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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [CA] 300 km des Great Divide Teil oder von Jasper nach Banff



thelina
14.03.2010, 13:04
August 2009

Unsere Wanderung basiert in erster Linie auf dem Buch Hiking Canada's Great Divide Trail von Dustin Lynx und dem Itinerary von http://bradlandproductions.com/gdt-itinerary.pdf

Nach ausgiebiger Planung ging es am 13. August los und fing schon mal nicht gut an. Am Flughafen in Zürich mussten wir unsere Brennstoffflasche lassen, da man noch Spuren des Brennstoffes mit einem Spezialgerät messen konnte. Wir hatten die Flasche erst am Vorabend gelert und mussten nun den Preis dafür bezahlen.

In Calgary angekommen fanden wir heraus, dass es im Flughafen ein Post Office hat und konnten so äusserst preiswert unsere Vorräte an Müesli, Dörrfrüchten, Nüssen und Batterien nach Field, bc verschicken. Dort werden wir einen Zwischenhalt mache und eine warme Dusche geniessen. Mit dem Bus ging es dann weiter nach Banff wo wir die MSR-Flasche ersetzen mussten, Bearspray, Brennstoff und Fleisch kaufen wollten. Im Motel angekommen mussten wir feststellen, dass die Karten, wie wir dorthin schicken liessen nicht gefaltet sondern gerollt waren. Da es in den Rocky Mountains auch mal nass werden kann, hatten wir plastifizierte gekauft und das rächte sich nun beim Falten. Wir waren allgemein etwas langsam und dachten, dass im August Hochsaison sei und die Geschäfter bis 22.00 Uhr offen hätten. Weit gefehlt, wir hatten jedoch glück und konnten ca 5 Minuten vor Ladenschluss immerhin noch einen Bearspray, die Flasche und den Brennstoff kaufen. Die Esswaren hatten ihre Tücken aber auch das schafften wir noch.

Zurück im Motel begannen wir die Strecke einzuzeichnen und die Karten zu falten. Schliesslich fielen wir müde ins Bett und schliefen bis 4 Uhr durch. Dann war auch schluss. Mein Magen rebellierte und so waren wir am Schluss beide wach und machten das Beste aus der Situation und begannen zu packen und die Karten zu falten und kamen dabei nicht wirklich vom Fleck.


Tag 1, 24.2 km
Nach dem Frühstück ging es endlich los. Das Taxi holte uns ab (der Shuttle war bereits ausgebucht) und brachte uns nur in die Nähe des Startpunktes (Sunshine Ski Village, doch das sollten wir später erst noch merken.

Nach einem Besuch beim Information Center ging es los. Netterweise stand da auch schon ein Hinweis hinsichtlich eines jungen Grizzlis und mir wurde schon Angst und Bange. Beim Trail Head angekommen mussten wir feststellen, dass wir zwar unsere Position ausmachen konnten, doch die war nicht da wo sie hätte sein sollen. Später fanden wir heraus, dass Taxis nur bis zu dieser Stelle weiterfahren dürfen und nur der Shuttle zur Stelle fährt. Wir marschierten los und musste feststellen, dass unser Wasser ungeniessbar war. Eigentlich logisch, aber uns wurde am Vorabend noch gesagt, dass Banff ausgezeichnetes Wasser habe und so haben wir es gar nicht weiter testet. Am nächsten Gewässer wurde somit alles ausgetauscht.

Da es in den vorangehenden Tagen stark geregnet hatte, war alles nass und das Highlight waren Australier und Turnschuhen und Plastiksäcken als Socken. Beim Healy Pass erlebten wir unser erstes Highlight. Wir sahen den jungen Grizzley. Selbstverständlich nur aus der Ferne, doch etwar trotzdem schön. Wir hatten nun das Gefühl, dass hinter jedem Baum ein Bär sein könnte, doch dem war ganz und gar nicht der Fall.http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20090814-1150_Young_Grizzly_DSCN0019.JPG
So ging es weiter und verliefen uns ein erstes Mal, das allerdings keine grossen Konsequenzen hatte, ausser das unser Weg länger wurde. Je länger der Tag wurde unso mehr spürten wir die Zeitumstellung und ich das wenige Essen. Zusätzlich hatte ich meinen Rucksack schlecht gepackt und so drückte er im Rücken. Erst zwei Tage später sollte ich merken, dass er einfach nur schief am Rücken hing.:ignore: Wir passierten einen wunderschönen Campground und quälten uns einen Berg hoch. Von dort an konnten wir den See sehen, bei dem der Campground liegen sollte. Wir unterschätzen die Distanz und waren am Schluss einfach nur überglücklich angekommen zu sein. Wir stellten das Zelt auf und kochten scheussliches Couscous und legten und früh schlafen.

