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Dima
06.08.2010, 01:17
Land: Slowakei
Reisezeit: Juli
Region/Kontinent: Osteuropa

Diese Tour hat eigentlich im April 2010 am Schliersee in der Nähe von München angefangen und ging vom Westen Österreichs nach Osten, also bis nach Wien, durch die Slowakei in die Ukraine. Ich fand die Slowakei jedoch am Spannendsten, weil ich da sehr wenige Probleme hatte. In Österreich war das einzige was reibungslos verlief die Unterkunft bei Cody in Wien. Ich möchte mich dafür auch bedanken. Danke Cody!! Ansonsten war es einfach nur Teuer und ich habe die Steigungen die mir bis Salzburg alles abverlangt haben, einfach unterschätzt, zudem hat sich irgendeine komische Geschichte am Fuß ausgebreitet, sodass ich Ende April Heim musste, um mich zu genesen. Diese komische Schwellung dauerte echt 1 ½ Monate an, danach setzte ich erst die Reise erneut fort. Die Ukraine hatte seltsamerweise nichts mehr mit dem Wandern zutun gehabt, weil mich eine gute Freundin dort getroffen hat und das hatte einen exzessiven Alkoholkonsum zur Folge. Ansonsten habe ich auf Couchen gesurft und gesinnlost. Ich hoffe dennoch das mein Bericht irgendwem gefällt, hehe.

Also. Mit der Mitfahrzentrale ging es erstmal von München aus nach Bratislava. Das hat mich 30 Euro gekostet. Im Vergleich zu der Bahn ist das ein Schnäppchen gewesen.

Am Busbahnhof von Bratislava begrüßte mich die Servicewüste der Slowakei. Keiner der Ticketverkäufer hat bock auf mich und jeder fühlt sich durch meine Fragen, wie ich denn zur hlavna stanica komme, eher belästigt. :) Das gefällt mir sehr gut und ich, der der immer nach Ehrlichkeit schreit, habe sie nun schlechtgelaunt mir gegenüber sitzen. Hier zeigt man eben das man keine Lust auf seine Arbeit hat. Meinetwegen! Ich würde es auch ab und an sehr gerne zeigen wollen*g Und irgendwie bin ich ja doch zur der Hauptstation gekommen. Von da an geht der Weg nach Kamzik gleich hoch.

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Viele haben mir empfohlen die Strecke nach oben mit dem Bus zurückzulegen. Das habe ich natürlich nicht gemacht. Wozu auch? Als ob ich es eilig hätte.
Wäre ich mit dem Bus gefahren, hätte ich vermutlich dieses Pseudo Hundertwasser Hotel übersehen, das wäre doch eine Schande!

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Oben angekommen wird man auch schon mit den Typischen Schildchen belohnt. Diesen begegnet man sehr oft, sodass es wirklich schwer fällt mal keine Ahnung zu haben wo und wie hoch man sich gerade befindet. Ich hatte nur selten Probleme mit der Wegmarkierung, man kann also echt sagen, das die sich viel Mühe gegeben haben. Die kleinen Karpaten laufen sich angenehm und selbst eine Radtour ist in dem Gebiet Problemlos möglich. Die Steigungen sind human, manchmal auch etwas fordernd, aber ich glaube das lag eher an der Hitze, das ist das einzige was unerträglich war, zumindest war man durch die Bäume gut vor der Sonne geschützt. Ach, die Mücken habe ich fast vergessen! Die waren einfach nur lästig, und soviele! Ich habe mich am zweiten Tag nur noch ins Zelt verkrochen und selbst da habe ich sie summen gehört. Ich muss sie wie ein Magnet angezogen haben. :)

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Kommen wir nun zu der Landschaft und den Leuten.
Die Leute die man hier antrifft gehören der „gebildeten“ Schicht der Slowaken an (habe ich mir so sagen lassen). Sogut wie jeder Wanderer, Biker, Jogger kann Deutsch, Englisch oder Russisch. Einmal traf ich sogar einen der alle drei Sprachen konnte! Wenn man Russisch kann, kommt man jedoch mit den meisten ins Gespräch. Diese Sprache ist verbreiteter wie Englisch.
Die Natur ist geprägt von schönen Wäldern die erstaunlicherweise nur an wenigen Stellen zugemüllt sind. Das was ich als störend empfunden habe, war die Holzfällerei. Das Landschaftsbild ist also oft durch schweres Gerät verschandet worden, so wirkte es zumindest auf mich. Auch habe ich oft LKWs angetroffen, denen ich immer Platz machen musste. Richtiges „ich bin allein“ Feeling kam bei mir nie auf. Aber wenns dann mal was zu sehen gab, habe ich es natürlich richtig genossen.

