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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [FR] Vogesen 2008: Von Pairis nach Metzeral



Perc
02.03.2010, 13:40
Land: Frankreich
Reisezeit: Herbst 2008
Region/Kontinent: Mitteleuropa

Hallo Outdoorseitenleute,

hier ein weiterer Bericht aus meinem Fundus. Es gelten dieselben Konditionen, wie in den anderen Berichten ;) Viel Spaß beim Lesen!

****

25.9.2008 – Tag 1

Ziemlich genau zwei Monate nach unserer Rückkehr aus Slowenien hatten wir uns entschlossen, das Jahr mit einer gemütlichen Tour in die Vogesen ausklingen zu lassen. Nachdem wir während der letzten Tour ja nicht zum Zelten in freier Wildbahn gekommen waren, wollten wir in Frankreich einen weiteren Versuch starten.

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Bei der Anreise hat Julia wieder ihr einmaliges Talent zur Geltung kommen lassen. Kaum saß sie am Steuer, standen wir im Stau. Wieder mal. Nach 470 Kilometern und viereinhalb Stunden hatte unsere Fahrgemeinschaft von Autofahrhassern dann endlich das erste Tagesziel erreicht: Colmar im Elsass.

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Nachdem wir unser Gefährt in der Nähe des Bahnhofs deponiert hatten (komischerweise habe ich dann immer das Gefühl, das Auto zum letzten Mal gesehen zu haben), sprangen wir in unser nächstes Transportmittel. Mit dem Bus fuhren wir nach Orbey, von wo aus wir dann zu Fuß die letzte Etappe gen Pairis starten wollten. Der kleine Ort mitten im Hinterland der Vogesen war für uns zur Nebensaison schon nicht mehr anders zu erreichen. Nach stundenlanger Sitzerei war ein wenig Bewegung eine nette Abwechslung, wären da nicht die Rucksäcke gewesen. Am Abend noch sportliche Leistungen vollbringen zu müssen ist leider nicht sonderlich attraktiv. Zum Glück war der Weg mit weniger als einer Stunde noch recht überschaubar. Länger hätte ich auch nicht auf der Landstraße laufen wollen.

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Auf dem Campingplatz Les Moraines (http://camping-les-moraines.com/index-de.htm) begrüßte uns das freundliche alte Besitzerpärchen als beinahe einzige Gäste. Leider fing es dann nach Aufbau des Zeltes an zu regnen und wurde saukalt, weshalb wir den an sich schönen Platz nicht sonderlich genießen konnten. Vom Wetterbericht jedenfalls fühlten wir uns betrogen.

Um so gemütlicher war dann das Kochen in unserem orangen Campingpalast. Vielleicht ist es etwas dramatisch, beim Aufwärmen von dehydrierten Tütennudeln von “Kochen” zu sprechen, aber beim Wandern ist zumindest mir das egal. Solange es warm ist, reichlich vorhanden ist und nicht völlig furchtbar schmeckt, ist es gut genug für mich.

Der Aufenthaltsraum des Campingplatzes war scheinbar eher das Wohnzimmer der Besitzer. Zumindest haben die Beiden ganz ungestört ihr Abendessen zelebriert, während wir uns noch etwas zu trinken gegönnt haben. Die Beiden haben uns dann noch ein bisschen von der Region erzählt. Da das Elsass früher zu Deutschland gehörte, sprach die Besitzerin noch ein wenig deutsch. Besser als meine drei Brocken Hand-und-Fuß-Französisch ist es allemal.

Mit Regengeplätscher auf dem Zeltdach und etwas Musik auf den Ohren schliefen wir dann zufrieden ein.

26.9.2008 – Tag 2

Da die Nächte im September langsam wieder länger werden, wachten wir mit reichlich Schlaf an Julias Geburtstagsmorgen auf. Nach der feierlichen Opferreichung im Schlafsack (ja, meine arme Freundin muss an ihrem Geburtstag auf dem Boden schlafen), haben wir uns im “Wohnzimmer” von Madame Baur noch ein kleines Frühstück gegönnt und uns dann endlich mit guter Laune auf den Weg gemacht.

