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Pempi
15.07.2010, 02:20
[ES] La Gomera


Land: Spanien
Reisezeit: Juni 2010
Dauer: 10 Tage
Route/Plan: Gibt’s nicht



(Das Video gibts auf Seite 3!)

Prolog
Nachdem ich mit Vincent vor ca. 3 Jahren die Kungsleden-Wanderung hinter mich brachte, gab es von nun an endlose Debatten darüber wohin man denn als nächstes aufbricht um ein weiteres episches Abenteuer zu verleben. Gebunden an Zeit, Geld oder Kontinente waren diese Unterhaltungen nicht und entsprechend wirr verliefen sie auch. Okay, Weltkarte raus – „Hier…“ Vincents Finger zeigt auf den Base-Camp Track in Nepal. „Transsib?“ erwidere ich und fahre mit meiner Hand wahllos von Asien bis nach Moskau. „Oder DAS muss auch auf jeden Fall noch gemacht werden“ Vincent Zeigt unmissverständlich auf den GR20, Korsika. Die Unterhaltungen verliefen äußerst Wild, schwerst utopisch und unsere Wurstfinger verfetteten alsbald die Karten in einen unlesbaren Zustand.
Nur ein Wort fiel nebenbei das mich seit der ersten Aussprache nicht mehr los lies. La Gomera! Die kleinste der Kanarischen Inseln! Dort soll es kaum Touris geben und eine traumhaft abwechslungsreiche Landschaft. (Anm. für die Klugscheißer, eigentlich ist El Hierro die kleinste der Kanarischen Inseln, aber schließlich geht’s hier nicht um Fakten).
Und auch wenn La Gomera zumindest für die kommenden Vorhaben Vincents und meiner Wenigkeit keine Bedeutung mehr haben sollte, so ging mir jenes verlassene Eiland dennoch nicht mehr aus dem Kopf. Irgendwann packte es mich mitten aus dem Nichts, sodass ich eine umfangreiche Internetrecherche machte, die absolut kein Detail auslies: Ich guckte mir ein paar Fotos auf Google an!
Diese wahnsinnig Detailierten Eindrücke (es waren zum Teil 10 Megapixel-Fotos dabei) bestätigten das, was ohnehin in meinem Geiste schlummerte: Ich muss nach La Gomera! Im Juni 2010 war es dann endlich soweit, die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: Nadine meine Freundin hat bis 2 Tage vor Abflug noch starke Antibiotika genommen und ich habe eine kaputte linke Schulter. Ab in den Outdoor-Rucksackurlaub!



- Noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache: Der Bericht ist eigentlich als Tagebucheintrag/Erinnerung für Nadine und mich gedacht, daher werden hier viele sehr lange Ausformulierungen vorkommen, die eventuell nichts zur Sache tun. Der Vollständigkeit und Erinnerung halber schreibe ich sie aber dennoch auf. -


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23.06.2010 - Anreise

Es ist soweit, der Flug geht los. Ganz un-pemponisch sind wir übermäßig zeitig am Flughafen, sodass wir die extra-Zeit nutzen können um den letzten deutschen Döner vor 2 wöchiger Abstinenz einzunehmen. Ich kleckere mir auf die Hose.

Im Flieger nach Teneriffa sitzen 2 dicke Russinnen hinter uns, die durchaus Kommunikationsprobleme mit der Stewardess aufweisen:
* “Would you like something to drink?”
* “захлебнуться !”
* ”Excuse me, a Coke?”
* “минеральная вода!!“
* „Uhm, Tomato juice, Sprite?“
Der restliche 5-stündige Flug verläuft jedoch recht gemütlich. Ich lese zum ersten Mal die Financial Times Deutschland von vorn bis hinten. Sie schreiben unter anderem, dass das Krallenäffchen Anton für das abendliche WM Spiel zwischen Deutschland und Ghana der deutschen Mannschaft eine Niederlage prophezeit. Später am Abend soll sich herausstellen, das Krallenäffchen für den Job des Orakels nicht optimal besetzt sind.

An der Gepäckausgabe wird mir klar, warum außer La Gomera irgendwie keine der Kanarischen Inseln für mich infrage käme: Wir finden uns umzingelt von Proll- und Pauschaltouristen. Sandalen, Feinrippshirts, goldenen Armbanduhren, Jogginghosen und natürlich die obligatorische goldene Halskette. Wir schnappen unsere Rucksäcke und suchen pronto das nächste Taxi zur Hafenstadt Los Christianos. Nadine hat noch arge Probleme mit ihrem Rucksack, was teils etwas unbeholfen aussieht. Zu ihrer Entlastung muss ich anmerken, dass sie zum ersten Mal mit nur einem Rucksack auf dem Rücken in den Urlaub fährt, das Handling ist dennoch verbesserungswürdig. In Los Christianos machen wir uns auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Wir suchen nicht einmal 5 Minuten, da finden wir ein Apartment, das nett und nicht zu groß aussieht. Die bereits lauernde Besitzerin kommt sofort zu uns und beginnt uns auf Spanisch vollzuquatschen. Als jemand der nie in seinem Leben mehr Spanisch als ‚Cerveza‘ gelernt hat verstehe ich viel Bahnhof, jedoch keinen Inhalt – Ich mache mich also bereit auf Universalisch-Hand-Fuß-Sprache zu antworten…

…als mir Nadine von der Seite mit nahezu perfektem Spanisch querschießt. Die beiden Frauen stehen also links und rechts neben mir und verhandeln wild gestikulierend. Am Ende lachen sie hin und wieder. Ich stehe daneben und gucke wie Gromit aus der Mülltonne. „Mein Spanisch ist gaaanz schlecht, ich verstehe fast gar nichts mehr“ … „…Mmmm, ist klar!“ Das Zimmer ist klein aber sehr sauber. Außerdem sind wir ja nun mit Rucksack unterwegs, da gibt es keine Ansprüche.

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Am Abend schlendern wir eine Runde durch den Hafen. Hier wird das Fest zum heiligen Johannes gefeiert und es brennen quer über den Strand verteilt überall kleine Feuer.

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Was erst wie die französische Normandie gegen 1945 aussieht, entpuppt sich später als wirklich schönes Volksfest. Es sind haufenweise Familien mit Kiddies am Strand unterwegs, spielen Fußball und gehen Baden. Hin und wieder passiert uns ein Mob von Menschen, der auf den Schultern eine große goldene Truhe, ähnlich der Bundeslade, den Strand entlang trägt. Jener Mob soll noch später am Abend inklusive Bundeslade und ohne jegliche Vorwarnung ganz plötzlich lauthals schreiend ins Meer rennen. Nach den Gründen wird hier nicht mehr gefragt. Wir gehen gegen 1.30h auf unser Zimmer. Morgen geht es auf die große (kleine) Insel!

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24.06.2010

8.ooh. Der Wecker klingelt. Die gemütlichen Betten laden unendlich zum weiterschlafen ein, doch die Fähre läuft bereits um 9.ooh aus dem Hafen. Widerwillig stehe ich auf.

Ohne jegliche Peilung von La Gomera betreten wir für 64€ pro Person (Hin- & Rück) den Fred Olsen „Benchi Express“ – die älteste Fähre, die die Olsen Familie zu bieten hat, wenn auch Katamaran. Dass das Retro-Design jedoch noch aus den Anfangszeiten der Katamaranfähren stammt, macht sich bei den fluiddynamischen Eigenschaften schnell bemerkbar. Es schaukelt, und das in ‚Holla die Waldfee‘-Stärke – was Nadines Seekrankheit nicht wirklich entgegenkommt. Kotzen muss sie dennoch nicht, auch wenn es eigentlich ganz lustig gewesen wäre.
45 Min nach Abfahrt erreichen wir die Hauptstadt der Insel, San Sebastian. Feuer und Kaffe finden wir schnell im Supermarkt direkt am Hafen, Gas erhoffen wir uns in den zentraleren Geschäften der Stadt. Nadine bringt hier die erste Lachnummer des Tages, als sie in dem verkappten Baumarkt erstmal schnurstraks hinter den Tresen läuft und sich alles aus dem Lager selbst zusammensucht. Die Verkäuferin guckt ihr nur unbeholfen hinterher „Mhm, Senora?“.

Wir frühstücken Thunfischsandwich mit Kaffee und machen noch einen kurzen Abstecher zur Touri-Info. Die Damen sind sehr behilflich bei der Planung der ersten Tagesetappe. Da eben jene Damen allerdings noch nie auf La Gomera gewandert zu sein scheinen entpuppt sich die Planung später noch als absolute Katastrophe. Ich rechne die Strecke zusammen und komme auf knappe 16 Km.
„Mein Gott, in Schweden sind wir teils über 20Km gewandert,das wird schon passen“.

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Am Rande der Stadt suchen wir den Einstieg zu unserem Pfad. Dieser beginnt kurz hinter dem Dieselkraftwerk, welches die gesamte Insel mit Strom versorgt. Ein kleiner weißer Nissan Micra parkt hier allerdings direkt vor der ersten Markierung was uns erstmal im Kreis laufen lässt. Mit einer halben Stunde Latenz betreten wir nun unseren ersten Wanderpfad.

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Die ersten Meter fühlen sich für mich ganz großartig an. Wir haben nun Gas, Feuer, Nahrung und Wasser, also alles bis aufs letzte dabei und beginnen unseren ersten Track! Mich überkommt eine große Euphorie, endlich wieder unterwegs!

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Was man von Nadine nicht gerade behaupten kann. Sie erkundigt sich immer wieder bei mir ob es normal ist, dass die Schultern und Rücken anfangs so dermaßen weh tun. Als ich ihre Gurte näher ansehe stelle ich fest, dass sie sämtliches Rucksackgewicht (ca. 15 Kilo) auf den Schultern trägt, der Hüftgurt vom Gewicht jedoch nichts auffängt. Klar, dass einem da die Schultern wehtun. Ich beginne meine ersten Justierungsversuche und mache alles noch viel schlimmer. Egal an welchem der Riemen ich zuppel, die Last bleibt zu 90% auf ihren Schultern hängen. Wir wandern den Pfad weiter und versuchen die Gomeranische Landschaft zu genießen – wenn da nicht der verdammte Rucksack wäre. Bei der dritten Anpassung stehe ich vor dem Rucksack und frage mich wofür eigentlich die beiden knallroten Schlaufen sind. Achja, die große Rückenplatte… Schließlich ist Nadine 10 cm kleiner als ich, trägt aber noch meinen alten Rucksack. Wir justieren.

Wieder einmal von meinem Genie überzeugt wandern wir weiter in Richtung unseres ersten Zwischenstopps ‚Playa de Guancha‘. Weniger als 3000Km vom Äquator entfern bekommen wir auf dem weiteren Weg als bleiche Mitteleuropäer jedoch recht schnell die Brutalität der lokalen Sonne zu spüren. Es ist heiß! Zwar sind die Durchschnittstemperaturen im Juni nur mit ca. 27°C angegeben, doch gibt es auf der Strecke kein einziges bisschen Schatten. Gefühlte Temperatur in der Sonne: 35°C. Mein Rucksack wiegt hier übrigens knappe 20 Kilo, was ich bis Dato auch nicht gewohnt war. Um der Sonne zu trotzen öffne ich meinen Rucksack und zücke meinen ultimativen Kungsleden-erprobten Fjällräven-outdoor-mega-hut! Doch… moment mal… irgendwo… hier musser doch… hä, wo ist denn… plötzlich fährt mir ein kalter Schauer über den Rücken! NEEEEEEEEEEEEEEIN! Schallert es durch das Tal, als mir bewusst wird, dass ich meinen Fjällräven Hatfield Hat Unisex auf der Rückbank im Auto in Berlin vergessen habe. Ich überlege kurz, ob ich noch einmal zurückfliege um den Hut zu holen. Immerhin würde es ja nur knappe 3 Tage dauern, 10.ooo Km…?! Nadine verbietet es mir. Schade. Ich weiß jetzt schon, dass ich meinen Hut sehr vermissen werde.

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Als wir in Playa de Guancha ankommen entdecken wir am Strand ein kleines Fischerhaus das Schatten spendet und beschließen ob der brennenden Sonne zu pausieren.

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Nach einem kleinen Intermezzo am Strand packe ich die Karte um mir einen Überblick der Strecke zu verschaffen. Langsam dünkt es mir, dass die Mädels in der Touri-Info ziemliche Kacke geredet haben. Mit anfänglichem Umweg und Rucksackproblemen haben wir für die Strecke bis hier hin knappe 2 Stunden gebraucht – die Mädels erzählten irgendwas von 30 Minuten. Das kann doch nicht ganz stimmen, wir haben sonst eigentlich kaum getrödelt. Beim weiteren Anblick der Karte stellen wir beide fest, dass wir ab nun Gas geben müssen. Unser Endziel ist eine kleine Bar ‚Degollana de Peraza‘ – die einzige Wasserquelle auf dem Weg. Da wir mit max. 3-4 Stunden Wandern gerechnet haben, befinden sich nur 2 Liter Wasser pro Person im Gepäck. Ich habe Hunger, würde mir gern eine Real Turmat Mahlzeit machen. Aber Nadine verhängt strikte Wasserrationierung. Ich sehe die Situation weniger streng, stimme ihr aber beim Blick auf meine Wampe zu lieber doch nichts zu essen.