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Die ersten 20km nördlich von Bratislava wurden noch praktische Touristenpunkte

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und Wasserquellen

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Hingestellt. Ein Blick auf meine Touri-Karte verrät mir aber, das die nach dem 2 Tag wandern gen Norden, an der Zahl abnehmen. Die Touri orte Bieten eine Möglichkeit Feuer zu machen und ein positiver Nebeneffekt der Holzfällerei ist die Tatsache das einem eine Menge unbenötigtes Holz zur Verfügung gestellt wird, in den Wald gehen und Feuerholz sammeln war also selten nötig. Das Zelten an solchen Orten ist natürlich erlaubt, jedoch habe ich mir auch hier wieder erzählen lassen, dass es in der Slowakei keinen interessiert wo man zeltet, solange die Stelle sauber verlassen wird. Unvorstellbar, da waren doch die Verbotsschildchen!! :( Diese Information habe ich dennoch gut in mein Köpfchen geparkt, auch deswegen weil sie von einem Slowakischen Wanderer kommt, der zwei Wochen lang zu Fuß in die Ukraine unterwegs war. Der muss es ja wissen.

Die Wasserstellen sind gekennzeichnet und mit dem letzten Prüfdatum versehen, der war zu diesem Zeitpunkt April 2010, da steht dann dran ob das Wasser trinkbar ist oder nicht, natürlich auf slowakisch, ich denke das war Piteva für trinkbar und nepiteva für nicht trinkbar, an diese Angaben hält man sich aber nicht zwangsweise, viele trinken das, obwohl es nicht trinkbar ist. So oder so, verdursten muss man hier zumindest nicht, und solange es Wasser gibt, kann man sich auch gut Waschen.

Ab und an hatte ich auch betrunkene Gesellschaft. Der hier trank aus seiner 2L „Kelt“ Flasche Bier und las Liebesgedichte vor, bevor er aufstand um diese demonstrativ zu verbrennen.

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Ich fühlte mich wie in Russland. Zwar ist in der Slowakei das saufen nicht so ein Problem, aber auf meiner Slowakei tour bin ich öfter mal besoffenen begegnet, die mit mir kalinka tanzen wollten. Lustig war es also allemal *g
Der Rote Weg ist insgesamt etwas unruhiger als die anderen. Auf diesem ist man eigentlich nie allein. Ich habe den E8 oft verlassen, um auf Alternativwegen im Kreis zu laufen, wie aufregend! Alle Wege führen zum E8, man kann sich also ruhig mal treiben lassen.

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Ab und an begegnet man einer kleinen Siedlung, da ist aber irgendwie keiner anzutreffen, mit dem man mal Tee trinken kann, wie schade!

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So gehe ich also weiter und weiter. Wohin?
Nach 5 Tagen beschloss ich Limbach anzusteuern um so nach Pezinok zu gelangen. Mein essen ging mir schon langsam aus und ich hatte echt keine Lust mehr auf Mücken. Mjammi! Jetzt ein Schnitzel oder sowas! Pezinok erreicht man eigentlich in ca 2 Tagen, aber weil ich kein Plan hatte, habe ich eben länger gebraucht. Unterwegs nach Limbach gab es viele kleine Bäche. Die ich natürlich mit Freude als Dusche verwendet habe. Und weil meine Klamotten nun auch schon alle gestunken haben, mussten auch die gewaschen werden. Bei einem Tshirt habe ich gleich mal die Ärmel weggeschnitten und so hatte ich ein komfortables Muskel Shirt und gleichmäßige Bräune :) Zumindest an den Armen.

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Unterwegs hat doch glatt Jemand sein Müsli Riegel Fallen lassen, Pech für Ihn und Glück für mich. :)

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Lustige Insekten gibt’s hier auch, den habe ich noch nie gesehen!

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So. Weil ich nun nicht mehr geklebt und gestunken habe, konnte ich mich mit gutem Gewissen in soziale Kontakte in Limbach stürzen.

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Ich weis bis heute nicht ob das Telefon funktioniert. Das nächste mal probiere ich es aus *g

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Weil ich keine Stunde in der Hitze rumlaufen will, nehme ich von Limbach einen bus nach Pezinok und lege die 5 km mal nicht zu fuß zurück.

