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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gore-TTex vs. Texapore



Rotti
30.03.2004, 01:54
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Texapore und Gore-Tex? Und ist Gore-Tex immer gleich Gore-Tex oder gibt´s da noch Unterschiede? Vor allem geht´s mir um den Kauf einer Trekkingjacke.

Corton
30.03.2004, 09:06
Grundsätzliches: "Gore-Tex" ist ein mikroporöser Polytetrafluorethin (PTFE) Film ("Membran") der Fa. Gore. "Texapore" ist eine Marke von Jack Wolfskin, heißt eigentlich Entrant und ist eine mikroporöse Polyurethan (PU) Beschichtung der Fa. Toray.

crash
30.03.2004, 12:43
hatte mal eine north face jacke mit gore tex membran das ding war nach 2 1/2 jahren undicht wie noch was = nicht mehr wirklich zu gebrauchen. jetzt hab ich die jack wolfskin quantum jacket die ist zwar ziemlich schwer aber dafür umso robuster. das verwendete texapore o2 hält enormen Wasserdrücken stand und ist langlebiger als die leichteren goretex jacken. auch die dampfdurchlässigkeit ist super. nachteil ist das hohe gewicht und die plastiktütenähnliche Materialstärke die es nicht ganz so angenehm zum tragen macht. mir persönlich ist das aber egal

crash

Lightfoot
30.03.2004, 13:55
Was Goretex und Texapore sind, hat Corton ja schon erklärt.

Goretex jedenfalls gibt es in mehreren Versionen, normal, XCR und Paclite. XCR ist dampfdurchlässiger und Paclite besonders leicht.

Das Mißgeschick meines Vorredners mit seiner Goretex-Jacke sollte man nicht verallgemeinern. Ich habe seit mind. 10 Jahren eine Goretex-Jacke, die erst seit letztem Winter am unteren Rücken, wo meine Rucksackauflage scheuert, undicht ist.

Ich benutze die Jacke allerdings nur in feuchten Wintern, da Goretex dann ganz gut funktioniert. Eigentlich halte ich sonst nicht viel von dem ganzen "atmungsaktiven" Zeugs. Für den Notfall eine leichte Goretex XCR oder Paclite-Jacke dabei zu haben, ist sicher nicht schlecht. Da reicht aber auch eine billigere Membran, z.B. in den Marmot Precip-Jacken. Ansonsten benutze ich bei normalen Regenbedingungen einen Schirm plus Pertex-Billigwindjacke und lache über schwitzende und letztlich immer nasse Funktionsjackenträger.

Ein Freund von mir hatte eine Texapore-Jacke, die nach 3 Jahren undicht wurde. Bei einem Trageversuch kam mir die Texapore-Jacke erheblich schwitziger vor als die Goretex-Jacke.

Von der theoretischen Dampfdurchlässigkeit ist Goretex jedenfalls überlegen; in der Praxis dürfte viel vom Oberstoff der Jacken abhängen.

Und wenn der Oberstoff wegen mangelnder Imprägnierung durchnäßt ist, funktioniert kein dampfdurchlässiges wasserdichtes Material mehr richtig. Das sind meine Erfahrungen mit Goretex, Sympatex, Texapore und Dingsbumstex (BigPack-Leicht-Regenjacke, genaue Bezeichnung hab ich vergessen). Ob Event oder Transaktive da besser funktionieren, weiß ich nicht.

Bei Schuhen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß Goretex XCR wirklich eine Verbesserung gegenüber Normalgoretex darstellt. Schuhe für den feuchten Teil des Jahres sind für mich auch der einzige Bereich, wo ich mir noch was mit Membran kaufen würde. Die vielfältigen Probleme mit Membranen in Schuhen nehme ich dann in Kauf, da es kaum eine Alternative wie bei den Jacken (Schirm!) gibt.

Mann im Moor
05.04.2004, 14:24
Also ich kenne original GoreTex nur von meinen Motorrad-Klamotten, und da war es gegenüber den PU-beschichteten Jacken (Polo-Tex) um Welten besser :D . War zwar deutlich teurer :shock: , aber dafür waren das GoreTex-Zeug auch deutlich besser verarbeitet. Und es hält jetzt seit 6 Jahren, sein PoloTex-Vorläufer war nach einem Jahr wasserdurchlässig. Zum Wandern hab ich 'ne JW BlackRange mit Texapore und bin sehr zufrieden. Ob heimischer Winter, norwegischer Herbst oder schottischer Spätsommer, sie ist jetzt seit 4 Jahren dicht und gut atmungsaktiv. Ich denke, es kommt viel auf den Oberstoff und noch mehr auf die Verarbeitung an. Undicht wird das Zeug ja meistens an den Nähten, was aber nicht Schuld der Membran sondern eher der schlampigen Verarbeitung ist.