Tag 2, 23.3 km
Unsere erste Fehlplanung machte sich bemerkbar. In der Nacht war das Kondenswasser gefrohren und wir mussten bei gefühlten und vermutlich wirklich existierenden Minustemperaturen alles packen. Da wir weder Handschuhe noch eine Mütze dabei hatten, war es unangenehm und mühsam. Das Frühstück vertagten wir und marschierten viel zu spät los und nahmen den Ball Pass in Angriff. Oben angekommen versönte uns die wunderschöne Aussicht mit dem schlechten Start in den Morgen und wir frühstückten. Anschliessend ging es kilometerweise leicht abwärts durch verkohlte Nadelbäume. Es war etwas unheimlich dafür aber schön hell und man hatte Aussicht. Als wir die Route 93 querten war es bereits 14.00 Uhr. Gemäss unseren Berechnungen sollten wir noch gegen 5h bis zum Floe Lake Campground wandern. Der Rücken schmerzte immer mehr und man wünschte sich nur noch, dass der Campground endlich erscheinen möge. Frustriert gönnten wir uns noch eine Schokoladenpause und machten uns mit nun deutlich besserer Laune auf den Weg. Der Campground erschien dann auch 15 Minuten später. Er war gross, aber schön. Wir suchten uns ein Plätzchen und es wurde gekocht. Da man sich nah an den Bergen aufhielt, wurde es am Abend schnell kalt und wir krochen bald in die Schlafsäcke und vereinbarten, den Wecker auf 6.30 Uhr zu stellen, damit der nächste Tag angenehmer werden würde.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/32/medium/20090815-1053_Aussicht_auf_Passh_he_Panoramabild_1.JPG

Tag 3, 18.9 km
Wir waren früh wach und entschieden, zu packen und loszumarschieren, damit wir den Tag gemütlicher angehen können und auch früher beim nächsten Campground ankommen würden. Nachdem nun endlich das Problem für meinen Rückenschmerzen gefunden war, konnte es frohem Mutes weitergehen. Unterwegs trafen wir vermehrt Leute, die allerdings oftmals noch gemütlich am Packen waren. Unsere Reiseplanung basierte darauf, dass meistens nur jeder zweite Campground für die Übernachtung genutzt wurde, was auch realistisch war. Unterwegs hatten wir noch eine wichtige Entscheidung zu treffen. Der heutige oder der nachfolgende Tag würde lang werden. Ursprünglich tendierten wir dazu, heute einen weiteren Campground zu überspringen, entschieden uns dann jedoch, bei den Vorgaben des Reiseberichtes zu bleiben. Wir brachten einen langen Aufstieg hinter uns und wir wollten uns gar nicht vorstellen, wie es wohl sein würde, wenn es richtig heiss würde. So kamen wir früh am Tumbling Creek Campground an und konnten gemütlich kochen. Später trafen wir noch Kanadier, die wir im Aufstieg überholt hatten und die schenkten uns netterweise gedörrtes Apfermuss und wir revanchierten uns mit einer Tafel Schokolade. Unsere Brotbackerei wurde anschliessend bestaunt und wir verstehen auch heute noch nicht, was daran so besonders sein soll...

