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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anfängerfrage: Zelt-Modifikation



muemel
25.05.2010, 15:30
Hallo,
bin komplett neu auf MYOG-Gebiet und trau mich ehrlich gesagt nicht so richtig ran (also an teureres als Dosenkocher, davon hab ich schon ein paar hier rumstehen :bg:)
Leider hat mein Zelt (http://de.decathlon.com/zelte-tente-quechua-t3-ultralight-id_MAN_10274_6541075.html), das ich im Prinzip sehr mag, einen blöden Konstruktionsfehler: die beiden "Stofflappen", an denen die Schnüre zum Spannen der Apsis festgemacht sind, greifen über der Apsis-Stange an, ziehen den "Dachstoff" also nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben. Dadurch bildet sich zwischen den Abspannpunkten ein Wassersack und es tropft ins Vorzelt.

Sehr unschön und ich würde das gern beheben, fragt sich nur, wie. Dazu sind mir schonmal fogende Möglichkeiten eingefallen:
1. die besagten Stofflappen vor die Stange bringen. Ich weiß aber nicht genau, ob das das Problem behebt oder auch nur wirkungsvoll entschärft. Dazu müsste ich auch noch die (getapte) Naht irgendwie auftrennen o.ä. was ich unschön finde (obwohl mit Seamgrip wahrscheinlich wieder dichtzukriegen)
2. einen einzigen Stofflappen oben in die Mitte, führt zu denselben Problemen wie Punkt 1., nur dass ich mir hier sicher bin, dass es keinen Wassersack mehr gibt. Dazu kommt aber, dass selbst, wenn ich zwei Abspannschnüre benutze, die schräg zu beiden Seiten weggehen, die immer noch im Weg sind. Eine einzige gerade nach vorne geht natürlich überhaupt nicht...
3. Ich könnte auf Höhe der jetzigen Abspannpunkte einen Teil des Gestängekanals wegschneiden und an der Stange direkt ziehen. Damit sollte die Vorzeltspannung schön gleichmäßig sein und an der jetzigen Naht kann ich wegbleiben, aber mit nicht mehr durchgehendem Gestängekanal wird der Aufbau pfriemelig. Zusätzlich bräuchte ich noch eine Idee, wie ich die Schnüre sinnvoll befestigen kann, bei jedem Aufbau mühsam drumrumknoten ist keine Option. Hier frag ich mich zusätzlich, ob ich es schaffe, die neu geschaffenen Stoffenden soweit zu "versiegeln", dass sich nicht nach und nach der komplette Gestängekanal auflöst, zumal ich ja auch eine stärker als bisher belastete Stelle daraus machen würde.

Ich danke allen, die sich die Sache durch den Kopf gehen lassen und vielleicht den einen oder anderen Hinweis für mich haben!

Raus
25.05.2010, 17:11
Du wirst hier sicherlich viele Vorschläge dazu bekommen und besonders Gute, wenn du ein, oder 2 (Detail)-Fotos miteinstellst....das macht es plastischer für
alle hier.

Solasimon
26.05.2010, 00:58
Vom Gefühl her muss ich sagen, dass ich von deinen Lösung 3 für am besten halte, aber halt für nicht so leicht umsetzbar.

Aber daneben fallen mir zwei weitere Lösungswege ein:

1. Eine andere Variante wäre, die Stofflappen an die Zelthaut unterhalb des (aufgesetzten?) Gestängekanals zu setzen, das wäre recht einfach zu nähen, aber ob das die komische Verspannung löst, ist nicht ganz klar.

2. Noch eine weitere Idee wäre, zusätzliche Verspannungen nach links und rechts anzubringen um so den Wassersack durch Spannung zur Seite herauszuziehen.
Das erscheint mir eigentlich recht einfach gelöst, so wie es bei Tunnelzelten auch häufig gemacht wird (z.B hier (http://www.bergfreunde.de/zelte/2+personen+zelte/wechsel+intrepid+2+zero+g+line+tunnelzelt.html)).