Nach einer guten Stunde schnallen wir die Rucksäcke wieder auf. Nadines Rückenprobleme sind glücklicherweise passé. Der weitere Pfad führt hier durch ein sehr großes ausgetrocknetes Flussbett. Wir wandern den Pfad entlang, bis ich in dem unübersichtlichen Flussbett keine Markierungen sondern nur noch Steinmännchen entlang des vermeidlichen Weges erkenne. Irgendwann ist auch das letzte Steinmännchen außer Sichtweite und mit jedem Schritt den wir gehen kommt die Gewissheit: Wir haben uns verlaufen. Endlose Male konsultieren wir die Karte, überlegen hin- und her. Wir sind uns dennoch einig, dass wir am Ende des Flussbettes wieder direkt zum Pfad gelangen sollten und schreiten weiter durch die steinige Dürre und knallende Sonne.

Als wir jedoch 20 Minuten später fast am Ende des Flussbettes ankommen verstärkt sich der Gedanke, dass wir komplett in die falsche Richtung laufen immer mehr. Was wenn die Karte falsch ist? Was, wenn der Weg doch woanders lang geht und wir ihn nicht mehr finden? Wie viel Wasser haben wir noch? Tiefpunkt!

Wir entscheiden uns hier, dass es das sinnigste ist die letzte uns bekannte Wegmarkierung zu suchen und von da aus neu anzufangen. Alles wieder zurück auf Null, eine ungeheuer demotivierende – wenn auch die einzig vernünftige - Entscheidung! Inzwischen ist auch klar, dass die geplante Tagesetappe heute nicht mehr beendet werden kann. Nadine macht einen Wasser-Report und stellt die unangenehme Was Wenn? -Frage. Wir finden die letzte Rot-Weiße Wegmarkierung und gehen von dort an vorwärts, wobei wir unsere Augen so weit wie möglich offen halten: „Das passiert uns nie wieder!“ Wir bleiben diesmal sehr genau auf dem Pfad und steigen ein weiteres Mal ca. 300 Hm einen Berg hinauf. Oben teilt sich der Pfad laut Karte in zwei Wege Richtung Norden und Süden. Im Norden liegt auf dem Weg das Dorf „Seima“, im Süden sind am Strand ein paar Häuser ohne nennenswerte Erklärung eingezeichnet.

Das Dorf Seima liegt eigentlich auf unserem Weg, wenn dort noch Menschen wohnen gibt es da auch Wasser. Aus nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen entscheiden wir uns dennoch für den Süden – Eine Entscheidung zwischen Himmel und Hölle, wie wir später feststellen.

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Der weitere Verlauf des Pfades erfolgt nun unter Anstrengung der letzten Kräfte. Wasser bleibt weiterhin rationiert, wir sind nun 5 Stunden reine Wanderzeit unterwegs. Auf dem Bergkamm in Richtung Südlicher Strand erkennen wir aus der Entfernung bereits Häuser und ein paar Bäume. Als wir näher an das vermeidliche Dorf herantreten erkennen wir, dass dort Früchte angebaut werden. YES! Hier gibt es Wasser.

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Wir verfolgen den Pfad weiter bis hin zum Stand, wo das größte der Häuser stand. Auf dem Weg dahin sehen wir einen völlig verrückten Luxusgegenstand am Strand – Einen Sonnenschirm mit zwei dazugehörigen Liegen. Was soll das denn hier?
Wir erreichen das große Haus und trauen unseren Augen nicht. Ist das etwa???? JA! Das ist ja ein COLA-Automat!! Boah Krass! (Okay, es war eigentlich ein Pepsi-Automat, aber in solchen Momenten ist man bereit Abstriche zu machen). Ohne Sinn und Verstand schmeiße ich meinen Rucksack hin und schleife meinen Körper die letzten Meter zu jenem Gerät aus dem mir alsbald zwei Coladosen entgegen rollen! Nadine und ich drücken zeitgleich den kühlen Aluminiumring des Stay-Tab verschlusses in die vertikale und vernehmen beide ein *zsschhhhh* – An dieser Stelle wird uns klar: Egal wo wir hier eigentlich sind, heute Nach bleiben wir hier!

Nadine und ich sitzen mit dem Rücken an den Cola-Automaten gelehnt und wägen gerade zwischen Kleingeld oder roher Gewalt ab, als erst zwei kleine Kiddies und später die Mutter um die Ecke geschossen kommen. Die Mum der beiden bleibt stehen um uns kurz zu mustern. Wir sehen beide ziemlich scheiße aus. Dann fragt sie uns wann wir denn angekommen seien? Wir erklären, dass wir erst seit 2 Minuten hier sind, woraufhin sie nur mit einem „Na an welchem Samstag habt ihr denn eingecheckt?“ erneut nachfragt. „Eingecheckt?“

Was nun passiert entzieht sich unserer durch die Sonne doch stark abgestumpften Aufnahmefähigkeit: Wir sind in einer Ex-Hippiekommune und derzeitigen Hotelanlage am Strand von El Cabrito gelandet. Diese kleine Anlage ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt hier keine Straßenanbindung zum Rest der Insel, sodass Hotelgäste nur per Boot kommen. Die großen Obst- und Gemüseplantagen an denen wir vorher vorbeigingen sind so reichhaltig, dass sie die gesamte Belegschaft verpflegen. Hühner und Ziegen werden in weitläufigen Gehegen gehalten, es gibt sogar ein eigenes Wasserversorgungsnetz mit Kläranlage! Wir sind Baff!

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Vom Chef der Anlage werden wir herzlich eingeladen die Duschen zu benutzen und die Nacht auf den Liegen direkt am Strand zu verbringen. Wir nehmen dankend an. Darüber hinaus dürfen wir für lächerliche 15€ pro Person am abendlichen Buffet teilhaben! Es ist wie ein Essen im Schlaraffenland, sämtliche aufgetischte Speisen wie z.B. Kartoffeln, Tomaten, Papaya, Gurken, Salat, Thunfisch und sogar die Milch und das Eis zum Nachtisch sind aus 100% eigenem Anbau.

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Unfähig unser Glück ernsthaft in Worte zu fassen legen wir uns gen frühen Abend auf unsere Liegen am Strand. Der Tag war echt anstrengend, wir sind müde.

paddel
15.07.2010, 07:34
Sehr schön, bin gespannt wie's weitergeht.

gelöschter Nutzer
15.07.2010, 07:42
Genau das richtige am Morgen. Sehr geil.....

blitz-schlag-mann
15.07.2010, 08:13
Sehr schön, bin gespannt wie's weitergeht.

Na ist doch klar, die Beiden sind noch 2 Wochen in der Anlage geblieben :bg:

volx-wolf
15.07.2010, 08:38
Huch, jetzt kann ich die Tastatur gar nicht mehr erkennen, vor lauter Lachtränen in den Augen... wunderbar geschrieben, schöner (selbstironischer) Stil!!!

Ich freu mich auf die Fortsetzung - wenn Ihr noch mehr gemacht habt, als in der 5-Sterne-Hippie-Absteige hängenzubleiben.

peter-hoehle
15.07.2010, 09:17
Erinnerungen an meinen LaGomera-Urlaub 2009
werden wach.:grins:
Bin auf die Fortsetzung gespannt.

Gruß Peter

Lotta
15.07.2010, 11:02
Oh ja, ein Pempi-Bericht!!! Und wieder so schöne Fotos :grins:

BubiBohnensack
15.07.2010, 15:11
Rock n rolla

Öh...ich glaube fast, dass ich diese Hippiekomune aus Erzählungen einer gewissen S. kenne... Zufälle gibts :)

KuchenKabel
15.07.2010, 16:12
Sehr gut geschrieben! Das erinnert mich sehr stark an meine eigenen Erlebnisse auf Sizilien oder Elba. Die Hitze war unerträglich und seitdem ist alles südlich der Schweiz für mich gestorben :bg:.

Gismo834
16.07.2010, 14:54
Super geschrieben. Freue mich schon auf die Fortsetzung :grins:

Mika Hautamaeki
16.07.2010, 16:22
Endlich wieder ein Bericht von dir. Und wieder herrlicher Schreibstil mit perfekten Fotos. Vielen Dank, ich warte gespannt auf die Fortsetzung!

Pfad-Finder
16.07.2010, 22:57
Weiter! Wir wollen weiterlesen! Großartig! Und die Fotos erst!

5sterne

Scoutgirl
17.07.2010, 12:02
...Pempi rulez!:D

...bitte, bitte mehr davon! 5sterne

Wie immer super geschrieben.

Da werden Erinnerungen an meine Gomera-Tour 1988 wach...

khyal
17.07.2010, 16:23
Netter Bericht, macht Spass zu lesen, fuehl mich auch an meinen ersten MTB-Besuch auf Gomera erinnert, wo ich am 3. Tag versucht habe, eine One-Way-Flight zurueck zu bekommen, weil mich die Tourimengen und die auf jeder Piste in Mengen rumcruisenden Leihwagen angekot** haben, aber nach ein paar Tagen auf El Hierro gings mir dann besser und ich habe auch noch ein paar schoene Ecken auf Gomera entdeckt...

Bin gespannt auf die Fortsetzung...:bg:

Gruss

Khyal

kvikkjokk
17.07.2010, 20:56
einfach fett - schreib bitte weiter

Sternenstaub
18.07.2010, 13:40
ja, ein witzig geschriebener BEricht mit guten Fotos. Auch ich bin gespannt, wie es weitergeht.

LG - Kathi

Wooki
18.07.2010, 23:56
wieder sehr witzig geschrieben, freu mich auf die Fortsetzung!

Gibts auch wieder einen Film? :D

Pempi
21.07.2010, 00:24
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für die netten Antworten. Aus akutem Zeitmangel wird das hier ein Episodenbericht bleiben. Ein kurzes Video gibt es irgendwann zwischendurch mal.

also, weiter gehts:


25.06.2010

Es ist mitten in der Nacht, doch trotz des anstrengenden Tages und der totalen Müdigkeit schlafe ich schlecht. Es ist windig, für unsere Verhältnisse zu windig und kalt. Mit einem noch halboffenen Auge döse ich gerade wieder ein, als Irgendetwas bei Nadine raschelt. Sie setzt sich abrupt hin, guckt in Richtung ihrer Füße und schreit kurz auf! Eine Ratte hat es sich da gerade auf ihren Beinen gemütlich gemacht. Nadines Überlebensdrang entscheidet sich jedoch gegen den Schlafplatz der Ratte und somit wird selbige augenblicklich mit einem gekonnten Fußflip gen Baum geschleudert. So wird zwar das Ratten-Problem erledigt, unser Tiefschlaf aber ebenfalls.

Als wir am Morgen aus dem Halbschlaf aufwachen haben wir mit dem ersten blinzeln eine bombastische Sicht auf den Strand. Wir stehen auf und dürfen ein weiteres Mal am Buffet die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der nahrhaften Vulkanerde genießen. Ich probiere mich am selbstgemachten Brot und Marmelade. Wir essen bis nichts mehr hineingeht: „Heute passiert uns nicht das gleiche wie gestern!“. Die Flüssigkeitsvorräte werden auf 3 Liter Wasser + 0,6l Cola p.P. aufgestockt. Die Hausbiologin und gebürtige LaGomeranerin gibt uns ein paar wichtige Tipps für das weitere Wandern: „Unterschätzt diese Insel nicht!“ – Achso?! Am frühen Vormittag verlassen wir mit allen Vorräten unser neu entdecktes kleines Idyll. Eine Angestellte schaut uns beim schultern der Rucksäcke skeptisch an „Why do you people like to torture yourselves like this?“ – Wir lachen (…und fragen uns insgeheim dieselbe Frage). Ahahaha!

Heute ist der zweite Anlauf zur Bar Degollana de Peraza. Wir verlassen El Cabrito und finden schnell den Einstieg in den Pfad – welcher erstmal 400 Höhenmeter nahezu vertikal aufwärts geht. Es ist erst der zweite Wandertag und heute ist der Muskelkater vom Vortag deutlich spürbar. Als die Steigung aufhört finden wir oben auf dem Kamm eine kleine Schattenstelle in der wir eine Wasserpause einlegen. Nach den gestrigen Erfahrungen trauen wir uns dennoch nicht so richtig zuzulangen. Die Sonne steht schnell wieder steil über uns und ich frage mich ob sie hier überhaupt den Tag lang wandert - Mein Eindruck ist vielmehr, dass die Sonne ab 11.oo Uhr den Zenit erreicht und dann erst gegen 17.oo Uhr von dort spontan untergeht. Bevor wir weiterwandern werfen wir noch einen letzten wehmütigen Blick auf den kleinen Garten Eden, welcher uns so paradiesisch beherbergte. Wir wären beide gern länger belieben – was sich jedoch keiner von uns auszusprechen traut. Denn jetzt liegen statt Luxus und am Strand abhängen erstmal wieder viele horizontale Kilometer und vertikale Höhenmeter vor uns.

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Für die nächsten Stunden sollen unsere High-Tech Vibram-Schuhsohlen nichts anderes als kanarische Vulkanerde auf die zwölf gedrückt bekommen; Will meinen wir machen Strecke. Zum ersten Mal legen wir tatsächlich ein konstantes Tempo an den Tag und da uns nun keine Rucksackangelegenheiten oder Wasserprobleme in die Quere kommen können wir recht unbefangen des Wanderers Leben genießen. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir nun jenes Dorf, welches am Vortag mit Sicherheit zu einem Nahtoderlebnis geführt hätte. Seima! Das Dorf, welches in der Karte mit fett gedruckten Lettern verewigt wurde ist eine Kollektion komplett verlassener Ruinen. Anhand der Architektonischen Elemente ermitteln wir, dass die letzten Menschen hier in der frühen Bronzezeit gelebt haben müssen. Die Häuser sind viereckige Steinmauern mit etwas Holz und Stroh als Dachkonstruktion. Von elektrischen Leitungen oder Wasser keine Spur! Wir trauen und kaum daran zu denken was passiert wäre, hätten wir uns am Vortag für den anderen Weg hierher entschieden.

