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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [RU] Trekking im südlichen Altai: Aktash, Kuraj Becken, Chibit



Dominik
11.05.2010, 00:29
Land: Russland - Sibirien
Reisezeit: Sommer
Region/Kontinent: Zentralasien

ALTAI 2009

http://web54.w5005.netcup.net/russland_outdoorseiten/11.jpg

Das KurajBecken - traumhafte Kulisse bei leichtem Trekking


Letzten August waren ein paar Freunde und ich im russischen Teil des Altai-Gebirges (http://de.wikipedia.org/wiki/Altai) individuell zum Trekking unterwegs.
Wir möchten euch diese Tour vorstellen, weil wir den Eindruck haben, dass in Deutschland (sowie auch im englischsprachigen Raum) noch relativ wenig Trekking Informationen zu dieser Region vorhanden sind, wobei das Altai definitiv Potential hat, zu DER Trekkingdestination überhaupt zu werden!

Absolut beeindruckende Landschaften, diverse Outdoormöglichkeiten und Schwierigkeitsgrade und ein abenteuerliches Flair was mich manchmal an einen moderen "wilden Westen" denken ließ.
Dem Lonley Planet gibt der Region ein "end of the world feeling" (LP RUSSIA 2009)

http://www.altaireisen.de/images/AltaiRussland.jpg
Quelle: www.altaireisen.de
Da ich im Netz nur wenige Informationen bekommen konnte und mit einer Vielzahl an offenen Fragen ins Altai gereist bin, möchte ich versuchen einen Teil diese Fragen hier zu beantworten. Dies ist also kein Reisebericht im klassischen Sinn, sondern eher ein Infotext.
Fotos sind immer mal wieder verstreut eingebracht und haben keinen direkten Bezug zum Text.

Insgesamt spare ich mir Informationen zu Dingen, die man ebenso bei Wikipedia nachschlagen kann.
Vielmehr soll dies ein Pool von verschiedensten Infos werden. Toll wär es, wenn andere Russlandreisenden hier noch etwas beitragen und ergänzen könnten.

Unsere Reiseroute lief wie folgt ab:
http://web54.w5005.netcup.net/russland_outdoorseiten/Karten_Altai2_1600.jpg

Gliederung:

Allgemeines - Tourismus im Altai?
Anfahrt
Wanderrouten
Gefahren - Alkohol
Sonstiges (Wasser, Polizei, Registrierung, Karten, Bergservice)


Allgemeines - Tourismus im Altai?
Wenn man vom Tourismus im russischen Altai-Gebirge spricht, muss man meiner Meinung nach zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Altais unterscheiden.
So ist der nördliche Teil (bis etwa rund um Gorno-Altaisk) beliebtes und relativ stark frequentieres Reiseziel der russischen Bevölkerung. Es gibt viele Hotels, Blockhausunterkünfte und touristische Angebote.
Nicht zuletzt befindet sich mit 4.506 Metern, die höchste Erhebung - der Mt. Belucha - in diesem Gebiet, welcher ein beliebtes Ziel für Bergsteiger aus Russland ist.

Der südliche Teil (Republik Altai) und damit das in diesem Thread beschriebene Wandergebiet, ist hingegen touristisch kaum bis garnicht erschlossen (obwohl landschaftlich wesentlich reizvoller!), auch wenn mittlerweile immer mehr Trekkingfreunde und Bergsteiger aus der ganzen Welt auf diese Region aufmerksam werden und bewandern.
Insgesamt gibt es kein Wege- oder Hüttennetz wie man es z.B. aus Skandinavien kennt und die Infrastruktur für Wanderer muss man sich größtenteils selbst per Karte und Kompass erarbeiten.
Denoch ist die Region zumindest bei den russischen Bergfreunden ein Begriff und so gibt es eine (wenn auch gruselige) Bergrettungsstation (Gorno-Altaisk), die sich für das Gebiet als zuständig erklärt und einige Bergsteigerangebote im russischsprachigen Raum / Internet.
Ebenso gibt es vereinzelte Wanderwege und wenigstens eine Berghütte in der Region in der wir unterwegs waren.

Auch ist das südliche Altai keine unbewohnte Landschaft. Es gibt hi und da einzelne "Wild-West Dörfer" (wirklich abgelegen!) und diverse Hirtenhütten im gesamten
Gebiet verstreut. Es kann beim Wandern also durchaus passieren dass man auf Einheimische trifft – und darauf sollte man sich einstellen.

Landschaftlich bietet die Region grandiose Bergketten, riesige Wälder und Steppen.
Alleine die Autofahrt in dieses Gebiet ist ein unvergessliches Erlebnis.

Insgesamt ein Traum für abenteuerlustige Trekkingfans!
Wer ein noch jungfräuliches Wandergebiet der Erde kennenlernen, was vermutlich in den nächsten Jahrzehnten boomen wird sollte sich schleunigst
auf den Weg machen.
Für mich war das Wandern dort ein Highligth und stellt ein unvergessliches Erlebnis mit einem ganz besonderem Charme dar.

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Landschaft zwischen 1. und 2. Zeltnacht

Anfahrt:
Dies war eine der spannensten Fragen während der Vorbereitung - wie kommt man in den südlichen Teil des Altais? :-) (Bis Gorno-Altaisk kommt man relativ problemlos mit dem Bus von Barnaul. Lonley Planet hilft hier wie immer gut aus! Daher hier keine nähere Beschreibung)
Unser Startpunkt sollte Aktash sein.

