden. In Deutschland würde man sowas wohl nicht einfach so verfallen lassen.
Ich wette wenn man mal dort professionell gräbt findet sich noch so einiges.

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Zentrum der Burgruine mit aus dem Fels gehaunem rundem Raum. (Burgfried?)

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Mauerreste

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Ob das mal ein Raum gewesen ist?

Nach dem ich für heute genug Indiana Jones gespielt habe gings zurück zum Ritterfelsen und auf die Kreuzung. Jetzt wollt ich ne Runde Bear Grylls spielen und mal die Rückseite des Zeidener Berges erkunden. Der Wald am Hang ist wirklich extrem urig. Hier hat wenn schon nicht nie, dann wenn schon für lange Zeit keine Axt gewütet.
Zwischen Felsen kämpfte ich mich den Hang hoch, irgendwann traf ich auf den Weg der den Kamm hochgeht und von der Kreuzung nach Rechts gegangen wäre. Der ist mit einem roten Punkt markiert, aber ziemlich alt und bricht auch mal ab.

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welcome to the jungle

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Auf der Südseite ist alles sehr krautig und Dicht bewachsen

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Schöne Pilzchen an einem der vielen umgestürzten Baumstämm

Dieser Teil der Tour ist die eigentliche Perle. Solch urige Wälder sieht man so gut wie gar nicht mehr. An dem roten Kamm geht es durch dichte Vegetation auf die Spitze des Zeidner Berges. Dieser ist mit 1299 Metern kein Gigant.
Auch wenn er durch seine exponierte und isolierte Lage größer Wirkt als er wirklich ist. Oben ist aber eine schöne Wildwiese, auf der sogar Silberdisteln und viel Wacholder wachsen. Ein kleines Päuschen gönnte ich mir und erblickte weitere Bärenspuren im hohen Gras.
Hier in dieser Region ists wirklich sehr voll mit Bären. Quer über die Wiese geht es dem roten Punkt entlang der eigentlich kaum noch vorhanden ist. Wenn man den Weg nicht schon mehrere mal gegangen ist, ist es so gut wie unmöglich ihm zu folgen. Nach einem kleinen Waldabschnitt kommt wieder eine Wiese, diese ist etwas größer und noch wilder als die erste. Auch durchzogen von "Wildtierautobahnen"
Am anderen Ende der Wiese gehts wieder in den Wald. Was jetzt folgt ist für mich der schönste Ort der Welt. Die Buchen wachsen hier riesig in die Höhe und Formen Säulen und Bögen. Es wirkt wie in einer gotischen Kathedrale.

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Eine grüne Kathedrale.

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Alpenbock. Solche Raritäten finden sich dort oben, ganau wie Nashorn und Hirschkäfer.

Das dieser Weg früher öfter begangen war, zeigen die in Bäume entlang des alten Weges eingeritzten Namen und Liebesbekundungen. Neuere Einritzungen als 1985 konnte ich allerdings nicht finden. Ich geh mal davon aus dass durch die Massenauswanderungen der Siebenbürgener Sachsen Anfang der 90er diese Ecke in Vergessenheit geriet.
Und die Jugend interessiert sich auch in Rumänien nicht mehr so für die Natur und das wandern wie früher.
Und so sieht der Pfad auch aus. Er ist zum Teil komplett überwuchert und nach einem Sattel bricht die Markierung komplett ab.
Von dort gehts dann nur noch Querfeldein weiter. Was auffällt ist, dass keine Menschlichen Spuren mehr zu erkennen sind, weder gefällte Bäume, oder Baumstämme, noch Müll.
Dieser Ort erhält keinerlei öffentliche Bachtung, ist dem Tourismus völlig unbekannt, was ich nicht bedaure.
Das Querfeldein gehen ist nicht leicht, zumahl die Hangneigung sehr steil ist und es voll mit Gestrüpp und umgestürzten Bäumen ist. Ein wenig Wandererfahrung und ein fester Tritt ist also nicht verkehrt.

http://img706.imageshack.us/img706/8224/1000507f.th.jpg (http://img706.imageshack.us/i/1000507f.jpg/)