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Zwischen den Mauern suchen wir uns ein überdachtes Plätzchen und genießen den Schatten, welcher sonst einfach nicht existent ist, und legen ein kleines Fotoshooting ein.

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Nach ca. einer Stunde ziehen wir weiter. Wir haben nun noch gut 2/3 des Weges vor uns, also müssen wir weiter Gas geben. Der Pfad in Richtung Norden geht entweder Bergauf oder Bergab, gerade Strecken gibt es kaum. Nach einer weiteren Stunde kommen wir an den sogenannten Felshäusern an. Ebenfalls eine kleine Ruine mitten im Ödland der Insel. Ich frage mich welcher einsame Eremit es damals für clever befand seinen Wohnsitz in die Mitte des Nichts zu platzieren, weit ab von Wasserstellen oder jeglicher Zivilisation. Wahrscheinlich auch ein Grund warum es heutzutage die ‚Verlassenen Felshäuser‘ sind. Der Blick raubt uns hier dennoch den Atem. Wenn wir in Richtung Süden gucken sehen wir zwischen den beiden Bergketten ein großes Tal, welches direkt im Atlantik endet. Über uns der Himmel der hier auf La Gomera weit ab von Co2 Grenzwerten und neuen Steuermodellen für Dieselfahrzeuge, in einem reinen Blau spiegelt, wie ich es selten zu Augen bekam. So gern wir auch länger bleiben würden, so müssen wir doch weiter wandern.

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Die folgenden Kilometer fallen uns immer schwerer. Es geht eigentlich nur bergauf und sollte es dann doch mal bergab gehen, so tut man diese Schritte in der Gewissheit jeden abgestiegenen Meter wieder hochgehen zu müssen. Schließlich haben wir unsere Etappe am Morgen auf Normalnull begonnen, unser Ziel liegt jedoch in 900 Metern Höhe! Nach weiteren schweißgebadeten Stunden in der Sonne fällt Nadine langsam hinter mich zurück. Ich warte an einigen Stellen immer Mal wieder auf sie, was mir entgegen kommt, da ich kurz verschnaufen kann. Wenn ich sie frage ob wir eine Pause machen wollen kommt jedoch nur ein harsches „Weiter!“. Kampfgeist. Gefällt mir! Ich höre sie dennoch innerlich fluchen und auch ich frage mich langsam warum in Gottes Namen die Durchschnittstemperatur hier mit 27°C und nicht 5000 angegeben wird. Es ist so Heiß! Wo ist der Schatten?

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Nach ca. 7 Stunden Netto-Wanderzeit entdecke ich eine kleine Mauer über der tatsächlich eine Palme mit großen Blättern thront. Beim Anblick dieser Kombination empfinde ich eine Euphorie, wie ich Sie zuletzt empfand, als…. Ähm – na, als ich halt mal irgendwas gefunden habe, mit dem ich schon nicht mehr gerechnet habe… und es dann doch gefunden habe und mich eben saumäßig freute!

Die 20 Kilo Rückenladung plumpsen auf den Boden als ich den Hüftgurt öffne. Während ich mein Gesäß auf den Steinen platziere kommt Nadine nach. Was machen wir doch gleich? Ich transformiere das Wort Wanderurlaub in Sitzurlaub. Nadine erblickt gegenüber dem Wall eine weitere kleine Mauer mit einem Stück Holz davor. Ich bin wirklich zu kraftlos um mich noch darum zu kümmern doch kurioserweise ist es Nadines Entdeckerdrang der hier unverwüstlich scheint. Sie krabbelt zu der kleinen Höhle und öffnet das Holzfenster hinter dem ich höchstens noch ein desertiertes Plumpsklo vermutet hätte – und findet einen Wasserspeicher!!

Wir drehen beide total durch. Aufgrund der dicken Mauern ist das Wasser innen eiskalt, darüber hinaus ist es Süßwasser! Wir haben tatsächlich eine Oase gefunden. Wir stecken beide unsere Köpfe ins kristallklare Wasser. Das Stammhirn weiß nicht mehr wie es die Temperatursignale interpretieren soll, der Körper schwitzt aus allen Poren, doch die Schädeldecke ist nahe dem Nullpunkt. Ein wunderbares, wenn auch leicht schwindelerregendes Gefühl. Was für ein Lichtblick nach einem weiteren sehr anstrengenden Tag! Die Stimmung steigt.

Mit frisch geladenen Akkus kann jetzt also ganz easy der restliche Trail gemeistert werden. Wir gehen um den nächsten Berg herum – und stehen an der Hauptstraße der Insel. Na suuper, jetzt sind wir also schon fast da. Es beschwert sich trotzdem keiner. Ca. 100 Hm über uns erkennen wir bereits die anvisierte Taverne und freuen uns gleich auf etwas zu essen.

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Als wir uns dort niederlassen genießen wir von der Terrasse aus den Blick auf die gesamte Bergkette die wir heute überwunden haben. Es ist vielleicht ein bisschen so wie ein Kind, das zum ersten Mal A-A macht, aber beim Anblick dieser Strecke sind wir schon verdammt stolz und möchten gern Jedem zeigen was wir heute tolles geschafft haben.

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Für groß: Rechtsklick -> Grafik anzeigen

Der Kellner kredenzt uns die letzten Tapas die er noch zu bieten hat und weist freundlich darauf hin, dass die Bude in 15 Minuten schließt. Also werden sämtliche Speisen in Rekordzeit vernichtet (nicht, dass ich es sonst anders gemacht hätte) um noch einmal das örtliche Café Achteck nutzen zu können.

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Bar Degollana de Peraza

Nach unserem Rausschmiss sind wir uns einig, wie wir noch den restlichen Abend verbringen wollen: Pennen! Und das möglichst schnell. Da wir den letzten Kilometer jedoch an einer Hauptstraße entlanggelaufen sind und wildcampen _eigentlich_ nicht auf La Gomera erlaubt ist wollen wir das Zelt ein wenig abseits der Straße aufschlagen. Wir drehen uns also auf dem Hacken um und gehen zurück in die Richtung aus der wir gekommen sind. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass sich die Zeltplatzsuche schwieriger gestaltet als erwartet. Es lässt sich einfach kein Platz ausmachen der nicht auf einer totalen Schräge oder direkt neben der Straße zu finden ist, sodass wir sogar ein riesiges Distelfeld etwas abseits der Straße in Betracht ziehen. Da ich jedoch nur ungern auf einer Kaputten Isomatte mit Stachel im Hintern aufwachen möchte muss die Suche leider weitergehen. Letztlich befinden wir uns zurück am Eingang des Weges wo wir zum ersten Mal Asphalt betraten. Dort steht auf einem kleinen Hügel ein altes Travohaus und ringsherum ein paar weitere Ruinen. Perfekt! Hier sind wir sicht- und windgeschützt, hintern-beißende Disteln sehe ich auch nicht.

Zum ersten Mal auf der Reise errichten wir das Zelt und welch ein erhabener Anblick es doch ist. Orangenes Nylon wächst aus den eingestürzten Grundmauern wie der Phönix aus der Asche. Die Wandersteifel stehen nun vor der Abside und gasen langsam aus. „Hier sind wir für die Nacht gut aufgehoben“ denke ich mir und schlafe ein.

Welch ein grandioser Irrglaube!

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26.06.2010

Wir wachen auf. Haben wir überhaupt geschlafen? Als wir am Vorabend das Zelt aufbauten, war es so Windstill, dass man jede Kakerlake hätte furzen hören können. Doch in der Nacht nahm der Wind extrem zu und unser eher mäßig abgespanntes Zelt flattert nun wie eine Unterhose auf der Wäscheleine. Die Zeltwand bauscht sich immer wieder durch Windböen auf und schlägt dann mit vollem Karacho gegen das Gestänge. Im Sekundentakt. Es ist so laut, dass weder Nadine noch ich für länger als eine Stunde die Augen zu bekommen. Jedes mal wenn ich von den Windgeräuschen geweckt werde, liegt sie bereits mit offenen Augen da. Irgendwann gegen Anbruch der Dämmerung halte ich es nicht mehr aus und ziehe hundemüde meine Hose an um die Abspannungen anzuziehen!

„Was machst du da?“
„Ich lass mich doch nicht von dem bekackten Wind besiegen!“
„Er hat uns doch schon besiegt!“

Ich bin wirklich kein Freund von Pessimismus aber in diesem Fall stimme ich Nadine innerlich zu. Einmal ums Zelt gelaufen und alle grauen Gurte nachgezurrt lege ich mich wieder ins Zelt. Komplett entgegen meiner Erwartungen funktioniert dieser Plan jedoch, sodass der Wind nun so sanft über das Zelt hinweg zieht wie das Messgas im Windkanal über ein Spaceshuttle. Dank genulltem Turbulenzgrad fallen wir beide zeitgleich ins Koma. Hätte ich das mal früher gemacht.

Wir schlafen noch höchstens zwei weitere Stunden bevor die Sonne hervorkommt und den Laden binnen weniger Minuten in einen Räucherofen verwandelt. Ich komm mir vor wie eine Krokette, die von null auf hundert aus dem Tiefkühler in den 200°C heißen Backofen geworfen wird.

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Wir brechen das Zelt ab und gehen ein weiteres Mal zur Bar Degollana de Peraza. Auf der Frühstückskarte stehen ½ gebratenes Hähnchen für Nadine und ca. ½ Ziege für mich. So ein Frühstück gibt mal Power! Dazu 1 Liter Cola pro Kopf, wir müssen den in den letzten Tagen verloren gegangenen Energiehaushalt wieder herstellen. Der Restaurantbesitzer lässt dazu eine Portion Haifischrückenmark springen. Immer mal was neues.

Mit dem Bus wollen wir heute ein wenig Strecke machen und bis zur Westküste nach Valle Gran Rey vorstoßen. An der schönsten Bushaltestelle der Welt satteln wir abermals unsere Rucksäcke ab und genießen die Bombastische Sicht auf die Landschaft welche uns umgibt.

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Nach über einer Stunde kommt der Bus, welcher nur drei Mal pro Tag fährt, jedoch immer noch nicht. Sagte der Barmann 14.15 oder 14.50? Ich habe irgendwann keine Lust mehr zu warten und spreche ein scheinbar deutsches (einige Sachen erkennt man einfach auf Entfernung ;-) ) Pärchen an, das an der Aussichtsplattform etwas weiter neben uns mit einem VW Polo unterwegs ist. Meine Frage ob sie zufällig nach Valle Gran Rey unterwegs sind wird verneint, er könne uns aber nach Playa de Santiago mitnehmen.

„Mhm, Danke – Aber das ist leider die komplett falsche Richtung.“
„Na gut, dann fahre ich euch wohin ihr wollt!“

Ich bin völlig verdutzt, frage noch einmal nach und winke dann schnell Nadine herbei um uns diese Option nicht durch die Lappen gehen zu lassen. Nadine rennt mir mit beiden Rucksäcken in den Händen entgegen. Nicht schlecht!

Es stellt sich heraus, dass unser Fahrer seit 25 Jahren ein Haus in San Sebastian hat. Er kennt die Insel so ziemlich wie dir Rückseite seiner Hand und wir halten an vielen View-Points wo er uns ein bisschen die Geschichte der Insel erklärt. Was erst wie der großartigste Zufall überhaupt erscheint, fängt irgendwann jedoch ein wenig an zu nerven. Dieser Typ scheint wirklich ALLES und JEDEN auf der Insel zu kennen und lässt in seinen Ausformulierungen auch kein Detail abhanden kommen. Aus ‚Valle Gran Rey’ (dem Tal des Königs) wird „Walle“ und aus ‚Playa de Santiago’ wird „Blaia“. Unser kostenfreies Taxi fährt uns durch eine der wenigen öffentlichen Straßen des Nationalparks „Garajonay“ und wir bekommen einen kurzen Eindruck von der Mannigfaltigkeit der uns umgebenden Vegetation. Die Kurvenlage des kleinen Polos mag vielleicht nicht die beste sein, wird aber von unserem insulanischen Touristenguide bis aufs äußerste getestet. Ein Blick zu Nadine schafft Gewissheit: Ihr wird langsam schlecht.

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In ‚Arure‘ machen wir einen kleinen Zwischenstopp und können doch ein weiteres Mal von der Ortskenntnis des Sprechautomaten zehren. Wir parken den Wagen und laufen ein paar Meter entlang unspektakulärer Häusergassen bevor wir hinter einem kleinen Berg einen alten Äquaduktbogen durchqueren. Das Bild erinnert mich an einen Abenteuerfilm in dem die Helden nach langem Suchen endlich das geheime Tal der Inkas finden. Ganz plötzlich öffnen sich hier die beengenden Berge nach links und rechts und geben eine bombastische Sicht auf das 700 Meter tiefere Tal ‚Taguluche’ und den dahinter liegenden Atlantik frei. Selbst mit meinem 11mm Weitwinkel habe ich hier Probleme die Szene fotografisch einzufangen. Bei diesem Anblick schwirrt mir sofort die Indiana-Jones Fanfare in den Kopf, wenn ich jetzt bloß meinen Hut dabei hätte *Grmpf*.