Wir haben versucht im Vorfeld ein "Trekking-Unternehmen" zu engagieren, dass uns zur geplanten Stelle bringen sollte (im Netz gibt es
verschiedene russischsprachige Internetangebote zum Thema Trekking im Altai! Telefonkontakt einfacher als eMail! z.B. http://www.altai-tour.ru/)

Im Endeffekt haben wir uns jedoch gegen eine gebuchte Autofahrt entschieden, da wir im Grunde von allen Unternehmen die Info bekommen haben, dass
es vor Ort (d.h. die letzte Stadt Gorno Altaisk) genug Taxifahrer gibt, die einen "überall" hinbringen würden.
Ob das "Überall" stimmt, kann ich nicht beurteilen. Wahr ist jedoch, dass es in Gorno Altaisk einen riesigen Taxiplatz gibt, an dem man Taxis
für diverse spontane Fahrten finden kann.
Der Punkt ist, dass im Grunde nur eine Straße, der Chujskij Trakt (M 52), ins südliche Altai führt und diese relativ stark frequentiert ist.
An dieser Straße liegen vereinzelte Dörfer, welche von Bussen regelmäßig angefahren werden. Auch wenn auf der Karte ein Dorf in 300km Entfernung zu sehen ist, hindert das die Einheimische nicht mal eben dort hin zu fahren.
Entfernungen werden hier, wie in vielen Ländern der Erde, völlig anders als in Deutschland wahrgenommen.

Wir haben unsere Fahrt einen Tag vorher mit unserem Fahrer abgestimmt (auf Karte gezeigt, wo es hin gehen soll) und sind für kleines Geld 300 km weit südlich gebracht worden.
Für die Rückfahrt hatten wir mit dem selben Fahrer einen Abholtermin abgesprochen.
Diese Rückfahrt ist jedoch nicht zustande gekommen, weil der Fahrer seine Preise dermaßen hoch geschraubt hat, dass wir die Fahrt gecancelt haben.
Wir sind trotzdem zurück gekommen - fragt mich nicht wie. Längere Geschichte, hier zu lang..vielleicht mal an nem Lagerfeuer..;)

Im Endeffekt würde ich sagen, erreicht man ohne Probleme alle Dörfer des südlichen Altais die an der M-52 liegen. (Mit Ausnahme der Grenzregion!)
Von diesen Dörfern aus bestehen bereits wesentliche Einstiegpunkte für herrliche Touren!

Preislich können die Fahrten je nach Fahrer stark variieren. Die günstigste Fahrt brachte uns für 10 Euro pro Person aus dem Altai zurück nach Gorno Altaisk, was immerhin mehr als 300 km sind!

Ebenso ist es kein Problem zurück zu kommen - Die täglichen Bustermine stehen sogar im Lonley Planet! (In Gorno Altasik jedoch nochmal informieren!!)
Exotischere Ziele sollte man mit "Trekking-Unternehmen" absprechen. (Englischsprachige Unternehmen haben wir leider nicht gefunden)

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Schon kitschig schön - Aussicht am ersten See hinter dem 3. Lagerplatz

Wanderrouten:
Wie schon beschrieben, gibt es im Altai einen Bergrettungsservice und ein paar Wanderwege.
Fakt ist jedoch auch, dass es im Netz so gut wie keine Infos zu diesen Wegen gibt. Vermutlich gibt es diese zwar in der russischsprachigen Literatur..da habe ich jedoch
keine Erfahrung.
Im deutschsprachigen Raum beinhaltet der Reiseführer "Sibirien: Moskau, Transsibirische Eisenbahn, Ulan-Ude, Jakutien, Wladiwostok, Kamtschatka, Westsibirien, Ekaterinburg, Altai, Irkutsk, Baikalsee" (http://www.amazon.de/Sibirien-Transsibirische-Wladiwostok-Westsibirien-Ekaterinburg/dp/3866869533/ref=sr_1_12?ie=UTF8&s=books&qid=1273517740&sr=8-12)einige Tourenvorschläge - wenn auch im Vergleich zu anderen Wanderführern m.M.n. relativ unprofessionell
beschrieben. :lol:

Im Moment heißt es eher, alle Infos zusammenkratzen die man finden kann! Die Infos sind noch ausgesprochen rar!

Wir haben unsere Route hauptsächlich nach einer Tour geplant, die es auf einer der wenigen deutschen Internetseite zu diesem Thema zu finden gab und in einem Gebiet liegt, welches ein Professor unseres Institutes für Geographie erforscht:-).

Das Gebiet eignet sich in der Tat hervoragend für bestes Trekking!!
Man kann die Touren in diesem Gebiet so gestalten, dass selbst Trekkingunerfahrene technisch / körperlich locker klarkommen. Aber auch für anspruchsvollere Touren bietet der Raum einige krasse Berge. Ich denke für jeden ist etwas dabei.
(Trotzdem sollte man bereits Erfahrungen mit mehrtägigen Trekkingtouren haben!)

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Gefahren - Alkohol:
Ich habe diesen Punkt ganz bewusst aufgeführt, da wir während unserer Tour ein paar Mal Situationen mit stark betrunkenen Menschen erlebt haben.
So hatten wir z.B. mehrmals während unserer Tour nächtliche (!) Besuche von betrunkenen Menschen - und das in Gebieten wo man keinen Menschen erwartet. Jedes mal war ich glücklich russisch sprechende Freunde zu haben die die Situation irgendwie entschärfen konnten.
Keine Frage - solche Situationen sind gruselig und greifen die Ängste auf, die wir in unserem westlichen Denken von Russland offenbar haben.

Ich möchte keine Ängste schüren, möchte aber auch nichts verharmlosen.
Wer ins Altai fährt, sollte sich einfach bewusst sein, dass Alkohol ein massives Problem in Russland ist und man dies auch im Altai zu spüren bekommt.

Insgesamt warne ich dringend davor, in der sichtbaren Nähe eines Dorfes zu campen! Seht einfach zu, dass ihr bereits in der ersten und letzten Zeltnacht ausreichend weit weg von Dörfern seid!

Ebenso ist es absolut empfehlenswert russisch sprechende Mitreisende dabei zu haben.
Nicht die An- und Rückfahrt ins Altai stellt ein sprachliches Problem dar (Hände und Füße gehen immer), sondern es ist einfach ein Sicherheitsfaktor der nicht zu unterschätzen ist!