Damit sind meine Ideen, was besseres fällt mir gerade nicht mehr ein - aber ein paar Bilder würden bei mir und sicherlich auch bei anderen noch einige Ideen auslösen...

Simon

muemel
26.05.2010, 12:08
Danke schonmal :)
Bilder werd ich machen, sobalds geht, hoffentlich heute Nachmittag (hätte ich ja auch mal gleich dran denken können :rolleyes:)

muemel
26.05.2010, 22:21
So, die Fotos waren etwas schwierig zu machen (zu kleines Wohnzimmer, schwarzes Zelt…), aber ich hoffe und glaube, man kann es trotzdem erkennen:

Vorzelt ungespannt, nur locker nach vorne gezogen:
http://img89.imageshack.us/img89/1972/dsc00398o.th.jpg (http://img89.imageshack.us/i/dsc00398o.jpg/)

Vorzelt gespannt, der potentielle "Wassersack" sieht undramatisch aus, aber wie gesagt, es tropft durch:
http://img687.imageshack.us/img687/3130/dsc00401p.th.jpg (http://img687.imageshack.us/i/dsc00401p.jpg/)

Großaufnahme des Abspannpunktes, der andere ist allerdings gerade nicht gespannt, die Falten sehen also dramatischer aus, als sie es wirklich sind:
http://img706.imageshack.us/img706/8050/dsc00400d.th.jpg (http://img706.imageshack.us/i/dsc00400d.jpg/)

Zu guter letzt: der Eingang zum Gestängekanal für die Größenrelation Stange/Kanal und dafür, wie er angenäht ist:
http://img267.imageshack.us/img267/6749/dsc00404n.th.jpg (http://img267.imageshack.us/i/dsc00404n.jpg/)

auf den Bildern 2 und 3 kann man auch ganz gut erkennen, dass die Stange an den Abspannpunkten ganz hinten im Kanal liegt (helle Kante), sonst vorne. Also wie viel stärker der Stoff an den Abspannpunkten gespannt ist als sonstwo...

Solasimon
26.05.2010, 23:33
Sieht ungefähr so aus wie ich es mir vorgestellt habe - allerdings ist die Anbringung wirklich idiotisch - fast als wäre da einfach was falsch genäht worden - aber es scheint ein Konstruktionsprinzip von Quechua zu sein - ich hab gerade nachgesehen...

Da fällt mir noch ne Möglichkeit ein:
Den Gestängekanal auf der Breite der Stofflappen aufschneiden, diese durch schieben und das Ganze versäubern, damit sollte die Spannung sauberer verlaufen. Ob das ganze dann ideal ist, kann ich dir nicht sagen...
So hast du nen recht kleinen Nähaufwand und alles sollte einfach zu machen sein.

Simon

markrü
27.05.2010, 06:35
Wenn mittig kein Abspannpunkt vorhanden ist (?), würde ich dort einen setzen. Eine Modifikation der existierenden Abspannpunkte halte ich nicht für sinnvoll (Aufwand/Nutzen/Stabilität).

Schnell-Lösung: Trekking-Stock drunterklemmen?

Ich hatte mal ein (ganz anderes) Zelt mit einem ähnlichen Problem. Jetzt habe ich ein Lavvu mit ausschließlich 45°-Wänden. Da kann sowas nicht mehr passieren.


Markus

buntekuh
27.05.2010, 07:03
Sag mal, was genau tropft denn in die Apsis hinein? Ein Wassersack ist zwar kein konstruktionsbedingter Brüller, aber durchtropfen sollte es da auch nicht. Ich stelle mir vor, dass sich da einfach das Kondenswasser sammelt und dann hinuntertropft?

Dekkert
27.05.2010, 08:54
würd mich auch interessieren, wenns nur an der Naht durchtropft, oder Kondens ist, dann kannst du dir aufwändige Basteleien sparen. Leg doch mal Küchenkrepp/Löschpapier oder n Handtuch in eine Schüssel, dann die Stelle vom Zelt drüber und Wasser rein. Und dann ein bissl beobachten, wo und wie da das Wasser durchkommt.