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Nach den letzten Anekdoten über in Höhlen wohnende Aussteiger auf der Insel, erreichen wir die westlichste Spitze von Valle Gran Rey und verlassen den gelben Lamborghini Polo am Hafen. Hier sollen laut Touristen-Guide für wenig Geld schöne Zimmer zur Verfügung stehen. Wir geben unserem Glück eine Chance und werden wieder einmal schneller fündig als erwartet. Der Mann im jungen Alter Gandalfs mit der heroischen Statur Gimlis führt uns in ein Haus mit winzigem Treppenflur bis vor eine Holztür. Wir erwarten nichts Großes und sollen wieder einmal das Glück auf unserer Seite haben. Gimli zeigt uns ein 2 Zimmer Apartment mit Balkon, Küche, Schlafzimmer und Bad. Trekking kann so anstrengend sein.

Wir drücken ihm die 60€ für 2 Nächte bar auf die Kralle, bekommen den Schlüssel und werfen die Tür zu, sobald er die Wohnung verlassen hat. Die Rucksäcke im Parabelflug auf die Couch befördert wird erstmal das Apartment genauestens gecheckt. Ich inspiziere die Küche und versuche mich an Luxusgegenständen wie z.B. dem Wasserhahn aus, als von Nadine die Worte: „Dusche!! Eine DUSCHE!“ zu vernehmen sind. Nach den 2 letzten unbrauchbaren Nächten falle ich mit einem doppelten Rückwärtssalto ins Bett und möchte nicht mehr aufstehen. Die wahrscheinlich billigsten Federkerne der Welt fühlen sich hier wie ein 10.000€ Wasserbett an.

Da unser Entdeckerdrang jedoch unzähmbar ist, erkunden wir den örtlichen SPAR und die ‚Deutsche Bäckerei‘ um uns mit weiteren Luxusgütern wie Nudeln und Joghurt einzudecken. Später flanieren wir noch ein bisschen den Strand entlang, notieren uns die Öffnungszeiten einer passenden Autovermietung für den nächsten Tag und geben ausnahmsweise der Faulheit klein bei.

Zurück in unserer 2-Zimmer Villa kredenzt Nadine ein großartiges Ein-Gänge-Menü: Kaisergranat an italienischen Hartweizengrieß-Spezialitäten mit Solanum Lycopersicon Pastete. Oder kurz – Nudeln mit Scampis und Tomatensauce. Ich liebe es wenn Nadine kocht, in diesem Fall tut sie es sogar ‚leicht bekleidet‘.

Gibt es eine bessere Möglichkeit den Tag zu beenden?

gelöschter Nutzer
21.07.2010, 08:01
Mein Lieblingssatz ;)


"Ich komm mir vor wie eine Krokette, die von null auf hundert aus dem Tiefkühler in den 200°C heißen Backofen geworfen wird."

und unter diesem fehlt mal eindeutig das Foto


Ich liebe es wenn Nadine kocht, in diesem Fall tut sie es sogar ‚leicht bekleidet‘.

:grins:

MatthiasK
21.07.2010, 08:23
Schöner Bericht! Wird vorgemerkt für eine Frühjahrstour, im Sommer ist mir sicher zu warm dort.
Was ich nicht entdecken konnte war von wo bis wohin ihr unterwegs wart und die Länge der Tour..möglicherweise hab ich es überlesen?!
Danke!

winnetoux
21.07.2010, 09:30
:D Ja, Gomera ist verdammt steil. Die Sonne auch. Ohne Kopfbedeckung geht das doch gar nicht. Und mit 20-kg-Rucksäcken ... naja, wer's mag ;-). Ansonsten ein schöner Bericht für all die Experten hier, die Wanderurlaub mit Freundin in riesige Unsicherheiten stürzt.

Warum die Fähren Fred Olsen heißen, für die Norwegenfreunde:
Die Olsenbande (http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,702198,00.html)

Mika Hautamaeki
21.07.2010, 20:12
Oh Mann, ich hab mal wieder herzlichst gelacht. Super geschrieben und umwerfende Bilder...Freue mich auf die Fortsetzung!

Sapbattu
22.07.2010, 12:47
Der Mann im jungen Alter Gandalfs mit der heroischen Statur Gimlis ....

:bg::bg::bg:

Du hast das Glück aber auch mit dem groooßen Löffel ....;-)

peter-hoehle
24.07.2010, 11:01
"Wir drehen beide total durch. Aufgrund der dicken Mauern ist das Wasser innen eiskalt, darüber hinaus ist es Süßwasser! Wir haben tatsächlich eine Oase gefunden. Wir stecken beide unsere Köpfe ins kristallklare Wasser. Das Stammhirn weiß nicht mehr wie es die Temperatursignale interpretieren soll, der Körper schwitzt aus allen Poren, doch die Schädeldecke ist nahe dem Nullpunkt. Ein wunderbares, wenn auch leicht schwindelerregendes Gefühl."

Für die Textpassage gibt es 5sterne

@ Pempi

Von dem Aussichtspunkt bei Arure (hinter dem Viadukt)
geht an der rechten Talseite ein Camino runter nach Taguluce,
und auf der linken Seite wieder hoch.Der Weg ist der Hammer.
Super Aussichten und tolle Farben.*inerinnerungenschwelg*
Freu mich auf die Fortsetzung.

Gruß Peter

hrafn
24.07.2010, 16:52
Klasse Bericht! Weiter, weiter... :D

Antracis
25.07.2010, 17:06
Wirklich schöner und vor allem unterhaltsamer Bericht. 5sterne

Scheint ja auch nicht überlaufen zu sein dort - und wäre aus meiner Sicht auch schön was für Herbst oder Frühling, wo es dann vielleicht nicht ganz so heiss ist. :bg:

Aber wildes Zelten ist da vermutlich verboten, oder ? Wie war es denn diesbezüglich, fühltet ihr Euch hinreichend unbeobachtet ? :bg:
Hatte so in Erinnerung, dass es im Süden recht schnell sehr teuer werden könnte, wenn man erwischt wird ?

Gruß
Sascha

bodach
26.07.2010, 19:39
Salve

Nach dem ich euren skandinavienfilm schon mal sehr grandios fand muss ich ier doch gleich mal sagen: satte Farbbilder. sehr stilvoll. Gut fotografiert und bearbeitet.
Bestimmte Technikreihenfolge oder mit "multiply", nachbelichten, farbwerte,Schärfe...gespielt?

Rehspeck!

Bodach

Pempi
01.08.2010, 23:53
Hallo ihr Lieben,

der weitere Bericht kommt wohl noch huete Abend, ich will an dieser Stelle nur mal auf ein paar Fragen eingehen:

* Unsere Tagesetappen waren bisher:

Anreise: ca. 5000 Km - Ich wollte mein Jetpack benutzen aber Nadine war für ein Flugzeug :(
Tag 1 - ca. 10 Km
Tag 2 - 11,5 Km
Tag 3 - Viele Km im Auto :)

* Zelten:
Wildcampen ist auf la Gomera (bzw. in ganz Spanien) generell verboten. da sich die Polizeipräsenz hier jedoch auf die Orte und Hauptstraßen beschränkt, kann man dies in etwas abgeschiedenen Ecken bedenkenlos tun. Achtung: Am Strand lauert einem evtl. die Wasserschutzpolizei auf. Nicht zu empfehlen.
Hauptsaison ist übrigens Oktober bis Februar - Nicht zu warm, nicht zu kalt.

* Fotos: Es lebe SilverFx :)

Pempi
02.08.2010, 01:01
27.06.2010

Der Wecker Klingelt um 8.oo Uhr. Mein linkes Augenlid öffnet sich einen Spalt, die einfallende elektromagnetische Strahlung wird über die Netzhaut an den Sehnerv weitergeleitet. Resultat dieser empirischen Studie: Gammawert zu hoch! Schotten dicht. Ich drücke Snooze. Der Wecker klingelt um 8.05! Ich drücke Snooze. 8.10! Klappe. 8.15! Zu früh. 8.20! Ich will noch pennen.

Wir spielen das Spiel, bis ich es um Punkt 9.oo Uhr für einen guten Moment empfinde, mich eines neuen Tages zu widmen. Ich stehe auf und mache mich fertig um rechtzeitig bei der Autovermietung zu sein. Nadine bleibt noch liegen und will später Frühstück machen. Ich schlendere also vom Apartment los in nördliche Richtung. Da unser Apartment direkt am Strand liegt nutze ich die Promenade um der Stadt beim wachwerden zuzusehen. Selbst nach nur drei – wenn auch sehr intensiven – Tagen in der Einsamkeit fühlt es sich schon etwas komisch an wieder zurück in den normalen Städtischen Trott zu fallen. Ich stelle mir diese schwer philosophischen Fragen, ob der ganze Luxus die Gesellschaft als Entität tatsächlich verbessert und wirklich notwendig ist. Was wollte ich heute doch gleich machen? Achja, Auto mieten. Ganz wie erwartet hat die Autovermietung, welche laut Schild um 9.oo Uhr öffnet, um halb 10 noch geschlossen. Ich verbringe meine Wartezeit mit weiterem flanieren und richte meinen Blick auf den Atlantik, welcher von hier aus unendlich scheint.

Als ich zurückkomme gießt die Besitzerin des Ladens gerade ihre Blumen, welche zwar in Reih und Glied vor der Einfahrt platziert, jedoch komplett vertrocknet sind. Ich ziehe in Erwägung sie darauf hinzuweisen, dass ihre Rosen aussehen wie die halbtoten Kakteen, die wir an den verlassenen Felshäusern sahen - Besinne mich dann aber darauf, dass es mich in eine deutlich schlechtere Verhandlungsposition bringen würde. Der Hof sieht zwar sehr trocken und staubig aus, dennoch kann sich ihr Fuhrpark sehen lassen. Hier schlummern Boliden wie der 1,4 Liter VW Polo oder ein brandneuer Skoda Roomster. Ich entscheide mich jedoch für die Budget-Variante und befinde meine Wahl mit 23€/Tag für einen Mietwagen einen sehr guten Preis. Immerhin ist es ein weißer Fiat-Panda – Die 1,2 Liter „Natural Power“-Version mit 8 Ventilen und 52 PS!! „This car may be small, but it’s really rather spacious and clever.” – James May würde mir zustimmen.

Nadine wartet im Apartment bereits mit dem Frühstück auf mich, welches wir auf unserem neu erkämpften Balkonien auch sogleich einnehmen. Unser erstes Ausflugsziel für den heutigen Tag soll der Wasserfall bei El Guro sein. Laut Touri-Info in San Sebastian ist dieser zwar „completely dry in the summer“, doch wollen wir nach den nutzlosesten Wandertipps seit Beginn der Aufzeichnung diesmal unser eigenes Glück probieren.

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Wir nutzen unser neues frontgetriebenes Vehikel und fahren die Straßen durch Valle Gran Rey bis zur Einstiegsstelle in den Pfad. Dieser geht hier zunächst entlang einiger Gärten und Häuser, sowie einer Bananenplantage, bis wir am eigentlichen Wegbeginn ankommen.

Ab hier geben wir Vollgas. Ohne Rucksack fühle ich mich wie in einem neuen Körper wiedergeboren. Statt schwerfällig wie Horst Schlämmer bin ich nun agil und kampfbereit wie Usain Bolt, bereit für neue Rekorde und von der Fachpresse gefeiert zu werden.

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Horst Schlämmer - Usain Bolt

Der Pfad überrascht uns hier dennoch. So geht es nach einer ersten kurzen Kletterpassage am – und große Teile auch IM Flussbett des Wasserfalls entlang, welcher scheinbar kein bisschen ausgetrocknet ist. Lange Wasserstraßen sind tatsächlich nicht das, was wir von einem Wanderweg erwarten, trekken aber dennoch mit hoher Geschwindigkeit hindurch. Die Augen blicken hier stur auf den Boden um von einem Stein zum nächsten zu springen – und bloß nicht ins Wasser zu plumpsen. Nadine zieht auf diesen Teilen gut mit und überholt mich des Öfteren - was ich natürlich nicht auf mir sitzen lasse und versuche mir eine bessere und schnellere Route rauszusuchen. Stock da, der Stein, Sprung über den Fluss, dann durch das Schilf, dahinter den Berg hoch und weiter – Kacke, Sie holt auf. Ich komme mir vor wie ein französischer Parkour-Läufer, der mit seinem Besten Kumpel gerade durch die Hinterhöfe Pariser Vorstädte springt – nur eben im Dschungel. Tief hängenden Ästen und Palmenblättern ausgewichen (Nadine vernimmt hin- und wieder ein *Klonk* - Au, mein Kopf), kommen wir nach gut einer Stunde beim Wasserfall an.

Und was für eine Enttäuschung. Vom Wasserfall läuft nur in etwa so viel Wasser wie aus der Nase eines Fünfjährigen dem der Lutscher geklaut wurde. Langsam dröppeln ein paar Wassertropfen den Hang hinunter, welche sich jedoch in einem kleinen Becken zum Fuße des Berges sammeln. Nadine entledigt sich recht bald ihres Schuhwerks und steifelt die ersten Meter ins Kristallklare Wasser. Ich zögere, tue es ihr dann aber gleich. Beim entkleiden meiner Wandermauken nimmt die gesamte Tourischaft um uns herum abrupt Sicherheitsabstand von 5 Metern ein.

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Recht bald entscheiden wir uns jedoch umzukehren, da der Wasserfall wenig spektakulär und der Weg an sich ohnehin den meisten Spaß gemacht hat. Auf dem Rückweg legen wir ein kleines Fotoshooting in der wunderschönen Umgebung ein. Hier wälze ich mich rechts und links durch den Dreck um irgendwie meinen Allerwertesten in die beste Position zu schieben. Plötzlich knackt es unter meinen Knien. Na großartig! Ich habe mich gerade auf meine brandneue Sonnenbrille gesetzt! Wortlos gehe ich den Weg zurück. Ich ärgere mich.