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Sonstiges (Klima, Wasser, Polizei, Registrierung, Karten, Bergservice)

Klima:

http://www.klimadiagramme.de/Asien/Plots/altai_m.gif
(Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Asien/altai_m.html)
Wir waren im September vor Ort und konnten deutliche Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht erleben.
Ein Schlafsack bis -10 Grad war nicht für alle unserer Gruppe ausreichend.
Während des Tages war es meist jedoch trocken und ausreichend warm. Ich würde es als bestes Wanderwetter beschreiben ;).

http://web54.w5005.netcup.net/russland_outdoorseiten/19.jpg

Das Kuraj Becken ist eine relativ trockene Gegend (leider keine Niederschlagsdaten vorhanden - trockenes Steppenklima), in der man bei der Tourenplanung auf Wasserressourcen achten sollte. Bei der Tour, die wir gewandert sind, kommt man in der Regel täglich mindestens einmal an Flüssen vorbei! Wichtig ist zumindest in der Nähe der Dörfer vernünftige Entkeimungstabletten dabei zu haben.
Oftmals werden auf den Steppen Pferde und Schafe gehalten, sodass umliegende Flüsse für den Menschen verunreinigt sind. Auf unserer Tour hat das einer Mitreisenden die ersten Tage ganz schön vermiest..:(

Polizei:
Ich habe bei meinen bisherigen Russlandbesuchen glücklicherweise noch keine Erfahrung mit der Polizei gesammelt. Allerdings kenne ich verschiedene Personen, die bereits mit dem korrupten System der Staatshüter vertraut gemacht wurden.
Wenn Dokumente gefordert werden, so gebt zunächst Kopien davon heraus! Diesen Tip habe ich mittlerweile mehrfach gehört – unter Umständen dauert es sonst lange, bis man wieder an seine Originale herankommt.


Karten:
Grundlegendes und kostenloses (legales) Kartenmaterial bekommt man unter
http://en.poehali.org/maps Damit lässt sich bereits ordentlich wandern. Gletschertouren würde ich aufgrund des Alters der Karten jedoch nicht empfehlen.
Für aktuelles Kartenmaterial schreibt mir ne PM...
http://web54.w5005.netcup.net/russland_outdoorseiten/6.jpg

Registrierung:
Obschon es 2007 eine Gesetzeslockerung hinsichtlich der Registrierungspflicht in Russland gab, ist es jedoch gerade für Wanderer immernoch eine der Unsicherheiten auf Tour und ist durchaus lästig. (siehe unten).

Das aktuelle Gesetz schreibt vor, dass sich alle Reisenden registrieren lassen müssen, sobald sie länger als 3 Werktage an einem Ort sind.
Das heißt nichts anders, als dass man sich am jeweiligen Ort einen Stempel auf seinen Registrierungszettel (bekommt man bei der Einreise – besser nicht verlieren!) setzen lässt.
Laut Gesetz darf mittlerweile jedes Hotel/Hostel diese Registrierung stempeln, wobei jedoch noch nicht überall in Russland die Gesetzesnovelle angekommen ist. D.h. noch nicht jedes Hotel gibt unbedingt eine Registrierung raus.
Weitere Infos hierzu finden sich gut georndert auf folgender Seite:
http://www.russland-visum.de/in-russland/registrierung-russland-visum.php

Problematischer ist, dass Wanderer im Gesetz nicht bedacht (?) wurden.
Wer wandert ist sicherlich mal länger als 3 Werktage an „einem Ort“ – jedoch nicht unbedingt in der Nähe eines Hotels!
Was also machen?

Es gibt kein Patentrezept auf diese Frage.
Wir haben uns dort registriert, wo wir mussten und wo wir konnten. Wenn es keine Möglichkeit gab, haben wir es einfach gelassen.
So hat man natürlich Lücken in seinem Pass die einem unter Umständen bei Polizeikontrollen zum Verhängnis werden können, aber nicht müssen (Sprachkenntnisse von Vorteil ;-) )
Ob alle Hotels mit diesen Lücken klar kommen, kann ich auch nicht sagen. Ein einziges Mal war es in Gorno Altaisk in einem Hotel relativ tricky einen Stempel zu bekommen – ohne Russischkenntnisse hätte das vermutlich nicht geklappt. (Dort war eben die Novelle noch nicht angekommen..)
Als Wanderer könnte man bei Fragen an der Grenze argumentieren, dass man sein Zelt nirgends länger als 3 Tage hat stehen gelassen.
Ob dies funktioniert, weiß ich aber nicht.

Der Lonley Planet empfielt für das Altai von seiner Visaagentur ein sogenanntes Khodataystsvo erstellen zu lassen. Das ist im Grunde eine Liste, die anzeigt, wo man sich z.B. im Altai aufhalten wird (z.B. das Dorf des Startpunkts der Wandertour - Aktash).
Wir haben uns diese Liste ebenfalls erstellen lassen und sind damit gut gefahren. Ob es noch wirklich nötig ist, konnten wir nicht rausfinden (auch nicht unsere Visaagentur).
WICHTIG:
Es gibt einige Regionen im Altai (z.B. Grenzregion) für die man eine spezielle Permit benötigt!


For Altai mountains, the following popular destinations are situated within border zone:

* Mt. Belukha area (trekking, mountaineering, horse riding)
* Ukok Plateau (archaeological sites, fishing, trekking)
* Altai Range, South Chuya and Katuski (Jazator village, Argut river) Ranges from the South (mountaineering, trekking, rafting, horse riding, archaeological tours)

What is possible to visit without entering the border zone (so, to prepare to the trip in a resonable advance):

* Aktru area (Northern Chuya Range), Maashei Gorge and Kurai Range (trekking, mountaineering, horse riding and archaeological sightseeing) - most developed facilities for such a remote place here.
* Multa Lakes area (Western part of Northern Chuya range)
* Chuya, middle Katun, Chulyshman, Bashkaus rivers- rafting, fishing, archaeological sightseeing
Teletskoe lake
* Shavlo Lakes (Katunskiy Range)- trekking, horse riding:
* Beltyr village area (trekking, archaeological sightseeing, horse riding)

(Quelle: http://www.adventuretravel.ru/eng/)


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Ebenso sollte im Voucher (Beizettel beim Visaantrag) das Altai aufgeführt sein!

