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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auszeit mit Kindern



Philipp
15.03.2010, 18:17
Längere Unternehmungen oder gar Auszeiten mit Kindern lassen sich ja fast nur während zweier Lebensabschnitte verwirklichen: so lange sie noch nicht in der Schule sind, oder wenn sie (nach langen Jahren) schon wieder außer Haus sind und man wieder die alten Freiheiten zurückgewonnen hat.

Der Selbstvertröstung auf den späteren Zeitpunkt lässt mich jetzt schon erschauern, also nehme ich mal den früheren Zeitraum ins Visier:

Wir überlegen ernsthaft, ehe die berufliche Tretmühle einen endgültig zermürbt, mit den beiden Kindern (dann ca. 3 und 5 Jahre alt) eine Auszeit zu nehmen. Diese würden wir am liebsten als eine große Reise planen, da uns ein langes und von zwischenzeitlichem Heimkehren ununterbrochenes Wegbleiben besonders attraktiv erscheint.

Mich würde zuallererst einmal interessieren, wer so etwas schon einmal gemacht und wenn ja, wie ausgestaltet hat.

Als Fortbewegungsmittel kommen letztendlich nur Fahrrad oder Boot in Frage, da sich zu Fuß das benötigte Gepäck nicht transportieren lassen würde.

Hat jemand Tips, welche Regionen für eine der oben genannten Fortbewegungsmittel besonders gut eignet und vor allem ausreichend groß für eine mehrmonatige Fahhrad- oder Wasserwanderung ist? In Europa kommt man ja, zumindest was ausgedehnte Wasserwandergebiete betrifft, schnell an Grenzen.

Über Anregungen jeder Art würde ich mich freuen.

Viele Grüße
Philipp

Libertas
15.03.2010, 18:32
Dreimal darfste raten, warum ich meinen Kinderwunsch stattdessen auf später verschiebe. Als Mann hat man es da ja auch nicht so eilig.
Allerdings würde ich sogar gern mein gesammtes restliches Leben als Auszeit gestalten.

volx-wolf
15.03.2010, 19:43
Für Dich zum Träumen (http://www.dia-loge.eu/zazakely.htm) ;-)

blitz-schlag-mann
15.03.2010, 19:49
Die Familie meiner Schwägerin war 1 Jahr in Neuseeland, Äpfelpflücken, Reisen, Land und Leute kennenlernen. Der Sohnemann war da etwa 5 glaube ich. Als er 2 war waren sie auch mal für 3 Monate dort. Fortbewegungsmittel war jeweils ein gekaufter Bus mit kleiner Wohnmobilausstattung.

Christian J.
15.03.2010, 19:55
Hat jemand Tips, welche Regionen für eine der oben genannten Fortbewegungsmittel besonders gut eignet und vor allem ausreichend groß für eine mehrmonatige Fahhrad- oder Wasserwanderung ist? In Europa kommt man ja, zumindest was ausgedehnte Wasserwandergebiete betrifft, schnell an Grenzen.

Na ja, 3 Jahre kann man bestimmt auf keinem Fluss unterwegs sein. Aber, mal als Anregung: Prinzipiell kann man von Cottbus bis in die Ostsee paddeln. Da dürfte man schon mal viele Wochen beschäftigt sein.

PS: Ich finde euer Vorhaben, so eine Tour mit Kindenr zu machen, toll!

Macintechno
15.03.2010, 20:47
Ich kann dich sehr gut verstehen,... bei uns sind noch keine Kinder da aber es halten uns andere verbindlichkeiten ab mal ne längere Reise anzugehen,...

Man kann es auch so machen: www.pistenkuh.de (http://www.pistenkuh.de) So ähnlich geht das auch mit Fahrrad oder Boot....

und die Kinder stellen sicher kein Hinderniss dar - nur eine etwas andere Planung wird voraussgesetzt...