Am Busbahnhof von Pezinok gibt’s eine so tolle Gaststätte, so lecker! Dabei sieht die so schäbig aus, denkt man gar nicht.

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Ich habe für 4x 0,5L Bier und ein Leckeres In Teig eingebautes Schnitzel + Soße und Beilage 15 euro gezahlt. Das ist sehr billig, soviel würde ich in Deutschland nur für das Bier bezahlen. Nachdem ich also mein Schnitzel gegessen habe und von 3 Bier schon angetrunken war, began ich auf der Karte meine Reise weiter zu gestalten. Wo fahre ich als nächstes hin? HM, niedere Tatra ist doch ein geiles Ziel, oder wie oder was? Oder doch liebe die Hohe? Aber die Hohe Tatra mit 20kg+ im Gepäck? Uff, bei der Hitze? Ach doch lieber noch ein Bier. Danach wusste ich es also genau. Es wird die niedere Tatra sein.

Am Pezinoker Bahnhof kann natürlich keiner ein Wort englisch, aber zum Glück etwas Russisch, so erfuhr ich wie ich nach Banksa Bystrica komme. Erstmal muss ich also zurück nach Bratislava, das ticket Kostet mich dann 80 cent, und von Bratislava nach banska zahle ich 9 euro für 200+ km!!! Für Knapp 10 euro also, lege ich locker mal 220km mit dem zug zurück. Ich war so froh kein Europaticket oder son schwachsinn gekauft zu haben, die Bahn Preise in der Slowakei unterbieten echt alles was ich bisher kannte. So Kaufte ich mir also ein Ticket und nun musste ich meine Vorräte wieder auffüllen, gut das es hier einen Billa gibt, den kannte ich ja schon aus Österreich.

Beim Billa musste ich mir natürlich nochmal 2 Bier holen, weil es handelte sich um „Kozel“, da kann ich nicht nein sagen und betrinke mich wieder lustig auf der Parkbank. Ein Vodka für die Zugfahrt darf natürlich auch nicht fehlen. Ebenso wie Gurken, Tomaten und Brot. Schaut euch nur mein neues Tshirt an!!

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Also gut, weite geht’s nach Banksa Bystrica. Hier nochmal einige Fotos von Bratislava die ich aus dem Zug gemacht habe.

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Und der weitere Weg.

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Nach ca 3-4 Stunden, gegen 23 uhr Nachts bin ich in Banska Bystrica angekommen. Wo soll ich die Nacht verbringen? Ach das war mir eigentlich total egal. Der Bahnhof tut es doch auch, aber moment mal, da habe ich janoch ein GPS gerät im rucksack herumfliegen, mit einer Topo Slowakei, wenn das nicht Luxus ist? Nach einigem Hin und Her Scrollen habe ich auf der Karte echt einen Grünen fleck gefunden, 2,7 km luftlienie. 1A.

Jetzt sind wir also schon am Tag 6. Eine woche gammel ich bereits ab. Wie gut. Weil ich so betrunken war, habe ich es gar nicht so richtig realisiert wo ich geschlafen habe, aber aus dem Zelt gekrochen sah ich schon den Ogorod(garten) anderer Menschen. Direkt neben meinem Zeltplatz gab es einen Fluss, Ideal zum „sich frisch machen“. Dachte ich zumindest, ich gehe also mit dem Topf um etwas wasser zu holen und da sehe ich dann schöne Regenbogenfarben im Wasser. Benzin. Juhu! Naja, das Leben ist kein wunschkonzert, stinke ich eben nach Benzin und Plörre. Hauptsache ich kriege diesen Alkoholgeschmack vom Vortag weg.

Um durch den Alk verursachten Nährstoffverlust auszugleichen, begebe ich mich nun in die Stadt um mich mit Früchten einzudecken. Und was sehen meine Augen? Einen echten „Kaufland“ neben dem Bahnhof. Das impliziert natürlich auch einen Joghurt, den ich augenblicklich nach dem verlassen des Ladens mit meinem Müsli mische und Konsumfertig für mich serviere. Luxus pur!