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Die erste Etappe starteten wir in kaltfeuchtem Wetter, aber zum Glück ohne Regen. Vor uns lagen 600HM Anstieg zur Hautes Chaumes Hochebene und der Beginn war für einen Tourstart wieder denkbar ungünstig. Aber so ist das leider in den Bergen. Direkt morgens geht’s mit schweren Beinen nach Oben. Der erste erwähnenswerte Punkt war der Lac Noir, ein ziemlich unansehnlicher Stausee nebst Kraftwerk, an dem wir glatt vorbeigelaufen wären, wäre der Halt nicht eine super Gelegenheit zum Verschnaufen gewesen. Als wir den spröden Parkplatzcharme des Sees genug genossen hatten, vergnügten wir uns mit etwas Denksport. Die Ausschilderung an den Straßen am See war bestenfalls dürftig und auch die Rückfrage in der dortigen Kneipe nicht eben verständnisfördernd. Nach einigem Zick-Zack hatten wir den richtigen Weg – oder das, was wir dafür hielten – erwischt und rannten über ein Gemisch von Forstautobahnen und schmalen Wanderwegen durch den Wald zum etwas größeren Lac Blanc.

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Irgendein Genie hatte dort den Stöpsel aus dem See gezogen, der halb leer einen ziemlich traurigen Anblick bot. Dank immer weiter fallender Temperaturen durften wir Mütze und Handschuhe auspacken und uns beim Geocaching wieder warm machen. In einer Felsformation oberhalb des Sees war ein Geocache versteckt, der nur mit ein wenig Kletterei zu finden war. Hier konnte ich endlich einige Travelbugs parken, die schon viel zu lange in meiner Schublade zuhause vergraben waren. Einer der Besitzer hatte sich schon erkundigt, was wir damit angestellt hätten.

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Heute, 17 Monate später, kann ich sehen, dass die Geocoin von damals zwei Monate später wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist und es auch leider nicht mehr ins Ausland geschafft hat. Arme Münze.

An dem Punkt hatten wir die schlimmsten Anstiege zum Glück hinter uns, und mit jedem Meter, den wir uns den Haute Chaumes näherten, gab der Wald mehr Sicht auf die Landschaft frei.

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Auf der Hochebene war die Temperatur dann bei 7°C angekommen und dank des eher strammen Windes konnten wir leider das schöne Panorama nicht recht genießen. Der Anfang der Tour war bis hier ziemlich schlauchend gewesen und wir hatten weit weniger Strecke machen können, als erwartet. Machte aber nichts, da wir, einmal oben angekommen, richtig Gas geben konnten.

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Mit ordentlich Wind im Rücken auf leicht abschüssigem Gelände eilten wir auf unser zweites Quartier zu – die Auberge Schantzwasen. Da wir Julias Geburtstag schon auf dem Fußboden begonnen hatten, wollten wir ihn wenigstens in einem richtigen Bett beenden. Nach einer Dusche und einem leckeren Geburtstagsmenü ganz ohne Knorpel ging es uns wieder einigermaßen gut.

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Zu Beginn der Tour waren wir beide noch leicht erkältet und hatten deshalb mit der hohen Belastung direkt am ersten Tag so unsere Probleme. Dank 20 bzw. 15 Kilo auf dem Rücken hatten wir abends unter wackeligen Beinen zu leiden und ich wär schon bei der Vorspeise fast mit dem Gesicht in der Suppe eingenickt. Für die 9km, die mein GPS für die Strecke angegeben hat, haben wir 6h statt 4h gebraucht. Für zwei schlappe Kranke doch gar nicht sooo schlecht ;-)

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Zum Ausklang des Geburtstags haben wir uns noch etwas ganz nerdiges gegönnt: Eine Dr. House Folge auf einem futzeligen iPod nano Display. Und danach: Koma!