Viel Erfolg *daumendrück*

Jakob
15.03.2010, 21:01
Hallo

finde echt toll was ihr vorhabt. ich stell es mir etwas schwierig vor einen 5 jährigen so lange im anhänger zu ziehen. erstmal sind die beiden zusammen ordentlich schwer, dann ist es vielleicht auch zu langweilig. wir wollen dieses jahr mit unserem 5 jährigen sohn, die erste radtour machen, bei der er selber radelt. sein 3 jähriger bruder "darf" noch im anhänger sitzten...;)

neuseeland und australien liegen für so eine tour natürlich nahe. persönlich würde ich euch den oman empfehlen, zumindest kann man da auch ne längere radtour mit kindern machen. wunderbares land und im winter ein angenehmes klima!

der Jakob


p.s. warst du noch zu "bewohnten" zeiten in pyramiden?

cristobal
16.03.2010, 02:08
Hallo Philipp,

der Gedanke, sich mit den Kindern eine Auszeit zu nehmen, ist sicher toll und wie du schon gesagt hast: So wirklich viele Lebensabschnitte kommen dafür nicht in Frage.
Ist sicher überlegenswert: Was möchte ich mit so einer Reise gewinnen? Intensives Zusammensein mit den Kindern/ Familie? Abenteuer? Zusammen die ein oder andere Krise meistern? Tatsache ist, wenn es funktioniert, zehrt man als Familie ein Leben von.
Ich selbst habe 3 Kinder und wir haben natürlich auch diese Gedankengänge hinter uns. Und uns dann anders entschieden. Wichtig war uns, neben der Einmaligkeit eines solchen Trips, für die Kinder auch in späteren Abschnitten da zu sein und Zeit zu haben.
Also, ich habe in 2005 meinen Job geschmissen, Elternzeit genommen und mich beruflich später in Richtung Selbstständigkeit orientiert. So war ich viel daheim und - trotz finanzieller Einbussen haben wir im Grunde auch tolle, lange Touren mit den Kindern gemacht. Eben nicht 'am Stück', aber 3 - 4 Wochen waren es immer.
Das muss auch gar nicht immer weit weg sein - wir haben bspw. super Touren zu Fzss oder per Rad in Europa gemacht, Baltikum, Karpaten, Albanien, ... also das ist Kindern wirklich egal, spannend ist es für die überall.
So im Nachhinein würde ich das immer wieder so machen, aber das hängt natürlich immer von vielen Randbedingungen wie Job, allgemeine Lebenssituation, etc. ab.
War nur mal so ein Gedanke - vielleicht seinen Kram etwas runterfahren und dann kommt das Zusammensein mit den Kids von selbst :-)

Viele Grüße, Christoph

ich
16.03.2010, 08:44
Moin,

wir haben vor einigen Jahren mit unseren damals knapp 1 und 3 Jahre alten Mädels mal eine schöne Radtour von zu hause aus gemacht. Die hätten wir auch ohne Probleme noch um viele Wochen ausdehnen können.
Eine nie ausgeführte Idee war z.B. von Hamburg aus an der Elbe runter zur Nordsee und dann einfach in der Küstenregion nach Süden. Mit ein wenig Vorarbeit lassen sich da bestimmt noch unendlich viele Schlenker einbauen.

Macht auf jeden Fall eine längere Tour, die Zeit ist so schnell vorbei!

motion
16.03.2010, 09:27
ich habe bei meinem Jahr in Neuseeland eine Menge Familien getroffen die genau das gemacht haben. 1 Jahr Auszeit, nach Neuseeland und einen kleinen Van/PKW gekauft. Wahlweise wurde im Land auf Farmen gearbeitet(wwoofen), reisen natürlich, Tracks laufen usw. Manche Elternmit denen ichmich unterhalten hab, sagten, das es den Kindern in dem Alter manchmal schwer zu vermitteln sei immer weiter zu ziehen und nichtmal an enem Ort zu bleiben. Gerade wenn sie dann dort andere Kinder kennen gelernt haben.

Enja
16.03.2010, 09:57
Bei uns ist es im Grunde wie bei Cristobal gelaufen.

Mehrere Aspekte haben uns bei unseren Reisen mit den Kindern eingeschränkt.

Zunächst einmal geht man mit Kindern keine Risiken ein, die man für sich selbst als unbedeutend einschätzen würde. Also keine Reisen in Gegenden mit gesundheitlichen Risiken jeder Art. Keine, die speziellere Impfungen erfordern würden. Keine Reisen in Gebieten mit stark verbreiteter Hepatitis.