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Jetzt, nachdem ich meine Bedürfnisse befriedigt habe, kommt eine weitere Frage auf. Wie geht’s eigentlich weiter? Ich frage also herum, wie ich hier am besten zur Tatra komme. Eine Frau sagt mir ich solle nach Brezno fahren. Auf meiner Karte habe ich dann geschaut wo sich das befindet. Brezno, was soll ich denn da? Ich will noch 2 Wochen unterwegs sein und nicht schon morgen am Dumber stehen. Erneut zücke ich mein unwiederstehliches GPS gerät hervor und suche nach Möglichkeiten „irgendwo dahin“ zu kommen. Und Tatsächlich. Ca 8 km Luftlienie vom Bahnhof aus werde ich auch fündig. Es gibt da echt nen Aufstieg und ich muss auch nicht wieder diese lästigen Busse nehmen. Wieder mal ist alles einfach nur: 1A. Und ich habe Bananen!
Auf dem Weg zur „Ulica Pieninska“ habe ich natürlich wieder Fotos gemacht.

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Das war irgendein Vorort von Banska Bystrica, da gab es auch eine Summer Dance Party.

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Zu schade das die Party erst am Samstag stattfindet. Da habe ich natürlich ein Problem, wo soll ich hier so lange abhängen? Und Wohin mit meinen Sachen? Ach egal, muss die Summer Dance Party ohne mich auskommen!

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Birken und ein Spielplatz umgeben von Häusern? 1A.

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Hier beginnt eigentlich die eigentliche Tour. Das sind die Wegweiser zur heiligen Tatra. Da wo ich so lange wie möglich rumhängen möchte. Keine Mücken + angenehme Temperaturen. Ich freue mich.

Noch ein letzer Blick auf Banska Bystica und auf nach oben.

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Nach ein paar hundert Meter sehe ich Kühe und eingesiffte Feuerstellen mit haufen leeren Bierdosen und anderem Dreck, hier betrinkt sich also die Jugend von Banska Bystrica. Ich habe diese Sauerei nicht fotografiert, weil da ein Hund angelaufen kam. Aber bereits auf diesem Bild lässt sich es gut erahnen wie die Fläche wohl ausgesehen haben muss.

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Bei der Hitze hatte ich natürlich das Problem, das ich unmengen an Wasser verbrauchen würde, gibt’s da oben eigentlich genug davon? Diese Frage hat mir der Hundebesitzer mit einem klaren „nein“ beantwortet. Mit 2,5L Wasser machte ich mich dennoch auf den Weg nach oben, irgendwo muss es einfach was geben, dachte ich mir.

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Ich begegnete seit 5 Stunden keiner Menschenseele, die sicht um mich herum ist einfach großartig. Aber dann, da kam echt ein Läufer und überholte mich, bei dem überholvorgang sage ich ganz automatisch. Deutsch? English? Russkij? Er „nein, nein, ja“. Unglaublich. Er hat dann oben auf mich gewartet und ich fragte ihn aus, wo ich Wasser Tanken kann und wie ich weiter zum Dumber soll. Ich glaube wir haben uns 30 min unterhalten und er erzählte mir wo es eine Banja (sowas wie eine sauna nur auf russisch, da verprügelt man sich mit birkenästen) gibt und wo ich einen tollen Käse vom Bauer kriegen kann und welche tollen sportlichen ereignisse es auf der Tatra gibt. Er selbst läuft 70km mit allen höhenmetern die die niedere Tatra hergibt unter 5 stunden. Für sein Alter (ca 45) war er fit wie ein Turnschuh. Auch gibts verrückte, die sich mit Bier und Cola Kästen beladen und 75kg mit handmade Tragegestell auf dem Rücken die Berge hochtragen. Sachen gibt’s, das gibt’s gar nicht. Und ich jammere über meine 25 Kg? Ab da an hat das jammern ein Ende gehabt.

Meine erste Nacht vebrachte ich endlich auf 1000m höhe, ohne Mücken und mit tollem erfrischendem Wind. Jetzt wo ich wusste das es bald Wasser gibt, habe ich mir ohne bedenken eine zauberhafte Pilzsuppe gezaubert.

Tag 7.
Am nächsten Tag habe ich irgendwelchen Käse vom Bauern probiert und mich auf den Weg nach Sachticka gemacht. Hier begegnete ich einem Dekadenten Hotel. Mit Preisen wie in Deutschland und mit Urlaubern aus der Schweiz. So macht man also Urlaub heute. An der Rezeption habe ich nachgefragt ob ich hier duschen könnte für wenig geld. Die Frau sagt mir echt, „der chef ist nicht da, du hast 2 stunden zeit, hier ist die Dusche und hier unser Swimming pool“. Äh was? Und was soll das kosten? „dont worry about money, ist for free“. Unglaublich!