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Man konnte mich sehr weit fluchen hören

Da am heutigen Tag noch das WM-Spiel der Deutschen gegen die Engländer stattfinden soll, entschließen wir uns für den Nachmittag eine Bar mit Fussballübertragung zu suchen. In der Nähe unseres Apartments werden wir dann jedoch schnell Zeuge des tatsächlichen Tourismus im zweitgrößten Ort der Insel. Vor Vuvuzelas und Feinrippshirts gibt es auch hier kein entkommen. Die ersten beiden Bars sind bereits so voll, dass wir weiterziehen. Schließlich lassen wir uns in einer Bar eines deutschen Aussteigers nieder. Anhand Frisur, dicke der Goldkette und Schlabberhose tippe ich namentlich auf etwas wie Udo oder Ulf. Etwas kurzes knackiges. Aber immerhin kein Feinripp. Wir bestellen einen Liter Bier pro Kopf und richten unsere Augen zum Anstoß auf die 150 cm Bilddiagonale des LCD-Flachbildschirms. Es dünkt mir langsam, dass wir in dieser Bar ausschließlich von deutschen Fußballfans umgeben sind, denn als Mario Gomez eingetauscht wird tönt es plötzlich aus allen Ecken: „Oooah, nicht Gomääz! Der kannix!“. Umgehend fühle ich mich wie beim Public viewing in ‚Ahmeds Eckkneipe‘, Neukölln. Das Bier leistet hier aber die nötige Abhilfe um die Mimese meinerseits zu perfektionieren. Glücklicherweise lassen sich die Briten 4:1 von uns abschießen, was die Euphorie im Laden durchaus antreibt. Die restlichen Dorados tun ihr übriges.

Wieder zurück im Apartment werfen wir einen Blick auf die Karte, bis die Wirkung des Bieres ihre volle Power ausbreitet und uns beide ins Koma knockt. Gegen Abend wachen wir beide wieder auf und nutzen ein weiteres Mal das Benzingetriebene Fortbewegungsmonster um eine Runde über die Insel zu pandisieren.

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Wir fahren diverse Viewpoints des Garajonai-Nationalparks an um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen… Jedoch fühlt es sich schon bald langweilig an, von einer Plattform zur nächsten zu fahren. Wir machen deswegen noch einen letzten eigenen Zwischenstopp mitten im Wald. Den Panda am Baum angeleint warten wir hier einfach paar Minuten in das einnehmende Nichts des Waldes hinein. Die Vegetation gibt sich hier ganz anders als bisher auf La Gomera erlebt. Alles ist grün, weiches Moos belegt den Großteil des Waldbodens und Pilze aller Arten sprießen die Bäume hinauf.

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Auf dem Rückweg halten wir noch ein weiteres Mal an einer gesperrten Bergstraße, die früher Valle Gran Rey mit dem Rest der Insel verbunden haben muss. Hinter den Absperrungen findet sich hier ein von herabfallenden Gesteinsbrocken komplett zerstörter Straßenabschnitt. Ich frage mich welches Desaster wohl dazu geführt hat, dass diese Straße schlussendlich geschlossen wurde. Der Anblick der vielen Felsbrocken und durchbrochenen Leitplanken gibt der Vorstellungskraft die nötige visuelle Hilfestellung.

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Wir erahnen was die Insel noch an Repertoire zu bieten hat und freuen uns auf die kommenden Tage.


28.06.2010

Neben mir hustet es. Nadine hat seit dem dritten Tag auf der Insel angefangen mal mehr und mal weniger stark –dennoch kontinuierlich – zu husten. Zwar haben wir uns am Vortag in der Apotheke mit ein wenig Anti-Hust eingedeckt, doch kann man von ‚geheilt‘ noch nicht sprechen. Aus Gründen eines mir völlig unbekannt-neuen biologischen Schwingungsrythmus stehe Ich auf, bevor der Wecker klingelt(?!). Unwissend, was ein Mensch mit dieser komplett sinnfreien Zeit anfangen soll, beginne ich Klar-Schiff zu machen. Nadine folgt mir wenig später. Das Apartment ist schnell aufgeräumt und die Rucksäcke gepackt, sodass wir die Bude theoretisch verlassen können. Doch wo geben wir eigentlich den Hausschlüssel ab? Der kleine dicke Mann (Gimli) gab uns weder eine Telefonnummer, noch gibt es hier eine Rezeption.

„Ah, stell dich nicht so an!“ – Nadine platziert die halb-leere Rotweinflasche vom Vorabend neben den Schlüsseln auf dem kleinen Esstisch. „So, hier – mit ner Flasche Wein als Dankeschön.“
Das muss er sein, der berliner Pragmatismus. Gefällt mir!

Schweren Herzens geben wir auch unseren Panda zurück an die Pflegerin in sein Gehege, und frühstücken ein letztes Mal in der ‚Deutschen Bäckerei‘. Der junge, etwas (schwer) bekifft wirkende Weltverbesserer an der Kasse, gibt uns noch ein paar seiner Lebensweisheiten – warum Cola Light giftiger ist als normale Cola - mit auf den Weg. Er untermauert seine Thesen damit, dass schließlich alle Amerikaner fett seien und der Aufsichtsrat von Nestlé in einer Pyramide neben den Illuminaten tagt. So oder ähnlich wars, ich kann mich nicht mehr ganz entsinnen. Wir nehmen unkommentierend unser Vollkorn-Dinkel entgegen und genießen Lachs-creme sowie getrocknete Salami.

Im weiteren Verlauf des Vormittags soll uns wieder einmal die Nutzlosigkeit der hiesigen Touristen-Infos demonstriert werden. Bei einem Hausbesuch der kleinen Holzhütte an der Hauptstraße Walle’s wollen wir die kompetente Fachkraft um ihren Rat nach einer Route durch den Garajonai Nationalpark bitten. Unsere Wahl fällt beim sondieren der Karte recht bald auf eine Strecke von ‚Alto de Contandero‘ bis nach ‚El Cedro‘, dem einzigen Campingplatz der Insel. Hier wollen wir erneut campen.

„But it is over 10 Kilometers, you will mabe not make it.“

Watt? Na ich zeig dir mal wo der Frosch die Locken hat, wir sind schon weit über 12 Kilometer und 1000 Höhenmeter bei 35°C ohne Schatten und Wasser gewandert. So ein Pupsweg im Grünen wird uns da nichts anhaben können. Entgegen den Rat der Touristendame fällt die Wahl auf eben diese Route.

Aus Valle Gran Rey (Walle) bis zum Einstiegspunkt des Pfades müssen wir mit dem Bus bis zur Mitte der Insel fahren. Da wir an den kommenden Tagen mit dem Schatten der Lorbeerbäume rechnen genießen wir noch einmal die Sonne am Strand mit einem Eis in der Hand.

Die Busfahrt nach Alto de Contandero ist mit 45 Minuten angesetzt. Für Nadine stellt dies jedoch ein grenzwertiges Extrem dar: Der Bus wird innerhalb dieser Zeit 1300 Höhenmeter erklimmen - was haufenweise Serpentinen, Kurven und die eventuelle Exmatrikulation jeglichen Vollkorn-Dinkels bedeutet. Der Busfahrer kommt uns in dieser Hinsicht auch wirklich nicht entgegen, so verwechselt er seinen 50 Passagier MAN-Reisebus mit einem Ferrari F 430 Spyder und ballert stets mit Vollgas über die engen Straßen. Sogar ich halte während dieser Rundreise das ein oder andere Mal Rücksprache mit meinem Magen, beim Blick zu Nadine wird mir jedoch schnell bewusst, dass es mir noch sehr gut geht. Sie kämpft.

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Nach endlos langen Serpentinen schmeißt uns der Busfahrer in Alto de Contandero vor die Schiebetür. „Das war echt grenzwertig eben“ lässt meine langsam wieder Farbe bekommende Freundin verlauten. Wir satteln die Rucksäcke auf. Ich gehe den ersten Schritt, als von hinten ein Rülpser in Lautstärke an mir vorbeizieht, wie ich ihn bis Dato von nur wenigen Humanoiden gehört habe. „Sorry, aber musste sein! – Die Busfahrt…“ Der Weg entlang der Hauptstraße gestaltet sich schöner als erwartet. So haben wir bei der ein oder anderen freien Waldschneise wunderbaren Blick auf den Teide, welcher zum Fuße hin im Wolkenmeer versinkt.

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Nach ca. 20 Minuten erreichen wir den Parkplatz an dem sich auch der Einstig zum Wanderpfad befindet. Neben dem Pfad steht ein Schild, welches sich wie folgt liest: „El Cabrito – 5,6 Km“. 5,6 Kilometer? Ich denke Elf? Wir vergleichen die Info mit unserem Wanderführer und lesen: „El Cabrito, 5,6 Km (Hin- und zurück 11,2 Km)“. Also dachte die Touristen-Tussi, dass wir den Weg wieder zurück gehen? Trotz Rucksäcken und obwohl wir ihr von unseren Campingabsichten erzählten? Wir schütteln den Kopf und entschließen uns weitere Touristeninfos ab jetzt weit zu umgehen. Fast enttäuscht über einen wohl recht kurzen Wandertag machen wir uns dennoch auf in den Lorbeerwald, welcher erst einmal steil bergab geht. Die Landschaft um uns herum ist hier wirklich äußerst grün, komplett anders als wir sie die ersten 3 Tage im Süden der Insel wahrgenommen haben – Richtig spektakulär sieht die Vegetation hier erstmal trotzdem nicht aus, eher wie der Sachsenwald bei Hamburg. Bäume und Zweige eben. Dazu gibt es wirklich nicht viel zu sagen. Der Pfad steigt weiter in unsere lieblingsvertikale, gerade Strecken gibt es auch hier kaum. Nach ca. einer Stunde wandern ändert sich die Vegetation jedoch so langsam vom Sachsenwald hin zu Dem, was ich durch unzählige Bilder und Berichte in meinem Kopf als Vorstellung verankert hatte. Dicke moosbewanderte tiefgrüne Bäume, Pilze, die die Rinden emporwachsen und immer größer werdende Farne, welche langsam im Takt des Windes wanken. Ich erkläre die Umgebung für abenteuerlich romantisch. Wir kämpfen uns immer tiefer in den dichter werdenden Wald und erreichen kaum ausgetretene Pfade. Der Nebel hat inzwischen stark zugenommen und erinnert mehr und mehr an den Verbotenen Wald aus Harry Potter.

An einer Stelle des Weges hören die Bäume direkt um uns herum schlagartig auf, sodass die Lichtung nun einen Blick auf den gegenüberliegenden Hang und das Tal in welchem wir uns befinden frei gibt. Da schlägt es Nadine und mich im selben Moment: Kamboscha – Kamerun – Kolumbien? Wo zur Hölle sind wir denn hier gelandet? Nadine und ich stimmen überein, dass wir an einer Stelle des Pfades falsch abgebogen sind, und aus noch zu klärenden Gründen nun im Dschungel Afrikas stehen. Ca. 100 Meter über uns hängt eine Große graue Wolke und versteckt die Bergspitzen, an den Berghängen vermodern ein paar verlassene Hausruinen. Grillen zirpen – man schmeckt die Feuchtigkeit in der Luft. Es ist doch einfach unglaublich, wie diese kleine Insel einerseits eine tödliche Wüste und andererseits einen kleinen Regenwald auf weniger als 25 Km Durchmesser beherbergen kann. Mit hängender Kinnlade ziehen wir weiter.

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Vorbei geht es noch an einer kleinen Eselfarm, wo wir empirisch feststellen, dass Esel tatsächlich relativ dumme Tiere sind. Nach einer guten Stunde erreichen wird den Campingplatz „El Cabrito“. Der Zeltplatz ist in Treppenform an einem Hang angelegt, sodass man zwischen den beiden Bergketten auf linker und rechter Seite bis zum Atlantik hindurchsehen kann. Wir treten in das Haus, welches am ehesten nach Rezeption aussieht und finden auch prompt die Besitzer. Der Platz wird von einem Ehepaar mit ihren 2 Töchtern betrieben, welche allesamt kein Englisch sprechen. Auch hier soll Nadine wieder einmal mit ihrem Spanisch glänzen. Bei der Anmeldung wundere ich mich jedoch über den vielen Papierkram, den wir ausfüllen müssen. Die nette Dame schreibt im Rennschneckentempo sämtliche Daten unseres Personalausweises ab, um dann ganze 2€ pro Person zu verbuchen! Zwar hat allein das Papier für sämtliche Anmeldebögen mehr gekostet, doch nach Wirtschaftlichkeit kann man bei 4€ ohnehin nicht fragen. Ich sehe es eher als eine Art verkalkulierter Freundschaftspreis und freue mich über diesen brillanten Fund. Beim Aufbau des Zeltes stellen wir dann fest, dass wir tatsächlich die einzigen Camper auf dem ganzen Platz sind. Im selben Zuge rekapitulieren wir und stellen fest, dass wir bisher die einzigen Rucksacktouris auf der Insel zu sein scheinen. Getroffen haben wir jedenfalls noch niemanden mit Rucksack.

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Die Familie des Campingplatzes kredenzt uns später noch ein wunderbares Abendmahl und Nadine und ich philosophieren über zukünftige Trips in die weite Welt. Sie hat also Blut geleckt! Perfekt! Wir planen die Route für die kommenden Tage und legen uns alsbald unsere tragbare Herberge.