Rest und Fotos folgen noch

paddel
14.03.2010, 13:21
Rest und Fotos folgen noch

Auja! Da warte ich gespannt :p

thelina
14.03.2010, 14:15
Tag 4, 26.1 km
Nun stand der unserer Meinung nach härteste Tag an. Um 6.00 Uhr standen wir auf und packten innert Rekordzeit (1h). Wir immer ging es ohne Frühstück los und während der ersten Steigung rauf zum Rockwell Pass bekamen wir schön warm. Es ging nun bergab um Helmet Falls Camground. Dort angekommen liessen wir es uns nicht nehmen auf einer Bank mit Tisch etwas zu essen und eine Pause zu machen. Anschliessend ging es wieder raum zu nächsten Pass, dem Goodsir Pass. Von andern Wanderern wussten wir, dass praktischerweise der Weg erst gerade von Park freigeräumt worden war und wir somit über wenige oder keine Baumstämme klettern werden müssen. Der Aufstieg ging wie immer gut, doch der Abstieg hatte es in sich. Der Weg wurde deutlich schlechter und der Abstieg war lang. Am Wegrand hatte es viele Pilze und wir bedauerten, keine Kenntnisse zu haben. Endlich wurde es wieder flacher und wir trafen auf ein Schild. Dort war jedoch unser Bestimmungsort nicht angegeben und wir rästelten eine Weile, wie es nun weitergehen soll. Glücklicherweise entschieden wir uns für den richtigen Weg. Leider befindet sich der McArthur Campground im Wald und entsprechend hat es überall Nadeln und auch keine Aussicht.

Tag 5, 28.1 km
Es geht los in Richtung der warmen Dusche! Entsprechend motiviert gingen wir es an. Angenehmerweise sollte es fast ausschliesslich an einem Fluss entlang gehen und dann leider noch dem Highway entlang. Als alles eingepackt war, stellten wir fest, dass meine Black Diamond Trail Stöcke über Nacht einem Nager zum Opfer gefallen waren oder der Griff unwiederstehlich duftete. Auf jeden Fall war er angenagt, aber glücklicherweise noch immer brauchbar. Weniger gut erging es unserem Sea to Summit X-Bowl. Dort hinterliess der Nager ein Loch, das sich leider nicht mehr flicken liess. Nun musste eine Person immer aus der Pfanne essen, was aber auch nicht weiter schlimm war. Allenfalls behalten wir das auch für die Zukunft so bei. Es ging nun zügig los und wir beschlossen auch, das Mittagessen ausfallen zu lassen und nur eine kleine Rast zu machen. Als wir uns wieder auf den Weg machten, sahen wir für einen kurzen Momant einen Wolf. Da ich mich erinnerte, dass Wölfe keine Einzelgänger sind, war ich heilfroh, die Nacht in einem Motel verbringen zu dürfen. Wir erreichten den Highway und querten ihn. Zu unserem Erstaunen schickte unser Guidebuch uns auf dem Eisenbahnschienen weiter. Wir empfanden dies als etwas sonderbar und auch gefährlich. Glücklicherweise verkehren in Kanada nicht so viele Züge wie bei uns in der Schweiz. Wir kamen schlecht voran, da der Untergrund sehr unangenehm war. Irgendwann erreichten wir den Punkt, an dem wir endlich wieder in den Wald abbiegen durften. Während wir den Weg suchten hörten wir ein Brummen und mussten feststellen, dass der Zug in der Nähe durchfuhr. Das war Glück! Wir bestaunten kurz darauf noch Natural Bridge und waren etwas enttäuscht. Wir hatten es uns imposanter vorgestellt. Mit schmerzenden Füssen gingen wir das letzte Teilstück an und waren um 14.00 Uhr im Motel. Unser Paket war auch angekommen. Wir packten somit die Rucksäcke wieder komplett aus, schrieben einen Einkaufszettel und füllten das Paket wieder. Da nun der längste Teil und somit das grösste Gewicht anstand, mussten wir das Gewicht optimieren. Das Badezeugs , die nicht mehr benötigten Karten und alles sonst irgendwie überflüssige musste raus. Unsere frühe Ankunft zahlte sich aus, da um 16.00 Uhr das Post Office wieder schloss. Anschliessend kauften wir im lokalen Lebensmittelgeschäft Nüsse und unglaublich teuren Parmesan ein und begaben uns zurück ins Motel. Dort angekommen duschten wir gemütlich und die Kleider wurden gewaschen. Da wir jedoch fast keine Reservewäsche hatten, mussten wir in den noch feuchten Oberteilen essen gehen. Die Dusche putzten wir am morgen noch fix, da wir der Meinung waren, dass sie so der Putzfrau nicht zumutbar war.