Bergservice (zur Anmeldung von Touren etc.)
Der Bergservice von 2009 war so eine Sache. :roll:
Das Büro für den Bergrettungsservice des südlichen Altais liegt in einem Hinterhof mitten in Gorno Altaisk und war bei unserer Tour nicht als solches zu erkennen (durch die Telefonnummer hatte unserer Taxifahrer die Adresse ausgecheckt).
Der einzige Mitarbeiter der Ladens war bei unserer Ankunftt ausserdem dermaßen betrunken, dass er unsere geplante Route nur imaginär in sein Notizbuch schrieb!(!) Er meinte aber, dass er sich unsere Tour merken würde.. insgesamt würde ich sagen, ignorierte er uns eher.
Auf unser drängen meinte er, dass „er die Fragen stellen würde und wir nur antworten sollten“...:o

Ich weiß nicht, ob der Laden immer so unprofessionell geführt wird oder wir nur einen schlechten Katertag erwischt haben. Die Telefonnummer ist jedenfalls +7 (8) 388 2222 914
ihr könnt euer Glück ja mal versuchen ;-)

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Zum Schluss noch ein paar Eindrücke der Tour

Bei Fragen einfach schreiben! :D

Ein herzliches Dankeschön nochmal an dieser Stelle an Helmut Uttenthler,
Flosi79 und dwell für die Unterstützung während der Planung!

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Fotos: anruether, Dominik
photoandi.de (http://photoandi.de/wordpress2/)
weitere Russlandbilder (http://photoandi.de/wordpress2/?cat=5)

Gassan
11.05.2010, 01:06
Einer der besten und ausführlichsten Reiseberichte die ich hier je gelesen habe.

Ein herzliches Dankeschön. Die Infos sehe ich als überaus nützlich an da ich auch mal in der Region sein werde.

volx-wolf
11.05.2010, 08:34
Super!
Sehr ausführlich und informativ.
Danke!

Gibt es denn noch ein paar persönliche Geschichten von der direkten Wanderung im Gebirge - so abseits der (sehr guten) Allgemeininformationen.?

willo
11.05.2010, 08:50
Tausend Dank. Wollen dieses Jahr in den Altai und sind gerade am planen. Kommt daher genau richtig...

Kannst Du evtl. vorhandenes Material mal mit auf Camp bringen?

Grüße,
Heiko

peter-hoehle
11.05.2010, 09:06
Ein sehr informativer Bericht. 5sterne
Ein Bekannter von mir war vor einigen Jahren
am Baikalsee und im Atlai.Dort sind sie von
bewaffneten Reiten am Weiterlaufen gehindert
worden.Obwohl sie russische Freunde dabei hatten,
mussten sie wieder umdrehen.
Die Landschaft ist aber einzigartig.Das Problem
ist eben ein Teil der Bevölkerung.

Gruß Peter

Dominik
11.05.2010, 11:32
Gibt es denn noch ein paar persönliche Geschichten von der direkten Wanderung im Gebirge - so abseits der (sehr guten) Allgemeininformationen.?
Ja, da soll noch was nachkommen. Ein Tagebuchauszug einer Mitreisenden wird derzeit noch klar gemacht.



Kannst Du evtl. vorhandenes Material mal mit auf Camp bringen?
Alles klar, bringe Kartenmaterial mit.



Dort sind sie von
bewaffneten Reiten am Weiterlaufen gehindert
worden.Obwohl sie russische Freunde dabei hatten,
mussten sie wieder umdrehen.
Weißt du, wo genau das war?

Grüße
Dom

peter-hoehle
11.05.2010, 12:16
Weißt du, wo genau das war?

[EDITH] Etwa 100 km nordwestlich von Aktash

Gruß Peter

Dominik
11.05.2010, 12:45
Hmh..okay.
Das ist jetzt - uns eingeschlossen - schon der vierte Bericht, dass es zu unangenehmen Situationen kommen kann.
Es ist daher vermutlich sinnvoll sein Zelt nicht in Fahrspurtnähe (es gibt öfters mal Schotterpisten, die von Waldarbeitern genutzt werden) aufzustellen.
Sich im Grunde also verstecken...

Dom

willo
11.05.2010, 13:14
Mal ehrlich: ist das ein russisches Phänomen? In Deutschland und Schottland hatten wir auch immer besoffene Jugendliche die uns genervt haben, allerdings wurde es nie richtig brenzlich...

Dominik
11.05.2010, 13:23
Ich glaube das Unangenehme ist primär, dass man die Sprache nicht versteht und dass es eben keine Jugendlichen sind!
Ich habe nirgendswo bei meinen bisherigen Reisen so dermaßen krass besoffene Erwachsene gesehen. (Aber nicht nur im Altai, sondern auch in der Transsib etc.)

Wiegesagt, ich will keine Ängste schüren. Aber bewusst sein sollte man sich dieser Problematik schon.
Abhalten, diesen wunderbaren Fleck Erde zu bereisen, sollte es einen allerdings nicht.

Grüße
Dom

Libertist
11.05.2010, 14:06
Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Ich selbst interessiere mich auch sehr für eine längere Trekking-Tour in diesen Breiten. Möglicherweise wird es mich im Sommer 2011 für 2 Monate oder mehr dahin verschlagen, wobei mein Interesse eher dem Ost-Sajan in Russland und dessen südlichen Ausläufern in der Mongolei (bis und um den Chöwsgöl Nuur) gilt. Wenn es so weit ist, werde ich vorab sicher ähnliche Schwierigkeiten mit dem Informationsmangel haben. Aber dein Reisebericht macht mir Mut. Danke!

Edit: Wie lange wart ihr denn überhaupt im Altai (ich hoffe, ich hab nichts überlesen)? Und wie funktioniert die Nahrungs-Beschaffung? Kann man in den Dörfern Proviant einkaufen? Ich denke eben gerade an eine mehrwöchige bzw. -monatige Reise.

Dominik
11.05.2010, 14:17
Wie lange wart ihr denn überhaupt im Altai (ich hoffe, ich hab nichts überlesen)? Und wie funktioniert die Nahrungs-Beschaffung? Kann man in den Dörfern Proviant einkaufen? Ich denke eben gerade an eine mehrwöchige bzw. -monatige Reise.
Wandern waren wir dort 8 Tage - also recht kurz.
Verpflegung hatten wir für diesen Zeitraum bereits in Deutschland größtenteils eingekauft.