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eine schöne Orchidee

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Nochmal ein alter Baum

Wenn man unten ankommt ist man erst mal geschockt, direkt an den urwüchsigen Hangwald des Zeidner Berges schmiegt sich ein Wirtschaftswald. An und für sich genommen ein schöner Wald mit großen Buchen, aber nach dem was man dort oben gesehen hat, wirkt er geradezu banal. Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zu den Seen die zum "complex turistic Codlea" gehören und alle von dem Bach gespeist wird der auch das Waldbad füllt. Die Seen sind hübsch gelegen und es finden sich eine Menge Tierarten dort. Unter anderem Flußkrebse in Massen und riesige Süßwassermuscheln, groß wie eine menschliche Hand. Leider leider fängt hier auch wieder typisch rumänisch der Müll an und viele schöne Ecken sind zugemüllt :(
Es ist in Rumänien sehr beliebt "la iarba verde" also ins grüne zu fahren, dort zu grillen, zu essen und zu zelten. Allerdings besteht bei vielen Menschen, die meisten aus der Stadt, kein Bewusstsein dafür den Platz sauber zu hinterlassen.
Immerhin muss man sagen dass sie Lage sich gebessert hat und die Leute langsam umdenken und viel aufgeräumt wurde. Es gibt regelrechte Aktionen wo wilde Müllhaufen per GPS geortet und dann gemeinsam gesammelt werden.
Nach den Seen kommt das Zeidner Waldbad, auf rumänisch "Strand" welches von einer Quelle gespeist wird, die direkt aus dem Berg kommt. Diese Quelle hat immer 18°C und immer kommt die selbe Menge Wasser heraus egal ob es eine Trocken oder Regenzeit gibt. Es muss ein großes Wasserreservoir im Berg geben. Vielleicht sogar eine noch nicht entdeckte Höhle.
Am "Strand" muss man eigentlich Eintritt zahlen, aber komischerweise musste ic hdas nie als ich dort war. Rumänien halt.
Vom Strandbad aus kommt man über einen schön Waldweg der durch das gelbe Band markiert ist wieder nach Zeiden.

http://img806.imageshack.us/img806/9039/gedc0333.th.jpg (http://img806.imageshack.us/i/gedc0333.jpg/)

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Auf dem Weg traf ich eine Gruppe Waldarbeiter die auf einem Ochsengespann saßen. Die Ochsen waren noch mit einem altmodischen Ochsenjoch bespannt. leider waren die zu Schnell vorbei als dass ich sie richtig einfangen konnte.
Über das gelbe Band kommt man in "Schulfest" So heißt das Tal in dem früher die Sachsen im Sommer alle zusammenkamen und ein großes Schulfest feierten. Hier endet mein erster kleiner ausflug.
Diese Tour passt wohl unter die Kategorie Geheimtipp, denn in nem herkömlichen Touristenführer wird man sie nicht finden.

Keine Ahnung ob ihr was damit anfangen könnt. Nur eines noch. Für den unwahrscheinlichen Fall das irgendjemand von euch doch mal an diesen Ort will, bitte diesen Ort so wenig wie möglich stören.

Morgen oder sobald ich wieder Zeit hab schreibe ich eine weitere Etappe auf.

bergzwerg61
17.08.2010, 18:09
Sehr interessant, Gassan.

Noch eine Frage:

...folgend ging ich so durch die Wälder und sammelte auch noch ne Menge Bitterlinge...

meinst Du damit den mit dem Steinpilz zu verwechselnden Gallenröhrling (http://de.wikipedia.org/wiki/Gallenr%C3%B6hrling)?
Den hab ich bisher immer als ungenießbar stehen gelassen...

Gassan
17.08.2010, 18:53
Sehr interessant, Gassan.

Noch eine Frage:


meinst Du damit den mit dem Steinpilz zu verwechselnden Gallenröhrling (http://de.wikipedia.org/wiki/Gallenr%C3%B6hrling)?
Den hab ich bisher immer als ungenießbar stehen gelassen...

Danke erstmal

Nein nein. Es ist kein Boletales sondern ein Lamellenpilz. In Siebenbürgen wird er Bitterling oder auf rumänisch "iutar" genannt. Ich dachte das wäre der allgemeine Name. Aber das scheint nicht so zu sein.
Er scheint hierzulande sowieso kaum bekannt zu sein.
Ich hab jetzt mal nachgeschaut und der lateinische Name lautet Lactarius piperatus
Er gehört zu den Milchlingen und schaut so aus
http://www.arfungo.ro/image/iutar.jpg

Wenn man ihn schneidet kommt eine sehr scharfe weiße Milch heraus die in den Augen und jeder kleinen Wunde brennt.
zusammen mit Speck und Käse gebraten gilt er dort als Delikatesse.
Er hat einen leicht bitteren Geschmack, der für viele erst mal gewöhnungbedürftig ist.

edit: So ich hab jetzt auch den hier geläufigen deutschen namen. Hier nennt man ihn "Pfeffer-Milchling"

edit2: Hätt ich fast vergessen. Er hat auch einen sehr ähnlich giftigen Doppelgänger, bei dem die Lamellen allerdings weiter auseinanderstehen und der keine Milch verliert.

bergzwerg61
18.08.2010, 06:40
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung!