Kinder brauchen Bewegung und viel Spielraum. In dem Alter, in sie drei Jahre in einem Boot oder in einem Fahrradanhänger sitzen wollten, waren unsere nie.

Kinder haben ein Sozialleben, aus dem wir sie nicht rausnehmen wollten. Schon gar nicht mit fünf Jahren kurz vor der Einschulung.

Philipp
16.03.2010, 10:00
Ui, gleich so viele Antworten auf meine kleine Anfrage hatte ich gar nicht erwartet, denn sonst ist es in diesem Forumsteil hier leider nicht so rege wie andernorts. Danke!


Dreimal darfste raten, warum ich meinen Kinderwunsch stattdessen auf später verschiebe. Als Mann hat man es da ja auch nicht so eilig.

"Später" ist schnell zu spät, auch für uns Männer. Ich bin kindermäßig schon ein relativer Spätzünder und denke manchmal, daß ich mich ruhig früher zu Kindern hätte entschließen können. Dann wäre ich in einem Alter schon wieder frei, in dem ich noch nicht alt, vom Leben gebeugt und klapprig bin ;-).
Ein zu alter Pappa zu sein, kann auch schwierig sein, aber natürlich muß jeder den Zeitpunkt selbst bestimmen.
Ich habe allerdings gelernt, daß es nicht die Kinder sind (wie so oft gerade von Männern befürchtet), die Einengung mit sich bringen, sondern viel einfacher die profane Arbeit einem die dicken Striche durch die Rechnung macht.


Die Familie meiner Schwägerin war 1 Jahr in Neuseeland, Äpfelpflücken, Reisen, Land und Leute kennenlernen. Der Sohnemann war da etwa 5 glaube ich. Als er 2 war waren sie auch mal für 3 Monate dort. Fortbewegungsmittel war jeweils ein gekaufter Bus mit kleiner Wohnmobilausstattung.

Einen Auslandsaufenthalt mit Arbeit vor Ort zu verbinden, wäre natürlich auch eine gute Idee. So erhält man sicherlich einen besonderes tiefen Einblick in Land und Leute. Derzeit würden wir allerdings ein Vorhaben ohne Auto vorziehen, aber das ist kein Dogma.


finde echt toll was ihr vorhabt. ich stell es mir etwas schwierig vor einen 5 jährigen so lange im anhänger zu ziehen. erstmal sind die beiden zusammen ordentlich schwer, dann ist es vielleicht auch zu langweilig. wir wollen dieses jahr mit unserem 5 jährigen sohn, die erste radtour machen, bei der er selber radelt. sein 3 jähriger bruder "darf" noch im anhänger sitzten...;)

neuseeland und australien liegen für so eine tour natürlich nahe. persönlich würde ich euch den oman empfehlen, zumindest kann man da auch ne längere radtour mit kindern machen. wunderbares land und im winter ein angenehmes klima!

Ein 5-jähriger muß natürlich die Möglichkeit haben selbst zu strampeln, da hast Du sicherlich Recht. Falls Fahrrad, dann würde ich an Anhänger für die Kleine (derzeit noch -4 Wochen alt :o) und Kinderfahrrad mit Nachläuferoption für den "Großen" denken.
Daß der Oman landschaftlich umwerfend sein soll, habe ich schon von verschiedenen Leuten gehört. Hast Du dazu tiefergehende Erfahrungen? Allerdings kann ich von meiner Frau nicht verlangen, ständig mit langen Beinkleidern und womöglich noch verschleiert herumzulaufen (zu Zeiten von Forschungsreisen unseres Institus in den Oman galten zumindest noch diese Vorschriften für das Weibsvolk).


p.s. warst du noch zu "bewohnten" zeiten in pyramiden?
Ich war 1994, 1996 und 2000 in Pyramiden. 1994 lief alles noch fast normal, 2000 öffnete das sagenhafte Hotel nur noch für einzelne Gruppen. Ich bin sehr froh, diese Skurrilität erlebt haben zu dürfen! :D


Also, ich habe in 2005 meinen Job geschmissen, Elternzeit genommen und mich beruflich später in Richtung Selbstständigkeit orientiert. So war ich viel daheim und - trotz finanzieller Einbussen haben wir im Grunde auch tolle, lange Touren mit den Kindern gemacht. Eben nicht 'am Stück', aber 3 - 4 Wochen waren es immer.
Das muss auch gar nicht immer weit weg sein - wir haben bspw. super Touren zu Fzss oder per Rad in Europa gemacht, Baltikum, Karpaten, Albanien, ... also das ist Kindern wirklich egal, spannend ist es für die überall.
So im Nachhinein würde ich das immer wieder so machen, aber das hängt natürlich immer von vielen Randbedingungen wie Job, allgemeine Lebenssituation, etc. ab.