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BubiBohnensack
02.08.2010, 01:31
Noch 28 Tage Baby. 28 Tage.

Nicki
02.08.2010, 19:21
Schön erfrischend geschrieben.

Ja- Gomera ist gar nicht so Einfach und wird sicherlich oft Unterschätzt.
Jedes Jahr gibt dort Verletzte, und auch Tote!
Eine gute Planung ist da Pflicht.

Fotos- ich find sie teils schön
- aber teils auch Bonbon Farben, viele haben deutliche Vignettierungen, ein paar sind mächtig schief;-)

Gruß FS

BubiBohnensack
02.08.2010, 21:24
Fotos- ich find sie teils schön
- aber teils auch Bonbon Farben, viele haben deutliche Vignettierungen, ein paar sind mächtig schief;-)


Nennt sich Stilmittel :)

Nicki
02.08.2010, 22:08
Nennt sich Stilmittel

Ist halt auch Geschmackssache- wem's gefällt..... auch OK

Gru? FS

peter-hoehle
02.08.2010, 22:36
Der Bericht weckt Erinnerungen an 2008.:bg:
Ein Bier bei Casa.Maria in La Playa oder
die Mittagspause in Arure,oder der Lorbeerwald.
Einfach schön.Obwohl die Insel nur 25km
im Durchmesser hat,sollte man die Entfernungen
und die Höhenmeter nicht unterschätzen.
Wasser nicht vergessen!!!!(klugscheiß)

Gruß Peter.....der warscheinlich 2012 wieder dort ist.:bg:

Antracis
03.08.2010, 18:59
Wildcampen ist auf la Gomera (bzw. in ganz Spanien) generell verboten. da sich die Polizeipräsenz hier jedoch auf die Orte und Hauptstraßen beschränkt, kann man dies in etwas abgeschiedenen Ecken bedenkenlos tun.

Cool, denn mir gefällt die Gegend aus den Bildern geschlossen wirklich supi und ich suche noch ein nicht überlaufenes südliches Ziel. Ist also ne echte Option.

Aber wer weiß, vielleicht ist der GR20 in einigen Wochen auch wieder ne vereinsamte Strecke. :bg:

Gruß
Sascha

Pempi
27.09.2010, 22:08
So Leute,

nachdem ich den letzten Monat einen kleinen Abstecher mit don Vincenzo über den GR20 gemacht habe, soll dieser Thread nicht länger warten. Weiter gehts mit den nächsten 2 Tagen, der Rest kommt bald :p



29.06.2010

Es ist bereits hell, als ich meine Augen ein drittes Mal aufschlage um pullern zu gehen. Bereits zwei Mal zuvor befehligte mich meine Blase mitten in der Nacht aus meinem gemütlichen Schlafsack in Richtung Latrine. Beim dritten Mal kann ich wenigstens die Aufgehende Sonne in den Bergen beobachten, auch wenn Wolken unter uns den Blick ins Tal versperren. Als wir uns etwas später dazu durchringen können aufzustehen ist es bereits halb elf. Könnte man mal aufstehen, oder?

Wir beginnen das Zelt abzubauen und die Rucksäcke sauber zu machen. Diese haben auf dem äußerst staubigen Campingplatz eine fette Ladung Dreck abbekommen. Danach gönne ich mir die ultimative Freiluftdusche. Die Sanitäranlagen hier auf El Cedro scheinen der Satzung eines deutschen Nudistenvereins zu entsprechen. Eine Bauch-hohe Mauer drumherum und außen ‚Dusche & Bad‘ rangeschrieben. Wer außerdem Zähne putzen will, sollte sich ebenfalls nicht an einem nackten hintern stören, der hier aus Platzgründen direkt neben dem Waschbecken stehen könnte. Doch in tausend Metern Höhe mit Ausblick auf das darunter liegende Tal und den dahinter liegenden Atlantik zu duschen – diesen Luxus bietet einem nicht mal das Burj al Arab. Ich versuche mir weitere Metaphern und blöde Floskeln aus Haarshampoo-Werbung zu verkneifen.


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Wie beschlossen wollen wir heute nach Hermigua absteigen. Vor dem Abstieg gönnen wir uns noch Bocadillos mit Wurst, ein Schokocroissant O-Saft und Kaffe. Der Einstieg in den Weg gestaltet sich jedoch direkt zu Anfang nicht einfach, da wir ihn schlichtweg nicht finden. Ein schwer verwirrend aufgestellter Wegweiser führt uns erstmal in die Komplett falsche Richtung und auch die Erklärung der Locals lässt Fragen offen. Nach einigem Gesuche finden wir den Einstieg schlussendlich doch. Er führt auf einem schmalen Pfad direkt an einem Privatgrundstück vorbei, welches mit recht hohem Maschendraht eingezäunt ist. „Gut, hin da“ denke ich mir und gehe frohen Mutes die ersten drei Meter, als es in der Ferne anfängt laut zu bellen. Ich sehe einen, zwei, drei… fünf wirklich krass abgerichtete Kampfhunde auf dem Grundstück, die im vollen Galopp zähnefletschend laut bellend auf mich zu rennen. „Kacke – bitte lass den Zaun jetzt halten“. Ich versuche erst unbeeindruckt weiterzugehen, doch streckt einer der Hunde seine Schnauze durch den Zaun und beißt sofort in die Iso-Matte auf meinem Rucksack! Ich schüttele ihn los, kehre auf der Hacke um und gehe zurück zu Nadine, die immer noch wie angewurzelt in sicherer Entfernung steht. „Was in Gottes Namen war das denn gerade?!“. Wir halten eine kurze Lagebesprechung, bis Nadine sich einen Weg weit um das Grundstück herum sucht. Ich bin gewillt noch ein weiteres Mal den verdammten Weg zu gehen. Zwar halte ich so viel Abstand zum Zaun, wie es der kleine Weg zulässt, doch tigern die 5 abgerichteten Kampftiere ständig laut bellend auf meiner Höhe den Zaun entlang. Der schlichte Lärm den die Viecher dabei machen, lässt mir das Herz in die Hose rutschen. Als das Grundstück irgendwann weit genug hinter uns ist, begutachtet Nadine erstmal die Iso-Matte auf meinem Rücken. Dann passiert es, dass sie ein bischen die Nerven verliert und ihr ein paar Tränen über die Wange laufen. Die unglaubliche Lautstärke und die extreme Aggression von 5 Kampfhunden waren wohl etwas zu viel. Hätte es allerdings einer der Hunde über den Zaun geschafft, sähen wir jetzt aus wie die no. 8 von Jackson Pollock.

Um den Stress irgendwie zu vergessen, versuche ich Nadine auf andere Gedanken zu bringen. Glücklicherweise nimmt mir heute der Wanderpfad diese Aufgabe ab. Ein paar Minuten später öffnen sich vor uns die Bäume und wir erblicken ein bombastisches Panorama vor uns. Links und rechts erstrecken sich grüne Bergarme und im kleinen Tal liegt 500 Meter unter uns die Stadt Hermigua, wo das Leben wartet. Der Pfad geht allerdings wieder einmal steil bergab, sodass wir unsere Blicke streng auf den Boden richten Müssen. Hin- und wieder legen wir Stops ein um die Landschaft zu genießen.


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Abstieg von El Cedro nach Hermigua

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Nach den ersten 300 Höhenmetern fangen die Rucksäcke langsam an zu schieben, der vorherige Tag ist wieder einmal merklich. Der Abstieg führt hier an einem schön gelegenen Stausee vorbei, wo wir uns entschließen eine Pause zu machen. Die Sicht um uns herum wirkt hier wie aus einem James-Bond streifen entnommen. Riesige Palmen, Gewächse, ein Wasserfall der in den Stausee mündet, ein Mann mit Rucksack und eine Frau im Tank-Top. Ich spiele mit dem Gedanken den Stausee zu sprengen, den Rucksack als Body-Board umzufunktionieren, mit meiner Freundin auf dem Rücken auf einer apokalyptischen Welle ins Tal zu surfen um dort lässig einen Martini an der nächsten Bar zu bestellen. Nadine erklärt mich für kindisch, packt aber im selben Moment eine Schachtel Fluppen und 2 Bier aus. Genau das richtige! Ich stelle die Kamera auf den Boden und schieße hier das wohl coolste Foto der Reise.


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Der weitere Abstieg geht von hier aus schnell. Vorbei an etlichen Ziegen steigen wir die letzten Meter ins Dorf hinunter. Hermigua ist zurzeit von heftigen Straßenverbesserungsmaßnahmen geprägt und sieht aus wie eine britische A-Road. Aus allen Richtungen schallern uns Presslufthammer und die Pneumatiken der Bagger entgegen. Schön ist anders. Wir machen uns auf die Suche nach dem Restaurant, welches in der Karte verzeichnet ist. Da diese jedoch für detailgetreue Navigation, insbesondere in Orten nutzlos ist, fragen wir an der Rezeption eines Apartments. Die freundliche Rezeptionistin weist uns den Weg, macht uns aber darauf aufmerksam, dass die Küche eigentlich seit 5 Minuten geschlossen sei. Es wäre aber die einzige Möglichkeit heute noch etwas zu essen zu bekommen. Also schleunigst die Rucksackgurte in bondage-modus festgezogen und im Marschtempo den Berg hinauf. Meine Waden killen mich in diesem Moment und ich warte darauf, dass sie einfach nur platzen. Gerade noch rechtzeitig für die letzte Bestellung fragen wir nach den größten Portionen Spaghetti, die der Koch jemals zubereitet hat. Die Rucksäcke in der Ecke und die Schnürsenkel der Stiefel gelockert, lernen wir beim Essen noch ein britisches Ehepaar kennen, die vor 2 Jahren auf Teneriffa ausgestiegen sind. Sie sind beide Mitte 60 und scheinen ihre Entscheidung bislang nicht zu bereuen. „London sucks, but we miss the kids“. Später nehmen sie uns in ihrem Auto ein kleines Stück Richtung Stadtmitte mit.


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Hermigua

Vom Zentrum aus wollen wir uns ein Apartment suchen. Nach kurzem rumfragen landen wir vor dem Örtlichen Hotel. Die Tür ist abgeschlossen, es steht nur eine Telefonnummer am Eingang. Wir rufen also an, ohne Nadines Spanisch wären wir jetzt aber durchaus aufgeschmissen. Der Hotelbesitzer will 52€ haben. Das ist mir zu teuer, ich bin zuversichtlich, dass wir auch etwas anderes finden. Während wir ziellos weiter durch die Stadt wandern hält plötzlich ein kleines weißes Auto neben uns. Die Fahrerin fragt ob wir auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht wären. Nun, wir haben Rucksäcke auf und irren durch die Gegend – „Na klar!“ – „Quanta costa?“ – „30€“ – „Ja, is okay!“. Wir erwarten zwar kein Hotelzimmer, aber sparen immerhin 22€ für irgendwelchen Luxus, den wir wohl eh nicht benötigen. Wieder einmal ein grandioser Irrglaube.

Wir quetschen uns also samt Rucksäcke in ihr Auto und düsen Richtung Strand. Die Dame erzählt uns sie sei die Betreiberin einer „Santa Catalina“. Ihre Apartments wären, zwar schon ausgebucht „…but I can give you different. The President of Canarian Islands likes to come there.“ – “Hä??”. Wenig später steigen wir die Treppen eines Strandhauses hoch, bekommen die Tür geöffnet und glauben nicht was wir sehen. Wir stehen auf der Dachterrasse der Santa Catalina. Die Wohnung bietet uns hier vier Betten, verteilt auf zwei Schlafzimmer, eine Küche, ein Wohnzimmer ein Bad und eine riesige Terrasse mit direktem Blick auf Meer und Strand (auf dem übrigens Bananen angebaut werden). Was zahlen wir doch gleich? Achja, 15€ pro Person.

Die Erste Maßnahme lautet hier: Duschen & Klamotten waschen! Die zweite gleich darauf in die Bar und Gambas mit Knoblauch essen. Dazu gibt es spannendes Bier und schales Spanien-Portugal Spiel. Wir kippen uns rein was geht und lassen Abend mit hochgelegten Füßen auf unserer Terrasse ausklingen. Man muss auch mal Glück haben im Leben.


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29.06.2010

Die Betten sind viel zu gemütlich! Keine Chance, dass ich heute nochmal aufstehe! Der Tagebucheintrag wird heute einfach nur „Im Bett gelegen“ lauten.

Ich muss pullern. Verdammt. Ich spiele kurz sämtliche Szenarien aus meiner Zeit als OP-Zivi durch um für die anstehende Aufgabe outsourcing zu betreiben. Äh, Behälter, Flaschen, Katheter? Hmpf, entweder zu weit weg oder gar nicht erst eingepackt. Alle Szenarien enden im Desaster – so ähnlich muss sich der AIG-Vorstand Ende 2007 gefühlt haben. Äußerst widerwillig verlasse ich die weichen Daunenfedern und tue was zu tun ist. Auf dem Weg zurück vom Bad ins den Südlichen Flügel des Hauses komme ich an der Haustür vorbei. Ich stelle mich ein paar Minuten draußen auf den Balkon, ergötze mich am Sonnenaufgang und lausche den Wellen.