Raus
27.05.2010, 19:46
Ich denke beim Zuschnitt waren die Leute etwas neben der Arbeit, was die konstruktiven Fehler nicht unbedingt verbessert...
Wenn dich nur stört, daß es durchtropft > Nahtdichter drauf.
Wenn die Abdichtung innenseitig nicht reicht, auch von außen.
Sauber abgeklebt sieht das dann auch ordentlich aus wenn man von außen draufschaut.
Ansonsten ist es sicherlich sehr aufwändig den "Wassersack" bzw. das ungespannte Gewebe straff zu bekommen.
Die Idee mit dem Trekkingstock drunter ist mit wenig Arbeit verbunden und funktioniert bestimmt.

muemel
31.05.2010, 15:21
Danke schonmal für die vielen Antworten!

Äh ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, wo das jetzt genau wie reingetropft ist, aber Kondenswasser wars nicht, glaub ich. Das sollte ja auch auftreten, wenns nicht regnet. Und da war das Außenzelt von innen zwar feucht, aber lange nicht so, dass es getropft hätte. Zum Aufbauen und Wasser drüberschütten fehlt mir hier leider der Platz :(

Treckingstock drunterstellen klingt zwar ganz gut, aber 1. hab ich keinen (und brauch auch eigentlich keinen, zumindest bisher) und 2. möchte ich eigentlich nicht, dass da irgendwas mitten im Vorzelt rumsteht.

Die Stofflappen "unter" dem Stangenkanal durchzuziehen (Solasimons Vorschlag) klingt bestechend einfach und elegant, aber falls das das Problem nicht behebt, kann ich meinen "Weg 3" nicht mehr so gut machen, weil es dafür sicher umso besser wäre, auf je weniger Breite ich den Kanal oder auch die Befestigung desselben am Vorzelt unterbreche.

@Raus: warum glaubst du, dass beim Zuschnitt etwas falsch gelaufen ist? Auf mich macht das Zelt, bis auf diese dumme Konstruktion, eigentlich einen sehr gut gearbeiteten Eindruck. Aber mag sein, dass ich da etwas übersehen hab oder auf den Fotos etwas falsch rüberkommt.

buntekuh
31.05.2010, 21:19
Äh ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, wo das jetzt genau wie reingetropft ist, aber Kondenswasser wars nicht, glaub ich. Das sollte ja auch auftreten, wenns nicht regnet. Und da war das Außenzelt von innen zwar feucht, aber lange nicht so, dass es getropft hätte. Zum Aufbauen und Wasser drüberschütten fehlt mir hier leider der Platz :(

Bei Regen gibts wesentlich mehr Kondenswasser am Außenzelt, weshalb es eben doch darauf zurückzuführen sein könnte.

mastersergeant
01.06.2010, 20:13
Hi, die Annahme von "Raus" ist nicht abwegig.
Bei meinem T2ULpro war auch was nicht so sauber.
Bei (relativ) Faltenfreier Abspannung stand das Zelt vorne ca.30cm ab:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1020890.JPG

Nachdem ich den unter dem Zelt verlaufenden Spanngurt um 30 !!! cm verlängert hatte stand das Ding wie ne eins:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1020890a.JPG

Zum optimalen Abspannen habe ich noch vier Laschen angenäht.
Jetzt stehts richtig gut :bg:, hier neben nem Pathfinder:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1030398a.JPG

Die Zelte (meins jedenfalls) sind gut gedacht aber nicht so gut umgesetzt.

Gruß stef

meisterJäger
02.06.2010, 12:08
Wie wäre es den mit solch einer Lösung:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/dsc00398o.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php/photo/12186)

In der Mitte noch einen Abspannpunkt anbringen und jeweils zu den Seiten hin eine kurze Abspannungsleine führen, die in die vorhandene Abspannung greift.