2 unserer Gruppe kamen jedoch aus China (durch die Mongolei) und haben sich nocheinmal in Gorno Altasik mit Nahrungsmitteln eingedeckt.
Auch in den kleineren Dörfern findet man meist noch einen Tante Emma Laden mit den wichtigsten Nahrungsmitteln.
2 Monate wandern ohne Kontakt zu Dörfern ist in dieser Region schwierig.

Grüße
Dom

Libertist
11.05.2010, 14:24
Auch in den kleineren Dörfern findet man meist noch einen Tante Emma Laden mit den wichtigsten Nahrungsmitteln.
2 Monate wandern ohne Kontakt zu Dörfern ist in dieser Region schwierig.


Gehören Müsli-Riegel, Spaghetti, Müsli und Milchpulver in der Gegend zu den wichtigsten Nahrungsmitteln? :roll:

Dominik
11.05.2010, 14:26
Hehe..
Nudeln, Reis und Gemüse und Obst sowie verschiedene Süßigkeiten bekommt in den Dörfern ohne Probleme.
Müsli müsste - wenn ich mich nicht irre - auch möglich gewesen sein (auf jeden Fall aber in Gorno Altaisk). Da kann ich mich aber auch gerne nochmal informieren.

Milchpulver sieht imo mau aus ;)
Grüße
Dom

Libertist
11.05.2010, 14:32
Dann gibts am Morgen Müsli mit Wasser, tagsüber Süßigkeiten und Müsli mit Wasser und am Abend Nudeln oder Reis. Danke, passt! :bg:

Menelaos
11.05.2010, 19:14
Super Bilder, Dom. Kenn sie ja schon, aber immer wieder super!

fjellstorm
11.05.2010, 19:24
well done. Endlich mal eine Reisebericht von diesem Teil der Erde. Die Gegend schaut vielversprechend aus, und die sind Infos definitiv gut.Vielen Dank!!

Was micht etwas stutzig macht, sind diese bürokratischen, scheinbar willkürlichen 'Registrierungszettel'.Visum schon klar, aber diese willkürliche Stempelbürokratie? Das wusste ich gar nicht..

Gut fand ich auch, dass du auf die Verständigungsproblematik bzw Problematik mit der einheimischen (betrunkenen) Bevölkerung eingegangen bist, anscheinend auch ein Aspekt den man bei der Planung beachten sollte.


Milchpulver sieht imo mau aus

Dann gibts am Morgen Müsli mit Wasser
..kakaopulver allein tuts auch, bringt etwas Süße und ein wenig geschmack rein..

Mika Hautamaeki
11.05.2010, 22:05
Sehr guter Reisebericht, da er wirklich die wichtigen Infos, über die man im ersten moment nicht nachdenkt, die dann aber bei der Planung auftreten, zusammenfasst. Und die Fotos sind die absolute Macht! Vielen Dank5sterne

NeverSummer
11.05.2010, 23:16
Danke, toller Bericht

crunchly
17.05.2010, 11:40
Hallo,

toller Bericht und super Bilder die wirklich Lust machen auf die Region :bg: Darf man fragen was die ganze Reise gekostet hat? Also An- und Abreise ohne Verpflegung?

Kati79
17.05.2010, 12:51
Wir planen diesen Sommer 3 Wochen von Ende Juli bis Mitte August in den Altai zu fahren und suchen noch nach Mitreisenden, mit Vorliebe solchen, die Russischkenntnisse haben.

Wir, das sind Ixylon, Willo und ich. Wir planen die An- und Abreise mit Flugzeug über Barnaul oder Novosibirsk und wollen dann eine lange Trekkingtour machen, so um die 10 Tage rum und dann noch kleinere Touren von 1 bis 4 Tage.

Uns wäre es natürlich am liebsten, wenn wir die Mitreisende Person/en schon kennen, damit es halbwegs passt. Körperliche Fitness, ist auch wichtig, damit das Tempo nicht so unterschiedlich ist.

Interessierte sollten sich so schnell wie möglich melden, da wir heute die Flüge buchen wollen.

Grueni
17.05.2010, 20:21
Hey, tolle Informationen =) Vorallem die Bilder haben es mir echt angtan :D
Aber das bestätigt meine Gedanken: Man sollte immer zumindest Teile der Sprache können die in dem zu bereisenden Land gesprochen wird !

Für mich ein Punkt den viele meist außen vor lassen, vorallem man dadurch viele Vorteile bekommt.

Nochmal eine Frage: Wie dicht liegen denn die Dörfer beieinander ? Also kann man diese leicht umgehen, im Bezug auf die nächtliche Unruhe ?

Dominik
17.05.2010, 20:38
@ chrunchly,

ich muss dazu nochmal meine Unterlagen genau checken. Versuche bis morgen die Antwort zu haben.

@ Grueni,

die Dörfer liegen schon recht weit auseinander und die Wanderroute berührt nur am ersten und letzten Tag jeweils ein Dorf.
Kommt natürlich auch auf die Tourenplanung an. Man kann auch näher an der Straße und somit in tendenzieller Nähr zur "Zivilisation" bleiben.

Allerdings gibt es eben auch die Hirtenhütten. Dort haben wir z.B. eine Gruppe von 4 Männern getroffen, die dort leben.
Diese sind dann ebenfalls Nachts mal an unsere Zelte gekommen - obwohl deren Hütte nicht in unserer Nähe war.

Grüße
Dom

Grueni
17.05.2010, 20:46
Okay, also sollte man tendenziell eher Abstand halten ?
Schade eigentlich das Alkohol dort so ein Probelm ist, aber wie du sagst, davon sollte man sich nicht abhalten lassen :)

luckyloser
21.05.2010, 01:30
danke für diesen SUPER Reisebericht!!

da kann ich kaum noch erwarten wenns bei uns in einem monat nach russland geht!!

grüße

willo
21.05.2010, 08:26
Fahrt Ihr auch in den Altai? Bei uns geht es Ende Juli los...

Nammalakuru
21.05.2010, 19:35
Großes Kino! Hohe Detailierung und super zur Vorbereitung geeignet. Tausend Dank für die Mühe! Wenn die Landschaft nur halbsogut ist wie auf den klasse Fotos ...