Gismo834
18.08.2010, 12:18
Hallo Gassan.

Sehr schöner Bericht!!

Er erinnert mich an die Zeit als ich noch 4-5 mal im Jahr in Rumänien war.
Ein traumhaftes Land mit atemberaubender Natur und sehr freundlichen Menschen. Unglaublich wieviel Gastfreundschaft mich damals erwartet hat.

Leider habe ich damals wenig gewandert.
Da bekommt man richtig Sehnsucht wieder einmal Hin zu fahren.

Heheh der Ţuică ist wirklich ein Höllengetränk. Bei mir hat damals ein Schnapsglas gereicht und ich hatte schon Probleme mit meinem Namen ;-)

Gassan
18.08.2010, 21:55
Hallo Gassan.

Sehr schöner Bericht!!

Er erinnert mich an die Zeit als ich noch 4-5 mal im Jahr in Rumänien war.
Ein traumhaftes Land mit atemberaubender Natur und sehr freundlichen Menschen. Unglaublich wieviel Gastfreundschaft mich damals erwartet hat.

Leider habe ich damals wenig gewandert.
Da bekommt man richtig Sehnsucht wieder einmal Hin zu fahren.

Heheh der Ţuică ist wirklich ein Höllengetränk. Bei mir hat damals ein Schnapsglas gereicht und ich hatte schon Probleme mit meinem Namen ;-)

Dann kennst du keine Palinca ;)

Ich kipp das weg wie Orangensaft, aber gib das mal meinen Freunden hier im bergischen Land, die nur Kölsch kennen:bg::bg:

Sternenstaub
18.08.2010, 22:20
Ein schöner Bericht, Gassan! Spannend auch vor allem, weil es um Gegenden geht, die hier kaum bekannt sind. Da freue ich mich wirklich auf deine Fortsetzungen.
lg - Kathi

Vegareve
18.08.2010, 22:40
Dann kennst du keine Palinca ;)

Ich kipp das weg wie Orangensaft, aber gib das mal meinen Freunden hier im bergischen Land, die nur Kölsch kennen:bg::bg:

Deswegen ist es ein beliebtes Geschenk, eben für diesen Überraschungseffekt für Nichtkenner:bg:

Gassan
17.10.2010, 23:06
Ich fühl mich zwar ein bischen verlegen bei all den Supermegatollen Reiseberichten der letzten Zeit aber ich hab mal gedacht ich werd meinen trotzdem noch ein bischen weiter stricken auch wenn er natürlich was bescheidener ist :D