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27.09.2008 – Tag 3

Am nächsten Morgen war die arme Julia mit Halsschmerzen gestraft, was die Stimmung ein wenig gedrückt hat. Da das Universum immer um Balance bemüht ist, hatten wir zum Ausgleich Götterwetter und nicht eine Wolke am Himmel. Um 9.15 sagten uns die Rentiere vor der Auberge Au Revoir. Es war schön zum Tagesbeginn erst mal ein Stück ohne größere Anstiege zu laufen – das werde ich in meine zukünftigen Tourplanungen auf jeden Fall einfließen lassen, wenn es denn die Geographie zulässt.

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Nach einer Stunde auf ziemlich drögen Forstautobahnen wurde der Abschnitt bei den sogenannten Hirschsteinen spannender. Hier klettert man am Hang ziemlich ausgesetzt über große Felsbrocken. Die Passagen, Treppenabsätze, Leitern und Spalten sind teils so eng, dass mit einem großen Trekkingrucksack fast kein Durchkommen ist. Aber gerade das macht die Hirschsteine zu einem der schönsten Abschnitte auf dieser Tour. Leider liegen die Hirschsteine relativ nah Col de la Schlucht Pass, was für entsprechenden Gegenverkehr sorgte. Das Highlight war eine ganze Busladung voller Lemminge, die den Weg blockierten. Die Menschenkette war so lang, dass wir uns einfach an den Rand gestellt haben und gezwungen waren, das Schauspiel wie den Wechsel der Gezeiten still zu erdulden.

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Als die Karawane endlich weitergezogen war, gab es den sprichtwörtlichen Schlag ins Gesicht in Form des Skiortes Col de la Schlucht. Solche Orte haben im Sommer bzw. Nicht-Winter nicht eben einen hohen Anspruch an Ästetik. Doch Col de la Schlucht kombiniert die wildromantische Schönheit einer leicht verkommenen Autobahnraststätte im Ruhrgebiet mit dem herben Charme, den eben nur ein Skiort im Sommer versprühen kann. Aus Rücksicht auf unsere zarten Gemüter haben wir uns das Fotografieren gänzlich gespart. Es gibt Dinge, an die man sich nicht erinnern will.

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So haben wir uns auch nur mit ein paar Getränken eingedeckt und die Beine um unser Leben laufend in die Hände genommen. Zum Glück sollte es von hier an nur besser werden, zumindest landschaftlich. Denn Julia ging es zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Den technisch anspruchsvollsten Teil der gesamten Strecke, die Sentier des Roches sparten wir uns und nahmen die einfache Strecke am Rand der Skifelder vorbei. Glücklicherweise verschwand die Strecke schnell im Wald und mit ihr der Blick auf optischen Fausthieb namens Col de la Schlucht.

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Man möge mir meine übertriebene Bildhaftigkeit in diesem Fall verzeihen, aber mir fällt es nach einem Tag in der Natur immer sehr schwer, solche Vergewaltigungen der Landschaft zu ertragen. Der Kontrast ist einfach zu groß.

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Vorbei an der Auberge Trois Fours konnten wir auf dem nur leicht bewaldeten Hochplateau recht gemütlich weiter Richtung Süden laufen und in kurzer Zeit die Strecke zu den beiden höchsten (Doppel)Gipfeln der Region zurücklegen. Le Hohneck und Le Petit Hohneck sind 1270 respektive 1289m hoch, und dank des schönen Wetters konnten wir die Aussicht genießen. Bei schlechtem Wetter möchte ich mich dort auch lieber nicht aufhalten. Kurz vor dem ersten Gipfel erwischten uns derart starke Sturmböen, dass wir kaum noch in der Lage waren, einen Fuß vor den anderen zu setzen.Im Winter dürfte es hier ziemlich unangenehm werden.