5sterne

Beste Grüße,
Nam

luckyloser
12.06.2010, 15:51
Fahrt Ihr auch in den Altai? Bei uns geht es Ende Juli los...

Hi!
Wir werden uns zwischen dem Uralgebirge und dem mittelsibirischen Bergland herrumtreiben. Also im westsibirische Tiefland, so heist das glaube ich genau.

Los geht in der ersten Augustwoche...

Grüße

torus
02.08.2010, 23:32
super bericht der nicht nur in sachen eröffnung neuer horizonte maßstäbe setzt, vielen dank!

willo
18.08.2010, 07:16
Bin jetzt wieder von einer drei wöchigen Tour durch den Altai zurück (davon 12 Tage reines Trekking) und hab meine Erfahrungen und Recherchen mal in den Wiki-Artikel eingepflegt. http://www.outdoorseiten.net/wiki/Altai

Ein ausführlicher Reisebericht mit vielen Fotos folgt natürlich noch. Aber schonmal vorweg: Es war gigantisch und auch ohne jegliche Russischkenntnisse haben wir alles ohne Vorbuchungen aus Deutschland problemlos geschafft und Alkis haben wir beim Zelten auch nie gesehen. Wetter war perfekt (manchmal zu heiss).

Bassmeister
24.09.2010, 21:35
Das weckt Fernweh! :cool:
Alkohol soll dort auch manchmal helfen, etwaige Unstimmigkeiten mit der Staatsmacht zu entkrampfen...

willo
24.09.2010, 23:26
Das halte ich für ein absolutes Gerücht. Der einzige Kontakt mit der Staatsmacht war auf der Visabehörde. Dort haben allerdings (wie im gesamten öffentlichen Leben) nur Frauen gearbeitet, die sich sicher nicht für Alkohol interessiert haben.

Ansonsten haben wir auf der gesamten Tour inkl. der Städte nie Probleme mit irgendwelchen offiziellen Stellen gehabt. Zu keiner Zeit hat sich je ein Polizist oder Soldat - die wir auch nicht häufiger als in D gesehen haben - für uns interessiert.
Wir hatten ein gültiges Visum und somit das Recht uns (bis auf weniges Ausnahmen die uns aber bekannt waren) im größten Land der Welt frei zu bewegen und haben davon auch wie selbstverständlich Gebrauch gemacht. Wir sind über 3000km Bus und Taxi bis zum Mittelpunkt Asiens gefahren, ohne eine einzige Kontrolle. Ich würde behaupten, dass das in Mitteleuropa, trotz Schengen, eher schlecht möglich wäre.

Climbtom
12.01.2011, 22:31
Super Bericht, Super Bilder!

weisseruebe
12.01.2011, 22:39
Wow, ein toller Bericht mit atemberaubenden Bildern!
Da will ich auch noch hin!

Bei meinen bisherigen Russland-Reisen (2000 und 2007) habe ich mich nur ganz zu Beginn einmal registriert und danach nie wieder. Hat bei der Ausreise keine Probleme gemacht.
2000 sind wir im Ural in eine gesperrte Stadt geraten (Nischni Tagil). Da war es ein Problem, dass wir keine Registrazia hatten. Aber die haben wir dann in Ekaterinburg im Hotel bekommen und seitdem war alles problemlos.
Aber diese Unsicherheit hat mich genervt.

Dongping
04.06.2011, 15:23
Hi Dominik!

Ich habe mit Spannung deinen Artikel gelesen und muss dir wirklich fuer den tollen Bericht danken. Ich befinde mich derzeit noch in Taiwan, da ich hier ein freiwilliges sozials Jahr leiste. Ab Juli moechte ich dann aber zurueck nach Deutschland reisen;
zuerst durch China, dann ab in die Mongolei und von dort aus ueber Russland in die EU.
:cool:

Ist es nicht irgendwie moeglich von der Mongolei aus ueber die Grenze nach Tauahta
einzureisen und von dort aus durch das Gebirge zu touren?
Du sagtest in deinem Bericht etwas von besonderen Bestimmungen...
Ueber Antworten waere ich sehr dankbar!

Tobi ;-)

Kati79
06.06.2011, 15:42
Du kannst alle aktuellen Bestimmungen auf den Internetseiten des Auswärtiges Amts nachlesen. Es kommt ganz darauf an, durch welche Länder du willst. Du brauchst für die meisten ein Visum und in Russland musst Du Dich dann auch noch registrieren lassen. Außerdem bekommt man das russische Visum auch nur mit einer Einladung aus dem Land. Sowas kann man sich aber entweder online besorgen oder in einem Reisebüro. Vielleicht ist es auch ganz anders, wenn man nur auf der Durchreise ist.

Wir haben für das Trekking im Altai ein Visum und eine Registrierung gebraucht, die echt schwer zu bekommen war. Steigt man in Hotels ab, ist es kein Problem. Da bekommt man seinen Stempel. Für bestimmte Grenzregionen im Altai hätte man zusätzlich noch ein Permit gebraucht, damit man sich in der Grenzregion zur Mongolei z.B. aufhalten darf. Ob Du das brauchst, hängt von Deinen Plänen ab.

Dominik
06.06.2011, 17:43
@ Tobi,

grundsätzlich ist es machbar. Ein Tourenpartner von mir, ist ebenfalls von China durch die Mongolei ins Altai zu uns gereist.

Kati hat bereits das wesentliche zusammengefasst. Du wirst dein russisches Visum vermutlich über eine Agentur laufen lassen.
Frag dann nach einem Khodataystsvo nach (auch wenn es das eigentlich nicht mehr gibt, sind die Behörden in Russland noch nicht überall auf dem aktuellen Stand..)! Damit bekommst du u.U. die Registrierungen vor Ort einfacher...

Viele Grüße
Dominik

willo
06.06.2011, 18:52
Aus meiner Erfahrung würde ich die Registrierung vor Ort einfach sien lassen. Das interessiert niemanden. Nichtmal bei der Ausreise wollte das jemand wissen und die entsprechenden Formulare aus unserem Pass wurde routinemäßig sofort und ungelesen in den Papierkorb geworfen.
Das Permit für die Grenzregion brauchst Du nur, wenn Du abseits der Straßen in der Region unterwegs sein willst. Imho ist das Permit aber nicht zu bekommen.