Blechroller
06.04.2004, 20:55
Gore verlangt von den die Membran verarbeitenden Hersteller gewisse Qualitätsmerkmale und Verarbeitungsstandarts. Dafür garantiert Gore neben dem Hersteller. Und deswegen ist Gore auch nicht gerade billig.

Alle anderen "Funktionsmembranen" kannst Du auch kaufen, wenn du Jacken schneidern willst. Interessiert den Hersteller nicht, nach welchen Qualitätskriterien Du verarbeitest.

In der Praxis gibts immer mal wieder Außreißer bei allen Herstellern, aber bei Gore bekommt man meist doch Ersatz oder zumindest Kulanz, wenn der Hersteller "muckt". Das macht viel aus.
Ich habe mal 3 Jahre die Reklamationen eines Outdoorladens gemacht. Da sind Reklamationen bei Gore-Artikel weit unterproportional beteiligt und es gab am wenigstens Ärger für den Kunden.
Es gibt aber immer wieder eine Sache, die entweder dem Kunden nicht gesagt wird oder er hält sich nicht dran: Bsp.: Ein Z-Liner ist für Rucksäcke (auch Daypacks) NICHT und eine 2-Lagen-Laminat nur EINGESCHRÄNKT geeignet.

Also unabhängig von der Funktionalität der Membran spricht viel für Gore!

Übrigens ist eine Gore-Jacke im Hinblick auf Atmunsaktivität als Kaufkriterium rausgeschmissenes Geld, wenn man Baumwolle drunter trägt.

Auch nach 1 Jahr kann eine Gore-Jacke der besten Art "fertig" sein, wenn das Ding im Dauereinsatz auf "Expeditonsniveau" ist. Das gilt aber für nahezu alle Outdoorsachen.

"Zivil" trage ich "Gummijacken", "Outdoor", auf dem Rad und auf dem Moped nur Gore-Sachen und ich war und bin bis auf sehr wenige Ausreißer, die anstandslos "erledigt" wurden, immer zufrieden.

Olli

downunder
08.04.2004, 20:12
Die Unterschiede zwischen Gore und anderen Techniken wurden jetzt mehrfach genannt. Wichtig ist immer die Art der Verwendung und in diesem Zusammenhang die Art der Gore/Beschichtungsverarbeitung.

Eine dreilagige Hyvent-Jacke wird um ein vielfaches stabiler sein, als eine leichte zweilagige Gore-Jacke, wobei letztere natürlich atmungsaktiver ist. Wenn ich also Touren mit schwerem Rucksack mache und das regelmäßig, wird sich eine dreilagige Jacke, ob Gore oder ein anderes Material, immer rentieren. Auf dem Rad dagegen ist es natürlich ratsam, etwas Leichtes zu nehmen, Paclite, Precip und wie sie alle heißen.

In der Theorie sind die Werte für Gore-Membranen meist wirklich besser, man muss aber immer die Art der VErarbeitung berücksichtigen, sowie das Obermaterial. Details wie Unterarmreißverschlüsse und ähnliches sind auch immer hilfreich - egal welche Jacke man anhat.

Nun zu meinen persönlichen Favoriten:

Als leichte Jacke auf dem Rad würde ich eine Precip-Jacket von Marmot immer einer Paclite vorziehen. Das Packmaß ist auch sehr klein und mit der etwas schlechteren Atmungsaktivität kann ich bei einem Preis von 100 Euro gegenüber 200 Euro gut leben.

Bei stabilen Jacken sind meine Favoriten bisher theoretischer Natur. Allerdings steht der Bedarf bald an, wenn es im Sommer auf einen Gletscher geht. Mein Traum wäre etwas Richtung Cold Steel von Marmot oder die Theta von Arc'teryx. Realistisch wird aber höchstens ein günstigeres XCR-Modell sein (Berghaus oder Millet). Alternativ käme aber auch die Flight Jacket in Frage mit HyVent von TNF. Nachteil: keine Unterarmbelüftung, dafür Belüftungsbrusttaschen, wenn ich mich nicht irre. Vorteil: ein unschlagbarer Preis im Verhältnis zur Stabilität. Zum Glück habe ich noch etwas Zeit...