Zwei Stunden später wird es dann Zeit ein weiteres Mal aufzustehen. Da wir ab heute wieder das Zelt aufschlagen wollen, nutzen wir erneut sämtliche sanitäre Anlagen und packen unsere Rucksäcke von Grund auf neu. Unsere Kleidung ist komplett gewaschen und sauber, wie bei Muddi. Schön. Wir hinterlassen den Hauschlüssel mit Kniefall bei der Besitzerin und machen uns in den Norden Hermiguas auf. Beim Anstieg der ersten kleinen Bergstraße erinnern sich unsere Körper jedoch unverzüglich an die Abstiegstour vom Vortag. Die steilen Hänge ließen unsere Waden enorme Schwerstarbeit leisten, was sie uns nun erneut zu spüren geben. Meine Muskeln fühlen sich an als hätte über nach jemand Beton hineingegossen. Wie ein Ehepaar Mitte 80 steigen wir die Straße weiter hinauf. Wo ist mein Gehwagen?

Schließlich erreichen wir das kleine Restaurant, welches uns in der Nähe zum Frühstücken empfohlen wurde. Da es in den meisten Restaurants ohnehin schwierig ist, ein mit deutschem Frühstück vergleichbares Etwas serviert zu bekommen, versuchen wir es gar nicht erst. Als Nadine Spaghetti bestellt macht uns der junge Mann mit einem „Sorry, but we don’t have“ darauf aufmerksam, dass die Zutaten für Spaghetti (Nudeln?!) noch nicht im Hause wären. Also dann vielleicht, öh, ne Pizza?

„Sorry, we don’t have“

Wir fangen an wild auf der Karte herumzuzeigen um irgendetwas Essbares zu erhalten aber „they don’t have“. Nachdem wir uns unserem Schicksal ergeben und der Bedienung klarmachen ‚Wir haben Hunger, bring irgendwas‘, landen wir letztlich bei 2 Spiegeleiern, Kichererbsen mit Sauce und der Mahlzeit, die man auf La Gomera zu jeder Tageszeit an den entlegensten Ecken serviert bekommt: Gambas mit Knoblauch.

Als das große Festmahl hinter uns gebracht ist wird es mal wieder Zeit die Karte rauszubrechen und die nächsten Tage zu planen. Der Norden der Insel ist nach wie vor in dicke Wolken gehüllt, von denen wir aber langsam genug gesehen haben. Wir wollen zurück in die Sonne, also wieder zurück in den südlichen Teil der Insel. Recht schnell wird beim abchecken der Busverbindungen deutlich, dass eine Fahrt zum südlichsten Teil nach Playa de Santiago fast den gesamten Tag dauern würde. Ein Taxi befinden wir mit mindestens 40€ für zu teuer. Da muss es doch bessere Lösungen geben. Irgendwann kommt mir die Idee, welche diesem Urlaub den letzten Schliff freiheits-Feeling geben könnte: Wir trampen! Nadine guckt mich an.

Das letzte Pärchen, welches uns vor einigen Tagen nach Valle Gran Rey mitnahm sprach deutsch und wir haben sie auf einem Parkplatz ansprechen können. Trampen im klassischen Sinne, mit Schild raushalten und an der Straße entlanglaufen… kann man das machen? Klaro, geht Alles! Es wird ohnehin mal wieder Zeit für ein paar neue Erfahrungen, also Stift und Zettel raus. Während Nadine sich um die Implementierung unseres Mitnahmewunsches zu Papier kümmert, eruiere ich, dass eine Direktverbindung zum Süden eher unwahrscheinlich ist. Also wollen wir über die Hauptstadt San Sebastian fahren. Ich halte unsere Chancen hoch und schätze, dass wir höchstens 15 Minuten ‚inserieren‘ müssen. Nadine bleibt weiter skeptisch.


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Zurück auf der Straße dauert es dann tatsächlich nicht lang, bis der erste Wagen hält. Und siehe da: Es ist die Rezeptionistin vom Vortag. Die Insel ist wirklich klein. Als wir zu ihr einsteigen weist sie uns jedoch gleich darauf hin, dass sie uns nur bis zum Ende des Dorfes mitnehmen kann. Somit heißt es 10 Minuten später erneut: Daumen Raus! Nach unserem ersten tramping-Erfolg halte ich bei jedem brummen hinter mir sofort erwartungsvoll das Schild raus und hoffe auf das nächste kostenlose Taxi. Diesmal bleibt unser Glück jedoch aus und wir stehen endlos lange an der Straße, während uns eine Schrottkiste nach der anderen in ihren Abgasen stehen lässt. Ich verliere so langsam die Lust und denke, dass es vielleicht doch eine dumme Idee war. Schmerzlicher weise rechne ich die ersten Taxi-Szenarien durch. In just diesem Moment fängt der Asphalt unter meinen Füßen an zu zittern und winzige Steinchen hüpfen hoch, als ein Fabrikneuer Land Rover Discovery in unsere Richtung die Straße entlang walzt. Der dumpfe Klang lässt keinen Raum für Spekulationen, hier sind definitiv 8 Zylinder am Werk! Reflexartig hebe ich unser Schild hoch, während wir von dem Monster passiert werden. ‚Optimist‘ denke ich mir und senke das Schild langsam wieder – als der Fahrer des Rovers eine Vollbremsung vollführt. Nadine und ich gucken mit großen Augen hinterher. Ja? Nein? Vielleicht? Das Beifahrerfenster wird gesenkt und eine Hand winkt uns herbei. Ich springe zur Tür, um nichts missverstanden zu haben. „San Sebastian? - San Sebastian!“. Cool! Der Kofferraum bietet locker Platz für 10 Trekkingrucksäcke und den Beheizten Ledersitzen kann man das wohlige Attribut ‚gemütlich‘ zuweisen. Serpentinen in alle Himmelsrichtungen treiben Nadine wieder einmal an die Kotzgrenze, dafür sind wir 20 Minuten später zurück im Zentrum von San Sebastian. Obwohl wir eigentlich weiter trampen wollen gucken wir mal aus purem Interesse an der Busstation vorbei. Der erste Bus den wir sehen ist direkt mit „Playa de Santiago“ betitelt und auf unser Nachfragen hin öffnet der Busfahrer die Ladeluken für unsere Rucksäcke „We leave now“. Achja, wie angenehm, der Bus fährt 3 Mal am Tag und wir takten ihn auf die Minute genau. Man muss auch mal Glück haben.


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San Sebastian, im Hintergrund der Teide auf Teneriffa


Auf dem Weg in den Süden kommen wir an der Bar Degollana de Peraza vorbei, welche uns am dritten Tag mit den letzten Tapas das Leben rettete. So langsam kennen wir die kleine Insel und erinnern uns zurück an die Erlebnisse, welche noch keine sieben Tage her sind aber schon eine Ewigkeit hinter uns scheinen. In Playa de Santiago gönnen wir uns als Stimmungsmacher ein Eis auf die Hand während wir am Hafen die Wanderroute für den Tag analysieren. Wir suchen uns eine Route nach Alajero raus, welches in der Mitte der Insel liegt. Die Karte sagt: geradeaus laufen und 700 Hm klettern. Als wir am Morgen im Wolkenbedeckten Hermigua die Sonne herbeisehnten vergaßen wir wie brutal diese doch im Süden der Insel sein kann. Keine 20 Km weiter südlich haben wir statt 20°C wieder unsere wunderbar-warmen 35°C – und schwitzen.


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Die ersten Meter Richtung Alajero verlaufen äußerst vertikal und da wir auf Normalnull begonnen haben bedeutet das: Rauf! Schnell sehen wir wieder aus als hätte man uns für ein Fotoshooting eines nicht-Jugendfreien Magazins mit glänzender Vaseline eingerieben, die Sonne tut ihren Job wie am ersten Tag. Nach den ersten 300 Höhenmetern laufen wir hinter dem Flughafen der Insel an einem relativ hässlichen Maschendrahtzaun unseren schmalen Weg weiter bergan. Der Pfad scheint hier ebenfalls als Flussbett zu dienen, jedenfalls läuft uns ab hier stetig ein kleines Rinnsal, mit einem etwas eigenem Geruch, entgegen. Nach einer Viertelstunde erreichen wir dann auch die Quelle des vermeidlichen Bächleins, welche sich in einem höher gelegten Gullideckel Materialisiert. Die Suppe sprudelt mir hier nur so entgegen und ich fühle mich augenblicklich wie Meister Röhrich, der nach Rohrbruch mit Ideal Standard Topf auf dem Schädel durch die Scheiße wartet. BÄH! Wir sind die letzten 15 Minuten also durch die Kloake Gomeras gewandert. Zumindest bin ich mir sicher der Erste zu sein, der das in seinem Reisebericht verewigt.

Fremde Bilder bitte nur verlinken und nicht einbinden, selbst wenn sie auf dem eigenen Server liegen
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Meister Röhrich

Die nächsten 450 Hm erklimmen wir ohne große landschaftliche Abwechslung, doch nach einer weiteren Stunde erreichen wir wieder einmal einen großen Staudamm. So entschließen wir uns auch erneut die bauwerkliche Maßnahme für einen Boxenstopp zu nutzen. Vom Damm aus hat man eine Wunderbare Aussicht auf Playa de Santiago. Um ein bisschen zu entspannen setzen wir Rucksäcke ab und genießen den Blick. Während unserer kleinen Pause sinnieren wir über das alltägliche Leben eines Insulaners und ich schaffe es in ungeahnter Pemponie auf meine Brille zu latschen. Na großartig, das ist dann die Nummer zwei auf dieser Reise.

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Es ist bereits später Nachmittag als wir unsere Rucksäcke ein weiteres Mal satteln um die letzten 150 Hm zu erklimmen. Der Weg führt hier durch das ausgetrocknete Flussbett aus dem der Staudamm sein Wasser bezieht. Eine letzte Kletterpartie und eine gewisse Orientierungslosigkeit verlängern diese Etappe noch einmal deutlich. Zwar wollten wir den Weg nach Alajero in zwei Teile teilen, doch sind wir heute bereits ¾ der Strecke gegangen. Es wird Zeit zu Rasten.

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Auf einem kleinen Hang gegenüber dem Dorfe Targa finden wir einen Bergkamm auf dem sich das Zelt gut für die Nacht aufbauen lässt. Es ist der erste Abend auf der Reise an dem wir keine Herberge oder eine Form der Essensmöglichkeit in unmittelbarer Nähe finden. In großer Vorfreude zücke ich endlich die ersten lang ersehnten REAL Turmats aus meinem Rucksack. Nadine hat es bisher clever genug angestellt sich gegen jegliche Form von Trockennahrung zu stellen. Beim Anblick der Pampe stelle auch ich mir immer wieder die Frage ob es wirklich schmecken kann. Letztlich lautete das Verdict der Hobbyköchin und Gourmeuse jedoch: „Ey, der Scheiß schmeckt gar nicht schlecht!“. So genießen wir beide ein halbes Kilo Nahrung aus der Tüte um uns daraufhin für die Kalte Nacht in unser Zelt zu verkriechen.


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BubiBohnensack
27.09.2010, 23:02
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Aaaaaah, noch immer so geil! Hase, geht die DVD mit den Clips an die Kantstr. oder zur Mademoiselle?

Lotta
27.09.2010, 23:09
Schön, dass es weiter geht :-)


Es ist bereits hell, als ich meine Augen ein drittes Mal aufschlage um pullern zu gehen. Bereits zwei Mal zuvor befehligte mich meine Blase mitten in der Nacht aus meinem gemütlichen Schlafsack in Richtung Latrine
Kommt mir bekannt vor - besonders schön ist es, wenn es auch noch regnet und stürmt :bg:


Serpentinen in alle Himmelsrichtungen treiben Nadine wieder einmal an die Kotzgrenze
Die arme Nadine!! Wird ihr allgemein im Auto/Bus so schnell schlecht?

peter-hoehle
28.09.2010, 09:38
Einfach ein schöner Reisebericht.5sterne
Da ich schon zwei mal dort war,
werden Erinnerungen wach.
"seuftzundfernwehbekommend"

Gruß Peter(der 2012 wieder dort ist :bg:)

Klappstuhl
28.09.2010, 10:06
Super Bericht, total lustig geschrieben. Weiter so!!!!! :cool:

(und Gruß an die Holde...das mit dem Bus fahren kenn ich noch als Kind/ Jugendliche...das is schon übel, aber wenns dann auch noch sooo heiß is, nee Danke :kotz:)

Mika Hautamaeki
28.09.2010, 21:39
Oh man, vielen Dank. Der Bericht und die Bilder sind ja unglaublich!!!!

Scrat79
29.09.2010, 20:30
:motz:Warum muss man solche Berichte selber finden?
Kannste da nicht einfach ne Rundmail an alle ODSler schicken und drauf aufmerksam machen?? :motz:

Top! 5sterne Echt super geschrieben!
Hoffentlich gehts bald weiter. Auf den Film freue ich micht jetzt schon.

Aber: Musst du Nachts wirklich so oft auf die Schüssel? :baetsch:

mocca
14.11.2010, 01:39
Super! Danke für den tollen Bericht die ganzen Bilder – Ich will mehr!

Williboyd
14.11.2010, 14:40
Wirklich ein sehr schöner und lustiger Bericht.
Da bekommt man selbst lust.
Und wunderschöne Bilder:bg:

Gruß Willi

Susanne
16.11.2010, 14:12
Wow, ein neuer Bericht von Don Pempone. Eben erst gesehen, aber nicht minder lustig und amüsant. :bg: Wann geht's weiter?

mastersergeant
16.11.2010, 20:37
Absolut der Hammerbericht und wahnsinns bilder !!!

Sebastian1983
17.11.2010, 17:57
jaaaa, super bericht...
wann gehts endlich weiter??????

Pempi
13.12.2010, 22:03
Hallo liebe Leute,

lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen und auch bin ich mir bewusst, dass hier immernoch die letzten zwei Tage fehlen. Ob sich das in diesem Jahr noch ändert mag ich kaum prognostizieren, aber vor Vincent und seinem GR20 Thread werd ich allemal fertig :bg:

Viel wichtiger ist jedoch:


Das Video ist fertig!