Zwei Schluchten

Klein Gassan, samt Anhang hängt gerade in Kronstadt rum und langweilt sich zu Tode. "Hah was machen wir wohl heute?"
"Besaufen und Weiber abschleppen?"
"Neee nicht schon wieder. Komm lass uns Abenteuer erleben"
"Ist gebonkt"
Also Rucksack gepackt Pausenbrote geschmiert, Feuerstahl und Messer eingepackt und los.
Tja und da stehen wir jetzt vorm Haus und Fragen uns "Wohin eigentlich?"
"Keinen Dunst"
meine Idee"Lass uns auf den Schuller/Postavaru rauf"
"Du hast doch von abenteuern geredet, das ist das Disneyland unter allen Bergen in rumänien."
"Wir gehen einfach woanders runter pass nur auf"
Ja dann gings ab zum Postavaru. Erstmal durchs Zentrum von Brasov und dann hoch mit dem Bus zur Poiana Brasov/Schullerau. Da oben haben sie ein Hotel neben das andere gesetzt. Schön ist anders. Naja das ist er der großartige Fortschritt. Na was solls. Erstmal kaufen wir uns Bölkstoff und Ranzen in der Sonne wärend wir uns ein paar Mititei reinschieben. (Gegrillte Hackfleischhäppchen, ähnlich wie Cevapcici, aber zig mal besser)
Genug der Völlerei. Auf gehts auf den Schuller. eigentlich ein Witz. Der Berg ist gerade mal 1799 Meter hoch und voll und ganz für den Skitourismus und reiche Bukarester Flip Floptouristen erschlossen die da mit der Drahtseilbahn hochfahren und sich toll fühlen.
Denkt man jedenfalls ;)
Taj da marschieren wir jedenfalls wärend über uns die Drahtseilbahn mit dem faulen Pack hochfährt. Sollen sie doch den Spaß werden wir haben hehe.
Gut oben angekommen. Schnell noch ganz auf die Spitze und an den ganzen Flipfloptouristen vorbei. Paar Fotos geknipst und weiter. Von der Spitze aus gehts n bischen runter. von hier gehts nach Südwesten. Wir wollen ins Tal auf einem kaum baknnten Kamm, dem Muchia Cheii. Hier stehen noch n paar Podeste mit Geländer wo sich junge Pärchen fotografieren. Skywalk ist ein Witz dagegen :D
Tja und das ist typisch Rumänien. Hier noch Touris, breite Fahrwege, Drahtseilbahnen und Radau und dahinter hörts schlagartig auf. Peng da wirste glatt von der Wildniss erschlagen. Ab hier ist nix mehr was auf die Anwesenheit von Menschen hindeutet.
Wir kämpfen zuerst durch einen Bergwald mit viel umgestürzten Bäumen, Krüppelkiefern und Wacholder. Aber kaum ist man weg von den ausgetretenen Pfaden wird man regelrecht erschlagen mit Walderdbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren. Es sind wirklich ungeheure Mengen. Soviel hätte ich in den großen abgelegenen Gebirgen erwartet aber nicht auf diesem Hausberg.
Wir fanden dass jedenfalls ganz großartig und fragten und nicht länger wieso und weshlab und mampften Hände voll von dem Süßen Zeug.
Als wir genug hatten gings weiter immer Bergab. Der Weg ist alles andere als leicht. Wobei Weg wäre eine Beleidigung für jeden Trampelpfad. Da ist nix. Wildwechsel welche sich grob an dem Kamm orientierten waren unser einziger WEG. Und von Wild gibts hier MEHR als genug. N Haufen Bäume dienen den Bären als Kratzbäume. Losung und Spuren von Bären, Wölfen, Hirschen, Rehen und Wildschweinen alle Hand breit.
DAS nenne ich mal Wildniss vor der Haustür. Anfangs noch Großteils über Stock und Stein weiter unten dann zunehmend durch den dichter und höher werdenden Bergwald und über Grassoden kämpfen wir uns den Berg hinab und freuen uns nen Wolf dass es so beschwerlich ist.
Absurd? Ja, aber einfach nur geil. an einem kleinen Felsen mitten im Wald machen wir Rast und bewundern den wahrscheinlich gewaltigsten Gewitterambos den wir je gesehen haben, welcher sich bedrohlich über dem fernen Piatra Craiuluimassiv aufbaut.
Kein Sorge für uns der Wind zieht anders also weiter.
Man ist das toll hier dass nenn ich mal Wildniss. An einem von oben bereits markanten Sattel wo auch ein kleines Plateau ist wollen wir nach rechts, also nach Nordwesten abbiegen und uns in Tal schlagen. Mitlerweile haben sich auch Laubbäume dazwischen gemischt. Von menschlichen Anzeichen immer noch keine Spur. Der Weg ist deutlich leichter geworden, was haben wir die Grassoden und de unberechenbaren Löcher dazwischen verflucht:D
unten angekommen erkennen wir jedoch einen uralten forstweg der allerdings seit ewigkeiten nicht mehr benutzt wurde. Wir gehen das Tal hinab und treffen auf eine Wildwiese. Schön sieht sie aus, aber schnell erkennen wir dass das durchkommen eine Qual ist. Hier wachsen die Mütter aller Brennesseln. Bis zum Kopf reichen diese Monster und die ganze wiese ist damit durchsetzt. Pfui Teufel zurück in den Wald. Hier gehts wieder rechts steil den Hang runter und wir finden uns zunehmend in einem Buchenurwald wieder. Und was für einer das ist. gut dass wir von der wiese abgewichen sind auch wenn der Weg jetzt wieder schwerer ist. Aber dafür macht man so nen Scheiss ja auch. Langsam kommen wir runter und erkennen Felswände.
Hööh...Ob das wohl die ominösen "Portile de Piatra" (Das Felsentor) sind, welche in keiner Karte mehr beschrieben sind?
Ja sie sind es und das ist superkallifragilistischexprialigetisch. Die Felswände werden zunehmend enger und wir finden uns im urigsten Canyon wieder den wir je gesehen haben. Hier wachsen vermutlich alle Baumarten Mitteleuropas auf einem Fleck selbst Eiben finden sich hier.
einfahc nur Geil. Der Weg wird immer schwerer und wir immer glücklicher.Brennesseln haben unsere Beine gepeinigt, Mücken wo man hinsieht, Schmutz und Schweiß, ein Ast von einem der unzähligen umgestürzten Bäume hat sich in meinen Oberschenkel gebohrt aber drauf geschissen.
Ja tut weh, blutet was. Aber im großen und ganzen nicht der Rede wert. Hier wächst alle Hand breit Salbei. N bischen was zerkaut und draufgepappt. Pflaster druff und basta. Weiter gehts.
Das endstück ist n bischen Knifflig da rutscht man halt ne runde auf dem Hosenboden. Der Canyon endet abrubt. Jetzt versteht man auch warum sich das ganz Steintor nennt.
Der Wald wird weniger wild, was aber eher daran liegt dass wir nicht mehr im Canyon sind. Jetzt spüren wir auch den Durst. Von der Spitze an haben wir kein neues Wasser mehr geholt weil keine Quelle weit und breit in sichtweite war. Nach einiger Zeit durch den Wald gehen treffen wir auf einen kleinen Quell. Gott, dass ist das beste Wasser der Welt. Ambrosia. Kein Wein kann es damit aufnehmen. So lassen wir es uns die Kehle herunterinnen und quälen uns die ganze Zeit mit Mücken. Aber wir sind nach wie vor glücklich.
Ab hier taucht wieder eine alte Markierung auf und wir folgen dem Bachlauf durch einen schönen aber nicht mehr so spektakulären Buchenwald. Bald kommen wir auf eine offene Weide und eine Schotterstraße.
Der Wildnissabschnitt ist vorbei, aber der nächste wartet schon HUA!!!
Und so lernt man die tollsten Orte kennen wenn man sich mal einfach abseits der ausgetretenen Pfade bewegt.