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Auch erlaubte man mir mein Zelt neben dem Hotel aufzustellen? Ich hatte nun wieder volle 4 Liter Wasser und habe mich dran gemacht meine Wäsche abzukochen und zu waschen. Ich hatte wurst dabei, Gezuckerte kondensmilch, weizen brei, eier, was will man eigentlich mehr? So ging also der ganze 7 tag irgendwo flöten, ans wandern dachte ich gar nicht mehr :)

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Und so wartete ich darauf, wieder Leningrad hören zu können und dabei wurst mit Käse und brot zu essen. Zu meinem Glück war durch den Exzessiven Vodka konsum noch eine Gurke übergeblieben. Luxus pur!

Irgendwann wurde es auch dunkel

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Tag 8
Und am nächsten Tag habe ich von 9 bis 14 uhr den Ponys beim herumlaufen zugesehen.

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Meine Wäsche habe ich auch getrocknet.

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Und zum Abschluss bin ich in dem Sündhaft teuren Restaurant essen gegangen. 4 Euro für einen Salat mir Hühnchen stücken. Das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber wie das essen in Pezinok. Aber gut, das ist eben Dekadentia. Und weil ich eh gerade mal 50 euro für fahrt und fressen ausgegeben habe und das in nur einer woche, habe ich mir diesen Luxus auch noch gegönnt.

Um ca 15 uhr ging also weiter nach Donovaly, ein weiterer Touri Ort. Aber was für einer. Der Weg dahin war natürlich wieder klasse.

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Über die Beschilderung kann man auch hier nicht klagen.

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Bei Donovaly gibt es eine kleine Ortschaft Namens „Bully“. Was soll ich dazu noch sagen? Prompt kam ich mit irgendwelchen Leuten ins gespräch, weil die alle Russisch können und BAM hatte ich einen schlafplatz im Garten und ich durfte bleiben so lange wie ich will. Es gab Kuchen und eine Decke für das Zelt :) Wäre zwar nicht nötig gewesen, aber egal, ich war froh. Ganze 3 Tage bin ich da liegen geblieben, und bin immer mal runter nach Donovaly gegangen und das ohne meinen Rucksack. Ich habe wie so oft, einfach gegammelt.

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Donovaly erregt die Gemüter.

Jeder erzählt mir das es eine Schande ist, in soeinem Tal sowas hinzubauen. Ich erfuhr das Diese „ortschaft“ dem Skitourismus zuliebe aufgebaut worden ist, man stampfte also diese ganzen hotels und gaststätten im Zeitraum von 15 jahren aus dem Boden.

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90% der hotels stehen zu der Jahreszeit einfach ungenutzt herum, aber wenn der Winter anbricht geht hier die Post ab, sagte man mir. Dann gibt’s eine Bühnenshow mit bands und Husky rennen usw usw usw. Zuguter letzt hat eine Gebürtige Slowakin neben mir mit dem Auto angehalten, sie wohnt nun in Hamburg und war in donovaly zuletzt vor 15 jahren und musste einfach ihren frust über die Verschandete Natur einfach irgendwo abladen, so war ich eben da und habe mir erneut angehört wie das früher mal war.

Nun was soll ich tun? Ich nutze diese ganzen Kitschigen Hotels nicht und unterstütze diesen Schwachsinn auch nicht, mehr kann man nicht machen.

Also fotografierte ich weiter.

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Mein Zelt im Garten, hehe.

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Die Bewohner besuchten mich ab und an und fragten ob alles in Ordnung sei und ich habe weiterhin eifrig mit ihnen geplaudert.

Nach 3 Tagen, oder waren es 4? Habe ich beschlossen weiterzugehen. Ich hatte keine Ahnung welcher Tag war und warum er war. Es war mir einfach egal. Und so gings irgendwann weiter zum Dumber.

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Bis zum Hiadelse Sedlo gab es echt einen Heftigen Abstieg, ich habe mir zum ersten mal irgendwelche Stöcke gewünscht.

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Ab hier wechselte das Wetter. Oben auf dem Kamm war es Kühl geworden und es Regnete sehr oft am Abend. Meine Aldi regenhose hat dem Regen nicht trotzen können, aber das war ja klar :)

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Tag 12
Ja, somit sind wir bei Tag 12 angekommen und für mich fühlte sich das wie eine Ewigkeit an. Durch den dauernden Auf und Abstieg schmerzen meine Füße nun auch und es reiben sich langsam Blasen. Na solange die sich langsam entwickeln, ist ja alles in Ordnung.
Ich setze meine Wanderung zum Dumber fort.