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Zum Glück herrschte im Windschatten zwischen den Gipfeln relative Windstille. Da wir durch die Streckenänderung viel schneller als geplant waren, haben wir uns einfach ein wenig ins Gras gelegt, die Sonne genossen, und einen weiteren Geocache gesucht und gefunden. Neben der Lemmingattacke im Wald war hier die vollste Stelle auf unserer Tour. Allerdings verteilten sich die Leute ganz gut auf dem flachen Sattel und man hatte seine Ruhe. Da vor uns der Abstieg ins schattige Tal lag, entschieden wir uns, die Sonne so lange wie möglich auszukosten.

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Die letzte Tagesetappe führte vorbei am Lac Schiessrothried zum Lac de Fischboedle. Übrigens sind, wenn ich mich recht erinnere,die meisten, wenn nicht fast alle Seen in der Region, Ende des neunzehnten Jahrhunderts künstlich zur Forellenzucht angelegt worden. Die Talkessel wurden entweder mit Staumauern dicht gemacht oder einfach mit riesigen Dämmen aus Erde zugeschüttet. Nach über 100 Jahren hat die Natur dafür gesorgt, dass Sie ganz natürlich aussehen. Als sich die Forellenzucht irgendwann nicht mehr lohnte, hat man die Seen sich selbst und dem Tourismus überlassen.

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Die Böden in der Region sind übrigens schlecht dazu geeignet, Wasser zu speichern. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal in einer Region gewesen zu sein, die so grün ist und gleichzeitig so wenige Bachläufe hat.

Bei der Tourplanung sollte man berücksichtigen, an den Herbergen reichlich Wasser nachzutanken oder Wasser aus den Seen mit einem Wasserfilter aufzubereiten. Andere Möglichkeiten gibt es in der Regel nicht.

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Nach dem verblockten Abstieg von den beiden Hohnecks haben wir uns am vom Weg entfernten Ufer des Lac de Fischboedle häuslich eingerichtet. Ich will gar nicht erst davon schwärmen, wie schön es dort ist und lasse einfach die Bilder für sich sprechen.

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Den Feuerstellen und steinernen Sitzeinrichtungen nach zu urteilen, wird der Wald gerne von größeren Gruppen zum Übernachten verwendet . Dazu soll allerdings gesagt sein, dass hier wie fast überall in Mittel- und Südeuropa das wilde Zelten eigentlich nicht erlaubt ist. Wir halten uns deshalb strikt an den Spruch “Take nothing but pictures, leave nothing but footprints”. Wir lassen alles dort, wo wir es vorgefunden haben und nehmen unseren gesamten Müll wieder mit. Wenn ein Windstoß das plattgedrückte Laub unter dem Zelt wieder aufschüttelt, sind wir praktisch nie dort gewesen. Offenes Feuer ist selbstverständlich ebenfalls tabu, erst recht in einem recht trockenen Wald am Ende des Sommers.

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Die Steinbänke und Mauern haben wir nutzen können, um uns aus unserem reichlich vorhandenen Restproviant ein großzügiges Abendessen zu zaubern und danach noch der Sonne beim Untergehen über dem See zuzuschauen. Der Abend war wirklich toll und trieb uns erst spät mit unbarmherziger Kälte, die vom herannahenden Winter kündete, in unsere Schlafsäcke.

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28.09.2008 – Tag 4

Am letzten Morgen unserer Tour kitzelte uns die Sonne zwischen den Baumwipfeln aus dem Zelt. Der See lag absolut ruhig da, und verstärkte das Sonnenlicht von unten wie ein Spiegel. Es wurde eigentlich mit jeder Minute besser und die Schönheit des Lichts war mit einer Kamera kaum einzufangen. So kalt es am Abend gewesen war, konnten wir uns nun von der Sonne beim Frühstück wärmen lassen.

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Nach dem obligatorischen Abbau lagen noch zweieinhalb Stunden gemütlichen Abstiegs durch ein ebenfalls sonnendurchflutetes Tal entlang des Bachs mit dem wohlklingenden Namen Wormsabachrunz vor uns. Die Zivilisation näherte sich diesmal nicht mit einem Tritt ins Gesicht an, sondern mit kleinen Tippelschritten. Auf einsame Bergweiden folgten erste Bauernhöfe und idyllische Ferienhäuser, dann das erste kleine Dorf und ganz zum Schluß unser Zielort Metzeral. Die kleinen Dörfer waren an diesem morgen so idyllisch, dass uns die Abreise wirklich schwer fiel.