Das war schlucht eins. Morgen folgt Teil zwie und Bilder. Von diesem abschnitt habe ich leider nicht so viele Bilder weil wir Matschbirnen nur schwache batterien mitgenommen haben und daher nur wenige Bilders machen konnten. Ausserdem ist es mit meiner Popelkamera sehr schwer vernünftig im Wald zu fotografieren.

Atze1407
19.10.2010, 02:05
Hallo Gassan,

schöne Ecke und interessanter Bericht, warte schon auf Teil 2 mit den Fotos.

Gruß
Atze 1407

Ari
19.10.2010, 11:38
Danke für den interessanten Bericht.

Vegareve
20.10.2010, 14:18
(mi-ai facut pofta sa ma sui si eu pe dealul ala :p )

Gassan
20.10.2010, 23:53
(mi-ai facut pofta sa ma sui si eu pe dealul ala :p )

Nu ai fost niciodata pe postavarul?

Hier noch die überfälligen Bilder

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/GEDC0195.JPG
Jaja immer diese Faulen Säcke in der Telekabine

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/GEDC0081.JPG
Da gehts demnächst hin, noch mehr Wildniss. Hua!!

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/GEDC0347.JPG
Es waren so unglaublich viele davon da :D

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/GEDC0358_-_Kopie.JPG
DAS nenne ich eine Wolke

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/GEDC0078.JPG
Welcome to the jungle

Vegareve
21.10.2010, 13:54
Ba da, clar. Dar in special la ski, asa ca nu aveam cum sa cobor salbatic printre mure :bg:

Gassan
25.10.2010, 23:43
OK hier kommt der letzt Teil


Also da stehen wir nun in diesem offenen Buschland und folgen dem Schotterweg zu den "Cheile Rasnoavei", einer sehr tiefen und schön anzusehenden Schlucht von wo man auch Bungeesprünge veranstaltet und die ein bekannter Anlaufpunkt für Kletterer ist.
Auf den Wiesen die dahinter sind kommen oft Familien mit dem Auto zum "Iarba Verde" also wörtlich ins "Grüne Gras" kurz gesagt ein Ausflug. Typisch rumänisch wird natürlich immer noch n batzen Müll dortgelassen. Teilweise sogar schön in Tütchen verpackt. Ja total absurd. Die Mühe den Müll aufzusammeln und in eine Tüte zu packen machen sie sich, aber mitnehmen. Neeee? Viel zu anstrengend...
Immerhin ist es in den letzten Jahren besser geworden.
Plötzlich sehen wir ne Gruppe unter nem Riesentarp lagern, teilweise nur mit schlafsack, teilweise noch mit kleineren Zelten. Die hatten alle Ausrüstung nur vom feinsten. Da dachten wir uns schon:"Wetten dass, das deutsche sind?". Wir kommen näher, wir kommen näher und was hören wir? "Schweizer. Naja nah dran immerhin" Nach nem kleinen wortwechsel gehts weiter. Wir folgen dem roten Dreieck glaub ich. Hab das jetzt nicht mehr so im Kopf. Der Rest des Weges ist jetzt nicht mehr allzu spektakulär,bla Wald...bla Himbeeren essen...bla immer noch Wald und so weiter und so fort. Nach ner Zeit kommen wir beim Bahnhof von Timisu de Sus an.
Ein winzigkleines heruntergekommenes Dingen. aber supertoll man wird dort immer unterhalten, dieses mal sorgten für das abendprogramm zwei lustige Hunde und eine Katze die mal vom Zug angefahren wurde und nur drei Beine hatte, sowie ein Bahnhofsangestellter der seinen Job nicht ganz ernst nahm.
Da wir nicht allzuviel ausrüstung und Essen dabei hatten und ich meine wunde am Oberschenkel hatte beschlossen wir nicht direkt am Fuß des hohensteins zu übernachten sondern erstmal nachhause zu fahrne und morgen oder übermorgen wieder loszugehen.

Tja und hier fang ich dirwekt mit dem nächsten Teil an. wir warteten drei Tage weil uns wieder irgend ein Onkel den ich nicht wirklich kannte zum ausgiebigen Essen mit unendlich viel Fleisch eingeladen hat und wir uns bessinungslos gesoffen haben. Klar dass man dann nicht direkt weiterziehen kann. Naja nach dem Rausch allerdings ging es zur nächsten Tour.
Mit diversen Bussen die für deutsche verhältnisse spottbillig sind kommen wir nach Dambu Mori. eine kleine Ortschaft am Fuß des Hohensteins.
Da ich dieses Jahr schon alleine bei der Eishöhle war entscheiden wir uns den normalen Weg über die "Sapte Scarii" (Sieben Leitern) zu gehen. so harmonisch wie ich das hier schildere war das allerdings nicht, mein Bruder und ich haben uns fast geschlagen. :p
Bis Sapte Scarii gehts an etlichen Eiskalten Quellen vorbei. Ich hab die dumme Angewohnheit, selbst wenn ich überhaupt nicht mehr durstig bin, an jeder Quelle Wasser zu trinken, weil das Wasser so toll aussieht in diesen klaren Quellen. auf dem Fagaras war das noc hviel schlimmer :oops:
Ach natürlich vergaß ich zu erwähnen dass uns wieder ein Hund folgte. Das ist allerdings so alltäglich geworden dass ich das gar nicht mehr so richtig wahrnehme.
Den Hund wird man beim Canyon sowieso wieder los weil dort Leitern sind die kein Hund bezwingen kann.
Dumm nur das wir das diesesmal auch nicht hochkommen, weil der Starkregen im Juni, die Leitern wohl ziemlich zerstört hat.
Schade eigentlich, denn der Canyon ist ne echte Attraktion. Das Wasser hat sich über Jahrmillion tief in das Kalkgestein hineingefressen.
Naja Pech gehabt, Wir sind ja schon paar mal dort gewesen. dann halt den Umweg über die Bärenschlucht.
Bärenschlucht ist auch cool, aber nicht so toll wie der Canyon. Bis oben passiert eigentlich nichts mehr großartiges. Bei der Schutzhütte gibts ne kleine Pause und welch Wunder, die Haushunde kommen natürlich angerannt und wollen was zu Schmatzen haben. Kriegen paar Brotreste und sind zufrieden.
Bis zur Spitze brauch ich länger als die anderen weil ich es nicht sein lassen kann Preisel und Heidelbeeren zu sammeln, wir sind jetzt nämlich über der Baumgrenze.
Spitze erreicht alles klar, wir sind aus nem anderen Grund hier also weiter.
wir gehen auf der anderen Seite wieder runter, wo wir wissen dass ne Schäferhütte ist. Um die Hütte herum ist ne Riesensauerei aus Matsch und Tierfäkalien. Der Regen der letzten Wochen hat alles aufgeweicht.
Wer da ausrutscht...FAIL! :D
Die Hirten wollten uns Käse verkaufen da konnten wir natürlich nicht nein sagen. Neben der Hütte lag noch eine tote Kuh die der Bär letzte Nacht erledigt hat. Der Bär kommt dort eh jeden Abend, der älteste Dort hatte sich auch vor ein paar Nächten mit einem geprügelt, seine Waffe war ein Nagelbrett.
Solche Leute sind meine Vorbilder. "Tsss ich bin über 60 hab Arthrose und das Vieh hat riesenkrallen und ist gut und gerne einen Zentner schwerer als ich. Scheiss drauf ich vermöbel den trotzdem" :D
Bei sowas freut sich der kleine Gassan.
Wir kaufen Urdea einen ungesalzenen Schafskäse und "Brinsa in Coaja de Brad" auch ein Schafskäse der mit Fichtenrinde ummantelt ist und darum ganz besonders baumig schmeckt.
Von dort gehts weiter nach unten über einen Trampelpfad den auc hdie Hirten mit ihrne Eseln benutzen.
Hier ein Stück über einen Forstweg und dann sind wir am Objekt unserer Begierde. Unscheinbar liegt links am Wegesrand die "Cascada Tamina" Auch ein Canyon durch den sich ein Bach gefressen hat. Nicht so groß wie die Sapte Scarii, dafür aber unbekannter und kaum mit Leitern abgesichert.
Man geht durch den Canyon und springt von Stein zu Stein oder muss auch mal durch Wasser. Hier beginnt schon mal die aufwärmung denn gleich gehts richtig los.
Der Weg den wir jetzt gehen haben wir eigentlich nur durch Zufall entdeckt und er ist eigentlich kein wirklicher Weg.
Ursprünglich geht der markierte Weg, wenn man aus dem Canyon raus ist direkt wieder nach rechts oben auf den Forstweg und durch einen Furzlangweilige Wanderweg der zu einem Großen teil durch eine Monokultur führt.
Da die Stelle dort aber so extrem schlecht markiert ist, dachten wir das erste mal, als wir dort waren dass es direkt in der Schlucht weitergeht.
Manchmal kann Unwissen auch gut sein, sonst hätten wir niemals dieses Grandiose Stück Wildniss entdeckt welches jetzt vor uns liegt.
Wir gehe nwiegsagt nicht auf der Markierung weiter sondern durch das Tal des Baches welcher durch Tamina fließt. Hier wird es wieder richtig spaßig. Der Weg ist eigentlich jedes Jahr anders, weil immer mal wieder Bäume umkippen und so weiter und so fort.
Es ist schwer zu sagen welcher der von mir beschriebenen "Wege" am wildesten ist. Jeder Ort hat seine eigenen Merkmale. Prägendes Merkmal dieser Tour ist jedenfalls das Wasser. Der überaus Wilde Bach muss immer mal wieder überquert werden, mal über umgestürzte Baumstämme mal über Stock und Stein. Hier ist es definitiv gefährlicher denn man kann wegen dem Bahc nicht im Talgrund spazieren und das Tal ist Terassenförmig aufgebaut also muss man immer von einer Terrasse zur nächsten. Hier ist das Durchkommen wirklich ein kleiner Kampf und man muss auf jeden seiner Schritte achten, dafür wird man aber mit einem Schluchturwald belohnt der seines gleichen sucht aber wie ihr schon mekrt steh ich voll und ganz auf so ne Scheisse :D
Der ganze Hohenstein ist ein schönes Gebirge, aber wir machen praktisch die ganze Tour nur wegen diesem einen Abschnitt. Und das schon seit vielen Jahren und es wird uns nicht langweilig. wir fanden dort auch schon Kuhschädel oder Bärenkrallen.
Mann ich könnt euch jetzt noc hzwei Seiten von diesem Abenteuerspielplatz für Erwachsene erzählen, obwohl ach was ich war das erste mal dort mit 13 mein kleiner Bruder mit 6. Also eigentlich ist es ein Abenteuerspielplatz für die ganze Familie. Vorrausgesetzt die Familie ist verrückt genug dafür. :D
Ich will mal so elitär sein und sagen dass wir zu den ganz wenigen gehören die dieses Tal kennen. Interessant ist noch anzumerken dass in dem Wildbach der sich immer wieder in Wasserfällen heruntergießt kleine Basins gebildet haben in denen tatsächlich forellen leben. Wie die dort hinkommen weiß ich nicht. Möglicherweise als eier durch das Gefieder von Vögeln, jedenfalls ganz schön cool.