Wie immer auf meinen Reisen war eine Cam mit von der Partie. Um etwas für die Nachwelt zu hinterlassen. In diesem Fall sind es 13 Minuten LA Gomera Intensivkurs. Viel Spaß damit!

LaGomera_cn_2010.wmv (http://www.kemperfilms.de/intern/gomera/lagomera_CN_WMV.wmv) - Windows Media Video (96 MB)

HD_LaGomera_cn_2010.mov (http://www.kemperfilms.de/intern/gomera/HD_lagomera_cn_2010.mov) - HD Ready Version (Für die Nerds - 345 MB)

und falls der link mal wieder nicht will: http://uploaded.to/file/vchl0s - hier das File auf dem uploaded.to server

Pempi

Wooki
13.12.2010, 23:11
Großes Kino! :p wieder ein sehr gelungenes Video.

11:42 ist genial :D

BubiBohnensack
14.12.2010, 00:07
(...) aber vor Vincent und seinem GR20 Thread werd ich allemal fertig :bg:


Pfff!

entenpower
14.12.2010, 00:13
super video, danke!

T0M
14.12.2010, 00:20
Geiles Video! Ich bin dafür dass du öfter in den Urlaub fährst. So ein Video pro Monat wär gut! ;)

hrXXL
14.12.2010, 13:25
irgendwas stimmt mit dem download nicht der bricht immer nach kurzer zeit ab :(

Mika Hautamaeki
14.12.2010, 16:59
Geiles Video! Ich bin dafür dass du öfter in den Urlaub fährst. So ein Video pro Monat wär gut! ;)

Zur Not machen wir ne Sammeldose auf!

PS: Bei mir läuft der HD Runterlader auch nicht, komme nur bis 34 MB.

Pempi
14.12.2010, 17:16
Jo, wenn ihr kräftig spendet bin ich auf jeden Fall mit mehr Material am Start!

Wer will meine Kontonummer? :D

Habe eben mal beide Videos runtergeladen und die Downloads funktionieren einwandfrei. Notfalls mal mit nem Downloadmanager probieren.
Wenn ich die Tage zeit habe lade ich sie nochmal auf nen Uploadserver. Bis dahin einfach weiterprobieren :)

hrXXL
14.12.2010, 17:20
bei mir geht es jetzt.
geiles video
wann kommt das video vom gr20??? und bitte dann mindestens 30min :)

shorst
15.12.2010, 22:32
:motz: Bei der kleinen Version kann bei mir die Webseite nicht angezeigt werden, bei der Großen steht fertig unter ner weißen Seite, trotz fettem Internet? Ich will auch!

Pempi
15.12.2010, 22:53
Hm, komisch.

Hab meine Freundin den Link eben einmal ausprobieren lassen, und bei uns beiden funktionieren beide Links (HD & Low).

Ich knall die Videos jetzt nochmal auf uploaded.to und lasse euch hier die Links wissen.

Pempi

shorst
15.12.2010, 22:59
Die fette Version läuft jetzt und versüßt meine Nachtschicht:bg: danke.

Jere
19.12.2010, 10:55
Absolut der Hammer! Hab mir jetzt eben noch den Film angeschaut, geniales Duo!:bg:
Toller Reisebericht und erst die Fotos...hammer!!!

kleinhirsch
19.12.2010, 15:31
Hallo Pempi!
Schönes Video - macht Spaße, sowas anzusehen. Kannst Du mir verraten, wie die Musik heißt, die ab 8'30'' läuft? (Klarinette, Violine, Klavier)

Vielen Dank!

Pempi
20.12.2010, 22:24
Hehe, vielen Dank ihr Lieben für die Kommentare :)

Das Lied ist Francis Poulenc - L'invitation au Château.

Alles weitere gibts dann wohl erst wieder im neuen Jahr, da ich ab dem 22. im Urlaub bin. Also... ich meine natürlich... auf äh, Filmreise :cool:

Scrat79
20.12.2010, 22:28
Hey super! Da schließ ich mich natürlich gerne an:
Genial gemachtes Video. Wie üblich halt.. :D
Und wo bleibt Teil 2 bis Teil 30 ???? :baetsch:

Viel Spaß beim nächsten Filmmaterialsammeln. ;-)

gelöschter Nutzer
20.12.2010, 22:51
Hi,

auch von mir ein fettes DANKE für das Video. Allerdings möchte ich nicht wissen, wie
viel Arbeit für die Nachbearbeitung da drinne steckt :o

LG,

shaiman

BubiBohnensack
20.12.2010, 23:06
Ihr solltet den Pappenheimer vielmehr mal dazu auffordern unser GR20 Video zu schneiden!*


*!!!!!!!

entenpower
20.12.2010, 23:08
Ey Pappenheimer, schieß los! Alternativ werden dich Flüche bis ans Lebensende verfolgen :p

BubiBohnensack
20.12.2010, 23:56
Jaaaa genau. Weiter! Weiter! Weiter! Druck ausüben ist die Devise. Mobilisiert die Massen!!!

winnetoux
21.12.2010, 00:15
Also mir genügt MALTE statisch in schwarz-weiß - :rolleyes:????

Mika Hautamaeki
21.12.2010, 09:54
Kommmennnsch Pempie, weiter Videos schneiden!!! Bitte schenk uns das GR20 Video zu Weihnachten, biddddääääh!

balin
21.12.2010, 18:58
Go Pempi, gooooooooooooooooo!

Der Urlaub wird erst genehmigt wenn das Video fertig ist. :bg::bg:

Scrat79
21.12.2010, 19:00
Ihr solltet den Pappenheimer vielmehr mal dazu auffordern unser GR20 Video zu schneiden!*


*!!!!!!!

Ja Pempi genau! Weiter Videotieren! Sofort!
Nicht dass du am Ende langsamer bist als obiger mit seinem Bericht! :hahaa::baetsch:
;-)

Pempi
21.12.2010, 21:38
So Ihr Pissnelken!

Nachdem ihr hier in meinem eigenen Thread eine Hetzjagd gegen mich veranstaltet habt, hab ich mich heute doch mal erbarmt.

GR20_trailer (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?46562-FR-Korsika-GR20-komplett-(Conca-Calenzana)-September-2010&p=771504#post771504#52) - und zwar da wo er hingehört :gosche:

Und nu fahr ich ab in meinen wohlverdienten Urlaub :)

Cheerio!

Scrat79
21.12.2010, 21:55
Cool!
Auch wenn des jetzt doof ist:
Hoffe dein Urlaub dauert net so lang... ;-)

Mika Hautamaeki
02.01.2011, 14:32
Herrlich, es gibt doch nix besseres als am letzten Urlaubstag total verkatert sich diese genialen Videos reinzuziehen. Vielen Dank!!!!

entenpower
03.01.2011, 11:30
wuhuu, geil!

EDIT: upps ;) das gehört in den GR20 Thread

boernie62
09.02.2011, 12:43
Hallo liebe Leute,

lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen und auch bin ich mir bewusst, dass hier immernoch die letzten zwei Tage fehlen. Ob sich das in diesem Jahr noch ändert mag ich kaum prognostizieren, aber vor Vincent und seinem GR20 Thread werd ich allemal fertig :bg:



Na, dass wollen wir doch mal schwer hoffen... Hat sich ja nun schon lange nichts mehr getan. Die Aussage stammt ja schon aus Mitte Dezember...

Die Video´s sind übrigens echt sehr unterhaltsam gemacht. Tooler Stil! Ziehe ich auch beim x-ten mal dem sonst üblichem Fernsehprogramm vor. Ihr müsst unbedingt öfter in Urlaub fahren...

Viele Grüße
Börnie

boernie62
03.04.2011, 09:17
Ich will ja wirklich nicht nerven, aber langsam könnte es auch hier mal wieder weiter gehen...
Ich hol den Bericht jedenfalls mal wieder hoch, nicht dass er endgültig in der Versenkung verschwindet.

LG
Börnie

Mika Hautamaeki
04.04.2011, 14:00
Ja, darüber würde ich mich auch freuen...

BubiBohnensack
04.04.2011, 14:16
Der Lümmel soll mal lieber das GR20 Video schneiden...!

Mika Hautamaeki
04.04.2011, 14:38
Gomera, GR20...hauptsache eines von beiden geht weiter. Bitteee!

stoeps
04.04.2011, 21:06
Mal abgesehen davon, dass ich mich gerne dem hier mehrfach geäußerten Lobhuldigungen ob der Schreibe und der Fotos anschließen möchte:

Ganz besonders erwähnens-, weil bewundernswert finde ich, wie sich Nadine "schlägt". Ich meine, erste Rucksackwanderung, so'n Monster - am Anfang falsch eingestellt - auf dem Rücken, in der Hitze und mit den Höhenmetern … das hätte auch schnell ein Krisenurlaub werden können.

Ich wünsche Euch, dass Ihr noch viele Eurer Ideen umsetzen könnt.

stoeps

BubiBohnensack
05.04.2011, 01:50
Ich wünsche Euch, dass Ihr noch viele Eurer Ideen umsetzen könnt.


Ich seh's schon kommen Pempi...bald ist Pärchenwandern angesagt wei'o'wei.
Wir müssen übrigens mal für 2012 planen ay? Bevorzugt ohne die holden Hübschen dafür mit dem holden Hübschen. Darf ich das jetzt hier so offen verkünden? Kriege ich dann haue von den Weibchen? Wei'o'wei du hast bei sowas mehr Erfahrung :)

stoeps
05.04.2011, 09:39
Ich seh's schon kommen Pempi...bald ist Pärchenwandern angesagt wei'o'wei.
Wir müssen übrigens mal für 2012 planen ay? Bevorzugt ohne die holden Hübschen dafür mit dem holden Hübschen. Darf ich das jetzt hier so offen verkünden? Kriege ich dann haue von den Weibchen? Wei'o'wei du hast bei sowas mehr Erfahrung :)

Die Kunst ist, das eine anzufangen, ohne das andere aufzuhören.

:oldman:

Nad
03.05.2011, 16:43
Ich seh's schon kommen Pempi...bald ist Pärchenwandern angesagt wei'o'wei.


Ich bin sicher nicht verantwortungslos (insbesondere ggü meinem Mädchen) und überschätze mich nicht.

Hmm, der holde Hübsche plant eine Wandertour im Sarek - mit seiner holden Hübschen. Wei'o'wei. Das sieht mir nach Pärchenwandern aus, mein Lieber. :baetsch:

stoeps
03.05.2011, 17:34
Hmm, der holde Hübsche plant eine Wandertour im Sarek - mit seiner holden Hübschen. Wei'o'wei. Das sieht mir nach Pärchenwandern aus, mein Lieber. :baetsch:

Sehr schön :D

Und um solch eine Partnerin beneiden ihn bestimmt zig der sich hier tummelnden Männer :ignore:

Ach ja: Willkommen im Forum!
stoeps

BubiBohnensack
03.05.2011, 17:39
Nadine! Schickes Foto Baby :)

Das "Pärchenwandern" bezog sich auf eine 2-Pärchen-auf-Tour-Tour. Konkret: Du, dein Held, mein Mädchen und ihr Held.
Ich habe das so im Gefühl...


Und um solch eine Partnerin beneiden ihn bestimmt zig der sich hier tummelnden Männer
Um die beneidet mich sowieso jeder. Das ist 'ne ganze tolle :)

smeagolvomloh
03.05.2011, 17:56
Schön, dass solche Berichte durch andere User immer mal wieder ans Tageslicht der aktuellen Reiseberichte "hochkommen". Dieser Bericht wäre mir sonst glatt untergegangen. Und was hätte ich da verpasst! :bg:

Saugeil geschrieben, sehr geniale Bilder, top Video! 5sterne

Vielen Dank fürs Einstellen.

Den Bericht werde ich wohl noch etliche Male lesen. Die Insel steht schon länger auf meiner "Muss-ich-hin-Liste"!

Markus K.
03.05.2011, 17:58
...Kriege ich dann haue von den Weibchen?...Wei'o'wei du hast bei sowas mehr Erfahrung :)

Ihr macht dann aber bitte auch einen schönen Bericht mit Video über Euer BDSM-Wandern, ja?:gosche::ignore:

Was mir gerade an den genialen Bildern wieder auffällt: Ihr seid Robert Rodriguez Fans, oder?

Mika Hautamaeki
03.05.2011, 17:59
Hmm, der holde Hübsche plant eine Wandertour im Sarek - mit seiner holden Hübschen. Wei'o'wei. Das sieht mir nach Pärchenwandern aus, mein Lieber. :baetsch:

Seit froh, wenn ihr das hinbekommt. Ein Freund und seine Frau sowie meine Ricke und ich planen das seit 4 Jahren (!) klappt nicht, weil immer irgendwas ist :sad:

Mika Hautamaeki
03.05.2011, 18:01
Ihr macht dann aber bitte auch einen schönen Bericht mit Video über Euer BDSM-Wandern, ja?:gosche::ignore:

BDSM? ich dachte FKK durchs Rapadalen bei Sonne, 20 Gad und entsprechend vielen Blutsaugern :ignore:

ulistock
18.05.2011, 17:58
Hi Pempi,

wie war das?


Hallo liebe Leute,

lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen und auch bin ich mir bewusst, dass hier immernoch die letzten zwei Tage fehlen.

Pempi

By the way: Das Video ist großartig, aber wo ist das von Korsika ... ;-)

Sonnige Grüße aus Frankfurt!
Uli