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Immer wieder denke ich über diese fiesen Berge nach. Erst treiben sie mich auf 1800m nur um dann auf 1400 runterzugehen, um später nochmal auf 1900m anzuziehen. Warum nur, warum? Wanderer treffe ich sogut wie keine, diejenigen die ich treffe sind mit der Ausrüstung für eine Tageswanderung bepackt und sind auch so schnell verschwunden wie sie gekommen waren.

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Vom Regen Verfolgt entschloss ich mich von 1900m runterzugehen.

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Und hier gab es eine Abzweigung (Blauer Weg) die mich letzendlich auf 1400m zu meinem Schlafplatz führte. Wasserknappheit ist hier oben ein großes Thema gewesen. Nach dem Berg „Durkova“ kommt man an einer kleinen Hütte Vorbei, da gibt es möglichkeit Wasser zu holen, ansonsten Läuft man wohl weiter bis zum Chopok ohne Wasser. An dieser stelle wo ich den Blauen weg zum absteigen genommen habe, kommt man an sehr vielen Wasserquellen vorbei. Und da habe ich wohl meinen ersten Bären gesehen, sah aus der Ferne nach einer Mutter mit kleinen aus. Zum glück waren die schnell weg.

Die Schlafplatz Suche verlief zum ersten mal nicht so wie erwartet, ich war bis 21 uhr unterwegs bis ich was halbwegs ebenes gefunden hatte.

Tag 13

Ich wollte eigentlich zum Dumber rauf, aber wegen schmerzenden Füßen habe ich das leider nicht geschafft, was sich jedoch als gut herausstellte. Kaum begann ich den Abstieg, um nach Brezno zu kommen, hat es angefangen zu regnen, von da an war es für mich klar, das ich jetzt genug gegammelt habe.

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Geldtechnisch war ich so billig wie möglich unterwegs und in der Slowakei habe ich mit allem Drum und dran 120 euro gelassen. Dabei war die Mitfahrzentrale noch am teuersten :)

Als ich den Dumber erblickt habe, erblickte ich mit ihm auch einen Haufen Touristen, die von Brezno gekommen waren um nun den Chopok und den Dumber zu erklimmen. Wie gut das sie sich nicht sonderlich weit weg trauen, hatte ich zumindest oben meine Ruhe.

Nun, was bleibt an der Stelle noch zu sagen? Die Slowakei lockt mit billigen Bahnpreisen und billigem Essen, die Landschaft ist grandios und die Slowaken verstehen was von Gastfreundschaft, vorausgesetzt man kann sich mit ihnen verständigen.

Für die Kammwanderung sollte man viel Wasser mittragen, vorallem wenn man Nudeln oder Suppen zubereiten möchte. Für mich war 0,5L für ne Tütensuppe nicht akzeptabel. Sodass ich lieber Kartoffeln gebraten habe um sie letzendlich in mein weich gewordenen Käse zu tunken. Wegen den Bären habe ich nie da gegessen wo ich geschlafen habe. Um 16 uhr habe ich also gut gespeist und bin dann einfach 3-4 stunden weitergegangen. Ob das was bringt? Keine Ahung. Überhaupt erzählen viele Leute wie gefährlich es da oben ist, einer wollte gar nicht hoch, weil er von seiner Slowakischen Freundin auf die Gefahr von Bären aufmerksam gemacht worden war. Ich weis nicht, urteilt selbst, haben wir zuviel Angst? Ich persönlich hatte mehr vor Menschen in den Städten Angst.

Die Kleinen Karpaten sind hingegen vom Schwierigkeitsgrad einfach nicht mit der Tatra zu vergleichen. Ich würde sagen die sind leichter, wären da nicht die Mücken und die Hitze, die zu stehen scheint. Und weil die Kleinen Karpaten auch weinanbaugebiet sind, kann man sich da köstlichen Wein kaufen, hihi.

bergzwerg61
06.08.2010, 18:04
Veľmi zaujímavý ;-)

entropie
08.08.2010, 02:53
Ab und an hatte ich auch betrunkene Gesellschaft. Der hier trank aus seiner 2L „Kelt“ Flasche Bier und las Liebesgedichte vor, bevor er aufstand um diese demonstrativ zu verbrennen.


ROTFL.

Toller Bericht!

Gassan
15.08.2010, 11:16
Toller Bericht Dima. Ich freue mich dass deine Tour doch noch zustande gekommen ist :)

Zz
16.08.2010, 12:10
Sehr schöne kurzweilige Zeit gerade mit dem Lesen verbracht, danke.