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Da wir in dem kleinen Ort kein Café finden konnten, verbrachten wir die Zeit bis zur Abfahrt unserer Bimmelbahn nach Colmar auf einer Bank am Bahnhof und tankten noch etwas Sonne und sinnierten ein wenig über die letzten Tage.

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Wir kamen zu dem Ergebnis, dass die Gegend uns so gut gefallen hatte, dass wir auf jeden Fall wieder kommen wollten. Denn Landschaft und Wetter hatten von Beginn an ständig darum gewetteifert, uns eine gute Show zu bieten. Am Ende war es fast zu schön, um wahr zu sein.

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Au Revoir Vosges! Wir sehen uns wieder!

KML Datei der Tour (http://archiv.gone-fishing.de/www.gone-fishing.de/files/gps/Vogesen2008.kml). Ein "ordentliches" Overlay für Google Maps findet ihr am Ende des Artikels hier. (http://archiv.gone-fishing.de/www.gone-fishing.de/?p=257)

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Dogeared
02.03.2010, 15:29
Hey!


Schöner Bericht!

Was hattet Ihr für ein Zelt mit? (Mein Rechner zeigt die Photos nicht an, meine mich aber daran erinnern zu können, dass ich beim ersten Mal lesen ein orange farbenes Zelt gesehen habe?)


Grüße
C:

Perc
02.03.2010, 15:36
Das ist ein oranges Wechsel Forum 42. Ist allerdings wegen schrottiger Verarbeitung mittlerweile gegen das neue Modell getauscht worden. Mittlerweile ist es grün!

peter-hoehle
02.03.2010, 17:18
Schöner Reisebericht. :popcorn:
Die Bilder mit den sich spiegelnden Motiven
an den Seen sind richtig schick. 5sterne

Gruß Peter

Boromsel
02.03.2010, 19:25
Danke für den Bericht! Sieht ja schon nett da aus und ist von Deutschland schnell zu erreichen.

Besonders toll find ich ja den Wegverlauf auf googlemaps. Sowas hilft ungemein, wenn man selber was Ähnliches plant.

Perc
02.03.2010, 23:08
Das geht mir auch so, deshalb hab ichs mal reingepackt. Wenn mein GPS nur nicht so viele Akkus fressen würde :D

Asterixhuetchen
02.03.2010, 23:45
Schöner Bericht von einer schönen Gegend. Bin die exakte Strecke im Herbst 2007 gelaufen, allerdings noch weiter.

chriscross
03.03.2010, 00:20
Schöner Bericht! Die Strecke ist auch im Winter sehr schön, war mal unsere traditionelle Nikolaus-Tour, dann ist das fast ein bißchen alpin! :bg:

Col de la Schlucht ist wirklich furchtbar, die Wanderwege in der Gegend dafür sehr schön und es gibt fast keine Forstautobahnen wie hier im Schwarzwald.

hannibal
09.03.2010, 16:14
Hallo,

na den "Sentier des roches" in der Martinswand hätte ich unbedingt mitgenommen. Einer der schönsten Wanderwege in den Vogesen.

Wer Eure Tour nachmacht, sollte diesen unbedingt einbauen. Ebenso schön und nicht so überlaufen gibt es noch einen schönen Weg vom "Lac de Schiessrothried" durch den Bannwald in der Wormser Wand hoch zum Kastelbergswasen.

Man kann die Hirschfelsen, den "Sentier des roches" und die Wormser Wand in einer knackigen Tagestour vom "Lac blanc" zum Kastelbergswasen verbinden. Zurück an den Wochenenden zwischen 1. April und 30. September dann mit dem Bus, der die gesamte "Route des cretes" bedient. Oder Übernachtung am/im Kastelbergswasen und zurück über Hohneck und die "Hautes Chaumes", die Hochwiesen, etc. als Zweitagestour. Oder Richtung "Grande Ballon" fortsetzen.