Ich habe mit Geburt des Ersten zumindest Elternteilzeit genommen und arbeite seitdem nur noch 4 Tage die Woche. Das war die bisher beste Entscheidung in meiner beruflichen Laufbahn!. Die Arbeit ganz hinzuschmeißen hätte ich mich nicht getraut.
Eine Möglichkeit zur Selbstständigkeit sehe ich für mich weniger. Auch haben viele der Selbstständigen/Freiberuflichen, die ich kenne, entweder deutlich mehr Arbeit am Hals, oder schlichtweg kein finanzielles Auskommen.
Was machst Du in Deiner Selbstständigkeit?

Öfters mal deutlich über drei Wochen wegzukommen, ist in der Arbeit schwierig. Deswegen denken wir ja daran, lieber einen großen Schnitt zu machen und länger wegzubleiben. Nur über das Wo? und Wie? müssen wir noch viel nachdenken (und das zweite Kind ist ja noch nicht einmal fertig :bg:).

Viele Grüße und dankeschön für Eure Kommentare

Philipp

hyrek
16.03.2010, 10:24
ich habe mich auch schon damit beschaeftigt, sehe aber auch die sozialen probleme bei der grossen (fast 5).
das ist jetzt zwar sehr hart formuliert, aber ich weiss nicht, ob das ganze nicht auch eine art egotour der eltern ist.
wie bei vielen schon angesprochen, kann man auch sehr gut mehrere wochen am stueck, und das ein paar mal, verreisen.

per se traeume ich aber auch davon, mit einem kurzhauber durch afrika zu fahren.

miufoto
16.03.2010, 10:25
Hier noch ein (multimedialer) Tipp: http://www.coconuttime.at/coconut.html

Habe die Familie paarmal auf Diafestivals kennengelernt - sehr symphatische "Truppe", ggf. auch für Dich eine Möglichkeit, nach einer Diashow der Familie paar Fragen an "gestandene, familiäre Aussteiger" loszuwerden.

miufoto

Jakob
16.03.2010, 10:27
Daß der Oman landschaftlich umwerfend sein soll, habe ich schon von verschiedenen Leuten gehört. Hast Du dazu tiefergehende Erfahrungen? Allerdings kann ich von meiner Frau nicht verlangen, ständig mit langen Beinkleidern und womöglich noch verschleiert herumzulaufen (zu Zeiten von Forschungsreisen unseres Institus in den Oman galten zumindest noch diese Vorschriften für das Weibsvolk).

wir haben gute erfahrungen (http://bike-nord.de) bei einer radtour mit kindern im oman gemacht. die menschen sind auch sehr freundlich aber nicht aufdringlich. oman hat auch eine der niedrigsten kriminalitätsraten der welt und das medizinwesen ist auch in ländlichen regionen gut ausgebaut. zeltstellen sind auch leicht zu finden. jeder kleine ort hat auch ein laden und eine kleine gaststätte zur versorgung.
lange kleidung ist allein wegen der sonne angemessen. verschleiern müssen sich westliche frauen aber nicht.




Ich war 1994, 1996 und 2000 in Pyramiden. 1994 lief alles noch fast normal, 2000 öffnete das sagenhafte Hotel nur noch für einzelne Gruppen. Ich bin sehr froh, diese Skurrilität erlebt haben zu dürfen! :D



hast du als guide für andreas u. gearbeitet?? ich war erst 2004 in pyramiden und leider "zu spät" da

der Jakob

cristobal
16.03.2010, 10:35
Eine Möglichkeit zur Selbstständigkeit sehe ich für mich weniger. Auch haben viele der Selbstständigen/Freiberuflichen, die ich kenne, entweder deutlich mehr Arbeit am Hals, oder schlichtweg kein finanzielles Auskommen.
Was machst Du in Deiner Selbstständigkeit?

Also jetzt sitze ich gerade in China und betreue den Werksaufbau eines deutsch-chinesischen Joint-Ventures. Bis Ende März, dann bin ich wieder in Deutschland.
Es ist so, man hat als Selbstständiger mal mehr, mal weniger Arbeit am Hals, mit dem Finanziellen ebenso. Aber man kann nicht alles haben, bei 3 Kindern habe ich dennoch die Möglichkeit, mir meine Zeit viel besser einzuteilen als in einem Angestelltenverhältnis.
Jetzt waren es ein paar stressige Monate, dafür bin ich die nächsten wieder daheim und pauke mit den Kids Mathe :bg: ... und da wir gern und viel reisen, ist das schon optimal so. Zumindest zur Zeit ...

Enja
16.03.2010, 10:47
Was die Familie betrifft, war bei uns die Selbständigkeit die absolut richtige Entscheidung.

Nur dass man dann mehr Zeit zum Reisen hätte, hat sich definitiv nicht bestätigt.

Wir sind jetzt übrigens wieder "frei". Erstmalig. Es hat 24 Jahre gedauert. Für drei Kinder. Und dazu gehört, dass wir auch beruflich etwas kürzer treten können, da zur "Unfreiheit" schließlich noch gehört, dass wir für alle drei ein Studium finanzieren müssen.

Ich denke, man muss bei so einem Entschluss mit einbeziehen, was die Kinder denn möchten, bzw. was für sie die richtige Entscheidung ist. Ich bin durchaus der Meinung, dass unsere Reisen in die diverse exotische Länder auch für die Kinder wichtige Erfahrungen waren. Aber heute können sie sich kaum noch dran erinnern. Oder nur an das, was ihnen nicht gefiel: die schmutzigen Toiletten im Orient, das ungewohnte Essen, lange Fahrten, die Angst vor dem Bären draußen vor dem Zelt.

Wir Erwachsenen lieben solche Reisen wegen der Eindrücke. Den Kindern ist das meist viel weniger wichtig. Sie erinnern sich dann zum Beispiel an die Katze, mit der sie gespielt haben. Dass daneben die Pyramiden standen, war nicht einprägsam. Und dann fragt man sich natürlich, ob man ihnen das wirklich zumuten muss.

ich
16.03.2010, 10:50
Kinder brauchen Bewegung und viel Spielraum. In dem Alter, in sie drei Jahre in einem Boot oder in einem Fahrradanhänger sitzen wollten, waren unsere nie.

Kinder haben ein Sozialleben, aus dem wir sie nicht rausnehmen wollten. Schon gar nicht mit fünf Jahren kurz vor der Einschulung.
Und genau hier gehen die Meinungen auseinander:
Meine Kinder bewegen sich im Urlaub und auf Touren viel mehr als wir im
Alltag gewährleisten können!
Dazu genießen sie es immer wieder etwas neues zu sehen, zu erleben. Ihre soziale Sicherheit haben sie durch die Sicherheit, die wir -also die Eltern- ihnen geben. Reisen bildet!!! Und die ganzen Gedanken, die wir uns machen, was unseren Kindern unterwegs passieren können treffen zu 99% eh nicht zu.

Kriegs- und Krisengebiete würde ich immer meiden, auch ohne meine Kinder ;-)

cristobal
16.03.2010, 10:58
Den Kindern ist das meist viel weniger wichtig. Sie erinnern sich dann zum Beispiel an die Katze, mit der sie gespielt haben. Dass daneben die Pyramiden standen, war nicht einprägsam. Und dann fragt man sich natürlich, ob man ihnen das wirklich zumuten muss.
Das kann ich nur unterschreiben. Wir hatten das Glück, bedingt durch meinen Job ein paar Jahre in Spanien und Mexiko zu leben, immer mit wachsender Kinderschar im Anhang. Letztlich erinnern sich die Kinder an ihre Freunde da, an den Kindergarten oder was auch immer, aber definitiv nicht an die tolle Pyramide im Dschungel.
Ein Grund für uns, uns etwas länger in Deutschland 'festzusetzen', war wie bereits angesprochen eben auch das soziale Umfeld der Kinder. Sie sollten schon die Möglichkeit haben, auch langfristige Freundschaften zu entwickeln, das war durch unsere vorherige Herumzieherei eher nicht so gegeben. Es hat sich dann so ergeben, das der Große mit 7 hier eingeschult wurde und die anderen dann so step-by-step hinterher.
Bis jetzt passt das und unsere Prioritäten haben sich in den letzten Jahre eindeutig auf die grossen und kleinen Problemchen im Schulumfeld entwickelt. Das wird sich wieder ändern, aber so ist es jetzt und allein schon daher die nächste Auszeit weit weg :bg:

Philipp
16.03.2010, 11:52
wir haben gute erfahrungen (http://bike-nord.de) bei einer radtour mit kindern im oman gemacht. die menschen sind auch sehr freundlich aber nicht aufdringlich. oman hat auch eine der niedrigsten kriminalitätsraten der welt und das medizinwesen ist auch in ländlichen regionen gut ausgebaut. zeltstellen sind auch leicht zu finden. jeder kleine ort hat auch ein laden und eine kleine gaststätte zur versorgung.
lange kleidung ist allein wegen der sonne angemessen. verschleiern müssen sich westliche frauen aber nicht.


Tschuldige meine übereilte Anfrage - ich hatte erst direkt danach den Verweis auf Deine Seiten gesehen - und gleich fleißig drin rumgestöbert.
Schöne Berichte und Bilder! Kompliment!

An sich bin ich ja definitiv eher der nördliche Typ, aber der Oman hat mich jetzt schon ein wenig gepackt, denn Wüste würde ich schon gerne mal sehen. Und wenn das ohne Bürgerkrieg und ähnliches geht, ist das schon mal einen Gedanken wert. Werde mal einen Reiseführer für den Oman kaufen. Hast Du eine Empfehlung?



hast du als guide für andreas u. gearbeitet?? ich war erst 2004 in pyramiden und leider "zu spät" da

Ja, habe ich. Das waren auch ganz wichtige Erfahrungen - in vielerlei Hinsicht ;-).
Ich meine, auf Deinen Bildern auch alte Bekannte (http://bike-nord.de/groenland_spitzbergen/spitz23.html) gesehen zu haben :bg:
Jaja, mit der Susi bin ich nie warm geworden. Ich hatte immer Angst vor der blutigen Nase :bg:

Gruß, Philipp

Enja
16.03.2010, 12:57
Und genau hier gehen die Meinungen auseinander:

Wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Meine eigenen Meinungen gehen da auch durchaus auseinander, so dass ich immer wieder mit mir diskutieren muss. Es geht doch hier nicht darum, für jemand anders zu entscheiden, sondern Argumente dafür und dagegen zu sammeln. Und halt auch Erfahrungen.



Meine Kinder bewegen sich im Urlaub und auf Touren viel mehr als wir im
Alltag gewährleisten können!

Klar. Kann man machen. Dann halt kein endloses im-Anhänger- oder im-Boot-sitzen. Dann braucht man auch keinen besonders langen Fluss für die dreijährige Bootstour.


Dazu genießen sie es immer wieder etwas neues zu sehen, zu erleben.

Ja, es gibt überall Katzen. Und für die Älteren gibt es durchaus auch schon andere Erlebnisse.



Ihre soziale Sicherheit haben sie durch die Sicherheit, die wir -also die Eltern- ihnen geben.

Ich habe diesen Eindruck auch, wenn man so die weltreisenden Familien sieht. Die Familien stehen sich sehr nahe. Keiner macht einen Schritt ohne den anderen. Das haben wir während unserer Reisen auch so erlebt. Das ist schön.

Nur brauchen die Kinder auch Phasen der Ablösung. Je älter sie werden, desto mehr. Und das ist schwieriger. Vor allem brauchen sie auch ab Kindergartenalter stabile Freundschaften mit Gleichaltrigen.


Reisen bildet!!!

Das sehe ich auch so.


Und die ganzen Gedanken, die wir uns machen, was unseren Kindern unterwegs passieren können treffen zu 99% eh nicht zu.

Das letzte Prozent kann aber natürlich ziemlich schmerzhaft werden. Ich könnte da so einiges erzählen.


Kriegs- und Krisengebiete würde ich immer meiden, auch ohne meine Kinder ;-)

Das Problem dabei ist, dass sich das sehr schnell ändern kann. Ich denke da an einen Aufenthalt in Ägypten, wo tiefster Friede herrschte. Das änderte sich sozusagen über Nachmittag. War auch für uns Erwachsene nicht komisch.

Aber wir legen schon an die Länder, die wir mit Kindern bereisen, sehr viel strengere Maßstäbe an, als an die Reiseziele, die wir für uns selber ganz in Odnung finden. Zum Beispiel würden wir mit Kindern keine Malaria-Gebiete bereisen. Selber haben wir damit kein Problem.

Jakob
17.03.2010, 15:21
An sich bin ich ja definitiv eher der nördliche Typ, aber der Oman hat mich jetzt schon ein wenig gepackt, denn Wüste würde ich schon gerne mal sehen. Und wenn das ohne Bürgerkrieg und ähnliches geht, ist das schon mal einen Gedanken wert. Werde mal einen Reiseführer für den Oman kaufen. Hast Du eine Empfehlung?



ganz gut geeignet fanden wir diesen reiseführer: klick (http://www.reise-know-how.de/oman-p-2444.html)
schwieriger wirds bei den karten. für den oman macht gps durchaus sinn, da es einfach keine genauen karten gibt. nur übersichtskarten in viel zu schlechtem maßstab.

wollt ihr "erst" in 3 jahren eure längere tour machen??

andreas u. ist schon ein spezieller typ. wir haben ihn zwar nur kurz erlebt, er hat aber einen nachaltigen eindruck hinterlassen;-)

der Jakob

Ich habe mal den Nachnamen dieses "speziellen Typens" gelöscht. Es muss ja nicht alles ergoogelbar sein.

Christian J.

Philipp
17.03.2010, 17:19
ganz gut geeignet fanden wir diesen reiseführer: klick (http://www.reise-know-how.de/oman-p-2444.html)
schwieriger wirds bei den karten. für den oman macht gps durchaus sinn, da es einfach keine genauen karten gibt. nur übersichtskarten in viel zu schlechtem maßstab.

Danke für die Info. Die Bücher dieses Verlages mag ich auch. Ich werde mir dann mal den Oman-Führer kaufen.


wollt ihr "erst" in 3 jahren eure längere tour machen??

Naja, mit einem Kind, das erst noch geboren werden muß, will ich noch nicht direkt losziehen. Auch stelle ich es mir als sehr angenehm vor, wenn die kleinen Scheißer schon trocken sind. Dann wäre "in drei Jahren" so grob der Zeitraum.


andreas u. ist schon ein spezieller typ. wir haben ihn zwar nur kurz erlebt, er hat aber einen nachaltigen eindruck hinterlassen;-)

Kann ich gut verstehen...;-) Sorgt bei uns Guides auch nach langen Jahren immer wieder für Gesprächsstoff und lustige Erinnerungen. Eine kleine Anspielung reicht schon, um eine Kettenreaktion auszulösen. :lol:

volx-wolf
21.04.2010, 10:05
Hier ist auch eine Familie mit zwei Kindern unterwegs:
www.sunbiker.de

Enja
21.04.2010, 10:21
Interessant. Immerhin sind sie schon seit Juli unterwegs. Immer zwei Tage radeln, zwei ausruhen. Die Sechsjährige radelt selbst, wird aber die Hälfte der Strecke (30 - 40 km pro Tag) von ihrem Vater geschleppt. 3-4 Stunden Fahrzeit jeweils. Das kleinere Kind sitzt die Hälfte der Zeit auf der Stange der Mutter und verbringt die beiden anderen mit Mittagsschlaf im Anhänger.

Die Erfindung der Langsamkeit sozusagen. Mein Mann hätte so eine Lösung wohl nicht ausgehalten. Aber sicherlich ist das eine machbare Art und Weise mit Kindern durch die Welt zu ziehen.