Dongping
07.06.2011, 02:21
Vielen Dank für die Hilfe!

Also die allgemeine Visabürokratie ist natürlich bereits am Laufen. Das Touristenvisum
für China und die Mongolei ist bereits eingetroffen, nur auf das für Russland warte ich noch.
Natürlich habe ich auch schon intensiv das Internet zu diesem Thema durchforstet,
ich habe allerdings keine konkreten und verlässlichen Infos aufindig machen können.
Aber wenn die Grenzüberschreitung grundsätzlich funktionieren sollte und ich ein Touristenvisum besitze, wäre es sicher einfach grandios.
Ich würde dann die Grenzen überwandern, oder ggf. mit einer Mitfahrgelegenheit
passieren und hätte anschließend 2 Wochen zum Wandern in der Russischen
Altai...mir ist vollkommen klar, dass es auch noch eine Menge an Vorbereitungen bedarf, aber ich bin körperlich fit und auch nicht ohne Trekkingerfahrung...

Falls ihr noch Informationen oder Hinweise für mich habt bin ich natürlich sehr dankbar!

Tobi ;-)

willo
07.06.2011, 07:30
Sollte alles kein Problem sein, solange Du nicht in der Grenzregion trekken willst. Also Grenze per Fahrzeug passieren, Grenzregion mit dem Fahrzeug verlassen und dann trekken.

Kennst Du schon das hier: http://www.outdoorseiten.net/wiki/Altai
und das: http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?45641

Dongping
09.06.2011, 15:27
Ok,

da muss ich nur noch auf eine Mitfahrgelegenheit warten^^
Dafuer muss ich wahrscheinlich auch gut Zeit einplanen, da die M52 sicher
nicht stark frequentiert ist!
Was mich noch stark interessieren wuerde ist, ob man Fische erbeuten kann!?
Ich habe auf einem Foto eine Angel ausmachen koennen :)
kam diese zum Einsatz?
Schliesslich gibt es nichts Besseres, als ein frisch gebratener und selbst gefangener
Fisch :)

Kati79
09.06.2011, 18:27
Also wir haben weder geangelt, noch Fische gefangen. Die M52 ist gar nicht so wenig befahren. An mehr als 10 Minuten ohne Fahrzeug, kann ich mich nicht erinnern. Ab Aktash fährt aber auch ein Bus. Bis dahin ist aber n Stück von der Grenze aus.

willo
09.06.2011, 18:32
Wenn ich recht erinnere gab es auch einen Bus bis genau an die Grenze.
Wenn Du Russisch kannst, ist hier der Busfahrplan aus Gorno Alataisk:

http://img.album.de/files/images/screen/182/18223013870509.jpg
20100813-Russland Altai-8 von Baryt - Album.de (http://www.album.de/bild/1822301/20100813-russland-altai-8.cfm)

hier in Originalgröße:
http://www.album.de/bild.cfm?action=act_images_details&imageID=1822301&albumID=56682&type=original

AltaiFan
20.07.2011, 13:50
Hallo Leute,

ich finde es Interessant, dass sich viele für Altai interessieren.
Ich bin öffters dort und kann nur diese unglaubliche Naturlandschaft bestätigen.
In 2 Wochen fliege ich wieder dahin und mache eine 8 tägige Trekkingtour. Start ist im Dorf Aktash und geht Richtung Mongolei Grenze.
Wenn ich jemandem paar Infos geben soll, könnt Ihr mich anschreiben. Ein paar Fotos setze ich naher rein. Ich spreche selber russisch und bin am überlegen, da die Nachfrage doch relativ gestiegen ist, solche Trekkingtouren ins Altaigebirge anzubieten.
Ich habe Verwandte in Barnaul, die mich dabei unterstützen und die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellen. Ich treffe mich dort mit Leuten, die sich in der Gegend sehr gut auskennen und viele Wanderrouten kennen. Ich würde mich freuen, wenn ich jemandem nützliche Infos geben kann. Ich bin der Meinung, dass dieser Teil der Erde noch erkundet werden muss. Wenn sich genug Interessente finden, werde ich natürlich alle nötigen Informationen für so eine Reise zur Verfügung stellen.

VG aus Hamburg

Dominik
26.07.2011, 10:57
Ich habe auf einem Foto eine Angel ausmachen koennen
kam diese zum Einsatz?
Schliesslich gibt es nichts Besseres, als ein frisch gebratener und selbst gefangener
Fisch
Viele der Bäche sind mit Gletscherwasser gefüllt und ziemlich kalt. Ein Angelparadies ist es meiner Erfahrung nach nicht (rein auf die Region des Reisebereichts bezogen!). Ich habe lange gebraucht, bis ich einen Fisch an der Angel hatte...
Umliegend gibt es aber einige Seen und Flüsse die auf russischen Karten (erhältlich in Gorno Altaisk) als Angelgewässer gekennzeichnet sind.

Grüße
Dom

Johannes2801
26.07.2011, 20:20
Wenn man so unregelmäßig wie ich im Forum unterwegs ist, ist es immer wieder schön, wenn alte Reiseberichte aus der Versenkung auftauchen, die man damals verpasst hatte.

Vielen Dank (mit Verspätung) von mir auch noch mal für die interessanten Infos und die unglaublichen Bilder. Und schön, "mein" Zelt schon mal probeweise vor so einer Kulisse zu sehen. ;-)

Ich habe den Altai auch seit einiger Zeit auf dem Schirm für eine Tour. Aber aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse hätte ich mich dabei doch eher an einen Anbieter gehalten. Aber wenn es bei mir so weit ist, komme ich bestimmt noch mal mit konkreten Fragen vorbei. Bis dahin trage ich nichts sachliche an dieser Stelle bei und wollte nur meine Begeisterung kundtun. :bg:

willo
26.07.2011, 20:25
Man kann da auch locker ohne Guide und Sprachkenntnisse hin.

Dongping
16.08.2011, 09:18
Hallo!