Grüße

Perc
09.03.2010, 17:37
Wir waren auch traurig, das nicht machen zu können. Aber da es meiner Freundin nicht so gut ging, haben wir den einfachsten Weg gewählt.

Gassan
09.03.2010, 20:33
Ich bin begeistert was es doch immer wieder für großartige landschaften mitten in europa gibt von denen man keine Ahnung hatte :)

biabir
10.03.2010, 14:45
Ich bin begeistert was es doch immer wieder für großartige landschaften mitten in europa gibt von denen man keine Ahnung hatte :) das kann ich nur so bestätigen!

Ich war zwar schon ein-, zweimal in Frankreich aber das Land ist ja auch so riesig und wunderschön.

Ich habe da mal noch ne Frage, wie gesagt wir waren schon mal in France aber bis jetzt ohne Hund. Hat jemand dazu Erfahrungen sammeln können, besonders wenn mal so eine Tour wie oben planen würde. Diese Jahr ist das Nordkap dran und nächstes Jahr wird es wohl ein bissel kleiner mit dem Urlaub werden müssen und da wäre so eine Tour nicht schlecht. Unser Hund ist übrigens einigermaßen Bergerfahren und klettern kann er scheinbar auch. Manchmal fragen wir uns wie ist er jetzt hier ohne Hilfe hoch oder runter gekommen. :o

@ perc, dein Bericht über Slowenien ist auch sehr schön, ist ja eigentlich auch nicht so weit. Man weiß schon garnicht mehr wohin zu erst. Es gibt so viele schöne Ecken in europa und viel zu wenig Urlaub dafür. :roll: Ich muß heut gleich mal wieder Lotto spielen vllt klappt es ja mal mit dem Urlaub bis zum entfernten Ende unserer Tage.

VG
biabir

Johannes2801
17.03.2010, 16:48
Vielen Dank für den tollen Bericht und die tollen Bilder. Der Vogesen steht bei mir seit einem Urlaub vor zwei Jahren auf der Wunschliste für eine Wandertour, aber nach Deiner Beschreibung fasse ich ihn mal etwas ernster ins Auge für eine längere Tour in 2011 (dieses Jahr ist leider schon verplant). Col de la Schlucht kenne ich nur vom Auto aus, Deinen Eindruck teile ich vollkommen. Ich denke, ohne die ganze Route des cretes wäre die Gegend noch einen ganzen Tick reizvoller. Zu Fuß kann ich bisher nur eine Tagestour in der Gegend vorweisen und wärmstens weiterempfehlen: von Masevaux auf den Rossberg und über Vogelstein und Rimbachkopf zum Lac des Perches (Sternsee).

Hitman
14.06.2010, 12:40
vielen Dank für den schönen Bericht. Ich war wohl nur wenige Monate vor euch dort (im August 2008) und einen großen Teil eurer Strecke als Tagestouren gelaufen. Musstet ihr den Zug/Bus vorher buchen? Kann man die Strecke auch ohne Zelt laufen (z.B. im Spätherbst/Winter) und nur in Hütten schlafen? muss man diese buchen?

Perc
14.06.2010, 22:10
Hallo Hitman,

Bus und Bahn sind ganz normaler Linien-ÖPNV, bei uns war also keine Buchung notwendig. Zur von mir beschriebenen Zeit war auch wenig bis nichts los.

Die Strecke kannst du ziemlich problemlos mit Hütten laufen, da es von Auberges nur so wimmelt. Allerdings solltest du die Öffnungszeiten beachten. Nicht jede Hütte wird im Winter geöffnet haben. Im Sommer hingegen wird eine Buchung angeraten sein - für uns galt das dank Nebensaison nicht. Wir sind einfach hereinspaziert.