Tag 6, 10.1 km
Nach einer Nacht in einem für unsere Verhältnisse riesigem Bett packten wir und warteten auf das Taxi, das wir noch vor unserer Abreise bestellt hatten. Es kam leider nicht und so mussten wir die Reception um Hilfe bitten. Es wurde uns zugesagt, dass es nun losfahre und in 20 Minuten da sein würde. Unser Plan war, von Field nach Lake Louise mit dem Taxi zu fahren, dort einzukaufen und anschliessend mit dem Taxi weiterzufahren. Es gibt noch eine Möglichkeit mit einem Bus nach Saskatchewan River Crossing zu fahren, doch mit dem wären wir erst am Abend angekommen. Unser Zeitplan liess das leider nicht zu. Der Grund dafür ist die Zugfahrt ab Jasper nach Vancouver und der fährt leider nur alle zwei Tage. In Lake Louise gaben wir zuerst ein halbes Vermögen für warme Unterwäsche, Mützen und Handschuhe aus, doch es sollte sich lohnen. Wir kauften nochmals Lebensmittel und assen ein Sandwich und warteten auf das Taxi. Dieses brachte uns zum Tailhead. Wir stiegen aus und marschierten los. Kurz darauf stellten wir fest, dass der Waldteil, durch den unser Weg führte gesperrt war. Vermutlich hatte es kürzlich einen Waldbrand gegeben. Wir schauten uns an und entschieden, trotzdem weiterzugehen. Die Alternative wäre Autstoppen und einen anderen Zugang nehmen gewesen. So stiegen wir über verkohlte Bäume und suchten uns einen Weg. Schliesslich fanden wir sogar einen, doch den hätten wir nicht nehmen sollen. Wir holten unsere Wegbeschreibung leider erst viel zu spät hervor und durften in einem leeren Bachbett absteigen. Schliesslich fanden wir eine Feuerstelle und beschlossen unser Zelt aufzuschlagen. In Kanada sollte man die Esswaren jeweils hoch auf die Äste binden. Leider war das Seil, das wir mitgenommen hatten, zu dünn und schnitt in den Ästen ein. Wir kapitulierten und stekcten alles in die Wasserdichten Säcke und nahmen sie mit ins Zelt und hofften, den nächsten Morgen noch erleben zu dürfen. Der heutige Tag hätte eigentlich ein Ruhetag sein sollen:ignore:

thelina
14.03.2010, 15:43
Tag 7, ca 15 km
Wir verbrachten die Nacht soweit ohne Probleme. Es ging recht gemütlich los und wir erreichten den ersten von drei Pässen ohne Probleme, stiegen dann zum zweiten hoch und anschliessend war nichts mehr von Weg zu sehen. So marschierten wir weglos weiter. Leider visierten wir den falschen Pass an und mir war schon Angst und Bange, wenn ich daran dachte, dass ich den Berg vor uns hoch sollte. Wir merkten unseren Fehler aber noch rechzeitig und fanden auch per Zufall den Pfad. Ohne ihn hätten wir durchs Gestrüpp vermutlich ewig gebraucht. Anschliessend ging es auf einem Horse Trail weiter. Diesen fanden wir problemlos, dafür war es nicht wirklich ein Weg. Die Pferde hatten im weichen oder nassen Boden ihre Spuren hinterlassen und es wurde beschwerlich. Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt ausserhalb der Nationalparks. Die Wege waren sonst jeweils deutlich besser. Nach einer Furt durch eiskaltes Wasser erreichten wir dann schliesslich den Pinto Lake Campground. Wir mussten allerdings deutliche Unterschiede zu denen in den Parks feststellen, da hier leider keine Vorrichtung zum Aufhängen der Esswaren vorhanden war. Immerhin fanden wir diesmal einen brauchbaren Baum und brachten die Lebensmittel auch irgendwie hoch. Wir hatten zudem herausgefunden, dass unsere Wegangabe für den nächsten Tag nicht stimmte. Es sollte unser längster Tag mit über 30 km und dem noch immer vom Essen gut gefüllten Rucksack werden.