Ich befinde mich gerade in Ulangom, ein Dorf in der mongolischen Altai. Wir wohnen
bei freundlichen Einheimischen, befor wir uns dann Uebermorgen mit gemieteten Pferden
weiter Richtung russische Grenze vorarbeiten. =)
Ab Tsanganuur werden wir dann per Anhalter nach Russland einreisen. Wisst ihr zufaellig,
ob man noch irgendwelche Permits braucht um die Grenze zu passieren?
Muss man in Tsaganuur noch auf irgendeine Behoerde?
Ab welchen Dorf koennen wir dann das Fahrzeug verlassen, um moeglichst viel Strecke
zu durchwandern? Wir haben ca 1 Woche eingeplant...
Kuray hoert sich jedenfalls schon sehr vielversprechend an.
Vielen Dank fuer die Hilfe!

lg aus Asien =)
tobi

Wanderelch
18.08.2011, 12:15
Ich möchte keine Ängste schüren, möchte aber auch nichts verharmlosen.
Wer ins Altai fährt, sollte sich einfach bewusst sein, dass Alkohol ein massives Problem in Russland ist und man dies auch im Altai zu spüren bekommt.

Insgesamt warne ich dringend davor, in der sichtbaren Nähe eines Dorfes zu campen! Seht einfach zu, dass ihr bereits in der ersten und letzten Zeltnacht ausreichend weit weg von Dörfern seid!


Sehr schöne Bilder und tolle Landschaften. Aber das mit dem Alkohol gefällt mir überhaupt nicht.

:oldman:

Baummaedchen
24.04.2012, 14:07
Hallo, das klingt alles echt super.

Also, wenn ich es richtig verstanden habe, seid ihr dort unten nicht auf eure Registration kontrolliert worden. Das man sie zur Ausreise braucht, ist mir klar- Freunde hatten da schon viel Spaß mit korrupten Grenzbeamten in Moskau (entweder 100$/Nase bar oder Flug verpassen).
Es müsste aber doch auch möglich sein, sich für 4 Wochen in Petersburg registrieren zu lassen (hab Verwandte da, da kann man das in ner halben h auf der Post machen) u. dann in den Zug/Flugzeug in den Altai zu steigen. Reicht dann auch ein Visum auf dem nicht der Altai als Zielregion extra aufgeführt ist? Da mein Visum für Petersburg ja immer super einfach ohne offizielle Einladung auf dem Reisebüro meines Vertrauens zu bekommen war.

willo
24.04.2012, 17:26
Das Visum ist nur für Russland, da steht kein Ort drauf. Das Visum ist immer für ganz Russland gültig. Die Registrierung muss in der Provinz passieren, in der Du übernachtest. So wurde uns das jedenfalls von der Einwanderungsbehörde erklärt.
Das wurde aber nie kontrolliert und bei der Ausreise hat es auch keinen Interessiert. Wenn ich das nächste mal nach Russland fahre (diesen Sommer) lasse ich mich genau einmal im Hotel registrieren und ignoriere den Rest. Der Grenzer am Flughafen Moskau hat die Registrierungen aus den Pässen der Ausreisenden rausgenommen und ungelesen in den Müll geworfen.

Wildbienen
24.06.2012, 17:49
hallo dominik,

ich bin auf der suche nach kartenmaterial für das altai gebirge zum wandern. In drei wochen geht der flug und jetzt merke ich, dass es gar nicht so leicht ist, an karten heranzukommen. kannst du mir weiterhelfen?

liebe grüße j

willo
24.06.2012, 18:43
http://mapstor.com/ sind imho die einzigen die zum Wandern geeignet sind.

Kaminkatze
24.06.2012, 22:16
Hallo,
bei mapstore (downloads) sind es in dieser Region v.a. die alten russischen Armee-Karten. Andere Möglichkeit könnte die Karte sein:
Altai Gebirge (Russland) topographische Landkarte 1:200.000 - gibt es bei mapfox.com
gruesse
simone

simurgh
25.06.2012, 06:40
...ich bin auf der suche nach kartenmaterial für das altai gebirge zum wandern.
liebe grüße j
Wenn dir gute Scans reichen, wirst du vielleicht hier (http://putevoditel-altai.ru/index/karty_teleckogo_ozera/0-6/?iact=hc&vpx=551&vpy=316&dur=6997&hovh=235&hovw=215&tx=94&ty=130&sig=110606856628555750411&ei=juTnT8HDDMTtsgbXpfHNAQ&page=10&tbnh=141&tbnw=129&start=352&ndsp=39&ved=1t:429,r:15,s:352,i:315) oder da (http://edelweiss-altai.ru/karty-altaya/) fündig? Oder, einfach selbst weiter googeln: "Карты Алтая"... :rolleyes:

Dominik
27.06.2012, 12:09
Was für eine Tour habt ihr denn vor? Die meisten Karten sind wie geschrieben, älter. Da könnte es u.U. zu Fehleinschätzungen zwecks Gletscher und Wasserversorgung geben.

Grüße
Dom

willo
27.06.2012, 12:44
Und auch bei Wasserquerungen. Einige Brücken auf den Karten existieren so nicht mehr, oder sind nur noch Übergänge an denen ein Geländewagen durch den Fluss fahren kann und Furten in anderen Dimensionen nötig ist als evtl. gewohnt.

andilis
10.11.2015, 03:09
Hallo an alle!
Ich hoffe, das Thema Altaigebirge ist hier noch nicht tot )))
Ich führe selbst hobbymässig die Gruppen aus Deutschland nach Altai und kann auch jedem, der Interesse daran hat, mal Hilfe leisten. Meine Routen liegen allerdings etwas weiter als die hier im Tread beschriebene bis hin zu mongolischer und chinesischer Grenze und Chibit ist nur der erste Übernachtungspunkt dabei. Ausserdem bevorzuge ich absolut zivilisationsfreie Ecken und Pferde als Transportmittel.


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Also, falls sich jemand jetzt angesprochen fühlt und schon ein Abenteuerreiz bekommt oder einfach Fragen zur Region hat, gerne ansprechen!

P.S. Bilder habe ich ohne Ende... )))