Als wir aus der Schlucht herauskommen sind wir auf der einen Seite glücklich und fühlen uns wie neugeboren auf der anderen aber traurig, dass es schon zu Ende ist. Von der Schlucht aus gehts kurz durch den Fluß timis gewatet und dann wieder zum Bahnhf von Timisu de Sus, von wo es nachhause geht.

Gassan
25.10.2010, 23:45
Und Bilder.

Auf dem Weg auf die Spitze

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/100_0805.JPG

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Oberhalb der Baumgrenze
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Auf gehts in den Taminacanyon
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Und wieder draussen durchs wilde Tal
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So jetzt ist aber echt mal gut, hab schon viel mehr erzählt als ich eigentlich wollte. Wer noch mehr tolle Orte in den Karpaten kennenlernen will muss schon selbst sein Entdeckergen benutzen :D

O_l_i
09.03.2011, 09:28
Wow, ein wirklich nicht alltäglicher Reisebericht, den ich leider erst durch Wikipedia entdeckt habe. Wenn du die letzten Fotos noch in den Text reinverschiebst, kann mans -find ich- noch angenehmer lesen.

Und das Entdeckergen bloß nicht verkommen lassen..
Oli

Gassan
09.03.2011, 09:50
Wow, ein wirklich nicht alltäglicher Reisebericht, den ich leider erst durch Wikipedia entdeckt habe. Wenn du die letzten Fotos noch in den Text reinverschiebst, kann mans -find ich- noch angenehmer lesen.

Hehe danke, ich werd mal versuchen die Bilder da irgendwie unterzu bringen




Und das Entdeckergen bloß nicht verkommen lassen..
Oli

Von wegen,für diesen Sommer hab ich mir eine noch größere, und noch abgeschiedenere Ecke ausgesucht.
Ich denk da kann ich auch ein zwei Worte zu verschwenden und paar Bilderchen reinstellen ;)

Gismo834
09.03.2011, 10:22
Sehr schön !!

lindworm
10.03.2011, 22:23
Hallo Gassan, richtig genial der Bericht! Total interessant, besonders weil man aus der Gegend nicht so viel liest ;-)

Ich möchte eventuell im Sommer mit einem Freund in die Gegend - hast du da ein paar Tipps für uns, die wir nur englisch und ein paar Brocken Französisch können?

Grüße lindworm

Gassan
11.03.2011, 00:15
Klar kann ich helfen.
Wobei ich freilich noch lääängst nicht alles kenne. Aber bei dem was ich kenne helf ich gerne.

An was habt ihr denn gedacht?

lindworm
11.03.2011, 13:47
Wir haben uns noch nicht ganz entschieden, eventuell gehts im April eine Woche auf der Oberen Theiss in der Ukraine Kanuwandern mit Abstechern in die Wälder und einem Halt hier: http://www.karpaten-bueffel.eu/

Die eigentliche Tour soll aber im Sommer stattfinden und - wenn möglich - auch einen Teil durch die Buchenurwälder gehen - wo genau haben wir aber auch wegen nicht so leicht zu bekommender Infos noch nicht festgelegt.
Wir würden auch auf der größeren Tour gerne ein Stückchen mit Kanu/Kajak zurücklegen und auch eine Woche oder so per Pedes reisen.
Wenn nötig würden wir auch beide Tourteile getrennt machen, also erst eine Woche hiken und dann mit Bus und Bahn zu einer schönen Paddelroute fahren.

Darf man in Rumänien und der Ukraine problemlos naturschonend Zelten?
Wenn ja, ist das in den Urwäldern doch vermutlich nicht erlaubt oder?
Welche Gegenden eignen sich am besten für solche Vorhaben?

Vielen Dank schonmal,
Lindworm

Gassan
14.03.2011, 10:00
Nun vom Kanufahren habe ich überhaupt keine Ahnung da müsstest du schon einen anderen fragen. Kann mir vorstellen das man in den Ostkarpaten in Buzau, Siret, Prut gut machen kann, aber ich weiß es wirklich nicht.

Also richtig große designierte Urwaldgebiete findest du vor allem im Banaterbergland im Semenicurwald, im Retezat und auch in der Maramures.

Die Gebiete aus meinem Reisebericht sind nicht geschützt und auch nicht weiter bekannt. Zelten dort kann man ohne Probleme.
Es gibt sehr viele stellen mit Naturwald, in praktisch jedem Gebirge befinden sich besonders wilde Wälder. Meistens finden sich diese Orte abseits der Wege.
Besonderst schön ist es Waldmäßig auch auf der Westseite des Königssteins (Piatra Craiului)