Tag 8, 31.8 km
In der Nacht zog ein Gewitter auf und wir befürchteten, dass unsere Essen allenfalls nicht mehr am Baum hängen könnte. Am Morgen hörte der Regen jedoch gerade rechzeitig auf, als wir zusammenpackten und losmarschierten. Leider waren die Wasserpegel durch den heftigen Regen angestiegen und ausgerechnet heute standen Querungen an. Den Huntington River überquerten wir dank einem umgefallenen Baum noch recht gut. Der Cataract River war grösser und tiefer. Auch hier halfen uns Bäume weiter. Ich bin mich leider gar nicht gewöhnt auf Bäumen zu balancieren und fiel um ein Haar ins braune Wasser. Anschliessend ging es auf einem recht guten Weg weiter. Viele Bäume lagen im Weg und ich hätte gerne länger Beine gehabt und es gab nun stechfreudige Mücken. Einen Mückenschutz hatten wir natürlich auch nicht gepackt. Später verloren wir den Weg, da einerseits die Bären den Boden auf der Suche nach Wurzeln umgegraben hatten und überall Baumstämme rumlagen. Das Buch half auch nicht weiter. So kraxelten wir eine Moräme rauf und mussten später feststellen, dass das nicht nötig gewesen wäre. Immerhin fanden später ein Steinmannli und wussten, dass wir den Weg wiedergefunden hatten. Wir verloren ihn noch einige Male, doch wir wussten, dass die Richtung stimmte. Von weitem sahen wir ein Schild und dachten, dass etwas in der Art von „Welcome to Jasper National Park“ lesen würden, doch es war nur ein Briefkasten mit einem überfüllten Buch drin.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20090821-1925_Nicole_DSCN0154.JPG
Nun mussten wir nur noch den Abstieg meistern und dann ein Stück in der Ebene zurücklegen. Um 20.00 Uhr kamen wir müde im Campground an und mussten feststellen, dass er bereits übervoll war. Der nächste Campground war nur eine Stund entfernt, doch wir wollten nicht weiterlaufen. So stellten wir unser Zelt neben einer Bank auf und assen zuerst mal etwas.

Tag 9, 3.5 km
Endlich ein Ruhetag. Wir standen erst spät auf und hatten es auch mit Packen ganz und gar nicht eilig. Leider hatten in der Nacht Nager unseren „Nüsslisack“ angeknabert. Glücklicherweise hatten sie keinen weiteren Schaden angerichtet. Der Inhalt war unversehrt. Der Verlust der zwei nicht ganz billigen Säcke schmerzte trotzdem. Probleme machte auch die Druckstelle an meinem Fuss. So kamen wir nur sehr langsam Richtung Four Point Creek Campground vorwärts. Dort machten wir ein Feuer um die lästigen Mücken zu verschauchen und meine Begleitung verletzte sich beim Holzverkleinern an der Leiste, was zur Folge hatte, dass ich in den nächsten Tagen mehr Gewicht tragen musste.

Tag 10, 22.8 km
Am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Jonas Shoulder. Diese Gegend ist auch beliegt, da man eine ungefähr fünftägige Runde wandern kann und am Schluss wieder beim Fahrzeug ankommt. Am Anfang hörten wir den Donner grollen und später setzte Schneefall ein. Dieser dauerte zum Glück nicht lange, doch Sonne gab es nur wenig. Das war schade, denn die Gegend war wirklch sehr schön. Schliesslich wich der Weg komplett vom in der Karte eingezeichneten ab, doch wir blieben drauf. Die Ungenauigkeit der Karten war bei uns allgemein ein Problem. Den Jonas Cufoff Campground erreichten wir problemlos. Dort trafen wir drei Israeli, die Neben Ipod und Lausprechern auch eine Kaffeekanne dabeihatten und dazu noch Popcorn in einer Pfanne machten. Wir trauten unseren Augen nicht.

Tag 11, 21.2 km
Der Tag begann sonnig aber kalt. Wir liessen es uns nicht nehmen, die Sunnto neben das Zelt hinzulegen während wir packten. -2° zeigte sie an. Heute war die Sicht besser und wir bedauerten, am Vortag nicht mehr gesehen zu haben. Wir sahen unerwegs vermutlich einen Fussabdruck eines Pumsa und wir waren nicht einig, ob wir nun einen sehen wollten oder nicht. Spannenderweise gabe es hier getrennte Wanderwege für Fussgänger und Pferde. Wir schätzten dies sehr. Den Avalange Campground fanden wir dafür fast nicht. Die Karte stimmte mal wieder nicht und die Beschilderung liess zu wünschen übrig. Wir waren trotzdem glücklich angekommen zu sein, und freuten uns auf den ersten richtigen Ruhetag.

Tag 12, 0 km
Es wird gewaschen und Brot gebacken. Da leider ein kühler Wind wehte konnte ich meine Haare nicht waschen, da ich mich auf keinen Fall erkälten wollte.

Tag 13, 19 km
Noch müde machten wir uns am Morgen auf in Richtung Maligne Pass. Der Skyline Trail und somit letzte Teil unserer Wanderung kam immer näher. Der Weg dahin war aber noch beschwerlich. Der Weg nach Mary Schäffer Campground führte uns durch bei mir fast schulterhohes Gestrüpp und verschwand plötzlich wieder. Am Morgen war es glücklicherweise noch kalt und so verschonten uns die Mücken. Der Campground selbst war nah am Wasser und wir die einzigen Gäste. Die Mücken hatten auf jeden Fall ihre Freude und wir dankten der Person vom Jasper National Park, die uns riet den Ruhetag nicht hier zu verbringen. So langsam sehnten wir uns nach der Zivilisation und einer Dusche.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20090826-0950_Maligne_Pass_Panoramabild_1.JPG

Tag 14, 24.2 km
Skyline Trail wir kommen! Wir hatten geplant, beim Lake Maligne ein Eis zu essen oder uns sonst etwas zu gönnen und gingen motiviert zur Sache. Schnell waren wir aber trotzdem nicht. Je näher wir dem Lake Maligne kamen desto mehr Leute mit einem Tagestrucksack trafen wir. Teilweise waren es richtige Wandergruppen. Beim Lake Maligne war ein Parkplatz von der Grösse, die wir üblicherweise vor einem Einkaufszentrum erwarten würden. Wir hatten keine Lust mehr auf ein Eis und wollten nur noch weiter. Beim Little Shovel Campground angekommen suchten wir uns einen schönen Platz mit Aussicht für das Zelt. Unser Zeltnachbar war ein Deutscher, wie sich später herausstellte. Dieser ass Pasta mit einer Tomatentonsauce als Abendessen und wir vermissten die Zivilisation mit ihrem Essen und der warmen Dusche nun doch sehr.

Tag 15, 24.4 km
Heute stand the Notch auf dem Programm. Wir hatten schon viel davon gelesen und auch davon, dass Leute aufgrund eines Wetterumschwungs umkehren mussten. Wir hatten Glück. Die Sonne schien und wir konnten die Aussicht geniessen. Es war auch nicht so voll, wie wir befürchtet hatten. Wir mussten allerdings schon schmunzeln, als wir zwei Personen mit Jack Wolfskin Rucksäcken und weiterer Ausrüstung dieser Marke überholen. Sie hatten schon beim ersten Aufstieg mühe und wie sich später herausstellte den gleichen Weg wie wir vor uns. Auf ausgezeichneten Wegen ging es weiter und vor dem Aufstieg zu the Notch machten wir eine gemütliche Pause. Wir brachen jedoch zügig auf, als sich eine andere Gruppe in Bewegung setzte. Da wir befürchteten, dass wir nicht mehr unser Tempo marschieren würden können. Zügig ging es hoch und oben angekommen trafen wir Kanadier, die nicht verstanden, wieso wir nicht arg ausser Atem waren. Nun kam der mit Abstand schönste Teil des Skyline Trails. Es sah aus wie auf dem Mond und die Aussicht war einfach atemberaubend. Auch wenn das hier ein typischer Touristentrampelpfad war, wir hätten wirklich etwas verpasst, wenn wir diesen Teil ausgelassen hätten.
http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20090828-1206_hier_geht_es_zum_notch_DSCN0265.JPG

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/20090828-1435_Skyline_Trail_AussichtPanoramabild_1.JPG

Tag 16, ca 23.6 km
Es hiess nun, sich vom Skyline Trail und dem Wandern in den Rockies zu verabschieden. Wir marschierten zügig mit zwei weiteren Personen und fanden per Zufall heraus, dass zwei Holländer ebenfalls nach Jasper müssen und diese ihr Auto beim Trail Head abgestellt hatten. Wir hatten Glück und wurden nach Jasper mitgenommen. Dort angekommen gönnten wir uns eine rekordlange Dusche und freuten uns auf einen Burger.

Atze1407
14.03.2010, 17:49
schöner Bericht, und bei den Fotos steigt langsam aber sicher das Fernweh.

Zwiebelforscher
14.03.2010, 18:23
Sehr sehr schön geschriebenund bebildert. Vielen Dank dafür!
Oder soll ich dich lieber anmotzen, dass ich jetzt vollmotzen, da ich jetzt fieses Fernweh habe?


:bg: